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JiiarButg, Donnerstag, 6. Januar 1881.
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sich, wie das „Leipz. Tagbl." mitteitt, Mitglieder des Reichsgerichts, der Reichs-Anwaltschaft und der Anwaltschaft des Tribunals im Gartensaale des Hotel de Pruste zu einer geselligen Vereinigung, um bei einem gewählten Frühstück die gegenseitigen Glückwünsche beim Abschluß des ersten Geschäftsjahres des Reichsgerichts und Antritt deS neuen Jahres auszutauschen. Der Ober-ReichSanwalt Freiherr Dr. von Seckendorff befand sich unter der Gesellschaft, während Präsident Dr. Simson leider durch erneutes Unwohlsein sich abgehalten sah, an der Zusammenkunft teilzunehmen.
Straßburg, 3. Januar. Wie nach der „B. M.-Z." verlautet, wären der Gouverneur von Straßburg, Generallieutenant v. Schkopp, und der Kommandant von Straßburg, General Bauer, um ihren Abschied eingekommen. Die Gründe dafür entziehen sich natürlich noch der öffentlichen Kenntnis.
Ausland.
Paris, 4. Januar. Nach den hier vorliegenden Nachrichten hält man die Ablehnung des Schiedsgerichts seitens der Pforte nicht für deren letztes Wort. Rußland und ' England unterstützen nachdrücklich den französischen Vorschlag. Seitens der Pforte wird ein entgegenkommender Schritt erwartet, um als Anknüpfungspunkt neuer Verhandlungen zu dienen. Die Pforte hält die in der Note vom 14 December enthaltene Versicherung aufrecht, daß sie die Initiative zu Feindseligkeiten nicht ergreifen werde. Die Möglichkeit einer Offensive Griechenlands wird hier rückstchtlich der Unfertigkeil der griechischen Rüstungen auf längere Zeit schlechthin bezweifelt. Vertrauliche Auseinandersetzungen mit Deutschland, England und Oesterreich- Ungarn über die durch die Ablehnung des Schiedsgerichts eingetretene Situation lasten die Fortdauer der europäischen Entente unbedingt als gesichert erscheinen. — Das verflossene Jahr 1880 wird namentlich in der Finanzgeschichte Frankreichs eine hervorragende Stellung einnehmen. Ungeachtet der Steuerabminderungen und der großen Ausgaben für öffentliche Bauten ergeben die indirekten Steuern einen Überschuß von 170 Millionen. Die im Laufe des Jahres bewilligten Zusatzkredite abgerechnet, bleiben gegen 100 Millionen verfügbar, deren Verwendung von der Kammer festzusetzen ist. Der Finanzminister wird eine darauf bezügliche Vorlage einbringen und namentlich die Abschaffung der Papiersteuer, die 6* l/i Millionen abwirft, beantragen. Sofort nach Eröffnung der Session, am 20. Januar, wird Magnin den Budgetentwurf für 1882 einbringen, den die Kammern noch vor Ablauf des Mandates ihrer jetzigen Mitglieder votieren müssen. Die Corresp. HavaS meldet: „Der Finanzminister hat an alle Beamten seines Restorts ein Rundschreiben über die Vollziehung des neuen fiskalischen Systems, dem die religiösen Congrega-
„Schillers Leben") Recitator, 28. Ott. zu Thal bei Eisenach im 58. I. — Juan Eugenio Hartzenbusch, Dramattker, 2. August zu Madrid, 74 I. alt. — Gustav Flaubert, französischer Romanschriftsteller, 8. Mai zu Croistet bei Rouen, 59 I. alt. — Paul de Muffet (älterer Bruder von Alfred de Mustet) Poet, 19. Mai zu Paris im 76. I. — Ferdinand Heinrich Feuerbach, (Sohn des bekannten Criminalisten), Uebersetzer aus dem Sanskrit, 26. Januar zu Nürnberg, 74 I. alt. — Aurelio Budderus, langjähriger Redakteur der „AugSb. Allg. Ztg.", 1. April in München. — Martin May, publizistischer Agitator, r Mai in der Irrenanstalt zu Abbs in Oesterreich. — Karl Heinzen, publizistischer Schriftsteller 12. Novbr. zu Boston. Gräfin Ida Hahn-Hahn, Romanschriftstellerin, 12. Januar zu Mainz im 75. I. — Ludmilla Asstng- Grimelli, Herausgeberin der Tagebücher Varnhagen v. Ense's, 25. März zu Florenz, 59 I. alt.
8) Maler, B ildhauer, Architekten. Anselm Feuerbach, Historienmaler, 4. Januar zu Venedig im 51.
I. — Franz Meyerheim, älterer Bmder von Paul M., Maler, 6. April zu Marburg a. d. Lahn im 42. I. — Karl Friedrich Lessing, Historienmaler, Direktor der Ge- mäldegallerie zu Karlsruhe, 5. Juni d. im 73. I. — Hermann Anschütz, Professor der Geschichtsmalerei in München, 31. August daselbst, 78 I. alt. — L'Allemand, Professor, Maler und Zeichner, 15. Oktober zu Hannover im 72. I. — Otto Fikentscher, Schlachtenmaler, 12. Nov. zu Düsseldorf 49 I. alt. — Hänel, Architekt, sächsischer Oberlandbaumeister, 3. Januar zu Dresden im 73 I. — G. G. Klotz, Architekt, Dombaumeister zu Straßburg i. E. 24. Januar daselbst im 70. I. — Strack, Architekt Geh. Oberbaurat, Schöpfer der Berliner Bauakademie, zu
Deatschr» Reich.
Berlin, 4. Januar. Den Ausführungen der frei» händlerischen Blätter über die russische Zollerhöhung gegenüber erinnert die „Nordd. Allg. Ztg." an die Thatsache, daß Rußland seit Menschenaltern in steigender Progression dem fast prohibitiven Schutzzollsystem huldige. Die jetzige russische Zollerhebung habe nicht einmal schutzzöllnerische, sondern lediglich finanzielle Zwecke. Rußland brauche Geld, namentlich Gold; es steigere deshalb die Zölle unter dem AnstandSvorwande der Herabsetzung der Salzsteuer. Anders als auf dem Wege sachlicher Entstellung und persönlichen Angriffs seien keine Argumente für eine Zollpolitik zu finden, nach welcher wir ruhig zusehen sollen, wie alle anderen Länder successive den deutschen Erzeugnissen die Grenzen verschließen, in uns aber nach wie vor geduldige Abnehmer der fremden Erzeugnisse zu finden berechtigt sein sollen. — Im Erlasse vom 30. Mai 1872 war bestimmt, daß die Einrichtung und Benutzung von Dienstkoupes in den Eisenbahnzügen, mit welchen Personenbeförderung stattfindet, nicht unbedingt bei allen Zügen dieser Art, sondern nur insoweit geschehen soll, als es Die jeweilige Belastung der Züge gestattet und im einzelnen Falle der Zug von mehreren Beamten gleichzeitig benutzt wird, daß ferner für die erste Wagenklaffe Dienstkoupes nur ausnahmsweise einzurichten sind, während für die dritte Wagenklasse eventuell das Schaffnerkoupe als solches zu benutzen ist. Der Minister der öffentlichen Arbeiten hat nun diese Bestimmung mit der Maßnahme in Erinnerung gebracht, daß der Regel-nach einzeln reisende Beamte, insoweit nicht die Natur des Dienstgeschäfts eine Ausnahme bedingt ober den Mitreisenden eine Belästigung hieraus erwüchse, ihren Platz in einem der für das Publikum bestimmten KoupeS zu wählen haben, auch im Bedarfsfälle die Dienstkoupes dem reisenden Publikum bereitwillig geöffnet werden. — Zu Anfang des vorigen Jahres wurde auf die im Verlage von F. Schneider u. Comp. zu Berlin erschienene erste Abteilung einer Schrift des preußischen RegierungS-AffefforS Dr. Eugen Dippe „Die Bestimmungen über Tagegelder,
Totemlste des Jahres 1880, (Schluß).
5) Gelehrte, Aerzte, Geistliche, a. Uni« verfitätsprofefforen (aktive und inaktive.) Ferdinand Hebra, Professor der Medizin (Spezialist für Hautkrankheiten) an der Wiener Universität, 5. August zu Wien, 64 I. alt. — v. Haustein, Professor der Botanik an der Bonner Universität, 27. August zu Bonn im 59. I. — Adolf Held, Professor der Nationalökonomie an der Berliner Universität, 25. August in der Aar bei Bern ertrunken im 37. I. — Paul Broca, Professor der chirurgischen Pathologie zu Paris, 8. Juli daselbst, 56 I. alt. — b Sonstige Gelehrte. Karl Ed. Buschmann, Dr., Professor, Bibliothekar an der König!. Berliner Bibliothek 21. April zu Berlin im 76. I. — Rudolph Marggraff, Dr. Professor, Kunstschriststeller (von 1847 bis 1855 Generalsekretär der baierischen Akademie der bildenden Künste) zu München, 28. Mai auf der Reise zu Freiburg i. Br. im 76. I. — Leonhard Ennen, Dr., städttscher Archivar und Bibliothekar zu Köln, 15 Juni zu Köln, 60 I. alt. — Wilhelm Lasier, englischer Astronom, Entdecker der Satelliten des Neptun, Saturn und Uranus, 4. Ott. zu London, 81 I. alt. — James Craig Watson, Astronom, seit 1863 Direktor der Sternwarte zu Ann Arbors, Entdecker der 19 Asteroiden, 23. November zu Madison (Wisconsin). — Hippolyte Passy, Staatsmann und Nationalökonom, Verfasser geschätzter wissenschaftlicher Werke, Präsident der Gesellschaft für Volkswirtschaft, 2. Juni zu Paris im 87. I. — c. Aerzte. ChalonS General- und Corpsarzt deS 4. preußischen Armeecorps, 15. Sept, zu Davos. — Rob. Wilms, hochberühmter
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Reisekosten und Umzugskosten in Preußen und dem deutschen Reich" hingewiesen, welche die überaus zahlreichen einschlägigen, zerstreut publizierten und in ihrer Anwendung vielfach zweifelhaften Bestimmungen durch Sammlung und zweckentsprechende Ordnung, sowie durch Erläuterung in übersichtlicher Weise zugänglich machen soll. Jetzt ist die zweite (Schluß-) Abteilung, welche die besonderen Bestimmungen enthält, erschienen. Die mit großem Fleiß und pünktlichster Genauigkeit geordnete Zusammenstellung hat für alle Beamtenklasien einen hohen Wert. Man darf aber hinzufügen, daß es dem Verfasier, welchem s. Z. als Hilfsarbeiter im Finanzministerium die Bearbeitung der betreff enbcn Angelegenheit übertragen war, gelungen ist, nicht nur eine fachgemäße Anwendung ber Bestimmungen zu erleichtern unb zu sichern, sondern auch für die weitere Ausbildung derselben nach dem Grundsätze gleichmäßiger Berücksichtigung der Staatsökonomie und berechtigter Pri- vatinteresien eine brauchbare Vorarbeit zu liefern.
Rordhattse«, 2. Januar. Im Frühjahr des vergangenen Jahres starb am 7. April ber hiesige erste Staatsanwalt Dr. Tuchen im besten Mannesalter. ES entstanb halb nach seinem Tobe daS Gerücht, derselbe sei aller Wahrscheinlichkeit nach ein Opfer deS Morphium geworden, welches ihm wegen Schlaflosigkeit von seinem Arzte gereicht fei. Vor Kurzem ist nun das Gutachten des königlichen Medizinalcollegiums ber Provinz Sachsen hier eingetroffen, welches bahin lautet: „daß die dem Herrn Tuchen am 5. April 1880 eingespritzte Quantität von 0,0625 Gr. Morphium nicht als Ursache zu dessen Tode anzusehen, sondern baß bieser burch schwere Erkrankungen bes Gehirns unb des Herzens herbeigeführt ist." — In Folge ber reichlichen Nieberschläge der letzten Zeit sind ,bie Flüsse in ber goldenen Aue derart angeschwollen, baß sie aus ihren Ufern getreten finb unb bie tiefliegenben Thalstrecken unter Wasser gesetzt haben. Besonbers stark ist die Ueberschwemmung im unteren Riethe zwischen Sangerhausen, Wallhausen und Allstedt, wo die ganze Gegend zwischen der großen und kleinen Helme in einen See verwandelt worden ist. — Bekanntlich ist vom Abgeordnetenhause die Wahl der beiden Abgeordneten v. Wedell-Piesdorf und Schmidt-Sangerhausen (conservativ) des Wahlkreises Sangerhausen-Eckartsberga wegen fehlerhafter Beschaffenheit der Urwählerlisten einer Anzahl Ortschaften für ungültig erklärt worden. Die conservative Partei hat jetzt die Aufforderung an die Parteigenoffen ergehen lasten, „an dem Kompromiste bet conservativen und freiconservativen Partei festzuhalten und die bisherigen Abgeordneten wieder als Kandidaten für das Abgeordnetenhaus aufzustellen." Gegen Mitte Januar werden die Wahlmännerwahlen in denjenigen Orten, in denen dieselben für ungültig erklärt worden sind, stattfinden, die Abgeordnetenwahlen aber etwa 14 Tage später.
Leipzig, 2. Januar. Gestern Mittag versammelten
Operateur, Generalarzt, Direktor des Krankenhauses „Bethanien" in Berlin, 24. Sept, zu Berlin, 56 I. alt, — Löbel, Pros, ber Medizin, einer ber ersten Aerzte Wiens, 25. Ottober zu Wien im 63. I. — N. Weigers- heirn, Sanitäts- unb Hofrat a. D-, Förderer des Vereins zur Unterstützung verschämter Armen, 9. Dezember zu Berlin, 89 I. alt. — d. Geistliche, Otto Strauß, Licentiat, Superintendent a. D, 6. März zu Berlin. — W. v. Hengstenberg, Oberhofprediger, 25. September zu Berlin. — Hahne, Bistumsverweser in Fulda, 3. November.
6) Financiers, Großindustrielle, Buchhändler. Eduard Courad, Geh. Kommerzienrat, Präsident des Aeltestenkollegiums der Berliner Kaufmannschaft, 19. November zu Berlin im 82. I. — Isaac Pröreire, berühmter Pariser Financier unter Napoleon III., 12. Juli zu lArmanvilliers im 74. I. — Louis Röderer, Ches des weltbekannten ChampagnerhauseS, im Juli zu Reims, 35 I. — Johann Weber, Verlagsbuchhändler in Leipzig, Verleger der „Jllust. Zeitung", 16. März zu Leipzig, 77 I. alt. — Heinrich Alb. Hofmann, VerlagSbuchhändler in Berlin, Verleger des „Klavderadasich", 19. August zu Berlin, 63 I. alt. — Eduard v. Hallberger, Verlags- buchhändler in Stuttgart, Verleger von „Heber Land und Meer", 30. August auf Tutzing bei Starnberg im 59 I.
7) Dichter, Schriftsteller und Schriftstellerinnen. Ernst Ludwig Kostak, Humorist, Feuilletonist, Krittler, 3. Jan. zu Berlin im 66. I. — Karl v. Holtei, Lyriker, Dramatiker, Romanschriftsteller, 12. Februar zu Breslau, über 80. I. alt — Hermann v. Schmid, Dramattker, Romanschriftsteller, 19. Ottober zu München im 66 I. — Emil Palleske, Litterarhistoriker (Hauptwerk
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