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eingedenk der großen Verdienste, welche sich Fürst Bis­mark um das deutsche Volk und unser gemeinsames Vater­land erworben hat, sich voll und ganz auf regierungs­freundlichen Boden stellt und in diesem Sinne auch seine Stimme bei der bevorstehenden Reichstagswahl ab- giebt.

Daher gerade in diesem Jahre der Kampf der fort­schrittlichen Presse gegen eine Sedanfeier, daher in den Städten, wo fortschrittliche Elemente in der Gemeinde­vertretung dominieren — in der Reichshauptstadt können dieselben natürlich aus verschiedenen Gründen mit ihren antinationalen Bestrebungen nicht durchdringen — der Be­schluß, gerade in diesem Jahre von einer Feier deS 2. Sep­tember abzusehen!

Lassen wir jedoch diese nationalen Kundgebungen heute auf sich beruhen und freuen wir uns, daß in der Mehr­heit des deutschen Volkes der Sinn für eine nationale Feier des Sedantages noch nicht erloschen ist.

Möge dieser Tag in den weitesten Kreisen gerade in diesem Jahre festlich begangen werden, um überall die dankbare Erinnerung an unseren theueren Kaiser und an die hochverdienten Männer, welche ihm mit Rath und Thal in jener ernsten Zeit zur Seite gestanden, wach zu erhalten.

Wie unser teurer Kaiser und König damals durch die oben wiedergegebenen Worte die Verdienste des Fürsten Bismarck öffentlich anerkannte, so möge man sich auch jetzt im Volke derselben wieder dankbar erinnern und diesen Dank dadurch betätigen, daß man bei der be­vorstehenden Reichstagswahl für die Freunde seiner Poli­tik, und nicht etwa für die Widersacher des Reichskanzlers eintritt.

Nur auf diese Weise wird die Wohlfahrt des Volkes begründet werden und daher wollen wir am ErinnerungS- tage von Sedan uns gegenseitig geloben, fest zulammenzu- stehen für Kaiser und Reich, sowie für die wohlmeinenden Absichten unseres leitenden Staatsmannes, damit wir auch bezüglich der Gestaltung der inneren Verhältnisse des deut­schen Vaterlandes mit Heller Freude die am 2. September 1870 von unserem Kaiser und Kön-ge gesprochenen Worte wiederholen können:

„Welch' eine Wendung durch Gottes Führung!"

Deutsches Reich.

Berlin, 31. August. Zum Tag von Sedan schreibt die „Prov.-Corresp.": Das deutsche Volk rüstet sich zu der frievlichen und fröhlichen Feier des großen Tages von Sedan. Die Stimmen, welche in der letzten Zeit laut wurden und unter Aufwendung von allerhand praktisch nüchternen Scheingrünven von einer Feier dcö Tages ab- ricten, sind überhört worden. Das Volksbewnßtscin hat

„Ein' gute Wehr, ein' gute Waffen, Ein' feste Burg ist unser (Sott!* Er, Er kann Hilf' und Sieg verschaffen, Kann enden Leid und Angst und Not.

Ja, Alle laßt's uns recht bedenken, Ertönt der Glocken heit'ger Ruf: „Der Herr allein muß Alles lenken. Er ist's, der Sieg und Frieden schuf!*

Daß teuer auch der Sieg erworben.

Mußt' fließen vieler Brüder Blut, Die für das Vaterland gestorben, Im Kampfe um das heil'ge Gut!

DaS laßt uns heut' auch nicht vergeffen,

Des Dankes Opfer ihnen weih'n. Ein treu’ Gedenken, — fleh'n indessen: Wollst Frieden, Frieden, Herr verleih'«.

In Frieden ruh'n laß, die geschieden, Zum Frieden wende Alles hier: Der Glocken Ruf, er kündet Frieden, Ja, Sieg und Frieden kommt von Dir.

In Gnaden woll'st Du ferner walten

Ob unserm deutschen Vaterland, Uns Fried' und Einigkeit erhalten, Herr, Aller steht in Deiner Hand-

Heimatlos.

Erzählung von I. C. Pauli.

(Fortsetzung.)

In Tobolsk kam der Gouverneur Geldern mit einer Herzlichkeit entgegen, die diesen höchlich überraschte, und sqgte, ihm die Hand reichend: „Ich freue mich, Sie mit der guten Botschaft empfangen zu können, daß Sie ein freier Mann sind!"

kein Verständnis für die Meinung, daß, wenn man zehn Mal den herrlichen Tag gefeiert, in Zukunft dem Einzelnen überlasten bleiben könne, sich der großen Ruhmestage un­serer Nation für sich allein zu erinnern. Mit Einmütig­keit sind die Versuche unbesonnener Ratgeber und falscher Freunde zurückgewiesen worden: das Volk will auch dies­mal sich die Freude der Erinnerung, wie auch den öffent­lichen Ausdruck dieser Freude nicht nehmen lassen; eS feiert sein Fest mit alter Begeisterung und mit freudigem Dank gegen Gott für die Gnade, deren reiche Fülle sich so merk­lich an jenen heißen Schlacht- und Siegestagen über das deutsche Volk ausbreitete. Wir haben ein Recht auf diese Feier, und Niemand kann, Niemand soll sie uns verküm­mern. In ihr hat sie sich allmählich, frei aus den patrio­tischen Gefühlen des Volkes heraus, ein Erinnerungszeichen an die nationale Erhebung, an die Wiedervereinigung der deutschen Stämme und an die Aufrichtung des Kaiser­reichs, die so lange das Ziel der heißesten Wünsche der besten Männer gewesen, herangebildet. So lange in Deutschland diese Ereignisse noch etwas wert sind, so lange man noch zu schätzen weiß, was uns durch die Thaten unseres Heeres geworden, werden wir auch das Gedächtnis des Tages ehren, der wie kein anderer geeignet ist, uns immer wieder den Wendepunkt vor Augen zu führen, welcher den Beginn der Erfüllung aller Hoffnungen und Wünsche bezeichnete. Eine Nation, die sich selbst achtet und geachtet wird, wird niemals darauf verzichten, einen solchen Tag in Ehren zu halten, um stets eingedenk zu bleiben, was sie war und waS sie geworden! Diese Erin­nerung kann auch zur Pflicht werden. Die Zeit fliegt schnell dahin, unser Gedächtnis stumpft unter den neuen Eindrücken und Erlebnissen und unter den alltäglichen Sorgen des TageS ab. Die politischen Leidenschaften ver­dunkeln allmählich den Blick in die Vergangenheit und der Besitz des Errungenen wird nicht mehr in demselben Maße gewürdigt, wie man ihn zu schätzen wußte, als man noch nach ihm strebte. Auch dem deut­schen Volk bleibt die traurige Erfahrung nicht erspart, daß sich in ihm Männer und Parteien finden, welche es sich zur Aufgabe machen, denjenigen Mann mit allen Mitteln zu bekämpfen, der sich um die Nation die größesten Verdienste erworben, Verdienste, welche der König am Tage nach der Schlacht bei Sedan in feierlichem Trink­spruch mit den Worten anerkannte, daß „Graf Bismarck seit Jahren durch die Leitung der Politik Preußen auf seinen jetzigen Höhepunkt gebracht". Nur ungern lassen sich gewisse Parteien an jene Verdienste erinnern; sie leugnen sie zwar noch nicht, sie sind aber unablässig bemüht, durch kleinliche, von Blindheit und Engherzigkeit eingegebene An­klagen gegen den Reichskanzler daö Volk in dem Vertrauen zu erschüttern, welches ihm von demselben seit langer, langer Zeit entgegengebracht wird und welche« er durch daS, waS

„Frei!" was für ein Wort! Wenige Worte der mensch­lichen Sprache vermögen so viel Wonne und Glück ins Herz zu gießen, aber auch wenige werden so viel mißbraucht und mißverstanden! — Nur wenige Tage hielt sich Ale­xander noch in Tobolsk auf, denn die Herren von der Kommission, die i r Weik beendigt hatten, boten ihm einen Platz in ihrem bequemen Reisewagen an, den er dankbar annahm. Aber man machte aus, daß er erst am ersten Rastorte zu ihnen treffen sollte, denn um sich nicht zu schnell von seinem Freunde Ulmami trennen zu müssen, wollte er in dessen Gesellschaft bis dahin reisen und dann sein Pferd zurückschicken.

So sprengten die beiden jungen Leute an einem klaren Augustmorgen zum Thore hinaus, aber heute hatten sie ihre Rollen vertauscht: der sonst allzeit heitere und sorglose Lieutenant hing den Kopf und hatte nur Abschiedsgedanken, während sein Freund mit leichtem, fröhlichen Herzen in den schönen, hellen Morgen schaute und, auf der Landstraße angekommen, allerhand Reiterkunststücke auS alten Zeiten probierte, über deren ©dingen er laut jubelte. So glückte es ihm bald, feinen Gefährten aus seinem Trübsinn zu reißen, den dessen sonniges Gemüt ohnehin nicht lange fest­zuhalten vermochte, und unter fröhlichem Geplauder setzten sie ihren Weg fort. Da gewahrten sie, wie er sich in einiger Entfernung teilte, und Alexander fragte:

„Welchen Weg habe ich kenn nun einzuschlagm, daß ich nicht etwa weiter nach Sibirien gerate statt nach Rußland?"

„Die Straße rechts führt nach Westen an die russische Grenze; dort links geht es nach Süden, da kamst Du nach Nertschinsk!"

„Gott fei Dank, daß ich e« nicht zu sehen bekam,"

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Marburg, Freitag, 2. September 1881.

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Für in der Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Bia. berechnet. 8

«„zeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blattes, sowie d.Ännoncen-Bureaux ' Th. Dietrich u. Co. in ffaffel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Aaafenftein u. Vogler in Frankfurt a. M., Berlin, Leipzig' Köln:c.; Rudolf üjtoffe in Berlin, Frank- v furt a. M. rc.

Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition d. Blatte-, sowie d.Annoncen-Bureaux von G L. Daube u. Co- in Frankfurt a. M.; JSgersche Buchhandlung daselbst; Hermansche Buchhandlung ♦ daselbst; Jnvalidendank in Berlin; W. Thienes in Elberfeld: C. Schlotte in Bremen.

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„Sie, Kriegsminister v. Roon, haben unser Schwert geschärft. Sie, General v. Moltke, haben eS geleitet. Sie, Graf v. Bismarck, haben seit Jahren durch die Leitung der Politik Preußen auf seinen jetzigen Höhepunkt gebracht."

Wer würde sich bei der Wiederkehr des Tages von Sedan nicht dieser Worte unseres teuren Kaisers und Königs aus jener ewig denkwürdigen Zeit erinnern?!

Von Mund zu Munde flog die Kunde von dem glän­zenden Siege unserer Truppen, und wie der oberste Kriegs­herr in erster Linie jener drei hervorragenden Männer ge­dachte, denen daö Vaterland zu ewigem Daiyke verpflichtet ist, so hallte es auch in den Herzen der Bevölkerung wieder; nur in inniger Dankbarkeit und Verehrung nannte man die Namen Bismarck, Roon, Moltke.

Der Allmächtige hat es dem ehemaligen Kriegsminister v. Roon nicht vergönnt, heute noch unter uns zu weilen. Er zählt zu den Toten, aber sein Name lebt doch in der dankbarsten Erinnerung mit uns fort, ebenso wie wir den beiden noch unter uns lebenden bedeutenden Männern un­sere dankbare Anerkennung für alle Zeit bewahren werden, wenn auch eine gewisse Partei in ihrer Verbissenheit da­durch sich bemerkbar zu machen sucht, daß sie sich gegen eine regelmäßige Feier des Sedantages erklärt, weil eS nicht in den Nahmen ihrer verwerflichen politischen Agitation paßt, das Volk alljährlich wieoer an die Großthaten jener Männer zu erinnern, deren größte Gegner die Mitglieder dieser Partei, nämlich der Fortschrittspartei, von jeher ge­wesen sind und ewig bleiben werden.

In den Augen des dankbaren Volkes bildet der 2. September einen unvergeßlichen Gedenktag, denn der an diesem Tage vor 11 Jahren erfochtene Sieg legte den Grundstein, auf dem nach wenigen Monaten daS deutsche Reich wieder errichtet wurde.

Selbstverständlich läuft die Feier eines solchen ewig denkwürdigen TageS aber den Bestrebungen einer Partei zuwider, welche darauf gerichtet sind, dem Volke den seitens unseres leitenden Staatsmannes in Angriff genommenen inneren Ausbau des deutschen Reiches lediglich deshalb als verfehlt und mit dem Wohle des Volkes itn Wider­spruch stehend zu schildern, weil dieser Staatsmann sich nie dazu herbeilassen wird, den destruktiven Tendenzen dieser Partei zu dienen.

Vollends aber erscheint die Feier des Sedantages der Fortschrittspartei und ihren Organen zu einer Zeit ge­fährlich , in der die Wahlvorbereitungen im vollen Gange sind, denn gar zu gerne möchte man in jenen Kreisen eine Erinnerung von dem Volke fernhalten, die bei manchem denn doch ihre Einwirkung in sofern noch geltend machen Knute, daß er sich von den falschen Freunden lossagt und, ----- m-n -------> ■—n~

Zum Festgeläut am 2. September.

Wenn festlich, hell die Glocken läuten An Deutschlands Denk- und Feiertag, Laßt fragen uns: Was soll's bedeuten? WaS sagt uns ihre hehre Sprach?

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Sie rufen: „Gebet Gott die Ehre!* Sie mahnen: „Danket Alle Gott!" — Er, Er gab Sieg dem deutschen Heere, Hat uns errettet aus der Not.

Der deutschen Einigkeit und Treue,

Der deutschen Kraft woll'n wir unS freu’n,

Von Herzen, zu deS TageS Weihe, Heut' singen unf're „Wacht am Rhein*!

Ja, „Deutschland, Deutschland über Alles* — Heut' jedes deutsche Herz wohl singt, Frisch, frei und fröhlich, lauten Schalle- Des Vaterlandes Preis erklingt!

Ja, schmückt daS Fest, entzündet Kerzen

Und windet Kränze, frisch und grün;

Gebt euch mit ganzem, vollem Herzen Des Vaterlandes Feier hin

Laßt wehen, flattern heut' die Fahnen, Hell lodern Freudenfeuer auf;

Heut' Alles, Alles mög uns mahnen Azt Deutschlands Ehr'»- und Siegeslauf.

Laßt uns dabei nur nicht vergeffen:

Mit uns'rer Macht ist's nicht gethan"; Der Herr hat zu Gericht gesessen, Hat unS geseh'n in Gnaden an.

„Allein Gott in der Höh' sei Ehre, Und Seiner Gnade sei der Dank!* — Freudig bekennt'-, ihr deutschen Heere: Mit Gott nur unS der Sieg gelang.