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Marburg, Mittwoch, 2. März 8881.

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llazeigen nimmt ungegen: He Lrprdil'.o» d.Blatte-, sowie d- Annoncen-Kureauk von LH, Dietrich <L So. in Kassel und Hannover; Th. Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenüein & Bögler in fctttüftsrt a M., Berlin. Leipzig,(n re.; Rudolf Klaffe in Lerlu», Frank» k*tt a. M re.

XVI. Jlairgaeg

Anzeigen nimmt entgegen bie@fl>ebition b. Blattes sowie d.Lnnoncen'Bureauz von <8. L-Daube & So. in Frankfurt a.M; Jäger'sche Buchhandlung daselbstj; Herrnann'sche Buchhanbl. daselbst; Jnvaltdenbank in Berlin; Üö- Ltziraes in Slberfetb: C. Schlotte in

Bremen. *

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<tf*eint®^lIiİ26er Vertrags, nach Sonn» »Ä Feiertagen. Preis für bas Quattal mit der wSchentlichen Beilagedlnftrirtt« SouutaaSSlatt" durch die Srvedition -«och'fche Buchdrucker«,) bezogen 2> »«rt, durch du t>eS Deutschen Reichs S »ark S» Ps«. (ercL Bestellgebühr). I!settionSgebüh?für die gespaltene Zette 10 Pf,.

»ur in der Exptt ttion zu ertherlende Auskunft und Annahme von Adreffen werden Ast Pfg. berechnet.

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Ammern 1. April der Ex?

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Bestellungen für den Monat März der

Bberhessischen Zeitung mit deren Gratisbeilage JllustrirteS Sonntagsblatt

Farnilü bitten wir baldigst machen zu wollen.

I 375.

irmiethen rße 344.

SSN" Die Landpostboten nehmen auf dem nde Bestellungen entgegen.

Die Exped. d. vberh. Zeitung.

Die BermShluugSfeierlichteite« i« verlt«.

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Der Sonntag, in der Reihe der Festtage derjenige, an velchem der Mittelpunkt der ganzen Vermählungsfeier statt-

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: Sicher^and, die kirchliche Einsegnung, war herangekommen.

^apitaliew Den g. nzen Tag über drängen sich in der Straße insen anUnter den L. >den die Menschenmassen, besonders gegen ld mit er-Abend, als die Auffahrt der fürstlichen Persönlichkeiten, die [27hf'darch ihr Erscheinen die Teilnahme auch der europäischen kr.29l.Fürstenhöfe an diesem freudigen Ereignisse ausgedrückt haben, sowie auch von der Schloßfreiheit aus die Auffahrt J *0« übrigen geladenen Gäste begann. Von den im Schlosse "d^u»k.vorgehenden Festlichkeiten bekamen.sie allerdings nichts zu i sehen, nur wenigen Glücklichen konnte vom Hofmarschall- amte ein Billet zu den Galerien in den von dem Braut- tS Haut zug durchschrittenen Gemächern verabreicht werden. In Wünsa dem Schlosse selbst hatte auch ein reges Treiben und Leben beste, | geherrscht. Schon Wochen lang war dasselbe jdem Public kum verschlossen worden, heute aber war die Hauptarbeit zu überwältigen, um bei dem verschiedentlichen Hin» und Herziehen von diesem Raum in jenen die ganze Einrich­tung so zu treffen, daß alles in einander griff, alle« zur richtigen Zeit hergerichtet war.

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Kurz nach 4 Uhr konnte man die Ehrenwachen auf­ziehen sehen und Ehrenposten besetzten alle Eingänge und Treppenabsätze. Reich galonierte Diener befanden sich in den aufs herrlichste geschmückten Vorhallen und Treppen­häusern. Um 51/* Uhr begann schon die Auffahrt der Gäste, da die Aufstellung in der Kapelle um 6 V, Uhr vollendet sein mußte. Die Offiziere konnten in derselben nicht mehr untergebrachl werden und nahmen deshalb in dem weißen Saale Aufstellung, wo ste allerdings an der Trauung nicht unmittelbar teilnehmen konnten, dafür aber den Hochzeitszug der fürstlichen Persönlichkeiten bei seinem Einzug in die Kapelle um so besser sahen. Die Herr­schaften in der Kapelle waren der Rangordnung nach auf­gestellt und füllten den Raum bis in die Nischen vollstän­dig aus. Die Kapelle ist ein achteckiger Raum, der unge­fähr 1000 Personen faßt. Am Tage bekommt er sein

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Fred«.

Roman von Emily Cameron. Deutsch von August Frenzel. (Autorisitte Uebersetzung.)

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(Fortsetzung.)

Ich saß und sah von ihm weg über das Thal hin, glücklich in meinem Herzen.

Plötzlich bückte er sich und sah in meine Augen.

Wissen Sie, daß Sie Ihre Gedanken nicht verbergen können? nicht ein Bischen? Alles zeigt sich in Ihrem Antlitz. Kind, Sie sind so froh mich zu sehen!"

DaS bin ich auch", entgegnete ich ehrlich.

Er nahm meine Hände in die seinen und hielt fie fest. Ich machte keinen Versuch, sie ihm zu entziehen. Ich war zu glücklich.

Jetzt muß er sicher wissen, dachte ich, daß ich ihn liebe. Gewiß wird er jetzt sagen: Lösen Sie Ihre Verlobung und gehören Sie mir, Freda. Ich erwartete zitternd seine Nächsten Worte.

Sie sind sehr thöricht, sich in dem dünnen Kleide auf das GraS zu setzen. Sie müssen sich erkälten. Wir hatten heute früh schwere Regenschauer."

Ich sprang eiligst auf.

Ja, Sie haben Recht," sagte ich scharf und mit ver­kennbarer Dissonnanz in meiner Stimme;das Gras ist feucht, und es ist mir leid, daß ich so lange hier gesessen habe. Ich werde gehen."

Ich ging rasch den schmalen Fußpfad, der durch das Feld nach dem Obstgarten führte, entlang. Kapitän Thistleby folgte mir, da kein Platz für ihn an meiner Seite war.

Das seichte Flüßchen, welches Peter Rickett'« Feld von

Licht durch die hohe Glaskuppel, welche in prächtiger Wöl­bung das Ganze überspannt. Marmorplatten in den ver­schiedensten Farben bilden die Wandbekleidung, in denen sich jetzt der Glanz von tausend und aber tausend Kerzen wiederspiegelte und ein feenhaftes Licht über das Ganze verbreitete. Von dem Glanz der Uniformen, der Pracht der Toiletten konnte man hier nicht vi. l gewahren, die Ein­zelnen standen zu gedrängt, als daß die Details hervor­treten und bewundert werden konnten, wenn schon das Ganze ein überwältigendes Bild zeigte.

Das hohe Brautpaar, die Mitgl.eder der königlichen Familie und die fürstlichen Gäste hatten sich inzwischen um 6V4 Uhr in dem Königszimmer und der anstoßenden boisterten Galerie versammelt. Die Bilder der 14 Kur­fürsten von Friedrich L an, die hier mit sämtlichen Ab­zeichen ihrer Würde, im langen mit Hermelin verbrämten Mantel, mit dem Kurhut auf dem Kopfe abgebildet sind, geben dem ersteren Gemach seinen Namen. Möbel und Schmuck desselben stammen aus der Zeit des Königs Friedrich I., der diese Räume seiner Zeit bewohnte, die Möbel sind mit rotem Sammt überzogen und reich ver­goldet, den Schmuck bilden kostbare chinesische Schränke und prachtvolle Spiegel. Auch Kugelkammer wird das Zimmer wohl genannt von vier eisernen Vollkugeln, welche die Schweden während des dreißigjährigen Krieges in das Schloß geworfen und die jetzt unter einem Spiegeltische ihren Platz haben. Daneben die boisierte Galerie ist ein langgestrecktes Gemach mit alten Holzschnitzereien; die darin befindlichen Bilder stellen Mitglieder der Familie des Großen Kurfürsten dar. Als nun in diesen beiden Gemächern die fürstliche Gesellschaft verfammelt war, wurde aus dem Kron­tresor die Prinzesstnnen-Krone gebracht und der Braut in dem neben dem Königszimmer liegenden chinesischen Kabinet, einem kleinen, einfenstrigen Gemache, von der Kaiserin unter Beihilfe der Oberhofmeisterin Gräfin v. Perponcher auf dem Haupte befestigt. Dann wurde von dem Ober- ceremonienmeister Grafen von Stillfried der Brautzug zu­sammengestellt, worauf er sich nach der Kapelle zu in Bewegung setzte. Die Etikette war diesmal außer Acht gelassen und die hohen Herrschasten je nach dem Grade der Verwandtschaft ausgestellt, und zwar, um wenigstens die hervorragendsten Persönlichkeiten anzuführen, in folgen­der Ordnung.

Dem erlauchten Brautpaar war der erste Platz in der Reihe Vorbehalten, ihnen voran schritten zunächst die Hof- fouriere, dann der Oberstmarschall Fürst und Altgraf zu Salm-Reifferscheid-Dyk mit dem großen Marschallstabe und eine Menge Kammerjunker und Kammerherren. Die Prin­zessin trug ein Kleid aus weißem Atlas en tablier, ab­wechselnd mit Sitberspitzen und Honnetonspitzen besetzt und mit Sträußen von Myrten und Orangen besteckt. Die Schleppe war von Silberbrokat, an den Rändern mit

unserem Obstgarten trennte, war durch eine einzige Bohle überbrückt.

Sie haben Ihren Sonnenschirm an dem Schober ge­lassen," sagte Kapitän Thistleby, als wir das Ufer erreichten. Warten Sie einen Augenblick, ich werde ihn holen." '

ES war wahr. In meiner unwilligen Hast hatte ich ihn vergessen und mein Begleiter versäumte nicht, daraus Vorteil zu ziehen.

Die gewöhnliche Höflichkeit zwang mich, zu warten, bis er ihn mir brachte.

Ich überschritt den Fluß und lehnte mich gegen den knorrigen Stamm eines Apfelbaumes.

Große, mit rot angehauchten Früchten schwer beladene Zweige hingen über mir und streiften zu beiden Seiten fast den Boden, das Blau des Himmels verschattend und wie mit einem Rahmen mich umgebend. Gefallene Aepfel, einige rosenrot, die anderen cremefarben, lagen zerstreut auf dem kurzen dichten Grase zu meinen Füßen und das klare grüne Flüßchen kräuselte mit angenehmem Murmeln an mit vorüber.

Bald kam Mark Thistleby über die primitive Brücke mit meinem Schirm in der Hand.

Als er an mich herantrat, begegneten sich plötzlich unsere Bucke und statt mir meinen Schirm zu geben, nahm er merne Hand, dann zog er mich sanft an sich so, daß mein Kopf einen kurzen, glücklichen Augenblick an seiner Brust ruhte, während seine Lippen meine berührten.

Das war ein Augenblick, dann schob er mich sanft zurück.

ES ist hart, Sie zu verlieren," sagte er mit gebrochener Stimme.

«Ich hätte nie hieher kommen sollen, Freda; ich fürchte,

reicher Silberstickerei und mit Guirlanden von Myrten und Orangen geschmückt; getragen wurde dieselbe von vier Damen, den Gräfinnen Pauline v. Kalkreuth, Mathilde v. Keller, Mathilde v. Pückler und Viktoria v. Bernstorff. Rechts neben der Schleppe ging die Oberhofmeisterin des prinzlichen Paares, die Gräfin v. Brockdorff. Auch hinter dem Prinzen Wilhelm schritten die ihm zur Aufwartung beigegebenen Offiziere und seine persönlichen Adjutanten.

Unter dem Vortritt der Hofchargen setzte dann Seine Majestät der Kaiser den Zug fort, der zur Rechten die Königin von Sachsen, zur Linken die Mutter der Braut, die Herztzgin-Mutter von Schleswig-Holstein, führte. Weiter folgte die Kaiserin in Mitte des Königs von Sachsen und des Prinzen von Wales. Die Kaiserin hatte eine überaus prächtige Robe angelegt. Weißer Atlas war der Stoff des Ucberkleides, dessen Randvolants breite Goldstickereien zierten. Das Unterkleid, en tablier gearbeitet, bestand aus Schräg­streisen, die abwechselnd aus drap dor und drap dargent hergestellt waren, während die Taille und die lange, mit kostbarem Zobelpelz verbrämte Schleppe ganz aus drap dor gefertigt war. Getragen wurde die Schleppe eben­falls von vier Damen. Und nun schlossen sich alle die anderen fürstlichen Persönlichkeiten an, immer zu drei und drei, ein Herr zwischen zwei Damen oder umgekehrt, nur zum Schluß kamen verschiedene Reihen, in denen sich keine Damen mehr befanden. Langsamen Schrittes bewegte sich der Zug durchs die nach dem Lustgarten zu gelegenen Ge­mächer, schritt im weißen Saale an der Seite entlang, auf welcher der Thronhimmel sich befindet, und trat dann über die Treppe in die Kapelle ein. Die unter Führung des Oberkonsistorialrats Dr. Kögel versammelte Hof- und Domgeistlichkeit schritt dem hohen Brautpaare bis an die Thüre entgegen und geleitete es dann nach dem Altäre, wo Prinz Wilhelm, einer alten Sitte der Hohenzollern ge­mäß, an die reckte Seite der Braut trat. Unter den Klängen einer Festkantate, welche vom Domchor intoniert wurde, vollzog sich der weitere Einzug, der natürlich bei der großen Zahl fürstlicher Persönlichkeiten, die erschienen waren, um dies frohe Fest mit zu feiern, geraume Zeit in Anspruch nahm.

Als endlich alle Gäste in der Kapelle versammelt waren und in dem von Pagen abgegrenzten Halbkreise vor dem Altar so ihre Aufstellung genommen hatten, daß die nächsten Verwandten dem Altäre zunächst standen, trat der Ober­hofprediger Dr. Kögel an das Brautpaar heran, die Weihe­rede zu halten. In einfachen, schlichten Worten machte er die Verlobten auf die Bedeutung des heutigen Tages auf- merksam und legte ihnen die Pflichten ans Herz, die ihrer in dem neuen Stande der Ehe harrten. Würdig und ernst gehalten, machte die Rede auf alle einen tiefen Eindruck. Dann folgten die vorgeschriebenen Fragen und als di- Ringe gewechselt wurden, erdröhnte von unten herauf bet damit habe ich großes Unrecht an Ihnen gethan. Als ich nach Chadley kam, war ich verzweifelt, mein Liebling, so verzweifelt, daß ich beschloß, Sie um alles in der Wett zu erringen; aber seitdem bin ich ruhiger geworden. Ich liebe Sie zu sehr, um Ihr Leben an das meinige zu ketten, das nur Trübsal und Reue über Sie bringen könnte."

O, glauben Sie, daß ich um Rang und Geld mich kämen würbe?" brach ich mit Thränen in ber Stimme los,daß ich darauf etwas gebe, was die Leute reden?"

Ich wollte ihm so gerne zeigen, wie sehr ich ihn liebte.

Mein Liebling," sagte er zärtlich,ich bin heute ge­kommen, um für immer von Ihnen zu scheiden. Hätte sich unser Leben anders gestaltet, so hätten wir glücklich sein können; aber es kann nicht fein. Es sind Dinge zwischen uns, die nie weggewischt werden können. Keine Thränen, Sie werden nach und nach, wenn alles über­wunden ist, zufrieden werden. Ich wünsche Jhnm nur zu sagen, daß ich Sie wirklich liebe, weil ich manchmal fürchtete, daß Sie mich beschuldigen möchten, mit Ihnen zu spielen. Zu vieler Hinsicht bin ich ein böser Mensch; aber glauben Sie mir, daß meine Liebe für Sie das reinste in meinem Leben gewesen ist und sein wird immer fort."

Ich muß gehen, mein Liebling," fügte er hinzu.

Und wollen Sie mir nicht sagen?" rief ich ver­zweiflungsvoll,warum Sie mich verlassen müssen? Ich habe Sie so sehr lieb!"

Still!" unterbrach er mich rasch und legte seine Hand beschwichtigend auf meinen Ann,sagen Sie mir das nicht. Ich weiß das; sagen Sie mir nichts davon, es wäre mir zu schwer, von Ihnen fortzugehen. Vergessen Sie mich, es ist da» beste. Melleicht kommt noch ein Tag, der uns zusammenführt.