Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für dir Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonutaasblatt.
__________________________________________________________________ «lpedition: Markt 21. - Redaktion, Druck uud «erlag von Joh. «ug. Koch. '
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d°ß er frei vor ihrr Mutter hiutretm werde, um fie selbst, obgleich fie ihm schou augehörte, von jener zu fotbern, uud daß fie bann, auf immer mit ihm vereint, an seiner Seite reichlichen Ersatz für baS finden werde, war fie seit seiner Flucht gelitten.
Ihr noch immer andauernder Aufenthalt in Lorton — thre Mutter war so erzürnt, daß fie ihr untersagt hatte, nach Windermere znrückznkehren — ward ost durch die Besuche Doktor ESdaileS, wie auch der Geologen unterbrochen, welch letzterer für ®lI£tBb£ „augenblicklich so trauriges Geschick die größte Teilnahme empfand. Auch an dem Tage, wo die Briefe angekommen, sprach er ans seinem Wege durch die Berge in der Pfarrei vor, und da Gertrud eben abwesend war, zeigte Mr. Fenton ihm dieselben, mit der Aufforderung, ihm darüber seine Anficht zu sagen.
Der Gelehrte, als er fie gelesen, schüttelte bedenklich das Havpt und sagte ernst, fast traurig: os<& Interesse Gertruds auf eine glückliche Wiedervereinigung der Beiden hoffen möchte muß ich dennoch sagen, daß ich gar nicht daran glaube. Jetzt wieder einmal auf seiner Fährte, werden die Gerichte Starfield nicht aus den Augen laffen, und nur die Flucht aus Suglaud könnte ihm nach meiner Snficht Sicherheit gewähren. llebrigeuS l«bauere ich von ganzem Herzen, daß Starfield nicht der wirkliche Oberst Reumore gewesen und geblieben ist, er hätte als solcher seinem Namen nur Ehre gemacht. Ich kann eS sehr wohl begreifen, daß Gertrud >a fie ihm einmal thre erste Liebe geweiht und die seiuige besitzt, nicht von ihm laffen will!«
»Wer und woher mag er wohl eigentlich sein?' kagte der Pfarrer in fichtltcher Bewegung.
»Darüber lauten die Meinungen sehr verschieden, .^ach einigen soll er an» guter Familie sein, als kuabe das Vaterhaus heimlich verlassen und bann bet Fremde» Aufnahme gefunden haben, deren Namen er auch jetzt noch führen soll.
Der Prediger zuckte bei diesen Worten zusammen,
nach der Aussage seiner Nebenarbeiter schon damals Beweise von Geistesgestörtheit.
,. 20. Okt. Unsere Stadt hat seit 1870
eine Bevölkerungsbewegung aufzuweisen, wie fie in der Geschichte nicht ost dagewesen sei« dürste. BiS zu dem genannten Jahre war bekanntlich Metz die einzige größere Stadt Elsaß-LothringenS mit ausschließlich französischer Bevölkerung. Die Auswanderung deS einheimischen Elementes war aber so umfaffend, daß schon ein Jahrzehnt später infolge der starken Einwanderung die altdeutschen Einwohner den einheimischen an Zahl gleichkamen. Seitdem hat das Anwachsen der eingewanderten und der Rückgang der einheimischen Bevölkerung stetige Fortschritte gemacht und dazu geführt, daß bereits 1886 bei den Gemeinderatswahlen die Altdeutschen die überwiegende Mehrheit erlangen konnten. Heute ist in der Aus- und Einwanderung ein ziemlicher Stillstand eingetreten. Daß aber gleichwohl die Zukunft dem deutschen Elemente gehört, geht auS der Thatsache hervor, daß seit einer Reihe von Jahren die Eheschließungen und Geburten der Eingewanderten die der Altmetzer bei weitem übertreffen. Beispielsweise kamen 1888 bei den Eingewanderten 236 Eheschließungen und 1016 Geburten, bei ben Einheimischen bagegen nur 147 Eheschließungen und 416 Geburten vor. Aus ber verhältnismäßig großen Zahl ber nationalgem,schien Ehen läßt sich übrigens der auch durch eine Reihe anderer Erscheinungen bestätigte Schluß ziehen, daß die Schranken zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen immer mehr im Schwinden begriffen sind. Im genannten Jahre sind nämlich nicht weniger als 123 oder 29,29 Prozent national gemischte Ehen geschloffen worden, und zwar haben sich 47 eingewanderte Deutsche und 16 Franzosen mit Elsaß - Lothringerinnen verheiratet, während 12 Elsaß - Lothringer sich altdeutsche Frauen wählten.
besoldungssatzes der Postverwalter um 100 Mark öcn 1525 auf 1625 Mk. und Fetzsetzung des Meistgehaltes auf 2000 Mark. Zugang von 800 Unterbeamtenstellen; 100 Stellen behufs Anstellung der gegen Tagegeld dauernd beschäftigten Tele- graphenleltungsauffeher in etatsmäßigen Stellen; 300 neue Stellen für Landbriefträger, Erhöhung
^/^^"Eesoldung derselben von 615 au 650 Mk. Einrichtung von 350 neuen Postagenturen.
Fonds für Telegraphenanlagen von 6 312 400 auf 7 983 000 Mark. Der Ueberschuß der Postverwaltung nach Abzug der einmaligen Ausgaben beträgt für das neue EtatSjahr 2 420 510 Mark mehr als im Vorjahre.
~ ®ie Reichs- Pharmakopöekommisfion hat am 19. d. M. nach elftägiger Beratung ihre Sitzungen beendigt. Dank der sorgsamen Vorbereitung durch den Ausschuß konnten alle streitigen Punkte rasch beglichen werden. Es trug dazu auch der Umstand wesentlich bei, daß alle austauchenden divergierenden Anschauungen zunächst immer wieder an den Ausschuß verwiesen wurden, der dadmch in der Lage war, sich vorher zu einigen und mit fest gebildeter Ansicht vor das Plenum zu treten. Wie, nach der »Apoth. Ztg.', verlautet, sind von den in den letzten Jahren massenhaft aufgetauchten Arzneimitteln und Arzneiformen nur solche ausgenommen worden, deren Wirksamkeit allseitig anerkannt wurde, und von denen eine dauernde Bereicherung des Arzneischatzes zu erwarten ist. Ausgeschieden wurden auch alle Mittel, für die eine sichere Feststellung der Identität noch fehlte, oder die sich inzwischen als nicht mehr allgemein im Gebrauche erwiesen haben. Die endgültige Redaktion der neuen Ausgabe des gesetz- lichen Arzneibuches wird nunmehr stattfinden, so daß erwartet werden kann, daß dasselbe im Lause des nächsten Jahres in Kraft tritt. Die Kommission gab der Ansicht Ausdruck, daß eine deutsche Ausgabe erwünscht sei, sowie, daß die fremdsprachigen Ausdrucke, soweit es angängig wäre, durch deutsche ersetzt würden. Selbstverständlich bleiben die als Ueberschriften dienenden lateinischen wiffenschaftlichen Bezeichnungen erhalten.
Hamburg, 23. Okt. Die Gesandtschaft des Sultans von Sansibar reist heute abend mit einem Dampfer nach England ab.
Stuttgart, 23. Okt. In der Person des Attentäters ist der 35jährige Gerber Martin Müller aus Winnerden, wohnhaft in Dethlingen bei Kirch- heim, fkstgestellt worden. Derselbe arbeitete im vorigen Jahre in einer Lackfabrik in Ulm und gab ,
Deutsches Leich.
Berlin, 23. Okt. Im Reichstage eröffnete Präsident v. Levetzow die Sitzung und schlug die Ermittelung der Beschlußfähigkeit deS Hauses vor. Die Auszählung ergab nur 195 Anwesende. Das Hans war somit nicht beschlußfähig. Die nächste Sitzung findet morgen, mittags 1 Uhr, statt; Tagesordnung : Präsidentenwahl. — Der „Nordd. Allg. Ztg." zufolge empfing ber Reichskanzler gestern in Kriedrichsruh die Abgesandten des Sultans von Sansibar, welche ihm Geschenke überbrachten. In poeistündiger Unterredung wurden mit Hilfe eines «-bischen und französischen Dolmetsches die Be- । ziehnngen der beiden Länder zu einander freund- Hastlich und aufs ausführlichste besprochen. Bei ihrer Rückkehr nach Hamburg drückten die Gesandten ihre große Befriedigung über ihre Unterredung, so- Wie über ihre Aufnahme seitens deS Reichskanzlers «S. — Zum Generalkonsul in Kalkutta ist Freiherr 1 fr- b. Heyking, bisher in Valparaiso, zum Konsul i Singopore der bisherige Vizekonsul in London, ? ßschke, ernannt. Nach Valparaiso geht der seitherige < sizekonsul in Nizza, von Voigts Rhetz; an die Stelle Achtes in Loudon kommt Regierungs - Assessor von mmboldt - Dachröden. Das Konsulat zu Port au stirce Übernimmt der bisherige Kommiflar für KSdwestafrika, Dr. Göring. — Der .Reichsanz." berichtigt die gestrige Meldung von der Unterstellung der dem Sultan von Witu gehörenden Station Kis- : Miu und bemerkt, es muffe heißen: die dem Sultan 1 Zanfibar gehörende Station Kismaju.
I— Der dem Reichstage zugegangene Entwurf Gesetzes, betreffend die Änderungen deS Reichs- ärgesetzes vom 2. Mai 1874, lautet: Art. 1. § 3, Absatz 2 und 3 und der § 5, Absatz 1 3 des Reichsmilitärgesetzes vom 2. Mai 1874 Hs-Gesetzblatt 1874, Seite 45) erhalten nach- nbe Faffnng: § 3. Aus 2 bis 3 Divisionen den entsprechenden Artillerie-, Pionier- und Informationen wird ein Armeekorps gebildet, :t, daß die gesamte Heeresmacht des Deutschen es im Frieden ans 20 Armeekorps besteht. meekorpS werden von Bayern, je 1 von Sachsen Württemberg aufgestellt, während Preußen geschäftlich mit den Übrigen Staaten 16 Armee- rps formiert. § 5. Das Gebiet des deutschen eiches wird in militärischer Hinsicht in 10 Armee- »psbezirke eingeteilt. Als Grundlage für die Or- Misation der Landwehr, sowie zum Zwecke der eeresergänzung werden die Armeekorpsbezirke in
sNachdruck verboten.)
Die Lose von Windermere.
(Fortsetzung.)
Dieser Brief war, wie auch derjenige Mr. FeutovS, »e Unterschrift uud enthielt noch die Sitte um erzeihuug, wie die Versicherung treuer, uowandel- tter Liebe.
3« jenem Schreiben an ben Prediger hieß es Ich einer längeren Einleitung:
.Ich habe Gertrud geliebt vom ersten Angev- blick an, wo ich sie gesehen, und ihrer Gegenliebe gewiß, schlvg ich ihr eine baldige Heirat vor, nm ne vor listigen, peinigenden Bewerbungen zu schützen. AIS ich dies gethau, brauchte ich weder Verfolgung zu fürchte», noch mußte ich auf Flucht firnen, sondern war nur zn einer Reise mit meiner Gattin entschlossen. Das, was in der Kirche geschehen, galt eben so wohl Gertrud wie wir und war das Werk schiudltcher Bosheit eines elenden Schurken.
Werden Eie mich erst näher kennen, theurer Sir, und alles, was ich zn meiner Rechtfertigung lagen kann, vernommen Haden, so werden Sie mit 3hre Teilnahme nicht versagen. Diese zu erlangen, ist ber innigste Wunsch meines Herzens, benn ich schütze, verehre und liebe Sie, wie Gertrud Ihnen ebenfalls sagen wird. Woher diese Gefühle ent- ganben find, will ich Ihne» später faßen, für ben Augenblick aber baif ich Jhret- nnb meinetwegen »ich nicht weiter barfiber aussprechen I*
Diesen Erklärungen war »och ber Schloß nnb Uge AbschtebSworte hinzngefügt, bie ber Prediger **m gelesen, als er halblaut sagte: »WaS mag er ? mit diesem Brief faßen wolle», in dem er mehr mir als von Sertrnb spricht?"
» In ernstem Sinnen ßinß er eine Welle in feinem »*mer aus nnb ab, wobei bie Worte: »Unmöglich I ^möglich! SS kann nicht fein!" — feine» Lippen
Anzeigen nimmt entgegen bie Expedition d. Blattes von Haasenstein und Vogl«
in Frankfurt e. >J[.‘ Berlin, München m'«öln^G.°L XXIV. Jahrgang.
Daube u. To. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, hariS.
Ausland.
Wien, 23. Okt. Die Blätter besprechen die deutsche Thronrede auf das wohlwollendste, als eine erneute Bekräftigung der Friedenstendenzen. Das ,Fremdenblatt" hebt hervor, daß die schweren Opfer zur Wahrung deS Friedens nicht umsonst gebracht werden dürften. Deshalb konnten die militärischen Autoritäten bei einem Vergleiche der deutschen Heeres- tärke mit derjenigen der östlichen und westlichen Nachbarn, sowie angesichts der ununterbrochenen Vermehrung des Geschützmaterials in Frankreich nicht gleichgiltig bleiben, sie mußten sich vielmehr zur kräs- nub im Begriff, eine Frage zu stellen, schwieg er oieber als ber Geologe fortfuhr: .Der alte Mike st offenbar fein Freunb nnb Beschützer, nnb er wüßte wohl, wenn er wollte, gewiß mehr von ihm zu er. jühleu. Auf die Aubentungen in feiner wunderbaren Seegeschichte ist gewiß nichts zn geben, allein ich >abe fie schon oft und in ernstem Gespräch zusammen lieferen."
»Ich habe auch von feiner Erzählung gehört, in ber ein Zauberkiud eine wichtige Rolle spielt. Die 2£Ute von Sßinbermeere sollen nicht müde werden, die Wuuderthateu dieses Kindes zu vernehmen."
Hier wurde er durch die «nkunst eines Wagens uuterbrocheu, den er sogleich als denjenigen Doktor ESdaileS erkannte und den dieser auch mit seinem treuen vi-.rfüßigeu Begleiter verließ.
Sie gingen ihm bis vor die Thür entgegen, wo er, nachdem er sich nach seiner schönen, ihm so lieben Patientin erkundigt nnb von bereu Wohlbefinden ge» »ort, die Freunde prüfend bettachtend, sagte: »Sie nd so ernst und aufgeregt zugleich, was mein geübtes Auge schon von westem entdeck hat. Ist etwas Besonderes geschehen?"
_ »Wir haben Briefe erhalten I" entgegnete der Geistliche.
»Briefe? Bon — von Reumore — Stanfield wollte ich fügen? Darf ich fie fehen? — ober agen Sie nur, was fie enthalten I" rief der kleine Arzt lebhaft.
»Hier find fie 1* entgegnete Pastor Fenton, indem er fie ans feiner Brusttasche nahm und jenem )iureichte.
Doktor ESdaile durchla» fie und gab fie bann mit der Bemerkung zurück: »Wäre ber Schein nicht gegen ihn nnb hätte man nicht bie Beweise von einem, ich muß sagen verbrecherischen Treiben, man würde allen seinen Worten Glauben schenken. Such i tertrub wird ihm sicherlich glauben —*
, »3«, He glaubt ihn vom Unglück und von ungünstigen Schicksalen verfolgt nnb lebt in ber Heber-
Divisions- und Brigadebezirke und diese, je nac; Umfang und Bevölkerungszahl, in Landwehr- und Kontrollbezirke (Kompagniebezirke, Bezirke der Haupt- Meldeämter oder Meldeämter) eingeteilt. Art. 2. Dieses Gesetz tritt mit dem 1. April 1890 inkraft. Urkundlich u. s. w. Gegeben u. f. w.
— Für einmalige Ausgaben der Post- und Telegraphenverwaltung find im ganzen angesetzt 8 191 159 Mk., darunter abgesehen von zweiten uni) folgenden Raten für bereits früher im Prinzip oder durch erste Raten bewilligte Bauten: Erste Raten für ein Dienstgebäude in Burg bei Magdeburg, Gesamtbedarf 151 500 Mk., für ein solches in Duisburg, Gesamtbedarf 310 000 Mk., in Eberswalde Gesamtbedarf 150 000 Mark, in Glogau, Gesamtbedsrf 235 200 Mk., in Lahr, Gesarntbedar 140 000 Mk., in Landsberg an ber Warthe, Ge samtbedarf 229 450 Mk, in Liegnitz, Gesarntbedar 741 000 Mk., in Luckenwalde, Gesamtbedarf 180 00( Mark, in Marienburg i. Westpr., Gefamtbedarf 221500 Mk., in Osterode (Harz), Gefamtbedarf 122 500 Mk., in Zeitz, Gesamtbedarf 146 000 Mk. In Krefeld zur Erwerbung eines Bauplatzes von 10 080 Quadratmeter am Ostwall für 397 000 Mk. für ein neues Dienstgebäude. Zur Vergrößerung deS Postgrundstücks in Elberfeld 204 450 Mark. Bauplatz für ein neues Gebäude in Homburg v. d. Höhe, Gesamtbedarf 130 000 Mk.; desgleichen Bauplatz in Glauchau 162450 Mk.; desgleichen Bauplatz in Straßburg i. Elsaß 500 000 Mark. Zur Vergrößerung des Postgrundstücks in Thorn 152 000 Mark, sodann zur käuflichen Erwerbung des deutsch- norwegischen Telegraphenkabels 1400 000 Mk. — Beim Generalpostamt sind drei neue Stellen für einen geheimen expedierenden Sekretär, einen Oberbuchhalter, einen Buchhalter eingestellt, drei Stellen für Geheime Kanzleisekretäre, 4 für Büreauafsistenten, bei der Betriebsverwaltung, 4 neue Stellen für Posträte, 3 für Post Inspektoren und Telegraphen- Jnspcktoren, 3 für Poft Bauinspektoren, 3 für Oberpostkaffen-Kassierer, 71 für Büreau- und Rechnungs- Beamte erster und zweiter Klaffe, 11 für neue Vorsteher von Postämtern und Telegraphenämtern erster Klaffe, 15 Stellen für Kassierer, 39 für Obersekretäre unter Einziehung von 39 Sekretärstellen, 9 Stellen für Vorsteher von Postämtern zweiter Klaffe, Umwandlung von 60 Sekretärstellen in Ober-Assistenten- und Assistentenstellen. Dazu 200 neue Stellen für Ober-Assistenten, 40 neue Stellen ür Assistenten, 10 für Telegraphen Mechaniker, 40 für Postverwalter, Erhöhung des Dmchschnitts-
eutschlüpste». Daun begab er sich zu Gerttud, nm mit ihr ben Inhalt ber Briefe zu besprechen.
t Als» deren Zimmer betreten, stürzte fie unter heißen Thränen, die ihre gepreßte Brust erleichterte», in feine Arme, nnb während er fie faust und tief, bewegt ,n ttösten suchte, flüsterte fie: ,O, mein Vater, er lebt, er ist in Sicherheit! Es wird fich wohl alles aufklSren — er wttd wahrscheinlich wiederkowmen und ich darf doch »och hoffen, glück- lich zn werden!"
»Das gebe Gott, mein thenreS Kind!" entgegnete Fenton. »Aber auch ich glaube tB, denn der Brief, >en ich erhalten, läßt wich Sehnliches hoffen! Ver, cheuche j-tzi allen Trübsinn nnb Deine ängstlichen Sorgen; laß wich Dein liebes Antlitz nun wieder lächeln sehen. Freue Dich auf die Wiedervereinigung mit Deinem Satten, die über kurz oder lang tzatt- tnben wird l"
Der Gerstliche wußte, daß Gertrud Reumore oder Starfield noch eben so treu nnb innig liebte, wie an dem Morgen, wo fie als sein »euvermählteS Weib mit ihm am Altar gestanden. Er, ber fie seit ihrer Kirdheit kannte, wußte auch, daß sie ihn bis on ihr Ende Heben werde, und wenngleich er in Wirklichkeit nicht die Ueberzengung nnb Hoffnung hegte, bie er ihr gegenüber aussprach, sein Herz viel, wehr voll banger Ahnungen, Erwartungen nnb fie. firebtnngen ber Zukunft entßegenblitfte, so verbarg er ihr dies alles sorgfältig und zeigte ihr nnr bie Uchte Seite ihres Geschickes, dawtt ihr Seist und GewLt wieder Faffnng nnb Ruhe gewinnen möchten nnb fie wieber neue Kräfte erlange, um einer mög. ichen traurigen Katastrophe in StarfieldS Leben geatzt gegenfibertrete» zu können.
Gerttud gab fich nnr zu gern ber Hoffnung auf eine glückliche Zukunft hin! Mit jener nnr bet Jugend eigenen Elastizität des Geistes, erfüllt von ihrer Liebe zn dem vom Schicksal so grausam detfolgttu Starfield, konnte fie schon bald Pläne für fich nnb ihn ent. , werfen, und fie dachte fich ihn soweit gerechtfertigt,
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und QIWI . ______
getertaflen. — Quartal-LbonnementS-Preis bei der Expe- MFtWl-PII ftt.
bjtwn 2‘/43RL, bei ben Postämtern S Mk. 50 Pfg. (erkl.
' U Freitag, 25. Oktober 1889.