ist, können die Redemptoristen auch nicht zurückkehren. (Schluß folgt.)
Vöcheutliche Bellageu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain
Expeditiou: Markt 21. — Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Lug. Koch.
^Nachdruck verboten.)
Jugeborg
Ein Haide-Idyll von Johanna Berger.
(Fortsetzung.)
»Die schöne Haideblnwe', wie Erich sie einst mit Entzücken genannt, war verschollen. Sie hatte den Ihren viel Kummer, viel Herzeleid hinterlassen. Doch da holdes Vermächtnis blieb ihm »och von ihr zurück das Kind; — das hatte sie der einsamen Haide noch »schenkt. Und der kleine Junge befand sich in ernster irener Hut. Stundenlang saß Jageborg mit ihm im Nützenden Haide kraut. Sie ließ ihu nicht aus deu «wen und trug ihn unermüdlich bet Tag und Nacht Anher, bis die krankhafte Bläffe seiner Waagen einem Nischen, gesunden Rot gewichen war nud die großen «gstlicheu Augen immer fröhlicher und verständiger <68 dem runden Gesichtchen herauSblickteu.
Ja, das Kind war JugeborgS höchstes Glück ge- dvrdev, ihre größte Frevde. ES hatte ihr alle» Gram Summer verscheucht. Wie eise Erlösung ans «werstem Herzeleid war es zu ihr gekommeu und mne beglückende Gegenwart hatte alle Thräneu ge. «eckuet. Deun sie weinte schon lauge nicht mehr. Kr Herz war aufaethant in der warmen, beseligten mut der reinsten Liebe.
Und wieder entschwand ein Jahr. Der Kleine Nt gewachsen, lange, braue Ringelhaare lockte» sich Av daS hübsche Köpfchen Gesundheit strahlte vou samwetuen Wange. Er lies bereits ohae Hilfe g Mühlgut umher und konnte schon ganz geläufig "ama und Papa sagen. Und eS war werkwürdig, A wehr er sich geistig und körperlich entwickelte, um * mehr reifte er zum Ebenbilde seiner fernen ®<ttei8 heran.
.ES war um die Herbstzett. Schon früh senkten jw die Schleier der Nacht ans die kurzen NachmtttagS. haben. Am Boden lag welkes Laub und die Arpurve Haide hatte ein braunes Sevaud angezogen.
1 Lor der Mühle stand ein hochrädrige» Wägelchen
kaffen der preußischen Staatsbahnarbeitrr liegen jetzt für daS Jahr 1888 vor. Dem „Archiv für Eisenbahnwesen' zufolge sind gezahlt worden: a) Ruhelöhne, Witwen-, Waisen-, Sterbegeld und Unterstützungen an dauernd erwerbsunfähig gewordene Arbeiter auS den Pensionskaffen rund 313 000 Mk. (im Borjahre ,280000 Mk.), aus den Eisenbahnbetriebsfonds und auS den der Verwaltung zur Verfügung stehenden HülfsfondS — außer den Unterstützungen hülfsbedürftiger, noch nicht erwerbsunfähiger Arbeiter — rund 430 000 Mk. (im Vorjahr 355 000 Mark) zusammen 743 000 Mark (635 000 Mk.); b) Krankheitskosten (ärztliche Behandlung, Arznei, Krar kenpflege, Krankengeld — durchschnittlich 1 Mk. neben freier ärztlicher Behandlung und Arznei — Sterbegeld und dergleichen) bei den Erkrankungen und Sterbefällen unter den Krankenkaffenmitgliedern und in ihren Familien nach Abzug der von den Eisenbahnbetriebsfonds erstattete», unter c) mitgezählten Beträge, rund 2 964 000 Mk. (2 860 000 Mk.) aus den Krankenkaffen; c) Renten, Abfindungen, Heilungskosten, Sterbegelder und dergleichen an die bei den Betriebsunfällen verletzten Arbeiter und an die Hinterbliebenen verunglückter aufgrund der Unfallversicherungsgesetze rund 650 000 Mart (390 000 Mk.) und der Haftpflichtgesetze rund 979 000 Mk. (1012000 Mk.) zusammen 1 629000 Mark (1 402 000 Mk) aus den Eisenbahnbetriebsfonds. — Am Schlüsse des Jahres waren einschließlich der von Unternehmern bei Eisenbahnbauten beschäftigten Personen 177 603 Arbeiter bei Eisen- bahnkrankenkaffen und darunter 78 786 Arbeiter bei den Pensionskaffeu beteiligt, während in den unfall- verficherungspflichtigen Eisenbahnbetrieben ausschließlich der von Unternehmern bei den Eisenbahnbauten beschäftigten Personen int Jahre 1888 durchschnittlich täglich 164 255 Arbeiter thätig waren. Laufende Beiträge waren von den Arbeitern zu den Pensions- und Krankenkassen, und zwar durchschnittlich für das Jahr, soweit sie nur der Krankenkaffe angchörten, 13,28 Mk. (13,25 Mk), und soweit sie sowohl der Pensionskaffe als auch der Krankenkaffe angehörten, 35,36 Mk. (34 Mk.) zu entrichten, während die Eisenbahnverwaltung einen Barzuschuß in Höhe der Hälfte der Mitgliederbeittäge zu den Pensions- und Krankenkaffen beisteuerte, die Kosten der Rechnungs- und Kaflensührung trug und die Haftpflicht- und Unfallentschädigungen neben den Aufwendungen an Unterstützungen und Beihülfe auS den eigenen Mitteln zu bestreiten hatte. Am Schluffe des Jahres verfügten die Pensions- und Kranken»
fie konnte stundenlang strickend oder spinnend allein sitze», ohne ein Wort zu sprechen. Eie war eben anders wie andere Mädchen.
Endlich erwachte das ßlnb. ES streckte verlangend die rnnben Aeimche» nach Jageborg ans. Und sie kniete an bem Bettche» nieder, sie herzte nnd küßte den kleinen Kerl und fütterte ihn sorglich. Und als der Kleine satt war, da begann ein liebliches Spiel. Sie plauderte nnd schäkerte mit ihm, sie erzählte vom Christkind nnd Weihnachtsmann. Im To» ihrer Slimme lag die ganze nmndliche Weichheit »nd zärtliche Empfindung, zu welcher das Herz dieses Mädchen» fähig war. Glockenhell tönte ihr Lache» durch das gaoze Hau» nud das süße Kiadersttmmchen tönte jauchzend mit.
DaS war die kalte, herzlose Jogeborg, welche nicht tief fühlen konnte, die kein Gemüt hatte nud die Liebe nicht tonnte I Wenn jemand sie so sehen könnte!
Ja, fie ahnte freilich nicht, daß schon lange Zeit zwei brennende dunkle Auge» heiß und sehnsuchtsvoll dem süßen Treiben zugeschaut hatte«. Wäre sie nicht so beschäftigt gewesen, so mußte fie deu Schatte« am hiutereu Fenster bemerkt habe» — die vor Aufregung zitternde, begierig lauschende Gestalt, welche die halb- entlaubte» Erleuzweige nur unvollkommen verbargen.
Doch nun erschallte ein zögernder Schritt im HauSgange. Leise nnd vorfichttg wurde die Stuben- thür aufgeklinkt uud aus der Schwelle erschien Erich Jeebens. Seine hohe, männlich schöne Gestalt war noch ungebeugt, nur das Gesicht schien um Jahre gealtert. Die ehemals so freuudlicheu Züge zeigten einen tiefen Ernst, das Leiben hatte seinen Stempel daraus geprägt. Jugeborg war erschrocken tu die Höhe gefahren, als fie Erich erkannte. Die dunkel- blauen Mädchenauge» blickten verwirrt nnd angstvoll zu dem großen Manne hinüber.
(Schlnß folgt»)
Wochenschau.
. Der Kais er und die Kaiserin sind von ' ihrer Orientreise über Italien und nach kurzer Be grüßung mit dem Kaiser Franz Joseph von Österreich in Innsbruck, der Hauptstadt von Tirol, in , Potsdam wieder eingetroffen, von wo dieselben in wenigen Tagen in das Berliner Schloß zum Winter- auftnthalt übersiedeln werden. Neue Länder und I fremde Völker haben sich den Blicken der kaiserlichen ’ Majestäten auf der langen und weilen Reise gezeigt, von allen ist ihnen der freudigste Willkommengruß M entgegen gerufen worden. In Athen, wie in Stam- | bul hat man sich bemüht, den deutschen Herrschaften | zu einem möglichst angenehmen ihren Aufenhalt zu I gestalten, und der Kaiser hat die Gelegenheit nicht 1 vorübergehen lassen, sich selbst über Land und Leute I jo informieren. Bringt Kaiser Wilhelm II. aut; || keine neu verbrieften und besiegelten Verträge von r der Reise mit heimwärts, dem deutschen Namen sind
im fernen Morgenlande neue Freunde gewonnen, dem deutschen Handel erweiterte Absatzgebiete er öffnet. Die Besuche, welche der Monarch zum Echluffe der verbündeten Herrscher Italiens und Österreichs abstattete, beweisen die unverändert gute Fortdauer de» großen Friedensbundes. In tiefem Frieden kehrt der Kaiser zurück. Die Verhältnisse in Europa find außerordentlich zufriedenstellend, von allen Seiten kommen Stimmen hierfür. Nach dem Besuche deS Grafen Kalnoky in Friedrichsruhe ist von der österreichischen Regierung offen erklärt, daß die bisher bestandene Spannung gegenüber Rußland wesentlich nachgrlaffen habe, daß der Zar von den Friedknsbestrebungen Deutschlands und Öster- rvichs überzeugt sei und sich selbst als Freund des Friedens bekannt habe. Zu gleicher Zeit hat der englische Ministerpräsident Lord Salisbury in einer großen Rede ausgesprochen, daß die Aussichten cur liie Erhaltung des Friedens die besten seien, daß Europa mehr und mehr sich beruhige. Sehr er- steulich klingen diese Kundgebungen den Völkern, um so energischer werden sich mithin alle unter den Lohlthaten des Friedens der Friedensarbeit widmen können.
Im deutschen Reichstage herrschte fortgesetzt ein recht spärlicher Besuch, so daß sogar eine Sitzung t Degen Beschlußunfähigkeit abgebrochen werden mußte. Nachdem das Sozialistengesetz tnb das Bankgesetz einer Kommission überwiesen waren, hat sich der Neichstag der zweiten Beratung des Etats zuge- Dendet. Es handelt sich zunächst um die alljährlich
Deutsches Deich.
Verlin, 14. Novbr. Der Bundesrat beschloß heute, den Gesetzentwurf, betr. einen zweite» Nachtragsetat pro 1889/90, dem Ausschüsse für Rechnungswesen zu überweise». Der Kameruner Plantagen - Gesellschaft wurden die im $ 8 deS Gesetzes, b<tr. die Rechtsverhältnisse in den deutsche» Schutzgebiete», bezeichnete» Rechte verliehe». — In der Budgetkommifsio» des Reichstags fand heute die Fortsetzung der Beratung des Marineetats statt. Staatssekretär HeuSner lehnte unter Hinweis au die Anhängigkeit bei den Gerichten ab, nähere Mitteilungen über die vorgekommenen Unordnungen zu machen. Dieselben seien schwerlich mehr als Einzelheiten, die das Ganze der Verwaltung nicht berührten. Die Mehrforderungen für die Ausbildung von Ingenieuren und die Organisation deS Tech, nikerpersonals werden bewilligt, ebenso die fortdauernden Ausgaben des Etats. Für die einmaligen Ausgaben wird eine Subkommission eingesetzt. — Die Uebersichten über die Geschäftsthätigkeit deS Hauses der Abgeordneten in der letzten Session sind soeben ausgegeben worden. Dieselben sind in der bisherigen sorgfältigen und zuverlässigen Art von dem Bureaudirektor des Hauses, Geh. Rechnungsrat Kleinschmidt, angefertigt und zerfallen in die Rednerliste, die Ueberficht über den Staatshaushalts - Etat und die Hauptübersicht. — Die Rednerliste ergiebt den Tag, an welchem, sowie den Gegenstand, über welchen jeder einzelne Redner gesprochen hat, unter Hinweis auf die betreffenden Seiten der stenographischen Berichte. — Die Etatsüberficht macht die bezüglichen Anfragen, Anttäge und Verhandlungen ersichtlich und weist bei den verschiedenen Verwaltungen sämtliche Etatstitel mit ihren Beträgen speziell nach. — Die alphabetisch geordnete Hauptüberficht umfaßt, abgesehen von dem Staatshaushalts-Etat, alle zur Erörterung gelangten Gegenstände, unter Darlegung des Verlaufes der Beratung. Die Re- gierungsvorlagen, sowie die Anträge zu denselben sind darin in ihrem Wortlaute übernommen und die Verhandlungen über ei» und denselben Gegenstand, auch wenn dieselben zu verschiedenen Zeiten und bei verschiedenen Gelegenheiten stattgefunden haben, au einer Stelle verzeichnet. Zu der Hauptüberficht gehört ein besonderes Inhaltsverzeichnis, welchem eine Gesamtüberficht der Beratungsgegenstände beigefügt ist.
— Die Ergebnisse der Pensions- und Kranken- und Deinem Manne eine» Schluck geben, damit er nicht friert Fühlst Du nicht, wie rauh der Wind über die Haide bläst?«
Die Müllerin lachte, und holte die Flasche hervor uud reichte ihm deu Trank. Dauu setzten Beide nach echter Frteseuart nachdenklich uud schweigsam ihre Reise fort.
Da» große Wohnzimmer in der Mühle hatte sich mtt de« Jahre« nicht verändert. Heute, wie früher, brannte ei» munteres Feuer im Kami« und glänzte wieder auf der blanke» Politur der alten guterhalteue» Möbel. ES erhellte auch mtt feinem gemütlichen Schein das trübe Tageslicht, das zu deu halbver. häugteu Fenstern hereinlngte.
Lor dem Feuer saß Jugeborg in de» Vaters Armseffel. Sie hatte ihre Bibel auf den Knie« und las. Hin und wieder erhob fie fich ganz leise von ihrem Platz:, um das Kind nicht z» erwecken, das neben ihr in feinem Bettchen schlief. Sie schlich aus den Zehen zum Fenster, um »ach dem Winde ,» horche», der heute iu gar wundersamen Weise» über die Haide brauste, bald mit samstem Säusel», wie ei» ivuigeS Liebeslied. Da»» trat fie wieder an de» ftamln zurück, um geräuschlos das finkende Feuer zu schüre», bis die zuckende» Flamme»z»»ge» in die Hohe leckte» und das Zimmer mit nenem Licht n»d neuer Wärme erfüllten.
Jugeborg rückte nun daS Bettchen behutsam näher in deu leuchtenden Kreis, den das Hebe Feuer erbarmte, und während es in dem ttaulicheu Gemach immer lauschiger und gemütlicher wurde, war dranßeo der tttzte freundliche Abendschein im Weste» versunken. « c ®ar 8°», still im Zimmer, nur die sausten llthemzüge deS Kleiueu uud das einförmige Ticken bet alten nimmer müden Wanduhr war hörbar. Und allmilig hatte fich die Nacht herabgeseukt, vom Himmel fa»kelte« die Sterne auf die schlafende Erde nieder.
Da» Mädchen hatte eine Arbeit zur Hand ge. nommeu, während tausend friedliche Gedanke» ihr Hirn dnrchkrevzte». Die Zett »arbe ihr nicht lang,
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regelmäßig wiederkehrenden Forderungen und die Debatte verläuft hierbei glatt, die Summen werden anstandslos bewilligt. Eine schärfere Tonart machte sich bei der Beratung mehrerer Anträge der frei sinnigen Partei geltend und besonders um das Ersuchen an die verbündeten Regierungen, den Beamten eine genauere Beachtung der gesetzlichen Bestimmungen bei der Wahlagitation einzuschärfen, kam es zu lebhaften Hin- und Widerreden. Daß solche Verstöße von Seiten einer Anzahl von Beamten vorgekommen find, wurde allgemein anerkannt, aber, während Freisinnige und Sozialdemokraten behaupteten, diese Fälle seien nicht gerügt worden, bewiesen die Redner der Kartellpartele», die erhobenen Klagen seien stets berücksichtigt worden, liebet diese Meinungsverschiedenheit gab es sehr gereizte Worte, bis znm Schluß der Antrag in etwas gemilderter Form abgelehnt wurde. Die Annahme des neuen Sozialistengesetzes ist in der betreffenden Kommission schon entschiede», welche die grundlegenden Be- stimmunden genehmigt hat. Die Beratung der Vorlage im Plenum des Reichstages wird also sehr lange Zeit kaum beanspruchen. Ob der Reichstag zu Weihnachten bereits geschloffen werden kann, läßt sich aber immer noch nicht klar übersehen. Militär- und Marine - Etat werden noch viele Schwierigkeiten verursachen.
Zn den am besten situierten Staaten im deutschen Reiche gehört unstreitig das Königreich Sachsen. Die Thronrede, mit welcher König Albert den Landtag feiner Monarchie soeben eröffnet hat, läßt erkennen, daß die Dresdener Regierung imstande ist, sich ohne olle Schwierigkeiten etwas zu „leisten". Nicht nur haben sich die wirtschaftlichen Verhältnisse der Bevölkerung günstiger gestaltet, sondern die Finanzlage ist so befriedigend, daß den Gemeinden Unterstützungen für Schulzwecke überwiesen und die Beamten- und Lehrer-Gehälter erhöht werden sollen. Außerdem wird aus den vorhandenen Geldern das Eisenbahnnetz erweitert werden. Die Sachsen haben allen Anlaß, sich die Hände zu reiben; nicht überall im deutschen Reiche ist man so weit schon vorgeschritten. Im baierischen Abgeordnetenhause ist in dieser Woche die Kulturkampfdebatte fortgesetzt worden. Der Antrag der Zentrumspartei, den Re- demptoristenorden zurückzurufen, wurde mit einer kleinen Mehrheit gegen die liberalen Stimmen angenommen. An eine Verwirklichung dieser Forderung ist vor der Hand aber nicht zu denken, da der genannte Orden unter daS Jesuiten - Gesetz im Reiche sällt. Bevor das letztere also nicht geändert
mit einem braunen Ponuy davor. Der Müller saß im Sonntagsstaat auf dem einzigen Sitz deS Gefährts nnb knallt: ungeduldig mit der Peitsche.
Er wollte mtt seiner Frau zum Herbstmarkt fahre» uud hatte schon eine gute Weile warte» müsse», ehe sie mit Ihre» Aaordnvnge» für de» Haushalt fertig wmde. Doch No» hatte fie dem Knecht «nb der Magd alle Befehle erteilt und schritt mit vor Eifer hochrotem Gesicht hastig über deu Mühleusteg. Aber wie fich befinneud, kehrte sie plötzlich wieder um uud trat auf einen großen flachen Stein, der Tochter ein paar Worte znznrufeu.
«Inge*, ftgte sie. .Kanu fei», daß wir erst spät wieder heimkomme». Laß keine Bettler iuS Haus uud sorge dafür, daß das Gesinde seine Schuldig- kett thut. Und uuu behüt Dich Gott, Dich uud deu Jnrg!'
Jetzt war die Müllerin endlich fertig, ging zv ihrem Manne und kletterte in deu Wage». .Du, Vater*, sagte fie nach einer Weile, .hast Dn nicht bemerkt, wie blühend und schmuck das Mädcheq wieder geworben ist, seitdem der arme kleine Wnrm in der Mühle ist? Der Erich würde Augen mache», wenn er fie und den Jouge» sähe.*
.Freilich, Mutter', erwiderte der MMer. «Es hätte schlimmer kommeu können, viel schlimmer.'
,3a, ja. Darum gebe ich auch die Hoffnung uoch nicht auf, daß uoch Alle» gut und recht wird. Alte Liebe rostet nicht und kommt der Erich erst wieder von seine» Reisen zurück — »ud ich sehe nicht ein, warum er nicht wieder kommen soll, bann flieht es eine lustige Hochzeit mit Sang uud Slang, und ein echte», ehrliches Liebensglück.'
.Aber Alte!' Der MMer kratzte fich bedenklich hinter den Ohre». .Daß Ihr Weiber doch immer auS Heirate» denkt!
.Sei still, Man», D» wirst sehe«, wer Recht hat. Und der Gedanke daran macht mich schon liasj wann.'
.Um so eh« müßtest D» ei» Einsehen habe»