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Söchkutliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Souutagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Lug. Koch.

M 887.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Quartal-Abonnements-Preis bei der Expe­dition 2 */. Mk., bet den Postämtern 2 Mk. 60 Psg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Reklamen für die Zeile 26 Psg.

Marlmrg,

Sonnabend, 7. Dezember 1889.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte-, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bögler in Franlfutt a. M., Eaffel, Magdeburg u-Wien; Rudolf XXIV. ^abraana. Messe in Frankfurt a. M., Berltn, München u. Köln; G. L ' Daube u. Eo- in Frankfurt a. M-, Berlin, Hannover, Paris.

Dentfches Teich.

Berlin, 5. Dez. Der Kaiser sandte dem ReichS- tankpräsidenten v. Dechend anläßlich seiner heutigen Jubelfeier folgendes Telegramm:Zu dem heutigen läge, an welchem Sie auf eine sünfundzwanzig- jjhrige, an Erfolgen und Ehren reiche Thätigkeit «lr Leiter des Bankvirektoriums zurückblicken, kann Ich Mir nicht versagen, Ihnen Meine besten Glück­md Segenswünsche auszusprechen.' Nach den Gra­tulationen der Beamten der Bank überreichte der genttalausschuß als Jubelgabe etwa 30,0-00 Mark ja einer Deckend - Stiftung zur Unterstützung Hilfs I iedürstiger Reichsbank- Beamten und deren Hinter­bliebenen. Der Bundesrat stimmte in seiner heutigen Sitzung dem Gesetzentwürfe wegen Errich­tung und Unterhaltung einer Postdampsschiff - Ver­bindung mit Ostasrika zu. DerReichs anzeiger' Möffentlicht eine nach amtlichen Erhebungen aufge- ßellte Nachweisung der in den hauptsächlichsten Berg­baubezirken Preußens während der ersten drei Viertel­jahre 1889 verdienten Bergarbeiterlöhne.

Die Reichs t a gs ko mmission für das Sozialistengesetz trat gestern abend zusammen, m § 24 des Entwurfs (Ausweisungsbefugnis) zu beraten. Die deutsch - konservativen Mitglieder der , Sommission beantragen, die Regierungsvorlage wieder herzustellen. Im Falle der Ablehnung dieses An träges wollen sie § 24 wie folgt formulieren: »Gegen Personen, welche sich die Agitation für die im § 1 Absatz 2 bezeichneten Bestrebungen zum Geschäfte machen, kann im Falle ihrer Verurteilung D^en Zuwiderhandlungen gegen die §§ 17 bis 20 dickes Gesetzes, §§ 129 oder 130 des Reichsstraf- | Sachbuchs die Einschränkung ihres Aufenthalts von rter Landespolizeibehörde verfügt werden. Durch Wese Bersügung kann dem Verurteilten der Aufent Walt in bestimmten Bezirken oder Ortschaften versagt Werden. Die Einlegung eines gegen solche Verfügung her Landespolizeibehörde nach den Landesgesttzen zulässigen Rechtsmittels hat keine aufschiebende Wir­kung. Zuwiderhandlungen werden mit Gefängnis einem Monate bis zu einem Jahre bestraft.' llbg. Hegel begründet den Antrag, indem er dar- «tf hinweist, daß der Eventualantrag milder sei, als der Hauptantrag, und er daher annehme, daß auch die Gegner des letzteren für den ersteren stimmen könnten. Abg. Singer ist gegen jede Ausweisung «der Einschränkung deS Aufenthaltsortes und weint, daß der Eventualantrag keine Milderung, vielmehr cher eine Verschärfung der Regierungsvorlage ent-

(Rachdruck verboten.)

Hure.

Roman von I von Werth.

(Fortsetzung.)

«Ich komme j tzt von Boiudorf und wollte Ihnen doch wittetle», daß Ihre F>a» Mutter sich wieder Mßändig wohl befindet. Ich habe auch dcn Samen uttgebrackt, den ich neulich Jyrer Frau Gemahlin drrsprocheu.*

Haialv wollte Heloise beuackrichtiaeu lassen, doch Dottor Sroner fuhr fort: »Stören Sie die Damen Mty. Ich muß ja gleich Mieder fort, um die Freiiv wch bet meiner Frau zu treffen." Dabet zog er zwei Seine Schocktelu aus der Tasche und reichte fi Harold. »Dieser Samen hier ist von der Lanw- »olleostaude; fie soll eine sehr schöne Blüte haben. 3t Hobe meinen Jungen auch ein wenig versprochen. Bie gestatten, daß ich eine Probe davon herauSuehme? klein, nicht so viel. 66 wird doch nichts daraus, die Schlingel sehen alle Tage drei Mal nach, ob die Datteln noch nicht ansetzen.'

Harald reichte dem Professor ein Blatt Papier >u den Same» eiuzuwick.lu, der aber hatte bereits *8 aus dem Papier korb genommen Md sagte: »Ich dvlke sehr, dies reicht ans."

Daun griff er nach seinem Hat. Empfehlen Sie dich den Damen, lieber Lähden. Ich muß eilen, nm d« Freitu noch zu Hetzen.' *

Am nächsten Nachmittage nm dieselbe Zeit stand dose neben ihrem Bräuttgam auf der Freitreppe. Benno hatte sich bereits vou der Freiin verabschiedet. Bie war daun in den Garten gegangen, um dem Brautpaar noch ein paar Minuten des Alleinseins * können, bis das Pferd des Baron» vorgeführr Nabe. ES galt heut, für fünf oder sechs Tage Sb- Rteb zu nehmen.

.Wirst Du auch bisweilen au »ich denke« in bei dkfidellz?" fragte Benno.

halte. Abg. v. Marquardsen bezieht sich auf die früher von seinen nationalliberalen Parteigenossen abgegebenen Erklärungen und ist sowohl gegen den Hauvt- wie gegen den Eventualantrag, weil auch dieser keine Bürgschaft des Erfolges biete und doch eine erhebliche Härte enthalte. Minister Herrfurth wünscht die Herstellung der Regierungsvorlage. Der Eventualantrag würde die Agitatoren, welche nicht vorbestrast seien, und dies seien oft gerade die ge­fährlichsten, nicht treffen. Die Abgg. Hegel und v. Kleist-Retzow treten wiederholt für die deutsch­konservativen Anträge ein. Abg. Dr. Buhl ist gegen die gestellten Anträge, weil die Ausweisung sehr hart und doch unzweckmäßig sei. Höchstens könnte man eine Uebergangsmaßregel auf einige Jahre bewilligen, um der Gefahr der plötzlichen Rückkehr aller seither Ausgewiesenen zu begegnen. Abg. Robbe ist geneigt, die Ausweisungsbefugnis auf Zeit, das übrige Gesetz für immer zu gewähren, will aber bei der Aus­sichtslosigkeit eines bezüglichen Anttags einen solchen nicht stellen. Abg. Reichensperger ist gegen die An träge und erblickt in dem Eventualantrag eine Ver­schärfung der Regierungsvorlage. Abg. v. Kardoiff ist gegen die Ausweisungsbefugnis, weil die Nach­teile die Vorteile weit überwiegen. Abg. v. Helldorff hält ein wirksames Mittel gegen die gewerbsmäßige Agitation für notwendig und glaubt, daß es am besten in dem Eventualantrag geboten werde. Nach den abgegebenen Meinungsäußerungen hält er es aber für zwecklos, eine Abstimmung herbeizuführen und zieht deshalb den Eventualantrag zurück. Abg. Windthorst erklärt sich nochmals gegen jede Aus­weisung, aber für zeitweilige Bewilligung des übrigen Gesetzes. Bei der Abstimmung wird der Antrag auf Wiederherstellung der Regierungsvorlage abge­lehnt, womit also § 24 (früher 28) endgültig be­seitigt ist. Für die Beibehaltung stimmten nur die 6 konservativen Antragsteller. Hierauf wird über den Antrag Munckel zu Artikel I und V der Novelle abgestimmt, welcher bezweckt, das Gesetz nur bis zum 31. März 1892 zu bewilligen und den mil­deren Bestimmungen rückwirkende Kraft zu verleihen. Die Anträge werden gegen die deutschfreisinnigen Stimmen abgelehnt und darauf der Rest des Ge­setzes angenommen, sowie schließlich das ganze Gesetz (ohne Ausweisung, aber als dauernd) gegen 9 Stimmen. Es wird dem Plenum schriftlicher Bericht er­stattet werden, mit welchem Abg. Kurtz betraut ist.

Kiel, 4. Dez. Heute mittag 12 Uhr fand in Gegenwart der städtischen Kollegien tue feierliche Uebergabe des von der Stadt Kiel dem Prinzen

»Nein bewahre', lachte Rose dagegen. »Du weißt ja, ich habe ein erschrecklich schlechtes Gedächtnis. Wie könnte ich da «och nach fünf Tagen an Dich denken! Aber mache nur nicht gleich solch ein bösis G-stcht! Ich habe Nanry besohlen, baS Bild des Herrn BaronS mit in den Koffer zu legen. Vielleicht füllt mir bei feinem Anblick gar Manches wieder ein.' Dann von dem mntwtlligen Lache« in Ernst über- gehend, fuhr sie bittend fort: »Benno, das mnßt Du mir noch verspreche«, daß Du de« böse« Brannen nicht wieder reitest. Denke nur, waS für tin schreck- licheS Unglück das heut hätte werden könne«, wenn Dir der Stallknecht mit feiner Riesenstärke nicht zu Hilfe gekommen wäre. Ich würde während unfern Abwesenheit keinen ruhigen Augenblick hoben, wenn Du mir nicht versprichst, de« Tom nicht wieder zu besteigen.'

»Nu«, ja, ja, laß doch nur gut sei«', wehrt Benno, aber Rose lehnte ihr Köp'che« an seine Schulter und bat mit einem innigen Blick: »Nicht so, Benno, Du mußt e8 mir ernstlich versprechen. Und dann ihn mir noch den einen Gefalle« und rette auch jetzt nicht auf dem Tom «ach Rottenau hinüber; ich ängstige mich so sehr. Ich will Dir den Kastor satteln lasse«, de« f(tönen Schimmel, de« Du mir geschenkt. Der Stallknecht mag Dir morgen den Tom nach Rottena« bringe«. Der bändigt bas Tier schon.'

»Nein, Rose, baS geht nicht. Das hieße ja mich lächerlich mache« vor der Dienerschaft', erwiderte bei junge Manu unwillig. SIS fie bann doch noch ein­mal leise bat: »Benno, ihn eS zu meiner Beruhigung ich bttte Dich', da schüttelte er fast heftig ihre Hand vou seinem Arm und sagte kurz: »Sei nicht kindisch Rose. Ich sage Dir, eS geht nicht. Dort biiugt Johann bereit» den Tom. SS ist ein schönes Tier und nur ein wenig feurig. Wenn eS streng gehalten wirb, ist er gehorsam wie ein Lamm."

Der Stallknecht hatte langsam mb vorfichttg führeub baS Pferd vor die Freitreppe gebracht.

und der Prinzessin Heinrich als Hochzeitsgabe dar­gebrachten Monumentalbrunnens statt. Derselbe ist im inneren Hofe deS königlichen Schlosses so aufge­stellt, daß er sowohl aus den Fenstern der Kaiser­zimmer, als auch von den Gemächern Ihrer königl. Hoheiten zu erblicken ist. Professor Luerffen über­gab, wie dieNord-Ostseeztg." berichtet, den Brunnen mit wenigen Worten der Stadt Kiel, in denen er der Hoffnung Ausdruck gab, daß seine Schöpfung zur Zufriedenheit derselben ausgefallen sei. Als Der. treter der Stadt Kiel übernahm Bürgermeister Fuß daS Monument mit Dankesworten an den Künstler und Ausdrücken der Liebe und Verehrung gegen das prinzliche Paar. Hofmarschall Frhr. v. Seckendorff dankte sodann als Vertreter der Hofverwaltung für das dargebrachte schöne Geschenk. Prinz und Prin­zessin Heinrich bedauerten lebhaft, die schöne und sinnige Vermählungsgabe nicht persönlich in Empfang nehmen zu können. Er sei von Allerhöchster Seite beauftragt, der Stadt und dem Künstler für die kunstvolle Schöpfung den lebhaftesten Dank auszu­sprechen. Auch dem Kaiser sei von der Vollendung des Baues Meldung gemacht. Mit einem vom Bürgermeister Fuß ausgebrachten Hoch auf den Prinzen und die Prinzessin Heinrich schloß die Feier.

Attöllmd.

Wie«, 5. Dez. Der Erlaß des Ministers des Innern gegen das Treiben der Auswanderungs­agenten , welchen daSWiener Togeblati" am 3. Dezember besprach, ist bereits, wie jetzt amtlich festgestellt wird, im September 1888 ergangen.

Brüssel, 5. Dez. In der heutigen Sitzung der Deputiertenkammer fuhr der Justizminister fort, den Abg. Baras zu widerlegen und suchte zu be­weisen, daß die Administratton der Sicherheitspolizei es gewesen sei, von welcher Pourbaix seine Funktio­nen erhalten habe. Zahlreiche Mitglieder der Linken rufen:Nein!" Daran schließt sich ein lebhafter Wortwechsel,- Abg BaraS ruft:Der Minister lügt!" Es erhebt sich ein heftiger Tumult. Der Abg. Baras wird zur Ordnung gerufen, dann wird der Ordnungsruf nach der Erklärung des Abgeord­neten zurückgezogen. Der Justizminister fährt fort: Das Ministerium besitze alle Protokolle, welche be­weisen, daß die Sicherheitspolizei wußte, wer Pour- baix sei und waS man zu gewärtigen habe, wenn man ihn gebrauche.

Petersburg, 5. Dez. Die Reichseinnahmen betrugen in den ersten acht Monaten nach der nun­mehr erfolgten amtlichen Feststellung insgesamt

«Ist der Tom jetzt beruhigt und wird er fich gut reiten lassen?' fragte Rose.

Nun gnädiges Fräulein, gar so aufgeregt ist er ja alleweil nicht", erwiderte der Bnische,aber es gehört nicht viel dazu, ihn dazu zu bringen. Es ist eben ein gefährlich Thier, unb ich würd' nicht Jedem raten, eS zu besteigen."

Jeden, der nicht versteht, eS im Zaun zu hatten, würde e8 wahrscheinlich abwerfen, das ist richtig. Wo ist meine Sette? Holen Eie dieselbe."

Mit diesen Worten nahm Benno die Zügel anS der Hand deS Stallknechtes Mb tiefer lief davon daS Verlangte zu holen.

Siehst D«, wie unnötig Deine Angst war? ' sagte er dabei zu Rose.Der Tom steht so ruhig und unschuldig da, als wollte er Dein Vorurtell für thn widerlegen."

Er klopfte dem Tiere ben glänzenden schlanken Hals, daß es den Kopf auf unb nieder Darf. End­lich fing eS an, mit dem Vorderfuß ben Bode« zu scharren.

Das Stehe« nrtrb ihm zu laug", warnte Rose. Bewahre, Du sollst sehen, wie gut er gehorcht.' Rose war an bie Seite deS Pferdes getreten nnb fuhr mit der Hand leicht über seinen glänzenden Röcken. Sie wollte nicht ängstlich scheinen.

Da brachte Johann bie Peitsche. Durch bie augenblickliche Ruhe sicher g-macht, gab Benno bem Tiere damit einen Schlag Über bie Schenkel. Iw itlben Augenblick erglühten seine großen Augen vor Zorn. Mit einem Rack hatte es bie Zügel seines Herrn enttiffen, bäumte hoch ans nnb floh umwindet in rasender Ette. Beim Wenden hatte eS Rose nieder geworfen. Sie schlug mit der Stirn hart gegen eine Stufe der steinernen Freitreppe, daß ihr das Blut in schweren Tropfen an der linken Schläfe nieder- rau«. Benno eilte zu ihr, um fie anfzuheben. Als er da» Blut auf bem schreckensbleichen Antlitz sah. da erzitterte auch er.

Auf bem weiten Hoftanm war ein tolle» Sagen

551 373000 Rubel gegen 518394000 im ent­sprechenden Zeitraum 1888, also 32 979 000 Rubel mehr. Die gesamten Reichsausgaben vom 1. Januar bis zum 1. September 1889 betrugen 537 114000 gegen 550 986 000 im gleichen Zeitraum 1888, also 19 872 000 weniger.

Konstantinopel, 5. Dez. Die Pforte lehnte es ab, daß, bevor der Ferman, betreffend die Am­nestie für Kreta, veröffentlicht sei, der Inhalt des­selben den Botschaftern genau bekannt gegeben werde. Die Mitglieder der kretensischen Nationalversamm­lung werden von 80 auf 60 verringert und die Hälfte der Zolleinnahmen von Kreta nicht mehr der Verwaltung der Insel überlassen, welche hieranS die Gendarmerie erhielt. Letztere wird die Pforte jetzt selbst erhalten. Außerdem wird beantragt: eine Reorganisation und Verminderung der Zahl der gewöhnlichen Gerichtshöfe, eine Auswahl der Zivilbeamten unter ehrenwerten und parteilosen Personen, die Reform der türkischen und christlichen Schulen, Schutz der einheimischen Industrie, Ver­meidung überflüssiger Ausgaben, Zusicherung einer regelmäßigen Lokalverwaltung, Verbesserung der Häsen Rethymno, Candia, Canea, Errichtung einer Schifferschule, eine den Bedürfnissen der Schiffahrt im Mittelländischen Meere entsprechende Vervoll­ständigung des Sudabai - Arsenals, Errichtung von Handelskammern in Canea, Rethymno und Candia, Gründung einer Handelsschule, Errichtung einer Musterwirtschaft in der Ebene von Candia, Ver­besserung der Pferdezucht, Vervollständigung der land- wittschaftlichen Bank, deren Gewinn der Bevölkerung zugesichert wird, endlich Ausbau des Straßennetze».

Teneriffa, 4. Dez. Visconde de Ouro Preto, der gewesene brasilianische Ministerpräsident ist hier angekommen; er konferierte gestern in San Vincent mit Dom Pedro.

Washington, 5. Dez. Der gestern dem Kon­greß vorgelegte Bericht des Finauzsekretärs Windom macht die Silbersrage zum Gegenstand einer ein­gehenden Erörterung. Er empfiehlt die Ausgabe von Schatznoten gegen Deponierung von Silber­barren zum Markrpreise des Silbers zur Zeit der Deponierung. Diese Noten sollen auf Verlangen in Silberbarren im gleichen Werte mit Zahlung im Nennwerte der Noten zahlbar sein. Die Zahlung soll erfolgen zum Marktpreise von Silber oder in Gold nach Belieben der Regierung oder auf Ver­langen des Besitzers in Silberdollars. Der Bericht empfiehlt zugleich die Abschaffung der zwangsweisen Silberprägung.

eulftanden. Die Knechte nnb Diener liefen de» Pferde nach unb machten eS durch ihr Schreien nnb Lärmen nur noch wilder. Weiber nnb Kinder suchten k effchend nnb in wirrer Hast davor zn flüchten. Plötzlich übersprang es ba8 eiserne Gitter, welche» ven Garten abfckloß, nnb jagte nun mit schändenden Nüstern Md fliegender Mähne bie breite Allee, die zürn Park führte, hinab.

Bei bem wirren Durcheinander von Stimmen hatte Benno, der mit Mühe der Halbbefinnnngslosen aufgeholfen, kein Wort verstehen können. Da plötz. lich ertönte gellend ein Ruf: .Hilf Himmel, die Freifrau!'

Einen Augenblick laug war eS, als eiflartte bet ganze Körper, jede» Glied beS jungen Mädche-S dann mit einem Schlage kam L ben über fie. Des BluteS nicht achtend, da» warm von der Stirn Über die Schläfe aus das bleiche Gewand nieder floß, dunkel- rote Flecke zeichnend, eilte fie davon. Die Gitter» thür zum Garten war verschlossen. I« nächsten Augenblick hatte fie dieselbe mtt der G schwtudi^kett einer Katze überklettert nnb flog ben breiten Weg entlang. Da» Pferd war nicht mehr zu seh'n. Sie folgte feiner Spur im Sie». Am Anfang deS Pa.kS teilte fich der Weg. Mtt einem gellenden Jammer- schrei stürzte fie nach jener Sette, wo auf dem Rasen wie eS schien, ohnmächtig hing,streckt bie Freit» lag. 3ar nächsten Moment k«i te Rose an ihrer Seite, ängstlich das Ohr an die Lippen der Liegenden hattenb während ihre zitternde Hund ben Herzschlag unter­suchte. Er war matt nnb unregelmäßig, aber er war boch Leben, er gab doch Hoffnung.

Da stMb fie auch schon wieder auf ben Füße«. Den Leuten, bie j tzt herbei eilten, entgegentrettnb, befahl fie einigen von ihnen: »Fangt bas Pferd.' «IS diese gehorsam dem Befehle deS bleichen, gnädigen Fräuleins folgten, wandte fie fich an zwei Andere: »Hott eine Mattatze an» dem Schloß, bie erste bie ihr findet, schnell.'

.Du, Han»', sagte fie pt dem Reitknechte, »reitest