Nr. 83.
Marburg, Mittwoch, s. Februar 1881.
XVI. Mg-Ig
durch die Spedition Roch'fche
Berlin, 7. Frbr. Die bisherigen statistischen Er-
Hebungen des Verkehrs auf den deutschen Waflerstraßen sind wegen ihres Umfangs und der Spezifikation und Detaillierung der Nachweise für die Beamten und die deklaratlonspflichtigen Personen mit einem unverhällniS- matzlgen Aufwand von Zeit und Mühe verbunden. Die angestellten Ermittelungen haben ergeben, daß insbesondere die Anzahl der Notierungsstellen erheblich beschränkt, da« Verzeichnis der anzuschreibenden Artikel auf weniger als die Hälfte ermäßigt, daß auf die Angabe des HerkunftS- und Bestimmungsorts verzichtet werden kann u. f. w. Der Reichskanzler hat daher die bestehenden Bestimmungen nach diesen Gesichtspunkten umarbeiten lasten und den aufgestellten neuen Entwurf dem Bundesrate vorgelegt. — Ein amtlicher Bericht aus Tanger vom Monat Januar enthält in betreff der Hebung des deutschen Ausfuhrhandels einige Winke für die deutschen Fabrikanten, die sich im wesentlichen dahin zusammenfasien lasten, daß die deutschen
Hamburg, 6. Februar. In mehreren Blättern wird einer bereits erfolgt sein sollenden Entscheidung des Reichsgericht« wegen eines Prozestes zwischen Preußen und Hamburg Erwähnung gethan, wonach das streittge Objekt ein unbedeutendes Stück Land, die „Hohe Rade" dem
sowie d. Limoucen-vmeauk von 0. L. Daube k 60. in ZrEurt a-R; Jiger-sche vuchhaudlrmg baselbstv HermamLsch« Buchhaudt ^selbst; 3wellbexb«a| tg Betlta: B. lhieue« t» «derfet»: L. Schlotte m
zu und stöberten dort in ihren geliebten Büchern Sie erschienen nur zu den Mahlzeiten und dann mit adge- spannten zerstreuten Mienen und mußten stets mehrere male gefragt werden, was sie zu esten wünschten, ehe sie hinreichend wach gerüttelt waren, um zwischen kalten Hühnern und gebratenem Hammel genügend unterscheiden zu können. MrS. Featherstones Schmeicheleien erwärmten Papa immer etwas, denn sobald die anderen Herren nicht anwesend waren, strengte sie sich auf daS äußerste an, ihm gegenüber höflich und liebenswürdig zu fein.
Sobald das Esten verschlungen war — denn jeder Moment erschien von unschätzbarem Werte, — zogen sich die beiden alten Herren in ihr Studierzimmer zurück und wir Frauen waren dann wieder allein bis zu der nächsten Mahlzeit.
Liebenswürdig waren sie nicht zu mir, diese beiden Frauen; fie ignorierten mich stillschweigend aber beharrlich und schwätzten fortwährend von ihren Freunden, sodaß mir auch jede Gelegenheit mangelte, an ihrer Konversation Teil zu nehmen. Sie diskutterteu über Personen, die mir völlig unbekannt waren, sprachen über Skandalgeschichten der vornehmen Welt , von denen ich nichts wußte, vermieden mit etnei Ausdauer, die ich für absichtlich halten mußte, von allgemeinen Dingen zu reden und machten mir bei jeder Gelegenheit fühlbar, daß ich ihnen im Wege sei.
Eines Morgens, zwei Tage vor dem Ball, auf den ich mich wirklich freute, kam MrS. Leith mit einem offenen $ne ann , Hand in daS Zimmer gestürmt.
„Wm glaubst du wohl jetzt in Chadley?" rief sie erregt. Der .prächtigste Mensch in der Welt! Ein guter Freund von dir Clara! Rate wer? Du wirst sehr erfreut fein!"
T?r«. Featherstone neugierig gemacht, nannte ein halb.«
namentlich bei den für Deutschland so wichtigen Expow dem Zucker. Die deutschen Fabrikanten scheuen die Versuche, dem Zucker Eingang zu verschaffen, und die damit verbundenen Kosten. — Eine günstige Wirkung hat die neue Zoll- und Steuergesetzgebung, wie auS den Elsaß geschrieben wird, auf den dortigen Tabakbau gehabt und namentlich in Folge der Rücksichtnahme des Gesetzgebers auf den inläneischen Pflanzer in betreff der succesiven Erhöhung des Steuerbetrags, der erst mit dem Jahre 1882 coU erhoben wird, weil vor Erlaß des Gesetzes ausländischer Tabak noch in großen Mengen eingefühlt wurde Auch die im Jahre 1879 erzielten hohen Preise äußern eine günstige Wirkung, Der Gesamtflächeninhalt der be- pflanzten Grundstücke in Elsaß-Lothringen betrug 1879 246,38ö Ar, dagegen 1880 318,424 Ar; davon auf Elsaß allein 312,820 Ar und 11,342 Pflanzer. — Im Monat Dezember 1880 wurden auf 47 größeren deutschen Eisenbahnen befördert an fahrplanmäßigen Hügm 12024 Kvuner- und Schnellzüge, 81,524 Personen-, 51,451 ge- Achte unö 78,449 Güterzüge; an außerfahrplanmäßigen Zugen 1621 Perfonenzüge, 28,882 Güter-, Materialien» und Arbeitszüge. Es verspäteten sich von den fahrplan- mäßigen Zügen 2357. Von diesen Verspätungen wurden jedoch 1305 durch da« Abwarten verspäteter Anschlußrüae hervorgerufen. 8 °
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"Folter Information erfahren, an zuständiger Seite nichts von einer solchen Entscheidung und ist diese auch kaum wahrscheinlich, weil erst am 29. Januar der Kommissar der Königlichen Re- streit!? an Schlußbericht wegen des Grenz-
streltes an das Reichsgericht eingesandt hat. Hiernach fttenKB L 3t 3,nuat b“ * «»ÄS’S ÄJÄÄ der Hamburger Nachrichten, daß dieselbe in ihrem erstm ^trauS günstigen Eindruck bei den Deustchen ffif$ftr°6bU-r9 während der zweite Teil bei den u "Zerschlagend gewirkt habe. Dieser bte "^chstEN Sommer bevorstehenden Reichstagswahlen und war ersichllich gegen die Drotesiler Schuß ins Centrum; denn die heute ausgegebene Union
I S.°TOQn btf.^etirakn' schreibt über die Rede Folgen-, Cllt^lcn uns einer Rede gegenüber, die direkt gegen einen großen Teil des LandeSauSschusteS und der Preste gerichtet ist, jeder näheren Bemerkung. Wir sind imCfchÜbCI?CU9t'f*6 bi,C 2Sorte uuferrS geehrten Regenten an »8anb.e .eiu.ru schmerzlichen Eindruck machen werden, ^trifft, so können wir unser Erstaunen nicht verhehlen, den Leiter unserer Berwattung in die Wahl- Vttffe KE*"9"1 Stellung gegen einen Teü der Peesse^einnehmen zu sehen, der d°S Unglück hat, zu miß- fallen. Das Organ der Protestler, die Preste, schweigt miXn’SV^hist, und oas Autono- misten-Blatt, das Elsässer Journal, obgleich der Statt- Halter der Autonomlsten in feiner Rede sehr lobend und anerkennend erwähnt, reserviert sich, etwas verschnupft, eine weitere Besprechung der „von einem Ende ElsaAothnngmS U? äußeren großes Aufsehen erregenden Rede." Der Gesamteindruck der Rede läßt sich also mit den Worten tebe^fn f^h ^^tschen und Deutschfreund,
ltchen em schr beruhigend wirkender; bei den Elsässern tm großen Ganzen ein sehr deprimierender."
SiSlaaö.
SSten, 5. Febr. Die Verhandlungen über den mit Serbien zu schließenden Handelsvertrag, welche gestern wieder ausgenommen wurden, scheinen einen sehr glatten Verlauf zu nehmm. Die diesseitigen wie die serbischen Bevollmäch- 9tb^n wenigsten» der Hoffnung Ausdruck, daß in den ^sten Tagen eine vollständige Einigung zu erwarten sei.
^r Genehmigung deS abzuschließenden Vertrag« dunh die serbische Skupschtina ist nicht zu zweifeln. Nach sehr glaubwürdigen Nachrichlm auS Belgrad neuesten Datum« verfugt die Regierung in der Skupschtina über 113 zuver-
1 Anzeigen nimmt entgegen: i die Expedition d.vlatte«, । L sowie d.Annoncen-Bnrenuk , oon Th. Dietrich & Co. in Raffel und Hannover; Th Dietrich in Frankfurt «uM.; Haakenstein & Bögler in »rautfLrt n- St, Lerlin, S-ipzi^ SRn ic; Sisdoif Moffr in Berlin, Frank.
Fred«.
Roman von Emily Cameron.
Deutsch von August Frenze!.
(Autorifirte Uebersetzung.) (Fortsetzung)
Auf der anderen Seite stand mein Verlobter, der mir Rang und Reichtum bot und Papa die Erfüllung aller seiner Wünsche. Wer hätte da schwanken können? Es war deshalb nicht nur der einzig offenstehende Weg, sondern auch das Klügste für mich, mit dem absolut unvermeidlichen mich auszusöhnen uno über meine Laune für Bella« schönen Schwager so schnell wie möglich hinweg zu gehen.
So vernünftig und wahr aber auch alle bist« Betrachtungen waren, — ach! so erfolglos waren sie.
Die beiden ersten Tage zu Eddington verliefen sehr still und wenig amüsant für mich. Ich würde überhaupt an dem Aufenthalt keine Freude gehabt haben, wäre damit nicht die Aussicht auf den Tanzabend oder Ball — das Projett wuchs an Größe und Wichtigkeit — verknüpft gewesen, welcher Ende der Woche stattfinden sollte. Ich tanze nämlich leidenschaftlich gern und sah deshalb mit Eifer dieser angenehmen Unterbrechung der Einförmigkeit des Eddingtoner Aufenthalts entgegen.
Es war sehr still im Hause, denn die Herren zogen täglich früh morgens zur Jagd aus und kehrten immer erst spät zurück.^ Im Grunde genommen war ich froh darüber; denn Mr. Flower hatte ich zwar recht gern und eS war mir bei Tische stets lieb, neben ihm Platz zu erhallen, Major Heywood aber fand ich unausstehlich dumm und Mr. Macdonald verabscheute ich wahrhaft. Papa und Mr. Curtius gehörten naiürlich nicht zur Jagdpartie, aber sie brachten dm größesten Teil deS Tages in der Bibliothek
®ufcenb Namen, natürlich nur von Herren, die für sie vermutete alle prächtige Menschen" waren; aU Mne ihrer Vermutungen traf zu.
„War sagst du zu Schätzchens rief MrS. Leith trium- pyrerend.
. Was, unser liebe» Schätzchen? Das ist herrlich! Da ?aS^ist^ reijettb°k § mOt9eu a6enb Grüber kommen. Kind, »Za; ich hatte keine Idee, daß er sie überhaupt kannte. MrS. Lowader spricht davon in ihrem Briefe ganz en passant; ich habe es eben erst entdeckt"
Aber Anna, wir muffen suchen, ihn von dort zu entfuhren. Er könnte sonst an Lady Margaret fein Herz Hm, eInftnfcbW l°r“^ .it9°lb ettoa8 ungeheuerliche« könnte chm zustoßen; überdies wird es ihm bei nn« bester al« dort gefallen.
bu mcht schreiben, und ihn einladen hier zu bleiben, wenn er morgen Abmd kommt? Sende einen Brief hinüber." '
»Ja; das könnte ich. Komm wir wollm zusammen ein Blllet an ihn aufsetzen."
Beide nahmen an einem entfernten Schreibtisch Platz ftecfkn die Köpfe zusammen, und au« ihrem vernehmlichen Gelächter konnte ich schließm, daß dieses Billet, ba« fit schmiedeten, ein sehr humoristische« Werk sein müsse.
Bald wurde die Schelle gezogm und einem Groom der Befehl erteilt, mit dem Briefe hinüber zu Lord Holt zu Natürlich war ich auf diese unbekannte Größe, welche sich eine« so lieben Beinamens erfreute, und derm Näbe dm beiden Damm solches Entzückm verursachte, neugierig.
.3onLgi:ng folgt.)
WnÄifS*/? Serö hn^t9Imat?' "°un derselbe namentlich bei den für Deutschland fo mirfui.Ln feinen kaiserlichen Dank und volle Anerkennung für seine von warmer Anhänglichkeit zeugende Schenkung, sowie die Hoffnung auf dessen ferneres Wirken zur Ehre des Vaterlandes ausspricht. — Herr Goschen, der vorgestern mit dem Fürsten Bismarck im Beisein Lord Odo Ruffels con- ferien und beim Kronprinzen gespeist hatte, wurde gestern, Sonntag, von den kaiserlichen Majestäten empfangen und speisie mit Lord Odo Russell, dem Grafen Hatzfeldt und dem Grafen Limburg-Stiium bei dem Reichskanzler Fürsten Bismarck, wo er auch den Abend zubrachte. Herr Goschen wird heute, Montag Mittag, nach Wien Weiterreisen. Hier soll äußerem Vernehmen nach namentlich die Art und Weise des Vorgehens in Konstantinopel bei den Besprechungen der Botschafter mit der Pforte besprochen worden fein. Die Einigkeit der Mächte wird auch für den weiteren Verlauf, wenn die Erttärungen der Pforte erfolgt sein werden, keineswegs bezweifelt. — Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" widerlegt irrige Ausführungen ber .Dosstschen Zeitung" über die Soll-Einnahmen und Ist-Einnahmen an Zöllen und Verbrauchssteuem dahin, daß die Verwaltungskosten in den ersten drei Quartalen des Etatsjahres 1880/81 durchschnittlich 7,38 Prozent, im gleichen Zeiträume des laufenden EtatSjahreS dagegen nur 6,60 Prozent der Soll-Einnahmen betrugen, die Ver- waltungökofteu der Tabaksteuer für das Ern ejahr 1880 würden voraussichtlich 11,63 Prozent der Soll-EinnaMe j nicht überschreiten, pro 1881 aber auf etwa 8,36 Prozent sich vermindern.
WkWschk jfitnii(|
Mr m der Eppetition ,u enheilende Ankunft fÜr bie Spille« 8M?
Bestellungen für die Monate Februar und März der
ÄberheMschen Zeitung
mit deren Gratisbeilage
Jllustrirtes Sonntagsblatt
bitten wir baldigst machen zu wollen.
858* Die Landpostbotm nehmen auf dem Lande Bestellungen entgegen.
Die «r-ed. «. Oberh. Zeitung.
deutsches «eich.