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Warburg, Sonnabend, 23. Juli <881.
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züglich der Unterhaltung und Ergänzung des gedachten Inventars konstatiert und weiter festgehalten werden sollen. Von der etwa in Auösicl t genommenen Neubeschaffung von Mobilien und AuSstattungsgegenständen muß daher abgesehen werden.
Berlin, 21. Juli. Es ist bereits anderweit bekannt geworden, daß die ReichSrcgierung die Absicht hat, dem Reichstage den Entwurf eines Unfallversicherungsgesetzes wieder vorzulegen. Als dringend wünschenswert erweist es sich aber, dem Reichstage gleichzeitig ein ausgiebigeres statistischeres Material für die Berechnung der Prämien zur Verfügung zu stellen. Zur Beschaffung desselben ist von sachverständiger Seite neben anderen gleichzeitige vor- zunehmenren Ermittelungen eine Unfallstatistik ad hoc vorgeschlagen, welche in dem unter den § 1 des Gesetzentwurfs fallenden Betrieben für einen vorher zu bestimmenden Zeitraum von den BetriebSunternchmern selbst auS- zuführcn sein würde. Mit Rücksicht auf die vor der Wiedereinbringung des Gesetzentwurfs zu bewirkende Bearbeitung des Materials werden diese Erhebungen nicht über den Monat November hinaus erstreckt werden können. Der Reichskanzler hat nun, wie wir hören, die Mitwirkung der Bundesregierungen in Anspruch genommen, um durch die zuständigen Behörden jedem Unternehmer eines unter den § 1 des Gesetzentwurfs fallenden Betriebes für die Erhebung angefertigte Formulare mit dem dringenden Ersuchen zugehen zu lassen, dieselben innerhalb der ersten Woche des Monats Dezember zur Abholung bereit zu halten. Um das Interesse der Unternehmer an der auSzusührcnden Statistik und ihre Bereitwilligkeit zur Mitwirkung bei derselben zu fördern, stnd in jüngster Zeit die Handels- und Gewerbekammern, sowie die vorhandenen industriellen Verbände U' d Vereine unter Mitteilung eines Exemplars der Formulare ersucht worden, in diesem Sinne auf ihre Mitglieder einzuwirken. Das Formular A. betrifft eine Nachweisung der während der Zeit vom 1. August bis 30. November d. I. bei den Betrieben eingetretenen Unfälle und umfaßt in tun einzelnen Rubriken: die Zahl ber beschäftigten, die Zahl der infolge Unfalls dauernd gänzlich oder teilweise erwerbsunfähig gewordenen und die Zahl der durch Unfall verletzten, vorübergehend erwerbsunfähig gewordenen Betriebsb.amtcn und Arbeiter, in lctzierer Rubrik mit Angabe der Dauer der Erwerbsunfähigkeit und in allen Rubriken mit Angabe des Geschlechts der Betroffenen. Diese Angaben stnd für die 4 Monate August, September, Oktober und November getrennt zu machen. Das Formular B. betrifft eine Nachweisung der am 5. Oktober 1881 bei den Betrieben beschäftigten Betriebsbeamten und Arbeiter mit Angabe ihres G-burtsjahres unv ihres Geschlechts. — Bei der groß.» Wichtigkeit dieser statistischen Erhebungen wird anzunehmeu sein, daß die Unternehmer in ter großen Mehrzahl dem an sie gerich-
Ein denkwürdiges Jahr.
1812 brach an, und eine ungeheure Armee und Deutschen wälzte sich auf das Zaren-
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Heimatlos.
Erzählung von I. C. Pauli.
(Sottfevung.)
Co war das Jahr 1809 herangekommen, da brach wieder ein Krieg mit Oesterreich los. Unter den wenigen französischen Regimentern, die den blitzschnell in D. utschland erscheinenden Kaiser begleiteten, war auch das BernareS. Der Name des Erzherzogs Karl, der bis jetzt meist siegreich gewesen, erfüllte manches tapfere Franzoscnherz bald mit Bangen, bald mit der stolzen Hoffnun-, diesen großen Feldherrn durch ihren Napoleon geschlagen zu sehen; und wirklich hatte es den Anschein, als solle diese Hoffnung sich erfüllen, denn die Oesterreicher zogen sich bis unter die Mauern Wiens zurück. Doch die Kaiserstadt sollte dicht die Schmach ihres größten Helden mit ansehen. Bei Aspern und Eßlingen fiel >r mit dem zornglühenden Heere über den Feind her und erfocht den herrlichsten Triumph über den bis dahin fast unbesiegten Schlachtenmelster. Die Franzosen ließen 11000 Tote, meist Deutsche, auf der Wahlstatt und eilten über die Brücken auf die Donamnsel Lobau. Der ganze Troß des Heeres folgte nach und aus einem der Wagen saß Marie Bernard mit Alexander, den sie kaum hatte abhalten können, sich unter die Streitenden zu mischen. Sie befanden sich auf dem letzten Wagen inmitten einer Brücke, schon dunkelte e« am Maiabend, so iünge hatte die Schacht gedauert, da rief Alexander plötz- «ch auf den Strom zeigend: „Was ist daSl ES brennt auf dem Wasser!« Marie sah nach derselben Richtung hin, der Knabe und gewahrte etwas, das sie sich im ersten Augenblick ebensowenig zu enträtseln vermochte: Ein unge- hkurer Feuerbrand kam rasch stromabwärts gerade auf die
Brücke zu. Tie Weiber und Kinder auf dem Wagen erhoben ein entsetztes Geschrei, uno die Fuhrleute hieben unbarmherzig auf die Pferde ein, um sie anzutreiben. Noch war der letzte Wagen auf der Brücke, da entzündete sich diese; denn das Feuer, ein brennendes Schiff, halte dieselbe erreicht und bald stauv sie wie alle Brücken, die die Insel mit dem Donauufcr verbanden, in Flammen. „Gefangen«, murmelte Marie dumpf, „Golt sei uns gnädig, vor der FcuerSgesahr stnd wir wenigstens gerettet.« Marie hatte Recht, denn hätten die Oesterreicher ihren Vorteil verfolgt, so hätten sie den Kaiser samt seiner Armee in ihren Händen gehabt. Doch gleiä? erschöpft wie der Feind schlossen die Oesterreich.r einen sechswöchcntlichen Waffenstillstand, und diese Zeit brachte Napoleon mit seinem Heere auf der Insel zu. —
2.
DaS Jahr von Franzosen
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reich zu. Auch die Familie Bernard, die in den letzten 3 Jahren von einem Ende Deutschlands zum ankern den französischen Fahnen gefolgt war, befand sich auf diesem Wege. Durch Deutschland und Polen ging es auf Mos- kau, die glänzende russische Hauptstadt zu, doch hatte die Armee unterwegs schon empfindlichen Mangel zu leiben, denn die Russen, die es zu keiner Schlacht kommen ließen, zogen sich immer vor Napoleon zurück und verwüsteten dabei ihre weit auscinanderliegenden Städte und Dörfer, nahmen die Vorräte mit, und auch die Einwohner flohen, mit Hab und Gut, so daß die Franzosen nur überall leere Brandstätten und selten für sich und ihre Tiere etwas zu essen fanden. Endlich hielten die Russen an dem Flüßchen
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Deutsches Weich.
»» Berlin, 21. Juni. Zur Vervollständigung der Mitteilung über die Erhebung statistischen Materials für die Wiedereinbringung des UnfallversicherungSgesetzeL 'ist nackzutragen, daß der Minister des Innern die königlichen Reaierungen angewiesen hat, von denjenigen Städten, welche Krankenhäuser besitzen, über die Verpflegungssätze, die für einheimische und für nicht einheimische Kranke pro Taa berechnet werden, Angaben einzuziehen, und auf solche Weise für die Berechnung der in §§ 9 und 10 des Ge- iebentwnrfs vorgesehenen Kosten des Heilverfahrens einige Anhaltspunkte zu gewinnen. — Nach § 128 der Reichs- stra Prozeßordnung stnd vorläufig sestgenommene Personen, ufern sie nicht wieder in Freiheit gesetzt werden, unvor- -üglich rem Amtsrichter deö Bezirks, in welchem die Festnahme erfolgte, vorzuführen. In Erläuterung dieser Vorschrift und um mehrfache bei Anwendung derselben entstandene Zweifel zu beseitigen, hat der Minister des Innern im Einverständnis mit dem Justizminister an die Regie- rungsprästdien sich dahin ausgesprochen, daß die gedachte Vorschrift keine ausdrückliche Bestimmung darüber erhalte, durch wen die Vorführung deö Festgenommenen vor d<n Amtsrichter zu erfolgen habe, also an sich eine direkte Vorführung durch den Fcstnehmcnden nicht ausschließe; jedoch könne aus dem Worte „unverzüglich" nicht gefolgert werken, daß die Vorführung allemal durch den gedachten Beamten selbstständig und unmittelbar zu bewirk.!, sei. Schon ber Umstand, daß dem Amtsrichter bei Vorführung jedeömal gleichzeitig das zur Beschlußfassung erforderliche Material unterbreitet werden muß, lasse im Allgemeinen eine vermittelnde Mitwirkung der Polizeibehörde geboten erscheinen. Ebenso werde eine solche Mitwirkung der Polizeibehörde dadurch vorausgesetzt, daß der Festgenom- mcue, anstatt dem Amtsrichter vorgeführt zu werden, wieder in Frei! eit gesetzt werden könne, was doch nicht lediglich dem sestnehmenden Beamten zu überlassen sei. Der Minister verfügt daher, daß die Polizeiorgane die betreffenden Personen zunächst der Polizeibehörde zuzu- sühren haben, welcher dann obliegt, die gesetzlich vorgeschriebene Vorführung des Festgel ommenen, sofern er nicht wieder in Freiheit gesetzt wird, schleunigst zu veranlassen. — Zur Ausschließung von Zweifeln haben die Minister der öffentlichen Arbeiten, der Finanzen und des Innern gemeinschaftlich die Provinzial-Bchörden darauf aufmerksam gemacht, daß bei dem Erlaß der Bestimmung im § 25 des Regulativs über die Dienstwohnungen der Staatsbeamten keineswegs in der Absicht gelegen hat, in den Dienstwohnungen derjenigen Beamten, welchen Repräscn- tationSräume angerechnet werden sollen, diese mit Mobilien und sonstigen Jnveutargegcuständen aus Staatskosten neu aiiSzuftatten; vielmehr hat nur der bestehende Zustarw be
teten Ersuchen entsprechen, und daß eS somit bet der großen Anzahl von Betrieben, auf welche die Erhebungen sich erstrecken, gelingen werde, trotz des verhältnismäßig kurzen Zeitraums ein immerhin wertvolles Material zu gewinnen. Von großem Werte würde eS noch sein, wenn das Formular von denjenigen Unternehmern, welchen das erforderliche Material zu Gebote steht — das namentlich da, wo Unfall-Journale geführt werden, der Fall sein wird — auch sür die Vergangenheit und zwar soweit zurück, als es mit Sicherheit geschehen kann, ausgefüllt würde. — Die theologische Fakultät hiesiger Universität steht sich auf Veranlassung der vorgesetzten Behörde zu folgendem Erlaß verpflichtet: daß Studierende der Theologie, welche nicht mit der erforderlichen Kenntnis des Hebräischen die Universität bezogen haben, sich das Zeugnis der Reife für diesen Unterrichtszegenstand durch eine Prüfung bei einer königlichen wissenschaftlichen Prüfungs-Kommission nachträglich erwerben und von diesem Zeitpunkt an noch fünf Universitäts-Semester auf das Studium der Theologie verwenden müssen. — Auf die Bemerkung der „Volkszeitung", welche die Beseitigung der ganzen Maigesetzgebung fordert, um dadurch e.ne ganz neue und gesunde politische Situation zu schaffen, erwidert kaö „Deutsche Tageblatt«: „Vielleicht ist dieses Anerbieten das Resultat der zahlreichen Konferenzen, welche gegen den Schluß der Reichstagssession zwifchen den Herren Abgeordneten Dr. Windthorst und Ludwig Löwe stattgefunden haben.« Die „Germania" bestreitet diese Konferenzen und schreibt: „Man müßte dann je die laufenocn Geschäfte des Reichstages betreffende Unterredung von Abgeordneten verschiedener Fraktionen mit diesem solennen Ausdruck bezeichnen wollen. Das „Deutsche Tageblatt" sucht offenbar die Meinung zu verbreiten, als läge ein Abkommen zwischen der Fortschrittspartei und dem Centrum vor; wir widersprechen dieser Unterstellung auf das Bestimmteste, verhehlen aber dem konservativen Blatte durchaus nicht, daß uns unter Umständen ein Fortschrittsmann, welcher die Maigesetze beseitigen will, lieber ist als ein Konservativer, der mit allerlei schönen Worten die schwächlichste Haltung verbindet.« Die „Kreuzzeitung" fragt die „Germania", ob man etwa meint, daß die Anbahnung eines Bündnisses mit der Fortschrittspartei in diesem Augenblicke der Erfüllung des dringenden Wunsches nach Beseitigung des Kulturkampfes sörcerlich sein könnte. Die Insinuation, daß die Regierung augenblicklich die Kirchenpolitik nicht als dringliche Angelegenheit zu betrachten scheine, ist wohl weiter nichts als ein Wahlmanöver. Es fragt sich aber, ob der Beseitigung des Kulturkampfes, wenn es der „Germania" wirklich darauf ankommt, mit solchen Manövern gedient wird. — Präsisent Garfield hat im ganzen zwanzig neue Konsuln ernannt, von denen drei auf Deutschland entfallen. An Sülle des Generalkonsuls in Berlin, Herrn H. Kreißmann,
Moskwa bei Borodino, unweit Moskau, Stand, um womöglich ihre Hauptstadt durch einen Sieg über den Feind zu retten. Napoleon, dem die ganze Armee sich zu langsam fortwälzte, hatte, die beiden meist aus Preußen und Oesterrcichern bestehenden Flügel weit hinter sich lastend, mit der Hauptarmee die Schlacht gewagt, die bald mörderisch hin und her wogte.
Alexander stand schon im 15. Lebensjahre, er war groß, schlank und kräftig gebaut, und seine großen blauen Augen blitzten so kühn in die Welt hinaus, baß wohl niemand an seinem Mute zweifelte.
Von seiner ersten Kindheit an gewöhnt, alle Strapazen der Märs.! e und des Lagerlebens, jede Witterung, jede Jahreszeit, Hitze und Kälte zu ertragen, war sein Körper abgehärtet, seine Muskeln und Sehnen ungemein zäh und kräftig. Wir werden uns daher nicht wundern, wenn wir unseren Alexander bei Borodino in voller kriegerischer Thätigkcit finden. Allerdings war er zunächst nur als Tambour angestcllt, aber das war ihm gerade recht; mit dröhnendem Trommelwirbel stürmte er voran, und die alten Krieger hätten sich geschämt hinter dem mutigen feurigen Knaben zurück zu bleiben.
In dem Gewozc der Schlacht geriet Alexander in die Nähe des Kaisers, doch sah er es in seinem Eifer nicht; der Kaiser indessen, der bald hier, bald dort erschien, hielt sein Pferd an und folgte mit den Augen den Bewegungen des Kleinen Tambours. Jetzt war das Gedränge um diesen her stärker, eine Schar Russen hatte sich Bahn gebrochen und hatte im Augenblick die Uebermacht; die Franzosen prallten vor dem heftigen Angriff zurück — entrüstet wendet sich Alexander um, da erblickt er den Kaiser, der zornig dreinschaut, der Knabe reißt rasch einem zu seinen Füßen
Snjeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte- sowie dAmwncen-Bureaur von ®. 8 Daube & So. in Frankfurt a. M; Jägerstche Buchhandlung daselbst; tzerwann'Ichk Buchhaadl. daseidst; Jnvotwendaat in Serkin; to LhieneS In fllbttfclb; (i. Schlotte in
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