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Illustriertes Sonntagsblatt.
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des laufenden Jahres. Ten Anstoß zu dem Erlasse
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desten Hinterländern gab das englische allgemeine
Univa- Verbot der Vieheinfuhr aus Deutschland. In der
dem Einfuhrverbots Entwürfe beigrgebenen Denkschrift
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It sind, gleich den früheren, die Seuchenfälle, welche
(Nachdruck verboten.)
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Mengen von Schweinen nach Oesterreich und von hier nach Deutschland entsendet, die Maul- und Klauenseuche im Laufe diefls Jahres zeitweilig eine Besorgnis erregende Ausdehnung erreicht. Unterm 26. Oktober wird mitgereilt, daß es bisher nicht in allen Teilen des Reiches gelungen war, die weitere Verbreitung der Seuche zu verhindern. In eirem Echristenwechsel mit der sächsischen Regierung stelli der Reichskanzler als leitenden Gesichtspunkt hin, daß nur von einer strengen und nachhaltigen Einfuhrsperre gegen diejenigen Länder, aus denen die
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Abschnitt umfaßt die Aktenstücke Nr. 38 bis einschließlich 67, betreffend das deutsche Schweine Einfuhrverbot gegen Rußland und Oesterreich-Ungarn, und orstreckl sich, abgesehen von zwei Jahresberichten des kaiserlichen Gesundheitsamts über die Verbreitung
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Seuche zu uns herübergeschleppt wurde und in welchen sie gerade jetzt in einem ungewöhnlich bedrohlichen Umfange verbreitet ist, ein Erfolg zu erwarten und demgemäß die Erteilung von Einsuhr- dispensen aus das Maß des unumgänglich Notwendigen zu beschränken sei. Die dann folgenden Aktenstücke beziehen sich hauptsächlich auf die bekannten Verhältnisse der Stein brucher Mastviehanstalt. Der vierte Abschnitt behandelt die französische, belgische und niederländische Viehsperre gegen Deutschland; er umfaßt die Aktenstücke von 115 bis 123 und bezieht sich auf die Zeit vom 10. April bis 21. Dezember. — Zehn türkische Sekondelieutenants, ä la suite der Armee und zur Dienstleistung bei preußischen Regimentern verschiedener Waffengattungen komman- dirt, find nach dem heutigen „Militär Wochenblatt" zu Premierlieutenants befördert worden.
Hannover, 10. Dez. Der Kaiser wird dem „Hann. C." zufolge am Freitag Nachmittag 1 Uhr 15. Min., auf der Reise nach Springe, hier eintreffen, einer Einladung des Osfizierkorps seines Ulanenregiments entsprechend im Kasino des Regiments das Frühstück einnehmen und am Nachmittage nach Springe weiter fahren, wo am nächsten Tage Hofjagd stottfindet.
Sternberg, 11. Dez. Ter Landtag lehnte mit 113 gegen 61 Stimmen die Verstattlichung der mecklenburgischen Eisenbahnen ab.
die jüngste englische Sperre veranlaßt haben, nach dem Ergebnis der hierüber ongestellten Ermittelungen, «s Schweine - Transporte zurückzusühren, die von Oesterreich her auf den am 5. März d. Js' zu Bamberg abgehaltenen Viehmarkt ausgetrieben worden find. Daß die veterinären Verhältnisse Rußlands
gar manches durch den Druck auf eine geheime Feder. ES sollten nicht uugeweihte Augen tu diese Papiere schauen, die ihr als HeMgtümer galten.
Stunde auf Stuude verging. Schon graute der Morgen, und noch tmaer bräunt« die einsame Lampe, mit mattem Schein die beiden Fenster erleuchtend. Nur vou Zeit zu Zeit schien fie aukzuflamweo. Doch der Schein rührte daun wohl von den Kamil flammen her, die neue Nahrung erhalten batten.
Acht Tage mochten vergangen sein. Rose schritt au der Seite Doktor Grou-rS, den breiten Kiesweg längs deS SchloffeS auf und nieder. Er batte ihr Gn ßr überbracht von seiner Frau und seinen Knaben. I tzr zog er einen Brief anS der Tasche nnb reichte eS Rose hin.
.Ich bekam diesen Brief heut mit der ersten Post und bitte Sie, ihn zu lesen nnb mir bann sagen was Sie barüber beuten." Rose nahm erstaunt ben Brief aus seinen Hänben nnb las:
Matlanb, im Oktober 18 .. Liebster Vetter.
In kaum zwei Stauben will ich Mailanb verlast u, aber vorher muß ich noch eine recht herMe Bitte an Dich richten. Steh Dich boch einmal in Deinem großen Bekanntenkreise nm, ob Dn nicht eine Dame findest, die versteht, einem großen Haushalt mit einer, ich möchte sagen, mehr als vollzähligen Dienerschaft die Hausfrau zu ersitzen uud zugleich zwei kleine Mädchen im Alter von sechs und acht Jahreu zu erziehen. Wenn Du solch eine Dame finden solltest, so frage sie, ob fie geneigt sei, alle "tese Pflichten in einer Stellung bei gutem Gehalte anSzuvben. Mein Freund, der Eousul Johannes Löben, besten HauS, zu ben geachtetsten ganz Mailands zählt, uud der hier allgemein geehrt nnb beliebt ist, bedarf für seinen Hausstand solch einer Dame, nnb ich habe ihm versprochen, mich darum zn bemühen. Die Stellung wirb keine ganz leichte fein, ba all in ben Jahren der Krankheit brr Fran Löben der tzanS-
Antifklavereikongrestes spricht Stanley das gerechte Mitgefühl des Kongrestes mit den Leiden und Gefahren aus, denen der Forscher getrotzt habe, und sendet die aufrichtigsten Glückwünsche. Der Kongreß würdigte die neuerlichen großen Dienste Stanleys und bitte, Emin Pascha, der pflichttreu so lange seinen gefahrvollen Posten behauptete, die Sympathieen des Kongresies auszudrücken. Der Kongreß spricht zugleich seine besten Wünsche für die Wiederherstellung Emins aus.
Sansibar, 11. Dez. Das Bureau Reuter meldet: Die mit Emin Pascha angekommenen Mannschaften segelten nach Mombasa ab, um dort die Ankunft des sie abholenden ägyptischen Dampfers zu erwarten.
Newyork, 11. Dez. In Johnstown (Penn- sylvanien) entstand gestern abend während der Opernvorstellung ein blinder Feuerlärm. In dem durch die panikartige Flucht der Theaterbesucher herbeigeführten Gedränge wurden mehrere Personen getötet und gegen 30 verletzt.
Washington, 11. Dez. Dem Monatsberichte des Landbaubureaus zufolge tritt die Baumwollenernte im allgemeinen verspätet ein; der Frost hemmte namentlich in den nördlichen Gegenden bis Ende November das Wachstum und verminderte die Ernte. Im südlicheren Areal fällt die erste Ernte ziemlich reichlich aus, das Wetter ist günstig für das Pflücken der Baumwolle, die Preise sind etwas bester als im vorigen Dezember.
Cassel
1889.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2‘/t Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Roman von I. von Werth.
(Fortsetzung.)
„In jener Unalücksftunde war ich gekommen, Sie ton feinem Jndait tu Kenntnis zn sitz-n, und h-ut sagte ich mir, daß ich nicht länger bamti zögern dürfe, selbst auf die G fahr hin, Sie für sitzt noch unglücklicher zn wachen."
Dawtt reichte er dem jungen Mädchen das Schreiben tod beobachtete angstvoll daS schmerzliche Zucken ihres bleichen Gesichts. SIS sie endlich mit zitternden Händen daS Blart zurückgab, lag ein Zug kalter V r- ichtnng um ihren Mund, während sie mit heiserer Stimme sagte: „Ich danke Ihnen. Jetzt werde ick eS leichter tragen. — Gott, Gott, was für ein Leb n hätte mir bevorge standen an bet Seite solch' eines ManneSl* Schaudernd barg sie ba» Gesicht in ben hioben.
Doktor Groner zog sie an seine Brust. „Mein
Hesse«--»Ma».
Marburg, 12. Dezbr. Das Haus der Abgeordneten hat gelegentlich der Beratung des Gesetzentwurfes betreffend die Kosten königlicher Polizeiverwaltungen an die Staatsregierung das ^suchen gerichtet, in Erwägung zu ziehen, ob und in wie weil in denjenigen Stadtgemeinden, in welchen die örtliche Polizeiverwaltung von einer königlichen Behörde geführt wird, die Baupolizei, einschließlich der Straßenbaupolizei, Gewerbepolizei bezw. einzelne Teile derselben, Schulpolizei, Hafen-, Markt-, Jagd- und Forstpolizei zu eigener Verwaltung übernommen werden können. Auf dieses Ersuchen ist von dem Minister des Innern eine eingehende Prüfung der Fragen durch die Provinzialbehörden, und zwar in Verbindung mit der Erörterung der gleichfalls bei jenen Beratungen angeregten Frage der Verwaltung des Nachtwachewesens angeordnet worden. Auf Grund des von den Provinzialbehörden beigebrachten that- sächlichen Materials und der von ihnen erstatteten
Aevtsches Reich.
Berlin, 11. Dez. Der Kaiser stattete heute nackmittog der Kaiserin Augusta einen Besuch ab. — Aus Sansibar wird vom 10. gemeldet: Die Deutschen unter Sckmidt griffen vorgestern Buichiri an, welchem sie 28 Mann töteten. Buschiri entkam durch Flucht. Die Deutschen hatten drei Verwundete. — In dem dem Reichstag mitgeteiltcn Weißbuch über das Eckweine-Einsuhr-Verbot sind dem Bundesräte und dem Reichstage Aktenstücke, betreffend die deutschen Schweine-Einfuhr Verbote vom 29 November 1887 und 14. Juli 1889 und die westlichen Viehsperren gegen Deutschland, zugegangen. Der erste Abschnitt bezieht sich auf das deutsche Schweine-Einfuhrverbot
Frau eine liebe Gefährtin fein nnb meine beiden Knaben gewiß anck bald Heb gewinnen. Daß wi> alles thnn werden, dawtt Sie sich bei uns wohl fühlen nickt wahr, daran zweifeln Sie nickt?"
Rose sah dankend zn ihrem Freunde auf und sagte: „Wie gut find Siel Halten Sie mich nicht für undankbar, aber ich kann nickt. Ich würde eS l icht ertragen, nur von der Güte meiner Freunde zu l ben." Dann sitzte sie flüsternd hinzu: „Und ick würde mich fürchten, Jemand Wiedersehen zn müssen — oen ich verachten gelernt."
Die Weiterung «hat dem Doktor wehe und doch konnte er nickt widersprechen.
„Aber waS dann?' fragte er.
„Sie haben einen so großen Bekanntenkreis, so weit verbreitete Beziehungen", entgegnete Rose. „Vielleicht hören Sie einmal, daß man Jemand snckt, nm Kinder zu unterrichten, einen Hausstand zn führen ober dergleichen. Sie wissen ja, waS ich verstehe kennen meine kleinen Talente nnb können baher beurteilen, welchen Ansprüchen ich würbe genügen können. Liellrickt stabet fich bald eine geeignete Stellung für mich. Jedenfalls bin ich für die nächsten Wochen aber obdachlos, wenn Sie nickt von den Erden die EilaudniS für mich erwirken können, noch während der Dauer dieses Monats auf Strahleneck verweilen zu dürfen."
Sie war anfgeßanben nnb reichte bem Professor ein GlaS Wein. „Bitte, trink n Sie. Es ist so windig braußen. Sie müssen fich für Ihre Fahrt erwärmen."
Als er bann auch anfflaub, ihr „Gute Nacht" zu wünschen, strich er li< bfofenb ihre dunklen Locken zurück und küßte ihre klare Stirn, die fast zu hock und gewölbt war für ein Mädcheuarflitz nnb hinter der so reine, feste Gedanken wohnten.
AIS der Wagen deS Piof-ssorS ans dem Thore vou Sttahleueck gefahren war, trat Rose an den altertümlichen Schreibtisch der Freiin und begann die Briefschaften zu ordnen. Sie öffnete Fach auf Fach,
Hiarburg,
Freitag, 13. Dezember 1889.
Austlmd.
Pest, 11. Dez. Tas Abgeordnetenhaus beriet heute über die Petttton betreffs der Heimatsberechtigung Koffuths. Ministerpräsident Trsza erklärte namens der Regierung, daß die Regierung im allgemeinen die Notwendigkeit einer Revision des Jn- kolatsgcsetzes anerkenne und einen Gesetzentwurf hierüber vorlcgen werde. Die Unabhängigkeitspartei, von den Ausführungen Tiszas befriedigt, verzichtete aus die Abstimmung über die Petition.
Madrid, 11. Dez. Der Marineminister hat seine Demission eingereicht. Sagasta ersuchte denselben, bis zur Umbildung des Kabinetts auf dem Posten zu beharren.
Brüssel, 11. Dez. Die erste Kommission des Antisklaverei-Kongresses beriet gestern die ihr unterbreitete Vorlage, insbesondere die Bestimmungen über die Verpflichtung der Mächte zum Erlasse von Strafbistimmungen 'gegen diejenigen, die sich des Handels mit flüchtigen Sklaven schuldig machen. Zu mehreren Artikeln wurden Vorbehalte gemacht oder Abänderungen beschlossen. — Eine Kundgebung des
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rburg erLM i'n Ben lumoriü,
Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain.
Expeditton: Marv 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Koch.
etznelf | der Tier fluchen in den Jahren 1887 und 1888, aus den Zeitraum vom 30 Juni bis 30. November
.Sperr» des diesseitigen Verbots der Einfuhr von lebenden Schweinen aus Rußland und Oesterreich Ungarn und
«we», lieber Kind', wiederholte er, und strich mit der Hand liebreich über ihr dunkles Lockeuhaar. .Wenn Sie auch alles sonst verloren, ein tteneS Freund,Sherz soll nnb wirb Ihnen immer bleiben; ■nb bieS Herz fcklägt in meiner Brust."
Dann rebete er ihr zu unb erzählte ihr, wie et I* fl6** einst ihre Mutter geliebt bte arme, theure Margarefp
. gegen Dänemark, Schweden und Norwegen und um- geehrta faßt 37 Aktenstücke, die in die Zeit vom 26 Oktober cstelluq s 1887 bis 28. November 1889 fallen. Der zweite
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV Stoffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. L- ’ * 'V»WW»* Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
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N habe, dauernd ungünstiae sind, darf als notorisch gelten, ir einer - Ebenso hat in Rumänien, daS regelmäßig große
tob wie er wohl badurch ein Reckt habe, auch von ihrer Tochter als treuer Freund betrafttd zu werden. Während er sprach, da, in seinen Armen löste fick [8296 endlich der Sann, der bisher auf dem g>quälten ---- Herzen deS jungen Mädchens gelegen, nnb enblift
fanden bte armen, brennenben Sagen in Thränen E- teiftttrung. Der Pioflssor versuchte nickt, ihnen Etn halt zu thnn. Eist als sie, von selbst ihre Thränen ttockveub, die schwarzen Wimpern erhob nnb zu ihm «uff(baute, ba wiederholte er btt Fioge, welche in ihren Augen lag : „Ja, waS soll nun werben? Li'beS Kinb, kommen Sie in mein Hau». Sie werden meiner
gutachtlichen Berichte findet zur Zeit zwischen den beteiligten Ressorts eine weitere Erörterung jener Fragen statt. Ein abschließendes Urteil über bas Ergebnis bet Verhandlungen ist bei dieser Lage der Dinge nicht zu fällen. Wohl aber läßt sich, wie die „Berll Pol. Nachr." schreiben, aus dem ganzen Vorgehen der Schluß auf die Geneigtheit ziehen, auf solche Wünsche der Stadtgemeinden einzugehen, denen nicht überwiegende staatliche Interessen entgegenstehen.
Marburg, 12. Dez. Nächsten Montag, den 16. d. Mts., am Vorabend von Beethovens Geburtstag (17. Dez. 1770) findet das zweite Konzert des Akademischen Konzertvereins statt. Dasselbe verdient diesesmal die Bezeichnung eines Künstlerkonzertes, ba nur biese in demselben vereint thätig sind, dementsprechend ist dann auch das Programm gewählt. Beethoven ist mit zwei feiner beliebtesten Konzertkompositionen bedacht, der Kreutzer-Sonate für Klavier und Violine unb dem Trio op 70, Nr. 1, die erstere wird von Herrn Leonard Borwick ausLondon und Herrn Professor Barth gespielt, in dem Trio wirkt neben diesen Herren Herr Kammervirtuos Hugo Becker ans Frankfurt noch mit. Dm gesanglichen Teil hat Frau Speyer-Kufferath aus Frankfurt übernommen, dieselbe wirb Lieder von Schumann und Brahms vortragen unb ist als hervorragende Liedersängerin bestens bekannt. Herr B 0 rwickhat kürzlich in einem Konzert in Frankfurt mit unserem Musikdirektor Herrn Professor Barth, mitgewirkt, wobei sein Spiel lobend anerkannt wurde, derselbe wird außerdem noch die Don-Juan-Fantasie von Liszt für Klavier spielen. Herr HugoBecker, bei den hiesigen Musikfreunden durch seine ftühere Mitwirkung in den Akademischen Konzerten noch im besten Andenken stehend, wird außer in den erwähnten Nummern eine Sonate für Cello von Boccherini vortragen. — Fällt der Tag des Konzerte- auch etwas nahe in die Weihnachtszeit, so ist dessen musikalische Bedeutung doch eine solche, daß wir allen Kunstfreunden den Besuch aufs angelegentlichste empfehlen, ganz besonders mögen aber die Mufik- lehrenden und Lernenden diese Gelegenheit wahre Kunstkompositionen in künstlerischer Vollendung auS- gefüfyrt zu hören, nicht versäumen.
Marburg, 12. Dez. In einem stattlichen Bande liegt uns die soeben im Verlage der Elwerischen Buchhan dlung dahier erschienene dreiundzwanzigste Auflage von Vilmars Geschichte der Deutschen National - Sitteratur vor. Auf dem Titel derselben ist zwar gesagt „vermehrte Auflage", doch bezieht stand durch gewissenlose und nachlässige Wirth- fdiafterinnen in einen guten Zustand gekommen ist, deutschen Ansichten von Ordnung nnb Behaglichkeit wenig entsprechen mag. Jedenfalls wird die gebotene Stellung aber in einer Hinsicht zu ben angenehmsten in biefer Art zählen, ba fie vollkommen selbstständig ist, und mein Freund zu ben rücksichtsvollsten nnb feinfühlendsten Männern zählt, bte ich je I nnen gelernt. Daß ber seit Jahren unveränderte hoffnungslose Zustand feiner Fran ihn oft melancholisch macht, ist wohl natürlich.
In ber Repräsentation würde ber Dame Signora Paccinimi, eine ältere Halbschwester Löbens, die in d mfdben Hanse wohnt, zur Seite stehen, alle sonstigen Pflichten fldoch ihr anSschli-ßlich anheim fallen.
Da bte Et llnng eine Vertrauensperson bebingt, weil mein Frennb oft abwesend ist, so bitte ich Dich in Deiner Wahl recht voifichttg zn fein. Löben wtrb die von Dir empfohlene Dame bestimmt engagiren, da ich tbm für die Zuverlässigkeit Deines UrtttlS bürgte. Ltlletcht wäre eS gut, wenn fich die Dame dtr.kt schriftlich an meinen Frennb menbete, in ein Empfehlungsschreiben von Dir eingeschloffeu. Ich kann nickt mehr ben Vermittler spielen, da ich mit bem nächsten Zuge nach Genova gehe. Von bort an» schreibe ich Dir Wiebes ba ich vorläufig noch nicht weiß, in welchem Albergo ich meine Staffelet anfstellen werbe." ’
Dann folgten noch Grüße nnb die Adresse Herrn LöbeuS. ■ '
Rose hatte mühsam bte undeutlichen Schriftzüge entziffert. Nun faltete fie gedankenvoll daS Schreiben zusammen nnb legte, stehen bleibenb, bie Hand auf bte Stirn. Ihre Augen suchten ben Blick des Doktor» uud fie fragte ernst: „Würden Sie mich für diese Stellung empfehlen zu könnnen glauben, Herr Professor?"
.Ganz gewiß, liebe» Kind. Während ich la», mußte ich denken: dafür ist unsere Rose wie geschaffen. [Da ich weiß, mit welcher Pflichttreue Sie jede»