>gni
Berlin, -en 3. Znli 1881.
er
ilciitfdit
fltnot
kochen,
Herausgegeben und verlegt vom Wahlverein der Deutschen Conservativen.
'arte
, 15
M
Tu
t t
ii
rcmFs innuvz ich Ml Hier nach« it, so» vcrloi
rg bei . Br« ltersch : für! )!alzeü (14,8 AM Herges!
respondenzen bezüglich des „Deutschen Patriot" sind an das Bureau des Wahlvereins, Berlin W., Wich- mannftraße L, zu richten.
!gt zu zrbram
[1
100 10Ü 101 100 101, 102*
66i
ftcrn
Küche >
ad
:r)
losm Freizügigkeit, der bedingungslosen Gewerbefreiheit. Der „Deutsche Patriot" und seine konservativen Freunde wollen eine gerechtere Steuervertheilung herbeisühren helfen, so daß die bisherige schwere Last des Aermeren, auf die Schultem des Reicheren mit übertragen wird. —
Das will der „Deutsche Patriot" und daher bringt er allen aufrichtigen Freunden des Volkes Gruß und Handschlag mit der herzlichen Bitte, ihn in diesem Bestreben zu unterstützen und mit bauen zu helfen, dem erhabenen Ziele zu, unser deutsches Volk auch im Innern so kräftig und mächtig zu machen, wie es nach außen hin gottlob jetzt fest und unbeirrt dasteht.
Deutscher Geist, deutsche Tugend und Sitte, deutscher Bürgersinn und deutsches Wesen wird in allen Gauen unseres Vaterlandes wieder zu voller Herrschaft gelangen, wenn jeder deutsche Bürger sich bewußt wird, daß der Liberalismus in allen seinen Schattirungen geflissentlich die Wurzeln deutscher Kraft seit Jahren benagt hat.
Auf denn, Ihr deutschen Männer, zu gemeinsamer Arbeit mit dem „Deutschen Patriot", Laßt uns fest zusammenstehen mit Gott für Kaiser und Reich! Dann werden Männer in den Reichstag gewählt werden, welche den konservativen Bestrebungen endlich den Sieg erringen und der Bann des Liberalismus, sein langjähriger Einfluß auf unsere Gesetzgebung, der so viel Unheil über uns gebracht hat, wird endlich gebrochen sein.
Das will der „Deutsche Patriot".
Vom deutschen Michel.
Wir glaubten schon, er sei gänzlich tobt, der deutsche Michel. Aber siehe da, er lebt immer noch, der gute Kerl! Wir sind ihm neulich wiederholt begegnet. Es war in einem Kreise gebildeter, sogar studirter Leute. Die Rede kam auf die sog. Judenfrage und die Ansicht wurde laut, daß sich unser deutscher Sinn, unser nationales Bewußtsein gegen die frechen und nicht selten schamlosen Uebergriffe von Männern eines fremden Volkes empören müßte. Da sagte Michel: „Lächerlich ! Ist denn das deutsche Nationalgefühl so was Besonderes? Sind die Juden nicht auch Menschen? Ich habe unter ihnen sogar wiederholt gute Menschen und edle Männer kenneir gelernt." O, über diese Zipfelmütze! Welch ein Hirn muß die bedecken! Wenn es gegen die Deutschen, die eigenen Volksgenossen geht, dann wird aus einigen schlechten Subjekten gefolgert, daß die Deutschen auch nicht bester wären als die Fremdlinge. Mommsen behauptet doch wenigstens, daß die Juden mit einem doppelten Maß der Erbsünde behaftet wären. Michel will das nicht Wort haben, so hoch er sonst den Professor verehrt. Wenn es gegen die Religion, gegen Christenthum und Kirche geht, dann wird aus einzelnen Erscheinungen, die dem
Christenglauben keine Ehre machen, gefolgert, daß es mit der ganzen Religion nichts sei. Erst wenn die Christen lauter Heilige sind, will man an die Macht, an die sittliche und kulturelle Macht des Christenthums glauben. Im Kulturkampf führt Michel das große Wort aus — nationaler Begeisterung. Wir wollen, sagt er, keinen Staat im Staate, wir wollen, so sagt er weiter, keinen römischen Papst in Deutschland. Mit Hochgefühl vertreibt er barmherzige Schwestern und ähnliche Kongregationen — aus deutschem Patriotismus. Gegen die Sozialdemokraten hat er sich zögernd entschlossen, ein Gesetz votiren zu Helsen, nicht weil sie internationale, vaterlandslose Volksverführer sind, sondern weil sie ihm einmal an feinen Geldbeutel kommen könnten. Aber auf die Fremdlinge, die ihm das Geld heimlich aus der Tasche locken, damr aber auch eine pikante Zeiiungslekiüre zur Verdauung seines Mittagbrotes auftischen, laßt er nichts kommen. Mögen sie ihn einen dummen, tölpelhasten Deutschen schimpfen und ihm ihre sogenannte geistige Überlegenheit täglich unter die Rase reiben: er hat ein dickes Fell und ist viel zu tolerant und human, als daß ihn das rühren könnte. Von diesen Fremdlingen sollte unfern nationalen Gütern Gefahr drohen? „Was heißt nationale Güter! Wir sind alle Menschen, darum müssen wir uns gegenseitig achten und ehren". Daß aber diese Achtung nicht auf Gegenseitigkeit beruht, merkt der gute Mann nicht. Unsere Güter aber, denkt er, die wird uns schon die Polizei schützen und die Soldaten sind schließlich auch noch da. Es hat keine Gefahr. Ja, lieber Freund, Dein Schlafrock und Deine Pantoffeln, sind eine bequeme Tracht; aber an die Oeffent- lichkeit solltest Du Dich damit nicht wagen. Nicht bloß die Revolution in Schlafrock und Pantoffeln ist vorüber, auch der gesellige Anstand verträgt dieses Costüm heutzutage nicht mehr, guter Michel.
urg, 44.
' ung t lse in t die (»j
Was der „Deutsche Patriot" will.
Was der „Deutsche Patriot" will? So fragen unsere Leser und wir antworten darauf: Als wahrer Freund des Volkes will er demselben zeigen, was in der Welt passirt und wie es in der Politik zugeht. Er will dem Leser die Wahrheit sagen, will nachweisen, wohin uns die Liberalen geführt haben und wie letztere bisher trotz aller Versprechungen, die sie in ihren Aufrufen und Reden, in ihren Zeitungen und Flugblättern der Landwirthschaft, der Industrie und dem Gewerbe gemacht haben, doch nur Herz und Sinn für das Großkapital hatten und sich gar wenig darum gekümmert haben, was dem Bauer, Handwerker und dem Arbeiter noth thut.
Der „Deutsche Patriot" will darthun, wohin wir gerathen müsten, wenn das Volk bei den künftigen Wahlen den falschen liberalen Freunden weiter folgt, er will mit bester Kraft dafür einstehen, daß durch die Wahl konservativer Männer in den Reichstag glücklichere, bessere Zeiten für alle Bevölkerungsklassen kommen, daß das Volk nicht ferner bethört werde durch die fal- schm Darstellungen und unerfüllbaren Versprechungen des Liberalismus.
Und wenn die Liberalen laut verkünden, daß die Konservativen die Reaktion herbeiführen wollen, so will der „Deutsche Patriot" aller Welt zeigen, daß die Liberalen in unlauterer Absicht hier das Wort „Reaktion" mißbrauchen, damit die Bevölkerung glaube, daß es den Konservativen nicht einzig um das Gemeinwohl zu thun ist. „Reaktion" heißt zu deutsch „Gegenwirkung" und diese Gegenwirkung gegen die tranrigen Folgen der liberalen Herrschaft in den letzten 12 Jahren will der „Deutsche Patriot" vertreten und sie fördern helfen.
Es soll entgegengewirkt werden der durch die Liberalen geschaffenen unumschränkten Macht des Großkapitals, welche es den wirklich arbeitenden Klassen unmöglich macht, die volle Frucht ihrer Arbeit zu genießen. Es soll entgegengewirkt werden der, trotz der jüngsten Gesetzgebung über die Rcichsstempelabgaben, mit Hülfe der Liberalen immer noch herrschenden fast gänzlichen Steuerfreiheitder Börsengeschäfte. Es soll entgegengewirkt werden der Ausbeutung der Arbeitskräfte durch den Großbetrieb, der ungezügelten und maß
los, 991 30I 73) 72« 304» 1‘>1 22»4 124 102, 1.1
zuK° an. 18 von $
niug.
•rfdjri ind bt] : von ।
Miidh igeln ft gcsuchli Brann, 278.
Der Fortschritt und die Schule.
Das liebe „Deutsche Reichsblatt" (Nr. 11 vom 11. Juni) ereifert sich gewaltig gegen den seitherigen preußischen Unterrichtsminister Herrn von Puttkamer. Zweierlei hat derselbe verbrochen: erstens, er hat den Lehrern die Pfingst- ferien nicht verlängern wollen zum Besuch der Karlsruher Lehrerversammlung, und zweitens, er hat gewarnt, die Gemeinden nicht mit Schullasten zu überbürden.
Als Grund für den ersteren Erlaß wird dem Minister untergeschoben, er fürchte die Kritik dieser freien Lehrer, den Hauch des freien Geistes, der dort wehe. Nun, Herr von Puttkamer hat durch seine Maßregeln und seine öffentliche Kritik des Lehrerstanoes im Abgeordnetenhause gezeigt, daß er sich nicht fürchtet, in liberale Wespennester zu stechen. Hat der Fortschrittsmann das rein vergessen? Nein, der Grund ist ein ganz anderer. Von dem Besuch jener Lehrerversammlung hat ein tüchtiger Lehrer keinen Nutzen, und um des bloßen Vergnügens willen kann doch die Behörde keinen Urlaub gewähren. Zwar wurde auch in der letzten Versammlung manches gute und verständige Wort gesprochen, aber das tönende Erz und die klingende Schelle der Phrase überwog bei weitem. Die Herren behandeln Fragen,
berget, volle, ll-n ft mlseU isteia.
ior j
- .-21