Lust aber weit weniger abhängig ist. Dieses Problem aufs Zufriedenstellendste zu lösen, ist endlich neuerdings einem Dilettanten geglückt: der Rittergutsbesitzer Harder auf Raufen bei Steinau a. d. O., der sich nur als Liebhaber mit der Mechanik beschäftigte, fand nach vielen Versuchen im rotierenden Torsionspendel den langgesuchten Ersatz. Dieses Pendel besteht aus einer Scheibe, die in ihrem Mittelpunkte an einer dünnen, schmalen und sehr geschmeidigen Stahlfeder senkrecht aufgehängt ist; letztere dreht sich, ohne ihre senkrechte Lage zu verändern, abwechselnd ein wenig zusammen und wieder auf; _ die Pendellinse schwingt demnach analog einer Unruhe für Taschenuhren. Als der einfachste Mechanismus zur Erzeugung einer kreisförmigen hin- und hergehenden Bewegung, bei welcher beide Bewegungsachfen nicht parallel, sondern rechtwinkelig zu einander stehen, stellte sich dem Erfinder der alte Spindelgang dar. Der Spindelgang ist zwar in einen gewissen Verruf gekommen, doch darf das Niemand gegen die Uhr einnehmen, da Harder bei seiner Anwendung der nachteiligen Wirkung, einer raschen Abnutzung, vorzubeugen gewußt hat. Aus eine nähere Beschreibung der Harder- fchen Uhr kann und soll hier nicht eingegangen werden; als Hauptursache ist nur noch zu „ betonen, daß diese Uhr bei einem außerordentlich regelmäßigen Gange innerhalb eines Jahres blos ein einziges Mal aufgezogen zu werden braucht. Dieselbe Kraft also, welche erforderlich ist, etwa eine Pariser Pendule oder einen Freiburger Regulator 8 Tage hindurch im Gange zu erhalten, reicht bei Anwendung des rotierenden Torsionspendel für ein volles Jahr, demnach zur Erzielung eines 50mal größeren Nutzeffekts hin Die durch lange und sorgfältige Beobachtungen bewährte Hardersche Erfindung ist bereits im Deutschen Reiche und in Oesterreich-Ungarn patentiert.
Paris, 6. Juni. Im Hinblick auf die Durchbohrung der Landenge von Panama sind die europäischen Mächte in einen Austausch ihrer Ansichten eingetreten, um die vollständige Neutralisierung des Canals zu erzielen.
Petersburg, 6. Juni. Das „Journal de St. Peters- bourg" sagt in seiner finanziellen Wochenr. vue: Wir glauben zu wiffen, daß das Programm des jetzigen Verwesers des Finanzministeriums demjenigen seines Vorgängers ganz conform ist. Er gedenkt, die Staatsschuld an die Reichsbank zurückzuzahlen, ferner sich mit der Reform des Steuerwesens zu beschäftigen und Wege für die Aufbesserung der Course vorzubereiten, jedoch sorgfältig alle künstlichen Maßregeln zu vermeiden.
F. D.
Zum Marburger Kriegerseste.
(Pfingsten 1881.)
Sei willkommen Bund der Krieger! Seid willkommen! ruft die Stadt, Die zum Gruße Fahnentücher Freudig ausgeh.ffet hat.
Einzug haltet ihr im Frieden;
Lang schon ging der Kampf zur Neig'; Kraftvoll schirmt und schützt hienieden Uns der Kaiser und das Reich.
Seid willkommen, werte Gäste, Hergeeilt aus Stadt und Land! An dem schönen Maienfeste Knüpft noch fester euer Band. Durch die Straßen auf und nieder Schall' der Rus von uns zu euch: Einig fühlen wir uns wieder Unterm Kaiser in dem Reich!
Seid willkommen, Kampfgenossen! Gastlich winkt uns jedes Haus; Keine Schwelle blieb verschlossen; Froher Sinn wallt ein und aus. Laßt gedenken uns der Tage, Da wir kämpften allzugleich, Kühnen Mutes, ohne Klage, Mit dem Kaiser für das Reich.
Seid willkommen, wackre Streiter, Männer aus dem Heflengau! Eurer Ahnen Blut floß leider Auf dem Schlosse, altersgrau, In der Stadt am Bergeshange, Wohl auf jedem Weg und Steig In dem harten Kriegesdrange, Als der Kaiser fehlt' dem Reich.
Seid willkommen, tapste Freunde! Welsche haben hier gehaust;
Welsche, unsres Reiche« Feinde * Haben üppig hier geschmaust.
Als ihr Joch man wollte brechen, Da erlitt man blut'gen Streich. — Lange gab es, Schmach zu rächen. Keinen Kaiser und kein Reich!
Seid willkommen, Waffenbrüder!
Unser aller Wahrspruch sei: Fromm und recht und schlicht und bieder. Von dem Geist der Zwietracht frei, Feindes Uebermut zu dämpfen. Tapfer, aber mild zugleich. Stets bereit, voll Akut zu kämpfen Für den Kaiser und das Reich!
Sei willkommen, Bund der Krieger! Seid willkommen! ruft die Stadt, Die zum Gruße Fahnentücher Freudig aufgehisset hat.
Deutschland darf man nicht mehr höhnen! Deutsche Krieger sind nicht feig, Lassen donnernd „Hoch' ertönen Auf den Kaiser und das Reich!
■tyttrrfftnfc die Hessische Beandveeficherurrgs-Anstalt
daß
Bezirk 19. Kreis Marburg L
[1791
F. Stoll
, 1794]
Redaktion. Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch in Marburg.
Wisker, Bürgermstr., Nordeck.
Preiß, Bürgermstr. Hachborn.
Kuhn, Maurer, Nicderweimar.
M. Wißner, H. II., Zimmerm, Winnen,
M. Müller, J.F.H., Zimmerm., Ämöneb.
„ Graff, F., Maurermstr., das.
B.-J. Brüning, ständ. Baumeister, Marburg;
Kommisfio« A. Fronhause«.
Ruth, Bürgermeister, Bellnhausen.
Breitstadt, Bürgermeister, Haffenhausen.
Wolff, George, Maurer, Argenstein.
Wagner, Ad., Zimmermann, Damm.
Schomber, Ludwig, Zimmermeister, Winnen.
fllon Rr. 129 unseres Blat- tes kaufen wir einige Exemplare ä, 5 Pfg.
Die Exp. d. Oberh. Zeit.
Kommisfio» A. Kirchhaiu-Amöue- bürg.
V. Stamm, Bürgerm. a.D.,Schweinsb.
Dörffler, Universttäts-Kaflen-Rendant, Marburg.
Kommisfio» B. Wetter.
Stuhlmann, Bürgermeister, Weller.
Roselieb, Oekonom, Marburg.
Schilling, Heinrich, Maurer, Wetter. Moog, Jacob, Maurer, Schlagpfütze.
Kommisfio» A. Marburg. Stadt Kommission B. Marburg.
»ttb nächste Umgebung. Amt N.
V. Bang, Chr., Schreinerm, Marburg. Hermann, Bürgermstr., Hermershausen.
M. Döring, Maurermstr., das. §eeie6, Maurermstr., Marburg., , Bayer, Heinr., Zimmermstr. das. Dieffenbach, Zimmermstr., Oberweimar. V.-St. Gerhardt, Bürgrm., Giffelberg.
V.
St.
M.
n
St.
St. zu A., B. und C. Wißner, Friedrich, Zimmermeister, Moischt.
Bezirk 20. Kreis Marburg II.
sogar im höchsten Stadium, beseitigi sicher mit, auch ohne Vorwiffen, unter Garantie der Erfinder d. M. u. Spe- cialist f. Trunksucht-Leidende Th. Kouetzly, Berlin, Bernauerstr.84 Atteste, deren Richtigkeit von König lichen Amtsgerichten und Schulzen- Aemtern bestätigt, gratts. Nachahmer beachte man nicht, da solche nur Schwindel treiben. [1654
/ft ine kleine Wohnung auf sofort W2/ zu vermiethen.
1699]Rosenstraße 8188/*.
Kommission B. Neustadt. Kommission C. Rauschenberg.
Reichenbach,Stadtrathsmitgl.,Neustadt. Bromm, Bürgermstr., Rauschenberg.
~ - ■ - • ■ ■ Volland, CH-, Zimmermstr., das.
B.-J Dörffler, Universitäts Kassen-Rendant, Marburg; St. Brüning, ständ. Baumeister, Marburg.
Kommission C. Marburg. Amt 8.
riedrichshaller natürliches Bitterwasser, unersetzlich wegen seines Gehalts en Chloriden, von den ersten ärztlichen Autoritäten als müd eröffnendes und kräftig auflösendes Heilmittel empfohlen, verdient namentlich bei längerem Gebrauch den Vorzug. Besonders bewährt bei:
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I. V.:
Coester.
[B.-J. --- Bezirks-Jnspetcor; St. — Stellvertreter; V. = Vorstand; M. — weiteres Mitglied.]
Bezirk 18. Kreis Kirchhain.
B.-J. Auth, Steuerempfänger a. D>, Neustadt; St. Bösser, ständ. Baumeister, Ziegenhain.
BekamltMchMg.
Der unterzeichnete Bezirksausschuß bringt hierdurch zur öffentlichen Kennt- niß, daß der Termin zur Wahl eines Abgeordneten der Städte Frankenberg, Amöneburg, Frankenau, Gemünden, Kirchhain, Neustadt, Rauschenberg, Rosenthal, Schweinsberg und Wetter zum Cvmmunal - Landtage für die sämmtlichen vorgenannten Städte auf
Moatag, de« 13. Juni er., Bormittags 9 Uhr, bestimmt worden ist.
Mr ersuchen die betreffenden Wahl- commissionen der betreffenden Städte, die vorstehende Bekanntmachung alsbald in ortsüblicher Weise veröffentlichen zu lasten.
Fraakeaberg, den 1. Juni 1881.
Der Bezirks-Ausschuß.
Namens desselben:
Hoffman«,
Landrath.(1792
stzinem ordentlichen Junge» kann VS' eine gute Lehrliugsftelle nachgewiesen werden. Näheres in der Exped. d. Bl. [1684
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Meinen lieben Stadt- und Landgemeinden bezw. Ortsvorständen des Kreises Kirchhain bringe ich hiermit für das mir als Landrath des Kreises seit 7« Jahrhundert am 1. dss. Mts. bereitete Jubelfest mit seinen mir überaus werthvollen Angedenken, sowie allen Theilnehmern, welche durch ihre Gegenwart mich so hoch ehtten, den tiefge- fühltesten Dank.
Kirchhain, am 4. Juni 1881. 1793)________________Rohde.
Okssentlichtt biblischer Vortrag im Saale des Rathhauses zu Marburg
Mittwoch, de« 8. J««i, Abends halb «(«« Uhr
über Math. 24.
Eintritt frei für Jedermann.
Im Anschluß an meine Bekanntmachung vom 22. Aprü d. Js., betteffend die Neuschätzung, Klassifikation und Tarifirung der bei der Hessischen Brandversicherungs-Anstalt versicherten Gebäude, bringe ich die Bezirksei«, theilnng, sowie die Namen der Jnspektoreu und der Schätzer mit dem Anfügcn zur Kenntniß der Interessenten, ' ' die Einschätzungsarbeiten allgemein am 8. J»»i d. Js. beginnen werden.
Kaffel, am 30. Mai 1881. Der Landes-Direktor in Kessen.
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