Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fiir die Kreise Marburg and Kirchhain. — Jllnstriertes Sonntagsblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. koch.
Jli 885.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. — Ouartal-Abonnements-PreiS bei der Expedition 2l/t Mk., bet den Postämtern 2 Ml. 50 Pfg. lexkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Donnerstag, 5. Dezember 1889.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Bogle« in Frankfutt a. M., Gaffel, Magdeburg u Wien; Rudolf XXIV Qflfirflflttfl. Moffe tu Frankfurt a. M., Berlin, München u. «Bin; ® L. ' 'M ÖUW1J"
Daube u. So. in Frankfutt a. M., Berlin, Hannover, Pari».
Deutsches «eich.
Berlin, 3 Dez. DaS „Marine-Verordnungsblatt" veröffentlicht eine kaiserliche Kabinetsordie, »»durch bestimmt wird, daß die militärische Aktion dom 6. September 1888 bis zum 10. Oktober 1889 an der Ostküste Afrikas als ein Feldzug zu be. trachten, demnach für die Besatzung der Schiffe .Leipzig", „Sophie", „Carola", „Möve", „Schwalbe" mb „Pfeil" ein Kriegsjahr in Anrechnung zu bringen sei. DaS gleiche gilt für die militärische Aktion in tzamoa für die Schiffe „Olga", „Adler" und „Eber". Ferner veröffentlicht das „Marine-Verordnungsblatt" einen kaiserlichen Befehl zur Ausgabe der neuen Marine Verordnung. Der „Post" zufolge empfing der Kaiser gestern den Lieutenant Giese, welcher seinerzeit von Buschiri überfallen wurde, und zog denselben zur kaiserlichen Tafel. — Die Vorstände der Konservativen, der Reichspartei und der Nationalliberalen beschloffen die Erneuerung deS Kartells aus folgender Grundlage: Wahrung des bisherigen Besitz- standes, Verständigung über gemeinsame Kandidaten in anderen Wahlkreisen, falls solche Verständigung ausbleibt, Intervention des Centralvorstandes der Partei in Berlin zur Einigung mit den Vorständen der anderen Kartellparteien, bei den Stichwahlen mit anderen Parteien einmütiges Eintreten für Karteü- iandidaten, in den Aufrufen Ansprachen an die be- steundete Prefle, alles zu vermeiden, was ein Zu lammengehen der Parteien in der Wahlkampagne gesährden würde. — Der Neuguinea - Kompagnie ging ein Telegramm des Generaldirektors Arnold zu, AtgierungSrat Rose sei wohlbehalten in Finschhafen ewgrtroffen und der kommissarische Landeshauptmann ^stätke habe das Schutzgebiet verlaffen.
— Die BudgeikomMission des Reichstags setzte gestern die Beratung des Militäretats fort. Abg. Lingens erbat zunächst Auskunft über die Konfession Derer, welche in den letzten Jahren in der deutschen s Armee durch Selbstmord geendet. Minister von Verdy sagte die Mitteilung für eine der nächsten s Sitzungen der Kommission zu. Sodann wurde s gegen den Widerspruch des Abg. Richter die in s voriger Woche ausgesetzte Kaserne für Hannover \ (48 868 Mk., für zwei Feldbatterieen) genehmigt In dem Kapitel; Ingenieur- und Pionierwesen wurden alsdann bewilligt 300 000 Mk. für zwei neue Uebungsplätze in Königsberg und 400 000 Mk. für zwei solche in Stettin. Zum Neubau von Magozinanlagen in Straßburg im Elsaß wurden 600 000 Mark, für eine Gefrieranlage daselbst
(Nachdruck verboten)
»ole.
Roma» von I. von Werth.
(Fortfe-nng.)
VI.
Harald saß an der Seite seiner Braut im Gart n- saal zu WsiderSbach. Die alte Heimine stand seitwärts en Blumentisch und säuberte die zä teu Blättchen eines Myrtenbaumes vom Staub. Harald hielt HttoisevS Hand, auf der nur noch rote Flecke die Steven zeigten, die dnrch dar Feuer verletzt gewesen. Ar wußte lange nud tun g mit ihr gesprochen haben, knn ihre Wangen waren tief gerötet, die großen, öltrden Augen voll nud glänzend zu ihm erhoben und ihre Lippen bebten leise.
»Wir stehen j'tzt in der Mitte de» Monats, und Vicht wahr, Heloise, Dn willigst ein, daß ich vor seinem Ende noch glücklich werde. O, sage ja, Ge> Bebte, ich bitte Dich."
Ihr Kopf sank leise auf seine Schnüer und zaghaft flüsterte sie: „Ja, Harald."
Er küßte ihre bebenden schüchternen Lippen und sie mit seinen Armen umschlingend erzähtte: „Mit km Vater habe ich bereits gesprochen. Er ist mit Allem einverstanden. Wir bleiben in WilderSbach, kr südliche Teil ist bereits für nnS hergestellt, den östlichen test'virt sich der Papa. Er wird in jedem Sommer für einige Monate nufer Gast fein. Den Sinter verlebt er in der R fidenz. Daun reifen wir kir einige Wochen zu ihm, nm die herrlichen Cor certe in hören. Weißt Du Heloife, Da mnßi Gesangs» Kuden nehmen. Ich werde einen Lehrer engagiren. 3ch habe Dich gestern belauscht und gesunden, daß «sehr schade wäre, wenn Deine Stimme nicht anS- Abildet würde."
Ein Diener tret ein und präseutirte Harald auf stlbernem Teller zwei Briese.
, „Der eine ist für Dich, liebe» Herz. Soll ich ihn erbrechen st"
190 500 Mk., für eine solche in Metz 209 500 Mk., für eine Jnfanterikkaserne in Hagenau als erste Raie 200 000 Mk. genehmigt. Auf Ersuchen des Abg. Differä sagt Minister v. Verdy bei den stattfindenden Verlegungen der Garnisonen die Berücksichtigung von Mannheim und Schwetzingen zu. 103 000 Mark zur Erweiterung deS Barackenlagers bei Hagenau wurden gestrichen, dagegen 350 000 Mk. als erste Baurate für eine Artilleriekaserne in Straßburg i E. bewilligt, ebenso 190 000 Mk. (statt der geforderten 200 000 Mk.) zum Grunderwerb für eine Jnfanterie- kaserne daselbst, sowie die ersten Raten für Kasernen in St. Avold (450 000 Mk.) und in Metz (700 000 Mark), sowie für eine fernere Kaserne in Metz 300 000 Mk. — Für zwei Train- und Pionierkasernen, welche für Metz bestimmt find, werden 160 000 Mk. bewilligt, jedoch mit der Bedingung, daß fie statt nach Metz, nach Forbach kommen. Als erste Rate für zwei Kasernenbauten in Mörchingen werden je 800 000 Mk. gefordert, aber nur je 300 000 Mk. bewilligt. Bei Tit. 162: Zur Umgestaltung bezw Verstärkung der Derteidigungs- einrichtungen in den minder wichtigen, unter preußischer Verwaltung stehenden Festungen 2 000 000 Mark, welche gedeckt weiden durch den Erlös der auS dem Verkauf entbehrlich werdenden Grundfiücke, beantragt Abg. Richter, die Einnahmen aus Verkäufen von Festungsgrundstücken besonders zu etatisieren. Der Regierungsvertreter bittet, den bisherigen Modus beizubehalten, welcher sich bewährt habe und auch im militärischen Jntereffe liege. Die Abgeordneten Büsing und v. Huene schließen sich dem an, während Dr Baumbach und v. Strombeck für den Antrag Richter eintreten. Der Antrag wird schließlich ob gelehnt. — Im Außer», deutlichen Etat werden sodann bewilligt 2 288 600 Mk. zur Bekleidung und Ausrüstung aus Anlaß der Errichtung von zwei neuen Armeekorps und 14 500 000 Mk. zur Beschaffung bezw. Aptierung von Tornistern, Patton- laschen, Säbeltaschen und Kartuschen. Abgelehnt werden sodann 300 000 Mk. als erste Baurate für eine Jnsauteriekaserne in Halle a. S., wogegen 225 000 für Jnowrazlaw genehmigt werden. Bewilligt werden sodann, nachdem der Referent erklärt, daß die betreffenden Forderungen durch die Militärverwaltung in der Subkommifsion hinreichend begründet worden seien, 45 813 000 Mk. zu Ausgaben aus Anlaß der Aenderungen der Wehrpflicht, 61 224 100 Mk. zu Beschaffungen für artilleristische Zwecke, 762 800 Mk. zur Beschaffung von blanken und Handfeuerwaffen, 1 989 800 Mk. zur Beschaf-
„Ja, bitte 1"
Uud Harald laS:
„Die Verlobung ihrer Nichte, Fräulein Rose Teruoff mit dem Baron »ad Mojoratshenn Beuuo von Rotteck beehrt sich hierdurch auzu,eigen.
Edilh Freiiu vom Stein, ged. Gräfin Kliuguth ans Sirahleueck.
„Wie -ich das freut, sagte H-loise, daß fie ge. rode die Brant Deines Freundes geworden ist. Auf diese Werse werde dock auch ich noch enger mit ihr verbunden. Denn, weißt Dn, Harald, ich habe Rose «stich als ich fie zum ersten Mal gesehen, so sehr hübsch und liebens oürdig gesunden, daß ich mich rot ihr fü chtete. Ich dachte, wenn Du wich mit ihr vergleichst, wüßte do« sehr ungünstig für wich ausfallen. Seil ich aber weiß, wie treu Du wich liebst, habe ich nicht mehr daran gedacht, ihre Borzüge herabsi tze zn wollen. Als fie wich dann besuchte weil ich nicht zu ihr konnte und ihr doch so gern danken wollte, da ließ Sie n-ich noch gar nicht zu einem 'rechten Dank-Swort kommen. Sie wat so lieb und gut zu wir, daß wir Freundschaft geschloffen haben. Papa hat fie auch gleich lieb gewonnen, und et hat selbst nm recht baldige und oste Wiederholung ihres Besuches gebeten. Wirklich, diese Verlobung freut mich von ganzem Herzen. — Doch, Harald, eS ist auch ein Brief für Dich gekommen. Lie» ihn. Ich will ganz still sein, um Dich nicht zu stören."
Der junge Mann erbrach dar Schreiben. Es war von der Hand seines Freundes Benno. Er laS: .Lieber Freund, ich richte diese Zeile nach WtlderS. dach, da ich glaube, daß fie Dich dort stcherer an» treffen. Ich möchte Dir möglichst schnell toittetlen, daß ich meine Wette gewonnen, was Dir die bei» folgende LeilobungSanzeige bezeugen wird. Dustehst daß ich kein ganz schlechter Rechner bin. ES war alles durchaus richtig kalknlitt und habe ich gestern gegen Abend durch eine erste Umarmung meiner Brant den Facitstrich darunter gezogen. Tante Freiiu selbst
sang von Munition. Für eine Artilletiekaserne in Hagenau werden sodann statt der geforderten 525 812 Mk. nur 125 812 Mk. bewilligt, dagegen für eine Jnfantetiekaserne die geforderten 800 000 Mark, für eine Kaserne in Saatburg 800 600 Mk. und zur Verstärkung der Festungen und ihrer Verteidigungseinrichtungen 34 800 000 Mk. — Zur Erweiterung von Artillerieschießplätzen werden statt der geforderten 1277 500 Mk. nur 777 500 Mk. genehmigt. Kasernen werden sodann genehmigt für Darkehmen (450 000 Mk.) und für Insterburg (610000 Mk), für Greifswald 219178 Mark, Jnowrazlaw 225 000 Mk., Rathenow 450 000 Mk Für Rostock werden statt der geforderten 548 000 Mark nur 468 000 Mk. genehmigt. — Damit ist der preußische Militäretat erledigt. Minister von Verdy teilt mit, daß er, um die Schlagfertigkeit der Armee nicht zu gesährden, im Einverständnis mit der Reichs-Finanzverwaltung sich veranlaßt gesehen habe, einzelne Positionen, welche in der Kommission bewilligt seien, vor der Plenarberatung in Bet Wendung zu nehmen, da ein Aufschub bis zur end gültigen Erledigung im Plenum nicht ohne Gefahr gewesen wäre. Die Summe, die in Frage komme, betrage 2 358 200 Mk. Der Vorsitzende, v. Bennigsen, macht darauf aufmerksam, daß daS um so erklärlicher erscheine, als der Beginn der dritten Beratung des Etats im Plenum erst nach Neujahr zu erwarten sei. Der Referent wird beauftragt, die nötigen Ausschlüffe dem Plenum mitzuttilen. — Die Etats für Sachsen und Württemberg passieren ohne wesentliche Aenderungen. Schließlich wird auch der Mili- lärpensionsfonds genehmigt, deffen starkes Anwachsen durch die zum Teil erforderlich gewordene Verjüngung des Osfizierkorps, wie durch die Vergrößerung der Armee überhaupt erklärt wird. Die Beratung des gesamten Militäretats ist damit beendet.
Karlsruhe, 3. Dez. Die demoftatischen Abgeordneten brachten in der zweiten Kammer eine Interpellation ein, ob die Regierung die dem Sozialistengesetze durch die Polizeibehörden gegebene Auslegung billige oder letztere zu einer gesetzmäßigeren Handhabung deS Gesetzes veranlaffen wolle.
Stuttgart, 3. Dez. DaS „MilitärverordnungS- blatt" veröffentlicht eine Ordre, wodurch der König zum ruhmreichen Gedenktage der Schlacht bei Cham pigny dem Kriegsministerium 20,000 Mk. überweist mit der Bestimmung, das Kapital zur Unterstützung der Wittwen und Waisen der Unteroffiziere des württembergischen Armeekorps der König Karl Stif-
hat durch ihren Segen die Richtigkeit des Ex ropeltz bestätigt. So habe ich denn auch jeder Sorge in Geldangelegeuheiten Balet gesagt. Diese Berlobnug schafft mir neuen Kredit; and) wird mir an meinem Hochzeitstage ein Baarkapital als Mitgift meiner Brant ausgezahlt werden, welches in feiner Höhe dem Deiner Heloife nicht nachsiehen wird. Daß nufere Hochzeit vor der zweiten Hälfte des Oktobers ftatt- fiidet dazu will die Freiiu durchaus nicht ihren ConfeuS geben. Ich werde mich also schon ohne j-ueS Kapital behelfen müffen.
„Du wirst nun fragen, wie daS so gekommen? Du kennst mein Talent, und daß ich einigermaßen Urbung gehabt, weißt Du auch. So habe ich denn wieder mit vielem Geschick den romantischen Liebhaber gespielt; daß ich auch mtt Glück gespielt, erstehst Du aus dem R.sultat.
„Rose meinte, einer unserer ersten Besuche mfiffe auf Wilders buch abgestattet werden, also auf Wieder- sehen. Benno."
P. 8.
„Den Castor kannst Du ja nach Rottenau schicken wenn Du wagst. ES hat damit durchaus keine S.le."
„Armes Geschöpf, so hintergangen zu werden", dachte Harald. „Gott gebe, daß er noch einseheu lernt, welche» Schatz er in dem Herzen eines reinen W ibeS be fißt." Dabei knitterte er »»willig den Brief zusammen.
„Hast Du unangenehme Nachrichten bekommen?" fragte Heloife teilnehmend.
„Nein, mein Lieb. Benno teilt mir nur seine Verlobung mit und daß die Freiiu vom Stein vor der zweiten Hälfte deS Oktobers nicht in die Hochzeit willige." Dabei glättete er den Bries wieder und legte ihn in fein Portefeuille.
VII.
Der Sommer mit seiner Sonueuglut und feinen Gewitterstürmen war vorüber. ES war Herbst ge. worden, aber welch wundersam schöner Herbst! Die
tung zuzuwenven und den Zinsbetrag alljährlich zu verteilen.
Ausland.
Konstantinopel, 3. Dez. Der Kurdenhäuptling Muffa Bey ist von den gegen ihn erhobene« Anklagen freigesprochen worden. — Admiral Ratib Pascha begiebt sich heute abend nach Kreta und überbringt den Firman, betteffend die Amnestie. Wie verlautet, werden den Kretensern durch ben Firman einige früher gewährte Freiheiten und Privilegien entzogen.
Washington, 3. Dez. Eine Botschaft de» Präsidenten Harrison an den Kongreß besagt: Die meisten internationalen Frage» seien geregelt. Der Samoa-Verttag werde permanentes Gesetz und führe die Ordnung auf Samoa herbei auf Grund der Aufrechterhaltung der Rechte und Jniereffen der Eingeborenen und der Vertragsmächte. Die in ben letzten Jahren zwischen England und der Union entstandenen Fragen ruhten oder seien in gütlicher Beilegung begriffen. Sodann wird eine Vorlage betreff? Erweiterung der zwischen England und der Union bestehenden Bestimmungen über die Auslieferung von Verbrechern angekündigt. Zwischen der Union und Deutschland bestehen die herzlichsten Beziehungen. Die Fragen bezüglich der Naturalisation sind als zur beiderseitigen Beftiedigung geregelt anzusehen. Der fteundschaftliche Verkehr mit Brasilien ist unterbrochen, jedoch ist der Gesandte in Rio de Janeiro angewiesen, die Republik sofort anzuerkennen, sobald sich die Volksmehrheit für dieselbe entschieden hat. Die Botschaft sagt ferner, die Regierung der Vereinigten Staaten sei bereit, die Beilegung aller die Vollendung des Nicaragua Kanal» hindernden Fragen zu fördern. Das letzte Finanzjahr weise einen Ueberschuß von fiebenundfünfzig Millionen Dollars, das laufende einen solchen vo» vierundvierzig Millionen Dollars auf. Ein derartig großer Ueberschuß erheische die Aufmerksamkeit des Kongreßes behufs Herabsetzung der Einnahmen auf den Bedarf der Regierung. Die Botschaft empfiehlt nachdrücklich eine Tarifrevision mit gleichem Schätzung-« modus aller Häsen, jedoch unter Berücksichtigung eines billigen Schutzes der einheimischen Jndustrieen. Die Ungleichheiten seien zu beseitigen, das Schutzzollprinzip jedoch beizubehalten. Die Botichaft mißbilligt jede bettächtliche Zunahme in der Ausprägung von Silberdollars und hebt hervor, während die günstigen Verhältnisse dazu beigetragen hätten, die thatsächliche Gleichheit der Gold- und SilberdollarS
Luft war so flar und von so winziger Fiische, daß man entzückt zu ihm aufatmete, sobald man nur tnS Freie trat. Und wie prächtig bunt eS in dem wohl» g.pflegten Garte» anSsah. Di- Bäume uvd Sträucher hatten ihr Herbst N id an gezogen und sahen rott den gelben und roten Blättern gar festlich aus. I» ben Blumenbeeten blühten Astern und G-orgtuen in bautet Pracht und ließ-» sich schaukel» non dem frische» Hauche deS HeibstwiubeS. Die bunkle G statt bet jungen Frau dort staub hochaufgerichtet in all' bet bauten Pracht und fog mit glücklichem Lächeln die herrliche Lust in die halb geöffneten Lippen. „Glück verschönt", sagt ein alt. 8 Wort, nnb wahrlich hier fanb eS sich bewahrheitet. W-t vor vier Monate», an jenem unglücklichen F stabend beim Forfthause, das junge Mädchen im grünen Seidenkleide gesehen, würde er dasselbe in der jungen Fran dort wieder» erkannt haben? War daS dieselbe H-loise von Eftrow ? Sie hieß j tzt allerdings Heloise von Kahden, wate» doch fast drei Monate vergangen, feit sie ihren Name» geändert. Damit zugleich wat fie selbst eine andere geworden. Sie war noch gewachsen uvd da» dunkle eng anschlsiß ude Kleid ließ fie noch schlanker erscheine». DaS schwarze Haar, einfach zurückgeuomme», fiel in schwere» Locke» über den Rücken. Da« glückliche Lächel» auf ben frischroten Wangen verlieh ihr Aeh». lichkett mit ben Bildern von Schneewittchen. So nannte auch Harald feine Frau btSwesten; et wußte, welch' innige Freude er ihr dadurch machte.
Jetzt streckte fie den Kopf ein w-uig vor und lauschte. ES näherten fich Schritte auf d-m Kiesweg-. Wer mochte kommen? Das wat nicht Harald» Schritt.
„Gnädige Frau, Fräulein Teruoff ist soeben vor- gefahteu", meldete bet Dienet.
„Ah, das ist schön. Führen Sie bas gnädige Fräulein hierher. Ist Baron Rotteck mit ihr gekommen?"
«Nein, das gnädige Fräulein ist allein." (Fortsetzung folgt.)