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30. Oktober habhaft werden uub habe sie dem Lwali in Lamu zur Bestrafung übei geben. Bei meiner Hierhelkunft setzte ich mich mit Herrn StraudeS (Hansing u. Co.) in Verbindung und teilte ihm daS Nötige behuss telegraphischer Meldung an Sie mit, gab ihm auch den Wortlaut der beiden Briese des Akida von Kau. Am 8. d. Mts. habe ich ihm ein Telegramm folgenden Wortlautes gescbickt: .Usagara, Berlin. Akida von Kau meldete: Massai-Expedition vernichtet, ein Deutscher verwundet, gerettet. Ich glaube dies nicht. Anfangs Oktober scheiterte BorchertS Dau, Rusts Kolonne verbrannte/ Ende Oktober Borchert neu gerüstet Tana gereist. Denhardt*. Ich hoffe, daß Sie dies Telegramm möglichst unver» siümmelt erha.ten haben; dieser Tage kehre ich nach Lamu zurück und werde Ihnen von dort aus be» richten, gez. Clemens Denhardt.*

Eine übersichtliche Darstellung deS ganzen Marsches, welchen Stanley und Emin Pascha von dem Dorfe Kawalli am Südende deS AlbertseeS aus bis zur Küste vollbracht haben, liefert daS Londoner Komitee. Diesen ausführlichen Angaben ist folgende» zu entnehmen: Am'10. April d. Js. zog die au» 1500 Köpfen bestehende Karawane auS dem Dorfe Kawalli ab. Außer Stanley und Emin waren fech» Europäer an der Spitze des ZugeS. Ihnen folgten 550 Mann der Stanl> yschen Expedition, 600 Männer, Weiber und Kinder aus dem Volke Emins und 550 eingeborene Träger. Am 12. April lagerten sie im Dorfe Mazamboni, von wo sie erst am 8. Mai in« folge Erkrankung Stanleys aufbrachen und durch ganz unbekannte Gebiete zogen. Zuerst schritten sie in das Thal des Semlikistromes hinein; die kriege« rischen Warasusa versuchten ihnen den Weg zu ver­sperren, wurden aber zurückgrschlagen. In der Mitte dieses Thales fließt der 75 bis 90 Meter breite Samiliki, der 2 bis 5 Meter tief ist und welcher mit großer Heftigkeit eine enorme Wasser« maffe in den Albertsee ergießt. An beiden Ufern dehnen sich weite, fruchtbaren Ebenen auS; daS Tbal wird durch undurchdringliche Wälder und die Gtbirgskette der unter dem Aequator liegenden Alpen mit dem schneebedeckten Ruwenzori umschloffen. Die Dörfer der Eingeborenen erheben sich auf dieser Gebirgskette bis 2500 Meter Höhe über dem Meeresspiegel. Am 30. Mai erreichte die Karawane das Ende dieser Gebirgskette und betrat die Ebene von llfongara, sie hielt ihren Einzug in die durch ihren großen Salzsee berühmte Stadt Kabine. Im Westen der Stadt ergießc sich der Semliki, an deffen rechtem Ufer man entlang zog, aus dem Muta«

und piiludirte zu dem Liebe, das er gerade aufge« '«Magen. Daun fitzte er ein mit feiner mächtigen, klangvollen Stimme nnd sang, während der Stnrm d, außen eine granse, stimmungsvolle Begleitung bildete, die H ineschen Worte:

.DaS ist ein Brausen und Henleu, H rvstnacht und 8Lgen und Wind, W» mag wohl jetzo weile»

Mein armeS, b ugeS StnD?*

Die legten Töne waren wie schluchzend verklnngeu. Und wieder preßte er die Zähne aufeinander und murmelte: .Da» nicht einmal zu wissen l*

Er blieb gedankenvoll vor d»m Instrumente sitze» »ur dann nnd wann unterbrach ein bitter höhnisches Lachen die Stille um ihu her. .Ich sollte dem Schick« sal dankbar f<tn*, sagte er er endlich laut,daß eS so schnell eine Trennung herbeigeführt, die ich doch früher oder später hätte veranlassen müsse». Was sollte ich mit einer Fran? Und doch und doch feit jener Stunde, in der ich sie verlassen, brennt e8 hier nnd läßt mir keine Ruhe.« Er drückte einen Augenblick die Hände auf da» wild klopfende Herz, dann sprang er ans und riß au der »lingeU schnür, d>ß der gellende Ton der Glocke dnrch das Haus schallte.

Gott bewahre uns", rief die alle Kaßellaniu von ihrem Stnhle ewporfahreud.Da mutz ja eia Unglück geschehen fein."

Jakob, der Kutscher, beruhigte fie jedoch. Der gnädige Herr sei nur immer so schlechter Laune feit und er zeigte mit dem Daumen über die Schuller in die Richtung nach Strahleneck.

So, ja", nickte die Alte,jammerschade ist'». Solch' eine liebe, junge gnädige Fran, wie da» gnädige Fräulein von drüben geworden wär, so gar nicht stolz und die so olle» versteht, so eine be» kommen wir nun nickt mehr. Zwar wer -weiß, ob überhaupt noch eine. Ra, aber jammerschade bleibt».*

818 Friedrich während dessen leise und eilig da» Zimmer feine» Herrn betrat, fand er diese» vor

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denen nur hier und da noch blaue Flämwcheu

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tube, bleiche Frauengestalt. Welch wehmütig süßes

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Weihnachtliche Stille beginnt sich langsam be- «ribar zu machen. Der deutsche Reichstag wird

(hoffen hat. Wenn auch »trüber ist, so darf man mefung jetzt eher hoffen, kn Kolonne der deutschen

noch nicht alle Gefahr doch aus eine Wieder- Zwischen einer fliegen- Schutztruppe und den

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ihm aufblickte mit den thräuen' legte er segnend die Hände auf und flüsterte: .Gott segne und

rtnneru iu den großen dunkle» Augen, welch schmerz. lhttZug nm den schöne» Mund, während die feinen

Als sie nun zu feuchten Augen, da ihr liebe» Köpfchen behüte Sie.-

ück, um nach den großen Sorgen für des deutschen lkes Glück und Wohlergehen sich um die kleinen es eigenen Hausstandes zu bekümmern. Die te Arbeitswoche vor dem Fest galt hauptsächlich Etatsberatung, in welcher die Etats der Zölle d Verbrauchssteuern, sowie der Post- und Tele aphenverwaltung erledigt wurden. Es ging ziern- ruhig in allen Sitzungen zu. Steuern machen

Reichstage gerade ebenso wenig Vergnügen,

Novembersturm!

Er jagte von Norden daher und ließ die mächtigen Stämme der Eichen und Bachen unter seiner Gewalt sich ächzend beugen. Er schüttelte die fitzten welken Blätter von den Zweige» und wirbelte fie empor tr die kalte regeuschwere Luft. Er jagte die Wolken

zettel unterbreitet; indessen ist der Leiter unseres Postwesens noch zäher, als der zäheste Finanzminister: Meine Herren, dadurch werden wir zu große Ein­bußen bei der Einnahme haben; mit diesen AuS sührungen wurden alle Ansptüche abgeschlagen. Aber der Reichstag war doch in einer Sache einig und seinem Wunsche wird hoffentlich von der Reichs­regierung Rechnung getragen werden: Allgemein hielt man eine Ausbesserung der Gehälter der Post unterbeamten bei den heutigen erhöhten Preisen für notwendig. Kapitalien brauchen ja die Subaltern­beamten bei der Post gerade nicht zu sammeln, aber ihre Gehälter sind denn doch so niedrig, daß eine Zulage wohl geboten ist. Die Reichspost hat im letzten Jahre einen Reinüberschuß von 26 Millio­nen und davon kann wohl ein Test für die, welche es gebrauchen können, abgestoßen werden. Nach Neujahr wird der Reichstag dann den ReichshauS- halt definitiv feststellen und den Knoten der Sozia listengesetzvorlage lösen. Wie die Lösung erfolgen wird, ist heule noch unklar, aber daß der Reichs­tag dieser Frage wegen aufgelöst werden wird, das will keinem Reichsboten t echt einleuchten. (Schluß sgt.)

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lkubschaaren des Buschiri hat ein neuer Zusammen i soh stattgesunden. Die letzteren sind mit erhed- I chem Verlust geschlagen.

öchcullichk Beilagen: Kreis-Blatt fite die Kreise Marburg und Kirchham.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und «erlog von Joh. Ang. «och

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte»,

Feiertagen Ouartal-AbonnerneMS-PreiS bei der Expe- sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler

dition 2'/. Mk., der den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. , . . . _ in Frankfurt a. M., Kassel, Magdeburg n Wien; Rudolf XXIV. Habraana.

Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile S0NNaveN0, 14. DeZeUlver 1889. Moste in Frankfurt e. M., Berlin, München u. Köln; <S L- 10 Pfg., ReNamen für die Zeile 25 Pfg. ____________u Daube u. Lo- in Frankfurt a. w ., Berlin, Hannover, Pari».

Roman von I. von Werth.

(Fortsetzung.)

Ich fürchte, Sie find zu viel allein, denn Sie so gar blaß und traurig au».*

Er hatte Recht. An» der fttschen Mai.ukaosp eine weiße Rose erblüht. Die jageudlich-u en Wangen waren bleich geworden uno di, hfinden Ätnbetaugen blickten lief ernst und ge. envoll.

.Treiben Sie noch fleißig Musik und fingen Sir ? Ich weiß, daß Sie fick schon oft da» Herz leitet frei gesungen haben. S tlernen Sie daS nicht.* ,3a, da» war früher. Da war mein Herz wie Wald vög-kein, wußte von Singen und Lieben n, aber fitzt Oh, e» ist so kalt geworden.* schauderte zusammen und zog den Ehawl, den Herdstwind gelockert, fester um die Schultern.

.Rose, ich möchte so gern ein wenig hören. Wenn nicht singen mögen, so spielen Sie mir etwas vor*, der Doktor.

Eie traten in den Gartensaal, wo Rose am Flügel tz nahm, während Professor Srouer fich seitwä.ts einem Sessel uiederlteß. Der Anblick deS gram« n Mädchengeficht» that ihm weh.

Stofe schlug einige Sccorde an und bann glitten e schlanken Finger über die Tasten, wahrend ihre icke an dem großen Gemälde an der Wand drüben en. SS war ein herrliche», wundersam er- isende» Kunstwerk. In einem dunklen, reich ans« aiteten Gemach ein Kamin mit glühenden Kohlen,

Wochenschau.

In der auswärtigen Politik ist es ganz still, fei Kaiser hat deshalb auf dem Bankett, welches bei seiner Anwesenheit in Frankfurt a. M. dar­acht wurde mit Recht sagen können, daß er die

e Hoffnung auf Erhaltung des Friedens habe.

Raiter ist auf seiner süddeutschen Reise in Darm- t, Worms und Frankfurt mit großer und voller eisterung empfangen worden und hat sich sehr ut darüber ausgesprochen. Mit großem Inter ist der Depeschenwechsel verfolgt worden, welcher

ischen dem Kaiser und den in Bagamojo einge- ffenen beiden Forschern Emin Pascha und Stanley tgesunden hat. Ter sonst nicht leicht zu beein- ffenbe und aus feiner stoischen Ruhe zu bringend ianley ist durch den herzlichen Empfang im beut«

flen Schutzgebiete und durch die gewinnenden Worte k8 deutschen Kaisers ganz enthusiasmiert worden, lieses, allgemeines Beileid hat das bedauerliche Bngtütf hervorgerufen, welches unseren Landsmann tmin Pascha am Tage seiner Ankunft in Bagamoja

__den Wählern, und so sind bei den einzelnen nrf ieichssteuern denn auch die Wünsche hageldicht ge- Mll immen: Tabak-, Zucker- und Branntweinindustrie egebäuh eben zu zahlreichen Forderungen, bald in milderer, iat)nfy)f: eld in schärferer Form Anlaß, aber praktische Be- Räuw hlüffe waren nicht, der Natur der Sache gemäß, [offene» i erzielen. Aber die Herren haben sich doch ihre (83 zen durch Aussprechen gründlich erleichtert. Auch labe zellenz v. Stephan bekam einen reichen Wunsch

Deutsches Keich.

Berlin, 12. Dez. Der .Reichs Anz.* meldet: Reichsbankdirektor v. Könen und Geh. RegierungS- Rat Plath im Reichsschatzamt sind zu ständigen Mitgliedern des Patentamtes, Geheimrat Max Kügler im Unterrichts Ministerium ist zum Direktor in diesem Ministerium mit dem Range eines Rates 1. Klaffe ernannt worden.

[Der Unter gang der Peiersschen Expedition.^ DiePost* schreibt:Das deut­sche Emin-Pascha-Komitee teilt uns solgenden, Zan­zibar den 13. November 1889 datierten Bries mit, den es von Herrn Clemens Denhardt erhalten bat: .Als ich am 17. Oktober d. Js. mit dem Dampfer .Kilwa", von Zanzibar kommend, in Malindi an lavflte erzäblte mir der dortige ansässige Agent der Imperial British East - Afiika Company, Herr Pigott daß em in deren Diensten stehender ara- bncher Soldat von ihrer Korkorro Station mit der Meldung von der Vernichtung der Pelersschen Ex­pedition eingetroffen fei. Jener Nachricht zufolge tollte die Expedition einen Kampf mit Somalis in der Gegend von Korkorro gehabt haben und voll­ständig niedergemitzelt sein. Herr Pigott und ich legten dieser Nachricht keine Bedeutung bei und hielten sie für em afrikanisches Gerücht; in Lamu vernahm ich jedoch am 18. Oktober dasselbe Gerücht,

w ißeu Hände ein Päckwen Bri se und Zettel, ans deu-n träte ne Blumen hier und da rntt welken Köpfen hervorsehen, den Flammen fibergeben wollen. Und dock, rote fest umschließen die zarten Finger fise losen Blätter, als könnte, al» wollte fie die- selben nicht lasse».

Immer smwermütiger, immer klagender wurden die Melodie», die Rose dem Instrument entlockte, je finget ihre Blick- an dem fdöaen »vzdLenantl tz hingen. Spielte fie die Gedanken ab, welche der Künstler seinem Bilde etugihiucht, oder erzfiblten die Töne von all' btm ßdb ihres eigenen jungen H-rzenS?

3 tzt plötzlich schloß fie mit einer grellen Dissonanz, die wie etn Schmerzensschrei durch den bohlen weiten Raum hallte. Sie hatte die G genwart deS Professors gänzlich vergessen, und anfftöhnend drückte fie das @ fbt in die Hände.

.Rose*, sagte da feine Stimme neben ihr, .Rose spielen Sie lieber nicht mehr, wenn Sie allein find. Diese schmerzvollen Melodiken, dies musikalische Weinen ist weit schlimmer noch alS wirkliche Thrfinen. ES macht das H-rz nur schwerer. Kind, versuchen Sie doch nicht immer nur der Bergaugeubeit zu leben. Denken Sie au die Zukunft, an all die Pflicht-u, die Ihrer harren. Sre werden gewiß mit mancherlei zu kämpfen haben int fteuben Lande uub im fremden Hause. Doch ich glaube» unsere Rose wird eiu staik.S, mutige» Mädchen sein.*

Wtt Sitzungen bis nach dem Feste vertagen und Herrehöst Volksvertreter kehren an den heimischen Herd

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1041 Wen. Davor in der doppelten Beleuchtung des iO* teilen Mond lichte», da» durch hohe Bogenfenster

und es kam auch in Wttu in den Tagen vom 20. bis 22 Oktober zu meiner Kenntnis. Auch Herr Borchert, der fich damals in Lamu befand, hielt dasselbe für bedeutungslos. Am 29. Okt. d. I. abends 9 Uhr, erschien der Lwali von Lamu, Ab­dalla den Hamed, mit sehr ernster Miene in meinem Hause und überreichte mir einen Bries, den ihm sein in Kau ansässiger Akida, namens Annad den Ali, einige Minuten zuvor hatte durch zwei Eilboten zu­stellen lassen. In diesem Briefe meldete der Akida die Vernichtung der Petersschen Expedition. Der selbe lautete folgendermaßen:Es ist ein Gallamann mit folgender Nachricht gekommen: .der deutsche Fremdling, der Besitzer der Kanone, hat ein Gefecht gehabt, dabei find gestorben zwei Weiße und alle ihre Leute. Es hat sich ein Weißer (Tiedemann?) und ein Diener desselben gerettet. Dieser Weiße ist von zwei Speerstichen verwundet und ist in Ndevani angelangt; alle seine Besitztümer hat er verloren.* Bo» dem Inhalte dieses Brieses habe ich Herrn Borchert noch am Abend des 29. Okt. d. I. Kenntnis gegeben. Am Vormittag deS 30. Okt. d. I. ging dem Lwali in Lamu ein zweiter Brief seines AkidaS aus Kau zu, den er mir sofort nach Empfang brachte. In diesem Briese heißt es: Bezüglich der Nachricht über den deutschen Fremdling, welcher mit seinen Gütern im Flusse reifte, haben wir jetzt eine wahre Nachricht erhalten: Er ist im Lande der Wakore (Massai) angelangt und hat dort Krieg ge­habt, dabei ist der Eigentümer dieser Güter mit allen fernen Leuten, mit den Freien und Sklaven getötet worden; davongekommen ist nur ein verwun beter Somali und ein Weißer, alle seine Leute und seine Besitztümer hat er verloren; die Letzteren wurden von den Wakore davongeschleppt. Diese Nachricht ist wahr.* Herr Borchert, der im Begriffe stand, mit etwa 50 Trägern u. s. w. von Lamu nach dem Tana abzumarschiren, habe ich sofort vom Inhalte dieses zweiten Briefes Kenntnis gegeben; er war mit mir ein und derselben Ansicht, daß es angesichts dieser neuesten Nachricht nölig sei, deren Gründen durch eine schnelle Reise zu Herrn Rust und zu Dr. Peters beziehungsweise zu Herrn von Tiedemann auf die Spur zu kommen und Hülfe zu bringen, falls dies erforderlich und möglich sein sollte. Herr Borchert trat die Reise sofort an, aber nur mit ungefähr 19 Leuten; die übrigen entliefen wenige Minuten vor der Abreise, einige derselben weigerten sich mitzugehen, weil sie bei den Herren Rust und Dr. Peters keine Dienste thun wollen. Einiger dieser Leute konnte ich noch am

über den Himmel, ließ die Tropieu deS feinen Sprüh­regens, der schon während b-8 ganzen Tag s herab aeriesett, zn erstarren und trieb fie den M nicken die sich hinan» wagten, stechend in da» G ficht. Er pfiff nm die Ecken, Tbürme, Erker und ®t bei des alten stolzn Stammschlosses derer von Rott ck nnd fuhr heulend den Schlot herab dnrch den Kamin, wie ergrimmt, daß e8 ihm nickt gelingen wollte, die Lichter drinnen zn löschen und alles L-ben zu ver­jagen oder erstarren zu lassen durch seinen eifhen Hauch. So mächtig auch fein Anprall war, fo grtmmiu er auch an den Fenstern rfitt He, drinnen war .» hell und warm nnd behaglich. Mann konnte, so wohl geborgen, über seine ohnmächtige Wat nur lächeln.

E« war lantlo» still in den wett o Rfimeo deS SckloffeS. Rar im Souterrain saß die Dt-uerschan beisammen und lauschte einer alten L gende, welch, Friedrich, der Kammerdiener des Herrn BaionS mit eintöniger Stimme vorlaS. Er wurde nm manchmal dnrch die Suirnfe der alten Äd ft,Bantu unterbrochen:Barmherziger Gott, was für etn W-tter l ES ist gerade als sollte die Wit untergehen."

Oben in dem hohen, gewölbten, dunkel auSge- statteten Gemach, wo jeder Pfitz zum Ruh n und Ti tarnen einznladen schien, ging der Herr de» Schlosse» die Hände auf dem Röck u, den Kopf geteuft, ruhe­los auf und nieder. Endlich hat er anfsenfzend an eines der hohen Bogeufenst-r, starrte hinaus tu den Aufruhr der Elemente und murmelte durch die fest zusawmengebisseuen Zähne: .Und nicht za wissen und nicht zu wissen.* Dann trat er an de» alter­tümlichen Schreibtisch und öffnete durch den D nck auf eine versteckte Feder ein gebeimtS Fach. Alles, was e» enthielt, war ein welk i Kranz und ein ftciurtz Btld ein-8 btannlotetgen Mädchen köpf,». Er nahm eS heraus und drückte eS leidenschaftl ch an seine L ppen. Daun lachte er bitter ans, It.ß das Bild <n daS Fach zurückgleiten nnd trat an den Flügel bet mitten iw Zimmer stand. Eröffnete hastig ein<S der ans einem Setteoitsche anfgehfiufteu Notenhefte