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Sr. 80.

Jliarßurg, Dienstag, 5. April 1881.

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inxriacn nimmt entgegen. tzWAiti->ld.0latter, sowie d-Amwucen-Bureaux von TS, Dietrich & 6o. in Raffel und Hannover; Lh. Dietrich in Frankfurt aJDL; öaasenstrin L Bögler in ZroE-rt « M., Berlin, geipjig- 6613 tu; Rudolf Kioac in Berlin, gten!» feit «. M re.

(Oliciljcffifdjr jfitmig

Anzeigen nimmt! entgegen die Expedition d. Blattes sowie d.Amwncen-Bureaux von L- 2- Daube L Lo. in Frankfurt a. M; Jägerische Buchhandlung daselbst!; Heruumu'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalidendmck in Berlin; W- Thienes in «berfetd: L. Schlotte in

Bremen.

«rschrmt täglich außer an den Werktagen nach Som,. «ntz Feiettagen. Preis für das Quattal mit der wöchentlichen BeilageJlnstrirte» eonnta,»»l«tt" durch die «xpeditton («och'sche Buchdruckerei) bezogen Sh Wart, durch bie Postämter deS Deutschen Reiches 2 Wart 50 Pf,. (e$cl. Bestellgebühr). - JnsertionSgebühr für die gespaltene Zelle 10 Pf». Für in bei Expedition zu ertheilende Auskunft und Annahme von Adresien werden 25 Pfg. berechnet-

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Die Exped. d. Oberh. Zeituug.

Der Kamps gegen die revolutionäre Propaganda.

Der scheußliche Kaisermord in Petersburg hat zum Entsetzen aller Halbwegs ordentlichen Menschen bei der revo­lutionären Gesellschaft, welche über die ganze zivilisierte Welt verbreitet ist, einen ungeheuren Jubel erweckt. In wahrhaft wahnsinniger Weise haben sie denselben als eine Heldenthat, einen Sieg gefeiert und haben dabei zugleich mit weiteren Fürstenmorden gedroht. Deutsche, im Aus­lande lebende Sozialdemokraten, welche sogar in Deutschen Wahlkreisen als Abgeordnete in den Reichstag gewählt wurden und von denen der eine heute noch jederzeit, wenn er zurückkehrte, seinen Sitz im Reichstage einnehmen könnte, haben sogar dabei in den abscheulichsten Ausdrücken auf unseren lieben alten Kaiser Wilhelm hingewiesen. Es ist ferner bekannt geworden, daß die russischen Nihilisten namentlich in der Schweiz eine Art Hauptquartier haben, von wo aus die Mordpläne ausgegeben werden und wohin die Mörder flüchten, wenn sie entwischen können. Das Asylrecht ist ein altes Recht und darf in seiner Allgemein­heit auch nicht aufgehoben werden. Es hat immer Asyle gegeben; in alter Zeit waren es heilige Gebäude wie Tempel oder auch gewisse Orte, und es wird jetzt niemand tadeln, daß in Deutschland den verfolgten böhmischen, salzburger und fran­zösischen Protestanten (Hugenotten) ein Asyl geboten wurde; und daß auch so mancher jugendliche Brausekopf, der sich in aufgeregten politischen Zeiten gegen die bestehende Ord­nung vergangen hat, aber ohne ein gemeines Verbrechen zu begehen in anderen Ländern ein Asyl findet, wird man nicht tadeln wollen. War doch der jetzige Geheime Ober - Regierungsrat Lothar Bucher, der erste Rat des Reichskanzlers, einst ein solcher politischer Flüchtling; welcher in England ein Asyl suchte und fand. Etwas anderes aber ist eS mit solchen, welche einen Fürstenmord begangen haben, oder als Komplizen der Mörder überführt sind. Mord ist Moro, ob er an einem Bettler oder an einem Fürsten begangen wird. Und es hieße geradezu den ver­werflichen Grundsatz: der Zweck heiligt die Mittel, sank­tionieren, wenn man den Fürstenmördern, welche wohl einen

Freva.

Roman von Emily Cameron. Deutsch von August Frenzel.

(Autoristtte Uebersetzung.) (Fortsetzung.)

Ihre nächste Bemerkung contrastiette dann wieder so eigentümlich, daß ich in Lachen ausbrach.

Die braune Seide hier am Blattstiel haben Sie aber entschieden um mehrere Töne zu dunkel genommen«, bemerkte sie eifrig und ohne das geringste Bewußtsein ihrer extremen Ideen.

Welch sonderbares Mädchen Sie sind, Ellinorl den Moment zuvor wenden Sie Hesekiels düsterste Prophe- ziehungen auf sich an und jetzt eifern Sie über eine all- tägliche Arbeit."

Ich glaube nicht, daß das sündhaft ist."

O nein; aber Sie schienen so in Trauer ver­sunken"

Ich wollte nicht traurig sein Gottes Wort macht mich nie traurig. Manchmal denke ich an die Vergangen­heit an ihn und das betrübt mich; aber die Bibel, o nie!"

Wissen Sie", begann sie wieder, nachdem wir einige Augenbicke, in unsere eigenen Gedanken vertieft geschwiegen hattenich bin ganz sicher, daß ich meinen Gatten Wiedersehen werde, ehe ich sterbe. Ich habe drei Nächte hinter einander davon geträumt. Die beiden ersten Male erschien alles unbestimmt und undeutlich, ich konnte ihn kaum erkennen aber ich wußte', daß er da war; ver­gangene Nacht jevoch sah ich ihn, o! so deutlich. Es war in jenem Zimmer er saß gerade dort vor Ihnen, Freds."

politischen Zweck mit ihrem Morde verbinden, ein freies Asyl im Auslande gewähren wollte, während alle anderen Mörder und gemeine Verbrecher an das Land ausgeliefert werden, in welchem sie das Verbrechen begangen haben. Es hieße. geradezu den Fürstenmord privilegieren und die Fürsten für vogelfrei erklären, wenn man den Fürsten­mördern Asyle gewähren wollte zumal bei der heutigen Leichtigkeit, in kürzester Zeit aus einem Lande ins andere reisen zu können. Das darf nicht geduldet werden; das verlangt die Gerechtigkeit und Sicherheit der Staaten, welche ja so eng mit der Person der Fürsten verbunden ist. Es ist deshalb in letzter Zeit auch in Reichstagskreisen, und wie man sagt, in Uebereinstimmung mit dem Reichskanzler diese Sache in angriff genommen worden. Vertreter aller Fraktionen haben mehrfache Verhandlungen darüber ge­pflogen, über welche folgendes zu berichten ist. Anfangs dachte man daran, den Verkehr mit Sprenggeschossen, wie Dynamit, zu beschränken; allein, man überlegte sich, daß das wenig Erfolg verspreche, weil bei ter heutigen Aus­breitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse die Herstellung von Sprengstoffen gar nicht überall kontrolliert werden könne. Man verließ deshalb die desfallsigen Anträge und lenkte die Aufmerksamkeit auf die Beschränkung des Asyl­rechts. Die Abgeordneten Beseler und Graf Frankenberg stellten folgenden Antrag:

Den Kanzler zu ersuchen, im Wege internationaler Verträge dahin zu wirken, daß der Mord zu politischen Zwecken als gemeines Verbrechen zu behandeln sei und ebenso die Verabredung Mehrerer zum Morde als Mord­versuch behandelt werde. (Der letztere Satz rührt von Herrn v. Frankenberg.) Der Abgeordnete Graf Bismarck beantragte,den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, daß in Gemeinschaft mit den übrigen Staaten Maßregeln ergriffen würden, welche derartige Meuchelmorde wie das jüngste Petersburger Verbrechen verhindern." Der Abge­ordnete Windthorst beantragte,den Reichskanzler zu er­suchen, auf eine Vereinbarung mit den Regierungen anderer Staaten hinzuwirken, wodurch jeder solcher Vereinbarung beitretende Staat sich verpflichtet: a. den Mord oder den Versuch des Mords, welcher an dem Staatsoberhaupt eines der Vertragsstaaten verübt worden ist, b. die zwischen mehreren Staaten getroffenen Verabredungen des unter a. be­zeichneten Verbrechens, auch wenn es zum Beginn dieses Ver­brechens nicht gekommen ist: c. die öffentliche Aufforderung zu dem unter a. bezeichneten Verbrechen sowohl gegen seine eigenen Angehörigen, als auch gegen die in seinem Gebiete sich aufhaltenden Fremden mit Strafe zu bedrohen; ä. einen in seinem Gebiete sich aufhaltenden Ausländer, welcher das unter a. bezeichnete Verbrechen begangen Hot, aus Ansuchen der Regierung des Heimatstaates an letzteren auszuliefern."

Am Freitag Morgen hoben die Fraktionen die Frage

Ich wendete mich bei diesen Worten unwillkürlich um, und blickte in das kleinejGemach. Ein scheidender Sonnen­strahl fiel zitternd durch das Fenster bis zu uns herüber.

Ich sah ihn ganz gut, er sah so schön wie immer an«. Ich rief ihnaber er sah mich nicht; er hielt Sie für mich, und streckte nach Ihnen seine Arme aus, mich sah er gar nicht dann wurde alles dunkel um mich her und als ich mieser aufsah, war er fort. Große Angst quälte mich, o! es war arg"

Sie bedeckte ihr Gesicht mit den Händen und weinte.

Ihre eigentümliche Laune machte mich besorgt. War sie der Beginn eines neuen Krankheitsanfallcs? Ich that mein Bestes um sie zu trösten und zu beruhigen.

Denken Sie nicht daran, liebe Ellinor; wer glaubt denn an Träume? Das ist ja alles Thorheit. Soll ich Ihnen etwas vorsingen?" Ich sprang auf, las meine Wolle und Seide zusammen und ging an das Piano.

Ich will Ihnen etwas Hübsches und Lustiges singen", sagte ich;wir haben uns heute lange genug mit Hirnge- spinsten abgegeben."

Meine Finger wanderten einen Augenblick müssig über die Tasten, dann begann ich halb unbewußt jenes Lebe, kleine, koquette Lied, das ich so oft in glücklicheren Tagen gesungen hatte:

»Jung Jockey war der schönste Bursch,

Von unfern Burschen allzumal, Wie fröhlich pfiff er, wenn er ging, Wie lustig tanzt er in der Hall'. Er sprach, mein Bäckchen sei so rund Und meine Taille sei so schmal Da kam mein Herz mir in den Mund, Ich glaub' ich mußt' es selbst 'mal."

der Beschränkung des AsylrechtS noch einmal beraten, und es wurde der Antrag Windthorst von den Vertretern des CentrumS, der Konservativen, Nationalliberalen und Polen, denen sich nachträglich auch die Sezessionisten und der Fort­schritt zugesellten, mit der einzigen Aenderung angenommen, daß unter d. stattauf Antrag des Heimatsstaates" gesetzt wird:auf Antrag deS Staates, in welchem das Verbrechen verübt ist". Der Antrag ist auch bereits im Reichstage eingebracht und trägt folgende Unterschriften:

Dr. Windthorst, Frhr. v. Franckenstein und Frhr. von Schorlemer-Alst (Centrum), v. Bennigsen und Dr. Mar- quardsen (nationalliberal), Theodor Graf zu Stolberg- Wernigerode und Ackermann (deutsch - konservattv), Graf von Frankenberg und Dr. von Schwarze (freikonservativ), Dr. Hänel und Richter-Hagen (Fortschritt), Frhr. Schenk von Stauffenberg (fezeffionistisch), Römer (Württemberg) (liberale Gruppe) und von dem Abgeordneten v. Bockum- Dolffs. Außerdem trägt der Antrag die Unterschriften von 261 Abgeordneten aus allen Frak ionen, auch der Polen und Elsässer, die Sozialdemokraten sind selbstverständlich nicht vertreten; von der Volkspartei hat der Abg. Härle unterzeichnet. Wie sich hieraus ergiebt, haben die Sezessio- nisten und der Fortschritt fich bei Einbringung des An­trages schließlich doch beteiligt. Wie dieNat.-Ztg." hört, war für dies formelle Verhalten die Erwägung maßgebend, daß, nachdem diese Fraktionen entschlossen waren, für den Antrag, wie er liegt, zu stimmen, die Beteiligung bei der Einbringung die Einwirkung darauf erleichtere, daß die Begründung deS Antrages nicht über den spezifischen Inhalt desselben hinauSgehe. Uebrigens hat der Abg. Windthorst in dieser Beziehung vollständig beruhigende Zusicherungen erteilt.

Deutsche« «eich.

Berlin, 3. April. Der Bundesrat nahm heute die Anträge der beteiligten Ausschüsse auf Genehmigung der Anschluß-Modalitäten für Altona und Wandsbeck an das Zollgebiet an, überwies die Frage über die Aufbringung und budgetmäßige Behandlung der Kosten der neuen Grenze aber denjenigen Ausschüssen zur Vorberatung, welche über die bezügliche Resolution des Reichstags zu berichten haben. Wie man hört, wollte sich der zum Gesandten in Kopenhagen ernannte Wirkliche Geheimrat v. PhilipSborn heute im Auswärtigen Amt verabschieden und sich noch im Laufe dieses Monats auf seinen neuen Posten nach Kopenhagen begeben. ES bestätigt sich, daß der Ge­heimrat Otto v. Bülow vom Auswärtigen Amt zum Ge­sandten in Stuttgart bezeichnet ist. Die WahlprüfungS- Commission des Reichstags hat beschlossen, dem Hause zu empfehlen, die Wahlen der Abgq. Prinz zu Hohenlohe- lohe-Oehriugen und Dr. v. Schlieckmänn für ungültig zu erklären. Die gestrige Beratung des Gesetzes, betreffend

Als ich fang, verschwand alles, Ka eton - Sears, die arme Ellinor auf ihrem Lager, die ganze lebende Wirklich­keit der Umgebung, vor meinen Augen. Ich sah wieder Bellas kleines Besuchszimmer zu Seacliff, hörte das Plät­schern der Wellen am Strande, unterhalb der Gartenmauer und gedachte jenes Abends bei Bella», da ich auch fang und Mark mir die Notenblätter umwenden sollte.

Ich sah wie eine Vision die große schöne Gestalt; schon damals liebte ich ihn, da er sich über mich beugte, wie ich sang, und ich fühlte mein thörichtes, mädchenhaftes Herz wieder aufschwellen, vor Empfindlichkeit und ein­fältigem, unterdrücktem Stolz, wie damals o, wie lange! wie lange her war das! Als ich die letzte Note des Heinen Liedes fang, war meine Stimme unterdrückt und heiser und als ich mich hastig von dem Clavierstuhle erhob stiegen thörichte Thräneu, die meine Augen trübten, empor. Gewiß hat noch nie Jemand bei diesem Liede gemeint!

Es lohnt nicht, ein lustiges Lied zu singen, wenn man darüber meinen muß, nicht mar Ellinor?" sagte ich meiner Thorheit mich schämend; aber ich erhielt keine Antrnori. Ich schlich leise hinter ihr Ruhebett. Sie lag in tiefem, ruhigen Schlaf. Der rnird ihr gut thun, der Armen, dachte ich dankbar, und die Geister der Vergangenheü bannen, welche sie heute Abend verfolgten.

Auf den Fußspitzen stahl ich mich auf die andere Seite des Sophas, hob meine zerstreut liegenden Sachen auf und setzte mich wieder an meinen Platz.

Ich hatte kaum drei Sttiche gethan, als auf einmal Vickers in das kleine Vorzimmer eintrat.

Um Ellinor nicht zu wecken ging ich hinüber.

Ein Herr ist braufeen, Miß, der Sie zu sprechen