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Skr. es.

Jfiarßurg, Dienstag, 22. März 1881.

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Anzeigen nimmt entgegen: die Lrpeditio» d.vlatted, sowie d-Amloucen-Bureaux von Th, Dietrich & So. in Raffel und Hannover; Th. Dietrich in Kanlfurt aJDL; Bsenstein & Vogler in dfnrt a. M., Berlin, zig, 65In rc.; Rudolf

Stoffe in Berlin, Kranl-

Anzeigeu nimmf entgegen die Srpedittvn b. Blatt« sowie d. Lnnoneeu-Bureank von G. L- Daube 4 So. in Krankfurt a. M; Jilger'sche Buchhandlung baftfbtt; Hermann'sche vuchhandl. ♦ daselbst; Jnnalidendani in verli»; V- Thiene« in Elberfeld: E. Schlotte in

1821.

ört Ihr sie, die Jubellieder? Seht Ihr, wie im Festesprunk Glänzen unsre Straßen wieder? Auf und nieder

Wogen in Begeisterung Frohe, festliche Gestalten, Die zu Reich und Kaiser halten.

Zwar mit Stürmen auch und Wettern Deutschlands Frühling zog in's Land, Blüthen mußte er entblättern

Und zerschmettern,

Was in Keim und Hoffnung stand; — Blut und Thränen mußten fließen, Nur aus Opfern sollt' er sprießen!

Deutschland ward sein Lenz geboren Mit vem Lenz in der Natur, Deutschland, das sein Heil verloren, Ward erkoren,

Aufzublühn mit Wald und Flur, Denn des Frühlings erste Feier — Sie gilt Wilhelm, dem Befreier!

Zum 22. März 1881.

Unserem vierundachtzigjährigen Kaiser gilt unser Fest­gruß! Heil dem Kaiser, dessen Wiegenfest der nationale Ehren- und Lieblingötag der Deutschen geworden ist, dem Kaiser, zu dessen einfachen Hause au« den weiten Ge­bieten von den Alpen bis zum Meere, ja fernher über den Ocean tausend Grüße und Zeichen der Liebe wallen, die Unzertrennlichkeit des Bandes bekundend, welches er selbst in Treue um die Treue zwischen sich und dem Volke ge­woben hat!

Uns Allen ist der Kaiser Wilhelm mehr als der angestammte Fürst auf dem Throne. Wie es ihm ver­gönnt gewesen, das Sehnen und Ringen von Jahrhun­derten der Vollendung entgegenzuführen, so gilt er uns, der gesamten deutschen Nation, auch als der echte und rechte Repräsentant deutscher Würde und Herrlichkeit und er lebt in den Herzen, deren Schlag er verstand. Die selbstsuchtslose Treue und Hingebung, die er auf dem Schlachtfelde, wie in rastloser Friedensarbeit 'cut™ h°he" Berufe zuwendet, die schönste Perle in der an Ehren so reichen Krone, leuchtet als ein seltener Bei-

Volke in allen seinen Ständen vorauf.

putsche Kaisertum, einst hervorgerufen aus dem höchsten Heerführer und Richteramte, hat in ihm seinen berufensten Vertreter wiedergefunden und neue kräftige Wurzeln in die deutsche Erde getrieben, zum Segen für uns, wie für die kommendm Geschlechter.

In allem Wechsel und Wandel der Zeiten ist Kaiser Wilhelm sich selbst treu geblieben. In den Tagen deS Schwankens und der Verirrung begegneten seine Gedanken über Deutschlands Zukunft und Bestimmung sich mit den Edelsten der Nation. Die Hoffnungen sind in Erfüllung gegangen, welche in dunklen Stunden zu ihm als zu einem festen Leifftern in die Zukunft emporblickten.

Der Geburtstag des Wiederherstellers unseres großen gemeinsamen Vaterlandes ist somit ein Freuden lag, an welchem alle unsere Reich«- und StammeSgenoffen berech­tigten Anteil haben.

Das deutsche Land preist die seltenen und hohen Regententugenden des Kaisers, welche selbst das feindliche Ausland anerkennen und bewundem muß. Auf den Kaiser Wilhelm ist das ganze Erbteil der Liebe und Innigkeit übergegangen, welches seine erlauchtm Eltern, der hartgkprüfte König Friedrich Wilhelm HI. und die unvergeßliche Königin Luise von Preußen, in schwerer Zeit mit ihrem Volke verband.

Dankbar blicken wir daher heute zu Gott, der uns mit diesem Kaiser so hoch begnadet; neidlos auf die anderen Völker der Erde, denen wir mit Stolz da« Fundament unserer Reichsordnung zeigen können. Kaiser Wilhelm hat den trauernden Barbarossa erlöst und die Raben um- krächzen nicht mehr den Kyffhäuser. Seine sichere Hand

Doch im Glanz der alten Zeiten Ist die alte deutsche Macht, Wo sich deutsche Fluren weiten, Aus dem Streiten Wieder herrlich auferwacht, Und des deutschen Namens Ehre Wieder herrscht von*Meer zu Meere.

wird uns auch den Frieden im Innern erhalten und den Wohlstand schaffen, auf daß Jeder sich seiner Ar­beit und seines Lebens freuen kann.

Wir müssen siegen, denn die in unferm Kaiser ver­körperte Milde und kaiserliche Gewalt wird getragen von unerschütterlicher Treue und Hingebung seines Volkes, und die Liebe de« Volkes ist der beste Eckstein der Macht. In diesem Sinne bringen wir dem Fürsten im Silberhaar den Zoll der Liebe den Zoll, den das Herz darbringt!

Zu dem allmächtigen Lenker, der Bölkergeschicke aber flehen wir, daß Kaiser Wilhelm noch lange in Kraft und Gesundheit seinem Lande und seinem Volke erhalten bleiben möge'

Deutsche» «eich.

Berlin, 19. März. Seitdem in Petersburg ein Minen- gang entdeckt war und darin eine solche Menge von Dyna­mit gesunden wurde, daß bei Entzündung desselben die furchtbarste Zerstörung hätte eintreten müssen, mehrten sich die Stimmen, welche wünschen, daß unser Kronprinz die gefährliche Reise nach der russischen Hauptstadt unterlassen möge, denn dort würde sein Platz an der Seit« de« russischen Kaisers fein, auf den alle Mordgeschosse zielen. Indessen ist, wie aus sicherer Quelle verlautet, die Reise unseres Kronprinzen eine beschlossene Sache. Wenn mit dieser Sendung eine Gefahr verbunden ist, so wird dadurch der Wert dieses Beweises freundnachbarlicher Teilnahme noch vermehrt. Der Kronprinz wird am Abend des kaiser­lichen Geburtstages abreisen. — Die Budgetkommisston des Reichstages beriet heute die Frage des Zollanschlusses von Altona. Die Abgg. v. Bennigsen, Rickert, v. Benda und Karst« vertraten die Ansicht, daß die hierzu erforderlichen Kosten außerhalb des ordentlichen Budgets lägen und daß demnach die Angelegenheit dem Reichstage zur Beschluß­fassung vorzulegen sei. Staatssekretär Scholz hielt an der Erklärung fest, daß eine besondere Bewilligung der Kosten für den Zollanschluß dem Reichstage nicht zustehe, daß vielmehr die Frage im Verwaltungswege zu ordnen sei. Die Konservativen erklärten, sie könnten ohne nähere In­formation über die Sachlage sich heute nicht ensscheiden. Die Abgg. Rickert und Karsten bchielten sich weitere An- trage vor, falls nicht eine einmütige Erklärung der Kom- m t «£• $u erreichen sei. Die Sitzung wurde schließlich ®.u' Mtttwoch vertagt. — Dem Reichstage sind nunmehr die Gesetzentwürfe, betreffend die indirekten Steuern, zuge­gangen. Es sind dies die Entwürfe: 1) eines Gesetzes wegen Erhebung der Brausteuer, 2) eine« Gesetzes, betr.

Hebung von Reichsstempelabgaben, 3) eine« Gesetzes, bte Besteuerung der zum Militärdienst nicht heran- gezogenen Wehrpflichtigen (Wehrsteuer). Gleichzeitig über­reicht der Reichskanzler eine auf die Bedeutung und weitere Entwickelung der Steuerreform bezügliche Denkschrift. Diese

ilheiM!

Solch' ein Frühlingsauserstehen, Das gilt mehr als Dust und Grün Und Millionen Augen sehen, Wünsche wehen

Nach dem Kaiserhort Berlin Zu dem greisen Herrscherbilde, Reich an Weisheit, Kraft und Milde.

Und es schallt der tausendtönige Weihevolle Völkerruf:

Heil dem Kaiser! Heil dem Könige, Der wie Wenige

Seinem Volke Großes schuf! — Heil dem Tag, der Ihm das Leben, Uns ein Vaterland gegeben!

Denkschrift weist darauf hin, wie die Finanzlage des Reiche« welches auf die indirekten Steuern angewiesen ist, es not- wendig macht, diese Steuern, mit welchen wir in Deutsch­land weit hinter anderen Ländern zurückgeblieben sind weiter auSzubilden. Ein Anfang sei dazu mit dem äoll- tartf und dem Tabaksteuergesetz gemacht, allein das genüge nicht. Die indirekten Steuern seien leichter zu ertragen als die direkten; die Zölle müsse das Ausland ganz oder tettwelse tragen und in bezug auf die inländischen habe man es mehr in der Hand, viel oder wenig Steuern xu tragen durch Beschränkung seiner Bedürfnisse (z. B. des Tabaks) oder durch Abwälzung der Steuern auf die Ab­nehmer der Waren. Bei den indirekten Steuern drohe kem Exekutor. Die direkten Steuern hätten die Bedeu- tung, als Ausgleichungsmittel bei den reichen Volksklassen m Anwendung gebracht zu werben. An Zöllen und Ver­brauchssteuern erhebe Deutschland jährlich 467,409,028 M während Frankreich 1,579,610,560 Mark, England 1,090,205,438 Mark, Rußland 1,205,095,400 Mark und Amerika 1,355,279,000 Mark erhebe. An indirekten Ab­gaben von Getränken erhebe Deutschland 77 Mill., Amerika 331, Frankreich 288, Rußland 668, England 552 Mill. Auf den Kopf der Bevölkerung fallen also in Deutschland an Zöllen und Verbrauchssteuern 10, in Frankreich 41 in England 31, Rußland 17 und Amerika 14 Mark: an Getränksteuer in Deutschland 2, in Amerika 6, Frankreich 7 Rußland 7 und England 16 Mark. Ebenso groß sei die Ver­schiedenheit der Besteuerung des Tabaks; auch da betrügen die Einnahmen anderer Staaten pro Kopf das fünf- und zehnfache der Einnahmen hi Deutschland. Während wir in bezug auf die indirekten Steuern weit hinter den an­bei eu Staaten zurück seien, sei die direkte Besteuerung durch Staats-, Provinzial-, Kreis» und Kommunalsteuern bereit« sthr druckend und könnte nicht weiter angespannt werden. Vielmehr müßten die Staaten darauf bedacht fein, den Gemeinden ihre Lasten für Schul-, Armen-, Polizei- und Standesamtszwecke zu erleichtern, weil damit ja nicht blo« Aufgaben der Gemeinden, sondern auch de« Staate« er­füllt würden. Die Mittel zu solcher Erleichterung für die Gemeinden könnten nur durch die indirekten Reichssteuern aufgebracht werden; nur mit Hilfe dieser Reichssteuern sei e« möglich, das Steuerwesen in Deutschland „zweckmäßig ergiebig und gerecht zu gestatten."

Gotha, 19. März. Der gemeinschaftliche Landtag der Herzogtümer Koburg und Gotha hat an den Herzog eine Adresse gerichtet mit dem Ersuchen, den Ausdruck bet Ent­rüstung über da« St. Petersburger Attentat, sowie ber innigen Teilnahme des Landes an die Herzogin von Edin- burg und deren Gemahl zu übermitteln.

AsSlaM».

Wie«, 19 März. Der Steuerausschuß beschloß mit 14 gegen 13 Stimmen, in bte Spezialbebatte beb Petro-