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JRarDura, Donn.rStag, 15. Dezember 1881

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[. Er kleidete sich mit größter Sorgfalt, verschwendete an d Mer Toilette, an Schmuck und sonstigen Dingen, die seiner Mßeren Erscheinung größeres Ansehen verleihen sollten,

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. Co. in Frankfurt a. M.; JLgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux d. Tb- Dietrich u. Co. in ,lasse! und Hannover; Th. xieirich in Frankfurt a M ; Nassenstein u. Vogler in grantfurt a. Ä!., Berlin, Leipzig. Köln rc.; Rudolf 'Rosse in Berlin, Frank- furt a. DL rc-

Alö er von seinem Begleiter Abschied nahm, lud er >hn noch einmal ein, ihn am nächsten Tage zu besuchen.

7. Kapitel.

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Das verschwundene Kind.

Roman von Ewald August König.

(Fortsetzung.)

Dabn war die Unterhaltung sehr lebhaft und angenehm, . ®it der liebenswürdigsten Artigkeit zahlten die vornehmen l Herren die verlorenen Summen und Hartmann mußte sich gestehen, daß er seit langer Zeit einen so angenehmen Abend nicht verlebt hatte.

Wie ganz anders war diese Unterhaltung im Vergleich M den trockenen und geistlosen Gesprächen im Kreise seiner ; Freundei

Der Gewinn trug natürlich auch zur Erhöhung seiner Heiterkeit bei, und als er nach Mitternacht schied, gab er wit großem Vergnügen daS Versprechen, am nächsten Abend n-ieeerzukcmmen; er mußte das ja, um den Herren Re­vanche zu geben.

Pietro begleitete ihn noch eine Strecke, auch er war - kvtzückt über diese neue Bekanntschaft, er äußerte sogar den , Entschluß, dieser Gesellschaft alö Mitglied beizutreten, vorausgesetzt, daß er nicht zurückgcwiesen würde.

Deutsches Reich.

** Berlin, 13. Dez. Das in mehrfacher Hinsicht hervorgetretene Bedürfnis einer Revision der internationalen Reblaus - Konvention vom 17. November 1878 hat be­kanntlich zur Veranstal'ung einer internationalen Konferenz gefühlt, von welcher, an der Hrno der inzwischen gemachten Erfahrungen, der Gesamtinhalt der Konvention eingehend geprüft worden ist. Die aus den Verhandlungen in ander- weiter Gestalt hervorgegangene, am 3. November d. I. zu Bern abgeschlossene internationale Reblaus - Konvention nebst deutscher Uebersetzung und einer die Aendcrungcn.er­läuternden Denkschrist ist dem Bundesrat zur thunlichst schleunigen Beschlußnahme vorgelegt worden. Die Re­vision der Konvention hat sich auch auf deren gesamten Anhalt eistreckt und das Ziel verfolgt: 1) den Weinbau wirksamer als bisher zu schützen und gleichzeitig von den Hindernissen zu befreien, welche der Verwertung seiner eigenen Erzeugnisse durch tie Konvention von 1878 aus zu weit gehen'er Vorsicht bereitet worden sind, 2) unter Ausrecht­erhaltung und Verschärfung der dem Verkehr der Handelö- gärlnereien u. s. w. aufzuerlegenden Beschränkungen, welche dm Weinbau gegen die von diesen Anlagen vorzugsweise ausgehende Gefahr in Wirklichkeit zu sichern geeignet sind, diejenigen Anordnungen der Konvention zu beseitigen, welche den Weinbau nur scheinbar schützen, den Handel, namentlich den Ausfuhrhandel, mit anderen als Reb-Pflanzen zu ver­richten drohen, 3) den Sinn derjenigen Vorschriften, welche bei Ausführung des internationalen Vertrages zu verschieden­artiger Deutung Anlaß gegeben haben, klarzustellen, über­haupt die Bestimmungen des Vertrages schärfer zu fassen und übersichtlicher zu gcstalien. Bei der Feststellung deö Warenverzeichnisses zum Zolltarif ist nicht vei kannt worden, daß vielfach eist die Erfahrungen, welche die praktische An­wendung des Zolltarifs und des Warenverzeichnisses an die Hand geben würden, ein richtiges Urteil über die zweck- mißt, ste, dem Geiste des Zolltarifs entsprechende Behand­lung der einzelnen Zollfragen im Warenverzeichnisse würden Minnen lassen, und daß Modifikationen des letzteren not­wendig sein würden, sobald sich ein nachweisbares Bedürfnis lierfür ergeben würde. Von diesem Gesichtspunkte hat eine nähere Prüfung der eingegangcnen zahlreichen Anträge, sowie der bei der Zollabfertigung hervorgetretenen Mängel zur Ausstellung von Vorschlägen zur Abänderung des amt­lichen Warcnveizeichnisses geführt, welche jetzt dem Bundesrat vorliegen. Die letztere Vorlage steht bereits auf der Tagesordnung der heutigen Bundesratösitzung; außerdem Vie gestern erwähnte Vorlage, betr. die Form der Marsch­routen für Kriegsverhältnisse. Im übrigen enthält die Tagesordnung nur noch mündliche Auss - ußberichte über Eingaben und die Ernennung von Kommissarien znr Be­ratung von Vorlagen im Reichstage.

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Buchdruckerei) bezogen 8'/. Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 8 Mark 50 Pfg?(excl§BesttllgL durch die Expedition (Koch'sche

: Für in der Expedition zu er,heilende Auskunft und Annahmeno'on AdressenW 10

dlgen Papstes. Der Papst erwiderte in lateinischer Sprache und dankte dem Episkopat für diese Gefühle des Glaubens, der Frömmigkeit und der Vereinigung mit dem heiligen Stuhle. Diese Vereinigung sei heute mehr denn je nötig, denn heute greife man die Kirche an und selbst Gott mehr als je. Man greife auch vornehmlich die von Gott ein­gesetzte Autorität des heiligen Stuhles an', und doch sei dieselbe so geeignet, die menschlichen Leidenschaften einzudäm­men und die aufgcwiegelten Massen zu bezähmen. Man verkenne mit eben so viel Unverstand als Kühnheit die Wohlthateu, welche ter heilige Stuhl allen Völkern erweise. Möchte doch Italien endlich erkennen, daß dasjenige, waö es für die Freiheit und die Rechte des Papstes thun würde, nicht zur Gefährdung, sondern für das Wohl Italiens ausfiele.Wie Christus müssen wir uns nichtsdestoweniger dem Wohle aller, ob Freund, ob Feind, weihen und sie desto mehr lieben, je mehr sie unsere Feinde sind. Hoffen wir, daß die neuen Heiligen der Kirche ihrem Oberhaupte inmitten des gegenwärtigen Umsturzes zu Hülfe kommen." Schließlich erteilte der Papst den Anwesenden seinen Segen. Die Steuereingängc der abgelaufenen 11 Monate über­steigen die vorjährigen um 50 Millionen Lire. Die Agenzia Stefan!" veröffentlicht eine ihr aus guter Quelle aus Bukarest zugehende Depesche, wonach Italien, ent­sprechend den jüngsten Erklärungen Mancinis, in Bukarest zu verstehen gegeben hat, daß es sich in der Donaufrage nut - mit dem großen Prinzipe der Schiffahrtsfreiheit zu beschäftigen gedenke, worüber die österreichisch-ungarische Regierung bereits aus freien Stücken die umfassendsten und befriedigendsten Erklärungen abgab. Dieselbe Depesche berichtet, Rumänien habe mit Rücksicht auf die Vorstellun­gen verschiedener Diplomaten beschlossen, die Durchführung des Reglements über die Aufenthaltskarten zu vertagen.

Paris, 12. Dez. Die Klagen über die geringe Be­teiligung an den Wahlen werden auch in Frankreich immer lebhafter, und namentlich bei den Kommunalwahlen, bie hier noch mehr als leider auch bei uns politischer Natur sind, tritt kaum die Hälfte der Wähler an die Urne, so daß die Vertreter des Wahlkörpers nur als die Vertrauensmänner des vierten Teils der Wählerschaft anzusehen sind. Die gestrigen Kommunalwahlen in Paris haben das aufs neue bewiesen; in den sechs Bezirken, welche gestern wählten, gaben von 31 419 eingeschriebenen Wählern nur 16 560 ihre Stimmen ab, und unter diesen befanden sich wieder 8440, welche der radikal-sozialistischen Partei angehörten. Unter diesen Umständen hätte es bei ganz gleichmäßiger Stimmenverteilung geschehen können, daß alle Sitze den Intransigenten zugefallen wären. Infolge der Verschieden­heit der Bezirke haben aber die Republikaner noch zwei Sitze gerettet, den Sozialisten dagegen vier Sitze überlassen müssen. Allerdings stehen noch zwei in engerer Wahl, aber auch ste sind den Intransigenten sicher, da in beiden Fällen

Und in dieser Hoffnung bestärkte ihn Pietro, der ja auch verlor und über seine Verluste mit gleichgültiger Ruhe scherzte, er durfte nicht einmal wagen, sich bei den Freunden zu beklagen, wenn er nicht den Vorwurf der Kleinlichkeit und deö Geizes auf sich laben wollte.

Mit Esmeralda war er keinen Schritt weiter gekommen, sie empfing ihn stets mit gewinnender Freundlichkeit, ste unterhielt sich gern mit ihm und manchmal glaubte er, wirklich in ihren Augen ein tieferes Gefühl zu finden, aber er kam ihr nicht nähet, er fühlte, daß eine Schranke zwischen ihm und ihr lag, die er nicht übersteigen konnte unb durfte.

Er hatte mit ihr gespeist, mit ihr eine Spazierfahrt gemacht, aber dies alles brachte ihn nicht näher und Pietro wußte ihm keinen Rat zu geben, als den, er möge Geduld haben und in der bisherigen Weise fortfahren, ihre Gunst zu erwerben.

So oft sie tanzte, war er im Theater, er warf Kränze und Blumen auf die Bühne hinunter und war glücklich, wenn er einen dankbaren Blick dafür erhaschte.

An dem heutigen Abend wollte er das Eis brechen, et hatte sich vorgenommen, nach bet Vorstellung Esmeralda in ihre Wohnung zu begleiten.

Er erwartete sie am Portal und bot ihr den Arm, um sie zu ihrem Wagen zu geleiten, aber sie lehnte seine Begleitung ab, unter dem Vorwande, daß ste an diesem Abend allein zu sein wünsche, da sie noch Briefe zu schreiben habe.

Sie stieg ein, der Wagen fuhr ab, Hartmann hörte hinter sich bie Stimme Pietros.

(Fortsetzung folgt.)

s-ToO Lorenz Hartmann war plötzlich ein anberer Mensch Skwordcn, er schien seinen ernsten unb soliden Grundsätzen Untreu werden zu wollen.

Berlin, 13. Dez. Die Petitionskommission des Reichs­tags beschloß nach längerer Debatte, die Petitionen gegen die Annahme der Reblauskonvention unentschieden zu lassen, bis der Wortlaut der Konvention von der Reichsregierung dem Reichstage vorgclegt ist. Die Wahlprüsungskomm-'sion beschloß, die Wahl deö Prinzen Haudjeiy (Teltow-BeeSkow) zu beanstanden. DieKreuzztg."^schreibt: DaSFrank­furter Journal" bringt folgende Sensationsnachricht, die ihr als Privatdepcsche ans London zugegangen ist:Wich­tige Dokumente und Pläne sind aus dem Berliner Gencral- stabs-Archiv entwendet worden." Die ganze Nachricht ist unbegründet. Nicht einmal von einem Diebstahl, bet etwa das Privateigentum eines Generalstabs-Beamten betroffen hätte, weiß man hier etwas, geschweige daß eine Entwen­dung von Akten aus dem Archiv stattgcfunden. Der Abg. Dr. Pertot sendet derKreuzztg." folgende Zuschrift: DieNationalzeitung" nimmt Veranlassung, es ihrem Publikum von neuem zu erzählen, daß ich der Verfasset der sogenanntenAera - Artikel" der neuenPreußischen Zeitung" sei. Die liebenswürdige Absicht dieser nun schon so häufig zu stets gleichem Zwecke benutzten Anführung be­darf keiner näheren Erläuterung. Ich will dieselbe gern zu der Erklärung benutzen, daß bie Thatsachen, auf welche ich zu meinem Bebauern mein damaliges Urteil über den Reichskanzler gründete, sich bei näherer Prüfung als irr­tümlich erwiesen haben."

Ausland.

Wien, 13. Dez. Die Souterrain-Lokalitäten und Kellerräume des Ringtheaters wurden heute Vormittag von einer Kommission untersucht und vollständig erhalten gefunden. Der mittlere Paiquctranm und das Orchester sind eingestürzt. In dem Keller wurden keine Leichen vor­gefunden. Bis vormittags sind die Namen von 11 wei­teren als vermißt Aufgeführten widerrufen, dagegen ist konstatiert worden, daß thatsächlich vermißte und im Theater gewesene Personen in die Liste noch nicht aufgenommen sind.

Rom, 13. Dez. Der Papst empfing gestern Nach­mittag die anläßlich der Kanonisation nach Rom gekom­menen Erzbischöfe und Bischöfe in einer Abschiedsaudienz. Kardinal Fürst Schwarzenberg verlas eine lateinische Adresse, in welcher es heißt, bet Episkopat fühle sich glücklich, bie Gelegenheit ergreifen zu können, um feine innige Verbin­dung mit dem heiligen Stuhle erneut kniibzuthun, und er danke dem Papste für bie Kanonisation von vier neuen Heiligen. Der Episkopat beklage mit dem heiligen Vater, daß die unglücklichen Zeitverhältnisse nicht gestattet hätten, die Ceremonie mit dem herkömmlichen Glanze zu begehen; er hoffe aber, daß der Herr, dank der Vermittelung von vier neuen Anwälten, bie Kirche trösten werde. Man habe dafür schon bie sichere Bürgschaft in der Wahl eines so weisen, mutigen unb der Bewunderung der Völker so wür- und kam jetzt nur spät in der Nacht, ober besser gesagt, mit Tagesanbruch heim.

Nun, es hatte niemand sich darum zu kümmern, denn er war sein eigner Herr, er konnte thun und lassen, was er wollte, aber es wat doch noch mancher unter seinen früheren Freunden, der ehrlich mit ihm meinte und ihn warnte.

Er hatte sich von seinen früheren Freunden ganz zurückgezogen, er vernachlässigte sie und es konnte nicht ausbleiben, daß sie die Ursache dieser Vernachlässigung zu erforschen suchten.

Der häufige Besuch des Theaters unb ber Verkehr mit dem Bruder der schönen Tänzerin gaben ihnen den ersten Anhaltspunkt, unb sie erfuhren nun auch, baß Lorenz Hartmann täglich Signora Constanzi besuchte, freilich unter bem scheinbaren Vorwande, daß fein Besuch nur ihrem Bruder gelte.

Sie erfuhren ferner, daß er mit diesem Italiener eine Weinschenke besuchte, die sich in soliden Kreisen nicht des besten Rufes erfreute, aber sie konnten nicht erforschen, weshalb er dieser Schenke den Vorzug vor allen anderen gab. Er selbst schwieg darüber, oder er gab ausweichende Antworten, er fürchtete die Borwürfe unb Warnungen, er wußte ja selbst am besten, was er thun unb lassen durfte.

Aber so heiter wie früher war Lorenz Hartmann nicht mehr. -

Die Leidenschaft hatte von ihm Besitz genommen und er war ihr Sklave geworden, ihr Sklave mit Leib und Seele.

Der Gewinn des ersten Spielabends hatte sich bald tu Verlust verwandelt und er hatte jetzt schon bedeutende Ver­luste zu verzeichnen, aber er hoffte mit Zuversicht, diese Verluste wieder einzuholen.