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Illustriertes Somtagsblatt.

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auf das geringste Maß im Laufe seines Ausent doch etwas, um einen gebrauchen, „aufgethaut."

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Aach der Abreise des Zaren.

Kaiser Alexander III. ist auf der Rückreise nach Rußland. Der Aufenthalt in Berlin ist ohne alle Störungen verlaufen, und der Empfang des russischen Selbstherrschers dort durch die Bevölkerung würde nicht so lau gewesen sein, wie er thatsächlich war, wenn man nicht zu sehr übertriebene polizeilichen Maßnahmen gegriffen hätte. In den wenigen Fällen, wo man dem Publikum völlige Freiheit ließ, zeigte dies zwar keine herzliche, wohl aber eine freundliche Haltung, und es ist nicht der leiseste Zwischenfall zu verzeichnen gewesen. Indessen das Polizeiaufgebot ist in Rußland nun einmal Mode, und in Berlin

wiesen, die sich sogar bis zu der Ankündigung ver steigen, daß infolge des Zarenbesuches engere Beziehungen zwischen Deutschland und Rußland eintreten würden. Wenn wir aber keine anderen Grundlagen dafür haben, als diese Preßstimmen von der Newa, dann können wir unsere Hoffnungen nur ruhig in sen Schornstein schreiben; denn russischen Zeitungen kann man nicht eine Stunde trauen. Einen derartigen Stimmungswechsel, ein >o gehässiges Verleumden des Nachbars, wie in Petersburg es möglich ist, giebt's überhaupt nirgends in Europa. Tie Franzosen sind in ihrem Deutschenhaß sich konsequent, aber die russischen Zeitungen sprechen heute so und morgen so. Sie sind fast alle in den Händen der Panslawisten, und zwischen Panslawisten und Deutschen ist keine ehrliche Freundschaft möglich. Wir erkennen es dankbar an, daß der Zar dem Kriegsgeschrei dieser Partei bisher hartnäckig Wider­stand geleistet hat und hoffen, daß er das in Zukunft erst recht thun wird. Ein sehr liebenswürdiges Bild bot das Verhalten des Zaren gegenüber dem Reichskanzler; daraus geht doch so viel hervor, daß er von seinem bekannten früheren Argwohn, Fürst Bismarck intriguiere heimlich gegen Rußland, gänzlich abgekommen ist. Was zwischen dem Kaiser und dem Kanzler in ihrer langen Unterredung besprochen worden ist, läßt sich unschwer erraten; es handelte sich um die leidige bulgarische Angelegenheit. Daß Alexander III hierin seine Anschauungen ändert, ist ausgeschlossen, und läßt schon sein Stolz nicht zu. Bekannt ist aber auch, daß Fürst Bismarck nach seinen großen Reichstagsreden in Sachen Bulgariens Rußland die weitesten Konzessionen mochte. Er teilt durchaus nicht die Anschauungen Oesterreichs und hat nichts gegen einen Einfluß Rußlands in Sofia einzuwenden Nur der Forderung, Oester­reich-Ungarn zu bewegen, sich dem Willen des Zaren zu unterwerfen, der kann und darf er nicht ent­sprechen, denn dann wäre es mit dem Friedensbunde aus. Eine Lösung der in der europäischen Lage bestehenden Schwierigkeiten hat der Zarenbesuch also nicht gebracht, höchstens etwa eine Beruhigung. Wenn keine urplötzlichen neuen Zwischcnsälle ein- trcten, ist diese Beruhigung aber wohl geeignet, eine schließliche Lösung vorzubneiten. Freilich wird darüber noch viel Wasser ins Meer laufen. Allzu­großen Hoffnungen wollen wir uns nicht hingcben, nur die eine Gewißheit können wir wohl haben. Mir dem französisch-russischen Kriegsbündnis ist cs vor der Hand rein nichts!

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Marburg,

Freitag, 18. Oktober 1889.

u»d selbst in dem stillen Ludwigslust, hat man den Wünschen in dieser Richtung natürlich entsprechen müssen. Der Zar kam sehr ernst nach Deutschland; er ist überhaupt eine zurückhaltende Natur, die wenig nach öffentlichen Festlichkeiten fragt, und deshalb sind diese in Berlin auch

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dem Frühstück in der Alexander-Kaserne der Fall. Der Zar war so

Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt fite die Kreise Marburg nnd Kirchhain.

Expedition: Markt 21. — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

•) Der Name Zahlbach ist vorzugsweise den Be­wohnern der Vorstadt bekannt. Ein tn früheren Zeiten — entstandener Reim wird denselben sobald nicht in Ber- ii Menheit kommen lassen. Dieser Reim lautet: Wer über 04’j, die Brücke aebt ohne Wind, und druck Meiiu>nbauk<>n

Deutsches Aetch.

Berlin, 16. Okt. Der Kaiser besuchte gestern das „Berliner Theater", wo Wilbrandts neues Schau­spiel „Markgraf Waldemar gegeben wurde, und äußerte in einer längeren Unterhaltung zum Di- rektor Barnay, es sei wünschenswert, daß viele historische Stücke gegeben würden, die den vater­ländischen Sinn beleben. — Nach Londoner De­peschen werden die Erlebnisse des Zarenbesuches in diplomatischen Kreisen sehr hoch veranschlagt. Man erwartet die Befestigung des Friedens und meint, viele Mißverständnisse seien zerstreut worden. — Fürst und Fürstin Bismarck sind heute, nachmittags 5 , 4 Uhr, nach Friedrichsruh gereist. — Ueber das politische Ergebnis der Berliner Entrevue schreibt die „Köln. Ztg.« aus Berlin: Daß politische Ab­machungen nicht getroffen, daß Verträge nicht ge­schlossen worden sind, ist selbstverständlich, wurde auch von niemanden erwartet. Der Schwerpunkt der politischen Bedeutung des Besuches wird viel­mehr in den vielfachen ungestörten Gesprächen der beiden Herrscher unter einander und in der langen Unterredung zu suchen sein, die auch diescsmal wieder der Zar dem Fürsten Reichskanzler gewährt hat. Ter Inhalt der kaiserlichen Unterhaltungen entzieht sich selbstverständlich der öffentlichen Erörterung; über die Audienz des Fürsten Bismarck ist jetzt noch nichts Zuverlässiges bekannt geworden. Wer aber den Charakter des Fürsten und seine politische Eigen­art kennt, wird nicht zweifeln, daß auch bei dieser Gelegenheit der Fürst mit der an ihm gewohnten Offenheit und Unzweideutigkeit gesprochen und keinen Zweifel darüber gelassen haben wird, daß nicht nur die deutsche Regierung, sondern nicht minder der Dreibund keine andere Politik verfolgt als eine fried­liche und den Frieden stärkende. Bei einer io langen Unterredung, wie sie thatsächlich stattgefunden hat, ist es wohl natürlich, daß auch Einzelheiten der Ver­gangenheit zur Sprache gekommen sein müssen, die zu Mißdeutungen Anlaß gegeben haben konnten, und die hier leicht aufzuklärcn waren und wohl auch aufgeklärt worden sind. Daß diese Unterredung jedenfalls beim Zaren eine überaus gute Aufnahme gefunden und große Befriedigung hervorgerufen hat, dafür spricht unzweideutig die besondere Liebens­würdigkeit, die der Zar am Abend desselben Tages gegen den Reichskanzler entfaltete. Knüpfen wir hieran die Thatsache, daß unser jugendlicher Kaiser unmittelbar nach der Abfahrt des Zaren zum Reichs­kanzler fuhr und bei ihm über eine halbe Stunde

CorduS zu Marburg in seinem zu Cölu 1534 ge. druckten Botanologicuw. Dieses enthält nämlich eine Unterhaltung zwischen ihm, den Professoren Meckbach und Niger, seinem Schwager, dem Apotheker Rall aus Leipzig und dem französischen Studiosus Bigot. Cordns steht von seinem Fenster aus — er rohnte tn dem der medizinischen Fakultät über, wieseuen Dominikaner kloster — Bigot auf der Weiden. Häuser Brücke gehen und läßt ihn zu den anderen b-ranrufen. Die Gesellschaft begiebt sich in den Garten am Haus, bespricht hier eine Anzahl Pflanzen und zieht dann hinaus in den großen Garren des Cordns, welcher fast 4 Acker groß unter dem Glas­kopf liegt. Sie gehen über die Brücke durch die Vorstadt, wo ein schmaler, gepflasterter Weg durch die schmutzige Straße führt, worauf ste einzeln gehen müssen. Rall sagt, auch hier hat die Wut der Bauern gehaust; ich erinnere mich, daß diese steinernen Bilder einst mit großen Kosten gemacht und hier anfgestellt wurden. Ja, was dient es, solche Werke und Denkmale so jäwmerltch zu zerbrechen? Ste kommen dann in die Nähe de» Kreuz-S *), das von Steinen aufgerichtet und des Galgens und Rall tragt, ob mau nicht auf falschem Wege sei, worauf CorduS antwortete, bis jetzt sind wir noch nicht fehl gegangen, wir müssen aber rechts durch diese un- Degsameu Hecken uns wende». In vorstehender laterredung kommt noch vor, ein Marburger Bürger, Johannes BernamuS, besitze Fäden von Salamander.

Dienstags nach Oculi dem Landgrafen nach Cassel zur Be» soldung etlicher Fußknechte, welche zum schwäbischen Bund gezogen waren. Die Gesamtausgabe des Heerzugs kostete )ie Stadt 381 Pfund 2 Schillinge */i Denar.

*) Reben der unteren Sieche war die Kreuzigung Christi in 3 Figuren, Christus in der Mitte und die beiden Schächer zur Rechten und zur Linken dargestellt gewesen. Aus den Eisen, woran die Schächer gehangen, verfertigte 1535 Ludwig Schmidt ein Kreuz für den neuen Mönchskampf, und das Kreuz warf die große Flut am 10. Januar 1552 um und schwemmte es weg.

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Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. — Ouartal-AbvnnementS-Preis bei der Expe­dition 2'/. M-, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld). JnsertionSgebühr für die oespaltene Zeile 10 Pfg., Rellamen für die Zeile 25 Pfg.

sich b s tn unsere Gegend mcht eiftietft haben*). Wir ersehen dies aus dem von Professor 6ut'c!n8

*) Zur Bekämpfung der Bauernkriege mußte auf Befehl des Landgrafen Philipp von Hessen die Stadt Marburg unter Führung des landgräflichen Schultheißen zu Marburg, Conrad Buchsack, genannt Heßund den )en Hauptleuten Ditmar Dietz, Christoph Helffmann und Peter Freitag, Marburger Bürger, auch ihr Kontingent stellen. Eine im Stadtarchiv vorhandene Rechnung vom Jahre 1525 betitelt: Ausgabe zum Heerzug nach Hers- eld, Fulda, Frankenhausen und sonst berichtet darüber folgendermaßen: Sonntags Quasimodogehiti hat Philipp Pladermann abends die Trommel durch die Stadt ge­schlagen und ausgerusen, daß alle Bürger zu Marburg ollten Montags Morgen auf dem Kirchhofe erscheinen. An dem zuletzt genannten Tage fand der Auszug in der Richtung nach Hersfeld statt, begleitet von den mit Proviant beladenen Wagen und dem Koche Henn Knauff. Mittwochs nach Quasimodogeniti schlug Heinrich Fischers Sohn die Trommel durch die Stadt und Heinrich Muserlin rief aus, daß alle Diejenigen, welche um Sold ziehen wollten, sich bei dem Rate melden sollten. Freitags darnach wird Jost Lemp mit Geld nach Hersfeld geschickt. Tags daraus mußten auf Befehl der landgräflichen Räte 12 Mann im Harnisch das große Geschütz nach Ziegen­hain fahren. Montags nach Jabilate wurden auf schrift­lichen Befehl des Landgrafen 19 Mann gen Fulda zu ziehen verordnet, nämlich Hans Duchscherer, Johann Darmbstatt, Siffurt Khun, Martin Murer, Arnt Koch, Wiegand Schreiner', Knauf Hänschen, Balzer Luchter, Heinrich Schade, Heinz Lober, Hans Mönch, Ludwig Meurer, Jakob Ibach, Hans Hilgart, Heinz Murer, Lucas Steindecker, Heinz Rese, Ludwig Rauner und Heinz Schmidt. Donnerstag nach Jubilate wurden auf Geheiß des Rates die Zelte und der Stadt Buxen auf den Kirch­hof gefahren und gereinigt. Dienstags nach Cantate wird auf Befehl des Amtmanns Balthasar Schruttenbach in Gießen Jeckel der Bote in das Lager gen Salzungen zu Peter Freitag geschickt. Zu Pfingsten war der Zug wieder zurück. Ditmar Dietz, Christoph Helffmann, der Fahnen­träger u- a. versammeln sich an diesem Tage in des Bürgermeisters Johann Blanckenheims Haus und zechen da ans Rechnung der Stadt. 120 Gulden schickt der Magistrat aus zweimal, nämlich Sonntags Invocavit und

Anzetgen nimmt entgegen die Expedition d. Blatte», sawte die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler tn Frankfurt a. M E-ff-l Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV Mofse tn Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; L. AA1 ’ ‘ <>llyrglHlg< Daube u. Co. in Frankfurt a. M., Berlin, Hannover, Haris-

104» 6te Brücke geht ohne Wind, und durch Weidenhausen °hne geschimpft, und durch die Zahlbach ohne ausgelacht, 100,” ®et hat seine Sache recht gut gemacht.

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angeregt, daß er plötzlich Französisch, in welcher Sprache er sich bis dahin stets unterhalten hatte, — »ur mit dem Kaiserpaare hatte er leise Deutsch ge sprachen — Französisch sein ließ und sich zu einem Toast in deutscher Sprache auf deutsche Truppen verflieg. Dieser kurze Zwischenfall ist der bedeut samste Punkt im ganzen Kaiserbesuch. Der französisch gesprochene Toast im Weißen Saale, in welchem Kaiser Alexander sehr knapp erwiderte, daß er ebenfalls freundschaftliche Gefühle für unseren Kaiser hege, wie dieser für ihn, bedeutet praktisch wenig. Alle persönliche Freundschaft zwischen dem Berliner und Petersburger Hofe hat zu Lebzeiten Kaiser Wilhelms I. nicht den Abschluß des deutsch-öster­reichischen Bündnisses gegen Rußland verhindert, und auch in letzter Zeit hat es ja manche Wette­rungen gegeben. Wenn aber der Zar die deutsche Sprache gebraucht, er weiß doch ganz genau, wie ungemein gerade auf diesen Punkt in Paris geachtet wird, um auf das Wohl deutscher Soldaten zu trinken, nun, so geht daraus doch wohl hervor, daß Alexander III. beute nicht an einen nahen Krieg mit Deutschland denkt. Weitere Bedeutung diesem Trinkspruche zuzuschreiben, wollen wir uns aber hüten.

Es ist auf die plötzlich höchst freundlich ge­wordenen Acußerungen Petersburger Blätter hinge.

Das heilige Kreuz auf -er Krücke zu Vkideuhause«.

(Schluß.)

Im 14. und auch noch tm 15. Jahrhundert teilte

verweilte, zweifellos um sich mit ihm über das poli­tische Ergebnis des Besuchs zu unterhalten und um der Welt von Neuem ein redendes Zeugnis von dem großen Vertrauen zu geben, das ihn mit seinem höchstem Berater verknüpft, so muß man gestehen, daß in der Thal dieser Besuch geeignet ist, uns in der Hoffnung und Erwartung zu bestärken, daß er für die Erhaltung und Befestigung der Friedens­zuversicht nicht vergeblich gewesen sein wird. Wie weit diese Erwartung sich bewähren, wie weit die Wirkungen dieses Besuches sich dauernd fühlbar machen werden, das wird die Zukunft lehren. — Ein neuer Sozialisten-Gesetzentwurf soll dem Bundes­rat zugegangen sein, der in der nächsten Woche über denselben beraten wird. Nach diesem Entwürfe soll das gegenwärtige Ausnahmegesetz verlängert werden, weil eine Ueberführung ins gemeine Recht derzeit unausführbar sei. Das neue Gesetz müsse aber ein dauerndes werden, die Fristbeschränkung müßte fort­fallen. — Graf Walder see besuchte gestern den Fürsten Bismarck und verblieb über eine Stunde bei ihm.

— Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Die Agitation zur Reform unseres höheren Schulwesen- scheint eine mildere Form anzunehmen, und die Er­kenntnis, daß mit einer radikalen Umwälzung nach der einen oder anderen Richtung hin erhebliche Ge­fahren verknüpft find, bricht sich immer mehr Bahn. Daß ein gebildetes Volk über die Entwickelung und Leistungsfähigkeit seiner Schulen mit Eifersucht wacht, ist ja natürlich und erfreulich, unerfreulich ist nur, wenn aus einseitiger Ueberschätzung dieses oder jene- Bildungselementes der geschichtliche Gang der natio­nalen Erziehung nicht seinem Werte gemäß gewür­digt, und wenn infolgedessen eine schablonenmäßige Vereinheitlichung aller höheren Anstalten, die doch verschiedenen Bedürfnissen genügen sollen, angestrebt wird. Als gewissermaßen außerhalb dieser Streitig­keiten stehend und nur dem praktischen Leben dienend, kann man die lateinlosen, höheren Bürgerschulen be­zeichnen, für deren weitere Verbreitung, welche auch der Kultusminister in feiner Rede im Abgeordneten­hause vom 6. März d. I. für ein Ziel seiner Ver­waltung erklärte, an dieser Stelle verschiedentlich eingetreten ist. Der Kultusminister hat auch den Boden für diese Entfaltung der höheren Bürger­schule dadurch geebnet, daß er 1882 einen Lehrplan für dieselbe erließ. Seitdem ist denn auch die Schülerzahl an den höheren Bürgerschulen gestiegen und es sind im Reiche neue Anstalten begründet worden, wobei zu erwähnen ist, daß Berlin, welches bis 1885 keine solche Schule besaß, mittlerweile haaren, wobei jedoch richtig bemerkt wird, der Salamander habe keine Haare und die Fäden seien von einer Art uuverbreuubarem Stoffe.

Das heil. Kreuz war in bürgerliche Hände käuf­lich übergegangen und mit Beibehaltung de» Namens in ein WohnhanS umgewaudelt worden. Im Ratsprotokoll der Stadt Marburg vom Donners­tag uach Audrä 1559 findet sich folgende Bemerkung: Der Frauen im heiligen Kreuz Tochter hat Gerten aus der Schneise getragen und in dem vom 24. Mai 1601 sucht Abraham von Ermengen um die Bürgerschaft nach, weil er die Behansung im heiligen Krenz an fich gekauft.

W. Bücking.

lNachdruck verboten»!

Die Lose von Windermere.

(Fortsetzung.) XXXII.

Mit rüstigen Schritten wie man ste kaum seinen Jahren zugetrant hätte, hatte der Greis, den wir im -Serlauf der Erzählung Jackson nennen wollen, seinen Weg verfolgt, ohne indeß in den Bergen eine be­deutende Strecke znrückgelegt zn haben. Dazu schien er in der Gegend unknudig zn sein, er blickte oft orschend an den höher gelegenen Punkten umher und stand eben so oft lauschend still, wie nm einen Wanderer zu erspähen, dessen RateS er fich be­dienen wollte.

Endlich entdeckte sein scharfer Blick unter einer alten Eiche eine männliche Gestalt, deren er fich vor, ichtig näherte. AIS er sich jedoch überzeugt hatte, »aß der am Wege Sitzende ein Greis mit schneeweißem Haar war, dessen wohlwollende Züge nuwtllkürlich Vertrauen eiuflößten, dessen ganze Erscheinung aber auch den Mann von höherer geistiger Bildung ver­riet, da trat er entschlossen näher und erkundigte sich, freundlich grüßend, nach dem nächsten Wege nach Kendal.

wau die heutige Vorstadt Weideuhauseu in zwei Vorstädte, nämlich in Weidenhausen und Zahlbach *); Weidenhausen liegt westlich, Zahlbach östlich. So beißt es z. B. in einer im Stadtarchiv vorhandenen Urkunde vom Jahre 1362: „Wir Bürgermeister Echtsten, Rat und die Burger zu Marburg iu der allen Stadt, in der Neustadt, zu Weideuha usen, zu Zahlbach sc.* Beide Vorstädte waren durch einen Abzweig jenes vorerwähnten Lahnarmes ge- neuut und durch eine einbogtge steinerne Brücke mit einander verbunden. Auf dieser Brücke stand das heil. Krenz und zwar au der rechten Seite iu gleicher Front mit der Häuserreihe, so daß dadurch der Verkehr auf der Brücke tn keiner Weise gehemmt tonibe. ES ist demnach ganz richtig, wenn es in den vorerwähnten Stadtrechuungea heißt: Das heil. Kreuz auf der Brücke zn Weikenhausen, da t« jener Zeit „Weivenhausen* als Bezeichnung für die Ge- sawtvorstadt bereits gebräuchlich worden war. In iceVi einem Deutschordeus -ZinSregister vom Jahre 1396 wird auch das heil. Kreuz erwähnt und nach ihm •ie Lage von Gebäuden sc. bestimmt. Ruppert Weißgerber nämlich giebt von feinem Hause, Scheuer vid Garten „neben dem heil. Krenz* 1 Schilling Grundzins in das deutsche HauS.

Die im heil. Kreuze ausgestellten Statnen waren 8z‘/f Jon Bauern aus der Nähe zerstört worden, die jedoch den Bauernkriegen nicht augehört hatten, da diese