chaffnerdienst und die Befähigung der Haltestellen - Vor« .reher. In Bezug auf den zweiten Punkt wird vorgeschlageu, daß diese Personen mindestens dreimonatliche Beschäftigung im Staatsdienst, Fertigkeit im Telegraphieren und Kenntnis der Instruktion über die Behandlung der Apparate und Leitungen, sowie über den dienstlichen Gebrauch derselben, Fähigkeiten über einen dienstlichen Vorgang eine Anzeige zu machen und Kenntnis der für die Verwaltung einer Haltestelle in Betracht kommenden Bestimmungen erlangt haben muffen. — Der dem Reichstage vorgelegte Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Besteuerung der Dienstwohnungen der Reichsbeamten, ist in der letzten Reichstagssession unerledigt geblieben. Die Gründe, welche damals für die Einbringung der Vorlage maßgebend waren, bestehen heute noch. Im Auftrage des Kaisers hat der Reichskanzler beim Bundesrat beantragt, daß der Entwurf unverändert dem Reichstage wieder vorgelegt werde. — CS find Fälle vorgekommen, in denen gegen verwahrloste Kinder auf Unterbringung zur Zwangserziehung angetragen worden war, seitens des Vormundschaftsgerichtes aber dem Anträge in Folge davon nicht stattgegeben wurde, daß die beteiligte Verwaltungsbehörde es nnterlaffen hatte, ihren an sich gerechtfertigten Antrag dem Vormundschaftsgerichte gegenüber durch eingehende Darlegung der in Betracht kommenden thatsächlichen Verhältnisse zu begründen. Um der Wiederholung solcher Fälle nach Möglichkeit entgegenzuwirken, hat der Minister deS Innern die Behörden darauf hingewiesen, daß zur Begründung des Antrages auf Zwangserziehung die Anführung einer strafbaren Handlung allein nicht hinreicht und daß es auch darauf ankommt, die Gesammtführung deS betreffenden Kindes und die Verhältnisse, in denen es lebt, darzulegen, damit dem Vormundschaftsgerichte die Ueberzeugung gewährt werde, daß die zur Anzeige gebrachte strafbare Handlung nicht etwa nur eine vereinzelte Ungehörigkeit sei, wie solche auch bei gut gearteten Kindern hin und wieder vorkommen, sondern ein Symptom der bösen Richtung und der sonstigen Entwickelung, welche das der Zwangserziehung zu unterwerfende Kind genommen hat, sowie daß bei der Persönlichkeit der Eltern oder anderweiten Erzieher des Kindes, deffen Besserung nicht erwartet werden könne und daß mithin seine Zwangserziehung notwendig sei, toenr es aus der Verwahrlosung, in der eS aufwächst, gerettet werden solle. Erfahrungs- mäßig unterbleibt die Zwangserziehung verwahrloster Kinder häufig auch deshalb, weil viele Gemeindebehörden sich in dem Irrtum befinden, als würden die Kosten der Zwangserziehung auf die Gemeinden fallen. Die Regierungen sollen auf die Berichtigung dieser Ansicht hinzuwirken und die Gemeindebehörden ihrer Bezirke eintretenden Falles in geeigneter Weise darüber belehren lassen, daß die Kosten deS Unterhalts und der Erziehung der untergebrachten Kinder dem Staate und den Provinzialverbänden zur Last fallen und daß hiervon nur die verhältnißmäßig geringen Kosten der Einlieferung in die Familie oder Anstalt und der erforderlichen ersten Ausstattung des Zöglings mit den notwendigen Kleidungsstücken ausgeschlossen sind, welche der Ortsarmenverband, in welchem das betreffende Kind seinen Unterstützungswohnsttz hat, zu tragen verpflichtet ist.
Berlin, 17. Januar. Der Kaiser hat eine sehr gute Nacht gehabt und auch weniger gehustet, das Allgemeinbefinden ist gut, nur ist derselbe noch genötigt, daS Zimmer zu hüten. Heute nahm der Kaiser die regelmäßigen Vorträge deS Civilcabinets und der Hofmarschälle entgegen. — Der Reichskanzler Fürst BiSmarck begab sich gestern Nachmittag 4 Uhr zum Vortrage zum Kronprinzen. — Die „Nordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Mitteilungen der Zeitungen und Broschüren, welche den Eindruck beabsichtigten, als habe BiSmarck die beiden Minister Camphausen und Delbrück wider deren Willen auS dem Amte gedrängt, als der historischen Wahrheit durchaus widersprechend und veröffentlicht zwei Briefe BiSmarckS an den Staatsminister von Bülow vom 15. Dezember 1877, sowie einen Brief Bülows an Bismarck vom 26. Dezember 1877, auS welchem dies klar hervorgeht. Bezüglich Delbrücks bemerkt die „Nordd. Allg. Ztg.", daß dessen Rücktritt lediglich auS eigener Initiative hervorging und daß die Bitten BiSmarckS, denen sich dringlich die allerhöchste Unterstützung anschloß, eine Aenderung dieses Entschlusses nicht herbeiführen konnten. —Am Sonnabend fand die Generalversammlung der Victoria-National-Jnvalidenstiftung im Saale des Englischen Hause» statt, welcher, wie alljährlich, der Kronprinz präsidierte. Der hohe Protektor, welcher die stellvertretenden Vorsitzenden, den Ehef der Admiralität v. Stosch und den Geh. Commerzienrat Magnus, zu seiner Rechten und Linken Platz nehmen ließ, eröffnete die Sitzung. Nach Schluß der Geschäftsordnung wandte sich der Kronprinz, wie die „Nat.-Ztg." berichtet, an den Geh.Rat Magnus mit der Frage: „wie er mit dem vergangenen Jahre zufrieden gewesen sei?" Der Angeredetee entgegnete, daß angesichts der Sr. Kaiserlichen Hoheit wohlbekannten Agitation das Jahr für ihn eines der trübsten feines langen Lebens gewesen sei. Wenn ihm nnd unzähligen seiner Glaubensgenossen inmitten dieser traurigen Bewegung ein starker Trost geblieben, so sei es die lebendige Erinnerung an den an dieser Stelle gethanen Ausspruch des Kronprinzen, daß er die Bewegung bebaute und daß sie eine Schmach für unsere Zeit sei. Mit allem Nachdruck bemerkte hierauf der Kronprinz, daß er dieselbe Anschauung beute wie damals hege, daß er die gedachten Bestrebungen aufs entschiedenste mißbillige und verwerfe. Was sein Gefühl dabei am meisten verletze, sei die Hineintragung dieser Tendenzen in
die Schule und die Hörsäle; in die Pflanzstätten des Edlen und Guten sei dieses böse Saattorn hineingeworfen worden. Hoffentlich werde es nicht zur Reife gelangen. Er vermöge es nicht zu faffen, wie Männer, die auf geistiger Höhe stehen oder ihrem Berufe nach stehen sollten, sich hier zu Trägern einer in ihren Voraussetzungen und Zielen gleichmäßig verwerflichen Bewegung hergeben können. Der Kronprinz zog zur Erläuterung dieser Anschauungen eine Anzahl markanter Zwischenfälle der letzten Zeit herbei, wobei er auf die Geschichte der Agitation und ihrer einzelnen Phasen einging. Im weiteren Verlaufe der Unterredung fragte der Kronprinz, ob es wahr sei, daß viele jüdische Familien Berlin zu verlassen beabsichttgen. Herr MagnuS entgegnete, daß ihm kein einziger derartiger Fall zur Kenntnis gekommen sei und er auch nicht daran glaube. Unter den Juden herrsche wohl eine leicht begreifliche und tiefgehende Erregung, aber keinerlei Furcht. Die früheren Worte des Kronprinzen, die Erklärung der Notablen, die Resolution der Berliner Wahlmänner und allem voran die Antwort deS Kaisers an die Stadtvertretungen von Berlin hätten mächtig dazu beigetragen, die feindseligsten Bestrebungen in ihren nächsten Wirkungen abzuschwächen. Der Kronprinz meinte hierauf, auch er gebe sich der sicheren Hoffnung hin, die Bewegung werde langsam im Sande sich verlieren, derartige ungesunde Dinge könnten keinen Bestand haben. Die Unterredung, welche eine Dauer von etwa 15 Minuten hatte, verließ sodann die Frage Schließlich sagte der Kronprinz, wie herzlich er sich des Anteils freue, den man hier und überall der Vermählung des Prinzen Wilhelm entgegenbringe. Sein Sohn thue eine wirkliche Neigungsheirat. Dann verließ der Kronprinz, nachdem er sich von dem Chef der Admiralität und den Übrigen Vorstandsmitgliedern in seiner gewohnten freundlichen Weise verabschiedet hatte, die Versammlung.
— Die „Germania" hört, der Papst habe zwei Domkapiteln die Wahl eines Kapilelvicars anheimgestellt, es handle sich aber nicht um die Gestattung der Wahl von KapitelSvicaren in allen bischofslosen preußischen Diözesen, sondern nur in solchen, welche durch den Tod ihres Ober- Hirten verwaist seien.
Magdeburg, 17. Januar. Ein Parteitag der Fortschrittspartei fand gestern hier statt unter Beteiligung von 250 Delegierten aus der Provinz Sachsen, Anhalt und Braunschweig. Eine Resolution wurde angenommen für daS Zusammenwirken der Fortschrittspartei und der Se- zessionisten bei den Reichstagswahlen.
Dresde«, 17. Januar. Die außerordentliche Generalversammlung der Dresdener Bank genehmigte die Erhöhung des Stammkapitals von 15 auf 24 Millionen und die Begebung der 9 Millionen junge Aktien an ein Consortium. Der Reservefond erhält durch das Agio für die jungen Attien 1,620,000.
Stuttgart, 14. Jan. In der Abgeordnetenkammer wurde gestern wieder Über die Plage des LandstreichertumS interpelliert. Nachdem in dieser Sache die Selbsthülfe so kräftig und allgemein im Lande durchgeführt ist, war die Anregung in der Kammer ziemlich überflüssig. Die ausführliche Antwort deS Ministers des Innern, Sick, der nach langer schwerer Krankheit durch sein lebhaftes Eingreifen in die parlamentarischen Verhandlungen die früher viel erörterte Nachfolgerfrage allmählich zum Schweigen bringt, gab einen Ueberblick über die vorhandenen und fehlenden gesetzlichen Waffen gegenüber der Landstreicher- Plage, wobei er sich in Bezug auf die gesetzgeberischen Wünsche sehr vorsichtig und zurückhaltend ausdrückte. Bezüglich einer Abänderung des Gesetzes über den Unterstützungswohnsitz gegen welches hierzulande vielfach ein erbitterter, in weiten Kreisen populärer Krieg geführt wird, verwies er auf die insbesondere im Norden Deutschlands vorhandene andere Auffassung, welche man nicht außer acht lassen könne, und sagte nur auf Grund noch weiter zu machender Erhebung eine Entschließung der Regierung darüber zu, ob und welche Anträge zu einer Revision des Gesetzes dieselbe stellen werde. Eine Debatte schloß sich an die Ausführungen des Ministers nicht an.
Ausland.
Beru, 14. Jan. Der Bundesrat genehmigte in feiner heutigen Sitzung das von dem eidgenöstschen Militärdepartement aufgestellte Tableau für die in diesem Jahre abzuhaltenden Militärschulen. Betreffend die Zusammenziehung der VII. Division ist bestimmt, daß die Mannschaften am Schluffe der Vorübung am 8. September in die Linie und am 9. in der Gegend von Wyl ccncentriert werden sollen. Bis auf den Divisionspark und daS Trainbataillon, deren Entlaffung erst am 16. September erfolgen wird, werden die Truppen am 15. Sept, wieder des Dienstes entlassen. — Die für Begutachtung der Frage der Revision der Berner CantonSverfaffung eingesetzte Commission des Großen Rates des CantonS Bern hat sich mit 7 gegen 6 Stimmen für den Regierungsantrag auf Vornahme der Revision und über diesen Beschluß anzuordnende Volksabstimmung entschieden. Im ganzen scheint die Revisionslust bei Behörden und Volk nicht groß sein.
Rom, 44. Jan. Tie „Agencia Stefani" berichtet: In der Angelegenheit der Feststellung der montenegrinischen ' Grenze schlägt der türkische Kommissar eine wichtige Modifikation vor; darnach soll die Grmze längs des rechten Ufers der Bojana, dann an dem südlichen Ufer des Salzsees vorbei zum Magurodfiuffe gehen bis zu dem Punkte 9 der Karte des englischm Kommissärs, deren Trace sie alsdann bis zum Skutari-See folgen würde. ES würde
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fangen und die Bedienung niedergemetzelt. Der^ des Feindes ist ungleich bedeutender als der unfrL W Toten des Feindes füllten unsere Tranchcen. (SW» mit obigem Ausfälle überfiel bedeutende feindlich—- unser Lager. Der Ueberfall wurde gleichzeitig
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wurden am 10. Januar nachmittags bi ei Kolonnen zum Sturm geführt, welche nach einem erbitterten Kampfe abends um sechs Uhr sich in den eroberten Vorwerken festsetzten. Am 11. Jan. dauerte die Belagerung fort. Unser Gesamtverlust am 9. und 10. Januar beträgt 8 Offiziere und 102 Soldaten tot, 9 Offiziere und 84 Soldaten verwundet. Ein starkes Gewehrfeuer dauert am 11. Januar fort. Die Führung bet Truppen ist eine sehr heldenmütige.
Belgrad, 17. Jan. Die Thronrede zur Eröffnung der Skuplina betont die guten Beziehungen mit allen Staaten und ist äußerst befriedigt über den Empfang des Fürsten Milan seitens der Kaiser von Oesterreich und Deutschland. Die Thronrede konstatiert mit Befriedigung die Eröffnung diplomatischer Beziehungen zu Griechenland und erwähnt den sympatischen Besuch des Fürsten von Bulgarien. Die Thronrede betont, das Ziel der auswärtigen Polittk bestehe darin, die freundschaftlichen Beziehungen zu allen Staaten weiter zu entwickeln und die Sympatien der Völker des Orients gegenüber dem serbischen Volke zu stärken, die alten Freundschaften zu erhalten und neue zu gewinnen. Der Fürst hofft auf eine baldige voll- ständige Einigung mit Oesterreich - Ungarn betreffs des HandelSverttages und der Lösung der Eisenbahnftage, sowie auf die genaue Durchführung der mit Oesterreich geschloffenen Eisenbahnconvention, an welche die Ehre und daS Interesse Serbiens engagiert sei.
Aonstautinopkl, 17. Jan. Die Pforte versandte am Sonnabend an ihre Vertreter im Auslande auf telegraphischem Wege ein Cirkular. in welchem sie bedauert, daß die übereilten Vorbereitungen Griechenlands Unruhe erzeugten und Ungewißheit über den allgemeinen Frieden verbreiteten. Um der für die beteiligten Länder beklagenswerten Situation ein Ende zu macken, ladet die Pforte die Mächte ein, die Botschafter mit Instruktionen für eine in Konstantinopel stattfindende Konferenz zu versehen und hofft, auf diesem Wege zu einer friedlichen Lösung zu gelangen. — In dem Rundschreiben wird weiter gemeldet: Die Pforte appelliere darin an die versönliche Gesinnung und Mäßigung der Mächte; die Pforte sei bereit, mit den Botschaftern in Konstantinopel zu verhandeln, um eine friedliche Regelung bet griechischen Frage herbeizuführen.
sonach der ganze Bojanafluß den Türken verbleiben, Monte- 1 negro aber als Kompensation eine beträchtliche Gebietsvergrößerung erhalten. Es scheint, daß dieser Vorschlag von^ den Kommissären der Mächte angenommen werden dürfte. Die Kommission beschloß mit Majorität, in Skutari zu- sammenzutreten. Die „Agentur Stefan!" meldet ferner: Das letzte Rundschreiben der Pforte an ihre diplomatischen Agenten konstatiert die militärischen Vorbereitungen Griechenlands, welche in nächster Zeit eine Invasion in EpiruS und Theffalim vorhersehen lassen. Das Rundschreiben betont sodann den Unterschied, welcher in der Haltung Griechenlands und der Türkei obwaltet und spricht von der Mäßigung der Pforte, welche gleichwohl bereit sei, bett Angriff abzuwehren. Das Runbschreiben schlägt enblich vor, zur Lösung ber Frage Unterhandlungen zwischen der Pforte und den Botschaftern ber sechs Großmächte in Konstantinopel zu eröffnen.
Paris, 17. Jan. Bezüglich des Runbschreibens der Pforte wird behauptet, die Mächte würden die Pforte zunächst auffordern, ihre äußersten Zugeständnisse an Griechenland anzugeben. — Bei den gestrigen Ergänzungswahlen für den hiesigen Gemeinderat siegten ein Konservativer und 21 Republikaner verschiedener Schattirungen; die auS den Departements bisher bekannt gewordenen Wahlen sind günstig für die gemäßigten Republikaner ausgefallen. — An ber heutigen Börse verlautete gerüchtweise, bie Emission ber amortisablen Rente sei nahe bevorstehend.
Manchester, 17. Jan. Der Strikt ber Arbeiter ber Kohlengruben gilt als bcenbigt; mehrere Arbeitgeber accep- tierten die Bedingungen der Strikenden.
Petersburg, 17. Jan. Ein offizieller Bericht vom General L-kobeless vom 11. Jan. meldet: Die Tekinzen überfielen am 9. Jan. abends mit 30 000 Mann unsere von 19 Kompagnien Infanterie, 100 Kosaken zu Fuß, 21 Kanonen und 3 Mörsern besetzten Trancheen-Arbeiten und bemächtigten sich trotz heldenmütiger Verteidigung der Vorarbeiten, wie auch teilweise der zweiten Parallele. Mit vier Gebirgskanonen und drei Mörsern, durch starkes Gewehrfeuer und eine gleichzeitige heftige Attake der Reserven wurden die Feindesmassen aus allen besetzten Punkten
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zurückgeschlagen und die ganze verlorene Artillerie, ausge-., % nommen eine bereits abgeführte Gebirgskanone, erobert. Unsere Vsrtruppen hatten hierbei bedeutendes ?er H lüfte, besonders eine Kompagnie des Apscherowschen ^lzenamt, L ments, welche 32 Tote und 10 Verwundete