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J Nr. LS.

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«»»eigen nimmt «Margen: tie Expedition d.Blatte«, sowie d.Annoncen-B«reaur von LH, Dietrich & (So. in Raffel und Hannover; Th. Dietrich in Arantfurt a.M.; Haajenffein L Logier in Kraniftrrt a- M., Berlin, x.lpjtg, Löln re.; Rudolf Äofie in Berlin, Freut- tatiffl.it

Jliacfiltrg, Sonntag, 30. Jannar 1881.

XVI. Jattgaig

GnhesW jrituug.

Anzeigen nimmt« entgegen die Expedition b. Blatte» sowie d. Annoncen-Bureaur von (B. L- Daube &5o. in Frankfurt a. M; JLger'sche Buchhandlung bafdbfc Hermann'sche Bnchhandl. daselbst; Jnvalidendaul in Berlin; ® LLieueö in «berfeld; L. Schlotte in Breme».

Erscheint täglich außer m, den Wetttagen nach Sonn- und Feiertagen. Preis für daS Quattal mit der wSchentlichen Bellage „Jünstrirted Sonata,SblNtt" durch die Expedition lRoch'sche Buchdruckerei) bezogen i't «art, durch du Postämter deS Derttfchen Reiches L «art 50 Psg. (excl. Bestellgebühr). -InsertionSgebühr für die gespaltene S 10 Pf, Kür m der Erpel ttiuu zu ettherlende Auskunft und Annahme von Adressen werden 25 Psg berechnet.

Bestellungen für die Monate Februar und März der

Bberhessischen Zeitung mit deren Gratisbeilage Jlluftrirtes Sonntagsblatt bitten wir baldigst machen zu wollen.

MF* Die Landpostboten nehmen auf dem Lande Bestellungen entgegen.

Die Expev. I. Oberh. Zeitung.

Die Steuerreformvorschläge der Konservative«.

Nachdem der Abg. v. Rauch Haupt in der gestrigen Sitzung des Abgeordnetenhauses die Grundzüge der von den Konservativen geplanten Steuerreform erwähnt hat, wollen wir diese Grundzüge noch einmal an dieser Stelle skizzieren, und zwar in etwas ausführlicherer Weise, wie dies in unserem Berichte über die gestrige Sitzung ge­schehen ist:

„Die Reform der Personalsteuern hat in der Weise zu geschehen, daß unter Verschmelzung der Klasien- und Ein­kommensteuer zu Einer, die Steuersätze bei der untersten Stufe mit 3/4 des bisherigen Betrages beginnen und pro­gressiv bis zu dem Maximalsatze von 4 pCt. derart fort­schreiten, daß der Satz der bisherigen Einkommensteuer von 3 pCt. erst bei einem Einkommen von mehr als 9000 Mark er­reicht wird.

Die Steuereinschätzung erfolgt unter Mitwirkung ge­wählter bürgerlicher Elemente auf der Grundlage von Deklarationen, welche von den Steuerpflichtigen erfordert werden. Eine eigentliche Selbsteinschätzung findet jedoch nicht statt. Wissentlich falsche Angaben sind unter Strafe zu stellen.

Die jeder Begründung entbehrende Kontingentierung der Klassensteuer ist aufzuheben.

Die Reform der ErtragSstcuern hat in der Weise zu erfolgen, daß daS gesamte fundierte Vermögen:

daS Grundvermögen,

das im Gewerbebetriebe angelegte Kapital, daS Zins- und Rentenkapital

einer gleichmäßigen Besteuerung unterworfen wird."

Der vorstehende Steuerreformplan läßt die Frage unbe­rührt, in welcher Weise nach Absicht deS BerwendungSgesrtzeS eine Ucbcrweisung oder ein Erlaß der Klasicnsteuer, sowie der halben Grund- und Gebäudesteuer stattsinden soll. Die Entscheidung hierüber kann erst bei der Beratung deS Ber» Wendungsgesetzes erfolgen.

Freda.

Roman von Emily Cameron.

Deutsch von August Frenzel.

(Autorisirte Uebersetzung.) t Fortsetzung.)

O, ich finde das so beschränkt nicht und zudem bin ich eine große Freundin enger, kleiner Häuser; das Ihrige ist so gemütlich. Kleine Zimmer sind immer gemütlicher als große, in denen zu Eddington verliert man sich ganz. Ich versichere Sie, ich bin völlig eingenommen, von ihrem kleinen freundlichen Hause." Dies wurde mit huldreichster Herablasiung gesagt.

Ich begann mich mit ihrem Bruder zu unterhalten, denn ich konnte ihr nicht länger zuhörrn und PapaS lächeln­des und entzücktes Antlitz sehen, wenn er auf ihr gleißnerischeS Geschwätz antwortete.

Schweigend machte ich einige weise Betrachtungen über die außerordentliche Leichtigkeit, mit der ein Mann von Geist und Misten sich von einer hübschen und schlauen Fräu fangen laßt. Einige kleine Redensarten, ein wmig Enthusiasmus, ein Lächeln und e« ist geschehen; im Triumph wird der Gefangene hinter dem Siegeswagen hergesührt.

Als Mrs. Featherstone endlich das abgestandene Thema von der Küche verließ, griff sie Papa an seiner schwachen Seite an, indem sie eine Reihe eifriger und wißbegieriger Fragen über sein viel geliebtes Steckenpferd, das Wörter­buch, aufwarf. Nun wußte ich, daß ihr Sieg vollständig sein und daß sie Papa zu ihrem, an Händen und Füßen gefesselten, Sklaven machm werde.

„Ich hatte keine Idee, daß Clara so großes Jntereste

Deutsche« Reich.

Berlin, 28. Jan. Der Verlauf der Debatte über den Windthorst'schen Antrag wird jetzt in ultramontanen Blättern als ein Erfolg der Partei verkündet. Dieselbe muß sehr bescheiden geworden sein und hat jedenfalls die Motivierung des Antrags vergessen, wenn sie den Verlauf der Debatte schon al« einen Erfolg ansteht. Bekanntlich wurde der Antrag lediglich als ein Mittel dargcstellt, um den Notstand in der katholischen Kirche zu mildern, und jede weitere politische Tendenz abgelehnt. Wenn jetzt eine Aenderung in Bezug auf die thatsächlichen Verhältnisse in keiner Weise erzielt ist, dagegen die politistze Wirkung allein betont wird, so wird man schon hieraus erkennen, daß es damit nicht ernst gemeint sein kann. Aber auch die poli­tischen Folgen dürften schwerlich zum Vorteil der ultra­montanen Partei sein, denn eine wie große Versöhnlichkeit auch in allen Parteien hcrvorgetreten, so ist doch da» End­resultat der Verhandlungen die Erkenntnis, daß eigenllich die Anzeigepflicht der geistlichen Vorgesetzten conditio sine qua non jeder weiteren Nachgiebigkeit ist. Dies wurde nicht blos vom Kultusminister, sondern in gleicher Weise von liberalen Rednern hervorgehoben. ES ist aber zweifel­haft, ob dies der ullramontanen Partei als Vorteil er­scheint. — Alle Zeitungsnachrichten über die bevorstehende Ernennung an Stelle des nach Kiel versetzten DirettorS im Marinedcpartement, Vice-Admiral Bätsch, sind verfrüht und bloße Mutmaßung. — Die Thatsache, daß der Fleck­typhus gegenwärtig in verschiedenen Provinzen auftritt und wegen seiner AnsteckungSfähigkett die allgemeine Gesundheit und Tod in hohem Grade gefährdet, legt die Notwendigkeit nahe, die größte Aufmerksamkeit auf die frühzeitige Er­kennung dieser Krankheit zu richten, damit die Schutzmaß- regrln so rasch als möglich in Wirksamkeit treten können. Der Kultusminister hat daher Veranlassung genommen, die wesentlichen, hierbei vvHugSweise in Betracht kommenden Gesichtspunkte von kompetenter sachverständiger Seite auf­stellen zu lassen, um dadurch Anhaltspunkte für die Dia­gnose deS Flecktyphus zu gewinnen. Diese Ausarbeitung der Gesichtspunkte soll den Kreismedizinalbeamten mitge­teilt und ihnen aufgegeben werden, den Inhalt derselben nichtbeamteten Aerzten in geeigneter Weise zur Kenntnis zu bringen. — In verschiedenen Bezirken ist die Thätigkeit deS Bezirksvorstandes des neu gegründeten Brandver- sicherungs-VereinS preußischer Forstbeamten dadurch behin­dert gewesen, daß ihnen zur Bewältigung der Arbeitslast nicht die erforderliche Bureauhilfe zu Gebote stand. Bei dem unverkennbar großen Interesse, welches der Staat an einer gedeihlichen Entwickelung des Vereins hat, haben die Minister des Innern, der Finanzen und der Landwirtschaft den Regierungen empfohlen, daß die erforderliche Arbeits­hilfe durch das Bureaupcrfonal ohne Entschädigung geleistet werde. Notwendige sachliche Ausgaben htt der Verein zu an Büchern nimmt", sagte Mr. CurttuS leise zu mir, sie neugierig betrachtend.

„Ich glaube auch, daß sie bis eben jetzt kein Jnteress dafür hatte," antwortete ich lachend.

ES darf angenommen werden, daß George CurtiuS seine Schwester ziemlich gut kannte, aber trotz seiner ruhigen brüderlichen Bewunderung, die er offenbar für sie hatte, setzte er doch nicht so unbedingten Glauben in sie, wie er ihn vielleicht gehabt hatte, wenn er nicht chr Bruder ge­wesen wäre.

«Ich hoffe, liebe Freda, daß Du mit Clara gut harmo­nieren wirst."

„Ich denke", sagte ich, jedoch in sehr zweifelndem Tone.

Clara, willst Du Freda nicht den Zweck unseres Besuches erklären? wendete er.sich dann laut an seine Schwester.

„£), gewiß. George und ich, wir kommm, um zu fragen, ob Sie, Freda und Mr. Clifford, nicht für nächste Woche zu uns herüber kommm wollen. Ich habe die Ab­sicht das Haus zum Zwanzigstm mit Gästen zu füllen und Einige aus der Nachbarschaft zu einem kleinen Tanz einzu- ladm. Hoffenttich werden Sie kommen und mit von der Gesellschaft sein."

«Ja, meine Liebe, das wird auch eine Gelegenheit sein, Dich meinen Freunden, als meine zukünftige Frau vorzu­stellen." Damit legte George CurttuS seine Hand gütig auf die meine.

Ich zögerte mit der Antwort. Die Aussicht auf daö Vergnügen lockte mich, aber der Gedanke, damit öffentlich mein Geschick zu besiegeln, meine Verlobung vor der Welt proklamiert zu sehen, das ließ mein Herz sinken.

erstatten und eS können Anträge auf Gewährung von Remunerationen aus dem Vereinsfond« an solche Beamte gestellt werden, welchen besonders erhebliche Mühewaltungen erwachsen sind.

Berlin, 28. Januar. DaS Staatsministerium hat folgende Geschäftsordnung für den Volkswirtschaftsrat, deffm Sektionen und Ausschüsse vorgelegt: §. 1. Die Kon­stituierung deS Volkswirtschaftsrats, seiner Sektionen und seine« permanenten Ausschusses erfolgt nach Maßgabe des 8- 9 der allerhöchsten Verordnung vom 17. November 1880. §. 2. Die Referenten für die einzelnen BeratungS- gegenstände werden vorbehaltlich der im §. 8 getroffenen Bestimmung aus der Zahl der Mitglieder deS VolkSwirt- schaftsrateS durch den Vorsitzenden ernannt. §. 3. lieber die Sitzungen des Plenums, der Sektionen und des per­manenten Ausschusses wird durch die von dem Vorsitzenden zu bestellenden Schriftführer Protokoll geführt. Dasselbe hat den Gang der Verhandlungen und deren wesentlichen Inhalt zu verzeichnen, insbesondere: 1) die eingebrachten Anträge und die gefaßten Beschlüsse im Wortlaut; 2) das Ergebnis der Abstimmungen; ist Zählung oder namentliche Abstimmung erfolgt, so ist die Zahl resp. Namensliste der für und gegen Stimmenden in dem Protokolle anzuführen; 3) das Ergebnis der stattfindenden Wahlen. Das Proto­koll jeder Sitzung wird in der nächsten ausgelegt und gilt, wenn bis zum Schluß derselben keine Einwendungen er­hoben werden, als festgeftellt. DaS Protokoll des letzten Sitzungstages stellt der Vorsitzende fest, das Protokoll ist von dem Vorsitzenden und dem Protokollführer zu unter­zeichnen. § 4. Der Vorsitzende eröffnet, leitet und schließt die Diskussion; er erteilt das Wort in der Reihenfolge ter Meldungen, jedoch im Wechsel ver verschiedenen Stand­punkte. Anträge sind auf Verlangen des Vorfitzenden schriftlich zu stellen. §. 5. An der Abstimmung nehmen nur die Mitglieder des VolkSwirtschaftSrate« teil. Der Vorsitzende stellt die Frage und bestimmt die Reihenfolge der Abstimmung. §. 6. Die Beschlüsse werden nach Stimmen- Mehrheit gefaßt; namentlich Abstimmung zu Protokoll kann von einem Drittel der Anwesenden oder von dem Vor­sitzenden beansprucht werden. §. 7. Wenn Mitglieder durch Schluß der Diskussion nicht zum Worte gelangen, so ist ihnen gestattet, ihre Erklämng schriftlich al« Anlage zu dem Protokolle zu übergeben. Bei Veröffentlichung der Verhandlungen sind diese Erklärungen mit Namensnennung wiederzugeben. §. 8. Jede Vorlage wird in der Regel den SeklionSausschüffen zur Prüfung überwiesen und von jedem derselben ein Referat für den permanenten Ausschuß bestellt. — ES wird mitgeteilt, daß der Reichskanzler bei dem vorgestrigen parlamentarischen Diner u. a. betont habe, wie sehr er sowohl, als der Minister deS Innern die bal­dige Erledigung der Kreisordnungsentwürfe wünsche und daß man sich nötigenfalls wiederum vor einer kurzen Nach-

Doch während ich überlege, um eine unbestimmte Ant­wort zu finden, nimmt Papa die Einladung mit Eifer und Freude an.

„Ich werde die Bücher und Manuskripte mitbringen George. Wir werden da manche« fördern können; MrS. Featherstone und Freda können ja sehr gut die Gäste unter­halten", sagte er.

Ja, ich werde die Gäste meines Bruders schon zu unter­halten wissen, Mr. Clifford", bemerkt Mr«. Featherstone bedeutungsvoll. Sie legte keine gehässige Betonung in diesen Satz und ihre Augen sind auf ihren Diamantring, den sie langsam um ihren etwas plumpen Finger dreht, gerichtet, nach meiner scharfen Auffassung aber bedeuten, ihre Worte: Ich werde die Gäste unterhalten. Ihre Tochter hat dabei absolut nichts zu Jagen; sie wird gut thun, sich da nicht hinein zu mischen!

Aber die Männer merten natürlich nichtS.f

«DaS ist ja eine ganz charmante Frau!" rief mein Vater aus, nachdem unsere Gäste davon gefahren waren und wir uns wieder allein befanden.

Ich schwieg.

„Du bist wirklich ein Glückskind, Freda, eine so außerordentlich angenehme Person als Schwägerin zu er­halten.

„Es freut mich, Papa, daß sie Dir gefällt. Ich weiß nicht, ob es mir ebenfo geht; aber ich bin sicher, daß sie mich nicht mag."

Papa stutzte und betrachtete mich über feine Brille weg mit unverkennbarem Erstaunen.

(Fortsetzung folgt.)