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jliarfiurg, Dienstag, 1. März 1881.

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diese mit den charatteristischen Gerätschaften ihrer Beschäf. ttgungcn ausgerüstet. Dies- gesamte lange Reihe stand zu beiden Seiten der Feststraße in vier Glieder. Getrennt von ihnen hätten noch am kleinen Stern 40 Postillone und die Schlächter-Innung, nach herkömmlicher Weise alle be­ritten, Aufstellung gefunden; sie bildeten später die Spitze des Festzuges. Inzwischen hatte sich am Branden­burger Thore der Gouverneur General v. Fransecky, der Kommandant General - Major v. Becken und der Polizei- Prastdent v. Madai zur Begrüßung eingefunden; innerhalb des Thores hatte der Oberbürgermeister v. Forckenbeck an der Spitze der städtischen Behörden Aufstellung genommen, dieWeißgekleideten" fielen wegen der winterlichen Jahres­zeit dagegen fort. So war denn endlich der Augenblick gekommen, in welchem der Zug von Schloß Bellevue an« sich in Bewegung setzte. Das Wetter, bis dahin trübe, ist bis jetzt trocken geblieben und beginnt sogar, sich etwas aufzuhellen. Eröffnet wurde die Wagenreihe, welche die Prinzessin in ihre neue Heimat brachte, durch einen >taa des ersten Dragoner - Regiments. Diesen folgte, von "Pi­queuren geführt, ein sechsspänniger Wagen mit dem Kavalier der Kronprinzessin, Grafen v. Seckendorf, und dem Kammer- Herrn der hohen Braut, dem Freiherrn v. Ende. Ein weiterer Wagen schloß sich an mit den der erlauchten Braut entgegengesandten Kavalieren, dem Hofjägermeister Freiherrn v. Heintze und dem Kammerherrn Grafen Max v. Lüttichau. Im nächsten sechsspännigen Wagen fuhr der vom Kaiser der Prinzessin - Braut zur Aufwartung beigegebene Ober­schloßhauptmann Graf v. Perponcher und der herzoglich schleswig-holsteinische Bevollmächtigte Klosterprobst Freiherr v. Liliencron. Eine Kompagnie der GardcS du Corps in ihren glänzenden Kürassen unterbrach hier die Wagenreihe, unter schmetternden Fanfaren das Nahen der erlauchten Braut verkündend, die mit der Kronprinzessin in dem großen Königlichen StaatSwagen fuhr. Diese Galakarosse ssmmt nur bei besonders festlicher Gelegenhett in Gebrauch; so 1793 beim Einzuge der Königin Luise, so 1861 bei öei Rückkehr der Majestäten von der Krönung in Königs­berg. An der Vorder- und Hinterwand des Wagenkastens, sowie an den beiden Thüren erblickt man das Gemälde deS großen preußischen Wappens. Eine große Spiegelscheibe an der Vorderfront und drei kleinere an den Seiten ge­statten einen Einblick in das Innere des Wagens das in weißer Seide mit Goldstickerei glänzt. Die vier Ecken krönen goldene Adler, kleinere Kronen die Thüren Auf dem Decke gewahrt man einen Helm mit aufgeschlagenem Vlstr, umgeben von den Emblemen einer vollständigen Ritterrüstung. Zwischen Wagen und Kutschersitz standen zwei Pagen; hinter dem Wagen sanden drei Lakaien ihren Platz.

Gezogen wurde diese völlig vergoldete Karosse von 8 mächtigen Rappen, die ein über 100 Jahr altes Silber

Freda.

Roman von Emily Cameron.

Deutsch von August Frenzel.

(Aulorisirte Uebersetzung.) ! Fortsetzung.)

Die Arme unter dem Kopfe und meine Augen nach dem blauen Himmel über mir gerichtet, ließ ich meine Ge­danken wandern wohin sie mochten.

Es war einer jener schönen Tage, welcher der Oktober manchesmal noch spendet, warm wie im Sommer und mild und balsamisch die Luft. Kaum ein Wölkchen war am Himmel, aber ein weicher, leichter Lufthauch, der sich von Westen her erhob, brachte das Haar an meiner Stirne in sanfte, leise Bewegung. Hundertfacher süßer Duft war ringsumher verbreitet, der Brodern frischer Erde aus frisch gepflügtem Acker neben mir, Duft von reifen Aepfeln aus dem gegenüberliegenden Obstgarten, Duft von frisch ge­mähtem GraS und dann plötzlich der kein raison detre besitzende, unromantische, unangenehme und doch den Männern so sehr behagende Duft einer brennenden Cigarre.

Dieser fremde unerklärliche Umstand bewirke, daß ich mich schnell emporrichtete.

Ein Schatten kam um die Ecke deß Schobers und ver­längerte sich über da« Gras bis zu meinen Füßen.

Sie scheinen nicht überrascht, mich zu sehen," sagte Kapitän Thistleby, und nahm gemütlich neben mir Platz.

Nein, ich merkte ihr Kommen."

Woher?"

Durch den Rauch Ihrer Cigarre," antwortete ich mtt bezeichnender Bewegung.

Er lächelte seiner Gewohnheit gemäß und betrachtete einen Augenblick stnnmd das Ende seiner Cigarre.

seitlich mit flüchtigem Blick mich anschauend.Ich kann mich dessen nicht erinnern; wahrscheinlich war ich müde."

O, Sie hatten am Abende vorher einen Schwur ge- than, der gerade kein Kompliment für mich war. Bekennen Sie, aus welchem Grunde Sie mich nie wieder sehen wollten "

Kapitän Thistleby betrachtete den Aschenansatz seiner Schwur habe ich doch vortrefflich gehalten, nicht wahr?" sagte er lächelnd. '

Ja, außerordentlich I"

"Weich' ein sonderbares Mädchen Sie sind, Sie haben noch nicht einmal gefragt, was mich hierher bringt, noch woher ich komme." ö ' w

. .Mcht? Nun, woher kommen Sie?" sagte ich gleich­mütig, da mir nicht viel an der Antwort lag. Es genügte mir, daß er da war. Es kam mir nicht in den Sinn, zu fragen, warum oder woher?

Nun, ich bin zu Newmarket Wvefen, wo ich mit ge­wohntem Glück mein Geld verwettet habe. Ich bin auf dem Wege zur Stadt, passierte die Station Slopperton und dachte, daß ich wohl noch ein oder zwej-Stunben hier Reiben könne. Ich bin so glücklich gewesen, Sie zu finden, Ihr Dienstmädchen wies mich nach dem Felde. Ich habe bei Ihnen vorgesprochen, um zu sehen, ob Sie nicht eine Botschaft für Bella haben, denn ich werde sie in einem oder zwei Tagen sehen."

Nein, ich habe Bella nichts zu senden," antwortete ich lästig^"

Welche Bedeutung hatte für mich etwas anderes, da er so offenbar nur meinetwegen gekommen war, nur um mich wieder zu sehen. ES ärgerte mich sogar, ein wenig hören zu muffen, daß er so viele Beweggründe suchte, um sein Kommen zu entschuldigen. '

(Fortsetzung folgt.)

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S f-6 Nur die zum engsten Familienkreise

des fürstlichen Brautpaares zählenden Fürstlichkeiten, unter ihnen, das Kronprinzliche Paar und die Herzogin-Mutter mit ihren Kindern, blieben im Schloß Bellevue zurück um hier das Diner einzunehmen und den Abend rmn- brmgen. 0 8

Der Sonnabend, der lang ersehnte Tag, zu wel­chem schon so viele Vorbereitungcn von allen Klaffen der Bevölkerung der deutschen Haupt- und Residenzstadt Berlin getroffen, ist endlich gekommen. Die Stadt hatte ihr FeiertagSkleid angelegt und zwar nicht bloS in der Feststraße, sondern überall, all überall zeigte der reiche Fahnenschmuck, wie sehr das Volk an dem freudigen Er­eignis in der Königsfamilie teil nimmt, mit wie großem Wohlwollen es seine dcreinstige Kaiserin, die Braut deS Prmzen Wilhelm empfängt. Auch im Norden und Osten wo die ärmere Bevölkerung wohnt, ist Berlin auf's fest­lichste geschmückt. In der eigentlichen Feststraße wurde man erst heute Vormittag mit den Dekorationen fertig. Selbstverständlich ruhte an diesem Festtage die Arbeit, vom frühen Morgen an und sah man in den Straßen die Menschengruppen, die sich, al« die Stunde des Einzugs naher ruckte, nach der Feststraße, denLinden", hindrängte, um ja einen guten Platz zu erhalten. Um 2 Uhr nach­mittags, alö der Fcstzug Schloß Bellevue verließ, wogten von dort bis zum Schlosse Hunderttausende von Zu­schauern. Für die vorher angemeldeten Innungen, Kor­porationen und sonstige Genossensckaften waren zu beiden Selten der mittleren Lindenpromenade die Plätze bestimmt und hier stellten sich dieselben, die einen früher, die anderen spater, in der vorgeschriebenen Ordnung auf. Um 1 Uhr hEsn alle diese Tausende ihre Stellung eingenommen und zwar in folgender Ordnung: Auf der Schloßbrücke also über dem Element, auf dem sie zu Hause, befand sich eine Deputotton von Marine-Offizieren uno Mannschaften; an diese, schloffen sich die Innungen, Korporationen und Schutzengilden, Deren jede einzelne ihr Banner und ihr Musikkorps führte. Weiterhin, noch inyerhalb der Prome­nade hatten die Studenten, sowie die Eleven der technischen Hochschulen und der Akademieen ihren Platz gefunden, ein d-l-btt« Sill,. Je-, ,inj,In, dir,-hlnich-u B»! blndungen war mit ihrer Fahne herangezogen, die nicht korponerten Studenten hatten sich mit einer Festschleife geschmückt, welche ihnen ihren Platz in der Reihe sicherte Jenseits des Thores setzte sich das Spalier auf der Char­lottenburger Chauffee fort und hier standen zunächst der Stadt die Maschinenbauer, Maurer und Zimmerleute Ihnen reihten sich die Gastwirte und Kellner an, an diese die gesamte Turnerschaft. Dann folgten die Mitglieder der hiesigen drei Ruderklubs, die sich hier zum ersten male in ihrer Umform zeigten. Den Schluß deS Spaliers bil- deten die Rüderödorfer Kaetleute uno die Feuerwehr auch

Ich mußte an jenen glücklichen Tag in Seacliff denken, wo er auch so unerwartet wie jetzt die Gartentreppe hinter mir hrruulerkam und sich auch wie jetzt zu mir gesetzt hatte. Ich erinnerte mich, mit welchem komischen Gefühl des Schreckens ich seine Mitteilung ausgenommen hatte, daß er mir während deS ganzen Tages Gesellschaft leisten wollte und wie schnell er mich dann umgestimmt hatte, bis ich, ehe der Tag vergangen war, ihn liebte.

Und wie viele Nächte seitdem war ich eingeschlafen- seinen Namen auf den Lippen? Wie oft war ich erwacht­sein Bild vor meinen Augen? Und doch schien er weiter Meilen weiter jetzt von mir entfernt zu fein, als er es je gewesen war.

Augenscheinlich dachte er auch an jenen ersten Tag unserer Begegnung, denn feine nächsten Worte spielten darauf an.

.«Ich werde sie dennoch nicht fortwerfen," bemerke er bezüglich der Cigarre.Sie haben den Rauch gerne; Sie sagten das in Seacliff. Erinnern Sie sich?"

Ich erinnere mich gar nicht mehr der einfältigen Dinge, die ich in Seacliff gesprochen, das ist schon so lange her, antwortete ich von ihm wegsehend.

. ."Ach, ich wünsche, ich könnte auch so leicht vergessen; übrigens was war das für eine unfreundliche Botschaft, Jcelqje Sie mir durch Bella an dem Morgen schickten, da Sie fortgmgen."

Sie waren damals sehr träge," sagte ich in voller Herzensfreude lachend; denn die Landschaft erschien mir schöner, der Sonnenschein glänzender und der Himmel blauer, fett er an meiner Seite war.Warum standen Sle nicht zu rechter Zeit auf und sagten mir Adieu?"

Das weiß ich wirklich nicht zu sagen," antwortete er

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Anzeigen nimmt entgegen: Me Expedition «.Blatte«, sowie d-Aimoneen-Bureaux Don Th. Dietrich & So. in Kassel und Hannover; Tb. Dietrich in Frankfurt aJDl.; Harseutzein & Logier in Stan!f urt *<- M,, Berlin Leipzig, $S?.a re.; Rudolf Stoffe in SeuU, Fuurt- futt a- M ic

Anzeigen nimmt1 entgegen die Expedition d. Blatte« sowie b. Annoncen-Bureaur von @. L Daube & So. in Frankfurt e. M; Jügerffche Buchhandlung daselbstu Herrnaim'sche Buchhandl. daselbst; Znoalidendank in Serlin; W. Thiene« in Elberfeld: 6. Schlotte in

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durch die Postämter deS Deutschen Reiches2SRarf 50 1durch die Expedition (Koch'sche Für in de. Sxpe-.twn zu -rtheilend- AuskunftunbTÜt b,e ** 10 Pf,.

Die Bcrmähluugs-Seierltchkeiteu tu Berlin, rtett am Die Ankunft der hohen Braut in Berlin erfolgte am kte« am$teitaö' toie voraus bestimmt, pünktlich um 3 Uhr 45

Minuten. Der Bahnhof war festlich ausgestattet und die cm Dam- Empfangszimmer waren mit prächtigen Blattpflanzen ge- m schmückt. Ein offizieller Empfang fand hier nicht statt. Termin- sobald der Zug in der Bahnhofshalle hielt, bestiegen der 21 mtbÄrou))rini und Prinz Wilhelm den Königlichen Salon- Monats W?6kn, in welchem die Prinzessin sich befand und begrüßten in meineübs^bc. Am Arme deS Kronprinzen begab sich die Prin-

-essin nach . dem Perron und sodann in die EmpfangS- trator immer' in welchem verschiedene Vorstellungen stattfanden. -----I__Dann fuhren der Kronprinz unv Prinz Wilhelm im offenen L Lagen und Prinz Christian in einem anderen Wagen

L dorauS nach Schloß Bellevue und bald folgte die fürstliche

a in eit£raut' begleitet von der Oberhofmeisterin, Gräfin von wo ihKrockvorf in vierspänniger Hofequipage, der ein Spitz- ist dasseüer und ein Königlicher Stallmeister voraufritt. Ihnen n ' Näh^lgte in einer zweiten Hofequipage die Baronin von s54-N!sendorff, Hofdame der Prinzessin-Braut, mit den neuen ---Hofdamen Gräfinnen von Keller und von Pückler. Eine rt gestill dritte Hofequipage brachte den Oberschloßhauptmann Graf ourner von Perponcker, den Klosterprobst Dr. Freiherrn von

Liliencron und Kammerherrn Freiherrn v. Ende und eine vierte den Hofmarschall Baron v. Yssendorff, den Hos- jägermeister Freiherrn v. Heintze und Kammerherrn Graf Lüttichau nach Schloß Bellevue. Punkt 4 Uhr langte die Prinzessin in Bellevue an und ward zunächst von dem Kronprinzen in Empfang genommen und zu Ihren Maje­stäten, der Frau Kronprinzessin und der Herzogin-Mutter geleitet. Auch hier war der Empfang ein ungemein herz­licher und insbesondere war der Kaiser äußerst gerührt. Nachdem die sämtlichen Prinzen und Prinzessinnen die Prinzessin-Braut begrüßt hatten und die Hofchargen und das Gefolge ihr vorgestellt waren, begannen die hohen Herrschaften, die sich zu dem Empfange eingefunden hatten, nach der Stadt zurückzukehren, wo für die fremden, be­reits eingetroffenen Gäste, das Diner int Kaiserlichen

Jlluftrirtes Sonntagsblatt

den Kin- bitten wir baldigst machen zu wollen.

EM- Die Landpostboten nehmen auf dem Karres ~an^e Bestellungen entgegen.

, an dem Die Exped. d. Oberh. Zeit««,.

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