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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sountagöblatt.

Expedition: Markt 21 Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang Koch.

der König von Rumänien, der Herzog von Sachsen- Koburg Gotha, der König von Sachsen, der Fürst von Schwarzburg-Rudolstadt, der Fürst zu Schwarz­burg-Sondershausen, der König von Serbien, der König von Spanien, der König von Württemberg. Berücksichtigt man nur die männlichen Nachkommen, o steht obenan der König von Griechenland, der 6 Söhne hat, dann folgen der deutsche Kaiser mit 5, der König von Schweden, der Fürst zu Schaum­burg-Lippe und der Sulian mit 4, die Königin von England, der Kaiser von Rußland, der König von Dänemark, der Fürst von Anhalt, der Fürst von Montenegro, der Herzog von Sachsen-Meiningen mit 3 Söhnen; 2 Söhne haben der König von Portugal und der Großherzog von Oldenburg, während der König von Italien, der Großherzog von Hessen, der Großhcrzog von Baden, der Großherzog von Sachsen- Weimar, der Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, die Fürsten von Reub, Waldeck und Monaco nur einen Sohn haben. Keine Söhne haben 15 europäische Regenten.

Goslar, 16. Dez. Die »Els. Zeitung" bringt von Colmar, 9. Dezember, folgende Notiz:Sicherem Vernehmen nach wurde das zur Zeit in Goslar stehende hannoversche Jägerbataillon Nr. 10 beor­dert, am 1. April hierher überzusiedeln. Dasselbe wird die am Bahnhof neuerbaule Kaserne beziehen". Die Uebersiedelung nach dort erfolgt, wie es heißt schon am 26. März k. I., dagegen verlautet hier mit Bestimmtheit, daß das Bataillon auö Nort­heim zum 1. April k. I. bei uns Garnison nehmen wird.

Saarbrücken, 18. Dez. Die ganzen Beleg­schaften sind angefahren in den Gruben Heimtz, Dechen, Reden, Jtzenplitz, FriedrichSthal und Ens­dorf. In der Grube Maybach arbeiten gegen gestern 50 Bergleute mehr, 200 stehen noch aus. In Erkershöhe fehlen 100 Arbeiter, in Sulzbach und Altenwald 740. Auf Dudweiler sind 60, auf Camphausen 30 mehr als gestern angefahren, auf Luisenthal 1150 also 150 mehr als gestern. In der Grube von der Heydt arbeiten ebensoviel Berg­leute wie gestern. In Dudweiler und Riegelsberg finden heute Nachmittags Versammlungen der Berg­leute statt.

Sternberg, 18. Dez. Der Landtag nahm mit 96 gegen 72 Stimmen die neue Regierungsvorlage wegen der Verstaatlichung der mecklenburgischen Eisen­bahnen an.

Erscheint^ täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2*/4 Mk., Bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Bestimmungen über die erste Hülfeleistung bet Un­fällen ausgenommen werden. Bedenken, daß solche Bestimmungen nicht als Unfallverhütungsvorschriften im Sinne der Unsallversicherungsgesetze anzusehen wären, seien unzutreffend. Einige Berufsgenosien- schoften, so diejenige der Feinmechanik, haben bereits solche Vorschriften. Das Reichs - Bersicherungsamt stellt daher den Vorständen der Berussgenofsen- schasten anheim, dieser Anregung Folge zu leisten. Das dem Kaiser Wilhelm I. von den deutschen Korpsstudenten gewidmete Denkmal auf der Rudels bürg gelangt nach dem Entwürfe des Bildhauers Paul-Dresden zur Ausführung. Jetzt ist der aus mächtigen Steinen zusammengesetzte Unterbau nahezu vollendet. Das eigentliche Denkmal ist ein 15 Meter hoher Obelisk mit schöner heraldischer und ornamen­taler Ausstattung. Die Herstellungskosten betragen 50 000 Mark. Die Enthüllung ist für Pfingsten nächsten Jahres in Aussicht genommen. Als der Kaiser im vorigen Winter beim Besuch des Bücke­burger Hofes auf der Jagd den mächtigen Achtzehn­enderPeter" erlegt hatte, äußerte er zu seiner Umgebung, solch kapitales Wild möchte auch in den kaiserlichen Jagdgründen einen Platz finden. Um diesen Wunsch zu erfüllen, hat, wie der Weser-Zei­tung aus Bückeburg berichtet wird, der Fürst letzthin aus seinen Besitzungen in Ungarn 21 vorzüglich zur Zucht geeignete Stück Hirschwild einfangen und nach Bückeburg bringen lasten, wo sie in einem Gehege gute Pflege fanden und ausgezeichnet gediehen. Der Fürst hat dies Wild dem Kaiser geschenkt und läßt es nach Zehdenick schaffen, in befielt Forsten es aus­gesetzt wird. Wie seiner Zeit durch Einführung un­garischen Blutes sich der Wildstand im Schaum­burger Walde bedeutend hob, so wird es voraus­sichtlich nun auch im Zehdenicker Revier geschehen. Von dem Wirtschaftsausschuß des Berliner Lehrer- Vereins wurden am 16. und 17. d. M. an die Teilnehmer ctrra 68000 M. Rabatt ausgezahlt. Außerdem gewährt der Verband seinen Mitgliedern erhebliche Vorteile bei Benutzung von Feuer- und Lebensversicherungen, Badeanstalten u. s. w., beim Bezüge von musikalischen Instrumenten, Bier rc., die in dieser Summe nicht enthalten find. Zu der Vereinigung gehören gegenwärtig über 6000 Lehrer, Lehrerinnen, pensionierte Lehrer und Lehrerwittwen angeschlofsen haben sich dieBerliner Beamtenver­einigung" und derVerein der Bureaubeamten des Magistrats". Die Zahl der Lieferanten beträgt zur Zeit 400, worunter fast nur erste Firmen vertreten sind. In den zehn Jahren seines Bestehens zahlte

ver Ausschuß baar 305000 M. Rabatt aus, wobei alle Preisermäßigungen und der direkt von den Ge schäften an die Lieferanten gezahlte Rabatt unbe­rechnet blieb. Der Wittwenkafie des Berliner Lehrer­vereins wurden in diesem Jahre 750 Mark zuge­führt. In einer Reihe von Städten haben die Lehrervereine eine gleiche Einrichtung nach diesem Muster ins Leben gerufen. Der Oberpräfident der Rheinprovinz, von Berlepsch, erklärt in einem an die Redaktion derPost", gerichteten Schreiben die Nachricht für ungenau, daß er es ursprünglich abgelehnt hätte, die Delegirten des Bergarbeiter- Ausschusses zu empfangen, weil er von ihren An­trägen bereits unterrichtet sei, und daß vom Kaiser ein direkter Befehl an ihn ergangen fei', die Arbeiter zu empfangen. Herr von Berlepsch schreibt: Diese Nachricht ist nicht den tatsächlichen Verhält­nissen entsprechend. Ich habe zunächst auf ein Er­suchen von entlassenen Bergleuten des Saarbrückener Reviers um eine Besprechung ihrer Angelegenheit erwidert, daß ich zwar bereit sei, sie zu empfangen daß ich ihnen jedoch anraten muffe, sich an die allein zuständige Behörde, nämlich die Königliche Bergbe­hörde zu wenden. Nachdem die betreffenden Berg­leute dennoch eine Besprechung bei mir nachsuchten, habe ich dem Anträge sofort stattgegeben. Ein Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs ist in dieser Angelegenheit überhaupt nicht ergangen.

(Die Familien der europäischen Herrscher.) Die meisten Kinder unter den europäischen Herrschern hat der Fürst von Montenegro, nämlich 10, dann folgen der König von Griechenland, die Königin von England und der Sultan mit je 7 Kindern; 6 Kinder haben der König von Dänemark und der Fürst von Schaumburg-Lippe, 5 der Kaiser von Deutschland, der Grvß.:erzog von Heffen, der Herzog von Anhalt, der Fürst Reuß älterer Linie, der Kaiser von Ruß­land und der Fürst zu Waldeck; mit 4 Kindern kommen sodann der Herzog von Sachsen-Meiningen und der König von Schweden, mit 3 der König der Belgier, der Großherzog von Mecklenburg- Schwerin und der Großherzog von Sachsen-Weimar, zwei Kinder haben der Großhcrzog von Baden, der Kaiser von Oesterreich, der Großherzog von Olden­burg, der König von Portugal und der Fürst Reuß jüngere Linie; endlich ein Kind der König von Italien, der Großherzog von Mecklenburg-Strelitz, der Fürst von Monaco, der König Wilhelm der Niederlande und der Herzog von Sachsen-Altenburg. Ohne direkte Nachkommen sind der König von Bayern, der Fürst von Lichtenstein, der Fürst zur Lippe,

Unsere verehrten Abonnenten bei der Post ersuchen wir freundlichst ihre Be­stellung für das erste Quartal 1890 auf die Oberhesfische Zeitung mit ihren Gratisbeilagen Kreisblatt

für die Kreise Marburg und Kirchhain und

Illustriertes Souutagsblatt baldigst machen zu wollen.

Der Nr. 1 wird ein schöner Wand- uud Notizkalender für 1890 gratis bei» gefügt. Für den erzählenden Teil unseres Blattes haben wir das Abdrucksrecht des höchst spannenden Romans

Eine vornehme Frau von Hermann Heiburg, Mitarbeiter desDaheim" und anderer Blätter erworben und wird derselbe nach Beendigung der gegenwärtigen Erzählung zum Abdruck kommen.

Marburg,

Freitag, 20. Dezember 1889.

Deutsches Keich.

Berlin, 18. Dez. Tas Reichsversickerungsamt fat an die Vorstände der von ihm refiortierenden Berufsgenofienschasten ein Rundschreiben erlassen, in welchem es denselben mitteilt, daß eine von ihm angeftellte eingehende Statistik über die entschädigten Unfälle für 1887 erkennen läßt, wie häufig die Folgen von Unfällen wesentlich hätten abgeschwächt werden können, wenn die -ur ersten Hilfeleistung vor Ankunft des Arztes erforderlichen Verbandmittel rc zur Hand gewesen und angewendet worden wären. Eine auffallend große Zahl hätten namentlich solche Unfälle erreicht, bei denen anfänglich geringfügige Verletzungen, deren Nachteile bei schnellem Eingreifen sich wahrscheinlich hätten abwendcn lassen, int wei­teren Verlauf einen schweren, oft sogar tätlichen Ausgang genommen haben. Das Reichs Verficherungs- amt glaubt ein Mittel, welches beihagen kann, jenen Uebelständen zu begegnen, darin erblicken zu sollen, daß in die von den Berufsgenoffenschaftkn erlassenen bezw. noch zu erlassenden Unfallverhütungsvorschrilten

Ausland.

Wien, 18. Dezbr. Die Beisetzung der Leiche

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV QttBTflftttrt Mosse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; G. L- * UUU»* Daube u. Eo. in Frankfurt a. M, Berlin, Hannover, Paris-

(Nachdruck verboten.)

«ose.

Roman von I. von Werth.

(Fortsetzung.)

Er folgte ihren graziösen Bewegungen und als ste fragte, ob es ihm nicht gefällig sei, an den Tisch zu kommen, sagte er: «Ich nehme sonst den Thee stets im Speiseziwwec ein. Doch Sie haben Recht, es ist gemütlicher hier."

.Nickt wahr?" erwiderte daS junge Mädchen. Auf Strahleueck nahmen wir, Tante Edith und ich, im Winter iwmer unfirn Thee in der Bibliothek. Nur wenn größerer Besuch da war, nicht.'

So find Sie mit der Freiin ron Stein verwandt?' .Nein, verwandt nicht gerade. Meine Mutter und Tante Edith waren Jugendfreundinnen. Als ich, im Alter von drei Jahren, meine Elter» verlor, »ahm mich die Freiin in ihr HanS und ist mir eine gütige, liebevolle Mutter gewesen biS zum letzten Atemzuge.'

Ihre Stimme war leise und ihr Antlitz war bleich geworden bei den letzten Wo-te». Doch ste durfte jetzt diese Gefühle nickt über sich Herr werden lassen. Mit Avstrevguug riß sie ihre Gedanken los von der Vergangenheit und fragte »ach de» Kindern. Es entspann sich eine lebthafte Unterhaltung über Erziehung zwischen den Beiden. Rose machte ihre Vorschläge, der Konsul stimmte bei oder machte sie auf die andere» Verhältnisse der landesüblichen Lebens­weise aufweiksam. Je länger sie sprachen, desto weniger fremd fübtte sich Rose und desto öfter glitt ein Lächeln der Befriedigung über das Antlitz des Mannes, das seine häßlichen Züge wnvderbar verschönte.

Endlich machte stch aber dock die Abspannung der laugen Reise bei Rose geltend. Sie sq.Lle. Während der Diener den Theettsch abräuwte, ordnete sie die Schachfiguren in ein dazu bestimmtes Kästchen.

.Das ist Sache der Domestiken', sagte der Konsul, zu ihr tretend.

Sie sah lächelnd z» ihm auf. .Ich fürchte, sie würden nicht zart genug damit umgehen. ES wäre schade, wen» ste zerbrochen würden.'

Er nickte. .Können Sie Schach spielen?'

.Nein', sie schüttelte de» Kopf. .Alle meine Kenntnisse in Beziehung auf derartige Spiele beschränken sich auf den schwarzen Peter. Den habe» wir in der Pension gespielt.' Sie lachte hell und heiter in der Erinnerung an jene sorglos glückliche Zeit. .Ich rutstnue mich »och, wie wir dabei einer gar zu gut­mütige« Mitschülerin, die oft als Zielscheibe unserer Neckereien diente, einen recht martialische» Schnurr, bart mit Alizarintiute gemalt haben, so daß die Arme acht Tage lang mit verbundenem Gesicht umher laufen mußte. Auf alle Frage» schützte sie Zahnschmerzen vor. Sie mnßte sich also als Kranke behandeln lassen anb ausschließlich von Wassersuppe lebe». Endlich gelang e8 uns, auf geheimen Umwegen eine Cittone zn kaufe». Diese wurde ihr in feierlicher Prozession überbracht. Zn unserer allseitigen Freude hatte das Mittel wunderbare» Erfolg. Schon war die eine Seite des Bartes verschwnude», als »ns doch noch der Loh» für »ufere Uuthat ereile» sollte. Ohne daß wir es bemerkt, war die Vorsteheriu etugetretev. Eine ihrer erschütterndste» Strafpredigten erging nun über uns. Die arme Hedwig sah aber so komisch aus mit dem einseitige» kühn geschwungener! Schnurrbart, die andere Wange dunkelrot von dem eifrigen Reiben, daß wir trotz unseres Schreckens das Lachen nicht verhalteu konnte». Die Vorsteherin mußte endlich auch lache» uod so wurde der Streich vergebe». Schwarzer Peter war seitdem in den heilige» Halle» unserer Pension verpönt. Daher sürckte ich, daß ich eS selbst in diesem Spiel zn keiner Vollkommenheit gebracht.'

Auch über das Gesicht dtS Konsuls glitt ein Lächeln, als er sich jetzt zum Gute-Nacht- Grnß vor ihr verueigte. Rose wollte ihm die Hand reichen, aber er schien eS nickt zn bemerke». So griff ste mit der auSgestreckteu Rechten schnell nach dem Leuchter

mit der brennenden Kerze, welchen Aleffaudro ihr präsentierte. Sie hatte während der letzten Stunde so ganz vergessen, dgß sie in diesem Hanse eine Fremde war. Durch diesen unbedeutenden, vielleicht ganz zu­fälligen Vorgang wurde ste darin erinnert und das that ihrem Herzen Weh.

In ihrem Zimmer »»gelangt, setzte sie den Leuchter auf den Kaminsims und schaute ernst t» den darüber in die Wand gelassenen große» Spiegel. Sie war sich am Marge» so sehr .würdig" vorgekommeu, als fit i» Veropa beim Ankleide» die üppige» Locke» au den Schläfen herab zurückgenommeu und im Nacken zn einem Knote» zusammengedreht hatte. Dennoch hatte sie der Mau» mit dem häßliche» Gesicht und den wundersam sonnigen Augen .so entsetzlich jung' ge­funden. Sie zog die goldene Nadel, die den Knoten zusammenhielt, heraus und schüttelte den Kopf, daß da» braune Haar ihr in schweren lockig» Strähnen nm die Schultern fiel. Was würde er erst gesagt buben, hätte er ste so gesehen? Seufzend wandte ste sich ab und vertauschte das Kleid mit einem weißen Negligö und ging dann leise, das Licht in der Hand nach dem Kinderzimmer, daß nur durch eine von Port ören verdeckte Thür von ihrem Schlafzimmer getrennt war. Eie trat vorsichtig ein, den Schein der Kerze mit der Hand verdeckend. Da lagen die beiden kleinen Mädchen, die jetzt ganz ihrem Schutze anvertraut waren, auf den weißen Kissen. Carla die »eitere, ein rotwangiges Schwarzköpscheu, hatte die kleinen Hände festgeballt über den Kopf zurück­geworfen. Rose zog sie ganz saust herab, denn es ist nicht gesund, so zu schlafen. Die trotzigen Lippe» der Kleinen bewegten sich lächelnd. I» dem anderen Bettchen lag Lia, eine kleine zartgegliederte Gestalt mit blonden Locken und vom Schlaf rosig ange- hanchte» Wange», wie eine Apfelblüte. Als der Licht- schei» auf da» Antlitz des Kindes fiel, schlug es die Lider auf und schaute mit den soonigen blaue» Augen des Vaters zu Rose auf.

.Bist Du mein Schutzengel?' fragte die Kleine

mit einer klaren, süßen Kinderstimme, daß jeder Laut sich in Roses Herz stahl. Sie beugte sich nieder, strich liebevoll über die gefalteten Händchen, hauchte einen Kuß ans die klare Stirn und sagte: ,3a, mein Liebling, von heute ab will ich es feto.'

Dann schlossen die müden Augen wieder und ein fröhliches Lächeln legte sich aus das Gesichtchen des schlafenden KindeS.

Als Rose für die Nacht ihr Haar unter ein weißes Händchen ordnete, und ihr Blick dabei in den Spiegel fiel, war es ein tief friedliches Gesicht, das ste darin erblickte, und doch war ihr-Kiffen von Thräueu ge­netzt, als ste endlich entschlief.

Das war der erste Abend im fremden Hause.

X.

Am nächsten Vormittag vor der Frühstückszeit ließ Rose durch Aleffaudro bei Signora Pacctoiui anfragen, wie ihr Befinden sei, und ob ste gestatte, daß ste ihr selbst die Kinder znm Morgeugrnß bringe, nm sich ihr vorznstelleu.

Signora Paccinini ließ darauf bitten, Fräulein Teruoff möge allein kommen. Sie fühlte stch zwar noch immer ein wenig angegriffen, mochte aber nicht noch länger ans ihre Bekanntschaft verzichten.

So folgte Rose dem Diener eine kleine Hinter­treppe hinab, welche für die Familie die beiden Wohnnngen verband, und ttat in ein kleines bequem eingerichtetes Boudoir. Bei ihrem Eintritt erhob fick von der Chaiselongue im Htotergrunde eine alte Dame. Schneeweißes Haar, über dem nur noch ein leichter goldiger Schimmer lag, welcher zeigte, daß cs früher einmal blond gewesen, schaute unter dem schwarzen Spitzeuhäubcheu hervor und nmrahmte ein gefurchtes, aber unendlich gütiges Antlitz. Sie ergriff beide Hände des jungen Mädchens, das stch ehrfurchtsvoll vor ihr verneigte und sprach:--

Rose lauschte aufmerksam, aber ste verstand kein Wort. .Verzeihung, gnädige Fran', sagte ste endlich, .welcher Sprache bedienen Sie sich jetzt? Sie ist