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Jllatßurg, Sonnabend, 5. Februar i881.

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Graf Moltkc über die Gesetze der Kriegführung.

DieTimes' veröffentlicht den nachstehenden Brief, den Graf Moltke jüngst an Professor Bluntschli gerichtet und der aus dem Französischen ins Englische übersetzt worden ist:

Berlin, 11. Dezember 1880.

Sie sind so gütig gewesen, mir das vom Institut

A Der zweite Antrag Wtu-thorst.

Die katholische Presse gestattet sich, scharfe Angriffe gegen btt konservative Partei wegen deren Haltung gegen­über dem ersten Anträge Windthorst sachlicher in der Germania", heftig und leidenschaftlich in der Provinzial- Prefse, das volle Produkt des agitatorischen Wesens jenes Antrages. Fast noch unzufriedener sind die liberalen Zeitungen; sie möchten wiederum mit den schmetternden Fanfaren des Kulturkampfes auf der ganzen Linie mobil machen, sie brüsten sich mehr laut als wahr mit der Zu­stimmung des Reichskanzlers, sie eitleren den Händedruck eineS Ministers. Wer zwischen den Streitenden steht, wundert sich nicht, wenn auch gegen ihn ein Schlag fällt, aber, wenn er sich stark genug fühlt, so wird er vielleicht bie Ungeberdigkcit der Streitenden zu tragen, Neigung und Geduld verlieren. Wer zwischen den Streitenden steht, wird dem Einen der Streitenden begreiflich machen, daß er des ewigen Haders müde, dem Anderen, daß dieser sich nicht über die Stärke und die Hülfsmittel seiner Position täuschen möge, und daß in der Geschichte sich niemals der- ielbe Vorgang in derselben Weise zweimal abspicgclt, daß affd 1881 nicht 1873 ist. Den Liberalen muß es doch klar werden, daß sie zum neuen Kulturkampf keine Armee hinter sich haben und auf die Regierung nicht rechnen können; dem Centrum muß es klar werden, daß tg nicht wohlgethan ist, die Gelegenheit zum Streite stets hervor­zurufen, ohne ein anderes Praktisches Ziel zu erreichen, als eine tiefgehende Aufregung und Erbitterung der Be­völkerung.

Buch^uckerei) SonntagS»l»tt" durch die Expedition («och'sche

______________ in bet Skpe'ttivu zu ertLde 9tfÄ,e K-

Bestellungen für die Monate Februar und März der

Bderhessischen Zeitung mit deren Gratisbeilage

JürrftrirteS Eonntagsblatt bitten wir baldigst machen zu wollen.

EM" Die Landpostboten nehmen aus dem Lande Bestellungen entgegen.

Die «xped. d. Oberh. Zeitung.

daselbst; Juvalibeudaut i» Berlin; W Thirues ie iöerfelb; E. Schlotte ix Bremen

und Ha« tuch früh die Expi __[3 anstellig M Zei nde Arb L [2

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De Droit International veröffentlichte Manual zu über- fenben,, und Sie hoffen, daß ich dasselbe billigen werde, würdige tn erster Reihe völlig die philantropische An­strengung, bie einem Kriege entspringenden Nebel zu mil- £roi8cr Friede ist ein Traum, ja nicht einmal ein schöner Traum. Der Krieg ist ein Element in der oon Gott verfugten Weltordnung. Es sind in demselben bte edelsten Tugenden der Menschheit entwickelt Mut und Selbstverleugnung, Pflichttreue und der Geist der Aufopferung der Soldat gibt sein Leben hin. Ohne Jtnege wurde ine Welt stagnieren und sich im Materialismus verlieren.

""F^h j^wme gänzlich mit dem in der Einleitung ent­haltenen Vorschläge überein, daß eine allmählige Milderung

Jn bur Kriegführungsweise widerspiegeln feilte. Allem ich gehe werter und denke, daß mildere mitten allem dieses Ergebnis herbeiführen können, das °urch «ne Codrficierung der Kriegsgesetze nicht erreicht roetben kann. Jedes Gesetz setzt eine Autorität zur Beaus- fr htrgung unb Leitung seiner Durchführung voraus unb internationale Konventionen werben durch keine solche Autorität unterstützt. Welche neutralen Staaten würben jemafö aus bem alleinigen Grunde zu bei! Waffen greifen bap, wenn zwei Mächte im Kriege mit einander liegen' bteKriegsgesetze von einem oder dem anderen Krieg­senden verletzt woroen seien? Für derartige Vergehen 9ibt es feinen irdischen Richter. Ein Erfolg ist nur aus Cer religiös moralischen Erziehung von Individuen und btm Ehr- und Gerechtigkeitsgefühl ber Befehlshaber zu «warten, die das Gesetz geltend machen und demselben gemäß handeln, so weit es die ausnahmSweisen Umstände ces Krieges gestatten. '

c6 auch nötig anzuerkennen, daß gr56ere Menschlichkeit tn der Kriegführungsweise in Wirklich- rett der allmählichen Milderung der Sitten gefolgt ist Mau vergletche nur die Schrecken des 30jährigen Krieges mit den Kämpfen der Neuzeit. 8 8

großer Schritt ist in unserer eigenen Jeit qe- s^ehen durch die Herstellung des compulsorischen Militär- bt«ijte6, der bte gebildeten Klassen in bie Heere einführt. $)a8 brutale unb gewaltthätige Element ist frellich noch ba, aber eS ist nicht länger allein, wie ehedem. Auch be- bZC Regierungen zwei mächtige Mittel, um bie schlimmste Art von Excessen zu vermeiden, nämlich Auf­rechterhaltung der Mannszucht in Friedenszeiten, so daß ber Soldat daran gewöhnt worden, und Sorgfalt auf ©eitert deö Departements, welches für den Unterhalt der ?ruWc.n im Felde sorgt. Wenn diese ©orgfalt mangelt, tann die ManuSzucht nur unvollkommen aufrecht erhalten werden. Es ist bem Solbaten, ber Leiben unb Strapatzen erträgt unb Gefahren Trotz bietet, unmöglich, nurim Ver- haltniS zu bett Hilfsquellen bis Landes zu nehmen, was

er braucht. Er muß das nehmen, was immer für feine ertftenä nottg ist. Wir können von ihm nichts lieber« menschliches verlangen."

Die größte Güte in einem Kriege ist, ihn zu einem l$Ieuntgen Abschlüsse zu bringen. Dazu müssen alle nicht geradezu verwerflichen Mittel freistehen. Ich kann keines­wegs Ueberetnfitmmung mit ber St. Petersburger Dekla­ration vorgeben, wenn sie geltend macht, daß bieSchwächung

^"arischen ©treitfräfte des Feindes" bie einzige ge- ? in einem Kriege ist. Nein, man muß

fämtl^e Hulfsquellen, der feindlichen Regierung angreifen, ihre Finanzen, ihre Eisenbahnen, ihre Vorräte unb selbst tbre Prestige So energisch unb doch mit einer vorher unbefangen Mäßigung wurde der jüngste Krieg gegen geführt. Der Ausgang des FelozugeS war in ^Monaten entschieden und der Kampf wurde erst er" bitterter, als eine revolutionäre Regierung unglücklicher« längert1 8anb ben Krieg um weitere 4 Monate ber«

Ich freue mich, zu sehen, daß das Tianual in Haren unb pracisen Artikeln ber Notwendigkeit von Kriegen mehr Aufmerksamkeit zollt, als derselben durch frühere Versuche

worden. Allein die Anerkennung dieser Regeln Gerlingen wird nicht hinreichen, um deren Beobachtungen zu sichern. Es ist lange ein allgemein an. frnft" hra(?rtCdSd'ClrauC! gewesen, daß auf eine Waffen- ftiuftanbspagge nicht gefeuert werden darf und doch haben

b» äntäffen w-h,md b« IP-» Krieges verletzt gesehen.

Niemals wird ein auswendig gelernter Artikel Sol- baten überzeugen, einen regulären Feind (Abschnitt 24) tn ber nicht organisierten Bevölkerung, welchespontan" »r ^n^Jtnttlcbc) SU den Waffen greift und jeden Augenblick bti Tag und Nacht deren Leben in Gefahr setzt, u. «nllCfcn;. Aw Verwirklichung gewisser Erfordernisse be8 Manuals dürste unmöglich fein; z. B. die Fdentisi- aerung der Gefallenen nach einer großen Schlacht. Andere @rfotbermffe wurden ber Kritik offenstehen, wenn nicht bie 6ln «Unfl H°r Worte, wiewenn bie Umstände es

toenn cS Methan werden kann", "wenn notwendig" ihnen eine Elasticität gäbe, aber für bU fte auferlegen, durch die unerbittliche Wirklichkeit gebrochen werden müssen. w

. der Meinung, daß im Kriege, wo alles

mdivivuell sein muß, bie einzigen Artikel, die sich als

Reifen werden, diejenigen sind, bte besonders an ben Befehlshaber gerichtet werben. Solcher Art sinb bie foaX^bi^T1*s /Uf bic verwundeten, bie Kranken, bie Aerzte unb chirurgischen Geräte. Die allge- L ^,^?-nnung b-eser Grundsätze und derjenigen, die iÄi^^fangene beziehen, würde einen entschiedenen Fort- j^rttt in der Richtung des von dem Insitut de droi

Anzeigen nimmt! entgegen die Expedition d. Blatte» sowie b. Annoncen-Bureaux von «. L- Daube L So.in Frankfurt a. M; Jüger'sche Buchhandlung daselbst!; Hermon rasche Buchhandl.

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s Zn-eigen nimmt entgegen: | die «Äedittou d.vlattel, I sowie d.Annoncen-Bureaux von Th. Dietrich & So. in Raffel und Hannover; Th, Dietrich in Frankfurt a.M.; Haasenüein & Logier in Frankfurt s- M., Berlin. Leipzig, Mu il; Rudolf Mvffc in Berlin, x-a«k- fKtte.2R.tL

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Sresta.

Roman von Emily Cameron.

Deutsch von August Frenzel.

(Autorisirte Uebersetzung.) tFottsetzung)

»Der arme alte Heywood ist taub, MrS. Clifford, unb hört baher nicht, was er sagt. Das ist ein wenig mißlich für Sic/'

»Sehr", antwortete ich ebenfalls lachend.Aber ich bin froh, daß feine mir zugefügte Beleidigung unbewußt geschah; über seine offenherzige Bewunderung brauche ich nicht böse zu sein."

»Er ist ein glücklicher Bursche. Wir andere, die wir bie eigenen Worte hören, müssen unsere bewundernden Ge­danken für uns behalten."

»Wie entsetzlich!" antwortete ich, über sein Kompliment spottend, übrigens wünsche ich, Major Heywood würde mich nicht so anstarren. Ein Augenglas ist mir immer unheimlich.

»ES ist in der Thal ein abscheuliches Werkzeug, täu­schend und belästigend. Bitte, sehen Sie Heywood jetzt einmal an, sieht es nicht aus, als ob er entsetzlich schielt."

Ich sehe auf; daS unbewaffnete Auge des MajorS ist ängstlich seiner beleidigten Gattin am oberen Ende de« Tisches zugewendet, während fein bewaffnetes Auge durch ein Spiel des Lichtes von den Armleuchtern immer noch gedankenvoll auf mich gerichtet scheint.

Der Effekt ist so drollig, daß wir Beide sehr lachen. Ich beginne eben ein wenig aufzuleben, da bemerke ich, Mrs. Leith mich ernst ansieht, und daS machte mir Gewissensbisse; ich fühlte mich ber Aneignung fremden

Eigentums schuldig. Bin ich doch ausdrücklich davon unter« rietet worden, daß Mr. Flower für sie bestimmt ist und daß man ihn daher nicht in Anspruch nehmen darf

Ich erachtete es somit für klug, mich zu bescheiden, überlasse den jungen Flower sich selbst und Mrs. Leith lächelte mir wieder zu.

Mrs. Leith war mir nicht unangenehm. Sie sprach laut, hatte eine lebhafte Art sich zu geben und ihre Kon­versation, obwohl geistlos unb fabe, war nicht bösartig unb tdj bürste annehmen, daß wenn ich nicht Veranlassung gebe, fie sich mir in feiner Weise unangenehm zeigen werbe. Obnc besonberS hübsch zu fein, lag doch ein gewisser Reiz tn ber Form ihres «einen Kopfes und in ihrer feinen sticht ungraziösen Figur; überdies war sie mit sehr gutem Geschmack gekleidet.

Gute Kleidung trägt ja so sehr viel dazu bei, eine Frau liebenswürdig zu machen und sowohl mit Männern wie insbesondere auch mit den Frauen in Harmonie zu erhalten. Denn keine Frau ist unfreundlich oder gar unzu­frieden mit sich selbst, wenn sie weiß, daß ihre Kleider gut sitzen und für die Gelegenheit passen.

Das behagliche Bewußtsein, einen günstigen Eindruck 8« machen, verleiht ihrem Gemüt eine Heiterkeit, der gegen« zurücksteht^ ^ur'rieben^eit eineS guten Gewissens weit ... $cbe.$£au, die innerlich übet ihre Kleidung beruhigt ift, zeigt sich denn auch gewöhnlich nachsichtig und milde gegen bte kleinen Sünden ihrer weniger gut gekleideten Schwestern und Mrs. Leith, glaube ich, verzieh mir deshalb um so leichter die Aufmerksamkeiten des jungen Flower; eine Rlvalltat in Dingen der Toilette würde sie mir viel­leicht nie vergeben haben.

Als das Mittagessen ohne weiteren Zwischenfall beenbet .war, begaben wir uns bie Damen ber Sitte gemäß tn ba6 Besuchszimmer. Dem Elenbe, welches wir in solcher Wf" be- Mahlzeit, in ber wir Frauen auf gegen« fettige ßieben8rourbigfciten angewiesen sinb, zu ertragen haben, ist nichts vergleichbar. 8 8

p. Da wird die volle Schale deS Grimmes übet bie Häupter ber jüngeren unb ber Neulinge ausgeschüttet unb 2 " Mienen, Spötteleien unb verschleierten Winken

SUmnwVZ ^ toit 6011 b<m ^d- wirklichen l o 'M* Featherstone unb MrS. Leith erörterten lebhaft bas allgemeine Verhalten junger Mädchen bei Tafel unb wanden sich mit gelegentlich zu, als wollten sie mich mit in die Konversation entschließen. W

»L°dy Snobbingtown labet junge Mädchen nie zu ihren anW' ba6***606,1 "W

"S°. ist es auch in der Thal," erwiderte Mrs. Leith, welche die Bemerkungen ihrer Freundin meistens bestätigt.

Aber die Armen haben doch auch bas Bedürfniß iu fretfen , wagte ich, allerdings mit einem leisen Anflug von Spott, zu bemerken. 8

.Mrs. Featherstone steht über mich hinaus, als ob fie mich nicht gehört habe. 1

m"Mirist es unerträglich," sagte sie scharf,wenn junge Mädchen bet Tisch bte Aufmerksamkeit bet Herten auf sich zu lenken suchen." 1 w

(gottfetung folgt.)