ciuer Flotte noch überall angenommen, bei tet ,age im Prinzip aber ist es schon etwas anderes, er gegenwärtigen Lage der Dinge hat die Idee einer ^Äzerung noch nicht durchzugreifen vermocht, wenn . auch hier und da schon einen Anfang gemacht hat. s ist begreiflich, daß jedermann zögert, als erster einen Weg einzuschlagen, auf welchem die anderen nur mit größter Vorsicht folgen, und auf dem man sich gewalttg verrechnen und infolge dessen sehr großer Verantwortung aussetzen kann. Man kann ja zweifelsohne momentan nicht auf die große moralische Unterstützung verzichten, welche der Schiffsbesatzung durch die Idee geboten wird, daß das Schiff auf welchem sie sich befindet, gegen die meisten Geschosse des Feindes gesichert ist. Aber man hat dämm doch mit Recht bei uns den Typ gewählt, welcher kleiner ist, besser manövriert und weniger kostet. — Die „Kreuzzeitung" schreibt: „Man hört, daß der Reichskanzler Fürst Bismarck geäußert habe, er werde wieder in Berlm sein noch ehe das Abgeordnetenhaus zu dem Reichssteuer- Verwendungsgesetz Stellung genommen habe. Die Plmar- beratungen über diesen Entwurf beginnen vermuttich nicht vor Mitte Januar. — In der auf den 10. Januar an- beraumten Sitzung der Petitions-Kommission des Abgeordnetenhauses wird der zum Referenten bestellte konservattve Abg. Grundler seinen Bericht über den Beschluß der Kommission, die Petitionen betreffs Einführung des geheimen Stimmrechts bei Kommunalwahlen und Wahlen zum Abgeordnetenhause als nicht geeignet zur Beratung im Plenum verlesen. Die Regierung erklärt sich nach wie vor gegen diese geheimen Abstimmungen.
«öl«, 20. Dezember. Heute früh um 5 Uhr hat auf dem rechten Rheinufer bei Kaub ein Bergrutsch ftattge- funden, in Folge dessen der Eisenbahnverkehr vorläufig gesperrt ist. . r
Strelitz, 30. Dezember. Heute Morgen ist die Großherzogin Mutter von Mecklenburg-Ltrelitz, 85 Jahre alt, gestorben.
Hamburg, 20. Dez. Wie die „H. B. H." schreibt, wurden heute hier in der Buchhandlung von Hoffmann & Campe diejenigen Bände von Heines Werken, in welchem sich die „Schloßlegende" befindet, polizeilich beschlagnahmt und zwar, wie es heißt, auf von Berlin aus gegebene Veranlassung.
Stuttgart, 29. Dez. Wie schon lange vorausbestlmmt haben heute der König und die Königin die Reise nach Cannes angetreten. Zwar mußten sie noch den traurigen Fall erleben, daß der Stammhalter des Thronfolgers, des Prinzen Wilhelm, der kleine Prinz Ulrich, ein Knäbchen von 5 Monaten, schnell hinwegstarb. Vor wenigen Tagen hatte die Familie des Thronfolgers ihre Ueberstedlung von dem kleinen Landhaus Marienwahl bei Ludwigsburg nach dem hiesigen weiträumigen Kronprinzenpalais vollzogen. Gleichzeitig mußte die Entwöhnung des Kindes vorgenommen werden. Beide Einflüsse zusammen scheinen die Erkrankung hervor- gerufen zu haben, die gleich gefährlich hervortrat gestern aber wieder hoffnungsvoller angesehen wurde, bis sie Abends die tötliche Wendung nahm. Die Teilnahme, insbesondere mit der Prinzessin, einer liebenswürdigen, schlichten jungen Frau aus dem waldeckschen Hause, ist allgemein. Dem König der körperlich schwer leidend und im Gemüt noch durch deir Tod des Gesandten in Berlin, des Herrn v. Spitzembcrg, Bruder seines intimen Freundes
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Selten ist vielleicht ein glänzenderes und vielseitigeres Genie ausgetaucht, als David Funk. Zu Anfang des 17. Jahrhunderts geboren, auf den Wunsch seines Vaters sich mit Eifer dem Studium bet Rechtsgelahrtheit widmend' erregte der junge Student durch seine dichterische Begabung und zugleich ourch die wunderbarsten Musikanlagen allgemeines Aussehen in allen Kreisen. Zerstreut nur finden sich die Nachrichten über seinen eigentlichen Lebensgang in alten Büchern, aber sie lesen sich wie ein Märchen. — Frau Musika trug den Sieg davon über den Gelehrten wie über den Poeten, sie schloß ihn so fest in ihre weichen Arme, daß er sich ihr mit Leib und Seele hingeben mußte. Aber dann kam es wohl, wie es in Eichendorfs „Frühlingsfahrt" heißt von jenen rüstigen Gesellen, die inö Weite gezogen:
„Den Einen sangen und logen. Viel tausend Stimmen im Grund, Verlockend Sirenen, und zogen Ihn die buhlenden Wogen, In der Wasser farbigen Grund---"
Die Fragmente der Lebensgeschichte Funk's zeigen seltsame Lücken von Jahren, plötzliches meteorartiges Verschwinden und Wiederaustauchen. Milten in dem Zenith feiner Virtuosenlaufbahn, als fahrender Spielmann die Lande durchstreifend, in fast fabelhafter Weise Alt und Jung berückend — von den Frauen angebetet, soll ihn eine wnnderschöne italienische Fürstin in ihre Heimat entführt;,haben. Jahrelang lebte er, der Sage nach, bei ihr
verborgen in einem Schloß am Meer, ein Gefangener wir dereinst Tannhäuser im Venusberge. — Aber den Ton seiner Geige kannte man wett und breit im Lande, der ließ sich nicht verbergen und gefangen halten unv zog in den Abendstunden über die Wipfel der Pinien und die hohen, mit üppigen Ranken übersponnenen Mauern und die Kunde von seinem Zauber schlich von Einem zum Andern uns ganze Scharen von Menschen wandern viele Mellen weit zu jenem geheimnisvollen Schlosse, um zu lauschen.
(Schluß folgt.)
ÄllSillllV.
Rom, 27. Dezember. Ein sehr merkwürdiges UNS interessantes historisches Aktenstück wurde soeben unter den nachgelassenen Papieren des verstorbenen Kardinals Antonelli gesunden. Es ist dies ein Brief, den Viktor Emanuel zur Zeit der Okkupation Roms durch italienische Truppen an PiuS IX. geschrieben hat. Der König sagt darin, daß er der Ueberzengung sei, der Kirche einen Dienst zu erweisen, wenn er die ewige Stadt durch seine Truppen in regulärer Weise besetzen lasse, anstatt sie der Revolntton preiszugeben. An dieser Stelle befindet sich eine eigenhändige Bemerkung Pms IX., welche besagt, daß der Papst diese Vorsicht begreife und dem König dankbar dafür sei, daß er aber vor der Welt dagegen protestieren müßte.
Amsterdam, 30. Dezember. In den südlichen Provinzen haben große Ueberschwemmnngen ftattgefunbeu. Die Dämme zwilchen Nieuwkuyk und Llymen würben 50 Meter wett zerstört, 18 Dörfer zwischen Altena und HeuSben stehen unter Wasser.
London, 30. Dezember. Nach ZettungSmeldungen aus Durban vom 29. b. haben die Boers Derby eingenommen und bas GerichtSgebände am Potschef-Fluffe nach 48stündigem Kampfe erobert. Dieselben belagern jetzt Fort Krüger am Potschef-Flusse. Man glaubt, baß fast alle Bewohner der Stadt von den Boers gefangen und alle Läden erbrochen und geplündert worben seien. In Utrecht drohen die Boers Jeden zu erschießen, der sich ihnen nicht anschließe. Die Rebellen patrouillieren längs des ganzen Buffalo-FlusseS. Die Regierung von Transvaal hat das Standrecht proklamiert. — Conrtney ist zum Unterstaatssekretär im Ministerium des Innern ernannt worden.
Dublin, 30. Dezember. Die Truppen in Irland erhalten weitere Verstärkungen, weil die Regierung die ’JJta- rine-Jnsantcrie zurückzuziehen beabsichtigt. Zn Dublin werden von den Militärbehörden große Vorsichtsmaßregeln getroffen. Alle Truppen sind consigniert und die PiqiretS und Patrouillen vermehrt. — In dem Prozeß Parnell setzte der Prokurator sein Plaiboyer fort.
Petersburg, 30. Dezember. Die offizielle Verfügung betreffend die Herabsetzung des Zolles für importiertes Salz, Erhöhung der Zölle für importierte ausländische Maaren, Erhöhung der Gildensteuer uns Verdoppelung der Lagermiete in den Kronspeichern ist erschienen und tritt mit dem 1. Januar 1881 in Kraft.
«oustautiuopel, 30. Dezember. Das Finanzministerium wurde beauftragt, von allen inländischen in den Provinzen und bei den auswärtigen diplomatischen Vertretungen verwendeten Funktionären die einmonallichen Bezüge zurückzubehalten. Ausgenommen von dieser Maßregel find die Beamten in Konstantinopel.
Sofia, 30. Dezember. Der Minitter des Innern, Zankoff, ist zurückgetreten; der seitherige Unterrichtsminister Slaverkoff hat das Ministerium des Innern übernommen; zum Unterrichtsminister ist Serasoff ernannt.
Athen, 23. Dezbr. Fürst Bismarck ist im Augenblick wo nicht der beftoerleumbete, wohl aber der bestgehaßte Mann in Griechenland. Nach einigen Berichten hiesiger Blätter aus Konstantinopel soll die hohe Pforte ihre letzte Note über die griechische Grenzfrage infolge einer Depesche, die sie von ihrem Vertreter am Berliner Hofe erhielt, hinausgeschickt haben. Daraus nun und aus der ganzen Stellung, die Deutschland in den letzten Monaten der Türkei und der orientalischen Frage gegenüber eingenommen hat, schließt man hier, daß der Leiter von Deutschlands auswärttger Politik der Mephistopheles des Großherrn am Bosporus sei und diesen bewogen habe, durch die letzte Note die griechische Grenzfrage wiederum zur Anregung zu bringen, und zwar ohne dabei auch nut mit einem Worte die chm verhaßte Berliner Conserenz zu erwähnen. Demgemäß glaubt man, daß auch das jetzt geplante europäische Schiedsgericht, als dessen eigenllichen Urheber man hier Bismarck ansteht, in einer Beziehung zu der Note der Pforte stehe, und darin erblickt man schon den Anfang der Herabsetzung der griechischen Ansprüche. Es versteht sich von selbst, daß die Heißsporne die Regierung aufforbern, ihre Zustimmung zu bies m Schiedsgericht zu verweigern. In ihren Augen gilt bet Beschluß der Berliner Cvnferenz schon als ein Schiedsspruch. Wenn die Großmächte diesen Spruch aus Gefälligkeit gegen die Türkei fallen lasten wollen, bann darf, so sagen bie Chauvinisten, ihn Griechen-
und General-Adjutanten, verwundet ist, wird man es ver- land unter keinem Falle aufgeben, da es sich hiermit auch gönnen daß er durch die verwickelte Borausbestellung Der bet baraue hervorspringenden Rechte tierluftig erklären winterlichen Reise mit bet gleichfalls kranken Königin »er- würbe. DaS Ministerium hat .noch kernen Beschluß anlaßt war, sich ben traurigen Eindrücken hier schnell zu darüber gefaßt unb seine Lage ist jebenfallS sehr schwierig.
nSgeschrieben. , .
Marburg, 31. Dczbr. lieber bie gestern gemelbete Errettung eines Kindes aus dem Graben hinter Weiden- ansen geht nnS noch folgendes Nähere zu: Herr Mart in 8 eint raut hörte in der Nähe des sogenannten kurzen Brückchens einen schweren Fall in'S Wasser und gewa rte , - lsbald in der Entfernung von ungefähr 50 Schritt eine uf5 nnd niedertauchende menschliche Gestalt, welche tm Be- riffe war zu ertrinken. Herr Weintraut, der sein ein- nhalbjährigeS Söhnchen aus dem Arme hatte, stellte daS- Ibe bei Seite, sprang in daS Wasser unb holte ein bereits itb tobe« Kinb, das schon eine blaue Farbe angenommen ab starre Augen hatte, aus dem Wasser heraus. Es ist n so mehr die kühne Thai des Herrn Weintraut anzu- kennen, daß er sowohl sein als auch seines eigenen Kindes ben aus's Spiel setzte.
Marburg» 31. Dezbr. Für die Auffindung der Leiche 8 kleinen Fritz Dute ist eine Prämie von 30 Mark ft hiesigem König! LanbratSamte ausgesetzt.
— Aus ben Verhandlungen in ben Dezembersttzungen tz Commnnalstänbischen Ausschusses in Kastel ist noch fgenbe« nachzutragen: (Schluß.) ,
Dem Anträge der Gemeinbe Nieberzweh-en auf Ans- stidung bes Wege« von Niederzwehren nah der Ra . a:e aus dem Landwegebau-Verbande wurdi entsprach di Aufnahme de« neu anzulegenden BerbnbungSweg^ ti. Frankenberg nach Rengershausen, sonie deS noch spiell zu projektterenden Verbindungsweges wn Burghofen ny Schemmern mit Abzweigung nach dem Bahnhof Burg- hen in ben Lanbwegebau-Verbanb beschloßen und von be chausseemäßigen Ausbau beS Landweges von MlchelS- rabach nach Großenmoor (Kreis Hünfeld), reicher. früher iiÄuSsicht genommen war, wegen Manges genügenden Zer ess es für den allgemeinen Verkehr Abstand genommen.
Abgelehnt wurden nachbezeichnete Gesuche: der Gemernde Vkerhagen um Beihülse zu Wasserbauten am Hammel- ba wett weder eine Ueberlaftung der Cemeinde nach- gelesen, noch überhaupt ein spezielles Projck für Die aus- zichrenden Befestigungsarbeiten vorgelegt var; der Ge- made Crumbach um Unterstützung zur Wiederherstellung der burch Gewitterfluten zerstörten 5)orfnxge; der Gewerbe Wickers (Kreis Gersselb) um Unterstützung zum Ba einer Brücke über bie Brand, wett diese Vnickenicht im Zuge eines Landwegs liegt;, der Gemeuve Wehlheiden Unterstellung eines Trottoirs auf der u°sUlchen Selte derQnerallee und Kanalisierung derselben sür Rechnung berkvmmunalständischen Verwaltung, .»et bttreffenden Anlgen demnächst für Rechnung der anliegenden Grnnd- 6e^eiteU«Sbaiblungen, bezw. nähere Znsttmerung in betrrf einer Concurrenz zu den Herstellungskosten wurden für erforderlich^erachtet bezüglich des Ausbaueö^eS ^ane- wegs von Wollmar nach Niederasphe (KmS Marburg), der Aufnahme des Weges von Schwalbenthal nach Hauffen in In Landwegebauverband, der He^u"g '«nn Brücke überdie Edder bei Griste, bezw. über: die^ufta bet ©«üe- nau des Zuführewegs von der Oettmannshausen.Kreuz- S PanbftrX nach der Domaine Laudenbach, sowie des^e^aue^AneS^Verbindungsweges oon der Bremer Lanüraße nach dem Gute Wüllmersen mtt einer Brücke überdie ®n^anb^ung ber Dienstwohnung des Pedellen bei tr Leihbank zu Hanau wurden 110 M., zu Repara- turer in der Dienstwohnung deS Wegebau-Aufsehersi zu Allen orf a. W. 360 M. und zur Herstellung einer Futter- maue längs des Mühlgrabens neben dem Landkranken- hause zn Rinteln 900 M. bewilligt.
Ztr Gewährung von mit 41/* Procent verzinsliche Darlhen an in der Verkoppelung begriffene Gemeinden bezw. für die im Anschluste an bie Verkoppelung auS- zufühtenben Meliorationen sollen ber Lanbeskrebitkaffe weitere 150000 M. aus ben besonderen Fonds ber ständischen Schatzkasse zur Disposition gestellt «erben.
Dirn Gesuche bes Vorstanbes ber Zuckerfabrik zu Wabern um käufliche Ueberlaffung eines Teils ber bei Anlage des direkten Verbindungsweges zwischen Wabern I und Homberg verbliebenen Restparzellen soll — Vorbehalt-
entziehen. --------- —--------- 11
Müucht«, 29. Dezenber. Dem „Nürnberger Korre-! c^iien-Naifan.
pondenten" wird von München geschrieben: Die von Hksseu-xassaa.
Griechenland an das baierische Königshaus zu zahlenden: Marburg, 31. Dezbr. Allerlei Baugebrechen wegen 2 600 000 Franks gehören zum Nachlaßvermögen deS Kö- soll die alte Aula neben dem UmversitatS-Gebäude nieder- niaS Ludwigs L Derselbe hat in seinem Testamente über gerissen unb alsbald nach Neujahr bannt begonnen werden, fein Guthaben an ben griechischen Staat in ber Art ver- Möge ber längst projektierte Neubau einer Aula recht halb fügt, baß Derselbe für ben Fall ber Flüssigmachung zu den bann freiwerbenben Platz item.
einem Fibeikornrniß für den Prinzen Adalbert und dessen Marburg, 31. Dezbr. In unserem Lehrerperfonal Nachkommen verwendet werden solle. Jnsolange diese hat daS alte Jahr auch noch einige Veränderungen gebracht. Mittel zur Errichtung des Fidettommisses nicht flüssig ge- Der älteste der hiesigen Lehrer, Herr V rechnitz, ist nach macht und daS Fibeikommiß nicht errichtet ist, partigipiren 47 Dienstjahren tn den wohlverdienten Ruhestand getreten, die Nachkommen des Prinzen Adalbert auf eine gewisse Derselbe ist der erste Lehrer Marburgs, der eme Pension Reihe von Jahren an den Renten des gestifteten Fibei- aus ber Stabtkasse bezieht, unb es freut uns, berichten zu kommiffes. Die Heimzahlung ber griechischen Schuld kommt können, daß eS eine solche ist, bie die langfahrigr verdienst- daher auch bem Prinzen Luitpold zu gute. rotte Tätigkeit des Empfängers ««Erkennt. Herr Lehrer
v Corel!, seit 7 Jahren an der Elementarklasse der Knaben
schule wirkend, ist auf seinen Wunsch in diese vakant ge- oordene Stelle versetzt worden und Herr Lehrer Danz on der Freischule an bie Elementarklasse der Knaben- ürgerschule. DeS Letzteren Stelle ist zur Neubesetzung