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fllatfiurg, Sonnabend, 10. Dezember 1881.

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bahren voraussichtlich noch wuchtiger wirken werde, habe stas Vorsteheramt außer acht gelassen, daß zollhandelspoli- tlischc Maßnahmen in erster Linie durch die Interessen eirr- jihicr Bevölkerungsklassen, wie der Danziger Kaufmannschaft, Widern die wirtschaftlichen Gesamtintcressen des deutschen Reichs zu berücksichtigen hätten. Bei Anordnungen des Staats bezüglich des Getrcidcverkehrs erheische die Larrd- Ärtschaft eine besonders sorgfältige Beachtung, da der Zahl ter hieran Beteiligten die Zahl aller übrigen Reichsange-

Am Abend desselben Tages wurde ein Ballet aufgeführt, Lorenz Hartmann saß in der Prosceniumsloge und spendete der wirklich talentvollen und durch ihre anmutige Erschei­nung bezaubernden Tänzerin den reichsten Beifall.

Sie warf einen dankbaren Blick zu ihm hinauf, einen Blick, der ihn beseligte und ihm das Blut rascher durch die Adern trieb. Sie hatte ihn bemerkt, sie dankte ihm dafür, daß er gekommen war; mußte ihm das nicht beweisen, daß sie an ihn gedacht hatte und er ihr nicht mehr gleich« gültig war.

Unverwandt ruhte sein leuchtender Blick auf ihr, es ärgerte ihn, daß er nicht daran gedacht hatte, einen Kranz oder ein Bouquet mitzubringen, sie würde ihm gewiß für die zarte Aufmerksamkeit sehr dankbar gewesen sein.

Als das Ballet beendet war, eilte er hinunter, er wollte auf die Bühne hinter die Coulissen gehen um ihr nochmals seinen Beifall auszusprechen; aber die Beamten wiesen ihn zurück, er zählte nicht zu den Auserwählten, betten es ge­stattet war, die Bühne zu betreten, er hatte ja bisher das Theater nur selten besucht.

Er mußte also für heute darauf verzichten, sie wieder­zusehen, aber am nächsten Tage wollte er, gestützt auf ihre Einladung, sie besuchen.

Vor dem Portal des Theaters erwartete ihn eine un­angenehme Ueberraschung. Eine elegante Equipage hielt an der Rampe, ein junger Herr führte eine Dame zu dem Wagen hinunter und in der letzteren erkannte Hartmann die Tänzerin.

Wer war dieser junger Herr? Was berechtigte ihn, dieser Dame den Arm zu bieten? Qualen der Eifersucht folterten die Seele Hartmanns, als er mut auch hören mußte, wie ver­traulich Esmeralda mit ihrem Begleiter sprach.

(Fortsetzung folgt.)

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G 8. Daube u. C». in Frankfurt a. M.; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Invalidendank in Berlin; W. Thiene- in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

Das verschwundene Kind.

Roman von Ewald 21 u g u ft K ön ig.

(Fortsetzung.)

Das Bild Constanze's, bcS braunen Zigeunermädchens, Irat neben daS Bild ESmeralda'S, er konnte sie mit diesem

Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen BeilageJllnstrirteS SotMtagSblatt" durch die Expedition («och'sche Buchdruckerei) bezogen 2*/4 Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. (excl. Bestellgebühr.) Insertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psa.

Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Pfg. berechnet-

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immer dichter, um dessen Besprechung der verschiedenen Tagesfragen zuzuhören. Abwechselnd im Gespräch mit seinen Nachbarn, den Herren Abgeordneten Hartmann, Frhr. v. Ow, v. Hammerstein und Lehren, wurde in erster Linie des abwesenden Centrums gedacht und der Kanzler betonte wiederholt, die Herren verkennen den Ernst der Situation und leisten der Sache auf solche Weise schlechten Dienst. Auf die Bemerkung des Frhrn. von Ow, der Artikel derNordd. Allgcm. Ztg." dürfte doch nicht ganz richtig die Vorgänge in der Kommission wiedergegeben haben, bemerkte der Fürst, mag sein, allein bann hatten ja die Herren Gelegenheit, auf gründ des PreßgesetzeS ovcr durch sonstige Erklärungen die Sache aufzuhellen, resp. richtig zu stellen oder richtig stellen zu lassen. Die Frage, ob der Reichstag bis Weihnachten mit seinen Ar­beiten zu Ende kommen würde, glaubte der Kanzler entschieden verneinen zu müssen. Ich wünsche nur, daß die Herren ihre Ferien möglichst kurz bemessen, denn bis zum 15. oder 16. Januar muß ich das preußische Ab­geordnetenhaus einberufen. Der Kanzler beklagte dann das ablehnende Votum des Reichstages in der Volkswirtschafts­frage, für das er die Erklärung in allen anderen als in sachlichen Motiven zu suchen habe. Uebergehend zu den übrigen volkswirtschaftlichen und sozialen Planen der ver­bündeten Regierungen beklagte der Kanzler den Mangel an U.itcrstützung im Reichstage; eine ganz andere Auf­fassung über solche Fragen dokumentiere sich bei unseren Nachbarn in Frankreich. Als Grundlage weiterer Vor­lagen seien die statistischen Erhebungen unabweisbar, ins­besondere in Beziehung auf die Bildung korporativer Ver­bände. Statistische Erhebungen würden zur Erkenntnis führen, daß da, wo große industrielle Etablisicments und auch große Landesvenvaltungen sind, teilweise schon Ein­richtungen bestehen, welche die Armen- rc. Budgets der Kommunen wesentlich entlasten. Auch von der Tabaks­steuer war die Rede. Wenn er eS auch nicht mehr erlebe, so werde nach ihm, vielleicht schon in einem Jahrzehnt, der Fortschritt daS Monopol einführen. Der Ausweg deS amerikanifchen Systems wurde vom Kanzler unbedingt ver­worfen, doch betonte der Fürst, das amerikanische System könnte ohne zu große Preiserhöhung keine annährnd so große Erträge abwerfcu, wie das Monopol, da bei letzterem der ganze bisher enorme Gewinn des Zwischenhandels in die Staatskasse fiele. Außerdem würde bei unö die Ein­führung ?er amerikanischen Fabrikatsteuer ein System des lästigsten Kontrollc-ApparatS notwendig machen, um allzu bedeutende Defraudation zu verhindern. Sei das Monopol jetzt nicht zu erreichen, so bleibe nichts übrig, als dessen späterhin doch nicht auSbleibendc Einführung vorzubereiten. Nachdem sodann die Besprechung der sozialen Frage die weiteste Ausdehnung angenommen hatte, war es inzwischen Mitternacht geworden, die Verabschiedung einiger dem Hause

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Herliu, 8. Dez. DerReichsanzeiger" veröffentlicht ejn( Verfügung deS Handelsminister Fürsten Bismarck an M} Vorsteheramt der Kaufmannschaft zu Danzig, d. d. 5. Dez. % dieser Verfügung wird die im Jahresberichte des Vor- »cheramtes enthaltene Behauptung, daß in den amtlichen Motiven für die Erhöhung des Mehlzolls ausdrücklich -illend gemacht werten sei, den deutschen Müllern sei ihr ziohmaterial inländischer wie ausländischer Provenienz durch Mi Getreidezoll um den ganzen Betrag des letzteren Zolles verteuert worden, und daß dies mit der für den neuen Zolltarif sonst geltend gemachten Auffassung, als ob die neuen Eingaugszölle vom Auslande getragen würden, in ausfälligem Widerspruche stehe, für thatsächlich unwahr er­

klärt und betont, in den Motiven sei die Frage, ob das Pfand oder das Ausland die Zölle trage, gar nicht bc- Mt und noch weniger die Annahme angebeutet worden, doß der Preis des inländischen Getreides durch den Zoll erhöht werde. Die Auffassung, daß daS Inland den Gc- Hdczoll trage, habe in den Motiven überhaupt keinen Ausdruck finden können, weil diese Auffassung mit den itett zeWatsächlichen Verhältnissen in offenbarem Widerspruche stehe. 6o lange die östlichen und überseeischen Kornländer für ihren Erntcüberschnß nicht außerhalb Deutschlands vollen Matz fänden, müßten sie bie ben auf ihre Einfuhr ge­egten Zoll tragen, da die deuifchen Kaufleute die Wahl Men, aus welchem Lande sie ihr Getreide ziehen wollten und in der dadurch bedingten Konkurrenz der fremden

-1 Esmeralda Constanzi bewohn e das elegante Haus ganz «Hein, sie hatte Equipage und herrliche Pferde und man faßte, das Haus sei im Innern mit fürstlicher Pracht auS- 1 Schattet.

i ' Ihr Dienstpersonal bestand aus einem Koch, einem f \ Kutscher, einer Küchenmagd und einer Kammerzofe, und i »an wollte wissen, daß sie ein sehr bedeutendes Vermögen 3 besäße.

Sie empfing selten Besuch, -ihr Name wurde stets mit f hoher Achtung genannt, niemand konnte ihr einen Vor- . »Urs machen.

Erst vor einigen Monaten war sie angekommen, binnen i# »eniger Tage hatte sie daS HauS gemietet und eingerichtet, > b»S Dienstpersonal engagiert, und wie es schien, war sie entschlossen längere Zeit in bet Residenz zu verweilen.

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die Mittel fänden, den Zoll abzuwälzen. Der inländische Konsument trage den Zoll nur bann, wenn bic Gesamt- , Produktion bes Inlandes und des Auslandes den Konsum tigen 8i M mehr oder nur eben decke. Der Minister fordert daS Ärstehcramt auf, sich darüber zu äußern, wodurch eS zu bet Annahme veranlaßt worden sei, daß die Motive des Gesetzes mit der wiederholt geltend gemachten Auffassung in Regierung im Widerspruche ständen. Bei der weiter fm Jahresberichte enthaltenen Bemerkung, daß die Ein­wirkung des schlechten Ernteausfalles in 1879 und 1880 huf den Danziger Handel durch die Konsequenzen der neuen Haudelsve'kehrspolitik nicht unwesentlich verschärft worden sei und baß der Einfluß dieser Politik in den nächsten

nicht vergleichen.

Nein, an Constanze erinnerten ihn die Augen nicht, er »ußte nicht, wann und wo er sie früher gesehen hatte, er wußte nur, daß er sie jetzt nicht mehr vergesieu konnte. Er dachte an sie, bis er einschlief und beim Erwachen am nächsten Morgen galt fein erster Gedanke ihr.

Nach dem Frühstück wurde cs ihm zu eng in seinen Räumen er mußte hinaus, es drängte ihn mit unrober« stchlicher Gewalt, Erkundigungen über die Tänzerin einzu- 101 U^hen, er mußte wisse», ob sie der Liebe auch wert war, ioo; I Re immer mächtiger, glühender in seinem Herzen aufloderte.

Was er erfuhr, mußte ihn befriedigen.

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hörigen und diese seien noch vielmehr am Getreidehandel beteiligt weit überlegen sei. Die Erfahrung werde zeigen, ob der Einfluß der Zollpolitik aus das Getreidegeschäft in den folgenden Jahren noch ungünstiger als in 1880 sein werde. Nach anderweiteu Nachrichten habe im Gegenteile das Danziger Getreidegcschäft im Laufe des Jahres sich wesentlich gehoben. Der Minister wünscht hierüber b.ilb= thuulichst näheres zu erfahren und fordert das Vorsteheramt auf, ihm über die Entwickelung des Getreidegeschäfts in 1881 beim Jahresabschlüsse ausführlich zu berichten. Nach der Kreuzzeitung" befindet sich die Zentrumsfraktion in Be­ratung darüber, ob der Zwischenfall Windthorst im Plenum des Reichstags zur Sprache gebracht werden soll. Die Nordd. Allg. Ztg." bespricht in einem längeren Artikel daS Nichterscheinen der Zeutrumsmitglieder in der Diens- tagssoiröe des Reichskanzlers und weist auf die Konse­quenzen hin, welche eine Verrufserklärung des Hauses des Reichskanzlers auf gesellschaftlichem Gebiete haben müsse, wenn die üblichen Abendgesellschaften fortgesetzt werden sollten. Welche Garantie könne dafür gegeben werden, baß nicht infolge eines unerwarteten Vorkommnisses wiederum in letzter Stnnce an die Mitglieder einer Fraktion die Weisung gelange, das Haus des Kanzlers zu meiden und den Kanzler durch Verletzung seiner sozialen Stellung für einen Artikel eines regierungS rcuublichen Blattes zu strafen und das Strafverfahren so lange fortzusetzcn, bis das miß­liebige Blatt Satisfaktion gebe ? Der Kanzler könne selbst bei völlig amtlichen Einladungen sich der Absage oder dem noch unfreundlicheren stillschweigenden .'lubbleiben aus der­artigen Motiven nnd aus dem Grunde, weil sein Hans mit dem Fraktionsinterdikt belegt sei, nicht aussetzen. Der Vorgang zeige, in welchem Maße das Verhalten deS Abg. Windthorst und seiner politischen Freunde von zorniger Erregung inspiriert sei. Die von dem Pariser Korre­spondenten derTimes" am 3. Dez. ausgesprochene In­sinuation, daß die deutsche Negierung sich bemüht habe, England zu Überreden, sich Aegyptestö zu bemächtigen, ist eine vollständig ans der Luft gegriffene Erfindung. Die deutsche Politik betrachtet das gute Einvernehmen zwischen Frankreich und England als ein Haupterfordernis des euro­päischen Friedens nud ist deshalb bestrebt, dasselbe zu fördern.

lieber die gestrige parlamentarische Soiree beim Reichskanzler entnehmen wir nach derPost": Der Reichs­kanzler erschien in vollster Frische und sehr aufgeräumt, nahm erst einen Augenblick bei Herrn von Levetzow Platz, um alsbald an den Tisch zu Herrn von Bennigsen sich zu begeben. Dort verweilte der Kanzler längere Zeit in spe­zieller Unterhaltung mit von Bennigsen, in der Nähe saßen bic Herren Dietze, Rickert, Minister von Bötticher rc. Die ganze zweite Hälfte des Aben s verweilte der Fürst im Kreise von Konservativen und Mitgliedern der Reichs- Partei und die Corona um den Tisch des Kanzlers wurde

DaS alles erfuhr Hartmann und diese Auskunft be­festigte den Vorsatz in ihm, dem schönen Mädchen näher zu treten. Er ließ sich bei ihr anmelbcn, sie nahm den Besuch an und kam ihm in ihrem Salon mit gewinnender Freundlichkeit entgegen.

Er war wirklich ganz erstaunt über die Pracht und Eleganz, welche in diesen schönen Räumen herrschte.

So großartig und wahrhaft blendend hatte er es nicht erwartet.

Sie mußte sehr, sehr, reich sein, wenn sie wirklich tugend­haft war. Und wie schön war sie heute! Diese einfache und dennoch so geschmackvolle Toilette ließ ihre Schönheit noch mehr hervorlreten.

Und wie strahlten Augen, als sie ihm gegenüber saß unb mit ihm plauderte über die Triumphe, die sic auf den Brettern gefeiert hatte.

Sie kannte eine Menge hoher berühmter Personen, sie sprach von ihnen mit jener Vertraulichkeit, wie man über feine besten Freunde redet, aber ihren Lippen entschlüpfte keine Bemerkung, nicht ein einziges Wort, welches die Ach­tung vor ihr hätte verletzen können.

Lorenz Hartmann war entzückt, er hatte noch keine Dame gefunden, die es verstand, ihn so rasch uno fest zu fesseln. Und dabei lag es offenbar nicht in ihrer Absicht, ihn an ihre Person zu ketten, kein Blick, kein Wort ließ eine solche Absicht erkennen. Sie pl uberte ganz unbe­fangen mit ihm, wie mit einem Freunde, unb als et nach einer Stunde von ihr schied, lud sie ihn ein, seinen Besuch bald zu wiederholen.

Hartmann war entschloffen, dieser Einladung Folge zu leisten, aber er hielt es nun auch für eine Pflicht der Höflichkeit, das Theater zu besuchen.

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nimmt entgegen: [fttK , Expedition d. Blattes, )v«Ul wie d.Annoncen-Bureaux jj). Dietrich u. Co. in

tfiel und Hannover; Tb. - 6 Kch m Frankfurt a M;

^«aienstem u. Vogler in Lgntfurt a. M., Berlin. Uzig, «öln rc.; Rudolf M in Berlin, Frank- furl a. -Dl. rc.