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3, 4, 6, 9, 10 und 11 ihre 3 Abteilungen (mit ie 2 Batterien) an die neuen Regimenter Nr. 36 und 34, die Regimenter Nr. 1, 5 und 31 ihre 2. Ab­teilungen (mit je 3 Batterien) an die neuen Regimenter Nr. 36 und 33 ab. Hieraus ergiebt sich, daß die Regimenter Nr. 34, 35 und 36 nur aus 6 Bat­terien in 2 Abteilungen, die übrigen teils aus 8 und teils aus 9 Batterien in 3 Abteilungen be­stehen werden. Sechs Abteilungen zu nur 2 Bat terien werden beim 1. Garde-, 1 5., 7. und 8. Feld- artillerie-Regiment bestehen bleiben, alle übrigen Abteilungen werden 3 Batterien zählen. In den Verband des 16. Armeekorps werden voraussicht­lich einig« bayerische Batterien übertreten. Rechnen wir noch hinzu, daß für die beiden neuen Armee­korps noch ein Pionicrbatalllon und 2 Trainbatail­lone zu errichten sind, so zeigt sich, daß der Ver­schiedenheiten in der Armee noch genug auszu­gleichen sind.

Deutsches Reich.

Berlin, 16. Dez. DerReichsanzeiger" meldet: Der Kaiser verlieh Emin Pascha in Bagamoyo den Kronenorden zweiter Klasse mit dem Stern. DerPost" zufolge hatte es der Oberpräsident von Berlepsch ursprünglich abgelehnt, die Delegierten des Bergarbeiter-Ausschusses zu empfangen, weil er von ihrem Anliegen bereits unterrichtet sei, indeffen sei vom Kaiser der direkte Befehl an den Ober­präsidenten ergangen, die Arbeiter zu empfangen und ihr Anliegen entgegen zu nehmen. Die Nordd. Allgem. Ztg." bezeichnet den Bericht der DortmunderTremonia" über die am Freitag unter dem Vorsitze des Oberpräsidrnten Studt stattge- sundcne Konferenz als den Vorgängen nicht ent­sprechend. Der Oberpräsident verhieß thatsächlich nur die sorgfältige Prüfung des Gesuchs um Er­wirkung der Begnadigung für die anläßlich des letzten Streiks verurteilten Bergarbeiter, sowie die Rückzahlung der verwirkten Anteile an den Knapp- schaftsgeldern, machte dagegen keine außerhalb seiner Kompetenz liegenden Versprechungen. Namentlich ist die Angabe unrichtig, der Oberpräsident habe die Begründung des Amnestiegesuchs den Delegierten zur Unterzeichnung vorgclegt. Ueber dieBer- teuerungspolitik" läßt sich derDüsseld. Anz." in folgendem Artikel aus:Die Parole derVer- teuerungspolitik", welche die Freisinnigen und ihre sozialdemokratischen Bundesgenosien für die Wahlen in der Hoffnung ausgegeben haben, hiermit sich das Herz des deutschen Volkes zu erobern und im

»Ecco la stanza della Signorina.**

Wie gern hätte Rose nun eine Stunde des Allein­seins gehabt, um ihre Gedanken zn sammeln, die neuen Eindrücke zu ordnen. Kaum hatte sie jedoch Hut und Mantel abgenommeu, als die Cametiera, ein zierliches französisches Kammerkätzchen, erschien, um das Auspacken der Sachen von Mademoiselle zu Übernehmen. Gleich darauf kehrte auch der Diener zurück, um zu fragen, ob die Signora in der Sala da pranzo oder auf ihrem Zimmer zu speisen wünsche. Die Zett de» Diners war bereits vorüber. Rose bat nur einen Teller Suppe und ein wenig Fleisch auf ihr Zimmer zu bringen. Dann wurde ihr ge­meldet, ,il sior padron erwarte, sie beim Dhee be­grüßen zu können. Signora Paccinini aber habe Migräne und bedauere, sie heut nicht mehr zu sehen.

Rose wechselte ihre Toilette, wobei Babette ihr behilflich war und sich mit einer beneidenswerten Zungenfertigkeit in ihrem Schweizer - Französisch be­mühte, Mademoiselle mit den Verhältniffen und der Tagesordnung des Hauses bekannt zu machen. Als Rose nach der Herrin des Hauses fragte, sah Babette sie einen Augenblick verwundert au und entgegnete: Madame ? Oh, on nen parle paa. DaS ist ein großes Unglück für den Herrn.

Rose hielt nicht für ratsam weiter zn fragen. Da ihre Toilette beendet war, ließ sie sich nun nach dem Bibliothekzimmer führen. Dort pflegte der Konsul sich um diese Zeit gewöhnlich aufzuhalten.

Heute saß er auch im Erker desselben vor einem Schachtischchen. Seine Partnerin, ein schwarzhaariges Weib von üppiger Schönheit, mit großen dunkel brennenden Augen, hatte soeben einen Zug gethan.

»Das Gaslicht blendet*, sagte sie in einen Italienisch, dem man ihre Neapolitaner Herkunft an­hörte. Dabei nestelte sie au den Schnüren, welche die Vorhänge vor dem Erker zusammenhielten, bis sie herabfieleu und dem Licht des Kronleuchters den Zugang fast gänzlich verwehrten. Nun lehnte sie sich tu den Befiel, lehnte das schöne Haupt auf die Lehne

Reichstage eine maßgebende Stellung zu erlangen, sckiemt auf den ersten Blick etwas sehr Bestechendes zu haben. Denn wer wünschte nicht, alles möglichst billig zu erwerben, so daß ihm das Dasein möglichst leicht wird? Aber bei näherer Betrachtung und genauerer Ueberlegung müssen doch selbst die soge­nannten kleinen Leute dahin kommen, einzusehen, daß möglichst niedrige Preise für alles, was in einem Volke produziert wird, den Ruin des Volkes mit sich bringen müssen. Hierauf hat der Reichs­kanzler Fürst von Bismarck in drastischer Weise schon in einer Rede vom 12. Februar 1885 hinge- wiesen. Er bat seine Zuhörer im Reichstage, sich einmal den Fall zu denken, daß der Preis des Roggens für den Zentner auf eine Mark sinke. »Ist denn nicht so führte er aus ganz klar, daß dann unsere Landwirtschaft vollständig ruiniert werden würde, nicht weiter bestehen könnte und mit ihr alle Arbeiter, alle Kapitalisten, die von ihr abhängen? Die Arbeiter würden nicht mehr be­schäftigt werden können, sie würden nach den Städten strömen, kurz und gut. eine nationale Kalamität ist ganz unzweifelhaft, wenn der Preis des Getreides, der täglichen Lebensmittel, unter den Satz sinkt, für den es bei uns überhaupt noch gebaut werden tarnt" Ebenso gefahrvoll seien aber billige Prelle für olle anderen Gewerbe. Warum so fragte er muß, wenn das Korn möglichst billig sein soll, nicht auch die Kleidung auf den möglichst niedrigen Stand­punkt herabgedrückt werden? Dann aber würden wir mit dem Schuhmacher, dem Schneider, allen Handwerkern in Konflikt kommen, denn sie würden dabei nicht mehr bestehen können. Hr. Bamberger meinte zwar damals und feine Parteifreunde sprechen ihm dies jetzt nachder Zweck der ganzen Kultur" sei, das, was sür die Bedürfniffe des Lebens notwendig ist, möglichst billig hcrzustellen. Aber eine derartige Kultur, wo wir Brod sür einen Spottpreis bekommen und uns die Schuhe und Kleider wie die Coeosnüffe in den tropischen Ländern umsonst von den Bäumen pflücken könnten, würde zu richtiger Barbarei führen, das Eldorado billiger Preise würde der Ruin für das ganze Volk sein, weil die Produzenten nicht mehr bestehen könnten. Diebilligen Preise" erscheinen immer noch als ein Ideal. Das ist aber eine Anschauung, welche vielleicht dem Interesse des einzelnen Privathaushalts ent­spricht, aber außerordentlich viel Not, Sorge und Kummer für ganze Stände und Klassen der Be­völkerung, wie für das ganze Wirtschaftsleben eines Volkes im Gefolge haben und demgemäß schließlich auch

zurück, daß das milde Licht der roten Ampel voll und rosig über die elfenbleichen, klassisch-edlen Züge fiel und die kleinen, weißen Zähne zwischen den halbgeöffneten Lippen schimmern ließ. Die Blicke des MauueS waren längst von den bunten Figuren ab auf das Weib ihm gegenüber geglitten und hingen jetzt an ihren halbgeschloffenen Lidern mit den langen saust gebogenen Wimpern.

Ebbene, Signor Giovanni", fragte sie endlich, ohne fich zu rühren,haben Sie Ihren Zug noch nicht gethan?"

»Ich sehe, Sie werden mich matt machen, Arianna." Sie schlag die Augen voll auf, lachte hell und heiter wie ein Kind und rief:Sehen Sie, die Schülerin ist Ihnen über den Kopf gewachsen. Und doch ist kaum ein Monat vergangen, seit Sie wich dies Spiel gelehrt." Nun richtete sie sich auf. Aber ich bin gutmütig; ich habe Ihnen einen Aus- weg offen gelassen." Dabei beugte sie fich über ein Tischchen, daß ihr Haar seine Stirn berührte und der warme Hauch ihres Mundes feine Wange streifte. »Gehen Sie mit Ihrem Springer dahin. Den nehme ich Ihnen daun freili* durch diesen Thurm, doch Sie gewinnen dadurch Zeit, Ihre Königin unter,den Schutz jener Bauern zu stellen, and alle Gefahr ist beseitigt. So" fie ordnete schnell die kleinen Figurennun weiter."

Er hatte ihre Hand ergriffen, fie war weich und kühl fie einen Augenblick gegen seine Stirn gedrückt, and sagte:Ich kann nicht Arianne, ich bin dennoch matt."

Sie sah mit einem sprühenden fragenden Blick zu ihm auf. Dann entzog fie ihm ihre Hand. Ihre Lippen kräuselten fich verächtlich: O ja, ich weiß es wohl, Sie find matt, mattherzig."

Sie sah, wie es bei ihrem letzten Wort in seinen Augen zornig anfblitzte. Schnell mischte fie die Figuren unter einander und rief in ihrer gewöhnlichen heiteren Weise:Also dar Spiel ist aus. Ich bin es Ihnen lange schuldig gewesen, nun sehe ich mein

AWöchcllÜWeBeilage«: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.

ul Ui Expedition: Markt 21 Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

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67. in Metz) enlst» Yen beim 17. Armeekorps: die 69. in Graud-nz, die 70. in Thorn, die 71. in Danzig, die 72. in Deutsch-Eylau. Ten neuen Divisionen entsprechend werden auch neue Kovallerie- Briooden errichtet: eine 33. in Saarburg, eine 34. in Metz, eine -35. in Graudenz, eine 36. in Danzig; wozu noch beim 1. Armeekorps eine 37. tritt, so daß einschließlich der Garde- und 4 bayerischen Deutschland 45 Kavallerie-Brigaden haben wird.

Außer den beiden Divisionen hat jedes Armee korps noch eine Feldartilleriebrigade, die Armee wird im ganzen also 20 Brigaden Feldartillerie haben, von welchen für 2 die Stäbe in Metz und Danzig neu zu errichten sind.

Jede Brigade soll aus 2 Regimentern bestehen. Von dieser Regel werden jedoch Ausnahmen weiter« bestehen bei der Garde - Infanterie - Brigade, der 1. bayerischen Infanterie-Brigade, wahrscheinlich auch bet der 67. Brigade, ferner bei einigen preußischen und bayerischen Kavallerie-Brigaden, welchen sämtlich 3 Regimenter zugeteilt bleiben. Nach der Umwand­lung der 15 vierten Bataillone in 5 neue Regi men ter werden die Regimentsnummern bei den 17 preußischen, sächsischen und württembergischen Armee korps bis 144 reichen (worunter jedoch Nr. 127 fehlt), dazu kommen noch 9 Garde- und 19 bayerische Regimenter, so daß also die deutsche Armee 171 Infanterie-Regimenter und, da die Zahl der Reiter- Regimenter unverändert bleibt, 93 Kavallerie-Regi menter zählen wird. Bei der Feldartillerie steigt die Zahl der Regimenter auf 42, worunter Nr. 33 und 34 in Metz, Nr. 35 in Graudenz und Nr. 36 in Danzig neu sind, 2 weitere beim Gardekorps und 4 bei der bayerischen Armee existieren.

Die Zahl der Jägerbataillone beträgt nach wie vor 21; sie werden jedoch den Armeekorps nicht gleichmäßig zugeteilt fein. Während das preußische Gardekorps, das 9. und die beiden bayerischen Armeekorps jedes 2 Jägerbataillone behalten, das sächsische sogar.3, wnd dem 2., 8., 10., 13. und 14. Armeekorps das Jägerbataillon fehlen. Das pommersche Jägerbataillon Nr. 2 wird dem 17., das rheinische Nr. 8 dem 15,, das hannoversche Nr. 10 dem 16. Armeekorps zugeteilt sein.

Sämtliche Infanterie - Regimenter werden vom 1. April 1890 ab gleichmäßig 3 Bataillone, sämt­liche Kavallerie-Regimenter. 5 Eskadrons zählen, da­gegen werden die Feldartillerie Regimenter die größte Verschiedenheit zeigen. Die Regimenter Nr. 2, 7 und 8 treten ihre reitenden Abteilungen an die neuen Regimenter Nr. 35, 31 und 33, die Regimenter

| Vie utut (Einteilung brr Armee.

W Es unterliegt keinem Zweifel, daß die neue Ein- pilung der deutschen Armee, wie sie im nächst- rigen Etat beantragt ist, vom Reichstage mit Wßer Majorität genehmigt werden wird. Wenn Kriegsminister, wie es m der Budget-Kommission les Reichstages geschehen ist, diese Einteilungge. Dermaßen als Abschluß" der beabsichtigten Orga- nifatian des Heeres bezeichnet hat, so ist damit Ebenfalls nur ein Abschluß für die Dauer des gegen« rügen Seplenvats (also bis zum 1. April 1894) eint, bis zu welchem Zeitpunkte wohl der Aus- gliich mancher Verschiedenheiten, die, Wie sich zeigen irb, innerhalb der künftigen Heereseinteilung noch bestehen bleiben, hinausgeschoben werden soll.

Die Armee soll vom 1. April nächsten Jahres in in 20 Armeekorps eingeteilt werden, darunter tai preußische Gardekorps, 2 bayerische Armeekorps «d 17 nummerierte, von welchen Sachsen das 12., Bürttembetg -das 13., Preußen, Baden jtnb bie feineren Staaten die übrigen stelle«.

Jedes Armeekorps ist in 2 Divisionen eingeteilt. Abweichend von dieser Regel bleiben das 11. und 12. Armeekorps auch ferner 3 Divisionen stark; zu km ersteren wird wie bisher die 25. (großherzoglich hessische), zu dem letzteren die 32. <3. königlich ßchsische) Division gehören. Die deutsche Armee, »eiche künftig auS 42 Divisionen besteht, würde figentlid) also noch ein 21. Armeekorps formieren Sinnen, was im Kriege wohl auch geschehen wird. Zum 15. Armeekorps in Straßburg gehören ferner­hin die 31. und 33. Division, Leide mit ihren Stäben in Straßburg, zum 16. Armeekorps (Metz) jbie 30. und 34., beide in Metz, zum 17. Armee- HM"(Danzig) die 35. Division in Graudenz, die tt. in Danzig. Außer daß der Stab der 2. Division kn Danzig nach Königsberg verlegt wird, bleiben ie Stäbe aller anderen Divisionen an den bis- erigen Orten.

Jede Division besteht aus 2 Infanterie-Brigaden inb (in der Regel) einer Kavalleriebrigade. Das kutsche Heer wird also künftig 84 Infanterie-Bri- pden zählen, einschließlich der 4 preußischen Garde-

krschoben.) Neue Jnsanteriebrigaden (außer der

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf TYIV Messe m Frankfurt a. M., Berlrn, München u. Köln; G. 8- ÄAI'

Daube n. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

eit. itzend anische arfee aito, edaillcn- |)er g bayerischen Infanterie - Brigaden. Die ipbten, bayerische (Besatzung?) - Brigade in Metz tritt in Verband der 34. Division beim 16. Armeekorps, ff iart 1 sicher außerdem die 67. preußische Brigade ge

10 i°ten wird, während die 68. bis auf weiteres aus-

V Wt. (Wahrscheinlich ist ihre Errichtung bis 1894 (771$

Erscheint^ täglich außer an Werktagen nach Sonn« und

Feiertagen. Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expe-

dition 2'/. M-, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. ® ._o_

BestLgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile Mittwoch, 18. Dezember 1889.

10 Pfg., gteLamen für bte Zelle 25 Pfg. u

s anstall, erftr.

(Nachdruck verboten)

»ose.

Roman von I. von Werth.

(Fortsetzung.)

Sein Blick fiel auf den Brief, den Dora vorher

ihr gelingen, Zufriedenheit zu erlangen und innere

«.

Neuen Halle, von neuem ratlos stehen zu bleiben, trat ein Diener, in einfacher aber geschmackvoller

1889.

Markt

Innig- um ru» x,icuci, im tw|uu#n wu Hnnfiuuuuuuu [. «ree, an fie heran und bald darauf faß fie in den Ebenen Po'stern einer Equipage. Die Fahrt ging

»eifung tat engen Rabmeu des Fensters gefaßt, an ihr ter Herl' tzrüberzogen. Ihr Herz war so bang und beklommen, h, mir würde fich ihre Zukunft gestalten? Und würde tu »oll- ? Hr gelingen, Zufriedenheit zu erlangen und innere 1 fl,;ne Befriedigung zu erwerben? Die Fragen wiederholte strivat- f unaufhörlich in fast selbstquälerischer Art und die ddende «rzagtheit ihres Herzens wuchs, je wehr fie fich ihrem ng en. Bestimmungsort näherte. Von der Grenzstation aus to bei« ktte fie dem Consnl die Stunde ihrer Ankunft «graphisch gemeldet. Endlich nach einer langen, kNüdenden Fahrt, war fie am Ziel. AIS fie bann 4er, Plaid und Reisetasche am Arm, in dem Gewühl Eafiei As dem Perron stand, mitten zwischen der drängenden Rtaenben, rufenden, stoßenden Menge, ohne zu wissen, Khin fie fich wenden sollte, da fühlte fie° fich nnsäg- h einsam, fo von aller Welt verlassen, daß fie am chsten in ThrSnen ausgebrochen wäre. Ohne eS zu wiss n, hatte fie fich von dem Sttome mit Röntg, jttföbreu lassen, um bald darauf an der anderen l deS Seite des GebäudcS, unter der fich lang hinstreckenden

gesundes I_____ .

. kf den Schreibtisch gelegt Er erkannte die feinen Ithttttj ktzriftzüge, entzifferte den PoststempelMilano" und

- dickte daS Schreiben an die Lippen.

»cm » , I" jener Nacht, als Benno die fchmerzlich.fehn- ' Marr fcfygDoflen Verse in daS Heulen des HerdststnrrneS mahme- hanäfang, faß sie, der alle jene Melodien galten, khtt 1 Märtel und Decken gehüllt, in eimm Coups deS 9'. hhnellzugeS, der sie hiuauSführte in die ferne Fremde 1klche ihr die Heimat ersetzen sollte. Sie hatte kein rf. Am Inge für die landschaftlichen Schönheiten, welche, in

durch viele, meist breite, schöne Straßen, btS der Wagen endlich tu einem quadratförmigen, von einem Säulengange umgebenen Hofraum hielt.

DaS hellerlenchtete Treppenhaus mit feinen ge- schmackvollen Dekorationen erzählte von dem gediegenen Reichthum deS BcfitzerS. Rose ließ ihren Blick musternd in dem hohen Raum umhergleiten, während fie die, mit weichen Teppichen überkleideten Marmor­stufen hinanschritt. Oben und unten auf den Pfeilern deS Geländers standen in Heller Bronze ausgeführte Figuren: ein in Lumpen gehülltes lockiges Mädchen, das eine Fackel über seinem Haupte schwingt. Sie waren wahrhafte Kunstwerke, jene beiden lichttrageu- den Gestalten. Das Antlitz hielten fie hinauf ge­richtet zu dem, allerdings stark bewöltten Himmel, in den ein weniger als mittelmäßiger Maler den Plafond umgewandelt. Dieser Künstler mußte eine absonder­liche Vorliebe für pausbackige, stumpfnasige Engels­köpfe gehabt haben, denn wo eS die Wolkeubildnng nnr irgend gestattete, lugten fie in allen nur erdenk­lichen HalSverreukuugen hervor. Au der freien Wand dort hingen einige Oelgemälde, Alpenlandschaften von einigem Wert, neben einer von Orangerien um- stellten Grotte. Dort spie ein Delphin einen feinen Wasserstrahl in eine Muschel ;bon weißem Marmor, in der eine Menge Goldfischchen munter umher, schwammen. Das leise Rauschen deS Wassers paßte gut zu dem flackernden Schein der Gasflammen und dem feinen nnbi finitbaren Duft, wie man ihn bis­weilen in Zimmern und Gängen alter Schlösser findet. Die drei hohen gewaltigen Bogenfenster sahen jetzt dunkel an8, aber bei Tage, wenn die Sonne darauf schien, mochten fie dem hohen kühlen Raum einen warnten bunten Schimmer verleihen. Als Rose oben angelangt war, öffnete fich eine Thür. In dem bis zur halben Höhe dunkel getäfelten Vor. zimmer empfing ein anderer Diener ihr Gepäck. Er geleitete fie durch mehrere reich möblirte Zimmer und Säle, über einen Korridor, bis er endlich eine Thür öffnend, stehen blieb.