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JTiatBurg, Mittwoch, s. März 1881.
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Fred«.
Roman von Emily Cameron. Deutsch von August Frenzel. (Autorisirte Uebersetzung.) (Fortsetzung.)
Deutsches «eich.
Berlin, 7. März. Der Kaiser empfing heute Mittag um 1 Uhr den Regierungspräsidenten v. Wolff auS Trier. — Die Budgetkommission beriet heute daS gesamte Extra- Ordinarium des Militär-EtatS durch und setzte dabei int ganzen 900,000 Mark ab, darunter die Position für den Bau einer neuen Artillerie-Kaserne in Schwerin. Ein
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9 Wahrscheinlich hatte meine lange Abwesenheit sie unge- » bullig und unglücklich gemacht und in ihrer Verzweiflung *9 Mk ste der Schwester ihre Geschichte anvertraut und sie g Wimmt haben, mit ihr nach England zu gehen, um meine 71 ?pur dort ausfindig zu machen; aber der Umstand, daß ? Be meinen wahren Namm nicht kannten, war ein unüber- L^lmdliches Hindernis, mich aufzufinden.
Die Zeit verging und ich hörte nichts von ihr; mein ummer legte sich und ich ließ in meinem anfänglichen nach, sie zu finden. Dann wurde ich zu meinem kglment nach Indien befohlen. Neue Erlebnisse und ^gedungen dienten dazu, das Vergangene mehr und mehr “ meinem Gedächtnisse zu verdrängen, bis endlich jene
sowie d.Ännoncen-Bureemr von L. L. Daube * Co. in Frankfurt aM; Jügerffchr Buchhandlung daselbst; Hermann'sch« Luchtzaudl. daselbst; Juvalidendank t» Berlin: w Thiene« in Abafeld: 4. Schlotte in Bremen.
Antrag von Frankenberg, die Beiträge für Neubauten und Erwerbung von Schießplätzen auf die Anleihe zu übernehmen, wurde abgelehnt. — ES heißt, der zurückgetretene Minister Graf Eulenburg habe eine Kapitularstelle am Dom zu Brandenburg von dem Kaiser als Gnadenbeweis erhalten. — Der „Post" zufolge ist zwar Geheimrat Schrautt, nicht aber der Bankprästvent v. Dechend als Delegierter zur Pariser Münz-Konferenz ausersehen, vielmehr würde der Botschaftssekretär Thielemann in Paris als deutscher Delegierter an der Konferenz teilnehmen. — Die übereinstimmenden Einladungsnoten Frankreichs und Amerikas zur Pariser Münzconferenz vom 19. April, die, wie es heißt, vom 25. Februar datieren und hier in Berlin am 1. März dem Auswärtigen Amt übergeben waren, sind an demselben Tage auch dem Auswärtigen Amt in Wien zugegangen. Letzteres melden sämtliche officiösen Wiener Berichterstatter. Wie zu erwarten war und dem Journal des DsbatS aus Wien officiös telegraphiert wird, wird sich Oesterreich beteiligen. Was Deutschland angeht, so will man vermuten, . 403 Frankreich habe sich vor der Uebergabe seiner Einladung irgendwie durch eine offiziöse oder vertrauliche Anfrage zu vergewissern gesucht, daß die Einladung keiner unbedingten । * I Ablehnung begegnen werde. Dies kann, wie bemerkt, nur 1 ''Vermutung sein. Die deutsche Entschließung ist nicht bekannt. Aber noch gestern hielt man die Beteiligung Deutschlands in den bekannten Grenzen für wahrscheinlich. Vielleicht wird die im Reichstage über die Münzfrage be- Hanit vorstehende Debatte darüber ausklären. Man erinnert sich iückei jetzt, daß der amerikanische Generalkonsul Walker in Paris "H. 62 schon vor anderthalb Jahren hier einige Zeit anwesend u ' war und sich nach der in der Frage herrschenden Stimmung erkundigt hatte. Wie übrigens ein Artikel der „Post" von vorgestern annehmen läßt, sind die Aussichten für die Anhänger der Doppelwährung gering. Der Umstand, daß die hier am 1. März übergebene amerikanische EinladungS- Note dasselbe oben angegebene Datum trägt, wie die französische, wird dadurch erklärt, daß auch die amerikanische Note in Paris verfaßt oder doch schließlich fcstgestellt wurde. — Laut Verfügung des Herrn Eisenbahn-Ministers werden . Hum 1. April die Bezeichnungen „Köln Mindener Eisen- » zu bahn« und „Rheinische Eisenbahn" wegfallen und anderen irz 11 Stellen die Benennungen „Linksrheinische Eisenbahn" resp.
i .Rechtsrheinische Eisenbahn" treten. Von Hamm aus wird ; Lebydie „Köln-Mindener Eisenbahn" die Benennung „Han-
Als ich wieder an der irischen Küste war und den Platz auffuchte, wo ich sie jedm Tag zu einer bestimmten burj Stunde getroffen hatte und auch nach meiner Rückkehr wieder treffen wollte, wartete ich umsonst.
Ich kletterte den Weg zu ihrem Hause empor, fand dasselbe jedoch leer und verlassen und nirgends vermochte w A Nachricht zu erhalten. Aus welchem Grunde seine
ra Bewohner es verlassen hatten und wohin sie gegangen i® toatnb das ist mir immer ein Geheimnis geblieben.
- Ich war in Verzweiflung, forschte überall in der Nach- - «arschast nach ihnen, erließ Aufrufe in den Zeitungen, um ' 'le zu ermitteln und Nachricht von mir zu geben, aber alles
nover sche Eisenbahn" erhalten. — Die Persönlichkeiten, welche die Domkapitel zu PaderSorn und Osnabrück zu Bistumsverwefern designiert haben, sind der „Nat.-Ztg." zufolge von der Staatsregierung als genehme bezeichnet und ihnen in Gemäßheit des Artikels 2 des JuligesetzeS die Ausübung bischöflicher Rechte und Verrichtungen, auch die im Gesetze vom 20. Mai 1874 vorgeschriebene eidliche Verpflichtung in Aussicht gestellt worden. — Die „Tre- monia" in Dortmund hatte für Paderborn den Weihbischof Freudberg als den Gewählten bezeichnet; später korrigierte sie sich dahin, daß der Weihbischof mit Rücksicht auf sein hohes Alter (geb. 1806) in letzter Stunde abgelehnt habe und Domkapitular Drobe zum Kapitelsvikar, gewählt sei.
Göttittgea, 2. März. Die nationale Begeisterung, welche jetzt überall die Vereine deutscher Studenten hervorgerufen hat, veranlaßte auch hier eine Anzahl Kommilitonen, dem Beispiel von Berlin, Breslau, Halle, Kiel, Leipzig zu folgen. Man trat zur Gründung eines wiffen- fchaftlichen Vereins deutscher Studenten zusammen, dessen Zweck laut der Statuten sein sollte, „unter den deutschen Studenten in Göttingen deutsch-nationale Gesinnung zu pflegen." Dem Verein wurde von der akademischen Behörde die Genehmigung versagt, aus Furcht, „derselbe werde hier eine ähnliche Wirksamkeit entfalten, wie die gleich- nammen Vereine auf den anderen deutschen Hochschulen."
Mkiuittgeu, 4. März. Nach einer Bekanntmachung im Regierungs-Blatte soll die deutsche Rechtschreibung, welche nach dem Vorgänge Preußens in mehreren Schulen deutscher Staaten eingeführt worden ist, vom Beginn des neuen Schuljahres Ostern 1881 an auch in den Schulen des Herzogtums Sachsen-Meiningen zur Anwendung gelangen.
Karlsruhe, 6. März. Die mehrfach verbreitete Angabe, daß die Prinzessin Victoria von Baden sich mit ihrem Vetter, dem Großfürsten Nikolaus Michallowitsch von Rußland, kais. Hoheit, verloben werde, wird uns vom kompetenter Seile als unbegründet bezeichnet.
München, 4. März. Da alle Aussicht vorhanden ist, daß die Novelle zum Landtagswahlgesetze mit der Kammer zur Vereinbarung gelangen werde, so ist man im Staatsministerium des Innern auch bereits mit den Vorarbeiten zur Ausführung des revidierten Wahlgesetzes beschäftigt; es ist dies schon deshalb erforderlich, weil die erstmalige Herstellung der Wählerlisten namentlich in den größeren Städten eine sehr zeitraubende Arbeit ist. Daß die Bestimmung des Gesetzentwurfs, wonach die Wählerlisten alljährlich vom 1. bis 15. April und vom 1. bis 15. Oktober auszulegen sind, in ersterer Beziehung schon für die bevorstehende Wahl in Anwendung kommen kann, ist wohl nicht mehr möglich, und es wird deshalb in dieser Beziehung einer transitorischen Bestimmung im revidierten Wahlgesetze bedürfen.
kurzen sechs Monate an der irischen Küste mir nur noch wie ein nebelhafter Traum erschienen, und eS war, als habe jene Zeit und Heirat nie für mich existiert.
Erst da ich Ihnen begegnete, Freda, ist das alles wieder erwacht. Ihre Liebe, Kind, die mich so glücklich machen würde, darf ich nicht nehmen, um Ihretwillen, so lange ich nicht sicher weiß, daß keine andere Pflicht mich bindet."
18. Kapitel.
Telegramme.
So war alle» vorbei I — meine Hoffnungen und Erwartungen, alles, was die Freude des Lebens für eine Frau auSmacht. Selbst meine Träume waren jetzt nicht mehr erlaubt, und die Zukunft bot nichts mehr als farblose Verzweiflung.
Kapitän Thistleby mußte seine Frau finden; denn daß sie tot war, wie er — der Himmel vergebe ihm! — zu hoffen schien, das kam nicht einen Augenblick in meine Berechnung. Warum sollte sie es sein? Sie war jung, gesund und kräftig gewesen, es war kein Grund, anzunehmen, daß sie gestorben sei. Irgendwo, besten war ich sicher, lebte sie noch; wo sie zu entdecken, daS war seine Pflicht.
„Wollen Sie mir vergeben, Freda?" fragte er nach einigen Minuten.
»Ich glaube, Sie haben eS nicht bös mit mir gemeint," antwortete ich betrübt.
„MS ich Sie zuerst sah, habe ich nicht gedacht, daß unsere Beziehungen zu einander eine tiefere Bedeutung für Sie oder für mich haben würden. Aber nachher zeigte eS sich mir, daß dies nicht der Fall sei und ich war enlschloffen, daS Geheimnis meiner Vergangenheit, das außer mir niemand wußte, für immer in meinem Herzen zu begraben
Ausland.
Wien, 5. März. Die Verhandlungen mit Serbien find neuerdings wieder unterbrochen worden, eS sollen wieder neue Schwierigkeiten eingetreten sein, gänzlich sttll ist es von dem Handelsvertrag mit Deutschland, der ganz in Vergessenheit geraten zu fein scheint, was um so auffälliger ist, da uns nur noch vier Monate vom Juli trennen, in welchem Monate das Provisorium zu Ende geht. — Die Nachrichten aus Konstantinopel lauten nicht sehr vertrauenerweckend. Schon, daß die Psorte sich so lange besinnt, bis sie die Note der Botschafter vom 21. Januar beantwortet, kann als kein günstiges Zeichen betrachtet werden; wie cs scheint, macht man sich auch bereits darauf gefaßt, daß die Antwort nicht befriedigend ausfallen wird. Es wird sich dann um die Entscheidung der Frage handeln, ob die Verhandlungen mit der Pforte fortgesetzt werden sollen, wie seinerzeit in der Dulcignofrage. Man will wisten, daß sich die türkische Regierung nur zur Abtretung eines Teiles der Provinz Thessalien verstehen will. Von der Abtretung von Epirus will sie absolut nichts wissen. — Die Tschechen wollen jetzt von der Errichtung einer selbständigen Universität nichts wisten und fordern die Zweitellung der bestehenden Universität, das heißt diese letztere soll zu einer Waste für die Vorkämpfer des fanatischen Tschechentums werden, sie soll in eine geräuschvolle, politische Arena verwandelt, nicht die wissenschaftliche Tüchtigkeit, sondern die Nationalttät soll bei Besetzungsfragen berücksichtigt werden, die Prager Universität soll mit einem Worte auf dem Wege deS Dualismus der tschechischen Herrschaft unterworfen werden. Darum sträuben sich die Tschechen mit aller Heftigkeit gegen die einzige vernünfttge und praktische Lösung des UniversitätsstreiteS, sie haben längst aufgehört den Standpunkt ruhiger, objekiver Erwägung einzunehmen, der Kampf gegen das Deutschtum lst ihnen Bedürfnis und völlig gleichgültig ist es ihnen, ob int nationalen Zank und Hader die geistigen Früchte welken. Glücklicherweise steht die Regierung in dieser Frage nicht auf Seite der Tschechen und nimmt denn doch Anstand, die altberühmte Prager Universität einer höchst gefährlichen Probe zu unterziehen.
Paris, 7. März. Gambetta besuchte gestern den Präsidenten Grevy und hatte mit demselben eine Konferenz, die anderchalb Stunden währte und deren Gegenstand die Frage des ListenscrutiniumS gewesen fein soll. — Agence Havas" erklärt die Meldung der „Riforma", daß Roustan, der französische Geschäftsträger in Tunis, dem Bey von Tunis ein Ultimatum auf Stellung von Tunis unter die Protektion Frankreichs überreicht habe, für vollständig unbegründet. Roustan habe von dem Bey Nichts verlangt, so daß also dieser Nichts abzulehnen gehabt habe. — Einer Meldung der „Agence HavaS" aus Algier zufolge sind die und Sie für mich zu erringen. Ich kam nach Eodington m keiner anderen Absicht. Dann aber dachte ich, — wie schrecklich es wäre, wenn Sie einmal die Wahrheit erführen, und ich liebte Sie zu sehr, um Ihnen ein so grausames Unrecht zuzufügen."
Ich hatte ihn nie so geliebt, wie jetzt, und doch war meine Liebe jetzt ein Schimpf für mich; sie mußte verborgen und verbannt sein für immer. Ich erhob mich und hielt ihm meine Hand hin.
„Dank Ihnen," sagte ich. „Ihre selbstlose Güte werde ich nie vergessen. Aber Sie und ich, Mark, muffen nun von einander scheiden. Ich bitte Sie, mich nach Bellas Hans zu bringen und dann will ich Ihnen für immer Lebewohl sagen.
Er versuchte nicht, mir zu widersprechen. Er schellte, zahlte die Rechnung und befahl einen Wagen. Als wir zusammen ans der Thüre des kleinen Hotels kamen, fuhr ein Cabriolet, mit einer Dame, langsam vorbei. Kapitän Thistleby streckte plötzlich seine Hand aus und zog mich in den Schatten der Thüre zurück.
„ES ist Clara Feacherstone!" sagte er. „Der Himmel gebe, daß Sie von Ihr nicht gesehen worden sind."
„Ich wüßte nicht, was das auf sich hätte," antwortete ich etwas stolz.
„Sie ist die boshafteste Person in ganz England," antwortete Mark, „und würde Ihnen das Schlimmste an- thun, wenn sie könnte; aber ich glaube, daß sie uns nicht bemerkt hat. Ihr Gesicht war uns abgewendet I"
Inzwischen hatten wir den Wagen bestiegen und erreichten, unter fast absolutem Schweigen, Chester - Square. Kaum hatte das Hausmädchen, welcher die Obhut des Hauses anvertraut war, mich gesehen, so eilte sie in die