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Illustriertes Sonntagsblatt.
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Roeum von I von Werth. (Fortfetzung.)
öchcntliche Bellageu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain.
Expedition: Markt 2t. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
so heftig in den Pulsen geklopft und tu den Ohre« qesaast, daß <8 sie verhinderte, irgend etwas zu Der« Lehmen, «der jetzt hörte fie ganz deutlich, wie die stimme des MauueS dort drinnen ia hetterm To« sagte: «Meine Braut schläft also schon lauge, meta schöner Sind? Da» ist schade.«
«Weshalb?«
«Weil fie daun bald aufwacheu wirb. Tn glaubst gar nicht, was für ein schweres Stück Arbeit .S ist, so de» gauzeu Tag de« zärtliche» V rlobtru spiele« ,u wüfieo; noch dazu tu thräneuseliger Stimmung wie heut fie feto wird. — Höre kleine Nauvy", fuhr er fort, «können wir hier auch nicht überrascht werden?»
«Nein, gewiß nicht. DaS Schlafzimmer de» gnädige« Fräuleins ist zwei Thüre» vou hier und wen» fie erwacht, klingelt sie mir erst«, beruhigte-dar Kammermädcheu.
Rose war es wie etoe Anwandlung d»r Ohnmacht überkomme». Sie hielt sich au den Pfosten und ihre bleiche» Lippen murmelten: «Sott, wetu Gott, gied mir Kraft. Nur jetzt nicht schwach werdeu.« Mit aller Energie käwptte fie gegen die Nervenschwäche und überwand. Im »ächsteu Augenblick teilte fie die Poit d ru, daß die Beiden da drinnen sich entfärbt« Det ihrem Anblick.
Plötzlich stand fie vor ihnen wie ei» schöne» Se- spmst. Da» weißschimmernde Morgenkleid schftppte laug über de» Tppich «ad ließ ihre hoch aufge- richtete Gestalt »och größer erscheine». Jede Spur »ou Farbe war aa» ihrem Antlitz gewichen. Ihre duukelgläuzendeu Sagen blickten so kalt zu de« Manne hinüber, während fich et» Zag tiefster Verachtung um die bleiche» Lippe» legte. Sie strich eben Sag »blick mit der Haud über da» Gesicht. Der weiße L-rbaud aa ihrer Stiru löste sich und fiel za Bode», während von Steuern dunkle Blutstropfen an der Schläfe uiederrarm«. Jetzt erhob fie die Hand und deutete »ach der Thür.
(Fortsetzung folgt.)
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Berlin, 7. Dez. Der „Reichsanzeiger" ver zffkntlicht folgendes Telegramm des Kaisers an Emin Pascha vom 4. Dezember: «Bei der endlichen Pückkehr von dem Posten, welchen Sie über elf Jahre mit echt deutscher Treue und Pflichterfüllung heldenmütig behauptet haben, begrüße Ich Sie gerne »it Meinem Glückwünsche und Meiner kaiserlichen Anerkennung. ES hat Mir besonders zur Freude gereicht, daß die Truppe des deutschen Reichskom- miflars Ihnen den Weg an die Küste gerade durch anfer Schutzgebiet bahnen konnte". — Das Telegramm deS Kaisers vom 4. Dezember an Stanley lautet: .Dank Ihrer Ausdauer und Ihres unbeug-
», Das gnädige Fräulein ours- »tot gestört werden. Dau» war et hivabgegaug« in den Gartevsaal. Do wurde gehämmmert »ud geklopft. Der Katafa-k wurde errttdtet. Die Wände ring- wäre» bereits schwarz droptrt. Wie jeder Hammerschlag dewMauv »it de« kable» Scheitel und dem sorgeuvolle» Blick vrss Herz fi-1, wie schwer fich die Worte vou seinen Lipp-» rangen, als er Merlei Auordoungeu traf und Befehle erteilte. Er litt so schwer unter diesem fremde» Unglück.
Für d« nächste» Tag stand die Srkuntt eines der verstorbenen Fretto näher tzebeudeu Lerwavdten zu erwarte». Da «mde dem Prof.ffor ein 2>Ie> gramm gebracht, in welchem jener »ach einige» Worten des Beileids feto Bedauern anSlprach, zu der traurigen Feier uicht selbst erschetoe» können, da er an daS Krankenlager seine« jüngere», eivzigeu Brudeis ge. fefielt sei. Sr werde fich jedoch erlauben, seine» Stell- •ertretet nach Schloß Sttohleueck z» senden.
«Na», er hat wenigstens nicht besoadere Eile, sein voravkfichilicheS Erbteil in Augenschein zu nehmen-, dachte Doktor Gtoner, das Papier zusamwenfaltevd. .Mein Gott, wenn ich kein Teftameut finde, daS zu Kose» Sansten spricht--*
Mit fast fieber bafter Hast begab er fich darauf ix dar Zimmer der Freit», um nach dem gewünschte» Dokument zu such«. Zuerst schrieb er au den Rchtt- «iwatt der Freiin, um zu erfahren, ob bei diese« ein Testament »iedergelegt sei, oder ob er wenigstens uw die Abfaffuug desselben wisse.
I« dem Todtevzimmer herrschte Hefe Stille. Die Dienerinnen, welche die f» allgemein verehrte Tobte » ihrem l.tzteu Wege gekleidet, hatt« da» Zimmer wieder verlaff«. Nur Louisou stand bei der L-iche -hrer Herrin und konnte vor Thränm die thenreu
Efse», 7. Dezbr. Der Vorstand des «Vereins ür die bergbaulichen Interessen" beschloß, nach der „Rhein.-Westf. Ztg.", die Zechen aufzufordern, etwaige wegen der Nichtannahme von Arbeitern getroffene Maßregeln aufzuheben. Die Effener Zechen haben sich diesem Beschluß bereits unterworfen. — Im späteren Verlauf der heutigen Sitzung des Vorstandes deS «Vereins für die bergbaulichen Interessen" erschienen die Oberpräsidenten der Rheinprovinz und Westfalens, der Berghauptmann des Oberbergamtsbezirkes, sowie die Regierungspräsidenten von Düffeldorf und Arnsberg. Oberpräsident Freiherr Berlepsch erklärte nach Kenntnisnahme der Beschlüsse, daß, nachdem der Vorstand beschlossen habe, den Zechen die Aushebung der Sperre anzuraten, die Vertreter der Essener Zechen gemäß der Äklärung des Direktors Krabler fich mit diesem Beschlüsse einverstanden erklärten. «Ich werde den Verttetern der Bergarbeiter, Fischer, Margraf und Bollmann, noch heute abend oder morgen früh von diesen Beschlüssen Kenntnis geben und ihnen dabei eröffnen, daß, wenn die Bergleute des Effener Reviers trotz dieser Erklärung den Streik beschließen, sie sich jeder Sympathie der Regierungsbehörden begeben würden." Der Ober- präsident von Westfalen schloß fich dieser Erklärung bezüglich der Bergleute Westfalens an.
Darmstadt/ 7. Dez. Se. Majestät der Kaiser besuchte gestern abend die Festvorstellung im Hof theater. Die glänzend ausgefallene Illumination der Stadt nahm Se. Majestät auf dem Wege zum Theater in Augenschein. AIS Allerhöchstderselbe daS Theater betrat, erhob fich das Haus und stimmte begeistert in das vom Hostheater-Direktor Wünzer ausgebrochte Hoch ein. Während der Pause wurde Thee eingenommen. — Der Kaiser begab fich mit dem Grobherzog heute vormittag 9*/t Uhr nach dem Wildpark von Großgerau zur Jagd. — Ein Extrablatt der «Darmstädter Zeitung" veröffentlicht folgende» bei Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm gestern in Kranichstein eingetroffene Telegramm: „Imperator, Rex, Darmstadt. Unsere Expedition hat heute ihr Ende erreicht. Ich habe die Ehre gehabt, durch Major Witzmann und seine Offiziere gastfreundlich ausgenommen zu werden, seitdem ich in Mpwapwa angekommen bin. Unsere Bahnen haben einen erfolgreichen Abschluß gefunden Von Bagamoyo nach Zanzibar hat uns „Sperber" und «Schwalbe" übergesührt mit Erweisung aller Ehren, gepaart mit großer Liebenswürdigkeit. Dankbar ermnere ich mich der Gastfreundschaft und der fürstlichen Liebenswürdigkeit, die mir 1885 in Pot-
Vie war zum zweiten Mal verwaist. Doch nein, ein Herz hatte Sott ihr gelassen, ein Hetz, am dem fie all ihr L id anSweinen durfte, auSrnhe» konnte von ihrem Gram. Das wat das Herz ihres Benno, deS armen »»glück ichen Benno. Wie würde er das Unglück überleben können, wenn fie ihm nicht beistand? Wie würde er, die unschuldige Q fache vou Tante Edtth'S 'dm cklichem Ende, diesen Gedanken auSdenkeu, die Petu seiner Sewiff nSbiffe ertragen können, wen» fie ihn nicht tröstete? Und wie hart fie gestern zu ihm «emefenl Wenn er nur käme, damit fie da» wieder gut machen könnte. Mnßte er nickt noch mehr, viel mehr leide» als fie? Doch wer weiß, wie lauge und schmerzlich er schon «6r und eine» beruhende- Wortes harrte, während fie schlief.
Schnell und geräuschlos warf fie ein weiße» be. qn-meS Moroeukleid Über und eilte zur Thür. Sie ollte ihn ti östeu n»d fich von ihm ttösten lassen. «Atmet lieber Benno", flüsterte fie, ihr Wohnzimmer durchschreitend. Dicht an der Portiere, die dasselbe vom Vorzimmer trennte, fuhr fie noch einmal glättend Uber das lockige Haar. Doch anstatt die Portiere zntückznschlogen, blieb fie nnbeweglich stehen. Ihre Augen öffneten fich wett und starr, die trodenen
L ppeu zitterten und die kleinen, eiskalten Hände preßten fich krampfhaft auf das Herz.
Wa» sah fie nut durch die Lücke dort, wo die Portiere nicht ganz übereinander geschlagen? War >S doch daS ihr so wohlbekannte Gemach, in da» die Sonne hell nnb freundlich hineinschieu. Ihre ent» fitzten Blicke hingen an einer schlanken männliche» Gestalt. Wa» hatte fie mir? DaS war ja B-nuo oon Rott»ck an den fie eben noch so innig gedacht. Zum Fürchten sah er auch nicht au», im Gegenteil, er schien lustig zu fein. Er hielt die Hände der kleinen Nam y. und jetzt küßte er fie sogar, schlang seinen Arm nm ihre Taille und zwang fie so, neben *bn ans die Chaiselongue niederznfitz'N. Da» junge Mädch« hinter der Porttere war totenbleich geworden. Alle» Blut war ihr zu« Herzen geströmt. ES hatte
«Nationalzeitung" meldet: Konsul Bohsen begiebt sich am Montag über Marseille nach Sansibar, um die aus dem Vertrage der ostafrikanischen Gesellschaft mit dem Sultan entstandenen Differenzen auszugleichen und die wirtschaftliche Tätigkeit der Gesellschaft entsprechend der fortschreitenden Pazifikation des Landes wieder aufzunehmen. In seiner Begleitung befinden fich der Afrikaforscher Baumann, welcher für die ostafrikanische Gesellschaft gewonnen ist, ferner der Kaufmann Theodor Schultz (Hamburg), welcher vieljährige Erfahrungen in Ostafrika gesammelt hat, und einige weitere kaufmännische Begleiter. Schultz soll die kaufmännischen Unternehmungen der Gesellschaft leiten. — Der Magistrat unterbreitete der Stadtverordnetenversammlung eine Vorlage betr. Niederlegung der Schloßfreiheit und ersucht um nachstehenden Beschluß: Unter Voraussetzung, daß dem Komitee für die Niederlegung der Schloßfreiheit die staatliche Genehmigung zur geplanten Lotterie erteilt, ferner daß dem Magistrat durch die Erklärung der kompetenten Behörden der Nachweis erbracht werde, daß, falls es zur Niederlegung der Privathäuser an der Schloßfreiheit kommt, auch das an der Ecke der Straße belegete fiskalische Grundstück ohne Inanspruchnahme einer Entschädigung freigelegt werde — unter dieser Voraussetzung ermächtigt die Versammlung den Magistrat, über die Mitwirkung der Stadtgemeinde mit dem Komitee eine Vereinbarung zu treffen. Der Abbruch erfolgt auf Kosten des Komitees spätestens im dritten Quartal des Jahres 1892; die Stadt übernimmt das freigelegte Terrain als öffentlichen Platz. — Beim Abbruch de» 25 Meter hohen eiferten Schornsteins bet Unfallversicherungs- Ausstellung stürzte das Holzgerüst ein und riß den oberen 8 Meier langen Teil des kolossalen Schornsteins mit. Derselbe rollte über das Dach der Maschinenhalle weiter über den Zaun hinweg und blieb im Straßendamm stecken.
Wandsbeck, 7. Dez. Amtliches Resultat der Landtags Ersatzwahl im 16. holsteinischen Wahlkreis: Landrat Bülow - Wandsbeck (sreikonf.) erhielt 165 von 236 Stimmen und ist somit gewählt. Auf Hänel fielen 38, auf Finanzrat Krieger - Altona 31 und auf Hofbesitzer Hennelberg, die beiden letzteren nationallrberal, 2 Stimmen.
Dortmund, 7. Dezbr. Der Kaiser ließ den Hinterbliebenen der bei der Katastrophe der Zeche Konstantin bei Bochum verunglückten Bergleute, der «Rhein.-Westf. Ztg." zufolge, fein Beileid durch das hiesige Bergamt ausdrücken.
Züge nicht sehen. Mtt schluchz-uder Stimme sprack fie G bete für die Stabe ihrer Seele. Aber bebnrft» ffi dessen? Auf dem Antlitz mit de» geschloffenen Augen lag ein verklärender Zag himmlischen Friedens and die ruhig lächelnde» Lippe» schienen zn sagen: «Mir ist wohl.«
Stund« oergingen. Der Sarg wurde in be» «Sorten (aal hinein getragen und ans den Katafalk gef-tzt.
«Er soll erst am Abend geschlossen werden", faat» einer der Männer. Der meinte, dos gnädige Fräu» lein würde die Leiche noch einmal brsuchen wollen. Damit legte er den Deckel, der ans der einen Seite daS Wapp nschild der Grafe» von Rltegntb, ans der andern das der Freien nnb Edlen Mm Stein trug neben Den Katafalk nieder.
«Wann wird denn die Beisetznng erfolgen?« fragte ein Anderer.
.Morgen Abend nrn zehn Ubr wird die Leiche bei Fack-lschein über führt in daS Erbbegräbnis. D S iS bet denen vorn Stein fo S ite", entgegnete der Erste wieder. Dann nahmen fie, je zwei an den beiden weitgeöffaeten Flügeltdüren, die nach dem Garte» htoanSführt«, ihre Ausstellung al» Wachen.
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Oben in Rase» Schlafgemach herrschte Hefe, fried, liche Stille. Rur dort hinter der bald znrückge. schlag-neu binnen Gardine, die da» Lager umgab, tönten regelmäßige, tiefe Atemzüge hervor.
O, süßer, tiefer Schlaf der Jugend l
Endlich erwachte da» junge Mädchen. Die Nach- Mittagssonne schien ans die herabgelossenen Vorhänge vor de» Fenste« und brachte jenes sonnige Dämmer licht im Zimmer hervor, da» so 1-icht die Sinne ge fangen nimmt. Rose richtete fich auf; fie mußt, lange geschlafen Haven. D« K.pf in die Hand ge» stützt blieb fie fitz-n, in tiefe» Sinnen verloren. Allmälig tauchten nun all die ents tzlich« vegekmiff- der jüngsten Vergangenheit vor ihrer Seele wieder auf. Sie hatte in Xante Edith alle» verloren.
dam erzeigt wurde, und jetzt bin ich tieftnmg durchdrungen von Ew. Majestät Herablassung, Güte und gnädigem Willkommen bet meiner Rückkehr aus Afttka. Mit aufrichtigem Herzen rufe ich: Lange lebe der edle Kaiser Wilhelm! Stanley." — Der Kaiser kehrte heute nachmittag gegen 3 Uhr mit dem Großherzog von dem Jagdausflug von Großgerau hierher zurück. Um 5 Uhr fand im Kaiser- aal des Schlosses eine Galatafel von 114 Gedecken iatt. Se. Mas ftät der Kaiser führte die Prinzessin Heinrich von Preußen zur Tafel und nahm zwischen dieser und dem Großherzog Platz. Während der Tafel brachte der Großherzog das Hoch aus Se. Majestät den Kaiser aus, in welches die Versammlung dreimal enthusiastisch einstimmle. Der Kaiser sprach seinen Dank für den ihm bereiteten schönen Empfang aus und gedachte seines früher« Aufenthaltes in Darmstadt, da er in dem Groß- herzoglich« Hause wie ein Sohn ausgenommen worden sei. Se. Majestät erinnerte sodann an die Mit- Wirkung des Großherzogs und seiner Hessen im Kriege zum Erringen der deutschen Einheit und Größe und gab der Hoffnung Ausdruck, daß, wem, wieder einmal ein Kampf um die nationalen Güter notwendig werd« sollte, sich der hessische Stahl ebenso hart bewähren würde. Se. Majestät schloß mit einem Hoch auf das hessische Volk, seinen Herr- scher und dessen Hau». — Nach der Galatafel besuchte Se. Majestät der Kaiser mit den Großherzog- lichen Herrschaften die Vorstellung im Hoftheater. Darauf wurde Sr. Majestät von den Studierend« deS Polytechnikums, den Innungen, Vereinen und anderen Korporationen ein imposanter Fackelzug dargebracht, der auf dem Paradeplatz vor dem Re- sidenzschloß Aufstellung nahm. Die Sänger de» Zuges begaben sich in den Glockenhaf des Schlosses, wo dieselben mehrere Lieder vortrugen. Die Bevöl- kerung der Stadt ist in ungemein festlicher Bewegung und brachte Sr. Majestät unausgesetzt enthusiastische Huldigungen dar.
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Pest, 7. Dez. Das Abgeordnetenhaus nahm die Vorlage über das Rekrutenkontigent an. Der Landksverteidigungsmtnister, Baron Fejervary, stellte für das nächste Jahr einen Bericht über die Institution der Einjährig-Freiwilligen in Aussicht.
Lissabon, 7. Dez. Der Dampfer „Alagoas« ist unter der alten Flagge Brasiliens, mit dem Kaiser Dom Pedro, der Kaiserin und der kaiserlich« Familie nebst Gefolge an Bord heute morgen hier
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und |1 **•!•«*•* Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes,
Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe- -VT-llllH. VUl'llf sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler
dition 2'/. Mk-, bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. _ " .oon in Frankfurt a. M., Eaffel, Magdeburg u-SBien; Rudolf XXIV. Mraana.
Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zetle DieNötüll, 10. 2)CACttlDCr 1889. Moste in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. «öln-<8 L. •Ouy* lBlu4r
10 Pfg., ReNamen für die Zeile 25 Pfg. "Daube u. Eo- in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
(amen Mutes haben Sie jetzt nach wiederholter Durchquerung des dunklen Weltteils eine ntue lange Reife voll schrecklicher Gefahren und saft imerträg sicher Beschwerden vollendet. Daß Sie diese alle überwunden haben und der Heimweg Sie durch Länder unter Meiner Flagge führt, gewährt Mir große Befriedigung und ich bewillkommne Sie herzlich zu Ihrer Rückkehr in die Civilisation und Sicherheit." Infolge de» schweren Unfalles Emins folgt xmt das bereits bekannte Telegramm Stanleys an den Kaiser. Auf eine Anfrage Sr. Majestät über daS Befinden Emin» telegraphirt Wißmann unterm «. Dezember nach Darmstadt: «Emin geht es etwas besser, er bleibt in Bagamoyo. Ich bin beauftragt, «ich Ew. Majestät zu sagen, daß seines Kaisers Wrounfd) die beste Belohnung für seine Arbeit Id. Er bittet, dafür feinen untertänigsten Dank «-statten zu dürfen" — Verschiedene Blätter haben nachträglich berichtet, daß bei dem Diner beim Kriegsminister der Kaiser zu Herrn Miquel gesagt hat: «Sie find mein Mann!" Die Tatsache ist richtig »nd war in parlamentarischen Kreisen bekannt. Nachdem fie einmal doch nachti äglich in die Oeffentlichkeit gelangt ist, muß aber doch zum richtigen Verständnis derselben bemerkt werden, daß fie sich nicht auf den Politiker Miquel im allgemeinen bezogen, sondern auf einen bestimmten, vorher im Gespräch erwähnten Punkt, und zwar auf Miquels Rede beim Frank {artet Schriftsteller- und Journalistentag, jene Rede, in welcher Miquel behauptet hatte, daß der Parlamentarismus nicht klüger mache und daß die bestehenden Parteien sich überlebt hätten. Das hat dem Kaiser besonders gefallen und mit Bezug darauf ist Herr Miquel fein Mann. Der Kaiser soll hinzu- gefügt haben; Ich kenne nur zwei politische Parteien: die für mich und die wider mich find!" — Die
(Nachdruck verboten.)