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* Kgchcmlichc Bcilageu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Sonutagsblalt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch

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Bestellgeld). Jnsertionkgebühr für die gespaltene Zeile MittWVM, 11. Dk^eMver 1889. Moffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u.[n;® L-

10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Psg. ' u Daube u. To in Frankfurt 0. M., Berlin, Hannover, Paris.

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Kaiser Wilhelm i« Frankfurt.

Frankfurt, 9. Dezbr.

Seit 10 Uhr morgens find die Straßen unserer

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Häfen larg n ganze Heereszüge von Besuchern an, Knn die Umgegend sendet zahllose Schaaren von zchteilnehmern und Neugierigen. Naturgemäß drängt

Stobt außerordentlich belebt und der Verkehr wächst ton einer Viertelstunde zur andern. Aus den Bahn-

8- stch der Verkehr da zusammen, wo du Durchfahrt kl f«23 W Kaisers zu erwarten steht. Dort steht das ~-> Publikum seit 12 Uhr in dichten Mauern, ohne der n bieh Karsen Kälte, bie seit heute Nacht herrscht, zu achten, en 81 llus den Straßen und an den Häusern ist man hie ere alte 6<t uoch beschäftigt, die letzte Hand an die Aus- ärtia 3 K"ückung zu legen und die Spuren der Arbeit zu [etn u beseitigen. Bis zur letzten Sekunde sind fleißige nnsen ^8nl)e tätig, um Blumengewinde aufzuziehen, Fahnen chnerih, herauszuhängen u. s. w.

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Die Ausschmückung der Stadt.

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LsfizierkorpS, sowohl die Linie wie die Reserve und Landwehr ausgestellt, ebenso die Spitzen sämll'cher

den Armeekorpskommandanten General v.Grolmann, den stellvertretenden Divisionskommandanten General b. Schranz, Obrrpräsident v. Eulenburg von Casiel, Aegierungspräsident v. Wurmb von' Wiesbaden, Polizeipräsident v. Müfflmg, Bischof Klein von Lim­burg u. s. w. Die erste Kompagnie der 81er unter dem Kommando v. Rochhaufen versah den Ehrendienst, Beim Herannahen deS Zuges begaben sich die anwesende Generalität, General- und Flügeladju- ianten, Obrrpräsident von Eulenburg, Regierungs Präsident v. Wurmb auf den 3. Perron, wo der Zug sinlief. Elastischen Schritte- verließ der Kaiser den Waggon. Nach kurzer Begrüßung der ihn Erwar Kuben schritt er rasch und leicht, gefolgt von seinem

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phien, ich ei* Phot* Wilhelm U. nm die fest gefitzte Stunde, mittags

formet) 1 Uhr, ein. Auf dem Vorperron deS südlichen k. 2.fl) teils der Halle des Hauptbahnhofs hatten sich das aranü

_ Der weite Platz vor dem Hauptbahnhof ist eit beflaggten Most n eingefaßt, die beiden großen Poften für das elÄtrische Licht haben noch ihre besondere Schmückung durch eine Art sie umgebende rn so« Pavillons erhalten. Die südliche Holle des Bahn- reu M |ofeg( wo der Kaiser aussteigt, ist mit Fahnen, nehme« gttyen und Lorbeerbäumen geschmückt. An der * Ehrenpforte an der Taunus Anlage wird im Augen M blick, wo wir schreiben, noch fieberhaft gearbeitet; "rj rechts und links flankiren mit Gobelins eingefaßte 0 4 Tribünen zur Aufstellung der betreffenden Behörden ; die Ehrenpforte. Die Ehrenpforte auf dem Rcß ***** »016 ist fertig; die Spitze des zeltartig gestalteten Bauwerks ist mit einer kolossalen Kaiserkrone geziert;

ie dabei befindliche Tribüne enthält im Hintergründe in großes Gemälde, den Friedensengel darstellend, der besten Haupt ein bewaffneter Genius ben Dämon r Zwietracht in ben Abgrund stürzt. Im allge- einen ist die Schmückung der betreffenden Straßen nd Häuser eine viel farbenreichele und umsassendere ie bei dem letzten Schützenfest, auch in den Neben­straßen finden wir reichen Flaggenfchmuck. Sämmt- liche Straßen, die der Kaiser passiren wird, sind it gelbem Kies bestreut.

Die Altstadt hot sich geradezu übertroffen. Fahr affe und alter Markt schwimmt geradezu rn einem eer von Farben; die Estrade an der Langschirn ist vervollständigt und macht einen schönen Eindruck, er Römer präsentirt sich nunmehr fertig als ein künftiges prächtiges Bauwerk, das unserer Stadt r größten Zierde gereichen wird. Von besonderen ekorationen hebe» wir noch hervor diejenige des Caü Bauer", desRussischen Hof", des Roth ilv'fchen Hauses auf der Zeil, des GeichäftSkokals on Kohn Mttwe, desRömischen Kaisers"; ander hrgaste diejenigen des Lindenfels, der Fuhrländer' en, Höfler'schen, Goldschmidt'ichen, Hrrterich'schen viufer; desKönigs von Württemberg", derStadt Lindau", selbst die der alten Mehlwaage, des Wadenllee'schen Hauses auf dem Garküchenplotz, das Aender'sche und Jäger'sche Haus auf dem Domplatz.

hier domizilierenden Staatsbe örden, die Mitglieder bet höheren Gerichtskollegien, die evangelische, katho- leltfl# fische und jüdische Geistlichkeit. Wir bemerkten u. a

Wir müssen gestehen, es ist überhaupt schwer, zu jagen, welches die schönste Dekoration ist.

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Die Ankunft deS Kaisers.

Mit militärischer Pünktlichkeit traf Kaiser

glanzenden Gefolge, der Ehrenkompagnie zu, wähiend- deffen die RegimentskapelleHeil Dir im Sieger­kranz" intoniert hatte. DaS Aussehen des Kaisers war das beste, es wies die ganze Frische des blü­henden ManneSalters auf, sein Auftreten war das des strammen Soldaten. Er trug die Generals Uniform der Infanterie, Nachdem et bereits am Waggon den Rapport entgegen genommen, derjenige der zur Ausstellung gekommenen Kriegervereine war ihm bereits beim Besteigen des Zuges überreicht worden, schritt er langsam die Ehrenkompagnie ab, fast jeden einzelnen Mann scharf fixierend. Unter- deffen hatte das Gefolge am südlichen Eingang der Halle Aufstellung genommen, der Kaiser stellte sich vor dasselbe und ließ die Ehrenkompagnie defilieren. Nach kurzem Aufenthalt in dem Fürstensalon bestieg er alsdann den bereitstehenden vierspännigen Wagen, der sich nun unter Eskorte von je einem halben Zug Bockenheimer Husaren vor und hinter demselben, sofort in scharfen Trab setzte. Von tausendstimmigen Hoch- und der Nationalhymne veischiebener Musik- korps, bie längs btt verlängerten Kaiserstraße auf­gestellt waren, empfangen und begleitet, intonierte die Bockenheimer Husarenkapelle on der Ehrenpforte bei Herannahen des kaiserlichen Zuges den Kaiserruf.

Die Begrüßung an der Ehenpforte.

Als der Kaiser mit Begleitung an der Ehren­pforte angelangt war, wurde er von Oberbürger meister Miquel mit folgenden Worten begrüßt:

Allerdurchlauchtigster, Allergroßmächligster Kaffer und König, Allergnädlgster Kaiser, König und Herr!

Euer Kaiserliche Majestät wollen allergnädigst geruhen, hier am Eingänge unserer Stadt die ehr­erbietige, untetthänige Huldigung der städtischen Vertretung entgegen zu nehmen. Die Bürgerschaft dieser alten Kaiserstadt ist von hoher Freude und tiefem Danke erfüllt, Euere Kaiserliche Majestät zum erstenmale nach Allerhöchstderen Thronbeste,gung in ihren Mauern die ehrfurchtsvollen Gtiühle der Liebe und Treue ausdrücken zu können, welche uns für Eure Majestät und unser erhabenes Herrscherhaus beseelen. Die gewaltigen weltgeschichtlichen Kämpfe um die endliche Wiederaufrichtung des Deut'chen Reiches und die Einigung des Deutschen Volkes haben auch unserer Stadt große Wandlungen gebracht.

Dank dem seit fast zwei Jahrzehnten von Euer Majestät und Allerhöchstderen Erlauchten Vor­fahren mit Kraft und Weisheit aufrecht erhaltenen Frieden hat sich unser Gemeinwesen mächtig ent wickelt und ist Wohlstand und Bildung kräsiig ge wachsen. Die Einwohnerzahl ist wehr als verdoppelt, und unsere vorzugsweise auf Handel, Industrie und Gewerbe hingewieiene Stadt ist zu einer Blüte ge­langt, welche, auf den festen, von den Voreltern ererbten Grundlagen ruhend, auch in der Zukunft, so hoffen wir, unter Eurer Majestät Schutz und Schum schöne Früchte für Wohlfahrt, Bildung und Gesittung aller Klassen zeitigen wird. Eurer Kaiser­lichen und Königlichen Majestät mächtiger Obhut und gnädiger Huld wagen wir auch weiterhin unsere Stadt und Bürgerschaft ehrfurchtsvoll zu empfehlen und find sreudig bewegt, in dem heutigen Aller höchsten Besuche unseres Erhabenen Kaisers und Königs unsere zuverfichtlichen Hoffnungen sichtbar bestätigt finden zu dürfen. Seine Majestät unser Allergnädigster Kaiser und König lebe hoch!"

Die umstehende Menge fiel in diesen Ruf stürmisch ein. Der Kaiser rief den Herrn Oberbürger­meister zu sich an den Wagen heran und«sprach das Folgende:

Ich freut Mich recht sehr, endlich die schöne Stadt Frankfurt besuchen zu können; es war lange Mein Wunsch; Ich kenne die Stadt seit langen Jahren und vielleicht besser als mancher Frankfurter. Wenn die Stadt einen so schöi en Aufschwung ge­nommen hat, so ist das Meinem Großvater zu ver­danken, der so viel für sie gethan und so viel ireunbliche Erinnerungen an die Stadt bewahrte und eS Mir wiederholt selbst gesagt. Ich bin er­freut über den warmen Empfang, welchen Mir die Bürgerschaft Frankfurts bereitet hat; sprechen Sie Ihren Milbürgern Meinen herzlichsten Tank auS."

Der Willkommtrunk der Metzgerzunft.

Nach der Begrüßung an der Ehrenpforte folgte unter unendlichem Zuruf die Fahrt durch die Stadt am Dom vorüber nach dem Markt, wo der Kaiser

den Willkommtrunk der Mitzger enlgegennahm An der Langeschirn hatte die Metzzerinnung mit Fahnen und Gewerkszeichen vor einer Tribüne Aufstellung genommen, die mit Tierköpfen, einem im Jahre 1711 eroberten Adler, Beilen rc. geschmückt war. Auf einen Wink des Kaisers hielt der Wagen an und Herr Obermeister El. Marx hielt folgende Ansprache:

®ro. kaiserliche Majestät! Uralter Sitte getreu hat bas alte Frankfurter Metzgerhandwerk zum ersten Male wieder dem Begründer des neuen Deutschen Reiches Sr. Majestät dem hochseligen Kaiser Wilhelm in den unvergeßlichen Kaisertagen des Jahres 1877 den Willkommtrunk an der geschichtlichen Stelle zu überreichen gewagt und zur Erinnerung mit diesem goldenen Schilde unseren Willkommbecher geschmückt Heule stehen wir hier mit der unterthänigsten Bitte, Ew. kaiserliche Majestät möge wiederum allergnädigst gestatten, daß die Fleischer-Innung ihrem geliebten Kaiser, dem deutschesten Mann auf deutscher Erde, den Ehrentrunk zum Zeichen hoher Verehrung und fester Treue überreichen darf."

Der Kaiser erwiderte:Ich freue Mich sehr, daß Sie Mir diesen Trunk entgegenbringen. Ich ehre jeden deutschen Brauch." Die folgenden Worte waren wegen des Glockengeläutes und der Musik unhörbar. Zum Schluß sagte der Kaiser:Ich trinke auf das Wohl der Frankfurter Fleischerinnung und der deutschen Innungen überhaupt" und trank aus dem von Herrn Marx überreichten, bis zum Rande mit edler Raucnthaler Auslese gefüllten Humpen, aus dem zum ersten male Kaiser Karl VI. am 12 Oktober 1711 trank und aus dem dann noch verschiedene Kaiser getrunken haben, am 19 Oktober 1877 auch Kaiser Wilhelm I. Zum Andenken an letzteren Trunk trägt der Humpen einen goldenen Reichsadler mit gravierter Inschrift, ir ährend die anderen Gedenktage auf Silberschilbern verzeichnet sind. Auf die Worte des Kaisers er­widerte Herr Obermeister Marx:

Wenn meine Worte Ew. Majestät Beifall ge­funden haben, so bitte ich anzunehmen, daß dies die Stimme ist, wie das deutsche Volk zu seinem Kaiser spricht. Se. Majestät der deutsche Kaiser lebe hoch!" .

In diesen Ruf stimmten alle dem Akte Bei­wohnenden begeistert ein.

Im Römer.

Um 1 Uhr 40 Minuten erschien der Kaiser im Römer. Dort hatten im Kaisersaale die Stadtver­ordneten an der Längsseite, der Magistrat an der Kopsfeite Aufstellung genommen. Die Hellebarbierer, wie zu Zeiten der freien Stabt Frankfurt in schar­lachrotem Rocke, präsentierten. Der Kaiser erschien mit Gefolge, begleitet vom Oberbürgermeister Miquel. Letzterer stellte bem Kaiser bie Magistratspersonen vor, worauf ber erste Stadtoerorbnetenvorsteher, Herr Humser, bie Slabtverorbneten vorstellte. Der »aiser sprach mit Herrn Kugler, der Inhaber des eisernen Kreuzes ist, einige Worte. Darauf trat er auf den Balkon und schaute sich den Platz an, der von einer tausendköpfigen Menge gefüllt war; die prächtig geschmückten Häuser, welche den Platz vor bem Römer umgeben, gewährten einen außerordentlich freundlichen Anblick. Als die Menge des Kaisers ansichtig wurde, brach sie in ein don­nerndes sich weithin fortpflanzendes Hoch aus. Der Kaiser ging mit dem Oberbürgermeister, mit welchem er noch eine längere Unterredung hatte, in den Ratssaal. Vorn Römer begab sich der Kaiser zum Hafen.

DaS Banket im Palmengarten.

Um 51/* Uhr betrat der Kaiser den Palmen­garten am Eingang deS GesellschastShauseS. Beim Eintritt in den Saal, der durch das prachtvoll ge­schmückte Nebenzimmer erfolgte, ertönte eine Fanfare, ausgeführt durch die Husarenkapelle. Während des Bankets spielte die Kapelle des Palmengartens unter Direktion des Herrn Gottlöber. Rechts vom Kaiser saß der Landgraf von Hessen, zu seiner Linken der Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar. Das erste Stück der Palmengarten-Kapelle war die Ouvertüre zu Tannhäuser. An der Kaisertafel saßen u. a. Oberbürgermeister Dr. Miquel, Bürgermeister Dr. Heußenstamm, Senator Dr. v. Oven, Stadtverord- netenvorsteher Justizrat Dr. Humser und Geheimer Kommerzienrat Petsch-Goll. Mit dem Oberbürger­

meister uno dem neben demselben sitzenden Oder­präsidenten von Hessen-Nassau Grafen v. Eulenburg unterhielt sich der Kaiser sehr lebhaft. Er interes­sierte sich auch für die Zeichnung von Klimsch aus der Tischkarte (Frankfurtia"). Herr Oberbürger­meister Miquel ergriff das Wort und sprach:

Ein Gedanke, Ein Gefühl vor allem beseelt an dem heutigen feierlichen Tage unsere Herzen ber tiefe ehrfurchtsvolle Dank für bie hohe Ehre unb Gnade, welche Se. Majestät, unser Allergnä» bigster Kaiser unb König, burch Allerhöchst feinen Besuch bieser Stubt zu erweisen geruhten.

Die treue Verehrung und Siebe für die Er­lauchten Vorfahren Sr. Kaiser!. Majestät, den hoch« seligen lichten Helden, Kaiser Wilhelm, welcher der­einst nur mit Wehmuth können wir daran denken von demselben Platze so gnädige herzgewinnende Worte zu uns sprach und ben hochseligen edlen Kaiser Friedrich, welcher unö schon als Kronprinz io viele Beweise Seines Wohlwollens gegeben hich übertrugen wir wie ganz Deutschland auf den er­habenen Erben des Ruhms, ber Weisheit, ber Macht unb ber Volkstümlichkeit Seiner Ahnen.

Mit hoher Bewunberung erfüllte es das beuffche Volk, als Seine Majestät unser Allergnädigster Jr'oifer und König, getreu dem erhabenen Wohrspruch deS großen Königs Friedrich, in schwerer Zeit entschlossen die Zügel der Regierung Deutschlands und Preußen- ergriff und das volle Vertrauen in eine sichere Zukunft ben erschütterten Gemütern wiebergad.

Mit ftrubigem Stolze folgten wir ben rastlosen Bemühungen unb Anstrengungen Seiner Majestät, unseres Kaisers und Herrn, im Verein mit den Hohen Verbündeten den Frieden der Welt, diese unerläßliche Bürgschaft fortschreitender Wohlfahrt und Gesittung aufrecht zu erhalten. Bis hierher gelang das schwere, durch die mächtige deutsche Wehrkraft und burch ein sriedlikbendes, aber opfer­freudiges und selbstbewußtes Volk unterstützte Werk^ ber Kraft unb ber Festigkeit unseres Erlauchten Kaisers, wie ber Weisheit seiner Ratgeber unb das Werk wirb, bas hoffen wir, mit Gottes Hülfe auch weiter gelingen.

So schlagen auch die Herzen des dankbaren Volkes für seinen Kaiser und König ben höchsten Träger ber Macht unb Herrlichkeit des endlich wiebergeeinten Vaterlanbes unb sind ihm zugethan für alle Zeiten. Vertrauensvoll, fest und uner­schütterlich wirb das deutsche Volk dem Erhabenen Führer und Lenker feiner Geschicke in friedlichen Tagen und wenn es sein müßte, in Sturm unb Wettern folgen.

D>eS soll es bedeuten, wenn ich Sie auffordere, unsere Gefühle in dem lauten, jubelnden Rufe der Liebe und Treue zusammen zu soffen: Seine Majestät unser Allergnäbigster Kaiser und König lebe hoch!"

Alle stimmten jubelnd ein. Die Musik spielte Hell dir im Siegerkranz". Der Kaiser stieß mit dem Oberbürgermeister an unb leerte sein Glos.

Der Kaiser erwiderte alsbald, anfangs mit etwas leiser, bann aber kräftiger Stimme und sprach etwa folgende-:

Meine Herren! Die von tiefstem Herzen kom­menden freundlichen Worte ergreifen Mich und ver­setzen Mich in eine gewisse friedliche Stimmung, wenn Ich denke, an welchem Platze Ich Mich heme bcfinde. Zu diesen Wänden, von diesem Platze aus haben Meine Vorfahren, hat Mein hochseliger Groß­vater zu Ihnen gesprochen. Mir steht nicht die Ersahrung zur Seite, wie damals dem ruhmgekrönten Helden. Ich glaube, daß die Liebe und Begeisterung, die Mir entgegenkamen hier und an manchen andere« Orten, Mir enigegenkommen nicht nur als Träger der erneuten deutschen Kaiserkrone, sondern auch al- dem Enkel Kaiser Wilhelms, dem Sohne Kaiser Friedrichs. Ich werde Mir erst ein langes Leben zu verdienen haben, um dessen würdig zu fein, was Mir jetzt aus treuem Herzen entgegengetrageu wird. Ich kann Sie ober versichern, daß Mir nichts wohler thut, als dergleichen Worte zu hören, wie Ich sie eben vernommen. Mein ganzes Streben, Meine ganze Arbeit ist darauf gerichtet. Mein Vaterland groß, mächtig und geachtet zu sehen. In dieser Absicht bestieg Ich den Thron, diesem Gedanken lebe Ich, wenn Mir das Werk auch zuwellen schwer zu fein scheint unb Mir manchmal das Bedenken kam, ob Ich der Ausgabe gewachsen bin. ES ist immer für Mich eine erneute Stärkung, dergleichen