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Jliatßutg, Mittwoch, 6. April 1881.
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Ameise» nimmt tmgtgen; rirSrprditio» b.vlattel, sowier-Annoncen-Bureaux von Th, Dietrich L So. in staffel «nd Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; HaaseEeiu & Bögler in ffrank^rt M-, Berlin, LrivriS. CK» r-.; Rusolf Koffr ü> Äerli», Stmtf« für! e. M rr.
OhchkMt jfitmio.
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Die Ex-ed. 0. Oberh. Zeitung.
Deutsches «eich.
verliu, 4. April. Ende voriger Woche empfing Kaiser Wilhelm ein Schreiben des Königs Karl von Ru- mänigt, durch welches dieser die Erhebung Rumäniens zum Königreich durch Beschluß der rumänischen Kammern anzeigte. Außerdem wurde hier am 1. d. M. dem Auswärtigen Amt das vom 16/28. März datierte Rundschreiben übergeben, von dem rumänischen Minister des Auswärtigen an die Gesandten Rumäniens im Auslande gerichtet, zur Mitteilung an die verschiedenen Regierungen bestimmt, das dieselbe Anzeige der Erhebung Rumäniens zum Königreich kraft des Kammerbeschlusses und des verkündeten Gesetzes in amtlicher Form enthält. — In den beiden letzten Sitzungen der Petitions-Eommission deö Reichstags wurden die auf Aufhebung des Impfzwanges gerichteten Petitionen unter Teilnahme des Direktors des Reichsgesundheitsamts, Herrn Dr. Struck, beraten. Aus den sehr eingehenden Verhandlungen ergab sich, daß eine Minderheit der Kommission die Frage der Aufhebung des Impfzwanges für discutierbar hielt und deshalb die Einsetzung einer Kommission unter Zuziehung von Gegnern des Impfzwanges zur Untersuchung der einschlägigen Fragen befürwortete. Die Mehrheit der Kommission hingegen war der Ansicht, daß alle in den Petitionen vorgebrachten Gründe bereits genügend vor dem Erlaß des Jmpfgesetzes gewürdigt seien, und daß cs deshalb zur Zeit durchaus unzulässig sei, den Impfzwang selbst in Frage zu stellen. Dagegen erkannte die Mehrheit oer Kommission unter Zustimmung des DirettorS des Rcichsgesundheitsamts an, daß eine genaue Statistik bezüglich des Impfens erforderlich sei, auch die Ausführung des Jmpfgcfetzes verbessert werden müsse. Indem nun die Kommission mit Befriedigung von der Erklärung des Herrn Dr. Struck Kenntnis nahm, daß auf eine möglichste Vermehrung der Kuhlymphe unausgesetzt Bedacht genommen werde, auch mit Erfolg Versuche von feiten des Reichsgesundheitsamts auf längere Konservierung der Kuhlympbe angeftellt seien, beschloß die Kommission unter Ablehnung aller weilergehenden Anträge, beim Plenum
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Fred«.
Roman von Emily Cameron. Deutsch von August Frenzel. (Autorifirte Uebersetzung.) (Fortsetzung.) 29. Kapitel.
Ellinors Traum.
„Mark!"
„Liebe Freda!" er streckte freudig die Arme nach mir auS; in feinem strahlenden Antlitz war kein Zagen und Befremden, nur große, vollbewußte Freude.
Mein armes, schwaches Herz pochte ungestüm und verwirrte mich so sehr, daß ich alle guten Vorsätze und meinen ganzen Zorn vergaß. Am liebsten wäre ich ihm ja entgegen geflogen, aber ich suchte nach einem Vorwurf und trat zurück.
„Freda — haben Sie mir nach all dieser Zeit nichts zu sagen?"
„Wie haben Sie mich hier gefunden?" fragte ich zitternd.
„O Kind, ich habe Sie schon seit lange gefunden! ES find Wochen, nein Monate, daß ich Ihre Spur verfolgt habe."
„Aber warum —*
„Warum?" — Er nahm meine Hand, führte mich zu einem Stuhl und setzte sich mir gegenüber. „Ich habe auf eine solche Gelegenheit gewartet, um Sie allein zu finden und ohne Zeugen mit Ihnen zu sprechen.
„Wir sind nicht allein", sagte ich, auf das Zimmer deutend;, in welchem Ellinor schlief. „Dort schläft meine Kranke."
den Antrag zu stellen, die Petitionen mit dem Ersuchen dem Reichskanzler zur Kenntnisnahme zu überweisen, daß bezüglich der Erfolge des Impfgesetzes genaue statistische Erhebungen angeftellt und wegen einer erfolgreichen Beaufsichtigung der Jmpfärzte Ermittelungen gepflogen werden. Die Kommission wird durch den Abg. Dr. Thilenius schriftlichen Bericht erstatten. — Daß die Fortschrittspartei bei ihrer Wahlagitation besonders auf Schlagwörter Gewicht legt, ist bekannt. Während sie früher einmal die bekannte Parole: „Diesem Ministerium keinen Mann und keinen Groschen!" ausgab und dann wieder das eben so bekannte: „Zweihundert Millionen'neuer Steuern!" auf ihre Fahne schrieb, soll, einem on dit zufolge, der Schlachtruf für die diesjährige Wahlcampagne u. a. auch: „Alles durch die Diktatur!" lauten. Es wird gut sein, schon jetzt die Bevölkerung auf den Galimatias aufmerksam zu machen, durch den die Fortschrittspartei bei den diesjährigen Wahlen dieselbe für ihre destruktiven Zwecke einzufangen gesonnen ist. — Man will in letzter Zeit eine bedeutende Annäherung zwischen der Fortschrittspartei und der Socialdemokratie, namentlich zwischen den Vertretern dieser Parteien im Reichstage bemerkt haben. Wir haben nie daran geglaubt, daß die Verwandtschaft zwischen den genannten Parteien so entfernt fei, wie die Fortschrittspartei dies wiederholt darzuthun suchte. — Beim Reichskanzler Fürsten Bismarck findet heute Abend eine parlamentarische Soiree statt, zu welcher zahlreiche Einladungen an die Mitglieder deö Reichstags ergangen sind.
Berlin, 4. April. Nach der bereits anderweitig mitgeteilten Nachweisung der zur Anschreibung gelangten Einnahmen an Zöllen und gemeinschaftlichen Verbrauchssteuern im deutschen Reich für die Zeit vom 1. April 1880 bis zum Schlüsse des Monats Februar 1881 betrug die Einnahme nach Abzug der Bonifikation auf gemeinschaftliche Rechnung für die Reichskasie 317 324 227 M., welche Summe ein Plus von 46 726 965 M. gegen die Einnahme in demselben Zeiträume des Vorjahres darstellt. Vergleicht man diesen Betrag mit demjenigen, welcher sich bis zum Schlufie des Monats Januar 1881 aus den Einnahmen ergeben hatte, also einen Plus von 42 351486 M. gegen das Vorjahr, so stellt sich in der Einnahme bis Februar 1881 ein Mehr von 43 754 79 M. heraus, so daß also ein abermaliges Steigen zu konstatieren ist. — Mit dem 1. April ist das Gesetz vom 19. März d. I., betreffend die Abänderung von Bestimmungen der Kreisordnung und die Ergänzung derselben in Kraft getreten. Dasselbe fügt bekanntlich einzelne Bestimmungen des Zuständigkeitsgesetzes vom 26 Juli 1876, sowie des fünften Abschnitts des zweiten Titels der Provinzialordnunz, von 1875, welche sich ausschließlich auf Angelegenheiten der Kreise, der Amtsverbäude und der Landgemeinden beziehen und Abänderungen oder Ergänzungen der Kreisordnung
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„Ja so", erwiederte er leise, „ich weiß. Ich habe meine Kundschafter."
Hier im Hause? O!" rief ich unwillig.
Aber er lachte. —
Nicht eigentlich hier im Hause. Ich habe in Kaneton gewohnt und den Schäfer des Löwenwitts zum Kundschafter erkoren. Ist das so böse? Er treibt seine Heerde bis hier hinaus und hat, so viel ich weiß, eines Ihrer Hausmädchen zur Vertrauten. Seine Nachrichten waren trotzdem sehr dürftig; mit Sicherheit konnte ich nie erfahren, ob Kaneton-Scars wirklich Miß Freda Clifford birgt oder nicht. Er ist in der Thal ein tölpelhafter Bursche und um meine Guineen mehr, als um das bemüht, was ihm aufgetragen ward. — Schon vor Monaten hatte ich die Absicht, Miß Fairbank einen Besuch zu machen und beauftragte ihn, mich anzumelden; er verlor jedoch meine Sorte und kam unverrichteter Sache wieder.
Ich wurde dann nach Irland abgerusen, und so erging mirs stets: es schien oft, als sollte ich ne dazu kommen, Sic wieder zu sehen; jeder Versuch wurde vereitelt. Heute — nachdem ich gehört, daß Ihre Kranke wohler sei — hatte ich mir vorgenommen, alles zu wagen — und nun habe ich Sie endlich wieder."
Er sprach mit so vieler glücklicher Sorglosigkeit und nahm bei diesen Worten meine Hand und küßte sie mit solcher Wärme, als seien die unübersteiglichen Schranken zwischen uns alle weggeräumt.
Aber ich konnte nicht froh sein; ich fühlte nur vages Erstaunen und unbestimmte Angst darüber, daß Mark Thistleby und ich so von Angesicht zu Angesicht zu einander sprachen.
„Sie sind schon früher hier gewesm?" fragte ich.
enthalten, in letztere systemattsch ein und ist dazu bestimmt, dieselbe unter glcichzcittgcr Aufnahme sonstiger, teil« dem praktischen Bedürfnis entsprechender, teils durch die neue Gesetzgebung, insbesondere durch das Gesetz über die Organisation der allgemeinen Landesverwaltung von 1880 bedingter Aenderungen, zu einem übersichtlichen Ganzen zu gestalten. Ueber das Verhältnis der nunmehr in neuer Fassung in Kraft tretenden Kreisordnung zu dem Zustän- digkeitsgesetz hat der interimistische Minister de« Innern sich in einem Erlaß vom 26. März eingehend ausgesprochen. — Mit dem 1. März d. I. ist die Redaktton der „Beihefte zum Marineverordnungsblatt" von dem Kapstän zur See, Grafen Schack von Wittenau-Dankelmann an den Kapitän-Lieutenant von Ehrenkrook übergegangen, welcher im Aprilheft interessante Rückblicke über den Stand de« chilenisch-peruanischen Krieges im März 1880 veröffentlicht. — Zum Bibliotheksverwalter in der Admiralität ist der Korvetten - Kapitän a. D., Hoffmann, vom 1. April d. I. ab in Funktion getreten.
Breslau, 4. April. Die „Schlesische Presse" meldet aus Beuchen: Die Steinkohlengrube „Florentine" ist gestern in Brand geraten, Verlust an Menschenleben ist nicht zu zu beklagen, dagegen sollen 150 Gruben - Pferde erstickt sein.
Bochum, 31. März. Die Handelskammer hat an dm Fürsten Bismarck folgende Gratulations-Adresse gerichtet: „Euer Durchlaucht erlaubt sich die gehorsamst unterzeichnete Handelskammer der Kreise Bochum zum sechöund- sechzigsten Gcburtsfeste ihre wärmsten Glückwünsche hierdurch ehrerbiettgst darzubringen. — Die vaterländische Industrie weiß es Euer Durchlaucht innigen Dank, daß sie unter der Machtstellung des Reiches im Verträum auf dauernden Frieden wieder den Mut finden konnte, zu neuem kräftigen Schaffen und daß auf den mannigfachsten Gebieten deutscher Gewerbethätigkeit wieder Hunderttausendm fleißiger Hände lohnende Arbeit gesichert ist, seit eS Eurer Durchlaucht energischem Eingreifen gelungen, unsere Landes- grenzen zu schützen gegen die verderbliche Ueberproduktion bevorzugter Länder. — In dem festen Vertrauen, daß eS Euer Durchlaucht Weisheit auch gelingen wird, mit der verdienstvollen Fürsorge für daS Wohl der Arbeiter die notwendige Schonung der gewerblichen Hülfsmittel der Nation glücklich zu vereinen, spricht die Handelskammer einmütig die Hoffnung aus, daß Euer Durchlaucht die in den jüngsten parlamentarischen Kämpfen bewährte geistige und körperliche Frische noch Jahre lang unvermindert erhalten bleiben möge, zum Ruhm und Segen des Vaterlandes, ressen politische und wirtschaftliche Wiedergeburt Euer Durchlaucht unsterbliches Verdienst ist."
Ausland.
Nom, 4. April. (Kammer.) Das Finanzexpofs des
„Ja!" lachte er, das erste Mal bin ich hier eingeftiegen wie ein Dieb, über die Mauer hinweg und habe eine abscheuliche Nacht — o nein, doch nicht! — eine segensvolle Nacht dort in dem Gewächshause zugebracht. — Ich hatte mich auf der Jagd verspätet, war irre gelaufen und zuletzt hier an den Hof geraten. Das Thor war schon verschlossen und alles schien in tiefem Schlafe zu liegen; da kletterte ich über die Mauer, sand im Garten daS Gewächshaus offen und quartierte mich dort ein, unter den Farren und Palmen, Lotosblumen und Orchideen. Ich hatte keine Ahnung, daß ich Ihnen so nahe sei, wenn Ihre Spur auch in diese Gegend führte und ich darum hier war. An jenem Morgen, — so tarn es — ging ein Mann hier durch den Gatten, im Pelzrock, mit der Jagdflinte über dem Rückm — daS war ich!"
„Sie, Mark!" rief ich erstaunt und erinnerte mich wieder lebhaft jenes Morgens.
„Ja! die Hunde bellten wüthend im Hofe, da ward im oberen Stock plötzlich ein Laden geöffnet und eine junge Dame, im Morgenkleid und Morgenhäubchen, dutchspLhte das Terrain sehr eifrig — daS waren Sie Freda! Nun hatte ich dm rechten Weg; frellich hatte ich Sie nicht mit Sicherheit erkannt, aber ich hoffte mich bald zu überzeugen. Das allerdings hat lange gewährt."
Ich fetzte mir Stück für Stück des Rätsels zusammen, welches et mir enthüllte und doch — obwohl die Wahrheit hier so nahe war — erriet ich sie nicht!
„O, weßhalb sind Sie gekommen? Was kann es Jhnm nützen, daß Sie mich gefunden haben?" fragte ich vorwurfsvoll. „Ist das Asyl, das mir geworden ist, Ihnen so wenig heilig?"
„Mein Liebling!" sagte er, „ich bin ja frei."