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Marburg, Donnerstag, 10. Februar 1881.

RerMche Mng

im den Werktagen na* ffinmtiwiA

«erlin; W- Thiene- in Alberfeld; S. Schlotte ia Bremen

FErst Bismarck «ad das konservative Steuer- Programm.

Aus konservativen Kreisen geht der „Nordd. Alla. Krmbebie St-llung der Konservativen

Die liberale Prefle wird nicht müde, ihren Lesern die Fabel.von einem klaffenden Risse zwischen den Anschauungen deS Fürsten Bismarck und dem Steuerprogramm der Kon- ftrvatlven vorzutragen. ES verlohnt sich deshalb wobl der Muhe das, was Fürst Bismarck will, mit einander zu vergleichen, um die Fabel auf ihren wahren Wert zurück­zufuhren. 8

ffitr beginnen damit, darauf hinzuweisen, daß Fürst Bismarck den Konstrvativen wiederholt zugerufen: „Das Bessere ist oft der Femd deS Guten." Wer daraus daß der leitende Staatsmann daS von der konservativen Partei Ge orderte als baS Beffere somit zwar anerkennt, aber dem Geforderten sich dennoch widersetzen zu müssen erklärt hat, weil er dasselbe nach der Lage der Gesamtverhältnisse nicht für erreichbar erachtet, einen klaffenden Riß herleiten will, mit dem wollen mir überhaupt nicht streiten. Wir konsta- ieren auS den Worten des Fürsten Bismarck mit Be- Medigung eine Ueberelstimmung in dem gemeinsamen ^iele wie wir es nicht anders erwartet hatten ä '

3t>l ist aber: Ausbau des indirekten Steuer­systems und Herabminderung der direkten Steuerlast

Wie wollen die Konservativen dieses Ziel erreichen und kanzlers?^ fie tocUtn' etwa die Pläne des Reichs-

Wir müssen uns hinsichtlich dessen, was die Konserva- tiven wollen, an die Aeußerungen der einzelnen konserva­tiven Redner halten, und glauben den einzelnen Aus­lassungen folgende übereinstimmende Gedanken entnehmen I zu können: y l

1) Das jetzige System der direkten Steuern in Preußen — Klassensteuer, Einkommensteuer, Gewerbe­steuer, und Gebäudesteuer - ist abgesehen von feinen innern Mangeln gegenwärtig in Folge der Einführung indirekter Steuern im Reiche und in Folge der lieber? Weisung emeS Teil« der Erträge derselben an die Einzel­staaten nicht länger haltbar, da es einer gerechten Ver­teilung der gesamten Steuerlast im Reiche und in Preußen AArnd in dem Wege sieht. Das System bedarf der

2) Diese Reform hat folgende Aufgaben zu erfüllens a. Erleichterung der von dem geringeren und mittleren Einkommen zu entrichtenden Personalsteuer, allo Herab­minderung der gesamten Klassensteuer und der untersten Stufe der Einkommensteuer.

b. Gleichmäßige Heranziehung des fundierten (Gruud-

ni?nmiWeä bei unserem bescheidenen Heim doch

Anb dem gegenüber die Ziele des Fürsten $ E fiafl?L Cm«@ebiT be- preußischen Steuerreform? Wir halten uns an seine jüngste Rede.

, bull »die Auflegung der Grundsteuer im Fahre 1861

-r «acht» Ä M Un9™,Welt wl,b" 8«t iu ma^en, ,r Erl, b 5 ? dafür verwandt zu haben, die Grundsteuer z vermindern, er will darüber die Vorschläge Anderer abwarten, ohne ihnen heute zu widersprechen"; er bezeichnet den Erlaß der halben Grund- und Gebäudesteuer als einen »unpraktischen Weg" und zieht die Ueberweisung der Hälfte

I hn» $er ®aaI tMtc nun rasch; plötzlich wird, begleitet Wichtigkett^b« Gästi^a^^" Erwartung, welche von der SS Gäste Zeugnis giebt, die Gesellschaft von chüg vor^um' biege mich in meiner Ecke

Ä ble Ankommenden zu beobachten als Mr«

Featherstone in ihrem roten Atla« und den alten reichen Spitzen, alles verdunkelnd Vortritt, um sie mit 'arariöser MtMr. Curtius unter. mAT 'nkeressante mineralogische Diskuffion mit einem alten StandeSherrn, den er am Knopfloch in eine Ecke aü brangt hat, um seinen Pflichten als Wirt zu genügen. ® Mami^^mi/^it ^ktb ^n,Il<$tbar — Ein sanfter kleiner ftsSi/ bittendem GestchtSauSdruck, als wolle er be- Ä ' 6eU^r.ubidt Euch nicht ihr guten Leute; ob- btt gEwlchtlgste Mann der Gesellschaft bin, will belästigen und vor meinen Ansprüchen braucht sich kein Kind zu fürchten. •

u«h r”6 ^mahlin. Lady Holt strahlte in Würde ' dieser doppellen Macht, welche ”

Jtitf weibliche Herz itn Kreise mit heiliger Scheu erfüllt wohl bewußt. Selbst Mrs. Featherstone scheint bezwungen zu fein und ihren Mut hier zu beugen. 2u der Welt scheint Lady Holt zu sagen, fallet nieder, betet mich an, ihr armen Sterblichen und schätzt eucb olnrffiA ber ©lang euch nicht blind macht, der eine so hoch stehende Frau rote mich umgiebt! w , y uc

p '0gi.' ihnen; st- ist uu 4 |jlC u.ib

Deutscher «eich.

. ^Erlitt, 8. Febr. Der „Reichs-Anzeiger" vubliriert Ei"? kalstrliche Verordnung vom 7. b. Mts.? durch welche der Reichstag auf ben 15. Februar nach Berlin einberufen rate« p?"E"ie Ausschuß des Volkswirtschafts- G etzes ^daß 't Tf Unfallversicherungs-

ber Prämie bet Arbeitgeber, Vs ber Arbeiter, bei Ver- 2^??n mlt einem JahreSarbeitSverdienste von 1200 bis MM Mk. ber Arbeitgeber bie Hälfte, ber Arbeiter bie anbere Hälfte ber Prämie zu zahlen haben. — <wn(>nh» Mitteilung über bie Duell-Angelegenheit^ ber ®irb mitgeteilt: Die Antwort

d-n b; ,ä:tol0 ""l die Forderung v. Bennigsen« an . , ---------Kartellträger lautet wörtlich: „Die Behandlung der

""ES PWologischmStudiumS werth, noch ~ -------

sonst von Interesse zu sein. w

Dessen ohngeachtet empfand ich aber, wie gesagt dock eine gewisse nicht zu läugnenbe weibliche Neugierde' i «v.™ ■

borte noch später, als bet Bote von seiner Mission nÄ ^en mir baher so Chabley-Castle zurückkehrte, daß „Schätzchen" wer es all Whitechapel gewohnt.

fein mochte die Einladung angenommen habe/ Man sprach ®Ct @°° fuflte 1 iS?“* b»-r Erwartete mit Lord Holt'« Familie zum

b.EEuber tarne, die Nacht in Eddington bleiben und

* 8 H""" lm H-»l- i»r J°zd

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anbere Kapital zu unterwerfen. J

b 15? .offenbaic bie ßiele der Konservativen, von benen sie das eine, die Ermäßigung ber Personalsteuer in

Ael?nntcn Anträge von Minnigerode durch die bauernde Herabsetzung der gesamten Klassensteuer und der 5 unter­en Stufen der Einkommensteuer um ein Mertel nack

ber Grund- und Gebäubesteuer an die Kreise dem Erlaffe or. In der „Erhöhung der Gebäubesteuer" erkennt Fürst KCr- ^ig-n Gesetzgebung, welchem namentlich auf bem Lande jede innere Berechtigung fehle er verlangt „eine stärkere Heranziehung be« in Papier an-' 8ele0ten fundierten Einkommens", erachtet indcß es für ''^"Serechtlgkelt gegenüber dem Aktienbesitzer, wenn maii denselben in gleichem Maße, wie dies dem Grund- best^r gegenüber der Fall ist, heranzöge."

Hinsichtlich der Persvnalsteuer glaubt Fürst Bismarck daß von derselben freizulassen seien Alle, „welche nichts haben, ali zwei ungeschulte Hände, um ihr Brot zu er* taUrfX i-tnb -b?d die sonstigen Steuerzahler, welche von oon '"dlrekten Steuern vorwiegend getroffen würden, auch von ben direkten Steuern entsprechenb zu entlasten feiern

Vergleicht man diese Auslassungen des Fürsten Bis- IU dE® "den skizzierten konservativen Steuerpro­gramm, so findet man, daß sich diese Auslassungen mit

bei«.

Freda.

Roman von Emily Cameron. Deutsch von August Frenzel.

(Aulonsirte Uebersetzung.) (Fortsetzung.)

Wie ich aus der voraufgegangenen Konversation ent­nahm, war „Schätzchen unzroeifelhaft ein männliches Wesen und vermutlich ein erwachsener Mann; wenn ich den Ge­schmack und bie Eigentümlichkeiten beider Damen nicht ge­kannt hatte, so wäre ich, dem zärtlichen Namen nach? viel­leicht auf die Vermutung gekommen, daß es sich um ein Vögelchen, um em Hündchen oder um ein anmutiges liebes fesselndes Kind handle. Aber nach der Anspielung auf "Lady Margaret", deren mögliche Rivalität abgewendet werden sollte, konnte kaum ein Zweifel darüber enfftehen datz „Schätzchen" ein erwachsener Mann sei. Wahrscheinlich gehörte er zu jenen Duodezformen der Männerwelt, von denen die Frauen allgemein sehr eingenommen sind und denen Zierlichkeit und Keckheit den Weg zu größeren Pri­vilegien unb Freiheiten bahnen, al« ihren mannhafteren Brudern gewöhnlich eivgeräumt werden; zu jenen Duodez- erschtt'iungen, die zu den Füßen der Damen sitzen, ihnen das Garn halten oder mit ben Verzierungen ihrer ChatelimcS spielen, sich der guten Dinge erfreuen, bie ihnen so liebevoll gewährt werdm unb so oft ben Neid ber ernsteren und weniger begünstigten Männer erregen.

Jedenfalls war „Schätzchen" ein Mann dieser Art; sein Spitzname sprach dafür Ich setzte voraus, daß er klein imd geschniegelt fet, daß.er gelocktes Haar, Stiefelchen vom elegantesten Leder, und Hände habe, für welche nur Damen- handschuhe kleinster Sorte geeignet find. Er schien mir

Der erergnisvolle Tag kam endlich heran. Mein Kleid so emfach rote eß war, — in seiner weißen Farbe nur durch Sufchel von feinen Farben und lebhaften exotischen Blüten A'-'ben, nach welchen, wie ich glaube, Charley Flower alle ^"/bpäuser geplündert und die Gärtner bis aufs Blut geplagt hatte, um mir solche zu verschaffen — war nickt« SÄ Xfi* **• * * 3« *

'"s. bef" 0ro$en lceten Ballsaal. Mr^Curtius et- StTe' tnf0 ®E"ater, Mr. Flower und die anderen unb aetomrt<?Jnm FEatherstone, strahlend wie immer, und geschmackvoll wie immer, MrS. Leith. Fch batte in na"* unb*n*en genommen und beobachtete die

aÄs änd ä? ankommenden Gäste: die Herren des Lanß- adelS und deren Damen, die Schaar ihrer plumpen, mtt- unter auch graziösen Töchter und ihre zum größten Tell wenig einnehmenden Junker.' 8 ° D *'eu

mir Äh ÄJ ä fbErflächlich, aber die meisten waren mir ftemd, denn obgleich n>,r seit Jahren in S^pperton |

,,( 9tr. aa.

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I ( Anzeige» nimmt emgegen: M» die Expeditto» d.vlatte«, ■’t sowie d.Annoncen-Bureaux K Don Th, Dietrich & So. in H Raffel und Hannover; Th.

Dietrich in Frankfurt a.M.;

Haaseusteiu L Lagler i» Frautfurt a. M., Berlin, Leipzig, «öl» ,c.; Rudolf Roße iu Berlin, greai- fnrt c. M. ec.

XVI. Iahrgaog

Anzeigen nimmt! entgegen dieExpedittou d.vlatte« wwie d. Annoncen-Bureauk von B.L. Daube L Co.in Frankfutt a-M; JLger'fche Buchhandlung daselbst,; Herrnann'sche Buchhandl. daselbst; Jnvalideudant ix

feefife, Kapital und Gewerbe) zu einer neben ber Personal- st-uer zu erhebeuben Erttagssteuer. * ,on<U

„rjß Di« Reform ber Personalsteuer (2a) wird in ber Mnkomme2, “5” Erschmelzung ber Klassen- unb I Einkommensteuer zu Einer Steuer unb unter Anfbebuna

bet Kontingentierung bet Klassensteuet die Steuersätze bet

Ät“bet“»rt’f">8Ä M8 ’? to" non

fJCt. der Art fortschreiten, daß der seitherige Satz der

Einkommensteuer von 3 pCt. etwa bei einem (34nfnmm,„ von 9000 Mk. erreicht wird. Einkommen

frf..A Reform bet Ertragssteuer soll der Art ge. Weh«« / daß das gesamte fundierte Vermögen also das unb städtischem G?undbesitz, da« mi Gewerbebetriebe angelegte Kapital, das Zinsen- und StoknrÄaboÄnbMIet$ N/u Suschlagssteuer unterworfen roiro. Wie hoch diese Zuschlagssteuer gedacht ist, haben an rimnaiSät 0e,a0t- Sie denken aber offenbar an eme Zuschlagssteuer von etwa 3 Proeent, da sie eine

SBä*’**wltk i* d°ßm.n

a) bie Grundsteuer und bie in letzterer Leit so drückend h.r m" ^^iive Partei die Erleichterung in ber Ermäßigung erhöhte Gebäudesteuer zwar bÄSt? aber auf bi / ®r“nb; unb Gebäubesteuer auf bie Hälfte erstrebt

M Hälfte zu ermäßigen/ "^ubehalten, aber auf bte Hierin liegt, wie die liberale Preffe fabelt, ein klaffLer

d) das bisher von jeder Zuschlagssteuer befreite »ins- ^m'r, 8 ?lfb b^buW auch nicht der von dem Reichs­und Rentenkapital entsprechend der Belastung des aeban^r/"^)/^°"?"^iven gehegte gemeinsame Refomi-

, Grundbesitzes heranzuziehen, Rastung des gedanken: Ausbau des indirekten Steuersystems und Herab- e) die ganz unsystematische jetzige Gewerbesteuer aufzu- l^ Keaentti^ bi Steuerlast, durchschnitten, fmibern

hebe« unb unter Freilassung des «einenTnbtoer“« « ^em ^danken nut in bestimmt»«, bem

legten VerwenbungSgesetzeS. V neu 80t9^