Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. —
Expedition: Markt 2L — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch.
Illustriertes Sonutagsblatt.
Jfä 277.
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Marburg,
Dienstag, 26. November 1889.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Franlfutt a. M., Caffel, Magdeburg ».Wien; Rudolf XXIV. Habraana. Stoffe inFranlfutt a. M.,Berlm,München u.Köln;®. 8- Daube u. Co- in Franlfutt a. M , Berlin, Hannover, Pan».
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Deutsches Leich.
Berlin, 23. Nov. Die gestrigen unzweideutigen Erklärungen des KriegsmmisterS und des Staatssekretärs des Auswärtigen AmtS werden hoffentlich für immer die thörichten Meldungen über militärische Untcrströmungen verstummen laffen, welche die unterrichtete Preffe längst mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen hat. Irren wir nicht, so find diese Gerüchte zuerst im Februar dieses Jahres in einem kleine» süddeutschen Blatte und in de» Hamburger Nachrichten aufgetaucht; sie fanden erst Beachtung, alS es Herrn Eugen Richter gefallen hatte, sie frank und frei als „offiziöse" Artikel ein- Mführen und daran monatelang einen Lärm zu hüpfen, der für deutschfreisinuige Politiker wie das Klappern zum Handwerk zu gehören scheint. Die ruhigsten und sachlichsten Widerlegungen fanden kein Gehör; auch nicht ein einziges Oppositionsblatt hielt es sür angemeffen, sich über die thatsächliche Begründung jener Gerüchte zu unterrichten- als bei der Nordlandfahrt dieselben Hamburger Nachrichten unvorsichtig genug waren, jene Legende nochmals aufzuwärmen, stimmte unbesehen wiederum die ganze oppositionelle Runde in das alte Lied ein. Graf Waldersee schickte damals sofort den Hamburger Nachrichten von Bord der Hohenzollern aus eine höchst unverblümte Zurückweisung, deren unzweideutigen Wortlaut das Hamburger Blatt bis heute seinen Lesern vorenthalten hat. Bor kurzem hat dann Graf Waldersee noch jene scharfe Erklärung an die National-Zeitung erlassen, in der er kurz und bändig feststellte, er diene dem Kaiser als Soldat und sei kein Parteimann; auch ist unlängst ein westfälisches Blatt, das den Grafen Waldersee als die
Littrrarifchrs.
Des Kaisers Geburtstag. Festspiel zum 27. Januar von Wilhelm Tappenbeck.
Dieses Festspiel ist ein kleines, einaktiges Drama Mit einer spannende» Handlung, »ud trotzdem spricht ans jeder Zeile die Bedeutung des Tages. SBte kein anderes Festspiel ist eS dazu geeignet am Ge. burtStage unseres Kaisers auf Bühnen und in Der. einen zur Aufführung gebracht zu werden. Der Inhalt desselben ist folgender: Der Ort der Handlung ist ein deutsches Dors, iu welchem eben Kaisers Geburtstag gefeiert werden soll. AlleS ist zur Feier bereit, nur au einem Festgedicht fehlt eS noch. Weder der Herr Schulmeister und Küster, noch Herr Rauhbart, der Wirt »Zum Deutschen Kaiser" bringen eins fertig, nur Frrtmuth, der Gutsschreiber, könnte dasselbe dichten, aber — er ist eia „RetchSfeind." Alle Leute im Dorfe halteu ihu dafür, well er über LteleS offen nnb frei spricht, und da er seine Jugend iw Elsaß verlebt und manchmal von den früheren Lerhältniffeu schwärmt, so denkt mau, er sei retchs- seiudltch, französisch gesinnt. Niemand schmerzt das Mehr a!S die arme Lotse, die Tochter RauhbartS, die ihn herzlich liebt, aber nicht bekommen soll, denn der Later mag nichts von dem »Reichsseinb" wissen. 3» aller Stille aber hat der vermeiutliche »ReichS- seiud", der im Innern so gut deutsch, und kaiserlich geflaut ist, wie nur irgend einer, eia Festgedicht ver. saßt nnb in dem Angeublick, als die Feier beginnen soll, ttitt er vor die festlich geschmückte Büste deS Kaisers und ttägt zur Uederraschuug und Bestürzung Aller ein Festgedicht vor. Zuerst will mau ihu von dm Stufen hernuterreißell, weil man glaubt, der »Reichsfeind" wolle die Feier profaniere», aber schon dei den ersten Worten legt sich der Sturm der Ent- rüstung, alle» lauscht. Luise mtt Thräueu der Freude Mid Rührung in den Angeu, selbst der alte Ranhbart ist wie umgewandelt nnb kann schließlich, als zuletzt <üles io laute« Jubel auSbricht, nicht länger wiber-
Seele einer Kriegsparlei am Berliner Hofe bezeichnete, wegen dieser Beleidigung zu einer zweimonatliche» Gefängnisstrafe verurteilt worden. Das alles aber genügt noch nicht, den schwergläubigen Abgeordneten Richter völlig zu beruhigen; erst die gestrigen Erklärungen haben ihn — hoffentlich — dauernd befriedigt und beruhigt. — Die Nordd. Allg. Ztg. schreibt: Der bisherige Verlauf der Reichstagsverhandlungen ergiebt deutlich, wie sich die freisinnigen Wahlagitationsmacher eine Sammlung von „Stoffen" angelegt haben, die sie ih^e» Zwecken dadurch nutzbarer zu machen ttachteu, daß sie die öffentliche Meinung durch Anregungen im Reichstage in gewisse Wallung zu versetzen suchen. Von dem Umfange, in welchem dieses System zur Anwendung gelangt, legte die Reichstagssitzung vom Freitag Zeugnis ab. welche von Erörterungen über berartige „Stoffe" fast ausschließlich in Anspruch genommen wurde. Aber nicht der oppositionelle Parlamentarismus allein arbeitet in dieser Richtung, die ihm dienstbare Presse unterstützt ihn eifrigst, und es ist recht ergötzlich, zu lesen, welche Windmühlen sich diese Sancho Pansa'S für die eigenen Heldenthaten zurecht bauen. Am drolligsten geben sich diese Helden, wenn es gilt, den Eiffelturm sittlichster Entrüstung gegenüber der „abhängigm" Presse zu besteigen. Schaden wird dadurch natürlich nicht weiter an» gerichtet, da glücklicherweise nachgerade Jedermann weiß, was diese Entrüstungstiraden zu bedeute» habe». — Die heutige dem Emin-Pascha-Komitee zugegangene Meldung von dem Aufenthalt Dr. Peters am Kenia wird amtlich bestätigt. — (Die nichtdeutschen Volksstämme im Königrerche Preußen nach der letzten Schulstatiftrk.) Am 20. Mar 1886 wurde in allen öffentlichen preußischen Volksschulen ermittelt, wie viel Kinder in der Familie deutsch und wie viel eine andere Sprache redeten. Es haben sich dabei folgende Ergebnisse herausgestellt: Nur deutsch sprachen 4 426 679 Kinder, nur polnisch 503 064, polnisch und deutsch 72740, nur lithauisch 12 754, lithauisch und deutsch 8393, nur wendisch 9961, wendisch und deutsch 4419, zechisch 8761, zechisch und deutsch 2828, dänisch 24 651, dänisch und deutsch 1627, eine andere nichtdeutsche Sprache (z. B. friesisch, holländisch, wallonisch) 4538, eine andere nichtdeutsche Sprache und deutsch 1837. Die Gesamtzahl aller Volksschüler betrug 5 082 252.
Berlin, 24. Nov. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Nach amtlicher Meldung des Zansibarer Konsulats ist dort aus einer sicheren Quelle die Nachricht eingegangen, daß Peters und Gefährte»
stehe», er flieht Fretmuty feine Tochter zur Braut nnb mit einem Hoch auf ben Kaistr unb bei Hymne: »Heil dir im Sstgerkrauz" schließt die Handlung. — Dieses F stspiel ist zu beziehen durch die Genossenschaft dramatischer Autoren und Corn« ponisten in Leizig, Nürnberger @tr. 47.
(Nachdruck verboten)
Lose.
Roman von I. von Werth.
(Fortsetzung.)
»Ja, wen» Sie an meine Dankbarkeit appellieren, werde ich Ihren Wunsch schon erfüllen müssen," rief Rose fröhlich und nabrn feinen Arm. Dann schlossen sie sich ben übrigen Paaren an.
,O weh, gnädigste Gräfin", tief Benno, bei sich eben mit RoseS Tante näherte, »da wird uns das gnädige Fräulein entführt."
So wenig Gewicht die Freiin im allgemeinen ans derlei Aeußerlichkeiten legte, so berührte eS sie doch angenehm, daß Benno ihr den ihr von Geburt zu- kommenden Titel gab.
„So werde ich heut nicht mehr das Glück haben, mit Fräulein Teruoff zu tanzen, da weine Lahmheit mir jeden Tanz außer der Polonaise verbietet. Aber ich darf hoffen, Gräfin, baß Sie Ihre gütige Für. spräche für wich verwenben werben, nicht wahr? Ohne dieselbe würde ich nicht wagen, vor diese herrlichen, großen, ernsten Augen zu treten."
»Nun", lächelte die Freiin, »diese Augen verstehen auch sehr freundlich zu blicken. Ich denke, wenn Sie offen Ihr Unrecht und Ihre Rene eiuge- steheu, wird die Verzeihung nicht ansbleibeu."
Die Polonaise war vorüber. Rose sah ein, daß eine Begegnung nicht länger zu vermeibe» war. Sie trat deshalb, ohne ben Arm des Doktors frei zu lasse«, an ihre Taute heran.
»Gut, baß wir Dich enblich einmal »lebet sprechen können, Klub", tief ihr diese entgegen. »Hier ist
sich wohlbehalten am Kenia befinden. — Em gestern hier eingetroffener Brief Emin Paschas an Schwein- surth vom 28. August lautet: »Englische Missionsstation Nssambrio am Viktoriasee, 28. August. Soeben ist Stanley mit seinen Leuten, svwie die wenigen Leute, die mit mir gekommen sind, hier eingetroffen. Ich beeile mich, Ihnen zunächst diese zwei Zeilen als einfaches Lebenszeichen zuzusenden. Halten wir hier einige Tage, so bin ich wohl im Stande, Ihnen ausführlicher zu schreiben, obgleich ich halb blind bin. Militär - Revolution in meiner eigenen Provinz; Gefangenhaltung Jephsons und meiner in Dufile; Ankunft der Mahdisten in Lado und Eroberung unb Zerstörung Redjahs, Massacre der gegen sie gesandten Soldaten und Offiziere; unsere Abreise nach Wadelai und Flucht nach Tun- gurn, Angriff der Mahdisten auf Dufile und ihre gründliche Niederlage, unsere schließliche Vereinigung mit Mr. Stanley und der geographisch und ander- weise so hochinteressante Marsch vom Albert - See hierher, davon hoffe ich Ihnen in einer müßigen Abendstunde erzählen zu können, auch habe ich einiges Gute an Pflanzen für Sie. Darf ich Sie bitten, die Herren Junker, Ratzel, Supan und Haffen- stein, sowie Perthes, freundlichst zu grüßen. Ich werde versuchen, zu schreiben, aber meine Augen!"
— Dem Bundesrat und Reichstag ist seitens des Reichskanzlers ein Weißbuch zugegangen, welches eine Zusammenstellung von Aktenstücken betreffs der deutsche» Interesse» im Nigergebiete enthält. Es waren in Berlin Beschwerden deutscher Reichsangehöriger über eine Reihe von Handlungen der britischen Royal Niger Company eingegangen, wodurch die Interessen der Beschwerdeführer in empfindlicher Weise beeinträchtigt wurden, namentlich auch solcher Interessen, welche durch die Kongoakte geschützt sind, also Maßregeln der Royal Niger Company betreffen, welche mit den bestehenden internationalen Vereinbarungen im Widerspruch sich befinden. Wenn das auswärtige Amt in Verfolgung dieser Beschwerden eine diplomatische Aktion eröffnete zu dem Behufe nachdrücklichster Inschutznahme der geschädigten Reichsangehörigen, so geht aus den publizierten Aktenstücken hervor, daß diese Aktion nicht gegen die englische Regierung, sondern ausschließlich nur gegen die den Namen Royal Niger Company führende Bereinigung englischer Privater gerichtet ist. Es steht denn auch zu hoffen, daß die von amtlicher deutscher Seite bei der englischen Regierung geihanen Schritte gegen die Uebergriffe jener Gesellschaft von dem wünschenswerten Erfolge gekrönt sein dürften.
H-rr Baron vo« Rotteck, der Dir als unser Guts- nachbar vorgestellt zu werde» wünscht und zugleich Deine Verzeihung erbitten möchte für eine kleine inconvenlence, die er sich bei Eurem ersten Zusammeu- rr-ff n har zu Schulde» komme» lasse».'
Rose hatte zuerst ben Kops in ben Nacken geworfen. Ihre blitzenben Augen schiene» zu fragen: »Unb Du wagst noch, vor mich zu treten?" während sie die Mundwinkel hetabzog. Es war das ein ihr eigeuthümlichet Zug, ihr Mißfallen anSzudtücken. Bei den vorftellenden Worten hatte fle schweigend nut leicht das Hanpt geneigt Doch endlich blickte sie fragend auf. So batte er selbst der Taute gebeichtet? Das war löblicher gehandelt, als sie ihm zugetrant. Die Tante selbst bat sogar für ihn. Jetzt ergriff er ehrerbietig ihre Hand, führte fle an die Lippen nnb sagte: »Ich würbe knieenb Ihre Vergebung erflehen, mein gnädiges Fräulein, wenn ich nicht wüßte, baß Sie baS nicht leiben möge». So bitte ich ben» nur, mir zu sagen, was ich thun kann, das verübte Verbrechen abznbüßen."
Bei diesen Worten nnb ber bescheidenen, fast demüttgen Haltung halteu sich die unmutige» Züge des junge» Mädchens avfgeklärt und lächelnd erwiderte fle: »Ich weiß wirklich keine Buße, die streng genug wäre für Ihr Vergehen, und werde e» wohl auch ungebüßt verzeihe« müssen."
Wieder ergriff Benno die sein behandschuhte Hand und wollte fle jetzt stürmisch au die Lippen drücken, ein leises »Engel I" flüsternd. Da wurde die Hand zurückgezogen nnb ber »Engel" sagte leichthin: »Die Herren wünschen boch gewiß auch mit einander be» tonnt zu werden. Hier, Herr Baron Rotteck und dies nufer verehrter Freuud, Herr Professor diener. Doch da kommt Herr von Kohden, mich zum Walzer zu holen."
Mit leichter Verneigung eilte fle davon, während sich die beiden Männer mit prüfenden Blicken musterte«. Sie schiene« beiderseitig nicht,«friede« zu setu mit dem, was fle zu bemerke» glaubten.
— (Werbungen für Afrika.) Beim Garde- Schützen-Bataillon in Lichterfelde sind dem ,,B. T." zufolge an diejenigen Mannschaften, welche bereits im dritten Jahre dienen, Aufforderungen ergangen zur Meldung für freiwillige Dienstleistung in Afrika. Als Bedingung gilt Verpflichtung für einen mindestens einjährigen Dienst in Afrika, und als Gegen- letftung dafür werde» 1000 Mark bar, freie Uniform nach ben dortigen klimatische» Verhältnissen, Verpflegung, sowie freier Hin- und Rücktransport gewährt. Verschiedene Schützen und Oberjäger habe» sich bereits durch Unterschrift für den Dienst in Afrika bereit erklärt. Dem Vernehmen nach sind auch bei ben übrigen Jägertruppen solche Werbungen im Gange.— (Major Wissmann.) Die militärische Beförderung des Reichskommissars Wissmann (nicht Wißmann, wie man gewöhnlich schreibt), ist geeignet, großes Aufsehen zu erregen, denn noch niemals vorher dürste ein Offizier ber Armee so kurze Zeit hindurch Hauptmann gewesen fein, wie der Major Wissmann. Am 15. Januar 1874 zum Leutnant im Großherzoglich Mecklenburgischen Füsilier-Regiment Nr. 90 befördert, nahm Wissmann im November 1883, nachdem er schon vorher vielfach zu Forschungsreisen beurlaubt war, den Abschied mit Pension, wobei er zum Premier - Leutnant befördett wurde. Erst am 25. Oktober 1888 wurde er als aggregierter Premierleutnant bei dem 2. Garde-Regiment zu Fuß wieder angestellt. Unter dem 31. Dezbr. 1888 erfolgte seine Kommandierung zum Auswärtigen Amt, wobei er ben Charakter als Hauptmann erhielt unb ä la suite des Regiments gestellt wurde. Erst am 22. Mai d. I. erhielt er ein Patent als Hauptmann, so daß er also noch nicht ein halbes Jahr wirklicher Hauptmann war. Zum Vergleich sei angeführt, daß Kaiser Friedrich 1 Jahr 11 Monate, Kaffer Wilhelm II. nahezu 1 Jahr 6 Monate und Fürst Bismarck fast 2 Jahre Hauptleute bezw. Rittmeister gewesen sind.
A«sla«r.
Triest, 23. Nov. Gestern stattete ber russische Abmiral Nazimow i» Begleitung bes russischen Konsuls Giers dem Statthalter, dem Seebezirkskommandanten und dem Präsidenten der Seedehörde Besuche ab, welche dieselben heute erwiderten.
Fiume, 23. Nov. DaS deutsche Geschwader unter Hollmann ist nach drei Uhr vor Anker gegangen; der deutsche Konsul sprach sofort bei dem Kommandanten vor, ber um 5 Uhr ben Gouver-
Es war mittlerweile dunkel geworben. Die bauten Ballons waren augezüubet, und auch der Mond giß fein silbernes Licht über die fröhliche, bunte Gesill- sellschaft. Vou Dienern in ben verschiedensten Livreen waren Fackeln verteilt worden. Mit denen wurde jetzt Quadrille getanzt. ES sah märchenhaft schön aus, wie all diese bunten Gestalten mit ben leuchtenbe» Fackeln bie graziöse» Tome» durchführten; bazwische» bte Herren in buuklen GesellschaftSanzügen.
»Ein Reigen von Erbgeistern nnb Blumenelsen", lispelte Fräulein von TetterSbors ihrem Nachbar dem Baron Cousott, zu.
AIS bte Quadrille zu Ende war, trat Dokter ®roner zu Rose nnb legte einen leichten, langen Mantel von warmem Wolleustoff nm ihre Schultern.
»ES wirb kühl', sagte et habet. »DoS Tanzen hot Eie erhitzt nnb da gilt eS, sich in Acht zu uehmeu, liebes Kind."
Harald wtckeste auch eben einen langen Spitzeushawl um Kopf nnb Schultern seiner Braut, als ber ganze Platz plötzlich bon Hellem Lichte überstrahlt wurde. $ann folgte ein prächtig arrangirtes Feuerwerk.
„Eine Ueberrafchung vou Barou Rotteck", erzählte man. Einzelne Paare waren ber Stelle, wo es abgebrannt wurde, näher getreten. Die schlanke» Gr- Sollen hoben sich reizend von dem blenbeub erleuchteten Hintergrund ab. Rose war ein wenig weiter zurück stehe» geblieben. »Man beobachtet besser von hier a»S', hatte sie gemeint. Eine Rakete nach der anderen stieg zischend in die Luft, hoch oben einen bunten Stegen vou Sternen ergießend.
Da plötzlich ein gellender Schrei.
Eine Rakete hatte sich zn früh entladen, hatte den Spitzeuschleier Fräulein Don? Estrows gestreift nnb in ber nächste» Sekunde züngelte» Helle Flamme« um ihre» Körper. Alle Geistesgegenwart verlierend, lief sie, vou rasender Augst beflügelt', dem dunkle» Teil des Platzes z». Lähmendes Entsetzen hatte sich der Gesellschaft bemächtigt, niemand rührte sich, ber Unglücklichen zu Hülfe zu eilen. Da stellte sich ihr