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WcheMche Beilagm: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Somtagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck unff Verlag von Joh. Ang. Koch.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und llllAitlmM i>

Feiertagen. Quartal-Abonuements-Preis bei der Expe- uFtUVUlll'llf

dition 2*/t Mk-, bet den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. O

Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile Sonnabend, 30. November 1889. 10 Pfg., Reklamen für bte Zelle 25 Pfg. ' '

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Laffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV Qrtfirrtrtttrt Stoffe mFrankfurt a. M., Berlm,München u. «An;®. 8.

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süutliche Postanstalten, unsere Agentur in ikirchhain, sowie für hiesige Stadt un­sere Expedition entgegen.

Wochenschau.

Die Reichstagssession wird zu Weihnachten nicht

Abschluß kommen! Das ist das interessanteste krgebnis, welches diese Woche gebracht hat. Der

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'S für n und ir Zu- ßenfiox Mark.

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Me, die parlamentarischen Arbeiten vor dem Feste ju beendigen, ist wohl vorhanden gewesen, aber pr Vollendung dieses Wunsches kann es nur in im einen Falle kommen, daß der Reickslag Knall nb Fall aufgelöst würde. Diese Möglichkeit ist M nicht absolut ausgeschlossen, ist aber doch recht venig wahrscheinlich. Bis zur Stunde ist es nicht zelmigen freilich, über das neue Sozialistengesetz tin Einvernehmen herbeizusührcn, die Mehrheit des Leichstags ist gegen die von den verbündeten Re- giaungen geforderte dauernde Ausweisungibefugnis, d« Entscheidung liegt, wenn Fürst Bismarck auf biejtt Punkt besteht, bei der nationalliberalen Partei. ^Bewahrt diese ihre jetzige ablehnende Haltung, so irbeutete das die Auflösung des Reichstags. Bis pt dieser Möglichkeit ist es aber, wie gesagt, noch vi gutes Stück Weges hin. Es ist nicht anzu- «hmen, daß es über das Sozialistengesetz zu einem wheilbaren Bruche kommen wird, aus dem lediglich He Sozialdemokratie Nutzen zöge. Mehrfache Er- heinungen in letzter Zeit haben bewiesen, daß die s^ialistische Agitation immer weitere Ausdehnung Nvinnt, und dieser Vorspann zu leisten, kann in nemandes Interesse liegen. Abgesehen vom Sozia istengesetz ist der Reichstag mit der Etatsberatung loch noch so weit im Rückstände, daß schon deshalb hcht n einen Sessionsschluß noch in diesem Jahre i denken ist. Zuletzt hat sich die Volksvertretung Hit dem Etat des Auswärtigen Amtes beschäftigt,

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(Nachdruck verboten) «ose.

Roman von I. von Werth.

(Fortsetzung.)

,O, Du barmherziger Gott, ste ist ganz blind*, Aüchzte die Kammerfrau und sank tu die Kuiee, ch>e die warueudeu Zeichen der betdeu Mäouer zu dichten.

Wie gedämpft der SchreckeuSiuf auch erkluugeu, 6 Ohr der Kranken hatte ihn aufgefaugeu. Leichen, iffe überzog die eben noch fieberroten Wangen, ihre ttst hob und senkte sich tu fltegeuder Hast und blich raugeu sich abgerissene Worte zwischen den bendeu, bleichen Lippen hervor: »Blind? Blind? »ist eS nicht finster um mich her vielleicht Heller ig und meine Augen haben nur ihre Kraft tloreu? Doktor Grouer, ich beschwöre Sie, sagen 6k mir die Wahrheit, bin ich blind geworden?'

Ste saß fitzt aufrecht auf ihrem Lager, die ge. »de Hand tote flehend gegen den Arzt auSgestreckl, ' großen, schwarzen, glänzenden Augen mit so evt- iltch starrem Ausdruck zu ihm erhoben. Das lange Warze Haar floß aufgelöst über das weiß; Nacht- ib nud ein nervöses Zittern durchschauerte den »en, leidenden Körper. Doktor Groner ergriff die vld der Kranken sie war eisig kalt nud mit » Rechten liebreich über ihren Scheitel streichend, chte er fie zu beruhigen, während sein Vorwurfs. Üer Blick die alte Kammerfrau traf. Er sagte der wken alles, was er selbst nicht glaubte: daß eS erdtugs nicht ganz finster im Zimmer, daß die hwäche ihrer Augen aber jedenfalls eine Nach- cknng deS heftigen Fiebers fei, daß fie guten Mut {tu solle und sich vor allen Dingen nicht onfregen We. Jedenfalls fei dir Hoffnung auf eine baldige vollständige Wiederherstellung ihrer Sehkraft Mt ausgeschlossen. Doch soviel er auch sprach, bei Der Pause zitterte wieder das eine verzweiflungsvolle 6«lt von den Lippen deS jungen MädcheuS: .Blind!'

bet dem vor allen Dingen unsere Kolonieen einer sehr eingehenden Erörterung unterworfen worden sind. Etwas neues ist dabei freilich nicht heraus- gekommen, denn der Widerstreit spitzte sich dahin zu, daß die Gegner der Kolonialpoliiik unbedingt daran sesthalten, aus unseren überseeischen Besitzungen werde nie etwas werden, während die Anhänger derselben die besten Aussichten für die Zukunft haben. Wir werden ja ersehen, wie weit die Kolo­nieen sich nutzbringend erweisen werden,- in den verstrichenen Jahren sind zahlreiche Erfahrungen gesammelt, und soviel steht jedenfalls fest, hätten wir zum Anfang der Kolonialpolitik gewußt, was wir heute wisien, wir wären ein ganzes Stück weiter. Die Beamten, welche das Reich in die Kolonieen gesandt hat, verdienen in jedem Falle alle Anerkennung; sie haben sich als umsichtige, un­endlich arbeitsame Männer erwiesen.

Ueber den kühren Zug der beidenTageshelden', Stanley und Emin Pascha, aus dem egyptischen Sudan bis zum deutschen Schutzgebiet, find sehr ausführliche Nachrichten von Stanley eingegangen. Der Letztere, bekanntlich früher Journalist, schreibt gern, viel und feffelnd, und nach Art mancher Männer von der Feder versäumt er es auch nicht, sich reichlich Weihrauch zu streuen. Es ist anzuerkennen, daß er mit ungeheurer Energie seinen Willen durchgesetzt hat, aber für die Behandlung der Afrikaner ist der milde Emin Pascha doch weit geeigneter, als der rücksichtslose, selbst harte Stanley. Emin Pascha ist allerdings von seinen Offizieren in einer Militär­revolte gefangen, er ist aber später auch von seinen Soldaten wieder befreit Jedenfalls war er viel beliebter bei den Eingeborenen, als Stanley es je gewesen ist ober werden wird. Der Letztere will die Verwaltung der Besitzungen der britischen ost- afrikanischen Gesellschaft übernehmen, während Emin Pascha noch im Dienste der egyptischen Regierung bleibt. Die Ankunft beider Forscher an der ost afrikanischen Küste, ihr Empfang durch Reichskommiffar Wißmann steht unmittelbar bevor. Damit wird eine der interessantesten Episoden in der afrikanischen Entdeckungsgeschichte zum vorläufigen Abschluß gelangen.

Die Ruhe in der auswärtigen Politik hält unge­stört an, die Friedensaussichten haben sogar noch eine wesentliche Verstärkung erfahren. Bekanntlich waren die politischen Beziehungen zwischen unserem Bundesgenoffen Italien und der französischen Republik noch etwas schlechter sogar, als das Verhältnis zwischen Berlin und Paris. Die Haupturfache hierfür

Unten fuhr ein Wagen über den weiten Hoftanw und hielt vor dem Schlöffe.

.Herr von Estrow', flüsterte Harald dem Arzt zu. Doktor Groner erhob stch und schritt langsam dem Heiwk-hrendeu entgegen, nm ihm die entsetzliche Hiobspost zu überbringen. In dem Vorzimmer von HeloisenS Appartements traf er mit ihrem Vater zusammen. Der kleine hagere Mann streckte ihm die Hand entgegen und sagte mit seiner heiseren, vom raschen Lauf atemlosen Stimme: .Wie gut, daß ich Sie noch treffe, Doktor. Wie geht e8 meiner Tochter? Ich habe die Versammlung früher verlaffen, weil eine quälende Angst mich verfolgte. Immer sah ich ihre großen Angen starr auf mich gerichtet, wie diesen Morgen, ehe ich wegfnhr. Sagen Sie, ist das Fieber immer noch nicht vorbei?'

»Ja, Gott sei Dank', erwiderte der Arzt. .Der ruhige Swlas heute Nacht hat ihr wohlgethan. Sie ist mit ruhigem Puls und klarem Bewußtsein erwacht. Aber aber Ste haben ganz richtig bewerft, ihre Angen haben gelitten.'

Als Herr von Estrow, der bisher mit nervöser Unruhe im Zimmer auf und ab gegangen war, bei diesen Worten vor ihm stehen blieb mit entsetztem Ausdruck in den alten Zügen, fuhr der Arzt fort: .Sie wissen, ich bin kein Augenarzt, mein Urteil kann also auch nicht für kompetent gelten. Ich kann Ihnen nichts weiter sagen, als daß die Augen durch die Flammen, die sonst das Antlitz gänzlich ver- chont, gelitten haben. Ich will hoffen, daß unsere Augenärzte stch auch hier ihrer Berühmtheit würdig zeigen und diesen Angen die Sehkraft wiedergeben werden. Nur noch nicht verzagen.'

.Wer ist jetzt bei Heloise?' fragte Herr von Estrow dumpf.

.Ihre Kammerfrau und Herr von Kahdeu.'

»Harald? Will wohl Abschied nehmen? denn was oll er mit einer blinden Fran!'

Die beiden Männer gingen schweigend und traten n das Krankenzimmer. Aber was war das? Da

war der Zollkrieg zwischen Franfteich und Italien, der von beiden Seiten mit großer Erbitterung ge führt wurde und beiden Staaten manchen Schaden zugefügt hat. Die italienische Regierung zeigte wiederholt volle Neigung, zu einer Verständigung W gelangen, aber die französischen Forderungen waren so weitgehend, daß sich die Sache immer wieder zerschlug. Endlich hat man nun auch in Paris eingesehen, daß ein magerer Vergleich bester ist, als ein fetter Prozeß, und sich bereit erklärt, einen neuen Handelsvertrag zu schließen. Daraufhin hat denn Italien den ersten, sehr weitgehenden Schritt zur Versöhnung gethan und die Kampfzölle gegen Frankreich aufzuheben beschloffen. Die feier­liche Ankündigung dieser Maßregel ist in der Thronrede zur Eröffnung des italienischen Parlamentes erfolgt, es liegt darin ein praktisches Fliedenssymptom, das viel mehr wert ist, als alle schönen Worte. Man kann gut und gern glauben, was weiter in der italienischen Thronrede gesagt wird, nämlich daß die Aussichten aus Erhaltung des europäischen Friedens heute bester sind, alS je zuvor, wenngleich noch nicht alle Schwierigkeiten in der europäischen Lage ge­hoben sind. Alle Schwierigkeiten werden wohl niemals gehoben werden, denn dann könnte die Ab­rüstung aller Heere beginnen. Aber diese Hoffnung wird wohl nur eine schöne Idee bleiben. (Schluß folgt.)

Deutsches Deich.

Berlin, 28. Nov. Der Kaiser ist um 8 Uhr morgens inPleß angekommen und wurde von dem Fürsten Pleß, dem Landrat Schröder, dem Rittmeister von Jerin und dem Bürgermeister Hübner empfangen. Die Jagdgäste wurden in der Fasanerie begrüßt. Vormittags war Jagd aus Fasanen und Hasen. Das Frühstück fand im Jagdzeit statt. Abends um 7 Uhr ist Jagddiner. Heute wurde in der Budgeikom- mission des Reichstags die Beratung der einmalgen Ausgaben des ordentlichen Etats fortgesetzt, wozu Vorschläge der Subkommission vorliegen. Der Be­richterstatter Abg. Graf Saldern empfiehlt diese Anträge. Titel 13, .Sammeltitel", mit einem Abstrich von 100 000 Mk., werden nach dem Vor­schlag der Subkommission angenommen. Zum Titel 16 entspann sich eine längere Debatte. Der vom Abg. vr. Baumbach vorgeschlagene Abstrich der ganzen für eine Konservenfabrik in Spandau angesetzten Summe wird von dem Geh. Rat Koch entschieden bekämpft. Derselbe weist nach, daß diese Fabrik, die wesentlich Fleisch und Hülfenfrüchteu verarbeiten soll, durchaus nötig sei, um eine gute Verpflegung tutete Harald vor dem Schmerzenslager. H-loiseS Haupt ruhte an seiner S-bnlter und er küßte ihre blinden Augen. Sie aber flüsterte, während ein Zug innigen Glückes ihr Sntl'tz verschönte: »Ja, Harald, an Deiner Seite werde ich alles ertragen können.' 34 darf mich auf Dich stützen, an Dir mich halten, ich werde durch Deine Augen sehen und mich nicht blind fühlen. O, Du bist unaussprechlich aut Ich wollte Dein Opfer nicht aunehmeu, wollte Dich utcht au ein hülflos.S Wesen ketten, wie ich in Zukunft fein werde, und Dir deshalb Deine Freiheit zurück, geben. Aber auch ich hätte mein Glück darin ge. funben, Dir dienen zu dürfen, wenn da» Unglück Dich betroffen und Du liebst mich ja auch beiß und innig, wie ich Dich liebe.'

«Segne Euch Gott, meine Kinder I' sagte da eine feierliche Stimme. ES war die Herrn von Estrowk, dem langsam zwei Helle, warme Tropfen tn den grauen 8art rannen. So sollte feine Tochter, fein armes, einziges, verwöhntes Sind doch nicht verlassen und dem guten Willen bezahlter Menschen anheim ge. geben fein, wenn er einst, wer weiß wie bald zur Ruhe ging.

(Forsetznng folgt.)

Der Mtterorde« -er heilige« Maria m Jerusalem und Episoden aus -em Lebe« -er -rutsche« Herren i« Marburg.

(Fortsetzung.)

3» der nun neu anbrecheuden Zett war diese Institution schon längst zwecklos geworden und der Neubildung der Staaten nur hinderlich. Dos Fest­halten des O dens an feiner Reichsnumittelbarkett den alten päpstlichen und kaiserlichen Pitvilegien, ner° trug sich weder mit der neuen Staatsordnung, noch mit der Ktrcheureforrn und den Hohettsrechteu der LavdeSfürsten. Landgraf Philipp schlug deshalb den Kaiser Karl v. schon vor nach stiftungSmäßiger SluS-

der Armee im Kriege zu sichern. Die Prtvaiindustrie befasse sich nur wenig mit diesen Dingen; die Armee­verwaltung müsse sie künstlich großziehen, wenn fie nur quantitativ genügen solle. Für die Bewilligung traten außer dem Kriegsminister noch die Abgg. Hahn, Kalle und Dr. Delbrück ein, worauf, wie schon oben bemerkt, der Subkommissionsvorschlag mit allen gegen 2 Stimmen angenommen wurde. Im weiteren Verlauf der Beratung beanstandet der Abg. Richter unter anderem die Forderung für die Jn- fanterictaferne in der Rathen owerstraß in Berlin. Der Abg. Hobrecht weist darauf hin, daß die Sub­kommission übereil, wo die Dringlichkeit ihr nicht nachgewiesen worden sei, Abstriche vorgenommen habe; nur bei Anlagen an der Grenze und in Berlin fei sie ans naheliegenden Gründen sparsamer im Ab­strich gewesen. Die Forderung wird mit allen gegen sechs Stimmen bewilligt. Die vom Abg. Dr. Baum­bach beanstandete Forderung für eine katholische Garnisonkirche in Berlin wird regierungsseitig und von den Abgg. Hahn und Freiherrn v. Franckenstein befürwortet und wird, ebenso wie die Forderung für eine evangelische Garnisonkirche in der Gegend der Hasenheide in Berlin mit allen gegen 2 Stimmen bewilligt. Bei dem Titel 26, Neubau einer Kaserne für das Gardes du Korps - Regiment in Potsdam, kommt die Frage der Verwendung des durch diesen Bau frei werdenden Grundstücks gegenüber dem Hotel de Rome in Berlin zur Sprache. Der Kriegs­minister bemerkt, daß die in Aussicht genommene Verwendung für militärische Bureaux nur eine pro­visorische sei, daß auch er hoffe, daß der betreffende Platz später für die Bibliothek oder ähnliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden könne. Die Abgg. Richter und Baumbach wollen, um letzteres zu er­zwingen, die Position ablehnen, wogegen von den Abgg. Dr. Harnmacher und Freiherrn von Hnene bemerkt wird, daß dann die auch von ihnen ge­wünschte Verwertung für wiffenschaftliche Zwecke erst recht in weite Ferne gerückt würde. Die Forderung wird mit allen gegen 2 Stimmen bewilligt. Be­züglich der Kasernen, welche voraussichtlich nur wenige Jahrzehnte in Anspruch genommen werden, wird mitgeteilt, daß man, durch die Erfahrungen der letzten Jahre belehrt, auf Fachwerkbauten ver­zichtet habe; solche Bauten seien nur schwer zu er­wärmen und kosteten kaum weniger, als leichte Massivbauten, wie sie jetzt in Aussicht genommen feien. Gegenüber einer Bemerkung des Abg. von Strombeck über die Kasernenbauten an der Grenze betont der Kriegsminister, daß man nur dort baue, ftottung der Spitäler, Schulen uud Pfarreien deS OcdeuS, alle Guter desselben im deutschen Reiche, auch die der Ball« y Hessen, zu einem stehenden Heere gegen die Feinde der Christenheit 'n se'neHand zu ueh men.

Durch die Gefangenschaft Landgraf Philipps und eine« Vertrag, den ihm der Hoch- und Deutschmeister Wolfgang Schutzbar von Milchling abgebtnngen hatte, wurde fein Entwurf zu einer zeitgemäßen Rero>m deS O'deus vereitelt. Der ftiedlich gesinnte Land­graf Wilhelm der Weife schloß 1584 den Karlftädter Vertrag mit dem deutschen Orden, worin die Reichs- unmittelbar kett des Ordens anerkannt, aber fistuefltzt wurde, daß der zeitige Laudescommenthur der Ball.y auf demselben erscheinen müsse, nm bei Beratung ler allgemeinen LaudeSuotdnrft mitratfit lagen und be- schließ-n zu helfen n. f. w.

Auch der Vertrag von Oadenarde, worin der Land- graf dem Orden eine Entschädigung von 55000 Gulden bezahlen sollte, wurde aufgehoben.

Mit Landgraf Moritz kam es bet seinem RegierangS, antritt wieder zu Streitiaketten mit dem Landcowthnr der Ball' y, Wilhelm von Oynhanstn, welcher demselben die Erbhuldigung mit der gewöhnlichen Haudpflicht zu leisten abschlng. Obgleich Landgraf Moritz nun versuchte, den Land comthur zur Lüftung der Erb- Huldigung zu bewegen, so gelang es ihm doch nicht. Die Verhandlungen deswegen dauerten vom Jahre

607* Im Jahre 1608 versuchte nun Land- gias Moritz, seinen Sohu Moiitz als Coadjuror zu bestellen. Landgraf Moritz hatte sich an den Hoch- nnd Deutschmeister Erzherzog Mcximilian gewandt, welcher den Wilhelm von Oy 'Hansen beauftragte, sich mit seinen RatSgebietigern zu beraten, wie solche P tition in guter Manier abzuschlagen wäre. DaS Gutachten d'S OrdevkapitelS der Boll y Heffen lautete nun folgendermaßen: Daß des Landgrafen Sohu ohne in den Orden zu treten und ohne sich den R geln desselben zu unter weifen, nicht Coadjutor der Balley sein könne. Auch könne er erst mit dem 24. Jahr in den Orden treten und müsse er dann erst ewige Keuschheit, Ge-