Einzelbild herunterladen
 

nnj

Markurg, Sonnabend, 12. Febmar 1881.

i

;anf ix

Br

durch die Expedition (K o ch'jche

. bet Steuerermäßigung spüren, wenn

Die Steuerreform im Abgeordueteuhause.

[20

[39

Ja,

[42J

1\

)

r

Prach er Ar iständ' Carn(

1-Dec< Besah Gesel

Raffe

181.

id -Ge­tragen, ctanten inganf" rtheik tter. -

kreuz-j > (450 ferung - sind

rmo-

mein Inen, ge ich [3674 ien.

Das Abgeordnetenhaus hat das Verwendungsgesetz an eine Kommission verwiesen und man kann al< sicher an­nehmen, daß cs nicht, wie man noch vor dem 4. Februar annahm, dort begraben werden würde. Nachdem der Reichs­kanzler an jenem Tage so energisch im Abgeordnetenhause für dasselbe eingetreten ist, wird eS sehr wahrscheinlich Gesetz werden. Die Androhung mit einer Nachsession hat gewirkt. Diese 'Sitzung des Abgeordnetenhauses ist eine der bemerkenswertesten der ganzen Session. Kaum war der Kanzler ins HauS getreten, als sich der Abgeordnete Eugen Richter zu einer langen Rede gegen da« Gesetz er­hob, zu einer Rede, in welcher er, wie gewöhnlich, alles mögliche mit der beißenden Lauge seiner Kritik begoß, ohne selbst aber irgend einen positiven Gedanken zu tage zu för­dern. Dem Abg. Richter könnte nichts schlimmeres be­gegnen, als wenn er einmal selbst Finanzminister würde und mit eigenen Gedanken regieren sollte. Dan» würde sich an ihui im vollsten Maße erfüllen, was der Reichs­kanzler im allgemeinen von den Ministern sagte, welche vorher Abgeordnete gewesen sind:daß man nie wieder so klug wird, als man alS einfacher Abgeordneter gewesen ist. Richter kritisierte alles; nicht blos das Verwendungs­gesetz, sondern auch die konservativen Steuerreformvorschläge und die gesamte Zoll- und Steuerpolitik des Reichskanzlers. Sonst pflegte der Kanzler dem Herrn Richter wenig Auf­merksamkeit zu schenken, aber diesmal hörte er ihn sehr i ruhig an, rief ihm sogar einigemal Worte des Beifalls zu worauf man in fortschrittlichen Kreisen allerlei kühne Hoff- >ngen baut. DasBerl. Tagebl.« sieht schon im Geiste 'n pursten Bismarck Arm in Arm mit Eugen Richter und einer aus den nächsten Wahlen hervorgegangenen großen Fortschrittspartei als Regierungspartei zusammengehen.

Dies sind natürlich fortschrittliche Phantasiegebilde. Man wird erst abwarten müssen, in welcher Anzahl die Partei im nächsten Reichstage aufmarschieren wird. Mit Steuererlaß-Versprechungen kann die Fortschrittspartei nicht mehr vor dem Lande glänzen, nachdem di- konservative Partei es gewesen ist, welche den Antrag auf dauernde Ermäßigung der niederen Steuerklasien gestellt hat. Das Steuerprogramm der Konservativen, welches einige konser­vative Abgeordnete in seinen Gaundzügen in dem Abgeord­netenhause skizzierten, hat zwar nicht ganz den Beifall des Reichskanzlers gefunden; allein der Unterschied zwischen seinen und een Reformgedanken der Konservativen ist nur ein geringer und besteht, wie bereits erörtert, darin, daß die Konservativen die Grund- und Gebäudesteuer um die

Btrfüi; B. Thicner ix Elberfeld: 6. Schlotte ix Breme».

Fred«.

Roman von Emily Cameron. Deutsch von August Frenzel. (Aulorisirte Uebersetzung.) (Fortsetzung)

MttWschk Jcitmifl

Buchbruckerei) b^ogzit^Wart,* m^^Tiea5ofiämteabe8' EonutagSblatt"

__________________________________ » bi- --sp-tt-n- Zelle io <

»Ja, ganz gewiß." Und er geht.

Das Gewächshaus stößt nicht an den Ballsaal, sondem a baS Fruhstückszimmer jenseits der Halle. Durch die offenen Thuren konnte ich die gedämpften Töne der Musik Horen und die sich drehenden weißen und roten TarlatanS und die Tänzer, wie schwarze Schatten sehen, rund und rund, wie in einer nie endenden Tretmühle.

.Das Gewächshauswar groß und kühl und matt er­leuchtet. ^ch setzte mich auf eine Bank hinter einen blätter- glanzenden Camelienbusch, der mich vollständig verdeckte und schloß müde meine Augen, da ich mich außerordentlich unglücklich und abgespannt fühlte.

Ein rascher Schritt kam über die Mosaikplatten del Bodens und jemand sagte mit ruhiger Stimme:

Sie haben keinen Tanz mehr übrig, glaube ich?"

Nicht einen," antwortete ich in demselben Tone, ^^end meine Pulse fliegen und das Blut heiß in mein Antlitz schoß.

Mark Thistleby setzte sich neben mich nieder.

Warum haben Sie sich oen ganzen Abend mir gegen­über so unartig benommen?" fragte ich erzürnt.

Er antwortete darauf nur mit einem Lächeln.

Was für ein behagliches Plätzchen Sie hier gefunden haben, Miß Cliffordl" 81

Sanft und zärtlich sprach er meinen Namen au» und stine Augen scheu mich s-hnsüchttg an. Ist dies derselbe Mann, den ich zehn Minuten zuvor beobachtete, wie er mit MrS. Featherstone kokettierte?

Warum heuchelten Sie, mich nicht zu kennen? Warum würdigten Sie mich keines Blickes?" sagte ich immer noch böse. ' »

(Fortsetzung folgt.)

Deutscher «eich.

** «erlitt, lO.Febr. Die für diese Woche bestimmte Plenar-Sitzung des Bundesrats ist, wie ich höre, auf Sonn­abend den 12. Februar festgesetzt worden. Gegenüber verschiedenen Andeutungen in der Presse kann ich mitteilen, daß über den Erössnungsakt des Reichstags am 15. Febr. Jin Zeit noch keine Bestimmung getroffen worden ist. VESsichtlich wird der Volkswirtschaflsrar morgen seine am 27. Januar d. I. 6egonnenen Beratungen schließen, gafct man den Verlauf dieser Beratungen zusammen, so muß man zu dem Resultat gelangen, daß die Institution gewesen, hätte er mir eine wenn auch noch so kurze Auf- merksamkcit zeigen müssen.

Die Röte der Erregung verschwand auS meinem Antlitz und mein Herz suhlte sich krank, denn ich sah, wie er sich ru Mrs. Featherstone niederbeugte und angelegentlich mit ihr, die so bereitwillig zuhörte, plauderte. Jedenfalls amü­sierte er sich sehr gut, er tändelte und kokettierte mit ihr ganz außerordentlich.

Wie bleich Sie geworden sind," sagte Charley Flower, der mit nur tanzte.Sie haben heute Abend zu viel tanzen muffen.

sNl Nr. 36.

13-

rfc '

La . Anzeigen nimmt entgegen:

t f dir Expedition d.vlatte», 3 sowie d.Annoncen-Vureaux rt «I oon Th, Dietrich & Co. in

»Ja, ich bin sehr müde. Ist der nächste Tanz nicht der Lanner? Ich mochte in das Gewächshaus gehen um wich dort ein wenig auszuruhen. Ich glaube, Mr. Mac- donald hat mich engagiert, aber ich kann nicht mehr tanzen und wenn wir stille fortgehen, so wird er mich nicht jinoen/'

Ja, wir wollen gehen. Aber gestatten Sie mir dast ich Ihnen Gesellschaft leiste, wollen Sie das, Miß Clifford?" < . ^N?w-r war in dieser Stunde nach dem Nachteffen bedenklich zarttich geworden.

fagen?"^m-aflrt in ber Welt, was würde Mrs. Leich Jhne?'bleib!n."°"^Ege MrS. LeithI Lassen Sie mich bei bitte, bleiben Sie nicht bei mir. Ich habe daß ich gerne ganz allein sein möchte

^rüberist iUru(ft^ten unb mich holen, wenn der ^nz , , Dss thut mir sehr leid. Kann ich Ihnen nicht etwas holen? Vielleicht «n Glas Sherry? Ist es auch sicher, daß Sie ganz allem sein möchten? w

Anzeigen nimmt! entgegen dir Expedition d. Butte» sowie b. Annoncen-vureanx von «. L- Daube 4 So. in Frankfurt a. M; JLgePsche Buchhandluna bafelbftk

V »Sie sind die Königin des Balles," sagte Lord Holt, galant lächelnd, als die Musik wieder anhob und er mich

? dem jungen Flower überließ, und als er dies sagte, bin

v ich froh froh, daß Mark Thistleby mich umworben und

h t begehrt sieht, so daß er sich auch nicht einen Moment ein»

bilden konnte, daß sein Gehen oder Kommen von der ge­ringsten Wichtigkeit für mich gewesen fei.

Aber als der Abend hinging und Tanz um Tanz endete und er immer noch kein Zeichen verriet, daß er mich auch S nur sähe, schwand mein Trotz und meine Augen wanderten Z! sehnsüchtig zu ihm hin.

Unsere Augen waren sich noch nicht einmal begegnet. Kapitän Thistleby hatte so viel getanzt, wie ich selbst; hauptsächlich mit meiner zukünftigen stolzen Schwägerin. Die Zufälle und Wechsel des Ballsaales hatten ihn mehr

1 als einmal in meine nächste Nähe gebracht und doch hatte er meines Wissens keine Notiz von mir genommen, nicht einmal den Blick nach mir gewand.

1 , Diese Handlungsweise war so selssam, so unnatürlich,

' daß ich sie keinenfalls absichtslos halten konnte. Ein völlig Fremder würde aller Wahrscheinlichkeit nach gelegentlich nach mir gesehen haben; und da ich überzeugt war, daß er mich nicht vergessen haben konnte, so folgte daraus, daß er mich absichtlich ignorierte. Welchen Grund aber konnte er haben, mich so grausam zu beleidigen? Schon als Bellas Freundin, wäre ich ihm selbst nicht so gut bekannt

und Gebäudesteuer bestehen lassen, aber auf die Hälfte ihres fetzigen Betrages herabsetzen; sie will ferner die Älaffen» und niedere Einkommensteuern vermindern, indem sie beide Steuern vereinigt und mit einem viel «niedrigeren mit dreiviertel Prozent beginnenden, aber nach oben bis zu vier Prozent steigenden (drei Prozent sollen mit 9000 M. err«^ werben) besteuert wissen will. Sodann soll die letzige Gewerbesteuer aufgehoben und der kleine Handwerks­und Gewerbebetrieb steuerfrei bleiben und nur das im Ge­werbebetrieb angelegte Kapital einer gleichen Besteuerung wie jedes andere Kapital unterworfen werden. Daö fun- dlerte Einkommen aus Grundbesitz, Kapital und Gewerbe |oll einer Ertragssteuer und das bisher von jeder Zu­schlagssteuer befreite Zins- und Rentenkapital soll ebenso wie der Grundbesitz einer besonderen Zuschlagssteuer unter» Werfen werden. Das sind die Grundzüge der Steuerreform wie sie von konservativen Abgeordneten dargelegt worden sind. Von liberaler Seite hat man dieses konservative Programm wohl kritisiert, aber man hat noch kein besseres gemacht. Herr Engen Richter hat es namentlich deshalb kritisiert, weil es die höheren Vermögensklassen auch nut höheren Prozentsätzen besteuert als vir armen Volttklassen; durch Höherbesteuerung der reichen Klassen werde der durch die Ermäßigung der armen Klassen ent- stehende Ausfall gedeckt und man brauche also die durch die indirekten Reichssteuern zu erzielenden Ueberschüsse nicht; das Programm der Konservativen durchkreuze also die Steuerreformgedanken des Reichskanzlers. Allein der Kanzler hat bereits gezeigt, daß er in bezug auf die Steuerreform nur wenig von den Konservativen abweicht. 5712 ^aben ®lra °uch die zum Steuererlaß nötigen Reichssteuern noch nicht und wenn wir sie auch bekommen so werden wir sie immer noch brauchen können und wenn zu nichts anderem, als zur Schuldentilgung des Staates. ° ö

fie feftft Steuerermäßigung spüren, wenn des VolkswirtschaftSratS sich bereits jetzt als eine durchaus

können. Die Verhandlungen selbst sind in höchst sachge- maßer Welse geführt worden und bilden dieselben ein sehr M beachtendes Material, auf dessen Verwertung nach vielen Richtungen hm besonders Gewicht zu legen sein wird. Durch k. Kabinetsordre ist auf Grund eines Berichts des Staatsministeriums in Ergänzung der allerhöchsten Erlasse vom 1. Ott. 1830, vom 21. April 1866 und 26. Sept. 1868 und unter entsprechender Beschränkung der dem Justiz- I Minister durch den Erlaß vom 26. September 1868 für SwfS übertragenen Befugnisse dem Land-

Wirtschafts - Minister die Ermächtigung erteilt, in allen Forst ontraventlonsfällen, einschließlich der Forstdiebstähle, Geldstrafen, welche den Betrag von 30 Mark nicht über­steigen, ganz oder teilweise zu erlassen. Um in jedem Jahre einen Ueberblick über den Fortgang der Aufforstung der Oedlandereien und den Bestand derselben zu gewinn»», hat der Landwirtschafts-Minister in einem Erlaß 26. Januar d. I. die königl. Regierungen veranlaßt, zu- gleich mit der Beantragung der Zuschüsse zu dem Kultur­fonds eine Nachweisung für die Oberförstereien einzureichen. Es sollen diejenigen Flächen als Oedländereien in diese Nachweffung ausgenommen werden, welche bisher noch nicht aufgesorstet waren, auf denen aber nach ihrer Beschaffenheit ohne bedeutende vorgängige Meliorationen die Kultur statt­finden kann. Es sind daher nicht mit einzureichen diejenigen Moore oder Moorteile, die in ihrem gegenwärtigen Zustande noch aus Dezennien hinaus als unkultivierbar zu erachten N\ D-- MnMr d-m-rkt «i-rb-i. d-ß 18 4S K, daß die ganze Aufmerksamkeit auf die Aufforstung der Oedländereten zu wenden und daß insbesondere aus eine gründliche Bodenbearbeitung in gehörigem, nicht zu knapp bemessenem Umfange rückstchttich der Pflanzplätze und Reihen Gewicht zu legen ist. Der eben auSgegebene 44. Band, Abteilung 2, der Statistik des deutschen Reichs enthält den Seeverkehr in den deutschen Hafenplätzen und die Seereisen deutscher Schiffe tm Jahre 1879.

Berlin, 9. Febr. Der Antagonismus, welcher in Frankreich auf äußerem mehr noch als auf innerem Ge­biete zwischen der Politik der Regierung und der Politik des Herrn Gambetta, zwischen der Strömung des Friedens und der Strömung des Krieges besteht, scheint zu einem 3eitaetügen Stillstände gekommen zu sein Nachdem fett mehreren Wochen die Zeitungen der Gruppe Gambetta, zu welchen neuerdings hinsichtlich der äußeren Politik auch das Journal des DebatS" gerechnet werden muß, sich bemüht hatten, der Anschauung Eingang zu verschaffen, daß ein großes Volk mit großer Politik den^Krieg nicht allzuse^

WIT)Raffel und Hannover; Th. .5/ Dietrich in Frankfurt a.M.;

Hänfenstem & Bögler in Lranlfnrt a. M., Berlin. Leipzig, Söto re.; Rudolf Stoffe ix Berlin, Frank­furt a. M. rr.

j ^Halste ermäßigen. Der Kanzler will aber den Betrag der- ch bi 1J** selben bestehen unb die Hälfte desselben an die Kreise über­weisen lassen. Die Konservativen sind nämlich der Ueber- zeugung, daß nur bann bie Grund- und Häuserbesitzer

yvt IflhrMBd

XVI. »rfaif

-Dec i j-Ve '

>.

Bon

teil

G. i| LicheW

fen ~l mit [M

hrigeß Haus ,'such chülfe