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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg nnd Kirchhain. Jllnstriertes Sonntaasblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

a 246.

Erscheint tüzlich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartal-AbonnemerrS'Preis bei der Expe­dition 2'/, Mk-, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgelds JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg

Marburg,

Sonnbend, 19. Oktober 1889.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfutt a. M., Cassel, Magdeburg u- Wien: Rudolf Masse in Frankfutt a. M-, Berlin, München u. Köln: G. L. Daube u. Co- in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Paris-

XXIV. Jahrgang.

Der 18. Oktober.

Wie der 22. März, der Geburtstag Kaiser Wilhelms I., so wird auch der 18. Oktober, an welchem unser schwergeprüfter Kaiser Friedrich das Licht der Welt erblickte, ein Tag weihevoller Er- mnerung für das deutsche Volk zu ollen Zeiten bleiben. Tie Tage der tiefen Trauer sind vorüber, das volle, frische Leben fordert seine Rechte, und mit ihnen versinken auch mehr und mehr die unsäglich trüben Bilder aus Kaiser Friedrichs Lcidenzeit. Eck wer er war wohl kaum ein Fürst hcimgesucht, wie er, der die glänzendste Krone auf dem Haupte ttug und doch sich Tag für Tag sagen wußte:Ob Tu Wohl noch die nächste Sonne siehst!" Kaiser Friedrichs Duldermut steht hoch da, doch nicht minder hoch sein tiefes Pfüchlbewußtsein, seine heiße Vaterlandsliebe, sein edler Sinn. Er hatte die Eympathiecn einer ganzen Nation, von ganz Europa für sich, und wenn er wohl kaum alles hätte er­füllen wollen und können, was von ihm erwartet worden, gewiß ist, Kaiser Friedrich wäre ein würdiger Nachfolger seines Vaters geworden. Glücklich noch er, der in ollem seinem Leid auch die Freude fand, welche treue Volkszuneigung gewährt, und sie Hal ihn vor allem erquickt, seine Schmerzen und Qualen Mutig überstehen lassen. Ein glänzendes Lichtbild im Ehrentewpel deutscher Nation wird Kaiser Friedrich für alle Zeiten bleiben, der geniale Heerführer, der besonnene, maßvolle Staatsmann, der gute Mensch. Naturen, wie Kaiser Friedrich, sind selten; die unbe­schreibliche Leutseligkeit und Freundlichkeit seines Wesens ließ ihn die Herzen im Sturme gewinnen. Nicht bei Königgrätz, Wörth, Sedan oder Paris leistete der damalige deutsche Kronprinz feine höchste That, sondern der größte, nicht hoch genug anzu schreibende Erfolg war, daß er die Süddeutschen für das geeinte Vaterland gewann. Im Nord, wie im Süd ist sem Hinscheiden betromit, wie unser heutiger Kaiser, widmet auch der Geringste dem Enlschlasenen ein treues, herzliches Andenken. Kaiser Friedrich wird nie tot sein, er wird svrtleben im Gedächtnis des deutschen Volkes für alle Zeiten, wie Kaiser Wilhelm I.

Viel umkämpfl und diel umstritten war das, Watz man Kaiser Friedrichs Politik rannte. Nun, heute schweigt der Streit und heute stellte sich auf» Klarste dar, daß in einem sehr wesentlichen Punkt Kaiser Wilhelm II. ganz genau in die Fußstapfcn seines Vaters getreten ist. Kaiser Friedrich war der Freund maßvoller Besonnenheit, nichts war ihm

fNachdruck verboten.) Die Rose von Windermere.

(Fortsetzung.)

Tie beide» Greese trennten sich mit herzlichem Händedrrck, und Jackson folgte Jeck, der schon lang- fam mit seiner Bürde voravgino.

Als fie die Landstraße erreicht hotten, sagte ersterer dem ehemaligen Boten ein Geldstück hinhaltend:Ich danke Ench für Eure Gefälligkeit, guter Freund, kann aber sitzt wetneu Weg allein finden. Nehmt dies für Eure Mühe nnd geht Eures Weges, während ich mich hier urter diesem Baume ausrnhen wlll.'

Er setzte sich wirklich, anscheinend mit vieler An­strengung, auf die aus der Erde hervorragenden Wurzeln, und Jock, vergnügt, so unerwartet einen Zeh, Pfennig bekommen zu haben, wanderte, seine Mltze ziehend, so schneller konnte davon, da er sich danach sehnte, die Hanprstatt zu err>iüev. Nack! einer Weile jedoch blickie er sich nochmals nach dem Greise um, dieser war aber zu seiner großen Ueberraschuvg verschwunden und ans dem ganzen Wege nicht mehr zu sehen.

»Sonderbar!* sagte Jock, langsam das Havpl schüttelnd.Warum wag er wohl davovgeloufeu sein?"

Diesen Gedanken weiter verfolgend, setzte er seinen Weg fort.

Während nun diese Beiden in verschiedenen Richtungen ihrem Ziele zustrebteu, wenden wir uns dem G»lehrten WoodSland wieder zu, welcher de> gierig war, die erhaltene Neuigkeit de» Freunden zu erzähle», die er an dem Tage zu einem Besuch in GreSmere erwartete und daher wvßte, wo er fie treffen würde. Er ging, so schnell er konnte, dem Boche zu, wo Gobfield und Doktor ESdaile in Begleitung seines Biyan Routhmore war unerwaitet vack der Hauptstadt berufen unterdeß in heiterem Ge. sprach saßen nnd Letzterer besonders glücklick, da rüber war, den Tisch ihres Wirtes mit den leckersten Forellen versorgen zu könne».

verhaßter, als ein schroffer, einseitiger Parteistandpunkt, der vor den Parteiintercffcn nickt sehen und nicht hören will. Kaiser Wilhelm II. Kundgebung im Reicksanzeigcr, die heute noch klar in unser aller Erinnerung steht, sagt das Nämliche. Der Kaiser weißt damit alle widersprechenden Ideen, zugleich alle Angriffe auf den Fürsten Tismarck zurück, er teilt alio in bedeutungsvoller Weise die politischen An­sichten seines verewigten Vaters. Unter Kaiser Friedrich machte sich allerlei Hosklatsch breit, dem der verstorbene Herr bei seiner Wiederkrästigung sicher mit ebenso starker Hard ein Ende gemacht hätte, wie sitzt cs Kaiser Wilhelm II. gethan. Die Hohenzollern waren und sind Mannes genuz, ihre Entschlüffe selbst zu fassen und ohne Einflüsterungen an ihnen festzuhalten.

Nichts von allem, was unter Kaiser Wilhelm I errungen svard, unter Kaiser Friedrich erhalten blieb, ist unter Kaiser Wilhelm II. verloren gegangen. Ruhig hat sich der Ausbau des Reiches entwickelt und wenn auch der Parteikampf nicht schwieg, so hat er doch in keiner Weise die Grundlagen des Reiches erschüttern können. Das wird überhaupt nie der Fall sein, denn die Nationalidee ist im deutschen Reiche so mächtig, daß keine polüische Partei, auch die sozialdemokratische nicht, es wagen tonn, die Frage der Existenz des Reiches als eine gleichgiltige hinzusteücn. Ohne deutsches Reich wäre auch kein kräftiges Parteileben vorhanden, denn die Sicherheit, welche dasselbe dem Staatsbürger ge­währt, gestattet ihm überhaupt erst, entschieden mit seinen Ansichten auszutreten. Erfreulicherweise schweigt die Parteiansicht, wo es sich um das Reich und das Oberhaupt des Reiches handelt, vor allem schweigt sie heute, wo wir des teuren Herrn gedenken. Kaiser Friedrich war als Kronprinz auch der treuste Unterthan seines Vaters und Herrn; wir wissen sehr wohl, daß beider Ansichten in manchen Beziehungen nicht übereinstimmten, aber nie hat der Kronprinz den leiscstcn Widerspruch erhoben. Es war ein treuer und deutscher Mann, aus einzelnen Stellen seines Tagebuches wissen wir, wie ihm von vorn­herein nur des ganzen Vaterlandes Wohl am Herzen lag. Das Volk schließt immer besonders die in fein Herz, die ein grausames Geschick wie ein Blitzstrahl traf; unter ihnen wieder steht Kaiser Friedrich obenan und keinen Menschen traf der schwere Schlag unverdienter, als ihn. Schon darum wird er nie vom Denken und Fühlen der Nation getrennt werden können, der er feine höchste Kraft, seinen ganzen reichbegabtcn Geist widmen wollte, um sie zu idealen

Sehen Sic hier, ©ohfidb*, sagte er, indem er ein wahrer Prachtexemplar ans der kiyftallklarer. Tiefe anS Tageslicht beförderte.Hätten wir heute doch nur Gertrud Wetherth hier, um uuS die köst­liche» Fische zuznbereiten, wie fie eS einmal für Oberst Rkuwore und wich gethou, als ich so glücklich war, ihn auf dem Wege nach Windermere zu treffen. Er ist ein ganz vorzüglich uuterhaltender Mann, und ich wünschte sehr, er könnte auch heute uuter unS sein.»

»Wünschte» Sie daS wirklich?" veruabwe» fie jetzt eine Stimme, die fie alsbald als die ihres Freundes Woodslaud erkannte», bet fich sitzt durch die Weide» Bahn brach.

Nachdem dbser fie herzlich begrüßt nud neben ihnen im Grose Platz genommen, sagte et mit be­deutungsvollem Lächeln:Wünschen Sie wirklich die Anwesenheit deS so viel gerannte» Oberst Renmore, Doktor ESdaile? Vielleicht wohl nicht mehr, bene Sie hören, was ich erfahren Habel"

WaS was ist geschehen? WaS haben Sie gehört?' fragte ter kleine Arzt hastig, feinen B hau zur Ruhe verweisend, der nnaufhaltsam knurrte und bellte.

Woodslaud erzählte, was et in wenigen Worten von dem Boten Jack vernommen, nämlich daß Oberst Renmore der berüchrigte Betrüget Starfield sei.

Beide Männer traute» ihren Ohren nicht, und Doktor ESdaile lief, von seinem S tze ausspringeud, wobei et die Angel achtlos zur Seile warf:Beim Himmel, das Hütte ich nie gedacht, und ich kann auch nickt glauben, daß der vollendete Gentleman, der wiffenschaitlich so gebildete Mann, der Fälscher und Betrüger Starfield ist! Wie hat er hier doch alle Menschen getäuscht!'

»Man spricht viel über sein frühen» Leben", entgegnete Goüfield, welcher nicht weniger überrascht war. »Viele behaupten, daß er von guter Herkunft ist, obgleich niemand sage» kann, wer seine Eltern gewesen.'

Zielen zu führen. Es hat nicht sein sollen; aber was er gewollt und was er uns ward, darüber hat d,e Volksstimme gesprochen, und Volksstimme das ist Gottesstimme. Ehre seinem Andenken!

Deutsches Reich.

Berlin, 17. Oktbr. Der Kaiser und die Kaiserin machten nachmittags der Kaiserin Friedrich einen Abschiedsbesuch. Sie gedenken abends 11 Uhr die Reise nach Mailand über München und den Brenner in einem Sonderzug anzutreten. Der Kaiser richtete an den Magistrat folgendes Hand­schreiben: Es ist Mir angenehm gewesen wahrzu­nehmen, wie während der Anwesenheit des Kaisers von Rußland die Ordnung in den Straßen vermöge Entgegenkommens der Bevölkerung bei Ausführung der polizeilichen Anordnungen überall eine muster­hafte gewesen ist, sodaß urgeachtet des großen Ver­kehrs und der notwendigen polizeilichen Einschränkung desselben kein Unfall zu beklagen war. Ich spreche dem Magistrat hierüber Meine besondere Befriedigung aus. Die Freigebigkeit des Kaisers Alexander III. hat namentlich auch die Armen Berlins reich bedacht. Der Kaiser hat dem Magistrat die Summe von 10 000 Mk. für dieselben überwiesen. Das Alexander- Regiment beschenkte er diesesmal ganz außerordentlich reich. Zur Bewirtung der Mann chaften während des Jubiläumstages waren aus der kaiserlichen Privatschatulle rund 1200Thaler angewiesen worden. Dank dieser Freigebigkeit kam auf je drei Mann ein Achtel Bier, fünf Cigarren und 1 Mk. bar. Am Abend erhielt jeder Soldat noch fünf Biermarken. Die durch die St. Annenmedaille ausgezeichneten Feldwebel erhielten jeder noch 20 Mk. Fürst Bismarck erhielt gestern nachmittag 3 Uhr den Besuch des russischen Botschafters Grafen Schuwalow, der über eine Stunde bei ihm verweilte. Gegen 6 Uhr erfolgte bekanntlich die Abreise des Reichskanzlers nach Friedrichsruh. Der Chef der Reichskanzlei Wirklicher Geh. Ober-Regierungsrat Dr. v. Rotten bürg ist cm Dienstag wieder in Berlin eingetroffen. Herr v. Rottenburg wird zunächst noch einige Zeit hier verbleiben und sich dann nach Friedrichsruh begeben, um den Generalkonsul v. Brauer abzulösen, welcher gestern mit dem Reichskanzler dahin geiei ist. Der königliche Gesandte zu Oldenburg, Gra zu Eulenburg, ist vom Urlaub auf seinen Posten zurückgekehrt und hat die Geschäfte ber Gesandtschaft wieder übernommen. Der Bundesrat stimmte heute den Ausschußberichten betreffend die Etats- cntwürse der Verwaltungen des Reichsheeres und

»Im Ganzen kann man sich nicht wundern, daß er hier unter so altem Namen aufgetreten ist, denn er hat cs in London und Dublin ebenso gemacht!' fügte WoodSland Hinz». »Ich bedauere jetzt doppelt, daß ich ihn nicht gesehen.'

»Was werden aber unsere Freunde Lawto» und Sutherland dazu sage», welche die Zttt nicht et- warten konnten, ihn bei fich zu sehen?' sagte Doktor Esdaile lächelnd.Ebenfalls Mrs. Wetherby und ihre Tochter! Ich glaube wirklich, G-rtrnd hatte schon eine zarte Neigung zu ihm gefaßt!'

»Ich habe fie wenigstens oft genug in den Bergen zusammen gesehen!' bemerkte Goleficld,wo bann ber alte Mike bie Zusammenkünfte zu überwachen schien.'

Die Unterrebnng ber brei Männer wurde hier plötzlich unterbrochen, indem Bryan laut und heftig zu b-llen ar fing und nach einer lichte» Stelle in dm Weidengebüfch lief. Ihm mit de» Augen folgend, sahen fie cnch gleich einen Mann heran­kommen, in dem Doktor Esdaile zu seinem Erstaunen den Kutschet von Blacktnr» erkannte, welcher ihm einen Brief von feinem Herrn überreichte.

3hm blieb keine Zeit zu Fragen übrig, denn kaum hatte er einen Blick auf das Schreibe» ge, werfen, als er ei mehrmals hastig überflog und dann mit der ihm eigenen Lebhaftigkeit sagte, indem er fich an seine Freunde wandte:Ich muß sogleich ort, denn Miß Lawton ist bedenklich erkrankt.'

»Der Wagen wartet nicht weit von hier auf bei Landstreße', antwortete ber Kutscher.Ich war bereit» tu Eurem Haufe, Sir, unb da hat man mich hierher gewiesen.'

Was ist es mit Miß Lawton?' fragte Golefielb, während ber Arzt sein Angelgerät in Sicherheit wachte unb feinem Wick WoodSland die Kapsel mit den Fische» reichte.

»Di, Sir, bie Geschichte mit bem Oberst--

Sie ist krank geworben, seit fie von ber Insel zarückkaw. Unb als fie nun noch gar hörte, daß

der Marine zum Reickshaushaltsetat für 1890/91 ju. Bezüglich ber Meldung desBureau Reuter' aus Auckland vom 15. d. M., daß Deutschland sich geweigert habe, Mataafa als König von Samoa anzuerkennen, bemerkt dieNorddeutsche Allg. Ztg.': Die Nachricht klinge nicht unwahrscheinlich, doch sei anzunehmen, daß die Vertreter der beiden anderen Vertragsmächte in Apia angesichts der Wahl MataafaS zum König sich in gleichem Sinne ausgesprochen hätten, da genügend bekannt fei, daß aus der letzten Berliner Samoakonferenz Deutschland, England und Amerika sich dahin geeinigt haben, Malietoa als König anzuerkennen, nicht Mataafa.

Das Reiseprogramm für Ihre Majestät die Kaiserin Friedrich und die Prinzessinnen Töchter nach Venedig und von da nach Athen ist erschienen. Die Abreise erfolgt Sonnabend den 19. früh 8 Uhr 50 Min. vom Anhalter Bahnhofe aus. In Leipzig wird erste Station gemacht, um das Gabelfrühstück einzunehmen. Dann wird die Reise über Hof nach Regensburg fortgesetzt, wo das Diner eingenommen wird. Landshut, Mühldorf, Kufstein werden die Nacht durchfahren. Am Sonntag früh in Bozen Kaffee. Dann weiter über Ala nach Verona, wo mittags das Gabelfrühstück eingenommen wird. Ankunft in Venedig Sonntag 3 Uhr nachmittags. Vom Bahnhof direkt werden sich die hohen Herr­schaften an Bord des DampfersJmperatrix' be­geben. Abfahrt von Venedig 20. Oktober abends, Ankunft in Korinth Freitag 25. Oktober früh, in Kalamak« mittags, Landung im Piräus nachmittags. Empfang und Begleitung ist ausgeschloffen. In Begleitung bezw. im Gefolge Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin Friedrich werden fich befinden Se. Hoheit der Erbprinz und Ihre königl. Hoheit die Frau Erbprinzefsin von Sachsen-Meiningen, Ihre königl. Hoheiten die Prinzessinnen Viktoria, Sophie und Margarethe von Preußen, die Ober- Hofmeistcrin der Kaiserin, Fürstin v. Hatzfeldt- Tiachenberg, die Hofdame Gräfin v. Perponcher, die Obergouvernante Frl. v. Perpigna, Freifrau v. Reischbach, dienstthuend bei Ihrer königl. Hoheit ,der Frau Erbprinzefsin von Sachsen-Meiningen, der Ober-Hofmeister der Kaiserin Graf v. Seckendorff, der Hosmarschall Frhr. v. Reischach, Rittmeister v. Wedell zur Dienstleistung bet der Kaiserin, Ritt­meister v. Berger bei Sr. Hoheit dem Erbprinzen von Sachsen-Meiningen, sowie ferner Hosrat Heyse.

Mit Rücksicht auf die Meldung, daß Erhe­bungen über den Wucher auf dem Lande zwecks Ergänzung des Strafrechts im Gange find, bemerkt der rechte Renmore angenommen ist und Miß Gertrud mit bem anbere» verschwunden

»Wie? Gertrud Wetherby ist auch fort?' riefen bie Frenube, bie in ihrer Uebenaschnug bie erstere Mitteilung überhörte».

»Ja, sie muß mit Staufielb gegangen fein! Der Methobistevprebiger Quandisch unb bie Gerichts, diener von Keswick suchen ihn.'

Was werde ich nun noch mehr erfahren!" unter­brach der Arzt ihn kopfschüttelnd.Wenn möglich, komme ich diese» Abend noch »och GreSmere."

Damit folgte er dem Kutscher, der eiligst z» seinen Pferden lief, iudeß fein Hnnb, munter bellend, voransprang.

Auch Golefielb unb WoodSland traten der Rück­weg an, wobei ihre Unterhaltung fich selbstverständlich nur mit den fast unglaublich klingenden Neuigkeiten »eschäfrigte, bie sie nacheinauber vernommen und ihres zmückgezogene» Lebens wegen nickt früher erfahre» hatte».

XXXIII.

Wie bet Leser fich erinnern wirb, verließen Mr. !awton unb feine Tochter schon früh die Insel, wo ie das erwartete Vergnügen nicht gesunde», unb kehrte» verstimmt, letztere sogar tiesgekränkt durch Oberst RenmoreS angenscheiuliche Gleichgültigkeit, sofock nach Blacktnr» zurück.

Sie wurde» auch bald vo» alle» Suweseubcu vermißt, am meiste» j doch von Miß Srtherlond >ie kaum das Boot verloffe» hatte, welches ihren Srnder uvd fie hinübergebrocht, als fie fich auch nach dem Augenblick sehnte, wo fie die unerhörten Be­gebenheiten, die fie au8 eigenem Ansckaue» kannte, wiedereizählen konnte, und vor allen Dingen Derjenigen mitznteile», von ber sie wußte, daß fie für dieselbe von dem größten Interesse waren.

Wie groß und bitter war daher ihre Enttäuschung als fie vernahm, daß Mr. Lawton und seine Tock ter bereit» nach Hanse znrückgefahren seien! ES fehlte