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Nr. 20.

Nlarkurg, Dienstag, 25. Januar 1881.

Nr. 18.

Jliatßlirg, Sonnabend, 22. Januar 1881.

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und heute von den behandelten Aerzten ausgegebenen Bulletins ist zwar in dem Allgemeinbefinden der Frau Prinzessin einige Besserung eingetreten, jedoch dauern die Sehstörungen noch fort. Die gestern Abend im festlich geschmückten Saalbau zur Erinnerung an die vor zehn Jahren zu Versailles erfolgte Kaiserproklamation veran­staltete Feier war aus allen Kreisen der Einwohnerschaft sehr zahlreich besucht nnd nahm den schönsten Verlauf. Die Reihe der Toaste eröffnete Rechtsanwalt Osann mit einem reiche historische Rückblicke enthaltenden Trinkspruch auf den Kaiser, der begeisterten Anklang fand. Ihm folgten der von Buchhändler Bergsträßer ausgebrachte Toast auf den Großherzog, den Führer der hessischen Division im Kriege von 1870/71, und sodann weitere Reden und Hoch­rufe auf die deutsche Armee, die deutschen Brüder im Aus­lande, die deutschen Frauen, die deutsche Jugend u. s. w. Den musikalischen Teil deS Festes besorgte die Kapelle Adam uud die Turnersingmannschaft in trefflichster Weise.

München, 20. Januar. Der Landtag wurde heute eröffnet. Der Minister des Innern bringt ein Vollzugs­gesetz zum Reichs-Viehseuchcngesetz und eine Wahlgesetzno­velle ein. Der Minister hält die Reform deS Wahlgesetzes für aussichtslos, dagegen die Revision der Paragraphen 11 und 13, ebenso die Einführung permanenter Wahllisten für unelräßlich. Die nächste Sitzung findet am 29. Ja­nuar statt.

Deutsches Reich.

Berlin, 20. Januar. Der Botschafter deS deutschen Reichs Graf Hatzfeldt kehrt in etwa 10 Tagen auf seinen Posten in Konstantinopel zurück, nachdem derselbe vorher seine erkrankte Mutter in Wiesbaden besucht hat. — Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Der Entwurf deS Unfall» versicherungsgefetzeS wird bereits heute den BundeSrat be­schäftigen. Voraussichtlich wird beschloffen werden, den Ent­wurf den einzelnem Bundesregierungen zur Aeußerung zu­gehen zu kaffen. Auf diese Weise wird dann auch der als Präsidial-Antrag eingegangene Entwurf an die preußische Staatsregierung gelangen, welche vor Abgabe ihres Votum 3 den Volkswirtschaftsrat hören wird. Unter den heutigen BundeSralSvorlagen befindet sich der Entwurf, betreffend Abänderung der Artikel 13, 24, 69 und 72 der Reich Verfassung. — Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht eine wei­tere auf den deutschen Ausfuhrhandel bezügliche gutachtliche Aeußerung eines Odessaer Kaufmanns, welche die deutschen landwirtschaftlichen Maschinen als nicht für den russischen Export geeignet bezeichnet und hcrvorhebt, die deutschen Fabrikate seien zu schwach für den nur wenig kultivierten Boden Rußlands, sowie zu kompliziert für den Gebrau h der russischen Bauern und Arbeiter. Ein Korrespondent aus Kischenew in Bessarabien empfiehlt pünktliche Einhal­tung der Lieferzeit, gute Verpackung und richtige Deklaration als die Grundbedingung des Geschäfts. — Die „Nortd. Allg. Ztg." wendet sich gegen daS politisch- Schwarzseher- tum in der Orientfrage, führt dasselbe auf Uebertteibungen und Entstellungen zurück und hebt hervor, die Diplomatie rühre sich allerorten und erkenne in der Position, deren Umriffe das Cirkular der Pforte andeute, einen bequemen Ausgangspunkt zu weitercnU nterhandlungen. ES sei wohl mehr eine Form- als eine Tendenzfrage, über welche die Mächte zur Beantwortung der türkischen Rote ihre Mei­nung austauschten.

•» Berlin, 20. Jan. Für den Zusammentritt deS VolkSwirtschaftSratS ist, wie ich höre, der 27. Januar in Aussicht genommen. — Das Reglement für die Prüfungen der Kandidaten des höheren Schulamts vom 12. Dez. 1866 enthält keinerlei Bestimmung darüber, wann die Prüfui gS« gebühren einzuziehen sind; ferner ist in § 13 nicht be­zeichnet, welche Folgen das Erlöschen der Prüf mgsaufgaben bezüglich der Zulässigkeit einer erneuten ? teldung und bezüglich der Prüfungsgebühren hat; endlich sind für den Fall eines freiwilligen Rücktritts eines Kandidaten vor Ablauf der für die Ausarbeitung der schriftlichen Haus­aufgaben gesetzten Frist keine Bestimmungen gt troffen. Um diese Unsicherheit zu beseitigen, hat der Kult lsminister in einem Erlaß vom 14. Januar bestimmt, daß die Prüfungs­gebühren seitens der Prüfungskommiffion bei dem die Annahme der Meldung erklärenden Bescheide einzuzichen

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Freva.

Roman von Emily Gameten.

Deutsch von August Frenzel.

(Autorifirte Uebersetzung.) «Fortsetzung.)

Er ängstigte mich, wie ein lebendiger Feind. Ich vergegenwärtigte mir, wie meine Hände ihren Halt ver­lieren und ich vorwärts falle: ein kurzes verzweifeltes Ringen in der Brandung, — dann bin ich wczgewaschen in das tiefere Wasser hinaus.

Ich versuchte an Anderes zu denken, aber meine Ge­danken lassen sich nicht abziehen. Wieder und wieder spielte das Schreckliche vor meinen Augen, so lebendig, daß cs mir scheint, ich sehe meinen eigenen, armen matten Mörper, überflutet von dem Salzwasser, vor mir hinaus- Anciben in die See.

i sch' Ich glaube wirklich, hätte ich dort fünf Minut.n länger v-^och verweilen müssen, so wäre ich wahnsinnig geworren * <ehb meine grauenvolle Phantasie hätte sich erfüllt.

toi1 Aber der Schein einer Laterne, Ruderschall und Rufe Kon Männern weckten mich zu neuem Leben.

Ko „Hier — hier I" rufe ich.

Ab- Uno im nächsten Augenblicke ist Mark Thistleby — dieiin Perseus, wie ich ihn im Stillen nenne — unten an ■ir Stelle, wo ich stehe. Ich lasse den GraSbüschel loS v<mb sinke, nicht in die See, aber in seine Arme.

? DaS Boot wurde abgestoßen uno ich war gerettet.

Halb erholt hörte ich auf MarkS eilige Erklärung.

Verstanden Sie, wie e» war? Nein? Ach, für welch' bösen Menschen rnö^rn Sie mich gehalten haben! Ich fand daS Boot stark beschädigt.

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sind, ferner daß wenn ein Kandidat innerhalb der gestellten Frist die schriftlichen Arbeiten nicht eingereicht hat, die Prüfungskommission die Aufgaben für erloschen zu erklären hat. Die Gebühren verfallen dann der Gebührenkaffe und die Prüfungskommiffion kann einen Zeitraum bis zu 6 'Monaten bestimmen, innerhalb dessen das Prüfungs­gesuch nicht erneuert werden darf. Die gleichen Folgen treten ein, wenn ein Kandidat seinen Rücktritt vor der Prüfung erklärt hat. Nur bei Verhinderung durch Krank­heit oder andere erhebliche Gründe kann eine Rückerstattung der Hälfte der Gebühren stattfinden. Wenn ein Kandidat der Vorladung zur mündlichen Prüfung nicht Folge geleistet hat, so ist der erneuten Vorladung die Erklärung beizufügen, daß ein zw :ites Versäumen des Termins das Erlöschen der gestellten Aufgaben und der eingelieferten Arbeiten zur Folge hat. — Nach den Mitteilungen unserer Zeitungen sollten in Leipzig slavonische Dratbinder im Monat Dezember v. I. am Fl cktyphus zur ärztlichen Behandlung .gelangt sein. Wie ich höre, wurde dieser Fall auch von Leipzig aus durch Vermittelung des RcichSamts des Innern in Berlin zur Anzeige gebracht. Da die flavonischen Dratbinder ein umher ziehendes Leben führen, so sind Ermittelungen ange­stellt worden, ob ein weiterer Ausbruch des Flecktyphus statt jkiunden hat. Diese haben Folgendes ergeben: In dem b:i Zeitz belegenen Dorfe Kleinostde sind 2 Fälle von Flecktyphus amtlich festgestellt. Seit etwa 10 Jahren woh ten daselbst in einer besonderen Herberge slavonische Dratbinder, welche unter einem Meister Gegenstände von Drei anfertigen und im Kreise hausierend verkaufen. Die'elbcn werden auch von nicht zu ihnen gehörigen Slovakea ausgesucht. So befand sich daselbst vom 18. bi« 20. Dez. 1880 ein gewisser Bojan, welcher sich vorher im Gasthofe zum Stern bei Gera aufgehaltcn hatte. In diesem Gasthofe herrschte unter den Slovakcn der Fleck­typhus. Äojon ist sodann in Leipzig am Flecktyphus er­krankt und im dortigen Krankenhause behandelt. Zn Klein- oside wurde am 25. Dez. durch den Vertreter deS Phystkats Dr. Stumpf zu Zeitz bei einem der Kolonie angehörigen und ein m aus Zwickau zugereisten Slovaken der Fleck- typhils konstatiert. Es wurden alsbald die nötigen Maß- regel-, angeordnet; auch sind alle Behörden durch das Kultus­ministerium angewiesen, auf die slovakischen Dratbinder und andere umherziehende ausländische Gewerbetreibende sowie deren hygienischen Verhältnisse ein wachsames Auge zu haben. ES reiht sich hieran die Frage, ob nicht allge­meine Maßregeln zu ergreifen fein werden, um die Gefahr der Brrfchleppung von Krankheiten durch umherziehende Ausländer zu verhüten.

Darmstadt. 19. Januar. Die Frau Prinzessin Karl, Mutter des Großherzogs, ist am vorigen Freitag in Folge e'ner heftigen E.kältung an Schwindelansällen erkrankt, wobei sich Sehstörungen geltend machten. Nach den gestern

Durch Andränge n der Flut hatten die Felsen ein starkes Leck in den Boden gestoßen. Ich steckte meine Weste b, das Loch, aber das genügte nicht, es sicher zu machen und mit uns Beiden hätte es sinken müffcn. Ich wußte erst nicht, was ich thun sollte: eS schien mir schreck­lich, Sic allein zu lassen, aber eS war das Einzige, was ich thun konnte. Ich ruderte, als gelte es mein Leben, aber von fünf zu fünf Minuten mußte ich einhalten und mit mei.icm Hut das Waffer ausschöpfen. Sie wußten, daß ich wicderkommen würde? Nicht wahr? Wie tapfer Sie sich gehalten haben!

Ich konnte ja nicht anders! sagte ich, und dem war so, aber ich weiß doch kein süßes Kompliment, daS meinen Ohren je so angenehm gewesen ist, als jenes Lob.

Wir waren unterdessen rasch au« der Bay gerudert.

Die beiden Männer, welche Mark mitgebracht hatte, ruderten, und wir saßen im Fond des Bootes.

Mark hatte für einen dicken, normen Shawl gesorgt und wickelte mich da hinein.

„Ich habe nichts, ihn zu befestigen, ’t wird ihnen von den Sibult-rn fallen — stört es Sie, wenn ich ihn halte?"

Ich antwortete nicht und er nimmt mein Schweigen als Zustimmung, bann legte er, um den Shawl zu hallen, seinen Arm um mich und zufällig — ich weiß nicht —

ich fehr müde bin, — ich weiß nicht wie eS kam — lehnte ich mich an feine Schulter.

„Arme, kleine Händchen, wie kalt sie sind!" sagte er und legte die seine darüber. Sie sind kalt, seine ist warm, uud ich ziehe meine nicht zurück.

Danach sprach keines von uns, während einer langen Zeit.

O, selige, segensvolle, glückliche Nacht! Der Wind

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blatte« sowie d. Annoncen-Bureaux von B L- Daube & Co. in Frankfurt a. M; JSger'sche Buchhandlung daselbst!; Hermann'sche Bnchhandl. daselbst; Jnvalidendanl in Berlin; W LhieneS in Elberfeld; 6. Schlotte in

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Anzeigen nimmt entgegen: die Expedition b.Blatte«, sowie d.Aunoncen-Bureaux von LH, Dietrich & Co. in staffel und Hannover; Th. Dietrich in anksurt a.M.; Haaie^ ... & Bögler in Dr- c a M., Berlin, Ckln tu; Rudolf Steift :.k Berlin, Zranl- fnt* s 'il „

Bu-laod.

Paris, 19. Jan. Der „National* schreibt offiziös; „Es hat sich das Gerücht verbreitet, daß die Emission drei- prozentiger amortisierbarer Rente, von der man in letzter Zeit soviel gesprochen hat, schon im Laufe des Februar stattfinden sollte. Nach unseren eigenen Informationen bleibt der Zeitpunkt dieser Emission nach wie vor auf den Monat Juli festgesetzt. Der „Temps" erklärt dasselbe und führt aus, daß die bisherigen Ausgabm für die lau­fenden öffentlichen Arbeiten aus den disponiblen Beständen deS Staatsschatzes gedeckt werden konnten, womit man in dm Budgets von 1879 und 1880 eine Ersparnis von 34 Millionen, die darin schon für die Verzinsung der eventuell zu emittierenden Renten angesetzt waren, bewirkt hätte. Noch jetzt habe der Finanzminister Schatzscheine im Be­trage von 44 Millionen Franks mit kurzer Frist zu seiner Verfügung und überdies sei er durch das Budgetgesetz vom 28. Dez. v. I. ermächttgt, Schatzbonds in Höhe von 400 Millionen Francs auszugeben, während deren bei Beginn des neuen Finanzjahres kaum für 2 Millionen Francs im Umlauf gewesen seien. Mit Hülfe einer ganz leichten Erhöhung des Zinsfußes dieser Bonds werde es dem Staate ein leichtes sein, für dieselben die alte Kundschaft zu gewinnen und so abermals eine sehr erhebliche Ersparnis im Budget zu erzielen. Endlich werde der Finanzminister, geht und es regnet; die See ist stürmisch und die Suft bitter kalt. Unser Boot ist das unbequemste, das man sich denken kann und doch! nicht halb so berauschend kann eine Meerfahrt in reich gepolsterter Gondel, unter Italiens Himmel, in feinen Orangen- und Citronen-Blüthen-Duft erfüllten Mondscheinnächten sein, als diese stürmische Stunde auf den bewegten Wassern der Devoshire-Küste.

Ich fühlte mich seltsam, unerklärlich, vollkommen glück­lich: kein Gedanke an George Curtins kommt mir in den Sinn, als habe der gute, alte Mann niemals existiert. Ich bin allein mit Mark Thistleby — die Ruderer zählen niü t, es ist so dunkel, daß man ihre Gesichter nicht sehen kau» — und ihm gehörte mein Herz! Das habe ich damals schon gewußt, später noch oft genug empfunden. Dieser Mann, den ich gestern noch nicht kannte, gilt mir heute als der Vortrefflichste und Liebste unter den Menschen.

DaS ist eine Thorheit, ist nicht musterhaft, ist schlecht, wenn man will, aber morgen kann ich diese Thorheit ja bekämpfen; morgen will ich sie aus meinem Herzen weisen, morgen werde ich abreisen, ihn nicht mehr sehen, nicht mehr an ihn denken; aber heute, diesen einen Abend, soll mich der Strom der Glückseligkeit tragen, diese kurze Stunde will ich glücklich sein.

Trotz des kalten Windes, rollte mein Blut schnell durch die Adern und mein Herz pochte laut. Schüchtern blickte ich zu meinem Begleiter auf. Gehörten mir wohl seine Gedanken? O, nein — welche thö richte Einbil­dung! Sein Gesicht ist mir abgewendet, dunkel hebt sich gerade die Kontur seines Antlitzes von dem grauen Himmel ab. Er benft nicht an mich, seine Gedanken sind scheinbar weit weg.

(Scttf tzvng folgt.)

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