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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg imi> Kirchhain. Illustriertes Sonntaasblatt.

Sxpedition: MarV S1. Redaktion, Druck und «erlag von Joh. Ang. Koch.

Marbura, " »y----------

dition 2*/4 Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (erfl n^rAnf^rt« TO «» A ,en*ieiS.unb Ä ,

tfättSSt LLSL' ** Dienstag. 19. November 1889. E Jahrgang.

aaZLJ_____X _____»flitpe tt. »o. m Frankfurt a. M., B-rlin, Hannover, Paris.

Deutsches »eich.

Potsdam, 16. Nov. Der heute mittag statt­gehabten Vereidigung der Rekruten des ersten Garde- RegimentS zu Fuß in der hiesigen Garnisonkirche und daun in der katholischen Kirche wohnten Seine Majestät der Kaiser, Ihre Majestät die Kaiserin, die .Prinzessin Friedrich Leopold und die Erbprinzessin Von Hohenzollern, sowie die Potsdamer und Berliner -Generalität und ewige fremde Militärattaches bei. In der Garnisoukirche hielt der Hofprediger von Hase, in der katholischen Kircke der Erzpriester Keyrr die Predigt. Rach der Vereidigung in der Garnisonkirche fuhren Ihre Majestät die Kaiserin mit den übrigen Damen nach btm Regiiuentshau e des 1. Garde-Regiments, um dort einen Imbiß einzunehmen und begaben sich dann nach der katho­lischen Kirche. Nach der Vereidigung fuhr Seine Majestät der Kaiser nach dem Kasino Seines Leib- Garde-Husaren-Regiments zum Frühstück.

Berlin, 16. Nov. Die Mordd. Allg. Ztg " schreibt : Durch mehrere Blätter ist die Nachricht verbreitet, daß bereits ein auf die bevorstehenden Rcichstagswohlln bezügliches Rundschreiben an die Bundesregierungen gerichtet worden fei. Wie wir hören, ist diese Nachricht durchaus unzutreffend. DirsMe erschien uns auch um deswillen unglaub­lich, weil selbstverständlich Bestimmungen über den Termin der Wahlen jedenfalls nicht früher getroffen werden können, als bis sich übersehen läßt, zu welchem Zeitpunkte der gegenwärtig versammelte Reichstag die ihm obliegenden Arbeiten erledigt haben wird. Die »Post' und dieKreuz-Ztg.' bemühen sich heute gleichmäßig, die Ansicht zu bekämpfen, daß bei den letzten Monarchen- und Ministerbegegnuugen Verabredungen stattgefunden hätten, von denen eine Wendung in der politischen Konstellation zu er­warten sei, sie geben aber doch zu, daß die bis­herige Gefahr der Lage vermindert und eine längere Dauer des jetzigen Zustandes gesichert sei. Die Kommission des Reichstages, die das Bankgesttz unverändert angenommen hat, Verzichter auf eine zweite Lesung, so daß bald die zweite Beratung im Plenum stattfinden kann. Gegen die Vorlage stimmten schließlich nur die beiden Konservativen Graf Mir­bach und von Steinau und zwei Zentrumsmitglieder, die Freiherren von Franckenstein und von Huene. Für den Mirbachschen Antrag, der die Gesamt Dividende auf 4 Prozent beschränken wollte, stimmten nur 3 Mitglieder; für einen Antrag Huene, der 6 Prozent als Gesamt-Dividende vorschlug, stimmten

(Nachdruck verboten.)

»olr.

Roman von I. von Werth.

L

Der große Pan schläft, Mittagsschwüle lagert über dem Walde, kein Lüstchen regt sich, die Vögel rings find verstummt. Selbst die Biiken, deren helles Grün und weiße Stämme hier und da zvifchea den dunklen, hochstämmigen Fichten hervorleuchten, halten die Zweige und Blätter ganz still, um deu Schlaf des Gotte» nicht durch ihr Rauschen zu stören. Nur auf dem grasbewachseueu Rain am Rande des Walde» summen die Grillen ein eintönig Schlummerlied, und von Zett zu Zett geht e» wie tiefes Atemholeu durch die Natur, die im Zauber, schlaf zu liegen scheint.

Und doch wagt eiu Menschenkind die heilige Sttlle zu unterbrechen leichten Schritten. .Hüte Dich, Mädchen, deu Zorn des Gottes zu erregen. Hüte Dicht* flüsterten die Bäume. »Kehre um*, tstpeu die Heimcheu; doch ste versteht ihre Warnung Vicht. Sie schrettet vorwärts und sammelt im Gehen die kleinsten Waldblumen, die vereinzelt uwherstehen. Ihr Schritt wird langsamer uud langsamer. Am Fuße einer hohe» Fichte, von der aus dichtes Dorueugestrüpp sich gleich eiuer Hecke tiefer iu deu Kalb zieht, läßt sie fich uiedrrgleitru, die schlanke Gestalt, auf die starken, von grauem MooS um­kleideten Wmzela, die einen bequemen Ruhesitz bildete». Die fetueu Hände beginne» die Blnmen Pl einem Kranze zu ordnen, aber noch ehe er vollendet ist, finken fie müde in deu Schooß, uud die Posten, graue» Ktuderaugeu schaue» träumerisch durch die Bauwkroueu, hinauf io deu blaueu, wölken- wseu Himmel. Da» Lächeln, das um die Lippen wirkt, wird immer traumhafter uud endlich seukeo mH die lange», dunkle» Wimpern herab. Der Zauberschlaf hat auch diese Augen iu feine» Baun iethau. Da» Köpfchen gleitet tiefer hinab a» dem

fünf. Dieser Antrag wird im Plenum wiederholt werden. Minister Herr surr h hat der Kommission für das Sozialistengesetz eine Zusammenstellung über die in den letzten beiden Jahren aus dem Gebiete des kleinen Belagerungszustandes ausgewiesenen Per­sonen überreicht. Aus Berlin mit Umgebung ist 1888 eine Person; aus Hamburg, Altona-Harburg mit Umgebung sind 1888 5, 1889 eine Person; aus Frankfurt a M., Offenbach mit Umgebung 1888 5 Personen; aus Leipzig mit Umgegend 1888 8, 1889 8 Personen; im ganzen 1888 19, 1889 9 Personen ausgewiesen worden. Außerdem hat eine Erneuerung der früher erfolgten Ausweisungen in­soweit ftattgefunden, als den Beteiligten der Aufent­halt in ihrem früheren Wohnorte richt wieder ge­stattet worden ist.

«erlitt, 17. Nov. DieNordd. Allg. Ztg." begrüßt in einem Leitartikel das Zusarrmentreten der Brüffeler Konferenz, deren Ausgabe sei, durch ein gemeinsames Vorgehen der beteiligten Mächte auf die Ausrottung der Sklaverei hinzuwirken gemäß der in der Kongoakte den Mächten auferlegten Ver­pflichtung, den Sklavenhandel mit allen Mitteln zu bekämpfen und zu bestrafen. Sowohl im Interesse der Zivilisation und der Humanität wie der kolonial- politischen und wirtschaftlichen Raison liege, nicht länger einen Zustand zu ertragen, der ein? bestän­dige Bedrohung der in Afrika geschaffenen Kultur- Werke bedeute. Die Fortschritte des MahdiSmus bedrohen die östlichen Kongostationen und zielen auf eine Jnsurgierung der übrigen ostafrikanischen Land­striche ab. Die nunmehr staatlicherseits in Fluß ge­brachte Antisklavereibewegung sei unzertrennbar von der Erschließung Afrikas für wirtschaftliche und pro­duktive Zwecke wie von der Eroberung für die christ­liche Welt. Der Kaiser empfing im Neuen Palais zu Potsdam den Grafen Herbert Bismarck zu längerem Vortrage. Sonntag mittag empfingen die Majestäten den japanesischen Prinzen Arisugawa und dessen Ge­mahlin, die dann zur Tafel gezogen wurden. Au derselben nahmen auch der Prinz Leopold und dessen Nemahlin Teil. Die in den jüngsten Tagen ver- »reiteten Nachrichten, der Kaiser gedenke im Früh­jahre Spanien zu besuchen, sind total unbegründet.

Unerschöpflich in Aufmerksamkeiten gegen unser Kaiserpaar hat sich der Sultan gezeigt. Wie noch nachträglich berichtet wird, hat der Sultan bei der Abreise seiner kaiserlichen Gäste mit einer Unmenge kleinerer Geschenke nach orientalischer Weise noch förmlich überschüttet. Ganze Wagen voll feinster türkischer Cigaretten, die extra für die Gelegenheit

glatten Stamm. Ei» Sonnenstrahl stiehlt fich durch da» Gewirr der Zweige drobe», bi» zu dem holden Antlitz, und unter seinem Kaffe überzieht langsam heiße Röte die vollen Wange». Einige Ameisen, die emsig und geräuschlos ihr Tagewerk betreiben, ver­irren fich auf das lichtblaue kleid der Schläferin, uud ein Schmetterliug läßt fich eine» Augenblick aus ihre kurze», braunen Locken nieder.

Da wurde wieder die tiefe Stille unterbrochen. Diesmal war der Schritt, der fich vo» der entgegen, aesetzteu Seite näherte, kräftig und ungleichmäßig. Das war keine MädchenknoSpe, die so recht eigentlich u die sonnige WaldeSdämmerung zu gehören schien, da» war eiu Manu, der auf dem glatten Pmqaet »eS Salons weit heimischer war, als draoßeu in der reien Natur. Eine Wolke deS Unmut» lag auf der niedrigen Stirn und zeichnete eine tiefe Falte zwischen die hochgewölbte» Brauen, unter denen ein -Saar tiefliegender, dunkler Augen halb ärgerlich, halb gelangweilt hervorblickte. Da» G-ficht hatte eine» durchaus aristokratischen Schnitt. Man war versucht zu behaupte», daß diese große, gebogene Nase, der schön gezeichnete, aber fiuvliche Mund mit dem etwas hervortteteudeu Kinn fich feit Jahrhunderten vom Vater ans deu Sohu vererbt, so charakteristisch waren ste. Die Farbe des Gestchte» war bleich und zeigte deutlich, daß die erste Jugend hinter ihm lag, während ein Zug um den Mnud davon erzählte, daß er das Leben i« volle», vielleicht zu hastige» Zügen genosseu und »un nichts mehr zu hoffe» hatte vou dem schale» Rest. Er achtete nicht auf deu Harzzernch, der in duftiger Menge den Stämmen entströmte, ihm kam die Feierlichkeit dieser einsamen S ialdeSstille nicht zum Bewußtsein. Ja, als er beim Gehe», das ihm Schmerze» zu verursachen schien, an einen Baumstumpf stieß, murmelte er ein gepreßtes Goddam zwischen deu Zähne». Plötzlich blieb er tehen, und aufmerksam vor fich hiublickend, vo das aue Kleid der Echläferi» durch die Bäume schimmerte, ries er: .Da ist wohl ei» Stückchen

bei der Tabakregie bestellt waren, wurden nach dem Yildizkiosk und von da an Bord desKaiser" ge­bracht. Dazu eine Unzahl der schönsten orientalischen Teppiche und eine Schachtel mit orientalischen Rauch requi fiten, unter denen besonders ein mit kostbaren Steinen besetzter Tschibuk aus Bernstein und eine reich verzierte Tabaksdose mit den Initialen Adul Hamids in türkischer Schrift aufgefallen seien. D e Kaiserin erhielt einen ganzen Wagen voll türkischer Bonbons jeder Sorte aus dem, allen Orient- Reisenden wohlbekannten Laden des Hadji Bekir in Siambul, nebst einer Unmenge der gesuchtesten Seidenstoffe aus der Levante. Das Gefolge aber durfte sich aus der eigens für den Besuch im Mvizkiosk Veranstaltern Ausstellung so ziemlich der meisten Boden- und Jndustrieerzeugniffe des Landes nach Herzenslust etwas auswählen und erlangte auf diese Weise manch wertvolle Erinnerung an die Reise. DieFranks. Ztg." erwähnt, daß im Schlaf­zimmer der Kaiserin daS von einem dem Palais attachierten italienischen Maler gefertigte, wohl ge­troffene Porträt Kaiser Wilhelms hing. In den Schreibzimmern waren Tausende von kleinen Brief­bogen aufgelegt, auf denen oben die kaiserliche Tugra (der Namenszug des Sultans) und unten in türkischer SchriftPalast von Yildizkiosk' zu lesen war. Alles bis ins Kleinste war vorgesehen und im lieber« flusse vorhanden und daneben eine Pracht und ein @Ianj, wie sie wohl nur an orientalischen Höfen entfaltet werden. Im Korridor des Chalet Kiosk brannten allein jeden Abend an 200 elektrische Flammen, bereu eine jede eine Lichtstärke von sechszehn Kerzen hatte.

Zur Schulfrage schreibt dieNordd. Allg. Ztg.': Die Verhandlungen über eine Reform unseres höheren Schulwesens nehmen in den Blättern eit einiger Zeit einen breiten Raum ein, und es fann nicht darüber Klage geführt werden, daß die eine oder die andere Richtung bei diesen Erörte­rungen zu kurz gekommen wäre. Die Anschauungen haben sich denn auch in gewisser Weise geklärt, na­mentlich ist man in weiten Kreisen darüber einig, daß Maßnahmen getroffen werden müssen, um den durch die Gymnasien vermittelten ungesunden An­drang zum Studium yintanzuhalten. Welchen Weg der preußische Kultusminister zu diesem Zweck einzu- chlagen gedenkt, hat derselbe am 6. März d. Js. im Abgeordnetenhause dargelegt, und es erscheint erfreulich, daß, wie an dieser Stelle hervorgehoben werden konnte, dieses Vorgehen immer mehr einem Verständnis im Lande begegnet. Aber nicht allein Himmel a»f die Erde gefalle»? Wahrhafttg, daS wäre doch einmal eine Abwechslung I Und man könnte iha branche» i» diesem Jammerthal: wen» das da oben nur nicht eitel blauer Dunst wäre.' Dabei giug er schneller und vorfichtiger als bisher au dem Dorneugestrüpp entlang. Als er daun dicht >et der Schläferin stand und fich über fie beugte, nm pt voll in das Gesicht schaueu zu köuueu, da der- änderte sich avch der Ausdruck de» feinen. Jener gelangweilte Mißmut verschwaud aus feinen Zügen, gespannte Aufmerksamkeit sprach au» feinem Blick, während ein spöttisch frivoles Lächeln sich um feinen Mund legte. Die junge Dame vor ihm zählte sicher ä« der Klasse der Gesellschaft, der er selbst ange. hörte; dafür sprach nicht nnr die elegante, ge- chmackvolle Kleidung, sondern auch die feine weiße ^anb, bet schmale hochspaunige Fuß, der unter dem ©onm be8 «leide» hervorsah. Freilich war e» wohl rrtdjt Sitte, daß die Töchter guter Familieu ihre Siesta mitten im Walde hielten, ohue jede Be­gleitung. Aber wie dem auch seiu mochte, jedenfalls war eS ein allerliebstes kleine» Abenteuer. Wie löst. 1 4 mußte e» fich beim Wein oder am Spieltisch im Klub erzähle» lasse», weuu er uach ein paar Wochen wieder abreiste, denn länger würde er e» hier wohl ich nicht aushalteu. Und dann drängten auch feine Geschäfte! Er wollte nnb mußte ben Titel seiner lemflljlin meistbietend verschenken nnb fich ge. inlbig die Fesseln der Ehe anlegen zu lassen, nm !»o freier leben zu könne». Der kleine goldene

kouute ja wohl nicht so schwerwiegend unb tötenb sein, im Vergleich zu den Annehmlichketten eine» großen Vermögens.

Eine Mücke flog summend nm daS Auüitz der < schläfert» nnb wollte sich nteberlaffen, von ihrem »Int zn trinken. Der Stich hätte fie sicher erweckt und einen garstigen Fleck auf ber zarten Haut zurück, gelassen. Da» wäre schade gewesen und wenig omauttsch. Um e» zu verhüten, ließ der junge Manu fich schnell ans ein Knie nieder, erfaßte die Hand der

in Preußen beschäftigt man sich mit Fragen deS höheren Unterrichts,- ein n Beweis dafür, daß daS auch in anderen Bundesstaaten geschieht, kann man in der von dem Karlsruher Stadtrale beabsichtigten Errichtung einer Einheitsschule finden. Die genannte Gemeindebehörde beabsichtigt, ohne eine der in Karls­ruhe bestehenden höheren Lehranstalten in ihrem Bestände anzutasten, auf einem neuen Grundstücke nach ganz neuen Grundsätzen eine Anstalt zu errich­ten, welche bis zur Untersekunda einer höheren Bürgerschule entsprechen soll, und in bett oberen Klassen als humanistisches unb Realgymnasium fich gabeln soll. Der jetzige Lehrplan ber Gymnasien würbe also umgekehrt werben, und die unteren und mittleren Klaffen hätten sich mit den neueren Sprachen und Realien zu befassen, und erst in ben oberen Klassen wirb bem Lateinischen resp. dem Griechischen unb Lateinischen Rechnung getragen. Die Karlsruher Gemeinbeverwaltung verspricht sich von einer solchen Anstalt eine erhebliche Entlastung der höheren Lehr­anstalten, indem ber Abschluß ber realen Bilbung mit der Berechtigung zum einjährigen Dienst ver­knüpft und dadurch der Hauptanlaß zum Besuch ber Gymnasien durch ungeeignete Schüler vermieden werde. Es ist sehr schwierig, über den Erfolg eines solchen Unternehmens ein Urteil abzugeben; jedenfalls erreicht man durch eine Hebung des höheren BLrger'chulwesenS denselben Zweck, ohne daß dabei der Versuch, in drei

Jahren ben Grund zu einer humanistischen

Bildung zu legen, unternommen zu werden braucht. Aber es ist hier nicht der Ort, in eine Kritik des Karlsruher Unternehmens einzutteten, welches noch nach einer anderen Richtung hin ein bedeutsames Interesse bietet. Der Karlsruher Stadtrat hat die Ausführung des Unternehmens von der einzigen Bedingung abhängig gemacht, daß der neuen Schule die gleichen Berechtigungen wie den Realschulen bezw. Gymnasien erteilt werden. Somit wäre die badische Regierung bei ber ganzen Angelegenheit ber entscheidenbe Faktor. Man nimmt an, baß in biefet Richtung bereits Verhandlungen eingeleitet sind, und daß sich die Gemeindebehörde der Neigung der Regierung, die gewünschte Gleichstellung der neuen Anstalt mit den bestehenden auszusprechen, versichert bat Die Lehrpläne werben bereits ausgearbeitet, ikurz, es ist alles im Gange, um ein Unternehmen u förbern, bas geeignet erscheint, eine ehrliche Probe ür bie Behauptungen der Vertreter der Einheits­chule abzugeben. Es kann nämlich keinem Zweifel unterliegen, daß die staatliche Behörde, wenn sie die

Schläferi» nnb drückte zugleich seinen Mund auf die schwellende» Lippe». Und fie ließ ihm die Hand erwiderte deu Kuß und flüstette noch im Schlaf: »Liebe Taute.* Dau» rieb fie die Auge» und öffnete ie endlich bliuzelud. Eine» Moment schaute ste wie gebannt erschrecktem Blick in das Gesicht deS Mannes ,er da neben ihr kniete nnb fie mit unverhohlener Bewnubernug betrachtete; im nächsten aber schon sprang ie auf, baß bie arme» halbwelken Waldblumen wett umher verstreut wurde», und suchte ihre Hand zu 6e« freien. Er behielt ste jeboch fest in der feinen, während er sagte: »Ein armer Streblicher bittet bie Waldfee nm Verzeihung, daß er fie au» so süßem Schlaf geweckt.*

Sie starrte noch immer verwirrt und keines Wortes mächtig zu ihm nieder, daß er lächelnd fortfuhr: Doch nein! Es ist ja ganz Har, auch heut zu Tage pieleu fich noch Märchen ab. Sie find die Rose »ort find bie Dornen nnb ich selbst endlich bin der ftiuz, der Dornröschen mit einem Kuß an» ihrem uudertjährigeu Schlaf erweckt hat.*

Mit einem Ruck hatte fie jetzt ihre Hand losge­wacht und sagte mit zorublitzeuden Augen: »Mein Herr, woher wissen Sie, daß ich Rose heiße? Ich ! enne Sie doch nicht. Uebrigeu» bin ich hier vor einer alben Stunde eingeschlafen, und daß daß Sie ich erlaubt haben, wich zu küssen, da» da» werde ich Ihnen nie verzeihen.*

Er kniete noch immer vor ihr nnb begann nun t bittenbem Ton: »Ich war hier wie in einer ! llärcheuwelt. Ich fand mitten im Walde ein schlafen. deS Mädchen, schöner al» alle Märcheupriuzesstnue» unb sah ringsum Dornen. War da der Gedanke nicht naheliegend, daß e» verzaubert und nur durch einen Kuß zu erlösen sei? DaS ist in allen Märchen al» einzige» Mittel angegeben, und deshalb versuchte ch es. Nu» bitte ich reumfitig um Verzeihung, und hoffe, meine Demut wird die Rose de» Waldes mti günstig stimmen.*

(Fortsetzung folgt.)