c
er
i» toij
*
derLi
ibtl.
ä 15
ch>
bürg,
$81.
t SS
ISS
legt i1 lierbn
Steil um t
106
100
86
76
Nr^z esuchi
dem! kennu den I ü lief nach en, st : ven
l 1O< 106
101
100
: 101
106
101
101
rat
ier)
.ntersu le für Malzo s (14, e M
sg-
trg J=
lerSic S höchf ich, ui mit®
Licht, lachD
jöft g! Bl. Z Mi, ylen vtz 3,20 i co jt
Jliarßurg, Sonntag, 17. Juli 1881.
jj-, $6S.
xvi. )adW,s
ä,sä Sfcss? •-«ui unb Hannover; JC,.
a toi" k.; Rudolf H Äerli», Fr«ut.
fnrt -- M. »«.
^tt^u/erey b^flen ft'UrtoVft»
An,eigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte# sowie dAnnoncen-Buream Mn E L Daube &6e. in Frankfurt a. M; Jüger'schr Buchhandlung befelbftj; Hermam»'schc Buchhandl. daselbst; Jnvalidendani in Berlin: ®. ThieneS in «derfelb: <L Schlotte Iw
Bremen
Seid einig!
Wie der sterbende Attinghausen in Schillers „Wilhelm 2^" den Eidgenossen ein dreifaches: „Seid einigI" zuruft, so ermahnt auch ein Organ der Fortschrittspartei seine Gesinnungsgenossen angesichts der Wahlen dringend -ur Eintracht. Wählerisch brauchen die Wähler gerade nicht zu sein; alles, was liberal heißt, soll in den Bund ausgenommen werden. „Wir können", so lautet die Parole, keinen einzigen Mann entbehren". So wird denn die Hand weit ausgestrcckt: nach rechts hin bis zu Herrn von Bennigsen, nach links hin bis zu — Bebel und Liebknecht. Denn daß die Fortschrittler schon hin und her auch mit den Sozialdemokraten etwas Fühlung gewonnen haben, werden sie schwerlich leugnen können. Ihnen ist jeder willkommen, wenn er nur Opposition macht. Dieselben Leute, die für die Nationalliberalen so oft nur Hohn und Spott hatten, die sich eben so gern als entschiedene Gegner der Sozialdemokratie aufspielten: heute sind sie nach links und rechts hin äußerst liebenswürdig und entgegenkommend. Wir aber hoffen immer noch, daß allen Patrioten die Augen aufgehen werden über dieses unpatriotische, unfruchtbare und gefährliche Treiben der Fortschrittspartei.
Worin sollen denn nun die Liberalen einig sein? Nur in der Opposition gegen Bismarck und gegen die „Reaktion". Bestimmte einzelne Vorschläge werden nicht gemacht. „Wir wollen keine Reformen, wir wünschen, daß allcö beim alten bleibe, mag Handel und Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft darüber zu Grunde gehen": darin läßt sich die ganze fortschrittliche Weisheit zusammenfaffen.
Worauf aber wollen wir Konservativen uns einigen? Nun: Wir sind ja einig. Wir wollen die Macht des Kaisers und seiner Regierung nicht schwächen durch Steigerung der Mehrheitsherrschaft in den Parlamenten, wir wollen das Deutschtum pflegen, damit das Reich ein deutsches bleibe. Wir kämpfen für die idealen Interessen, denn wir wollen dem Volke die Religion in Kirche und Schule erhalten wissen, das höchste Gut, was dem Menschen gegeben ist. In diesem Bestreben wissen wir unS einig mit unserm Kaiser und Könige. Wir sorgen daneben nicht minder für die materiellen Interessen, denn wir wollen durch Wandelung unserer wirtschaftlichen VerMtnisse und unseres Steuersystems den nationalen WoMand heben und dem Volke seine Lasten erleichtern.
In diesen großen Aufgaben sind wir einig. Und eS kommt nur darauf an, daß wir diese Einmütigkeit auch bethätigen. Wir dürfen die Hände nicht in den Schoß legen uno denken, „BiSmarck wird eS schon machen, wenn er nur will". Der Feinde sind zu viele, sie rühren sich eifrig und sind wahrlich in der Wahl ihrer Mittel nicht wählerisch. Darum ans Werk! Nur mit vereinter Kraft kann baß große Werk der Reformen gelingen; nur wenn —-------------- ----- - | j M___—
Musikalisch.
Novelle von Ludovica Hesektel.
(Fortsetzung.)
Der junge Gelehrte zuckte zusammen. Wer war eS, dessen Lachen sie nicht hätte ertragen können! Er strich mit der Hand über die Stirn, als wolle er einen unangenehmen Gedanken verscheuchen, dann schob er einen silbernen Armleuchter näher heran und las, was Sebaste geschrieben. Es waren schlichte in der Form zum Teil ungewandte Verse:
Durch den Wald, durch den Wüld
Tönt des HorneS Klang, O mein Retter, komm' bald Verzaubert harr' ich lang.
Im grünen Wald, int grünen Wald
Die Wipfel rauschen leis :
Der Retter kommt ja bald, Geduld, verwünsch'ne# Reis.
Durch den Wald, durch den Wald Jagt wild der Sturm, Gethan. gethan ist'S bald Vernichtet ist der Wurm.
Im Wald, im grünen Wald Da flüstert es so traut, Ans Herz sank sie ihm bald Die schöne junge Braut-
Durch den Wald, durch den Wald
Klingt süßer Ton, 3 <t
Wie bald, ad) wie bald
Ist er entflohn.
Im Wald, im grünen Wald
Hat Eine ihn gebannt .
Und wiederum wie bald
Verjüngt ihn Meisters Hand. C- ““ -
eß, glücklich durchgeführt wird, kann es Segen bringen. Keine Schlaffheit, keine Halbheit! Keine Vertrauensseligkeit! Nur die vereinte Kraft kann dem Einzelnen und dem Ganzen eine bessere Zukunft anbahnen.
Wochen-Ueverficht.
Seine Majestät der Kaiser ist in Gastein eingetroffen und wird, wie in früheren Jahren, sich der Nachkur da- selbst unterziehen. Eine Zusammenkunft mit dem Kaiser von Oesterreich soll erst gegen das Ende der Kur stattfinden und wird vermutet, daß der Kaiser Franz Josef sich zu diesem Zwecke nach Gastein begeben wird.
Wegen der fortdauernden Befferung im Befinden Ihrer Majestät der Kaiserin ist von der Ausgabe täglicher Bulletins nunmehr abgesehen worden. Selbstverständlich bedarf die hohe Frau noch längere Zeit der Ruhe, doch ist jede ernste Gefahr als beseitigt zu betrachten.
In Kiel ist das englische Nescrvegeschwader am Donnerstag, den 14. d. Nits, glücklich eingelaufen. Der Herzog von Edinburg wurde unmittelbar nach dem Eintreffen des Geschwaders am Boro des „Hercules" von den in Kiel anwesenden Prinzen besucht. Zu Ehren des seltenen Besuchs hat die Stadt Kiel einen festlichen Flaggenschmuck angelegt. Kurz nach der Ankunft fand ein Festdiner im Schlosse beim Prinzen Hein ich statt.
Aus dem Königreich Sachsen ist die erfreuliche That- sache zu verzeichnen, daß bei den kürzlich stattgehabten Ergänzungswahlen zum Landtage den Liberalen von den Konservativen vier Sitze abgerungen worcen sind. Es ist dies ein Beweis, daß auch in den übrigen Staaten des deutschen Reichs die konservative Sache mehr und mehr Anhänger gewinnt, so daß für dieselbe auch bei der bevorstehen m Reichstagswahl die Chancen sich günstig gestalten dürften.
In Baiern haben am 14. Juli die Wahlmänner- Wahlen stattgefunden und mit süß-saurer Miene verzeichnet bereits das Hauptorgan der Berliner Fortschrittspartei die Kunde, daß dieselben ein für die Liberalen recht ungünstiges Resultat geliefert haben dürften. Bis zum Donnerstag Abend waren die Resultate aus 37 Wahlbezirken bekannt, wonach in denselben 185 katholisch-baierische und konservative, jedoch nur vier liberale Wahlmänuer gewählt worden sind.
Die Konfiskation einer ganzen Reihe von Blättern in Oesterreich geben unseren liberalen Organen noch immer Anlaß zu allerhand Deutungen und Auseinandersetzungen, während ste sonst das liberale Regiment unseres benachbarten Kaiserstaates nicht genugsam zu loben wußten. Es darf daö aber um so weniger Wunder nehmen, als bekanntlich die Preßfreiheit für unsere liberale Journalistik von jeher ein Gebiet war, auf dem ste sich in ungebundenster und ungezügeltester Weise tummeln zu lönnen
Durch den Wald, den Märchenwald Glaub' ich zu gehn, Wenn Deine Weis« hallt Kann ich Dich recht verstehn?
„Ja wohl hast Du ihn recht verstanden," flüsterte Bruno dem bleichen Mädchen zu, „was ich da spielte' waren Schumanns Märchenbilder, opus 113 würden ste auf dem Konzertprogramm hinzusetzen, und sie sagen, Du seiest nicht musikalisch, kann sein, daß es Dein Ohr nicht ganz ist, Deine Seele ist es, und diese süße, poetische, musikalische Seele, Sebaste, willst Du sie mir nicht geben?"
Er hatte ihre Hand ergriffen, eß beachtete sie niemand, denn ein berühmter Klavier - Virtuose spielte eben eine Beethovensche Sonate.
„Ehrensried, lieber Freund, stammelte daß Mädchen, „Sie Haden meine Seele von einem Banne erlöst, der Jahre ste umschlossen hielt, wie die eisernen Reifen daß Herz des treuen Heinrich im Volksmärchen, aber sie kann die Ihre nicht werden, denn sic gehört einem anderen."
„Sebaste!" Der schmerzliche Aufschrei ging unter dem Fortissimo des Spielenden verloren. Eine einzige Thräne hing brennend an ihrer Wimper, ste rollte langsam nieder, während sie mit zitternden Lippen weiter sprach: „Dieser andere ahnt nichts davon, er liebt mich nicht und wird wich nie lieben, aber ich kann ihm nicht untreu werden."
„Sebaste," sprach er schmeichelnd, „Feuer ohne Nahrung erlischt, aber an anderen zündet eß sich an; sei dennoch mein, ich will werben um Dein Herz, bis sichs mir zumigt, und will nicht klagen wenn es auch jahrelang dauert."
„Mit so wenig wollen Sie sich begnügen," sagte sie erstaunt.
„Ich werbe einst mehr erhallen," entgegnete er fest,
wünschte. — In Wien hat die Proclamativn des Fürsten Alexander von Bulgarien sowohl, als auch daß Votum der bulgarischen Nationalversammlung große Befriedigung hervvrgerufen.
Bezüglich der Unruhen, welche in Rom gelegentlich der Ueberführuug der Leiche Pius IX. stattgefunden haben, ist eine strenge Untersuchung eiugeleitct worden. Mehrere Personen, welche sich an den Ruhestörungen beteiligten, wurden bereits dem Zuchtpolizeigericht vorgeführt.
Während aus Paris größtenteils nur telegraphische Meldungen über die am 14. d. Mts. stattgehabte Feier des Nationalfestes vorliegen und Kunde von dem allgemeinen Festjubel geben, lauten die Berichte auS Afrika den Franzosen keineswegs günstig. Man nimmt allgemein an, daß daselbst demnächst sehr ernste Ereignisse für Frankreich eintreten dürsten.
Nach einem Privat-Tclegramm der „Post" aus London vom 14. Juli ist die herkömmliche Feier dcS JabreS- tageS der Schlacht an der Boyne im Norden Irlands, in welcher im Jahres 1690 der protestantische Wilhelm III. den vertriebenen Jakob II. besiegte, in diesem Jahre nicht ohne Reibungen zwischen Protestanten und Katholiken verlaufen. In Belfast demolierte der katholische Pöbel ein protestantisches SchulhauS. In anderen Stadtteilen wurden protestantische Processionen von Katholiken mit Steinen beworfen. In Consett wurde gleichfalls die protestantische Processton angegriffen. Es kam zum Hand- gemenge, während dessen Schüsse geworfen wurden.
Aus Rußland berichtet der Telegraph über neue Judenverfolgungen, die eine größere Zahl von Berhaf- tungerr nach sich zogen. Der Schauplatz dieser neuesten Ausschreitungen war Perejaslaw und sind daselbst 60 Personen gefänglich eingezogen worden.
Der Sultan hat, wie aus Konstantinopel gemeldet wird, die wegen Ermordung des Sultans Abdul Aziz zum Tode Verurteilten zu lebenslänglicher Zwangsarbeit begnadigt.
In Bulgarien ist das neue Ministerium bereits gebildet und va die National - Versammlung die Bedingungen des Fürsten Alexander acceptiert hat, so darf darauf gerechnet werden, daß daselbst vorläufig die Orb- nung nicht gestört wird. Eine von dem Fürsten er- laffene Proctamation hat im Lande überall den besten Eindruck gemacht.
Deutsches «eich.
•• «erlitt, 15. Juli. Der fortschrittlich-sezessionistische Liberalismus hat eine ungemein zarte, fast krankhaft empfindliche Haut: während er seinerseits so» twährend blindlings mit K.ulenschlägen um sich fährt, kann er selber nicht die geringste Berührung veitragen. Ja, selbst wenn er sich nur berührt glaubt, fährt er zuckend empor, aber ge- „treffen Sie nicht gleich eine Entscheidung, Sebaste, lassen eüe mich morgen wiederkommen und sagen Sie mir bann, wozu Sie entschlossen sinb."
Ehe sie eine Antwort geben konnte, hatte ber Spieler geendet und Aveyron trat auf die beiden zu. „Ei, ei, Fräulein Sebaste^, sagte er halb lachend halb ärgerlich, „daß Sie sich nichts aus einer Beethovenschen Sonate machen begreife ich, aber verleiten Sie mir nicht auch noch meinen Freund zu Sünden wider die Tonkunst. Sie sind einmal unverbesserlich unmusikalisch."
„Glaubst Du?" fragte Ehrenfried ironisch, „soll ich Dir Beweise vom Geg nteil geben!"
Er hob baß kleine Notizbuch empor, aber hastig entriß eß ihm Sebaste.
„Warum soll ich nicht sehen, maß mein Freunb zu kennen scheint", fragte Aveyron und fein Auge schien baß Mäbchen durchbohren zu wollen.
„Weil Sie mich auslachen würden", entgegnete ste unbedacht, sie halte vergessen, was ste vorhin zu Ehren- fticb gesagt, dieser aber hatte eß behalten und wurde totenbleich.
„Würde Ihnen das so furchtbar sein", fragte ber Künstler fast spöttisch.
Sie preßte die Lippen zusammen, um nicht aufzuschreien und verbarg das Notizbuch wieder in der Tasche ihres Kleides. Die beiden Männer sahen sich stumm an: eß war nicht der Blick zweier Freunde, eß war etwas zwischen sie getreten, etwas feindseliges, von dem sie sich noch keine klare Rechenschaft ablegen konnten, daß sie aber deutlich fühlten. Und auch Sebaste fühlte cs und wie eine bange Ahnung kam cß über sie.
(Sottfetung felgt)