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j Vereins, Gymnasiallehrer Derlei zu Weilburg folgende ber „WieSb. Ztg." mitgeteilte Antwort ein:
Berlin, den 3. Dez. 1881.
Für die gefällige Zuschrift vom November d. I. danke .< guter Wohlgeboren und allen beteiligten Herren. Es wich gefreut, aus Ihrer Zuschrift zu ersehen, daß die .^servativen des Oberlahnkreises zu einem Verein zu- Mengetreten sind und dadurch den Weg zur Herstellung ,.r Organisation eingeschlagen haben, welche der konserva- ijren Partei bisher im Vergleich mit andern fehlt, und sie Fächer erscheinen läßt, als sie ist.
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Vermischtes.
— (Frühling im Winter.) Die anhaltend milde Alterung hat allenthalben Naturveränderungen hervorge- M, wie sie in jetziger Zeit eine große Seltenheit sind, gie zunächst der „Stsb. Z." aus Thüringen geschrieben yitb, sind dort die bereits zur Ruhe gegangenen Kinder Aras wieder zu neuem Leben erwacht, und wer sich die Whe giebt, könnte jetzt, anfangs Dezember, noch ein recht Ms Frühlingssträußchen pflücken. Im Garten steht ^Primel, das Stiefmütterchen, sowie die gelbblühende Nienblume in voller Blüte. Aus den Gebüschen und frfen lugt der rote Bienensaug mit seinen allerliebsten Dchenblüten hervor. Auf den Wiesen prangen in Menge ;it Gänseblümchen mit ihren weißen Strahlenkränzen. M sogenannten Unkraut findet man das Hirtentäschel mit seinen unansehnlichen weißen Blüten und das gelb- Mende Kreuzkraut. Auch die bescheidenen Veilchen regen sch und treiben bereits frische Blätter. Abgesehen von einem kurzen Schneefall im Oktober, ist der Thüringer Salb bis jetzt schneefrei geblieben, was dem Landwirt sehr zu statten kommt. Teilweise konnten bis Mitte November Ultviehheerden zur Weide gehen und Schafe werden bis in die jüngste Zeit noch zur Weide getrieben. Die Kar- iffelerntc ist auch gut ausgefallen. — Am Mittel- iein sieht mau Schmetterlinge lustig in der Luft umher- jiattern, bemerkt man blühende Rosen in den Gärten, Uhenden Rübsamen in den Feldern, sprossenden Wald- mster in den Gebüschen rc. — Aus London endlich wird Meldet, daß auch die Distrikte Cudham, Suxteid und helwood Park in Kent gegenwärtig ein ungewöhnlich Mingsartiges Aussehen darbieten. Die Schlüsselblumen mb Veilchen stehen in Blüte und die Singvögel haben mch nicht ihre Wanderschaft nach einem wärmeren Klima ^getreten. Auf Hohes Common blüht das Haidekraut, auf Keston Common ist der Ginster mit gelben Knospen bedeckt und die ganze Umgegend hat ein Aussehen, als ob irr April und nicht Weihnachten vor der Thüre stände.
— Wie der „Franks. Ztg." aus Montreal vom 5. d. M. Ägraphier t wird, wurde ein Versuch gemacht, den dortigen Gerichtshof durch eine Höllenmaschine in die Luft zu sprengen; kr Anschlag ist jedoch mißglückt.
— (Dreißig weiße Pferde.) Zur bevorstehenden Krö- mng des Czaren hat das russische Hofmarschallamt soeben iünfzehn Paar schneeweiße Pferde im Auslande ankaufen lassen, die nun nach Moskau expediert werden.
— Wilde Pferde sind in Australien jüngster Zeit in jo großen Mengen ausgetreten, daß man sich ihrer nur dadurch erwehren zu können glaubt, daß man sie in die Kasse der schädlichen Tiere verweist, als welche sie von 3cbermann getödet werden können. Sie sind für den dor- hen Farmer eine wahre Landplage geworden, verwüsten Wer und Anlagen und veranlassen nicht selten die zahmen jauspferde zur Flucht, wodurch diese dann unwiederbringlich ihren Besitzern verloren sind. Für europäische Ohren Nngt der Ausdruck Pferdejagd seltsam und wohl barbarisch, tkr bedrängte australische Kolonist weiß jedoch nur durch lnwenduug von Pulver und Blei sich vor solchen Feinden p schützen.
— (Chinesische Gattenliebe.) Die „Pekinger Zeitung" Erbringt die Nachricht, daß die Tochter des ehemaligen inestschen Gesandten in London, Quo-Song-Tao, Madame Ho-Quv-Schi, bereit Gatte Tzo-Hü vor einigen Wochen lebensgefährlich erkrankt war, sich aus Liebe zu demselben Stück Fleisch aus dem Arme geschnitten und eß ihm 6 die Medizin gegeben hat, damit er so schneller gesunde. M der Kranke aber dennoch starb, da hungerte sich die kue Gattin zu Tode.
Telegraphische Depeschen.
, Mainz, 8. Dez. Bei der Nachwahl erhielt Bebel bis hl 5346, Phillipps 5129, Franck (Zentrum) 4305 St. b Ortschaften fehlen noch. Eine Stichwahl zwischen Bebel tiib Phillipps ist voraussichtlich.
, Wien, 8. Dez. Die „Correspondance politique fran^aise" fottentiert die Gerüchte von einer politischen Mission des Kardinals Hohenlohe in Wien und Berlin. Der Kardinal, sicher seine Verwandten in diesen Städten besuchte, machte lvß den Herrschern beider Reiche die üblichen Courtoisie- iesuche.
. Wik«, 8. Dez. Das hiesige Ringthealer (vormals fische Oper) ist vor Beginn der Vorstellung, angeblich •folge einer Gasexplosion, in Brand geraten und steht in •Heu Flammen. Die Feuerwehr ist mit großer An- kengung bemüht, die im Hause befindlichen zahlreichen •ienschen zu retten. Näheres über einen etwaigen Verlust ® Menschenleben ist noch nicht zu konstatieren. Auch dem •achbarhause soll Gefahr drohen.
Ueber dieses Unglück gingen noch folgende Telegramme ein:
10 Uhr 50 Mm. Ueber den Brand des Ringtheaters sind bis jetzt folgende Details bekannt. Es war 3/47 Uhr. Die Logen waren noch fast leer, im Parterre befanden sich an 60 Personen, dritte und vierte Gallerie waren stark besetzt, als plötzlich mit starker Detonation der Vorhang aufbauschte und zerriß. Ein Funkenregen ergoß sich ins Theater. Die Gaslichter erlöschteu. Ein furchtbares Jammergeschrei erfüllte das Haus, das nach mehreren Minuten in vollen Flammen stand. Mehrere Personen sprangen in daß Parterre, erlitten Arm- und Beinbrüche; doch wurden alle im Parterre befindlichen Personen gerettet. Ebenso scheint niemand vom artistischen Personal verunglückt zu sein. Furchtbar gestaltete sich jedoch das Schicksal der auf den Gallerten befindlichen Menge. In den dunklen Stiegengängen entstand ein fürchterliches Ringen. Jeder wollte zuerst hinaus. Die Treppen verstopften sich. Niemand konnte mehr hinab. Als Genie-Soldaten und Feuerwehr eindrang, fand sie nur Leichen. Bis 8 Uhr wurden deren 87 hinabgeschafft. Um diese Zeit war der Brand so weit vorgeschritten, daß die Rettungsmannschaft sich zurückziehen mußte. Sie taxierte die zurückzulassendeii Leichen auf mehrere Hundert. Ueber die Ursache des Brandes erfährt man, daß beim Anzünden des Gases auf der Bühne eine Spintusflasche umfiel. Die Soffiten wurden zuerst ergriffen; bald auch stand der Schnürboden in Flammen. In diesem Moment erfolgte die eingangs erwähnte Katastrophe mit dem Vorhang. Um eine Gasexplosion zu verhüten, wurde das Gas abgedreht, wodurch die Verwirrung der auf den Gallerten eingezwängten Massen zur Verzweiflung gesteigert wurde. Das frühe Auslöschen des Gases verursachte augenscheinlich den Tod vieler Personen. Der Brand greift so schnell um sich, daß von den Tl'eaterrequistten auch nicht die kleinste Kleinigkeit gerettet werden konnte. Gegenwärtig stehen nur noch die kahlen Mauern, welche mit Glutmasse gefüllt sind.
12 Uhr 10 Min. nachts. Bereits sind 150—180 Leichen aus dem Theater gebracht.
1 Uhr 10 Min. nachts. Der Brand des Ring- theaterö entstand durch eine Gasexplosion auf der Bühne gerade vor Beginn der Vorstellung bei überfülltem Haus. Im Zuschauerraum wurde plötzlich das Gas abgcsperrt und infolge der Finsternis konnte sich das Publikum aus der dritten und vierten Gallerie nicht mehr retten. Mehrere hundert Personen wurden int Gedränge erdrückt und erstickt. Bis 11 Uhr waren 120 Leichen ins Polizeihaus geschafft. Das Theater brennt ganz ab.
2 Uhr Nachts. Ueber 150 verkohlte Leichen sind aufgefunden, noch viele sind unter den Trümmern begraben. Der Gesamlverlust wird auf über 200 Personen geschätzt. Das Theater ist vollständig niedergebrannt.
Pom, 8. Dez. Die Zeremonie der Heiligsprechung nahm 5 Stunden in Anspruch. Von 6 Uhr morgens ab standen viele «Neugierige auf dem Petersplatze und in der Basilika, wo sie hofften, die Zeremonie durch die Fenster des oberen Atriums mit ansehen zu können. Die ausgegebenen Eintrittskarten lauteten auf die Person. Die Kaltenbesitzer wurden genau kontrolliert; viele selbst mit Karten versehene Personen konnten nicht in den Saal gelangen und mußten in den vor dem Saal befindlichen Gemächern und Korridoren zurückbleiben. Das Wetter war prachtvoll; im Saale herrschte eine drückende Hitze. Mehrere der Zeremonie Anwohnende wurden ohnmächtig. Die Kanonisation fand ohne Zwischenfälle dem Programm gemäß statt. Der Papst, welcher auf der Sedia Gestatoria unter Vorantritt von ungefähr 350 Kardinälen, Patriarchen, Erzbischöfen, infulierten Aebten und anderen kirchlichen Würdenträgern in den Saal getragen wurde, kanonisierte die neuen Heiligen in folgender Ordnung: Kanonikus de Rosst, Kapuziner Loren, den Eremiten Labre und die Nonne Clara. Einige Kanonenschüsse gaben oas Signal zu ein stündigem Geläute sämtlicher Kirchenglocken der Stadt. Der Papst zelebrierte sodann mit sichtlicher Anstrengung
die Messe, wobei er sich wiederholt unterstützen ließ. Mit schwacher Stimme hielt er eine Homilie über die Bedeutung der Heiligen im allgemeinen und über die besonderen Verdienste der neuen Heiligen; er schätze sich glücklich, inmitten dieser Trübsale die Zahl der Auserwählten vermehren zu können, welche bei Gott für die Kirche und die Gesellschaft fürsprechen würden. Das diplomatische Korps beim Vatikan war vollzählig anwesend. Für die Verwandten des Papstes, die Abkömmlinge der neuen Heiligen und dem römischen Adel waren Plätze reserviert. Die Stadt blieb vollkommen ruhig und teilnahmloS.
Paris, 8. Dez. Cnlly-Prudhomme, Pasteur und Cherbuliez sind an Stelle der verstorbenen Akademiker Duvergier de Hauranne, Littrö und Dufaure heute von der Akademie zu Mitgliedern gewählt worden.
Bukarest, 8. Dez. Der König hat das Dekret unterzeichnet, nach welchem am 1. Jan. k. I. die hiesige Börse eröffnet wird. — Der Senat hat an Stelle des zum Gesandten ernannten Joan Ghika den Senator Schendrea zum Mitglied der Kommission gewählt, welche mit der Untersuchung über die Verwaltung des ehemaligen Kriegsministers Slaniceanu beauftragt ist.
Konstantinopel, 8. Dez. Ali Fuad Bey ist zum Unterrichtsminister ernannt worden. — Die Vertreter der Bondholder haben einen Antrag Mancardi's, wonach die Pforte die Wahl des Administrations-Direktors bestätigen sollte, abgelehnt. Der Vertreter der englischen Bondsbesitzer, Bourke, konstatierte den erfreulichen Ausgang der Verhandlungen und erklärte, daß er die Annahme des Arrangements feinen Kommittenten empfehlen werde, denselben aber volle Freiheit wahre. Die Erklärung Bourkes verursachte einige Beunruhigung und wird wahrscheinlich eine nochmalige Versammlung stattfinden.
MeteorolvgisLe Station Marburg. (9. Dezbr. 2 Uhr Nm.)
Baromet. Par. L 327,3, Therm. R 2’3, Wind 8,
Niederschlag — —, Himmelsansicht: bedeckt Bemerk.
Frankfurt a. M., 9. Dezbr. (Mitgeteilt durch Menke Eichelberg u. Sohn j Kreditaktien 314% nach — nach--
Staatsbahnaktien 286% noch - nach -, Silberrente 664, 6proz. Ungar. Goldrente 102% nach — 5 proz. Ungar. Papierrente nach — 4proz. Ungar. Goldrente 77% nach —, 1860r Lose —, 1880r Russen 73%, II Rufs. Orientanleihe 69. Galizier 2684 — — Donau - Drauaktien 147% nach Kronprinz-Rudolf-Aktien -, Lombarden 131% nach —---- Elbthal — .Albrecht —
Dux-Bodenbacher-Aktien — nach -, Böhm. Westbahn — — Iproz. Spanier 31^, Georgia Aid -. Tendenz: schwach.
Spitzwegerich-Bonbons! Wer hat sich nicht schon
bei rauher Witterung erkältet und bei anfänglicher Unachtsamkeit schließlich einen tüchtigen Luftröhren-" oder Bronchialkatarrh geholt, und wer verbringt nicht manche schlaflose Stunde in der Nacht, gequält vom Hustenreiz, der sich oft bis zum Erbrechen steigert? — So mancher kämpft des Morgens mit der Entfernung des über Nacht angefammelten vertrockneten Schleims der Luftröhrengänge und der Bronchie und steht ratlos vor einem ganzen Heere nutzloser Heilmittel, deren Anwendung in den seltensten Fällen vom Erfolg gekrönt ist.
Wir machen daher auf die echten Spitzwegerich- Bonbons der Finna Victor Schmidt L Söhne in Wien aufmerksam, von deren ausgezeichneter Wirkung sich jedermann durch einen Versuch leicht überzeugen kann. Die unschätzbare Spitzwegerich - Pflanze schließt das bis heute unaufgeklärte Geheimnis in sich, der entzündeten Schleim- haut des Kehlkopfes und des Luftröhrensystems ebenso schnell als wirksam Linderung zu geben und dadurch die Heilung der erkrankten Organe rasch befördert. Es sollten daher diese in ausgezeichneter Wirkung einzig existierenden Bonbons in keiner Familie fehlen.
In Marburg nur bei C.W. E. Runkel zu haben.
Todes-Anzeige.
Gestern Nachmittag i/22 Uhr entschlief nach schwerem Leiden unser lieber unvergeßlicher Sohn unb Bruder, der Schreibgehülse (3742
Rudolf Banzer, im Alter von 17 Jahren 4 Monaten. Um stille Theilnahme bitten Marburg, 9. December 1881. Die trauernden Hinterbliebenen Die Beerdigung, wozu besondere Einladung nicht erfolgt, findet Sonnabend Nachmittag 3 Uhr statt.
/tische 8cheMche
L Pfd. 25 Pfennige. (3743
A. Bienoke.
Magdeb. Sauerkraut
empfiehlt
3704) Aug« Fresenius*
Circus Lorch. (Aus dem Mmpfrafen.)
Heute Freitag, den 9., Abends 7 Uhr:
Große Komiker-Vorstellung.
(Zum Benefiz der Clowns Herren Flumm, Rehberg und Emiliauo.
Sonnabend, den 10. Decbr., Nachmittags 4 Uhr: ’
Abends 7 Uhr:
Grosse Vorstellung.
Sonntag, den 11. Decbr., Nachmittags 4 Uhr:
Extra-Vorstellung.
3744) Abends 7 Uhr:
Unwiderruflich letzte
Abschieds-Vorstellung.