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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonne»ents-Preis bei der Expe­dition 2*/t Mk-, bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. BestÄlgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg, Sonntag, 15 Dezember 1889.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler m Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg u.Wien; Rudolf Moffe in Frankfurt a. M., Berlin. München u. Köln; G. L- Daube u. Eo. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.

XXIV. Jahrgang.

Erstes Blatt.

»BBSB Wochenschau-

(Schluß.)

Mit dem Boulangismus ist es in Frankreich für den Augenblick wirklich total aus. Die Kammer hat die Wahl von Boulangers Gegenkandidaten Joffrin, der zum Abgeordneten proklamiert wurde, weil dem General durch den Schiedsspruch des Senates die politischen Rechte aberkannt worden find, mit großer Mehrheit für giltig erklärt, obgleich, genau genommen, darin ein schwerer Verstoß gegen das ftanzösische Wahlgesetz liegt. Aber keine Hand hat sich in Paris bei diesem Vorgehen gerührt, Boulanger wird nicht smehr gehaßt und nicht mehr geliebt, er ist einfach vergessen. Wichtiger ist die Bildung einer großen Schutzzollpartei im französischen Parlament. 1892 laufen alle bestehenden Handelsverträge Frankreichs ab und die neue Partei will dann mit aller Gewalt einen drakonisch en Zolltarif durchführen. Die Stimmen, welche sich dagegen erheben, fallen nur noch schwach ins Gewicht, es kann also leicht dahin kommen, daß in wenigen Jahren Deutschland auf allen Seiten Nachbarn mit unübersteigbaren Zollgattern hat.

Neue Streiks find in England wieder an der Tagesordnung und zwar sind es jetzt die Heizer an den Gasanstalten, welche Vorgehen. Die Stadt Manchester hat bereits erleben müssen, was totale Dunkelheit heißt, und nun sollte die Riesenstadt Lmdon an die Reihe kommen. Die Gasanstalten hatten sich aber rechtzeitig mit Ersatzarbeitern ver­sorgt und so konnte wenigstens das Schlimmste ab­gewendet werden. Mit Finanznöten hat Italien zu kämpfen. Das Budget weist ein Defizit von 35 Millionen auf, welches ohne Anleihe beseitigt werden soll. Der Finanzminister sieht nun schon tagelang gen Himmel, aber Goldstücke hat es noch immer nicht regnen wollen. Tie abessinische italien- steundliche Partei, welche jüngst eine schwere Nieder­lage erlitten hatte, hat jetzt alle ihre Kraft zu- sammengenommen und die Gegner bis zur Vernich­tung geschlagen. In diesen Kämpfen sind von beiden Seiten die schlimmsten Grausamkeiten ver­übt worden.

Im belgischen Parlament ist die großeSpitzel- Debatte" zum Abschluß gebracht. Von der liberalen Partei war dem Kabinett vorgeworfen worden, es

(Nachdruck verboten.) Xose.

Roman von I. von Werth.

(Fortsetzung.)

Sie war allein, einsam auf der Landstraße »der Fremde vielleicht mit unzulänglichen Mitteln daseheu dem ersten, besten Betrüger auheimge» geben--.Rose, Rose", rief er stöhnend. .Und

H darf Dich nicht schützen. Dn haft mich von Dir »wiesen, weil ich Deinen Wert nicht erkannte, keine fingen hatte für Deine Schönheit in j ner glückseligen fürst, als ich Dich mein nannte. Damals war mein Mrz so ruhig", er unterbrach fich mit hartem, Mterm Lacheu .nein nicht ruhig, es war öde, kalt |*b leer. Du selbst hast eS, ohne daß ich eS merkte, Mrchleuchtet und erwärmt mit Deiner warmen Liebe. N>d nun kann ich Dein Bild nicht mehr daraus ver- stenneu, jetzt da ich von Dir gegangen, da ich Dein Mrz für alle Zeit verloren muß ich Dich lieben, Mcheu wie ich nie geliebt. Ich muß Dich lieben Wb mich verzehren tu Sehnsucht nach Dir." j Er ließ sich stöhueud tu einen Sessel finken.

1 Wenn eS ihm möglich gewesen wäre, die Stunde Mte ihn beten gelehrt:Herr, wenn es Möglich, laß Men Kelch an mir vorüdergehen."

Doch er hatte keinen Glauben und alle Philosophie, ttrn eifriger Jünger er stets gewesen, konnte ihn stcht befreien von dem brennenden, wehen, sehnsnchts- Mlen Gefühl seines wunden Herzens. So wollte er DH wieder der Welt zuweudeu, von der er fich, erst Wze Zest vorher, übersättigt abgewandt. Jetzt wollte F von Neuem ihre Leidenschaftlichkeit, ihren Taumel Mcheu, nm Vergessen zu finden; und sollte er unter« »Heu in ihrer schnöden Lust.

1 Wieder tönte der Klang der Glocke schrill durch Ms HanS. SIS Friedrich in das Zimmer seines Ge- 8"ters trat, wandte ihm dieser ein totenbleiches @e» Mt zu nnb sagte mit seltsam tonloser Stimme: .Die «ffer packen. Wir reisen mit dem Nachtzuge."

habe verkommene Subjekte als Spitzel gedungen, um Albetterunruhen herbeizusühren, was von der Regierung energisch bestritten wurde. Wie voraus- zufehen war, bewilligte die ministerielle Mehrheit der Regierung ein volles Vertrauensvotum, aber die Mitglieder der letzteren wurden beim Verlosten des Kammergebäudes von der Bevölkerung mit den schlimmsten Beleidigungen überschüttet. An seinen Rücktritt denkt das Ministerium Beernaert nicht. Die brasilianische Kaiserfamilie ist noch in Lissabon. Aus dem Gefolge desselben sind mannigfache Ein­zelheiten über die Revolution bekannt geworden und es herrscht ziemliche Uebereiustimmung darin, daß die Hauptursache der Umwälzung die von den Re­publikanern ausgebeutete Aushebung der Sklaverei war. Einen förmlichen Verzicht auf die Krone von Brasilien hat Dom Pedro bisher übrigens nicht geleistet.

Kaiser Alexander von Rußland hat den jungen Prinzen Louis Napoleon, welcher aus der italienischen Armee wegen des Bündnisses Italiens mit Deutsch­land ausgeschieden und nun in das russische Heer eingetreten ist, mit großer Auszeichnung empfangen. Der Sache irgend welche Wichtigkeit beilegen zu wollen, wäre verfehlt, es liegt hier lediglich ein Höflichkeitakt vor, wie er alle Tage in fürstlichen Höfen passiert.

Lettisches Reich.

Berlin, 13. Dez. In der gestern unter dem Vorsitz des Vize-Präsidenten des preußischen Staats- Ministeriums, Staatssekretärs des Innern, Dr. von Bötticher abgehaltenen Plenarsitzung des Bundesrats wurde wiederum, wie in der Plenarsitzung der Vor­woche, in mehreren Zoll- und Steuerangelegenheiten Entscheidung getroffen. Die allgemeine Rechnung über den Reichshaushalt für das Etatsjahr 1886/87, der Entwurf eines Gesetzes für Elsaß - Lothringen zur Ausführung des Gesetzes über den Schutz der Vögel und ein Antrag auf Erteilung der Ermächtigung zum strafrechtlichen Einschreiten wegen Beleidigung des Bundesrats durch die Preste wurden den zu­ständigen Ausschüssen zur Vorberatung übergeben. Der vom Reichstag angenommene Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Abänderung des Bonkgesetzes vom 14. März 1875, wird zur Allerhöchsten Voll­ziehung vorgelegt werden. Eine Eingabe wegen Aenderung des Gesetzes zum Schutz der Photo­graphien gegen unbefugte Nachbildung und eine Ein­gabe des Vorstandes eines landwirtschaftlichen Kreis­vereins, betreffend den Entwurf eines bürgerlichen

.Für wenige Tage oder für längere Zett?"

Für zwei bis drei Monate etwa."

Daun ließ Benno fich am Flügel nieder, griff in >ie Tasten nnb entlockte dem Instrument eine wilde fihapsodie, in der jäh abbrechend oder leis' ersterbend immer die Melodie wieder kehrte:

Das ist ein Brausen nnb Heulen, Herbstnacht nnb Regen nnb Winb. Wo mag wohl jetzo weilen Mein armes, banges Kind?

. *

Der Sturm schien bie Oberherrschaft erlangt zu >aben; fett Wochen schon brauste er durch das Land egte durch die kahlen Wälder und Felder, Über die chäumendeu Wogen und durch di« menschenleeren Straßen der Städte. Wie er dort nm das Eckhaus pfiff nnb durch den Kamin heulte I Er schlug den Schnee und Regen gegen die hellen Scheiben. Als die HanSthür geöffnet wurde, stieß er sie ungestüm zurück, verlöschte die Lampen und trieb den Menschen drinnen die NSfle ins G. ficht und weit in das Treppenhaus auf die weichen Decken. Der Postbote trat derauS. Er klappte feinen Röcklingen hoch, drückte die Mütze tiefer in die Stirn und eilte dicht an den Häusern entlang, die breite Straße hinab. Das Rädchen warf mit Mühe die Thür wieder in das Schloß. Schnell eilte fie die Treppe hinauf, öffnete eine Thür und fragte, den Kops durch die Spalte teck-nd: .Frau Profeffor, «S ist ein Brief an den Serin Profeffor angekommeu. Soll ich ihn in das Studirzimwer tragen?"

.Jo, Dore", erwiderte die Dame, au welche die irage gerichtet war, ihr hübsches, von glattem, chwarzem Haar umrahmtes Gesicht dem Mädchen zu- wendend: .Mein Mann ist zu HanS, und er wünscht daß jeder Brief sofort abgegeben werde." Dann wandte fie fich au die Schneiderin, die neben ihr iand, und beriet wester über die Länge der Schleppe an dem neuen hellen Seideukleide.

Dore eilte ben langen Corridor entlang nnb öffnete

Gesetzbuchs, wurden dem Vorsitzenden des Bundes­rats überwiesen. Die Ansprachen und Reden des Kultusministers v. Goßler sind soeben in einer sehr reichhaltigen Auswahl, übersichtlich und in zeitlicher Folge zusammengestellt, erschienen (Berlin, Mittlers Hofbuchhandlung). In den Ansprachen, mit welchen Herr v. Goßler wiffenschaftliche Versammlungen er­öffnete oder begrüßte, Feste und Gedenktage der Kunst feierte, zeigte er sich fast durchweg als ein von modernem Geiste erleuchteter, auf der Höhe unseres Geisteslebens stehender Mann, der zugleich die künstlerische Form der Rede meisterlich handhabt. Nicht so ungeteilt ist der Beifall, mit dem wir seine eigentlich politischen Reden über kirchliche und pädagogische Fragen, über die Stellung der Kirche zum Staate, über llniversitäts- und Volksschulwesen begleiten. Immerhin enthalten auch diese Reden mancherlei interessante Ausführungen und Anregungen. Die ganze Sammlung bildet einen wertvollen Beitrag zur Zeitgeschichte.

Hannover, 13. Dez. Der Kaiser ist um 1 Uhr hier ein getroffen, begleitet von Graf Woldersee, Gra Herbert Bismarck, Minister Frhr. v. Lucius :c. Empfang fand nicht statt. Der Kaiser begab sich, von der Bevölkerung lebhaft begrüßt, durch die be flaggten Straßen mit dem Grasen Waldersee nach dem Kasino des Königs-Ulanen-Regiments, um einer Einladung des Osfizierkorps zum Frühstücke zu folgen.

AttslavL.

Wie«, 13. Dez. Im Abgeordnetenhause er­klärte anläßlich der Debatte über das Budget-Provi­sorium Graf Taaffe namentlich Plener gegenüber, die Regierung werde die Interpellation Plener in einer der nächsten Sitzungen beantworten. Die Regierung habe stets nur das Ziel verfolgt, die Gleichberechtigung der Nationalitäten zu verwirklichen, sie handele niemals aus Parteirücksichten, während die Opposition oft eine parteimäßige sei. Die Re­gierung werde sich durch keinen Angriff von dem bisher mit der Majorität verfolgten Wege abdrängen lassen. Im Abgeordnetenhause erklärte heute Plener, die Opposition kämpfe nur gegen das System, nicht gegen Personen. Die Deutschen werde man nicht mürbe machen. Das zur Konsolidierung des Reiches nach außen Notwendige bewillige die Oppo­sition jederzeit. Die Regierung habe ihre Pflicht, das Reich im Innern zu konsolidieren, bisher nicht erfüllt. Tas Budget-Provisorium wird dann mit 181 gegen 88 Stimmen angenommen.

Ber«, 13. Dez. Im Nationalrate wurde eine

bie letzte Thür. Sie trat leise ein, legte den Brief auf den Schreibtisch, sagte: .Eben angekommen", und verließ das Zimmer wieder.

Wie gelehrt c8 darin aussah. Die Regale an der Wand rechts enthielten eine ansehnliche wissen- schaftliche Bibliothek. Auf dem Repotisorium au der gegenüberliegenden Wand, zu beiden Seiten der Thür, welche in ein Nebenzimmer fühlte, lagen wissenschaft­liche Zeitschriften, lose Blätter und Mannscripte in scheinbarem Durcheinander augehäust. Zwischen den Fenstern stand ein Schrank mit einer GlaSthür, hinter deren Scheiben eine Gardine von grünem Seidenstoff angebracht war. Dort wo fie fich ein wenig ver. schoben, sah man allerlei blinkende Instrumente schimmern. Oben auf dem Schrank lagen mehrere Schädel nnb einzelne Knochen. Dahinter befanben sich Flaschen unb Gläser, mit Spiritus gefüllt. Darin schwammen allerlei sonderbare Dinge, deren Namen auf kleinen weißen Zetteln verzeichnet standen. In der Ecke, bei dem Kaminofen, stand ein ganzes Meuschengerippe und daneben, tu dem verschloffenen Schrank, waren allerhand Maschinen zum Galvantfireu Jnhaltreu n. f. w. anfbewahrt. Mitten im Zimmer stand ein großer Schreibtisch und darauf zwischen all den Büchern und Blättern eine grüne Studirlampe bie ein angenehmes Licht durch das G-mach verbreitete

Bor dem Schreibtisch eifrig arbeitend, saß Profeffor Groner. Er nickte nur, als das Mädchen den Brief hinleate, ohne anfzuseheu. Seine Arbeit war wichtig und dringend; er konnte fie nicht unterbrechen.

Kaum war Dora wieder durch den laugen Corridor zurückgegaugeu als die Hausglocke von Neuem ge­zogen wurde.

Schon wieder", sagte fie ärgerlich und lief miß. mutig hinab, um zu öffnen. Gleich darauf trat fie wieder in das Studirzimwer, dem Doktor eine Vtfiteu. karte hinreichend, mit den Worten:Der Herr wünscht den Herrn Professor dringend zu sprechen."

Da»dringend" hatte fie freilich hiuzugesetzt, aber wenn es nicht dringend wäre, hätte er fich in dem

Interpellation angekündigt, des Inhaltes, ob der Bundesrat nicht die Zeit für gekommen erachte, um die Gotthardbahn zum Bau der Linie Goldau-Zug anzuhalten.

Petersburg, 13. Dez. Das .Journal de St. Petersbourg" bespricht die Zulaffung der bulga­rischen Anleihe zur Kotierung an der Wiener Börse und die Garantieen für die Anleihe. Das Blatt meint, Prinz Ferdinand von Coburg und die bul­garische Regierung verfügten nach Belieben über die National-Güter; trotz ihrer unregelmäßigen Stellung verfügten sie ungezwungen über die finanziellen Hilfs­quellen des Landes unter Mißachtung des Rechter und ohne Rücksicht auf die früheren feit Jahren nicht erfüllten Verbindlichkeiten. Das .Journal" glaubt, diese augenfällige Abweisung der Berliner Verträge konstatieren zu müffen.

Zanzibar, 13. Dez. DasBureau Reuter" meldet von gestern: Emin Pascha verbrachte eine unruhige Nacht, er kann infolge des schwierigen Schluckens keine feste Nahrung einnehmen und hat fortwährend sehr erschöpfende Hustenanfälle. Sein Zustand ist sonst unverändert.

Hesse« - Nasslm.

Marburg, 14 Dez. Morgen Sonntag, den 15. Dezember, findet in der reformierten Stadt- und Universitätskirche ein A k a d e m i s ch e r G o 11 e S- dienst statt. Die Predigt hält Herr Profeffor Dr. Achelis.

Marburg, 14. Dez. Auf Wunsch der städti­schen Behörden weilte gestern Herr Landes-Baurat Stiele- Eaffel in unserer Stabt, um sich über die Abänderung des Projektes zum Umbau der Weiden­häuser Brücke dahin, daß die Axe ber neuen Brücke soweit flußaufwärts verschoben wird, daß die alte Brücke während des Umbaues zur Vermittelung des Berkihrs beibehalten werden kann, gutachtlich zu äußern. Voraussichtlich wird nunmehr über dieses Projekt die Stadtverwaltung in der allernächste» Zeit sich darüber schlüssig zu machen haben, damit im Frühjahr k. I. mit der Vergebung der Arbeiten vorgegangen werden kann.

Marburg, 14. Dez. In der philosophischen Fakultät der hiesigen Universität hat sich Herr Walther Judeich füralteGeschichte" habilitiert. Seine heutige Antritts-Vorlesung behandelte die Schlacht von Adrianopcl am 9. August 378 n. Ehr.

Marburg, 14. Dez. Den in unserem heutigen zweiten Blatt enthaltenen Vortrag des Herrn Profeffor Dr. Dietrich,Die Berechnung des Handels- Wetter doch sicher ben Weg erspart. Sie hatte frei« lich nicht gesehen, baß ber Herr, ber jetzt im Salon wartete, unten ans einer mit Wappen verzierten Equipage gestiegen, wo er weder vom Winb noch Schnee belästigt würbe.

Günther Baron von Frohreich", las ber Arzt auf ber Karte. Er mußte ben Namen schon gehört »oben, aber er wußte nicht wo,Führe den Herrn hierher", wanbte er fich an das Mädchen. Er hoffte >en lästigen Gast auf diese Weise fich früher ent. erneu zu sehen. Dora lief hinaus, nötigte den Herrn tu das Studirzimmer und wollte bann tu bie Küche zurückkehren. Aber ba unten war ja Jemanb. Si: lief hinab, um zu fragen, was fein Begehr.

»3ch warte nur auf ben Herrn Baron", erwiderte »er Mann im betreßten Bedientenmantel nnb be» müht« fich, unter bem langen schwarzen Schnurrbart }u lächeln.

Was für schlechtes Wetter Sie sich ausgesucht", agte das Mädchen.Sie finb ja ganz naß unb Heren gewiß?"

»Wenn ich solch eine schöne Jungfer sehe, wirb mir immer gleich ganz mann', lachte ber Manu.

Höflichkeit gegen Höflichkeit", dachte Dora nnb ragte:Wollen Sie nicht Ihren Mantel ein wenig trocknen? In ber Dteuerstube neben ber Küche ist eS chou warm nnb ein Glas Wein wird auch nicht ehleu. Sie finden auch Gesellschaft. Franz unser Kutscher, ist gerade da.

Wie fich der ärgern würde. Sie wollte auch recht renudlich zu dem Henn Bedienten fein.

Mau hört ganz deutlich, wen» Jemand die Treppe herunter kommt", setzte fie hinzu, als fie be­merkte, daß der Betreßte zaudernd an seinem Schnurr» baii drehte.

»Nau, wenn die schöne Jungfer meint, bann er­laube ich mir ihr ben Arm zu bieten."

(Fortsetzung folgt.)