Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntaasblatt.
Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch. "
M 256
aber die Verhältnisse liegen doch so, daß die Aussicht auf Wiedererstattung der vom Reiche aufgewendeten Geldmittel nicht fehlt, und da wird man schließlich ein Auge zudrücken und es bei einigen guten Ermahnungen zur Sparsamkeit bewenden lasten.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Quartal-Abonnements-Preis bei der Expedition 2*/4 MI., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.
Marburg,
Donnerstag, 31. Oktober 1889.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler tt, Frankfurt a.M., Caffel Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV Moste mFrankfurt a. M.,Berlin,München u. Köln; ®.L. AA1 ’'
Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris.
Bestellungen
für die Monate November und Dezember nehmen auf die
vverhesfische Zeitung
mit ihren Gratisbeilagen Krrisblatt
fir dir Kreise Marburg ««d Kirchhain und
-llnstriertes So««tagsblatt
sämtliche Postanstalten, unsere Agentur in Kirchhain, sowie für hiesige Etadt unsere Expedition entgegen.
Nom Reichstage
werden noch drm Wortlaut der Thronrede bekannt- sich neue Mittel sür die Wifmcnnsche Expedition ’m Ostasrika gefordert werdln, denn die im Februar dieses Jahres bewilligten zwei Millionen Mar pitb längst verausgabt, Wohlschon größtenteils mit der Anschaffung eigener Transportschiffe und deren Ausrüstung, srwie mit der sehr komplizierten Ausstattung der Expedition drauf gegangen. Die Nachforderung, welche gestellt werden wird, wird nicht liedrig sein. Es ist bekannt aus den Berichten des Reichste» missars an den Fürsten Bismarck, daß sich die Ausgaben höher gestellt haben, als bei den ersten Kesterberechnungen in Berlin angenommen .worden war. Tie Verteurung ist besonders hervor- xerufen durch den höheeren Sold, welcher den Schwarzen der Kolonialtruppe gezahlt werden mußte und durch die höheren Kohlerpreise. Hauptmann Lißmann versicherte indessen dem Reichskanzler, daß er wie seine Beamten sich der größten Sparsamkeit befleißigten, und so kann man Wohl annehmen, daß die Mchiausgaben, welche von der Expedition gewacht worden sind, auch, da man nun einmal in Afrika war, gemacht werden mußten. Am erfreulichsten ist, daß die Ausgaben nicht umsonst gemacht frib, baß Wißwann im ganzen den Erwartungen entsprochen hat, welche auf seine Person gesetzt sind. Sämtliche Stationen des nördlichen Teiles des deutschen Küstengebietes sind von ihm, allerdings nnter erheblicher Mithilfe der Marine, wieder gewonnen; ein sehr ausgedehnter Zug ins Innere ist glücklich gelungen, die Anhänger Buschiris, die zu
sNachdruck verboten.)
Die Rose von winde rmere.
(Fortsetzung.)
XLI.
»Beabsichtigen Sie mit dem Glasgower oder orifioler Dampfschiff zu fahre», Sir?' fragte der »zierte, geschäftige Kellner eines Gasthauses in «lveuglas.
»Weder wit dem einen noch mit dem andere», Vier Freund; bemühe Dich auch uicht weiter uw vtsere Abreise!' entgegnete ein älterer Herr iw irengsten Ouäkeranzi g, der eine onffalleude Aehn- lchkeit mit dem alte» Mr. Jackson hatte, wie mit dem Fremde», de» wir in der Kirche von Lortou besehen.
In der Heffnvng, de» gefälligen jungen Manu ^gefertigt zu haben, wandte er sich daun an seine tt>ch jugendliche Begleiterin, die ebenfalls, als unökerin gekleidet, nngewöhulich ernst an feiner Seite »h. Allein jener ließ sich nicht so schnell znw vitweigen bringen, sondern begann nochmals: »Ber- Aihen Eie, Sir, ich meinte nur, daß, wenu Sie nach Bristol reisen, eS Ihnen vielleicht nickt unlieb sein bürde, dies in der Gesellschaft eines Gentleman zn vm, der —•
»Ich reise nicht nach Bristol, Freund, und danke uit nochmals für alle Gefälligkeiten. Ta eS aber «tt für uns ist, oufzubrechen, so kannst Tu uns bohl sage», was wir zu zahlen haben!'
.Bet diesen Worten blickte er seine Tochter be» MttungSvoll an.
»O, ich bin ollen Gästen, die nufer Hans be- »cheu, gern gefällig, und oft ist ihnen sehr daran Meßen, Reisegesellschaft zu bekommen!' erwiderte b« Kellner freundlich grinsend.
»Mir und meiner Tochter aber nicht', entgegnete tt Quäker, ungeduldig werdend, »nnb ich wieder- ®Ie Dir nochmals, baß ich meine Rechnung haben schiel'
Räuberbanden ausgcartet waren, sind wiederholt mit sehr schwerem Verlust geschlagen worden, so daß die Karawanenwege dem Handel wieder im vollen Umfange geöffnet werden konnten. Auch die Sklavenaussuhr aus diesem Teile des Schutzgebietes ist beseitigt. Es ist ja nun anzunehmen, daß die zerspi engten Anhänger des gezüchtigten Sklavenhändlers versuchen werden, den kleinen Krieg fort- zusetzcn, und die Wißmannsche Truppe wird noch längere Zeit fliegende Kolonnen gegen diese Haufen entsenden müssen. Hier kommt aber den deutschen eine bemerkenswerte Unterstützung durch die Eingeborenen. Wißmanns freundliches Auftreten gegen alle Eingeborenen, welche freiwillig die Waffen nieder- gelegt haben, die weitgehende Schonung ihrer Sitten und Gebräuche haben unzweifelhaft zahlreiche Stämme für die deutsche Verwaltung gewonnen und geben denselben den Mut, wie es mehrfach geschehen ist, sich selbst kräftig gegen Ueberfälle von Menschenhändlern zu wihren. Nur den Letzteren ist keine Schonung zuteil geworden, und etwa ein Dutzend sind hingerichtet worden. Die bisherigen Erfolge verheißen auch die Beruhigung des südlichen Teiles des deutschen Schutzgebietes, wo namentlich in Sindi und Nikindani noch zahlreiche halbwilde Eingeborene allen Europäern ein Betreten ihrer Küste verbieten. Hier wird es sicher neue Kämpfe geben, und die Küstenleute werden im Vertrauen auf ihre Zahl versuchen, den Scharen deS Reichskommisssrs Widerstand zu leisten. Für Deutschland am wichtigsten ist nun die Aufklärung darüber, ob unser ostafri- konischer Kolonialbesitz im Stande fein wird, die aufgewendeten Unkosten zu decken, wie eS z. B heute schon in Kamerun der Fall ist. Allerdings sind die Aufwendungen in Ofiafrika infolge des Bestehens der Schutztruppe sehr viel größer alS in Kamerun, wenn auch wohl bei ausgedehnterer Urbarmachung des Landes die Kcsten sür die Kolonialtruppe sich verringern werden. Diese Deckung der Kosten durch die Kolonie selbst ist unbedingt notwendig, die Aussicht hierauf muß dem Reichstage früher oder später g>wahrt werden. Es ist unmöglich, daß Teutschostafrika auch von Emin Pascha später Nutzen hat. Wißmann meldete bekanntlich selbst, daß Emin und Stanley durch deutsches Gebiet aus dem Innern der Küste zuzögen. Das weist doch daraufhin, daß diese Straße die vortcilhastefie sein und eine Zukunft haben muß. Im Reichstage ist man wegen der zahlreichen Neusorderungen nicht eben in sehr rosiger Laune und große Freude wird man wegen der Nechforderuvgen sür Ostasrika auch nicht haben;
Und nochmals blickte er nach seiner Tochter, die nnverwandt ihre Angen auf die vor ihnen liegende See und die Schiffe gerichtet hielt.
»Gnt, sogleick I Ich gehe schon, Sir.'
Wirklich verließ er diesmal das Zimmer. Die beiden Anwesende» hörte» ihn die Treppe hinabgehe», nnb kaum war er außer Hörweite, als auch der Vater zu feinet Tochter sagte: »Wir haben keinen Angenblick zn verliere», Geliebte, ben» Mike erwartet uns, ich sehe das rote Zeichen an seinem Boote flattern!'
»Ich habe eS ebenfalls gesehen!' lantete bk hastige Antwort, nnb sich fest an StanfieldS Arm schmtegenb, verließ Gertrub mit ihm baS Zimmer.
Kanm aber hatten sie ben Korridor betreten, als der Kellner nochmals erschien nnb geschäftig! sagte: .Verzeihnng, Sir 1 Allein ich komme von dem Reisenden welcher Sie zu kennen glaubt--•
»Er int sich — muß sich irren--• *
»Nein, nein, ich ine mich nicht!"
Mit biesen Worten stürzte Ouanbisch ans einem anberen Zimmer.
Star fielb hatte ihn kanm erblickt, als er, bie tätlich erschrockene Gertrub im Arm, bie Treppe zu erreichen strebte, nnb a!8 bieg geschehen, mit ihr hinnntereilte.
Ans dem Hausflur angekowmen, warteten seiner aber mehrere Gerichtkbiener, bie Gertrnb, ungeachtet k sich fest an ihn anklammerte, von seiner Seite riffe» nnb bann Hanb an ihn legten, indem sie ihn alS ihren (gefangenen erklärten.
Es folgte ein heftiger Kampf, in dem Stanfielb mit bet Kühnheit nnb Kraft eines Löwe» rang; allein er vermochte nichts g- gen bie Uebrrwacht nnb sah sich endlich von de» Dienern ber Gereckttgkeit überwältigt, die im Begriff waren, ihn zn feffeln, als et, ver. zwe flnngsvoll den rechten Arm loSreißenb, mit Blitzes, chnille einen Dolch hervorzog, ben er sich wiederholt ehe sie eS hindern konnte», tu bie Brust stieß, indem
Prtttfches Reich.
Berlin, 29. Okt. Dem Bundesrate ging eine Vorlage, betreffend die Subvention einer Postdampf- Verbindung mit Ostafrika, zu. Dieselbe ermächtigt den Reichskanzler, diese Dampferverbindung deutschen Unternehmern für bie Zeit bis zu 10 Jahren unter Beihülfe von höchstens 900 000 Mark jährlich zu übertragen. Die Fahrten sollen mindestens alle vier Wochen stattfinden, die anzulaufenden Häfen bestimmt der Reichskanzler. Tie Fahrten sollen späten- 12 Monate nach dem Abschlüsse des Vertrages beginnen. — Es verlautet, zur Begründung der in der Thronrede angekündigten Mehrkosten für bie Wißmannsche Expedition werde demnächst dem Bundesrate und dem Reichstage ein Weißbuch über die Ereignisse in dem deutsch-ostafrikanischen Schutzgebiete vom Beginn der Operationen zugehen. — Wie be- tannt, fordert der nächstjährige Militäretat außer den beide» Divisionsstäben für das 17. Armeekorps noch einen dritten für das 16. Armeekorps, welches nur einen von dem bisherigen 15. Korps übernimmt ; woraus hervorgeht, daß die großherzoglich hessische Division keinem der drei oberrheinischen Armeekorps zugeteilt wird. Es muß nun auffallen, daß nicht den drei Divisionen entsprechend sechs, sondern nur 5 Infanterie - Brigadestäbe gefordert werden, von welchen 4 für das westpreußische Korps erforderlich sind, so daß für das lothringische nur einer übrig bleibt. Es läßt sich dies nur so erklären, daß sür die fehlende Infanterie-Brigade der neuen Division einstweilen die bayerische Besatzungs- Brigade in Metz zugewiesen werden soll. Es würden also außer den bayrischen Regimentern Nr. 4 und 8 die preußischen Regimenter Nr. 67 und 136 von der bisherigen 33. Division, ferner die Regimenter 98, 130, 131 und 135 der bisherigen 30. Division dem 16. Armeekorps zufallen, — dem 15. Armeekorps dagegen die Regimenter 97 und 99 von der 33., die vier Regimenter ber 31. Division unb 2 der neu zusammengestellten Regimenter. Offenbar handelt je» sich hier um ein Provisorium, dadurch herbeigeführt, daß es in Lothringen noch an Unterkunft sür die fehlende preußische Brigade mangelt. In dem Militäretat werden nun über 6 Millionen Mark für Kasernenbauten zur Unterbringung einer
er ausrief: »Lebend sollt Ihr mich nicht in Eure Gewalt bekommen! Lebe wohl, Gertrud, auf ewig lebe wohl! Bisset so als ihr Gefangener!'
Bei diese» Worten brach er lantloS zusammen.
Einen gellende» Schrei auSstoßend, war Gerttnd ait„ leblos t» bk Arme ber Wirst» gesunken, bk, ?AM*tleib für bie junge schöne Fran, beten Geschichte sie schon erfahren, sie ans ber schnell wachsen- ben Menge entfernte unb in ihr eigene» Zimmer brachte, wo sie versuchte, btefelbe ins Leben zurück- zurnfe».
Unter Denen, bie von dem Lärm ungezogen wurde», befand sich auch Mike, welcher, da Stavfielb nnb Gertrub wider Erwarten lange anSgeblkben, ans Land gekommen nnb, nichts Gutes ahnend, schnell "ach dem nahegelegenen Gasthanse gegangen war.
Er hatte kaum vernommen, was geschehen, nnb wollte eben versuchen, sich dem Verwnnbeteu zu näher», als ber herbeigervfene Arzt erschien, ihn untersuchte unb betbanb, unb zugleich erklärte, daß er nach dem nahegelegene» Hospital gebracht werden müsse, du die Möglichkeit vorhanden, daß er am Leben bleibe.
Nachdem ber alte Seemann mit tiefem Schmerz das endliche, »ach seiner Meinung unausbleibliche Geschick seine» Schützlings erfahre», sah er sich nach Gerttnd nm, bie für ben Augenblick allein auf feinen Schutz unb Beistand angewiesen war. Er fand sie, zwar zum Bewußtsein zmöckgekehrt, noch in den Händen der Wirtin, und killt ihr so schonend wie möglich das hantige Geschick ihres unglücklichen Manne» mit.
Sie vernahm dies mit mehr Ruht, ul» tr erwartet unb fügte, al» jene da» Zimmer verlaffeu: »Mike, ich muß ihn sehen, ihn sprechen, unb wir Beide müssen zu seiner Rettung ihn», wu» wir könne», den» wir dürfe» ihn nicht in ihren Händen lasse»!'
»Ich bin bereit, Euch beiznftehen so gnt ich kann, M'ß Gerttnd, doch läßt sich für ben Augenblick noch "ichtS für ihn thn». Ihr selbst aber--•
ganze» Infanterie - Brigade in Mörchingen gefordert. Das kleine, dem Eisenbahn - Knotenpunkte Bensdorf benachbarte lothringische Städtchen von wenig über 1000 Einwohnern, soll also eine Garnison von 4000 Mann erhalten. Diese überraschende Maßregel hat offenbar den Zweck, die Eisenbahnstrecke von Metz nach St. Avold, die bisher eine Lücke in dem Garnisonennetze der Reichslande aufwies, gegen einen französischen Ueberfall zu decken. Sinb dort erst die Kasernen gebaut, so wird die Forderung für eine sechste Jnfsnterie-Brigade nicht ausbleiben, ja selbst ein neues Regiment wird dann wohl noch gefordert werden, das in der Nummernfolge noch fehlende 127te. Es muß außerdem bemerkt werden, daß Uebereinstimmung unter den Armeekorps auch insofern nicht erreicht ist, als bei vier Armeekorps das Jägerbataillon fehlen wird.
— Kaiser Wilhelm II. hat die Freytagsche Schrift über Kaiser Friedrich vor der Veröffentlichung „eingesehen und gebilligt, ohne daß der Verfasser Veranlassung dazu gegeben hätte.' So wird der Münchener „Allg. Ztg.' von „guter Hand' gemeldet. Damit erklärt sich jetzt die Verzögerung in der Ausgabe des Buches, die zuerst für Mitte Oktober angekündigt war, dann aber in auffälliger Weise hinausgeschoben wurde. Die Verzögerung sollte angeblich aus wahlaktischen Gründen erfolgt sein — eine Angabe, die sich als falsch erwiesen hat, da die Schrift nun doch noch vor den Reichstagswahlen erschienen ist. Auch die Behauptung, daß die aufgrund massenhafter Bestellungen verstärkte Auflage nicht rechtzeitig herzustellen war, konnte nur mit Kopfschütteln ausgenommen werden. So blieb denn nur die Annahme, daß dem Verfasser nahe gelegt wurde, sein Manuskript oder die Korrekturbogen, ehe er dieselben in die Oeffentlichkeit gelangen lasse, in Berlin zur Prüfung vorlege, und daß der Verfasser sich diesem Ansinnen, wozu er gesetzlich nicht verpflichtet war, gefügt hat. Diese Annahme, der auch der parlamentarische Korrespondent der -Brest. Ztg.' Ausdruck giebt, ohne die Nachricht der „Allg. Z.' zu kennen, wird jetzt von dieser bestätigt. Wenn das letztere Blatt bemerkt, Freytag habe zu einer derarttgen vorgängigen Prüfung und Genehmigung keine Veranlassung gegeben, so kann auch das durchaus richtig sein; die Anregung dazu ist dann eben nicht von ihm, sondern von Berlin ausgegangen. Daß er infolge dieses Zwischenfalles irgend welche Aenderungen in seinen Aufzeichnungen vorzunehmen hatte, wird nicht behauptet, ist wohl auch nicht anzunehmen. Die Bedeutung der Schrift
»Sprecht nicht von mit, Mike, nnb feib auch nicht besorgt nm mich, benn mein Leben ist mit gleichgültig, sobald ich nicht die Gewißheit habe, da» feinige zu retten! — Ihn aber retten — ja, bas muß, da» will ich, ober--'
Ein krampfhaftes Schluchzen unterbrach tiefe Worte, unb erst nach einer Weilt war fit im Staube, fortzusahren: »Ich will au Mr. Fenton schreibe», Mike, bamit er zuerst durch mich diese Nachricht erfährt. Vielleicht kommt er hierher, jedenfalls aber muß et mir beistehe», ben Man», dem er vor so kurzer Zeit mich zum Weibe gegeben, vor einem schrecklichen Ende zu bewahrt».'
XI.II.
Mthrtrt Wochtn waten nach ben berichteten Ereignissen verflossen. Stanfielb hatte sich so wett von ben Verwundungen erholt, daß ohne einen besonderen Zwischenfall fein Tob nicht mehr zn befürchten stund, aber er wut noch so schwach, daß er fein Luget noch nicht vetlussen konnte, nnb ber Arzt empfahl für ihn buhet bie größte Schonung, ba nach jeder Aufregung bie Wnnbeu sich wieder öffnen und et unbedingt verbluten würde.
Nichtsdestoweniger ging man daran, feinen Prozeß eingnleite», um ihn gleich nach seiner Genesung seinen Richtern gegeuLberzustelleu, nnb ba er als gewandt, tollkühn nnb verwegen bekannt war, so wurde er, ungeachtet seiner Schwäche, scharf bewacht und niemand zu ihm gelassen, so daß weder Mike noch Gertrud ihn zu sehen bekamen, liebtigenS freute er sich feiner Genesung von ben Wunden, durch die et sich de» Tod zu geben versucht, nicht; denn er wußte, daß nach den damaligen Gesetzen Englunds die Todesstrafe auf bie Verbrechen staub, bie er so vielfach begangen, unb hätte ber Gefängnisverwullet ans Vorsicht nicht unaufhörlich einen Wächter bei ihm gelassen, er hätte gewiß schon in ben ersten Tugen seiner Gefangenschaft bie Binben von seiner Bmst abgerissen nnb so sein Enbe herbeigesührt.
(Fortsetzung folgt)