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Honey Mr. 288.

JUarÖlirq, Mittwoch, 21. Dezember 1881

XVI. Iahrgaag

«lueigen nimmt entgegen: : ett ^Expedition d.Blattes, » löwie d.Annoncen-Bureaux

vt. I°^h. Dietrich u. Co- in

7--und Hannover; Th.

heNW r-e-nch in Frankfurt a 3JI;

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Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllustrirteS Sonntagsblatt durch die Expedition f« o ch sche L W Buchdruckerei) bezogen 8*/4 vtark, durch die Postämter des Deutschen Reiches S Mark 50 Pfg. (excl- Bestellgebühr.) Insertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg.

Für in der Expedition zu erthcilendc Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet.

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Deutsches Reich.

Berlin, 17. Dez. DaS neueste Heft der im Mini sterium der öffentlichen Arbeiten herausgegebenen Zeitschrift

Der Reichstag

ist am Sonnabend bis zum 9. Januar vertagt worden, nachdem er vier Wochen lang getagt hat. Der neue Reichs­tag sollte zeigen, was er kann und er hat gezeigt, daß er zwar lange aufregende Reden zu tage fördern, aber wenig wir wollen noch nicht sagen nichts Positives schaffen kann. An den beiden ersten positiven Fragen, vor die er gestellt war, an den VolkSwirtschaftsrat und der Errichtung einer Unteroffizierschule in Neubreisach ist sein Können zu schänden geworden. Was nach den Ferien weiter werden wird, muß man abwarten. Hoch wird man seine Eewar- tungen nicht spannen dürfen, um so weniger, als der Reichs­tag'dann nur noch kurze Zeit tagen wird, weil spätestens am 16. Januar der Landtag zusammenberufen werden muß und ein längeres Zusammentagen beider Parlamente un- lhunlich ist. Ob der Reichstag dann im Frühjahr noch zu einer Nachsefston einberufen werden wird, ist noch sehr fraglich. Die Budgetdebatten wurden von den Liberalen zu Angriffen auf die Regierung benutzt, die in Heftigkeit an die KonfliktSzeil erinnerten. Zuerst nahmen sie die kaiserliche Botschaft und den Reichskanzler aufs Korn, und diese Angriffe füllten die Generaldebatten der Budgets aus. Bei der zweiten Lesung richteten sie ihre Angriffe auf den Minister v. Puttkamer, denn einen anderen Zweck hatte der Antrag Hänel offenbar nicht. Vielleicht suchten sie auch die Nationalliberalen zu Aeußerungen zu provozieren, welche dieselben mit der Negierung in Konflikt brächten. Herr v. Bennigsen ist in die Falle gegangen.

Man mußte staunen über die Verwegenheit dieses An­trags: die Fortschrittspartei, welche eine Wahlagitation be­trieben hat, wie sie Deutschland wohl noch nie gesehen wir erinnern nur an die fabelhaften Lügen, welche in Reden und Flugblättern dem Volke ausgebunden wurden diese Partei hat die Unverfrorenheit, die Regierung und andere Parteien wegen ihres Verhaltens bei der Wahlagitation anzugreifen! Weniger galt es ihnen um einen Angriff gegen die regierungsfreundliche Preffe, als um einen solchen auf den Minister v. Puttkamer und auf die unheimliche Schweigsamkeit Bennigsens, sowie um den für sie günstigen Eindruck, welchen eS im Lande machen würde, wenn sie sich im Reichstage als die Hüter der Moral 'und zugleich als die Märtyrer der Wal l - Agitation aufspielten. Die große Maffe des Volkes merkt ja die frivole Lächerlichkeit dieser Rolle nicht. Wie weit der Ton herabgesunken ist, in welchem die Linke im Reichstage verkehrt, bewies die Ne^e des Abg. Virchow und namentlich der Zuruf deS Abg. Richter an den Staatssekretär v. Bötticher, als dieser es bedauerte, daß man durch solches politische Gezänk nutzlos die Zeit vergeude der Zuruf:Was geht Sie das an?" Wenn so aus dem Reichstage die Jmpietät in der ordi­närsten Gestalt ins Land geschleudert wird, dann darf man sich über nichts mehr wundern. Die Grundlage jedes Staatswesens, die Autorität der Obrigkeit wird durch solche Debatten bedenklich erschüttert. Wenn man dieses Treiben im Parlamente sieht, nachdem man eben erst die Wider­wärtigkeiten der Wahlagitation erlebt hat, welche fast so zerstörend auf das Volksleben wirken wie ein Krieg, wenn man die großen Kosten bedenkt, welche die Parlamente dem Lande und den einzelnen Gemeinden verursachen, wenn man dann die verstümmelten Gesetze betrachtet, die kaum einge­führt, sich als reformbedürftig erweisen, wenn man bedenk, in welch kolossaler Weise die Verschuldung de?Staaten seit der parlamentarischen Zeit gewachsen ist, dann drängt sich einem doch die Frage sehr dringlich aus, ob denn nicht von allen Reformen, die einer parlamentarischen Reform die allerdringendste sei? Wenn aus dem Parlament nach dem Regierungetisch das WortSchuft" undwas geht Sie das an?" geschleudert wird und man der Negierung zu- mutet, es wehrlos anzusehen, wie die ungeheuerlichsten Lügen über ihre Pläne im Volke verbreitet werden und den Wahlkampf zu einem Konkurrenzkampf der Lüge und Ver­dächtigung herabwürdigen z i lassen, sodaß wir zu all den liberalen Freiheiten auch noch die Freiheit der Lüge be­kämen, bann ist es bereits weit genug gekommen mv an eine gedeihliche, gesetzgeberische Arbeit ist bet Faktoren, die so sich gegenüberstehen, kaum noch zu denken.

Zeilen schreiben wollen, fo. bin ich gern bereit, ihr das Billet zu überbringen.

Hartmann war in Gedanken versunken, schweigend setzten die Beiden ihren Weg fort, bis sie au dem Hause Hart­manns angekommen waren.

Kommen Sie mit herein," sagte der Letztere, wie aus einem schweren Traume erwachend,ich werde das Billet schreiben und von Ihrem gütigen Anerbieten Gebrauch machen."

Pietro folgte ihm in das elegante Kabinet. Ein höhni­sches Lächeln umspielte seine Lippen. Unverwandt ruhte sein Blick auf dem Freunde, der vor dem Schreibtisch saß, und in diesem Blick, den Hartmann nicht bemerkte, spiegelte sich eine tückische Bosheit.

Hartmann schrieb nicht lange, nur einige Zeilen, dann flegelte und adressierte er den Brief, den er dem jungen Manne überreichte.

WaS halten Sie von dem Baron von Gemmern?" fragte Hartmann darauf.Schenken Sie ihm volles Ver­trauen?"

Weshalb sollte ich es denn nicht thun?" erwiedertr Pietro ruhig.

Offen gesagt, ich halte ihn für einen Schwindler."

Haben Sie Gründe für diese Behauptung?"

Das nicht, aber"

Dann, mein Freund, urteilen Sie aus Aerger über Ihren Verlust so scharf. Hätte der Baron, statt zu ge­winnen, die Summe verloren, so würden Sie ihn noch immer für einen liebenswürdigen, geistreichen Mann halten, wie Sie es am ersten Abend Ihrer Bekanntschaft mit ihm thaten.

taafeitftein u. Vogler in Lnlfurt a. M., Berlin? Äipzig- Köln rc.; Rudolf jngfTe in Berlin, Frank­furt a. M. rc.

ljl*l eine Madeii Tokaj

Sli-a Zwerg-. inen.

Das verschwuudeue Kind.

Roman von Ewald 31 u g u ft König.

(Fortsetzung.)

Gut, daß Sie das einsehen. Nichtsdestoweniger ver­langen Sie"

Daß Esmeralda eine Entscheidung treffe, und Sie werden ihr das auch wohl sagen, mein lieber Freund, da­mit ich endlich"

Pietro zuckte die Achseln, wie wenn er sagen wollte, daß dem, der keinen guten Rat annehme, auch nicht zu helfen sei! _ ,, .

Ich fürchte, Sie spielen da ein sehr gewagtes Spiel, sagte er,die Entscheidung könnte zu Ihren Ungunsten auSfallen, bann hätten Sie alles verloren."

Gleichviel, ich wage es!"

Haben Sie Geduld!"

Sie ist zu Ende."

Warten Sie nur noch einige Wochen."

Nein, mein Freund, ich habe lange genug gewartet und fordere nun Gewißheit," sagte Hartmann mit wachsen­der Gereiztheit.Ich habe schon erklärt, daß ich bereit sei, mich allen billigen Bedingungen zu fügen, wenn ich nur Esmeralda meine Braut nennen dürfe. Sie können ihr das sagen, ich gebe Ihnen Carte blanche und ich werde Ihnen zu ewigem Tanke verpflichtet sein, wenn Sie mir das Jawort bringen."

Pietro blickte ihn befremdet an.

Ah, Sie wollen, daß ich für Sie «erben soll?" fragte Pietro.

Würden Sie das nicht übernehmen?"

",Nicht gern. Aber wenn Sie meiner Schwester einige

neral-A M.

Auf das mit dem 1. Januar 1882 beginnende Quartals - Abonnement der

Oberhessischen Zeitung

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Illustriertes Sonntagsblatt

Ritten wir die Postbestellung so zeitig als möglich zu machen, lim imstande zu fein, unseren verehrten Lesern vollständige Exemplare liefern zu können. Gleichzeitig machen wir dar­auf aufmerksam, daß der Nr. 1 des neuen Jahrgangs ein schöner Wandkalender, der auch den deutschen Portvtarif enthält, gratis beigesügt wird.

Auch im neuen (17.) Jahrgang wird die Oberhesstsche Zeitung alles aufbieten, ihre Leser durch Zuverlässig­keit, Raschheit und Vielseitigkeit zu bedienen.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThieneS in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

für das Berg-, Hütten- und Salinen-Wesen enthält u. a. einen sehr umfangreichen, auf amtlichen Quellen beruhenden Artikel über die Bergwerks-Industrie und Bergverwaltung Preußens im Jahre 1880. Derselbe konstatiert zunächst die höchst erfreuliche Thatsache, daß dieses Jahr, zum ersten Male wieder seit 7 Jahren, eine zwar nur langsam sich vollziehende, aber im großen und ganzen doch unverkenn­bare Besserung der Verhältnisse der Montan-Jndustrie zeigt. betrug die Förderung der sämtlichen Bergwerke Preußens, einschließlich der Salzbergwerke, im Jahre 1880 57712511 Tonnen zum Werte von 314788 345 Mark, dagegen im Vorjahre 1879: 51863 020 Tonnen zum Werte von 264 549 946 M. Die Gesamtzahl der betriebenen Berg­werke stieg endlich wieder von 1764 auf 1887, und zwar betraf die Vermehrung vorzugsweise den Eisenerzbergbau. Entsprechend dieser Gesamtlage der Montan-Jndustrie haben sich auch die Verhältnisse der Arbeiter zwar nicht eingreifend verändert, aber immerhin doch etwas günstiger gestaltet. Zunächst war cs von Bedeutung, daß die größere Lebhaf­tigkeit im Bergwerkbetricbe nicht nur eine vermehrte Anzahl von Arbeitern zu beschäftigen, sondern denselben auch volle und regelmäßige Beschäftigung zuzuwenden gestattete. Die Verstärkung der Arbeiterzahl ließ sich selbst durchgängig auö den in der Nähe der Gruben ansässigen Bergleuten, bezw. dem jungen Nachwuchse der Belegschaften selbst be­werkstelligen, und trug gerade dieser Umstand zum Teil recht wesentlich dazu bei, den Nahrungsstand der bergmännischen Bevölkerung zu verbessern. Nur in einzelnen Bezirken, wie z. B. in den bedeutenderen Eisenerz - Revieren und beim Manöfelder Kupferschieferbergbau, wurden außerdem noch neue Arbeitskräfte in größerem Umfange aus der Ferne herangezogen. Die Gefamt- Vermehrung der Arbeiterzahl betrug im ganzen Staat 15574 (von 231 782 auf 247 356), und zwar im Oberbe-'gamtsbezirk Breslau 3970 (von 55 581 auf 59 551), im Oberbergamtsbeziik Halle 2702 (von 25 641 auf 28 343), im Oberbergamtsbezirk Dortmund 3331 (von 79 518 auf 82 849), im OberbergamtSbezirk Bonn 5129 (von 62 820 auf 67 949), im OberbergamtS­bezirk Clausthal 442 (von 8 222 auf 8664). Während in den letzten Jahren der zeitweise stockende Absatz wieder­holt zu vorübergehenden Entlassungen oder Beurlaubungen eines Teils der Arbeiter, sowie daneben noch, namentlich beim Stückkohlenbergbau, zur Einlegung zahlreicher Feier­schichten für die verbleibende Belegschaft genötigt hatte, tarnen derartige Falle im Jahre 1880 nur sehr vereinzelt vor. Im großen ganzen war die beschäftigte Mannschaft in der Lage, ihre Arbeitskraft voll auszrmutzen und damit den Gesamtverdienst zu steigern. Obwohl die ökonomische Lage des Bergarbeiterstandes im allzemeinen eine auskömmliche war, und auch die Löhne eine Tendenz zur allmählichen Besserung nicht verkennen ließen, so konnte die erstere deS- ungeachtet in den meisten Bezirken noch keineswegs als eine

Hartmann schwieg, er konnte nicht leugnen, daß dieser Vorwurf den Nagel auf den Kopf getroffen hatte.

Wenn Ihnen der Baron nicht mehr gefällt, bann ist es das Einfachste, Sie bleiben ihm fern," fuhr Pietro fort, ich habe auch namhaft verloren, aber ich werde nichtsdesto­weniger nach wie vor den Club besuchen."

Wir werden von ihm gerupft I"

Gut, aber kann nicht auch eine Zeit kommen, in der wir rupfen? Alles wechselt in der Welt, ich hoffe zuver­sichtlich, daß ich meinen Verlust einholen werde! Oder glauben Sie noch am Ende, daß im Club unredlich ge­spielt werde?"

Ein scharfer, durchdringender und zugleich drohender Blick begleitete die letzten Worte.

Wie kann ich das glauben?" erwiederte Hartmann. .Diese Herren sind ja alle von Adel, in solchen Kreisen wird wohl"

Auch in solchen Kreisen kann man Betrug finden, aber er ist denn doch vereinzelt," sagte Pietro,es ist wohl undenkbar, daß sich eine Gesellschaft adliger Herren gebildet haben soll, die nur den Zweck hat, zu betrügen."

Das ist auch meine Ansicht," entgegnete Hartmann. Jndeß halte ich meinen Verdacht gegen den Baron von Gemmern aufrecht, ich glaube, daß er ein Schwindler ist."

Was verstehen Sie darunter?"

Nun, in diesem Falle einen verarmten Edelmann, der vom Spiele lebt und gewinnen muß, wenn er existieren will. Bemerkten Sie nicht, mit welchem Eifer er sich in die Gunst Esrneralda's einzuschmeicheln versuchte?"

Pah, Sie sind eifersüchtig!"

(Fortsetzung folgt.)

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