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Illustriertes Souutagsblatt.

Marburg,

(Nachdruck verboten)

(7468

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-Abonnements-Preis bei der Expe«

macht; nachdem aber nun die Fliedenspräsenz ver­mehrt ist, muß er sich für die Horgeschlagenen Or­ganisationsveränderungen erkläre^ durch welche jene Maßregel erst recht nutzbar gemacht wird. Abg. Graf Ballestrem erklärt, daß auch er und ein er­heblicher Teil des Zentrums für die Novelle stimmen wird. Abg. Richter meint, es ist in Erwägung zu ziehen, ob die Jnspekteurstellen gesetzlich festzustellen sind. Der Kriegsminister erwidert, daß der aller­höchste Kriegsherr nicht in der Lage ist, alle In­spektionen selbst vorzunehmen, es muß daher Hülfe geschaffen weiden, die Inspekteure find im Kriegs­fälle die geborenen Führer der Armeen. Bestehen diese Stellen nicht schon im Frieden, so würden bei ausbrechendem Kriege eine Reihe von Armeekorps ihre Kommandeure verlieren, indem diese zur Füh­rung von größeren Heereskörpern berufen würden. Die Novelle wird einstimmig angenommen. Abg. Richter behält sich sein Votum für später vor. Die Etatsberatung wird durch den Kriegsminister mit dem Bemerken eingeleitet, daß die Etatsausstellung das Ziel verfolge, die bestehenden Organisations- lücken auszufüllen, das begonnene Gebäude zum Abschluß zu bringen. Bei den Einnahmen fragt der Abg. Richter an, wie eS mit der Durchlegung der Zimmerstraße steht, und welche Absichten be­züglich der Enifestigung bestehen, ob mehr Städte entfestigt würden, als nach dem Etat anzunehmen ist. Der Kriegsminister erwidert, daß er den Durchbruch der Zimmerstraße wünsche- wahrscheinlich wird man im Frühjahr mit der Ar­beit beginnen. Aus dem Verkauf entbehrlich wer­dender Festungsgrundstücke und Baulichkeiten er­wartet man eine Einnahme von 2 Millionen Mark. Außer Saarlouis und Torgau wird möglicherweise noch eine dritte Stadt entfestigt werden, lieber die Art der Verwertung von Rückeinnohmen entsteht eine längere Erörterung, die aber nicht zu bestimmten Beschlüssen führt. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Ein als größte Lügenzeitung bekanntes eng­lisches Wochenblatt, das für seine bösartigen Ver­leumdungen und Erfindungen schon wiederholt ge­richtlich verfolgt und bestraft worden ist die Truth", entblödet sich nicht, in ihrer letzten Nummer das ehrfurchtgebietende Andenken des hoch- seligen Kaisers Wilhelm I. in einer Weise zu ver­unglimpfen, die wir nicht einmal andeuten wollen und die sich durch ihre Niedrigkeit schon jeder Wider­legung entzieht. Wenn wir darauf Hinweisen, so geschieht cs nur, um aus Grund einer neuen Thal- fache die genannte engllsche Zeitung als ein Schand-

tn wenigen Tagen Ihre Verlobung mit meiner Tochter feiern.* So hat die arme Margareth eine Spiel­schuld ihres Vaters mit ihrem LebenSglöck bezahlen müffen. Nach ihrem und ihres MauneS Tode stellte es sich heraus, daß die bedeuteudeu Befitzthümer TeraoffS, der ein echter Wüstling gewesen sein muß, kaum zur Deckung seiner Schulden auSreichteu. Rose hatte au diesem eiuztgeu UuglückStage alles verloren. Mir jedoch ersetzte sie tief schmerzliche Verluste, indem sie in mein verödetes Heim einzog, aus dem man kurz zuvor zwei Särge getragen: den meines Gemahls und den meines einzigen KtudeS. Aus Rose ver­wandte ich nun all meine Liebe und Sorgfalt. Sie hat mir das reich gelohnt, denn sie ist die Freude meines Lebens, der Sonnenschein «eines Hauses geworden.*

Doktor Grouer war aufgestandeu und au das wett geöffnete Fenster getreten. Seine Blicke schweiften hinan», aber er sah nichts von den wohlgeordneten Blumenbeeten, dem glitzernden Springbrunnen und den Sandsteinfigureu in den BoSqueltS. Er hörte nichts von dem leisen Rauschen der hohen Eichen und Linden deS Park», der sich an den Blumengarten schloß und dort hinten in den Wald verlief. Seine Gedanken wellte» bei längst vergangenen Tagen.

Seine dunkle, mittelgroße Gestatt zeichnete sich scharf von den hellen, abendliche» Töne» des Himmels ab, der dnrch das hohe Bogenfenster hereinschaute. WerDoktorGrouer so, in ernstes Sinnen verloren, gesehen der hätte ihm wohl die volle Zahl seiner Jahre, er mochte deren fünfundfüufzig zählen, leicht angesehen. Wer ihn aber iu fröhlicher Geselligkeit sah, mit den freundliche», blauen Augen, stets ein heiteres Wort aus den Lippen, wer bemerkte, daß fein Haar, welches in dickem Kranz den unteren Teil seines Hinterkopfes umgab, ebeufo wie der volle Bart vou dunklem Blond war, der schätzte sein Atter wohl höchstens aus den Anfang der vierziger Jahre.

Die Freifrau hatte sich gleichfalls erhöbe». Sie

Aus Brasilien wird gemeldet:

Paris, 19. Nov. Nach einer demBörsen­blatt" zugegangenen direkten Depesche ans Rio de Janeiro würbe am Montag, 1 Uhr nachmittags, die Börse geöffnet. Der Wechselkurs betrug 27 V» gegen 27*/« am 14. d. M.

Washington, 19. Nov. Der hiesige brasili­anische Gesandte bestätigte die gestrige Abreise Dom Pedro's auf dem DampferAlagvas". Das Thurm­schiffRiachuelo" begleitete den Dampfer der brasilianischen Küste entlang. In Brasilien herrscht fortgesetzt Ruhe.

Newyork, 19. Nov. Den letzten Nachrichten aus Rio de Janeiro zufolge find die von der provisorischen Regierung ernannten Gouverneure sämtlich Militärpersonen. Die ersten fünf Prokla­mationen, welche die neue Ordnung der Dinge verkünden, besagen: 1) Die Republik ist proklamiert; 2) die Provinzen Brasiliens bilden durch Föderatton dieBereinigten Staaten von Brasilien*; 3) jeder einzelne Staat bildet seine eigene Lokalregierung; 4) jeder Staat entsendet zu dem demnächst zu be­rufenden Kongreffe, dessen endgiltigen Beschluß die provisorische Regierung erwartet, während inzwischen die Gouverneure die Maßnahmen zur Aufrechter­haltung der Ordnung und zum Schutze der bürger­lichen Rechte treffen, einen Vertreter; 5) einstweilen vertritt die provisorische Regierung das Land in seinen inneren und auswärtigen Beziehungen.

Marburg, 18. Nov. In der am 15. d. M. abgehaltenen Sitzung des Hessischen Geschichtsvereins machte der Vorsitzende, Herr A.-R. Dr. Könne de Mitteilungen über eine am 27. d. M. bei Lempertz in Eöln stattfindende Versteigerung der Kunstgegen­stände des Nachlasses des Prinzen Moritz von Hanau und bezeichnete eS als wenig pietätsvoll von den Erben, daß sogar die Uniformsröcke und dergleichen Famllienstücke der letzten Kurfürsten unter den Hammer gebracht würden. Es folgte darauf ein Vortrag deS Herrn Pfarrers Heldmann zu Michelbach über das Verhältnis Hessens zu den truch- sesfischen Wirren im Erzstifte Cöln 15821584. Rach einem Uebcrblick über die Erz­bischöfe CölnS feit der Absetzung Hermanns V. (1547) und über die Liebesgeschichte des Erzbischofs Gebhard Truchseß und der schönen Gräfin Agnes von McmS-

dition 2»/, Mk., be, den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. rn

V-st-UE- Jns-rti°nsg-bühr für die gespaltene Zeile DoNNerstag, 21. NvVeMber 1889,

10 Pfg., Reklamen für ine Zeile 25 Psg. °

fion hier anwesende englische Abgesandte SimonS ist gestern vom Papste behufs Ueberreichung seiner Kreditive empfangen worden.

Paris, 19. Nov. (Deputiertenkammer.) Nach der Konstituierung des Bureaux hielt der Kammer­präsident Floquet eine Ansprache, in welcher er sagte, er werde sich bemühen, das Vertrauen seiner Kollegen zu verdienen, er wolle allen persönlichen Neigungen Schweigen gebieten, um allen Abgeordneten die Frei­heit der Tribüne zu sichern. Er konstattere, daß das republikanische Frankreich feinen Willen dahin geäußert habe, es wünsche seine Mandatare einig zu sehen. Floquet schloß mit der Aufforderung, die gesamten Kräfte der Demokratie sollen sich um die Regierung scharen. Ministerpräsident Tirard verlas sodann eine Erklärung der Regierung.

Konstantinopel, 19. Novbr. Eine offizielle Kundgebung beklagt, daß ein Tell der sranzösifchen Presse fortfährt, den dem deutschen kaiserlichen Paare durch den Sultan und die Bevölkerung bereiteten Empfang in einem durchaus falschen Lichte er­scheinen zu lassen. Der Verdruß, welcher gerade diesen über die orientalischen Verhältnisse offenbar schlecht unterrichteten Teil der ftanzösischen Presse durchdringe, beweise nur, daß sich derselbe durch den Besuch in eine falsche Stimmung versetzen läßt, indem er einem reinen Akte der Höflichkeit einen politischen Charakter und Folgen beimißt, die er nicht hat haben können. Die Verwaltung der türkischen Staatsschuld stellte die Einnahmen im Oktober auf 15 000 Pfund Mehreinnahmen gegen­über dem Oktober 1888 fest. Der Sultan verlieh dem Minister des Aeußern Said Pascha den Jmtiaz Orden. Der armenische Kurdenhäupt- ling Muffa-Bcy, welcher wegen ihm zur Last ge­legter schwerer Missethaten hierher gekommen ist, wurde vorgestern vor dem Kriminulgerichte zu Stambul verhört. Die erste öffenüiche Verhandlung des Prozesses findet am nächsten Sonnabend statt.

blatt zu brandmarken und vor jeder Berührung mit derselben zu warnen. Der Magistrat erhielt auf seine Eingabe an den Reichskanzler wegen Zulassung der Steinbrucher Schweine in Berlin und anderen Städten mit ähnlichen Schlachteinrichtungen von dem Minister für Landwirtschaft den Bescheid, daß, da die ungarische Regierung die Schweineausfuhr aus Steinbruch nach Deuschland sistert habe, eine Aus­dehnung der für die bergbautreibende Bevölkerung Oberschlesiens gewährten Dispensation nicht erfolgen könne. Die Einführung verdächtiger Schweine fei aus veterinärpolizeilichen Gründen unstatthaft.

Rakel a. d. Netze, 19. Novbr. Landtagsersatz­wahl. An Stelle des Gutsbesitzers Schultze Karo- lewo Wurde der Gutsbesitzer Born-Fallols-Sienno (konservattv) gewählt. Die Liberalen und Polen ent­hielten sich der Abstimmung.

Darmstadt, 19. Nov. Die Ankunst des Kai­selbst wird bestimmt am 6, Dezember, morgens, er­wartet und der Monarch soll drei Tage zum Besuch am großherzoglichen Hofe verweilen. Die Stadt- Verordneten-Versammlung hat mit Stimmeneinhellig- keil zur Ausschmückung der Straßen u. f. w. 25 000 Mark bewilligt. Im Hofprogramm sind außer zwei Hofjagden zwei Festvorstellungen im Theater vor­gesehen; für die eine ist Heyses(Solberg" bestimmt.

München, 19. Nov. In der Kammer der Ab- geordneten erklärte der Kriegsminister, Mißhand­lungen von Soldaten würden auf das strengste be­straft, Ausschreitungen seien ober trotz aller Kontrolle unvermeidlich. Die Sonntage seien für das Militär grundsätzlich dienstfrei, jedoch nicht zwei Feiertage hinter einander. Die Militärgeistlichkeit finde fort­gesetzt das Wohlwollen der Behörden, Militärkirchen kenne Bayern nicht. Ein biretter freihändiger An­kauf von Lebensrnitteln werde bevorzugt, die Wünsche der Bürger würden bei den Submissionen berück­sichtigt.

Ausland.

Wie», 19. Nov. Der Botschafter Szechcnyi ist heute nach Berlin, der Bischof Kopp, welcher an der Konferenz der Bischöfe tellnahm, nach Breslau abgereift.

P-l-, 19. Nov. Prinz Heinrich von Preußen ist morgens 8 Uhr mit derIrene" nach Korfu abgereift. Die österreichischen Schiffe hißten die großen Flaggen und leisteten von den Raaen Salut. DerHabsburg" gab einundzwanzig Kanonen­schüsse ab.

Rom, 19. Nov. Der in außerordentlicher Mis­

Veulsches »eich.

Berlin, 19. Nov. Die Budgetkommission be­ginnt ihre Beratung mit der Besprechung der No­velle zum Militärgesetz, also der Frage der Organi- sationsveränderung durch Bildung zweier neuer Armeekorps. Der Kriegsminister erläutert eingehend : die Gründe, welche zu der beabsichtigten Qrgani- sationSveränderurg zwingen. Dieselben find lediglich innerer Natur, Folgen unserer allgemeinen Organi­sationsgrundsätze, und stehen in keinem Zusammen­hang mit dem französischen Wehrgesetz. Der Refe­rent Graf Saldern-Ahlimb fügt den nicht für die Okffentlichkeit bestimmten Mitteilungen über die finanziellen Folgen der Organisationsveränderung hinzu, daß in dem vorliegenden Etat an lausenden I Ausgaben für den Zweck etwa !*/ Millionen Mark mehr erforderlich feien, später werde sich die Summe um 90 000 Mk. ermäßigen. An einmaligen Aus­gaben erwachse ein Mehr, abgesehen von den Kaserncn- bauten, von etwa 2 bis 3 Millionen. Abg. Richter bekennt, daß die Mitteilung, daß die Neuformation mcht mit dem französischen Wehrgesetz zusammen- - hänge, die Stellung kläre. Er nimmt nach dem Gehörten an, daß mit dem Geforderten die Gessmt- organisation nunmehr zum Abschluß komme. Er habe angenommen, daß im Kriegsfälle mehr Korps gebildet würden; er erkenne aber an, daß es zweck­mäßig fein könne, wenn die Formation schon im Frieden der im Kriege gleich gemacht werde: bann hätte man aber auch konsequent verfahren müssen- daS Gardekorps, das sächsische Korps u. a. passen nicht in die jetzt beabsichtigte Organisation. Er , wünsche zu wissen, wie die Maßregel auf das Ersatz­wesen wirke. In den letzten Jahren sei eine Menge von Stellen für höhere Offiziere geschaffen, speziell für den Kriegsfall, hier müßten Kompensationen gesucht werben. Der Kriegs Minister erklärt, baß die einzige weitere Konsequenz ber Bildung der zwei Armeekorps die für spätere Jahre in Aussicht zu nehmende Aufstellung von sechs weiteren Train- Kompagnieen und vier Pionier - Kompagnieen sei. Das Ersatzgeschäft wird nicht erschwert, die Bezirke würden etwas verschoben, mehr Bezirkskommandos ober nicht erforderlich. Abg. Frhr. v. Hucne be­merkt, daß allerdings formell bas Septennat nicht durchbrochen sei, baß man aber bamals vielfach an­genommen hat, bie verlangten Formationen würden auf die Dauer genügen. Er habe allerdings diese Ansicht nicht geteilt, und dies hat ihn gegenüber der Forderung des Septennatsgesttzes vorsichtig ge-

WSchentlikhe Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchham

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und »erlag von Joh. Ang. Loch.

trat leise hinter de» Träumende», legte die Hand auf seine Schulter trab sagte: .Lasse» Sie «uS ber Gegen­wart leben, lieber Freund, und die Schätze behüte», die Gott v»s anbei tränt hat. Ihnen gab er ei» schönes Weib trab liebe Kinder, mir eine knospende Rose. Freuen wir »US dessen.*

Der Doktor strich mit der Hand über die Sttnt, wie um die sich drängende» Gedanke» zur Ruhe z» bringe». Da»» ergriff er die der Freii», führte sie a» seine Lippen trab entgegnete: .Ja, gnädige Fran, Sie habe» Recht. Wir wolle» ber Gegenwart leben, bis wir einst selbst ber Sergangenbeit angehören."

.Nun', lachte bie Freiin, .mit Ihnen wird bas wohl noch gute Zett habe», Sie heiterer Gefährte nuferer Zoknuft, Sie Freund nuferer Jugend.'

Die Augen beS ArzteS hatten sich wieder attfge» bellt trab fröhlich tief er: .Ja, bie Jngenb soll leben 1* Daun fügte er fragenb bei: .Wo ist Rose?'

Wie als Antwort ans tiefe Frage klang von ben Gängen beS Parkes eine frische Mädchenstimme zu ihnen empor:

.Ist doch mein Herz wie das Waldvögelein, Weiß nar von Singen trab Lieben allein.' Gleich baranf trat bie schlanke Mädcheugestatt nnter ben Bäumen hervor. Sie schritt zwischen ben Blumenbeete» hi», ihre Pflegltttge mit zärtlichem Blick musternd, und erhob endlich den Blick zu den Fenstern deS Schlosses. Ueberrafcht rief sie den Namen des Gastes und eilte dann mit den beiden Hmtden, in denen sie große Büschel frischet Syringen- dlüten trag, grüßend, näher trab betrat gleich baranf ben Salon.

»Wie hübsch, baß Sie endlich wieder einmal zn nnS gekommen find', rief sie Doktor Grouer entgegen. »22^1 Waren Ihnen sehr böse, m« chbre tonte und ich wett Sie sich gar nicht mehr um Ihre alten Patienten gekümmert.

(Fortsetzung folgt.)

Roman von I. von Werth.

(Fortsetzung.)

.Rose war damals zwei Jahre alt. Ei» Jahr baranf hatten beide Eltern schon ihren granfen Tod gefunden. Auf der Fahrt zu einet Festlichkeit brachen sie mit dem Schlitten in einen ber kleinen rassischen Seen bnrch dar noch nicht genügend feste Gis. Nur der Kutscher rettete sich und konnte, als wieder Thauwetter einhat, ben Ort angeben, wo das Unglück geschehen. In jener Zett nahm ich die arme, kleine Rose zu mit. Ich war selbst nach Rußland e, um sie zu holen. Da fand ich unter den ren ihrer Mutter, die ich an mich nahm, auch einen Brief von ihrem Gatten. Et datierte aus dem Iahte ihrer Berheiratnng, etwa drei Monate vor ihrer Hochzett. Dieser Bries giebt den Schlüssel zu ben Vorgängen, die ihm gefolgt. Die Blätter waren vergilbt und Spuren vou Thräneu deutlich daraus Clennbar. Eiue Stelle darin lautete, »achdem erst lange von gleich gütigen Dingen die Rede gewesen: ,Jch sehe mich leidet gezwungen, Ihnen mttznteilen, baß es mir nicht gelungen ist, die nötigen zwauzig- ianfenb Thaler aufzntteibeu, nm meine Ehrenschuld von neulich Nacht eiuzulöse». Da aber noch kein Hohenstein eine Schuld ungetilgt gelassen, so gehe ich aus Ihre» scherzhaften Vorschlag ein und biete Ihnen im vollsten Ernst die Deckung meiner Schuld bnrch die Hand meiner Tochter an. Einer einfälligen Liebestäudelei von ihrer Sette im Falle das Mädchen Ihnen davon sprechen sollte werde ich schnell und für immer ein Ende zu machen wissen. Die werben mit als Schwiegersohn willkommen fein. Ich denke Ihnen zu zeigen, daß es auch in Deutsch­land Bätet giebt, so gut wie in Ihrer Heimat, die M ben Gehorsam ihrer Kinder zn erzwingen ver­stehen. Ich erwarte, daß Sie als Mann vou Wort auf «ein Anerbieten eingeben nnb hoffe, wir werben

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoncen-Bureanx von Haasenstein und Bögler in Frankfurt a.M., Gaffe!, Magdeburg u. Wien; Rudolf YYIV Mofie tn Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: ®. 8. <Vu*#1Buu#e

Daube u. Co- in Frankfurt a. 'N., Berlin, Hannover, Paris.