Marburg, Sonnadmd,
. Ko
Anschluß an die
it
s-
st
d Co« Schor,
Ich we.ß nicht, was man glauben darf, aber jedenfalls wird es gut sein, wenn wir uns den Beistand der Polizei sichern."
Hartmann sah die Richtigkeit dieser Ansicht ein und während Lorenz seinen Entschluß ausführte, suchte der junge Mann seine Frau zu beruhigen.
Es habe ja niemand ein Juteresse daran, ste eines Kindes zu berauben, meinte er, Anna müsse im Laufe des Tages wiedergefundcn werden. Verunglückt könne sie nicht fein denn es sei kein Teich, kein offener Brunnen in der Nähe. Allerdings waren dies nur schwache Trostgründe, aber der Glaube an die Unmöglichkeit dieses spurlosen Verschwindens wurde durch sie befestigt und an diesen Glauben mußte die Kranke sich klammern, um bet Verzweiflung zu wehren.
Nach einer qualvollen Stunde kehrte Onkel Lorenz zurück, ein Polize'kommissar begleitete ihn.
Der letztere nahm die Wärterin ins Verhör, es war ein scharfes, eingehendes Verhör, aber eS hatte nicht das gewünschte Resultat.
Gegen 11 Uhr sei sie zu Bett gegangen, sagte die alte Frau, das Kind habe fest und ruhig geschlafen, und ste fei ebenfalls gleich cingeschlafen, sie habe überhaupt einen festen Schlaf und sie sei auch in dieser Nacht nicht erwacht, erst der Hülferuf der Madame Hartmann habe sie geweckt.
Befragt, ob sie eine Ahnung habe, was mit dem Kind geschehen sein könne, antwortete ste, es sei ihr unmöglich, dieses Rätsel zu Usen, aber sie hoffe mit Zuversicht, daß es gelöst werde.
Der Kommissar schritt nun zur Besichtigung deS Schlafzimmers, er schüttelte nach Beendigung der Untersuchung ratlos den Kopf.
Das verschwundene Kind.
Roman von Ewald August König.
(Fortsetzung.)
Die beiden Zimmer wurden auf daS Sorgfältigste durchsucht, aber das Kind war und blieb verschwunden.
Der Verzweiflung nahe, stand das Ehepaar vor dem dunklen Rätsel, dessen Lösung es nicht finden konnte.
Das Kind war verschwunden, die Wärterin hatte nichts gehört, die Thüren waren geschlossen und keine Spur zu finden, die man hätte verfolgen können.
Hartmann kleidete sich hastig an und eilte hinaus; er wußte nicht, was er thun sollte, um dieses dunkle Rätsel zu lösen. ,
Vetter Lorenz wartete schon vor der Thur, er erschrak als er die Hiobspost erfuhr.
Auch er meinte, das Kind könne unmöglich verschwunden sein, dieses spurlose Verschwinden fei ganz undenkbar.
Gemeinschaftlich mit Hartmann durchsuchte er das ganze Haus, den Garten und die nächste Umgebung, keine Spur war zu entdecken.
Die junge Frau log in Ohnmacht, Hartmann mutzte ihr seine ganze Aufmerksamkeit widmen, er konnte sich nicht von ihr trennen, ihr Zustand war der Art, daß man in jeder Sekunde den Tod erwarten durfte. ,
„Bleibe Du hier," sagte Lorenz, der glücklicherweise seine Fassung nicht verlor und eine bcwunderungswerte Geistesgegenwart zeigte, „ich will zur Stadt gehen."
„Und was willst Du dort?" fragte Hartmann fieberhaft erregt.
„Der Polizei die Gefchichte anzeigen.'
„Glaubst Du, daß dies etwas nützen wird?"
ormulai en Vor
100 101
101
100
101
102 66
77
94i
102 ss
37
74
74’
3101
1011
238
1231 103 l(2i
r für , für 3 , welch handel, |en A mschau. er $
Die Eröffnung des deulfcheu Reichstages
, „d am 17. d. Mts. im Weißen Saale des Königlichen Äossts ü Beilin statt. Da Se. Majestät der Kaiser und König auf ärztlichen Rat davon Abstand genommen batte, die Eröffnung in Person zu vollzuhen, so geschah selbe durch den Reichskanzler Fürsten Bismarck, w.l- ckcr folgende Allerhöchste Botschaft verlas:
* Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden deutscher Kaistr, König von Preußen rc., thuen kund und fugen hiermit *“ Wir" haben den im vorigen Reichstag kundgegebenen Wünschen entsprechend, dem früheren Brauche entgegen, | ben Reichstag noch im laufenden Jahre berufen, um seine Tätigkeit zunächst für die Feststellung des R-tchshauShal s- Etats in Anspruch zu nehmen. Der Entwurf wird dem Reichstage unverzüglich zugehen. Derselbe zeigt «'n erfreuliches Bild der vorschrcitenden finanziellen Entwickelung des Reichs und der guten Erfolge der unter Zustimmung des Reichstags eingeschlagenen Wirtschaftspolitik Die Steigerung der den einzelnen Bundesstaaten vom Reich zu überweisenden Beträge ist erheblich höher, als dre Se- aerung der Matrikularbriwäge. Daß der Gffamtbetr g Mv letzteren im Vergleich mit dem laufenden Rechnung « -jähre eine Erhöhung erfahren hat, findet Begrün.u g
in Einnahmeausfällen und in Bedürfnissen, wache ttn üeresse des Reiches nicht abzuweisen sind. , rnivi
Die Einigung, welche mit der freien Stadt über die Modalitäten ihres Einschlusses in das Zollgebiet erzielt worden ist, wird der Reichstag mit u als einen erfreulichen Fortschritt zu dem durch die Reichstagsverfassung gesteckten Ziele der Einheit Deutschlands als Joll- und Handelsgebiet begrüßen. Die verbündeten Regierungen sind der Ueberzeugung, daß der Reichstag den Abschluß der deutschen Einheit nach dieser Seite hin und die Vorteile, welche dem Reich und seiner größten Handelsstadt auö demselben erwachsen werden, durch den Kostenbeitrag des Reichs nicht zu teuer erkauft finden und dem hierauf bezüglichen Gesetzentwurf die Zustimmung erteilen werde. z
In dem Bestreben, die geschäftlichen Uebelstande zu beseitigen, welche sich aus der Concurrenz der Rcichstags- sesstoneu mit den Sitzungsperioden der Landtage ergeben, hatten die verbündeten Regierungen dem vorigen Reichstage einen Gesetzentwurf vorgelegt, der eine Verlängerung der Legislatur- und Budgetperioden des Reiches vorschlug, über den aber eine Verständigung nicht hat erreicht werden können. Die geschäftliche Notlage der Negierungen und die Notwendigkeit, den Verhandlungen der gesetzgebenden Körper des Reiches sowohl wie der Einzelstaatcn die unentbehrliche Feit und freie Bewegung zu sichern, veranlaßt die verbündeten Regierungen, der Befchlußnahme deS Reichstages wiederum eine entsprechende Vorlage zu unterbreiten.
Anzeigen nimmt entgegen: die Ervedrtron d Blaues, sowie d.Annoncen.Bureaur oon® L. Daube u.C-. w Frantsurt a. TI- i . Buchhandlung Daselbst, Hermansche Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalidendank n
Berlin; W. ThreneS m Elberfeld; C. Schlotte tn
Bremen.
zrr. 27i.
Üie v ^'«moncen-Burcaux yieb.'A, -ch u- 60.1« l Tb- Sietu '«er; Th. Mel und Hanm 'M, Dietrich in Frankfurt u - ^afenftem u. Vogler u ä.antfurt a- M-, Berlin, Sechzig - ÄÖIn 2C1! Rudolf Uff in Berlin, Frank- * ' furt a. M. rc.
wisserin war, oder —"
Er brach ob, wie von einem plötzlichen Gedanken r." griffen und schritt auf das Fenster zu, welches anscheinend fest geschlossen war.
„Da haben wir'S," sagte er. „DaS Fenster ist offen."
„Offen?" fragte Hartmann bestürzt.
„Es kann nicht sein," erwiederte die Wärterin, „ich selbst habe gestern Abend in der Dämmerung die Fenster geschlossen."
Der Kommissar heftete den Blick fest und durchdringmd auf sie.
„Wissen Sie daS ganz bestimmt?" ftagte er.
Der scharfe Ton, in dem er diese Frage aufgeworfen hatte und der Blick, der sie begleitetete, verwirrten die alte Frau; ste fühlte, das em Verdacht auf ihr ruhte und diefeS beängstigende Bewußtsein mußte ste niederdrücken.
Ich glaube es wmigstenS," antwortete ste.
„Ah — Sie glauben es! "sagte der Beamte ironisch. „Es muß aber ein Irrtum Ihrerseits sein, kenn, wie Sie sich selbst überzeugen können, greifen die Riegel nicht in die Haken ein, ein leiser Dmck von außen genügt, daS Fenster zu öffnen." ,
Jetzt gewinnen wir schon Klarhnt, sagte Lorenz. „Gehen wir in den ©arten, vielleicht finden wir die Fußspuren."
„Meinst Du, das Kind sei durch das Fenster in den Garten gestiegm?" ftagte Hartmann.
„DaS läßt sich nicht annehmen," sagte der Kommissar.
(Fortsetzung folgt.)
iboi
en Husi
Schwa narft 5!
Berg h'schen loh« Küche, Veyan eles.
zu veri
tttllu
L '0 I ld CölE chietend । iuf ♦ d. H »Uht ufliebh,. en wert.
Mach näherer -bst bek, in bti noch h, lotoembtt Bauw ng- hneten
I Schm im g-W
nttajraeun« im W-g- dir R-pr-s.
. ■ -<m Sch°d-n " *“TÄti“ I-nd-m «U» 1°-® d°« W-HU- d»
M. SBir 6«lto -« UuI--<
mäßig auf .... . Reichstage die Aufgabe von neuem
Arbeiter iujuah . • Wir mit um so größerer
Kaiserliche Pflicht, ‘ . -<t denen Gott Unsere
auö Herz zu legen, W™ '^-n, wenn es Uns
Befriedigung auf alle ftrfolge, nu. »>em Vater«
i Regierung sichtlich gesegnet Hat, zuruckblru. -krie-
aelänae dereinst das Bewußtsein mttzunehmen, - lande neue und dauernde Bürgschaften seines inneren ^ dens und den Hülfsbedürftigen größere Sicherheit und Er- aiebiakeit des Beistandes, auf den ste Anspruch haben, zu hinterlassen. In Unseren daraus gerichteten Bestrebungen sind Wir der Zustimmung aller verbündeten Regierungen gewiß und vertrauen auf die Unterstützung des Reichstages obne Unterfchied der Parteistellungen.
y In diesem Sinne wird zunächst der von den verbündeten Regierungen in der vorigen Session vorgelegte Ent- I wurf eines Gesetze« über die Versicherung der Arbeiter i gegen Betriebsunfälle mit Rücksicht auf die im Reichstage stattgehabten Verhandlungen über denselben einer Umarbeitung unterzogen, um die erneute Beratung desselben vorzubereiten. Ergänzend wird ihm eine Vorlage zur Seite treten, welche sich eine gleichmäßige Organistttionder gewerblichen Krankenkasfenwesens zur Aufgabe stellt. Aber । auch diejenigen, welche durch Alter oder Invalidität erwerbsunfähig werden, haben der Gesammlhctt gegcnuber ■ einen begründeten Anspruch auf cm höheres Maß staat-
' sicher Fürsorge f als ihnen bisher hat zu Teil werden
h auf städtis , daß! ,ße gri wir nun !gen ho l Reul
Vt
ts zu cmberl ütz.
! Häuf ff°.
icht
rburg, r. 44.
181.
«* -•i‘VÄ“ÄÄ£
R-i»- i,r6dÄrT.h™?flSt5r »tri«« auf flirlm iMft dm« «LL ° niP
Besteuerung der Getr!inke s qie Umwandlung der be- fchüffe erstrebt- werden , so ^G^indelasten in weniger stehenden direkten Diese Bestrebungen sind
drückende indirekte Reich s m von reaktionären
W Finanzen hinterlassen. zg schlutznahmen über "*ortT.S L
8 Die zuverlässigen Berufs Statistik der
Die erwähnten welche bisher genügendes und
der Herstellung ein... Soweit letzteres im Ver
Bevölkerung des Reichs, ]u. wird es rn kurzem
sicheres Material nicht vorliegr. "'rden aber n
waltunaswege beschafft werden kann, Reichstage
A#$nmrnelt fein. Vollständige Unterlagen w-
MrL gesetzlich- Anordnung, deren Entwurf dem
zugehen wird, zu^mnen inneren Reichs-
Wenn danach au dem Gevleie * hevor-
Einrichtungen wettgr-ffend- ^ )ch stS ^Session nicht stehen, deren LösMgP UnS aber vor
zu bewältigen ift, F grücksickt auf den unmittelbaren
ist, Deutschland die S^nug ,e53e ^st dem gleichen i« M«®» «SÄW4 ta di- zu.
kunft geblickt,.wietu'd°m g1’.^ tton Oesterreich welche Wir rn Gastet,. m m fcem Kaiser von und König von Ungam, F .„aen persönlichen
Rußland hatten, waren der Aus.IU“ u * htn Uns so und politische« Beziehungen, welcp. " dm
nahe befreu ideteu Monarchen und eUt’Se Mn aenen beiden mächtigen Nachbarreichen verbinde«. ,^efe von g g n
'igem Vertrauen getragenen Beziehungen
seu>. Bürgschaft für die Fortdauer deS iFneden^ aus
verläfsiv Volitck der drei Kaiferhöfe in voller
welche die , '-htet ist. Darauf, daß diese gemeinsame stimmung ger,. ' erfolgreiche sein werde, dürfen Dir um Friedenspolitik eint ’< auch Unsere Beziehungen zu allen so sicherer bauen, aiv ' üblichsten sind. Der Glaube art anderen Mächten die freu.. ' ft der deutschen Politfk hat die friedliebende Zuverlässigtt. amwnuen, den zu stärken bei allen Völkern einen Bestand b
-------------—........ Mgren," sagte
„Wenn die Thüren wirklich geschlof,. ^Mer hat chier er, „dann sind nur zwei Fälle möglich. Em. 'MWrt Mitein Verbrechen stattgefunden, von dem die Wa._
to‘ k ^ür diese Fürsorge die rechten Mittel unb Wege zu E 0 °st eine schwierige, aber auch eme der höchsten Auf
Zusammenfassen de. Schutz ?ub
Genossenschaften unter L. < auch von
ZLMSäi *»*&*'.*5 in «uich-m Umsan,- m® 'gm>. hin aber wird auch auf diefem ®
Aufwendung erheblicher Mittel zu 0.™^ V\ ...
Auch die weitere Durchführung
Jahr.n begonnenen Steuerreform weist a.'' ergiebiger Einnahmequellen durch indirekte ReWsteuem hin, um die Negierungen in den Stand zu , W« drückende direkte LandeSsteucrn abzuschasien un. c meinten von Armen- und Schullasten, von Zufcht.^n zu Grund- und Perfonalsteueru und von anderen drüer “11Den direkten Abgaben zu entlasten. Der sicherste Weg hierzu
_____Z--L. - ' — ai,t„szz»L
Erscheint täglich außer an den Werktagen ch ber Expedition zu erteilende -----—
Buchdruckere») bezogen 21/* Mart, Für .