Nr 251.
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Mmo ' » . Bttttwoch, 26. Oktober 1881
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux v. Th- Dietrich u. Co. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in FrankfurtaM; Haasenstein u. Vogler in Frankfurt a. M-, Berlin, Leipzig. Köln rc.; Rudolf Mfse in Berlin, Frankfurt a. M- rc-
GttMche Ikitmj.
Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b. Blattes, sowie d.Annoncen-Bureaux von G L. Daube u. Co- in Frankfurt a. M-; Jägersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. ThiencS in Elberfeld; C. Schlotte in Bremen.
Erscheint täglich außer an den Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. Preis für das Quartal mit der wöchentlichen Beilage „JllustrtrteS Sonntagsblatt" durch die Expedition (Koch'sche Buchdruckerei) bezogen 2‘/t Mark, durch die Postämter des Deutschen Reiches 2 Mark 50 Pfg. sexcl. Bestellgebühr.) — Insertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg. Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adreffen werden 25 Pfg. berechnet.
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Oberhessische Zeitung
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36* Anfang November beginnt eine höchst spannende Erzählung im Feuilleton des Blattes.
Zur Reichstagswahl!
Daß die Landwirtschaft — der Bauernstand und der größere Besitzer — schwer belastet sind, daß sie mit Steuern und Abgaben überbürdet sind — das geben auch die Liberalen zu. Als aber von konservativer Seite im vorigen Jahre der Antrag aus dauernden Steuererlaß gestellt und damit der Anfang einer Steuererleichterung durchgesetzt wurde — da stimmten die Liberalen im Landtage gegen den Steuererlaß.
Und womit tröstet der liberale Reichstagskandidat unsres Wahlkreises unsere Landwirte?: „Sobald die Finanzlage beS Staates es irgend gestattet, muß der Landwirtschaft die so oft in Aussicht gestellte Entlastung zu teil werden.
Also wartet Ihr Landwirte in Geduld, bis der liberale Kandidat, welcher keine Zölle und Verbrauchsauflagen will, die Finanzlage des Staates so weit gebessert hat, bis überflüssiges Geld für Euch vorhanden ist! Wir Konservativen wollen uns aber nicht mit leeren Worten abspeisen lassen, sondern verlangen einfach
du- Reich soll in Zöllen und Verbrauchssteuern so viel erheben, dast — wie es das vorftelegteBerwenduugsgesctz vorschlägt — die 4 untern Stufen der Klafsensteuer gänzlich erlassen die 4 ober» und die Hälfte der Grund- und Gcbäubesteuer den Gemeinden überwiesen werden!
Diese Ueberweisung muß sich in Verfolgung des indirekten Steuersystems in der nächsten Zukunft auf die direkten Steuern in ihrer Gesamtheit erstrecken. Wo ist der Landwirt — Bauer oder Gutsbesitzer — der diese klare und einfache Forderung der Kon servativen zurückwiese? Es ist in der That schwer zu begreifen, wie ein Landmann sich noch entschließen kann, liberal zu wählen.
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Dir Gol-müuz-Fabrikatto«.
(Fortsetzung.)
Beim Probieren des Goldes ist es auch von ganz be- onderer Wichtigkeit, daß das Schmelzgut von Beimi- chungen der unedlen Metalle frei ist, da es sonst sehr chwierig ist, eine genaue Probe in kürzester Zeit Herzutellen, zumal da das Hinterhalt probieren längst abgeschafft st, und ist die ganze Masse auch richtig im Gehalt befunden, so können dennoch einzelne Goldmünzen einen verschiedenen Gehalt haben.
AlSdann wird von dem Münzmeister in Gegenwart des Münzwardeins das zur Einzelprobe nötige Gold aus dem Tiegel geschöpft, granuliert (Körnen) und dem Münzwar- dein zur Probe übergeben; sobald derselbe die Probe fertig und der Gehalt des Schmelzgutes richtig befunden ist, kann der Guß beginnen.
Das Gießen.
Zum Gießen der Goldstäbe, Zaine genannt, «erben zwei lange Gießflaschen benutzt, beten innere Fläche ganz glatt unb in ber Mitte ber einen Seite mit einer Vertiefung von ca. V* Zoll versehen ist, teils um bie Lust zu entfernen, teils aber auch um ber Dichtigkeit der Goldstäbe nachznhelfen. Sobald das Ausgießen bewerkstelligt ist, werden die Zaine an beiden Seiten oder Kanten glatt abgefeilt, worauf dieser Abfall (Beiguß) mit den Zainen gewogen wird, welche beide Teile die Einzelbeschickung wieder ergeben müssen.
Während des Gießens darf es nicht versäumt werden, die geschmolzene Masse fortwährend zu rühren, damit das Gold nicht seiner großen Eigenschwere wegm zu Boden sinkt unb ber unedle Zusatz in die Höhe steigt.
Braucht mau die l i b e r a l e n P h r a s e u, daß die Kornzölle dem armen Manne das Brot verteuere, überhaupt noch zu widerlegen?
Was die Konservativen denken und wollen ist offen und bestimmt, und der Steuererlaß hat eS bewiesen, daß es sich nicht um leere Versprechungen handelt, sondern um notwendige Konsequenzen!
Daß die schwer geschädigte Industrie, die schrankenlose Freizügigkeit und damit verbundene Heimatlosigkeit, der S ch w i n d e l der Gründerjahre den Stand der Ar b ei t er bedrückt und die Gemeinden mit Armenunterstützungen überhäuft hat — auch das bestreiten die Liberalen nicht. Was schlägt uns der liberale Reichstagskandidat zur Abhilfe dieser Uebel- stände vor? Er meint, das alles läge an den „Z u- ständen", „an der übergroßen Bevölkern n g" — mau müßte nach Südafrika oder Südamerika den Ueberfluß der Bevölkerung in Kolonien ableiten! Wir Konservativen sind nicht Gegner ber Kolonien und haben unsrerseits die Pläne ber Reichsregierung s. Z. unterstützt — aber zwei Punkte möchten wir boch festgestellt wissen. Wohin will beim ber liberale Reichstagskandidat unsere deutsche Bevölkerung schicken? wo will er Kolonien an- legen? — die kultiviertere Erde ist doch in ziemlich festen Händen? — und — wer soll auswandern in Deutschland, um den andern Platz zu machen? Wenn er uns das sagt, können wir mit ihm vielleicht handelseinig weroen. Doch — das ist „eitel Thorheit"! wir Konservativen wollen so wie unsere Verhältnisse jetzt liegen, Abhilfe schaffen.
Dies ist die Aufgabe, welche sich die großen Reformen des Reichskanzlers gestellt. Die Arbeiter sollen durch große Versicherungskassen, zu welchen sie selbst, die Arbeitgeber und das deutsche Reich beitragen, gegen die Folgen von Unfällen geschützt unb in ihrem Alter bei Arbeitsunfähigkeit nicht mehr bet öffentlichen Armenunterstützung anheimfallen, sondern ein ehrliches gesichertes Stück Brot essen. Unb wenn wir bie Hilfe, welche jetzt fchon anö öffentlichen Mitteln in ber heraöwürdigenden Form von Armenunterstützung gewährt wirb, von den Gemeinden abnehmen unb dem Staate, dem Reiche auferlegeu, so ist das eine kleine Besserung ber bestehenden Verhältnisse.
Die Liberalen eifern diesen Plänen des Reichskanzlers gegenüber und lügen dem deutschen Volke von Verstaatlichung deö Versicherungswesens, deö Seehandels etwas vor, sie wollen die unreifen Pläne ber Regierung zurückweisen. Sagt doch lieber, Ihr liberalen Herren, daß alle Pläne, welche der Fürst Bismarck bis jetzt zur Ausführung gebracht, Euerem unreifen politischen Verstände zu hoch waren. 1864 schriet Ihr über Auslieferung des Kieler Hafens an Rußland, 1866 „diesem Ministerium keinen Pfennig!" und heute ruft Ihr abermals „Fort mit
Die Zaine werden einem für das Walzwerk bestimmten Arbeiter zugewozen und zum Walzen übergeben, während der Beiguß von dem Münzmeister unter Verschluß aufbewahrt wird.
Während die Zaine abgefeilt werden, muß es schon ersichtlich und bei jedem Feilstrich fühlbar fein, daß das Gold geschmeidig unb dehnbar ist; ist solches aber nicht der Fall, so ist es bester, alles gleich nmzuschmelzen, wobei weniger Zeit- und Golbverlust ist, als bei ber Verarbeitung deö unreinen Metalls, welches auch n.ir falsche Münzen ergeben würbe.
III.
Das Walzen ober Strecken.
Der Zweck des Walzens ist, bie Zaine allmählich auf die ungefähre Dicke der zu prägenden Goldstücke zu bringen. Das Walzwerk besteht aus zwei Übereinander liegenden stählernen Walzen, welche einen Durchmesser von ca. vier bis acht Zoll haben und ca. 12 bis 16 Zoll breit sind, dieselben müssen sehr sauber unb genau abgebreht werden. Da bie gegossenen Zaine sehr geschmeidig und dehnbar sein muffen, so passieren sie schnell bie Walzen unb werben bann schon bedeutend gestreckt, aber hart und dicht, so daß sie geglüht werden müssen, um wieder geschmeidig zu werden. Mit dem Walzen und Glühen der nunmehr entstehenden Münzschienen, muß so lange fortgefahren werden, bis sie durch die Lehre (ein hierzu angefertiztes Instrument) die näher zu bestimmende Dicke haben.-
Sowohl das Walzen als auch das Glühen muß mit großer Sorgfalt geschehen, beim Walzen ist namentlich darauf zu achten, daß die Walzen gleichmäßig gegen einander gestellt sind unb in dieser Stellung erhalten werden, sonst »erben bie Münzschienen ungleich bick unb
Bismarck!" Unb mit Euch sollte ein einsichtiger und patriotischer Mann noch liberal wählen?
Se. Majestät der Kaiser und König hat mittelst nachstehender Allerhöchsten Kabinetsordre vom 18. d. M. daö Protektorat über den Preußischen Beamtenverein anzunehmen geruht: Aus ber Eingabe vom 6. d. M. habe ich uiit Genugthuung ersehen, mit welchem Ernste ber preußische Beamtenverein, seinem hohen Zwecke entsprechend, die Wohlfahrt des gesamten deutschen, insbesondere des preußischen Beamtenstandes zu fördern unablässig bemüht ist. Ick freue Mich, daß diese edlen Bestrebungen bisher von so segensreichem Erfolge begleitet gewesen sind. In der verhältnißmäßig kurzen Zeit seines Bestehens hat der Verein unter der bedächtigen und umsichtigen Leitung seines Vorstandes einen Aufschwung genommen, der ihm nicht nur einen festen Bestand sichert, unb eine ausgedehnte Wirksamkeit zum Wohle ber Beamten gestattet, sonbern auch für eine weitere Entwicklung unb bamit für eine um fo vollkommenere Erreichung seiner Ziele Gewähr leistet. Einem solchen auf gesunder Grundlage ruhenden Vereine gehört Mein volles Interesse und Ich erfülle daher in Bethätigung desselben gern den Mir ausgesprochenen Wunsch, indem Ich laS Protektorat über den Preußischen Beamtenverein hiermit annehme. In der Erwartung, daß Mir fortan alljährlich über die Thätigkeit des Vereins Bericht erstattet werden wird, wünsche Ich demselben auch ferner ein glückliches Gedeihen zum Heil und Segen deS gefammten deutfchen Beamtenstandes. Baden-Baden, den 18. Oktober 1881. gez. Wilhelm.
An den Verwaltungsrat uno die Direktion des Preußischen Beamteiivereins zu Hannover.
„An die Liberalen im Lande" wendet sich die heutige „Prov.-Corresp." mit folgenden Worten: Die Reform- Politik, welche Fürst BiSmarck in Angriff genommen, hat in der Stellung ber Parteien zu ber Regierung eine gewisse Umwälzung hervorgerufen. Derjenige Teil ber Liberalen, welcher ber Regierung bei ber Grünbung und weiteren Entwickelung des Reichs thätig zur Seite stand und seinen Einfluß durch Unterstützung der Politik des Fürsten BiSmarck zu fördern suchte, hat in den letzten Jahren mehr unb mehr die Beziehungen gelöst, welche ihm mit dieser Politik vorhanden, und versucht, die erworbene Macht jetzt gegen den Fürsten BiSmarck selbst auSzuspielm unb so ben Widerstand vermehren zu helfen, welchen bie Demokratie gegen ihn während der ganze» Zeit seines Wirkens niemals aufgegeben hat. Wenn aber auch die Liberalen im Parlament, die Führer, welche im Reichstag ihren Einfluß erworben haben, und die ihnen folgende Preffe eine feindliche Stellung zur Regierung und zur Reformpolitik
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die Platten, welche daraus geschlagen werden, sind von verschiedener Dicke, wenn sie auch alle von gleichem Durchmesser sind.
Nicht minder muß das Glühen der Schienen mit ber größten Aufmerksamkeit ausgeführt werden, damit sie nicht überhitzt werden, und dann erst aus dem Glühofen gezogen werden, wenn sie eine stahlartige Anlaufsfarbe zeigen.
Ist diese sehr wichtige Arbeit beendigt, so werden die gewalzten Münzschienen gewogen und wenn das Gewicht richtig befunden ist, zur weitern Verarbeitung übergeben.
In denjenigen Münzen, wo das Justieren mit der Hand nicht üblich ist, müssen die Walzen sehr genau arbeiten, unb vor allen Dingen müssen auch Justierwalzen vorhanden sein, <onft können keine annähernd richtigen Platten aus solcher Arbeit hervorgehen, so daß die meisten Platten wieder eingeschmolzen roeroen müssen, nachdem sie bereits geprägt sind, welches auf solchen Münzen vorkommt, wo das Justieren fehlt.
DaS Ausstückeln der Platten.
Die auf die vorstehende Weise erhaltenen Münzschienm werden dann in ben Ausstücklungsmaschinen ober dem Durchschnitt in Scheiben oder Münzplatten von der Größe der Münze auSgestückelt.
Diese Arbeit geht bei den jetzigen Durchschnittsmaschinen, die durch Dampfkraft bewegt werden, rasch von Statten, nur müssen die Maschinen sauber rein gehalten und sehr sorgfältig gearbeitet werden, auch muß darauf geachtet werden, daß von dem Schrot (Schrot ist ber durch das Ausstückeln verbleibende Abfall) gar nichts verlorm geht.
(Schluß folgt.)