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Illustriertes Souutagsblatt.

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wird also der am kommenden Dienstag stattfindenden Reichstags ei öffnung nicht mehr beiwohnen. Auch Fürst Bismarck, der wieder in Friedrichsruhe ange- kommem ist, ist nicht zugegen, so daß also Staats­sekretär von Bötticher die Thronrede verlesen wird. Im Bundesrat ist der Staatshaushalt festgestellt worden, der zum erstenmale die Milliarde Mark übersteigen wird. Was die zu erwartende große Anleihe anbetrifft, so haben die ersten Meldungen sich als richtig herausgestellt: Es werden im ganzen 275 Millionen Mark für Militär- und Marine- zwecke, Eisenbahn, und andere Bauten gefordert und auck, was bei der heutigen Zusammensetzung des Reichstages nicht zweifelhaft sein kann, bewilligt werden. Das neue Sozialistengesetz soll erst dann an den Reichstag kommen, wenn seine Annahme durch vertrauliche Vorbesprechungen gesichert sein wird. Wahlen zum Landtage haben im Königreiche Sachsen stattgefunden und zwar ohne wesentliche Ver­änderung des bisherigen Besitzstandes der Parteien. Die Konservativen verloren ein Mandat, die Frei­sinnigen zwei und die Sozialdemokraten gewannen zwei Mandate.

Von den Ercigniffen im Auslande war das be­deutsamste die Programmrede dcs italienischen Mi­nisterpräsidenten Crispi, die im ganzen Lande leb­hafte Zustimmung gesunden und dem Redner einen warmen Dank des Königs Humbert eingetragen hat. Herr Crispi stellte int großen und ganzen die be­kannten Prinzipien seines Ministeriums aufs neue fest. Er betonte abermals, daß an eine Rückgabe von Rom an den Papst niemals zu denken sei, be­teuerte seine treue Anhänglichkeit an den großen Fiiedensbund und verteidigte seine innere Politik. Eine gewifle Erläuterung fand diese große Kund­gebung durch eine kleine Gelegenheitsrede, in welcher der italienische Staatsmann beteuerte, daß er nicht daran denke, irgend ein Land, auch Frankreich nicht, anzugreisen. Sollte Italien ober angegriffen werden, nun, so werde es auch wohl mit seinen Gegnern fertig werden. Das zielt hin auf den Bundesver- trag mit Deutschland zu Lande und mit England zur See. Denn daß Italien allein Frankreich nicht gewachsen ist, darüber besteht wohl kein Zweifel.

Im ungarischen Parlament hat die Budget­debatte begonnen. Die früher sehr mißlichen Finanzen Ungarns haben sich recht gebesiert und das neue Budget weist nur ein Defizit von einer halben Million Gulden auf. Der Finanzminister versprach die strengste Sparsamkeit für die Zukunft und eine gerechte Steuerpolitik und fand damit bei den Ab-

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Unmöglich! unmöglich, meine liebe Miß Euthrrlandl Wer sollte es denn gewesen fein?' fragte Mr. Lawtou, während seine Tochter in sicht­licher Bewegung fortwährend die Farbe wechselte.

Mein Bruder hat ihm von Anfang au nicht ge­traut", fuhr die Erzählerin mit eruster Stimme fort, ivdeß, (8 konnte ihm doch nicht eivfollev, in dem so geblldete», schönen nud wirklich vornehmen Oberst Reumorr eine» Verbrecher zu vermuten."

Einen Verbrecher?" wiederholten Bater und Tochter, und letztere preßte unwillkürlich die Havd aufs Herz, um das ungestüme Poche« desselben zu «uterdrückev.

Sie stauur», uud zwar mit Recht! Aber werde» Sie mir glaube», we»n ich Ihnen sage, daß er der berüchtigte Fälscher und Betrüger Stanfield ist?"

Und ohue irgend einen Ausruf, SchreckeuSlaut oder eine Frage zu beachte», erzählte Miß SMher. land, war fie mit eigene» Ohre» in SeSwick gesehen »ib gehört, an Abend noch von Gertrud Wetherbyr Verschwinde» und am Morgen darauf von ihrer Tranuug mit Revmore uud beffen Flucht auS der Kirche veruowmen.

SIS fie ihre» wirklich überraschenden, kaum glaub, liche» Bericht beendet, trat eiue augenblickliche Pause ei», die Mr. Lawtou iudeß, welcher nicht im Stande

bekauut werden, den» wen» er von den SerichtS- dteaeru so eifrig verfolgt wird, ist an ein Entkommen für ihn kaum zu beulen."

»Bis jetzt aber haben fie ihn »och nicht gefangen genommen, nicht wahr?" fragte Lama, nnb ihre Lippe» zuckten merklich bei biefeu Worte».

Nein, meine Liebe, und er wird ihnen die Sache schwer genug machen", antwortete ihre ältere Freuudi», denn es ist nicht das erste Mal, daß er von den Dienern der Gerechtigkeit verfolgt wird."

«Dann möchte ich wünschen, daß er ihnen and) diesmal entkomme", sprach Lama,wäre eS auch um um Gertrud, die doch einmal sein Weib ge­worden."

.Du sprichst, wie immer die Mädchen nud Frauen spreche». Ich dagegen wünsche, daher gefangen ge­nommen nud endlich unschädlich gemacht wird!' sprach Mr. Lawtou, der sogleich sich von seinem Seffel erhob und heftig im Zimmer auf- uud abgtng. .Wäre nicht zufällig der richtige Oberst Renwore nach KeSwick gekommen, er hätte wohl »sch dessen Namen beibehalteu uud vielleicht auch hier seine neuen Bekannten betrogen."

«DaS ist kaum zu glauben, da der Methodist Ouandisch ihn gekannt und gegen ihn gezeugt hat."

.Hat der Methodist ihu wirklich gekannt, so ist nach meiner Auficht ihm auch nicht zu trauen!" er- widerte der GutSbefitzer; .wer weis, waS wir noch von diesem hören werde»."

DaS Gespräch nahm »och eine Weile in dieser Weise seinen Fortgang, bis Miß Sutherland zum Abschied fich erhob und sagte: Ich will auf meiner Rückfahrt in Wiudermeere anhalten; vielleicht hat man schon etwas NeneS von Gertrud gehört. Kommen Sie aber bald mit Lama »n uuS, Mr. Lawtou, mein Bruder wird sich ftenen diese so interessante Auge, legeuheit mit Ihne» zu besprechen."

Ihrer jungen Freundin herzlich beide Hände reichend, ließ sie fich von deren Vater an ihren Wagen führen.

war, feinen Zorn zu beherrschen, zuerst unterbrach, indem er ouSrief: .Starfield? Oberst Reumore wäre wirklich dieser so gefährliche Verbrecher ge­wesen? Und wir Alle haben ihn mit Aufmerksam­keiten überhäuft! Hier in diesem Hause hat er die herzlichste Aufnahme gesunde». O, der nichts­würdige Schurke! Dieser,lende Schuft!"

Mr. Lawtou sank in einen Sessel zurück uud be­deckte einen Augenblick fein Angesicht mit beiden Händen, wie nm die Bilder fern zu halten, die bei Nennung jenes Namens wieder vor seine Seele traten.

Lama saß einen Augenblick wie vernichtet da, dann aber faßte fie fich, nm Miß Sutherland nicht ihre Gefühle tu bezug auf Reumore zu verraten, nud die Thi äueu bitterer Enttäuschung unterdrückend, die schon in ihre Augen treten wollten, sagte fie: .Die atme Gertrud 1 Wie sehr bedauere ich fie, daß sie da» Opfer des infamen Betrügers geworden ist l Sie hat ihn gewiß sehr geliebt, weil fie fich ent. schließen konnte, so schnell und ohne Wiffen ihrer Mutter feine Gattin zu werden!"

.Sie hat ohne Zweifel geglaubt, den hochge­borene» Oberst Reumore z» heiraten!" entgegnete ihr Bater.WaS wird fie »»» sage», wen» fie die Wahrheit erfährt? Ja, sie ist wirklich vov allen Ge- täuschte» hier am meiste» zu bedauern. Sollte er sie wohl ebenfalls lieben?"

Das glaubt man, nnb zwar so leidenschaftlich, daß er durch längerer Verweilen seine eigene Sicher, heit gefährdete."

Wie wag dieser in mancher Beziehung so ans- gezeichnete Mensch wohl heißen nnb woher mag er wohl stammen? Denn der Name Stanfield wird ebenfalls ein angenommener feto."

Ich habe gehört", erwiderte Miß Sutherland, daß die Leute, welche ihn auf genommen und teil­weise seine Erziehung geleitet habe», diese» Name» trage». Ma» will wiffen, daß er seinen Eltern al» Kind schon entlaefe» ist."

Nun, die Wahrheit wird wohl binnen Kurzem

geordneten den lebhaftesten Beifall. Aufgeklärt hat sich jetzt der eigentliche Zweck der plötzlichen geheim­nisvollen Reife des Fürsten Ferdinand von Bul­garien , aus welcher derselbe jetzt in Paris ange­kommen ist. Der Aufenthalt in Sofia ist nämlich nicht ganz billig, Bulgaren giebt seinem Landes­vater eine verzweifelt knappe Civilliste, und so sind Sr. Durchlaucht einfach die Goldstücke alle geworden. Zudem steckt das Fürstentum auch bekanntlich bis über die Ohren in Finanzsorgen. Um etwas Luft zu schaffen, will Ferdinand von Koburg eine größere Finanzoperation unternehmen, zu welcher aber wieder die Zustimmung aller seiner Familienglieder notwendig ist. Gern reift er schwerlich, denn Geld­borgen ist für einen Fürsten genau ebensolches un­angenehmes Geschäft, wie für einen Holzhacker. In Belgrad herrscht wieder Ruhe. Die Königin Natalie hat ihrenEinzigen" nun endlich abküffen können und in der Freude darüber scheint sie ihre politischen Wünsche und Pläne einstweilen an den Nagel ge­hängt zu haben. Verhält sie sich still, wie gegen­wärtig , und widmet sich ohne Hintergedanken nur ihrem Sohue, so wird die peinliche Königinfrage von selbst ihr Ende schon erreichen.

Recht schlimme Nachrichten kommen aus Liffabon über den Zustand des Königs Ludwig von Portu­gal. Der schon lange kränkelnde Monarch scheint hoffnungslos leidend zu fein, die Aerzte machen sich auf ein baldiges Hinscheiden gefaßt. Der portu­giesische Kronprinz Karl ist mit einer Prinzessin von Orleans vermählt, und damit würde nach langer Zeit zum ersten male wieder eine Prinzessin dieses Hauses auf einen Königsthron gelangen. Voll­ständige politische Windstille ist in Frankreich seit den Stichwahlen eingekehrt. Von Boulanger wird überhaupt nicht mehr gesprochen, er hat kein Geld mehr, ist für den Augenblick politisch tot, wozu sich also noch um ihn kümmern? Der Besuch der Welt­ausstellung, die in den ersten Tagen des November geschloffen wird, war in letzter Zeit ganz außer­ordentlich stark und bereitet also den Parisern wieder das beste Geschäft. Damit sind sie zustieden. Ruhig wie in Frankreich ist es auch in England. Nur die Lust zu neuen Kolonialerwerbungen ist noch nicht eingeschlasen, denn soeben hat sich neu eine britische südafrikanische Gesellschaft gebildet, die am Zambesi - Fluß arbeiten will. Ta aber auch die Boern auf dies Gebiet lebhaft spekulieren, werden wohl verschiedene Streitigkeiten nicht ausbleiben.

sNach druck verboten.]

Die Lose von Windermere.

(Fortsetzung.)

Neuigkeiten?" fragten Vater nnb Tochter zu­gleich, nnb ersterer fügte hinzu:Sie machen n»8 durch Ihre Einleitung in der Thal sehr neugierig, Miß Sutherland, nnb fast sollte man meinen"

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Wochenschau.

Der Zar ist auf der Reise nach Petersburg, die er von Danzig aus zusammen mit seiner Gemahlin angetreten hat; sein ganzes starkes Gefolge von höheren und niederen Polizeibeamten, das für eine Woche hindurch den deutschen Behörden saure Tage bereitet hat mit seinen zahlreichen und weitgehenden Anforderungen für die Sicherheit des Kaisers, ist mit ihm gegangen, aber etwas recht erfreuliches ist doch geblieben und das ist die Hoffnung und Aus­sicht auf ruhige Entwicklung der noch ungelösten europäischen (Streitfragen. Kaiser Alexander hat die Notwendigkeit seines Berliner Gegenbesuches wohl ganz gewiß eingesehen; eine andere Frage ist, ob er sehr gern gekommen ist. Behagt hat ihm der Aufenthalt in Deutschland, wie aus mancherlei kleinen Zügen hervorgeht,, jedenfalls, und er würde auch einen weit sympathischeren Empfang gefunden haben, als es der Fall wirklich war, wenn seine Sicher­heitspolizei daran gedacht hätte, daß in Deutschland keine russischen Zustände herrschen. Auf die poli- üsche Bedeutung von Fürftenbesuchen darf man nie allzuviel geben, besonders nicht, wenn der eine Teil bet russische Selbstherrscher ist. Zar Alexander ist ein ehrlicher, aber auch ein sehr stolzer Charakter, mid wer da glaubt, er werde eins, zwei, drei eine Politik auf geben, die er einmal für richtig erkannt und deshalb in Angriff genommen hat, der irrt sich gewaltig. Alexander III. und Fürst Bismarck haben länger als eine Stunde unter vier Augen mit einander gesprochen; diese Zeit genügt, um vorhan­dene Zweifel, Mißdeutungen und irrtümliche An­sichten zu beseitigen, aber um bestimmte Abmachungen und Verträge zu schaffen, dazu ist sie viel zu kurz. Der kaiserliche Diplomat ist außerdem ein sehr vor­sichtiger Herr, der sich nicht übereilt und deshalb wollen wir den Gedanken daran, daß in der russischen Botschaft zu Berlin die orientalische Frage gelöst sei, nur ganz ruhig bei Seite legen. Aber das ist wohl feststehend, daß Kaiser Alexander mit sriedlie- benden und freundlichen Gesinnungen gegen Deutsch­land, den deutschen Kaiser und den Fürsten Bis­marck Berlin wieder verlasien hat; ob düse Gesin­nungen dauernd bleiben oder ob es der panslawisti­schen Klique gelingen wird, die empfangenen Ein­drücke wieder zu verwischen, das muß sich ja zeigen. Hoffen können wir aber, daß eine freundlichere Ge staltung der politischen Lage folgen wird.

Das deutsche Kaiserpaar hat seine Reise nach Italien, Griechenland und Konstartinopel angetreten,

Welcher Meinung Sie auch feto mögen, mein lieber Str, Sie bleibe» immer hinter der Wahrheit zurück! Den» werde» Sie mir wohl glauben, wenn tch Ihne» sage, daß der von Alle» sv geschätzte Oberst Renrnore ein ganz Anderer al» der war, für de» er fich anSgegebe» hat?"

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marbnrg nnd Kirchhain.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Berlag von Joh. Ang. Koch.

XXXIV.

Wie fie sich Dorgcnomme», unterließ Miß Sucher» land nicht, bei einigen ihr bekannten Bewohnern von Windermere Nachfragen nach dem Flüchtling und der fo allgemein beliebten Gertrud anzustelle». Da diese aber vergeblich waren und ihr Niemand die gewünschte Auskunft geben konnte, so setzte fie de» Weg nach ihrem Landhause fort, zufrieden damit, in Blacktoru die fast unglaublich klingende Neuigkett zuerst erzählt zu habe».

Im Dorfe selbst herrschte die größte Bestürzung und Aufregung über die letzte» Vorfälle, die nm so größer war, da, wie die Lente selbst sagte», ein solcher Fall in Windermere nie vorgekommen sei. Während einige Bewohner fich nicht genug wundern konnte», daß der so vornehme, aber höfliche ob freundliche Oberst der Betrüger nnb Fälscher Staust ld sei, be­klagten anbere Gertrud, daß fie ihre Liebe gerade ihm zngewaubt und so bald schon eine bittere Ent­täuschung erfahre» mußte.

(Fortsetzung folgt.)

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Deutsches Reich.

Berlin, 18. Okt. DiePost" weist die Lügen nnd Verdrehungen auswärtiger Blätter über die angebliche Kälte bei dem jüngsten Besuche des rus­sischen Kaisers bei dem Kaiser Wilhelm zurück und hebt die Thatsache hervor, daß beide Kaiser sich nicht getrennt haben, ohne bereits eine neue Zu­sammenkunft zu vereinbaren. Kaiser Alexander habe den Kaiser Wilhelm gebeten, den im nächsten Sommer in Rußland stattfindenden großen Manöver» beizuwohnen, und Kaiser Wilhelm habe diese freund­schaftliche Einladung bereitwilligst angenommen. Zur Reise unseres Kaiserpaares wird bemerkt: In Pera und Galata sind, wie Neologos meldet, be­reits alle Hotels bis auf die Mansarden an deutsche und englische Offiziere vermietet, welche aus Anlaß des Besuches des deutschen Kaisers dort ein treffen. Bekanntlich geht in Pera das ganze englische Mittel- meergeschwader vor Anker. Die deutsche Kolonie bereitet großartige Kundgebungen vor. Die Lieder­tafel wird vor dem Kaiserpaar konzertieren. Mehrere Theater, darunter ein türkisches, inszenieren Gala- Vorstellungen zu Ehren des hohen Gastes. Der Kaiser wird einen Ausflug nach Skutari unternehmen. Bei Brussa wird eine große Jagd veranstaltet, an welcher sich auch der Großvezier und viele hohe Würdenträger beteiligen werden. Auch die italie­nischen und österreichischen Kolonieen werden bei den Festlichkeiten zu Ehren des deutschen Kaisers sich bethätigen. Heute, am Geburtstage weiland Kaiser Friedrichs, kamen Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich und die Prinzessinnen - Töchter, morgens 9 Uhr nach Bornstedt, in besten Kirche der Gedenkgottesdienst ftatlfanb. Bei demselben nahmen die hohen Herrschaften das Abendmahl. Es war der letzte Tag, an dem die hohe Braut in der Heimat, der Stätte ihrer Jugend, verweilte. Sie nahm Abschied vom Amtshause, von allen Leuten desselben, von dem Kinderheim und besten Pflege­rinnen. Der zweite Besuch galt bem Mausoleum der Friedenskirche. Hier empfing Profestor Rasch­dorf die Kaiserin, um deren letzte Anordnungen be­treffs des Baues zu empfangen. Dann traten sie in die Sakristei ein, die Grabstätte Kaiser Friedrichs. Hier legten sie Kränze auf den Sarg des Gemahls und Vaters nieder. Lange verweilten sie hier; es war der Abschied der Prinzessin Sophie von diesem Orte der Trauer und bei Thränen. Auch der Kron­prinz und Prinz Eitel Fritz legten im Auftrage des Kaisers und der Kaiserin zwei Kränze am Sarge

AIS dieser in das Wohnzimmer zurückkehrte, fand er seine Tochter heftig weinend in den Sophakifsen. Er versuchte fie zu trösten, allein seine liebevollen, zärtlichen Worte machten ihre Thränen nur heftiger fließen, und als er den Namen Renrnore nannte, be­kam fie einen so heftigen Krampfanfall, baß er bie Dienerschaft herbeirufen wußte. Der besorgte Vater wußte nur zu gut, baß Miß Sutherlands unerwartete Mitteilungen, bie Tochter, die erst vor kurzer Zett von einem starken Erkältung»fieber genesen war, in diesen Zustand versetzt hatte.

Als am Nachmittag noch keine Besserung eiuge» treten war, beschloß er, Do vor ESdaile holen zu lasten, was er auch, wie vir bereit» erfahren habe», ausführte.

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn» und »a

Feiertagen. Ouartal-AdonnementS-PreiS bei der Expe- ditionS'/.Mk., bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. w _ W__

Bestellgeld) JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile Sonntag, 20. Oktober 1889.

10 Pfg., Reklamen für bte Zelle 25 Pfg.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sowie die Annoneen-Bureaux von Haasenstein und Vogler w Frankfutt a. M., Caffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV Stoffe m Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln; ®. 8. AA1" 'M Uutly

Daube u. Co. in Frankfutt a. SW., Berlin, Hannover, Paris.