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WSchcntlichc Beilageu: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain. - Illustriertes SouutaEatt.
_ _____________________________________________________ Expedition: Markt 21. - Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch '
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Während dieser Vorgänge hotte Renmore mit
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L«er Begleiterin glücklich daS Ufer erreicht, und «etde verfolgten nun einen Weg durch die Berge,
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es liegt auf der Hand, daß in dieser Zeit politische Fragen erörtert sein müssen und es ist danach durchaus glaublich, was aus guter Quelle mitgelcilt wird, daß Fürst Bismarck seine Anschauungen über die politische Lage ausführlich dargelegt habe, mit welchem Erfolge, kann natürlich niemand sagen, das wird sich erst später zeigen. Die „Nat.-Ztg." meint, man habe in unterrichteten Kreisen den Eindruck, daß die Stimmung im Verlaufe des Besuches wärmer geworden sei, daß aber politisch alles beim Alten bleiben dürfte. — Kaiser Wilhelm und der Zar sind abends 9 Uhr von der Jagd bei Hubertusstock zurückgekehrt. Die erste Pürschfohrt der Kaiser Alexander und Wilhelm dauerte bis 2*4 Uhr; bei derselben erlegte der Kaiser von Rußland einen kapitalen Zwölfender. Die zweite Jagd dauerte bis 43/* Uhr; bei dieser erlegte Großfürst Georg einen Zehnender. Auf dem Rückwege hatten Hunderte von Kindern mit Pechfackeln Aufstellung genommen; die Ortschaften, welche die Herrschaften passierten, waren illuminiert und ergingen sich in enthusiastischen Ovationen. — Abends 9*/i Uhr fand Souper im engsten Famllienkreise bei der Kaiserin Friedrich statt, bei welchem zugegen waren: Kaiser Wilhelm, die Kaiserin, der Zar, Großfürst Georg, der Erbprinz von Meiningen nebst Gemahlin, Prinz Albrecht nebst Gemahlin, Prinz Leopold, Prinzessin Friedrich Karl und die Töchter der Kaiserin Friedrich.
Berlin, 12. Okt. Die „Nordd. Allg. Zig." stcllt die Meldungen verschiedener Blätter anläßlich des Kaiserbesuches in Kiel richtig. Der Kaiser habe am 8. d. Mts. die Germaniawerft nicht besucht, sondern nur vom Master, bezüglich Dampfboot aus den „Siegfried" und die „Prinzeß Wilhelm" in Augenschein genommen und weder den Direktor Zimmermann noch sonst einen Angestellten der genannten Werft gesprochen. Die Bemerkung, Direktor Zimmermann habe den Kaiser an Bord des „Siegried" begleitet, die Besichtigung habe fast eine Viertelstunde gedauert und der Kaiser habe seine Zufriedenheit ausgesprochen, wird somit hinfällig. — Heute fand eine Sitzung des Staatsministeriums unter Vorsitz des Reichskanzlers statt, in welcher die kommistarischen Beratungen wegen der Bankgesetznovelle abgeschlosten wurden. An derselben nahmen die Kommissare des Reichsamts des Innern, des Reichsjustizamts, der Reichsbank, des Finanz Ministeriums und des Reichsschatzamts teil. — Der „Reichsanzeiger" meldet: Die Staatsregierung machte der westholsteinischen Eisenbahn, der schleswig holsteinischen Marschbahn und der unterelbischen !
daß wir verfolgt werde». Man hat unsere Flucht wahrscheinlich schon entdeckt."
«"d es Quavdisch sein", entgegnete das junge Mädchen hastig, zugleich den stützenden Arm ester fasseud.
„Er wird es ohne Zweifel sein und Dich, sobald er uns eiuholt, iw Namen Deiner Mutter zurück, fordern I" antwortete Ri nwore (wie wir ihn vorläufig noch nennen müssen).
Beoreiflicherweise verschwieg er ihr den weit wichtigeren Grund der Verfolgung, obgleich er fest überzeugt war, daß Quaudisch seinen wahren Namen verraten und die Polizeibehörde in KeSwick schon nach ollen Richtnvgen hin Boten auSgesandt, um nach ihm zu forschen.
„Ich werde ihm aber nicht folgen I" antwortete Gertrud in entschiedenem Tone. „Nach seinem gestitge» Betragen, daS doch znm Teil meine Mutter verschuldet, da sie seine Bewerbung fortwährend unterstützt hott, wögen sie thnn, was fie wollen, eS wird alles vergeblich sein. Und find wir erst einmal beiMr. Fenton, der mein gesetzlicher Vormund ist —"
„Er muß, so schnell er kann, unsere Trauung vollziehen, worauf wir gleich diese Gegend verlassen und nach Frankreich gehen, bis es uns gelungen ist Deine Mntter von der Schlechtigkeit des Methodisten zu überzeugen."
Den Worten ihres so hochgestellten Verlobten, >kssen Weib fie bald werden sollte, nnbedivgt Glauben chenkend, folgte Gertrud ihm vertrauensvoll, und lauschte mit Klopfendem Herzen den Schilderungen in denen er ihr künftiges Glück, ihr Leben au seiner Seite anSzvmalen versuchte.
So kaweu fie dem Ziele ihrer Wanderung immer näher, blieben indeß ost lauschend stehen, ohne aber irgend ein Zeichen zu vernehmen, das ihre Besorgnis hätte errege» können.
I» den Bergen herrschte die tiefste Stille, die nur hin und wieder durch das Geräusch unter-
Marburg,
Dienstag, 15. Oktober 1889.
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(Nachdruck verboten.)
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(Fortsetzung.)
Hätte noch irgend jemand Zweifel gehabt, so «>ßten diese jetzt schwinden, da der wahre Oberst «nwore, begleitet von Mr. und Miß Sutherland, «m Postmeister und dem Konstabler, anlangte.
Die Herzogin begrüßte in ihm einen allen Be- Mutk». Seine Freunde bestürmten ihn mit Fragen mu Abenteuer betnffenb; er selbst aber forschte nach r® berüchtigten Verbrecher, der so lange mit Glück mue Rolle gespielt, leider aber, wir man sich über- «ugte, im günstigen Augenblick das Weite gesucht hatte.
Wohin jedoch hatte sich dieser gewandt? — Diese wage legten sich alle Anwesenden vor. Zngletch be- §nig, zu erfahren, was man in KeSwick zu feiner Ikrfolgnng Ihn» würde, verließen fie, da doch jede wstfrende gestört war, die Insel.
Unter den Eiste», die davon fuhren, war Quaudisch 5® der Polizist Master Groat, Beide gleich eifrig, t«e Spur deS FlüchtliugS aufzufindeu.
XXX.
.,2)n darfst iS wissen, Thenerste, mußt eS sogar •'nen, denn seine Worte enthtellen die Nachricht,
Anzergen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes lowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Sooler in Sranlfurt a. M., Cassel, Magdeburg u. Wien • Rudolf YTTV Woffe in Stanlfurt mM., Berlin, München u. Köln; ©. g. H" u- Eo. in Frankfurt a-M., Berlin, Hannover, Paris.
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Endlich erblickten fie in der Ferne den $ ®erArub mein neunen I Länger aber
von Lortou, und Renmore, der eine Weile fckwewend I ^»^.btrwetleu, denn ohne allen
werde» sollt" WBU<8 bo6) iur Wahrheit nach einer Gegend, wo mich niemand kennt und ich , Mit lieblichem Erröte», eine Thräne beS Glücks! 6lÜ<fII<5en ßeben entgegengehen werde."
im Auge, blickte Gertrud zu ihm auf. Er ober I von seinen Gedanken In Anspruch ge-
""öll das seinige schnell abweudeu, denn eS regte I ^/i"e Weile in der Abend»
'4 in ihm das Gewissen, so viel Liebe und $er» I I)a®meiyDfl dahin. Diese Gedanken aber wußten trauen getäuscht zu habe». leruster. ia trauriger Art fein, wie der Ausdruck
Nach einer Panse fuhr er fort: .Ich bin der I Lt BCI 3»9e bteB einem Beobachter vertaten hätte, Ansicht, thenre Gertrud, daß es am richtigsten ist, I roen5neln [a^" an seiner Seite gewesen wäre. Du erscheinst zuerst allein bei Mr. Fenio», um ihn M Wehr als einmal fuhr er mit der Hand Über von unserer Ankunft und unserem Vorhaben in I & e ,geu, ging dann hastig weiter nnd sagte, indem Kenntnis zu setzen." er uwkrhrte, mit halberstickter Stimme: .Ich muß
»Allein, ohne Dich, Harry?" 18**® Pfarrer — muß ihn Wiedersehen! Länger kann
. '2-h werde Dir folgen, sobald ich annehmen °att ich nicht zögern, und doch - brauchte ich au», daß Deine erste Unterredung mit ihm beenbet Inur °a8 ®auB »icht wieder zu betreten 1" t-, Du wirst doch zugeben, daß Du in anbetracht I Mll raschen Schlitten, die iedock merklich Deines VerhällnisieS zu ihm die Sache viel leichter langsamer wurden, je mehr er sich dem Pfarrhaus
ihm Mitteilen kannst, als wenn ein Fremder, I näherte, ging Renmore jetzt zurück und stand bald selbst ich, dabei zugegen ist." an einer kleinen Gartenthür, wo er jedoch vom Hause
.Hast Du mir aber nicht gesagt, daß Du Mr. I °«S nicht gesehen werden konnte.
Fenton, meinen theurew väterlichenFrenud, kennst?" I „Er zögerte einzutteten, sah spähend, mit gierigen .Zch kannte ihn — doch rst eS sehr lange her. — Blicken umher und lehnte sich einen Augenblick an Ai» Ae i<6t, ®‘liebte, eS wird schon spät l Oder das Gitter, wie nm Kraftzu der bevorstehenden billigst Du etwa meine Ansicht nicht?" Zusammenkunft zu sammeln.
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,6° to,it to5re alf° ““f”1 Flucht gelungen",I „O komm,'komm nur!" erwiderte fie mst ftende.
A Dttitfches Reich.
Berlin, 12. Okt. In dem festlich erleuchteten . Opernhause fand gestern nach der Galatafel zu Ehren des Zaren eine Galavorstellung statt, für welche die zweite Hälfte des „Rheingold" und das Lallet „Coppelia" angesetzt wa.. Um 8 Uhr 20 Mm. betraten die Herrschaften die große Loge, worau , sich die glänzende geladene Gesellschaft erhob. Der • 3°r uahm zwischen dem Kaiser und der KaiseHn Platz, links saßen Großsürst Georg und Prinzessin Leopold, rechts Prinzessin Friedrich Carl. Die Monarchen folgten mit Aufmerksamkeit der Auf- sührung. In der Zwischenpause Jvurbe serviert. Das phantastische Ballet, das darauf folgte, feffelte die Fürstlichkeiten bis 11'-'. Uhr. Der Zar fuhr hierauf mit dem Großfürsten Georg zur russischen Botschaft, die deutschen Herrschaften ins Schloß. Die auf der Straße Versammelten begrüßten die Vor- -berfahrenden ehrfurchtsvoll. — Der Kaiser und der Zar weilen heute außerhalb Berlins aus der Jagd bei Hubertusstock; sie kehren erst gegen 8 Uhr abends zurück und dann findet bei der Kaiserin Friedrich eine Theegesellschaft statt. Die Akte des Besuches, die sich vor der Öffentlichkeit oder doch vor einer beschränkten Öffentlichkeit abspielen, sind überhaupt mit dem gestrigen Einzuge, dem Galadiner und der Galaoper beendet. Morgen fährt der Zar nach dem Mausoleum in Charlottenburg, wohnt dem Gottesdienst in der Botschaft, dann einem Essen bei [einem Alexander-Regiment bei und verläßt Berlin, «u sich nach Ludwigslust zu begeben. Die poli- tifdje Aufmerksamkeit erregte neben der Form, in toeldjtr die beiden Kaiser miteinander verkehrt haben, eigentlich nur die gestrige Audienz des Reichskanzlers beim Zaren und allenfalls die beiden gestrigen Toaste. Es war aufgefallen, daß die Antwort des Zaren auf die immerhin recht warme Tischrede des Kaisers sehr kurz gelautet und sich nur auf einen Dank beschränkt habe; einzelne Blätter pellen auch darüber Betrachtungen an, nun bringt •6er der „Reichsanzeiger" heute abend den Wort- ümt der französischen Ansprache des Zaren, und daraus ersieht man, daß außer dem Danke noch »«sgedrückt ist, daß der Zar vollkommen die vom «aiser ausgediückten Gefühle teilt. Wer dem 9?or= zugesehen hatte, gewann den Eindruck, daß «er Zar ein ziemlich schüchterner Redner ist, wo- durch vielleicht auch die Kürze seines Trinkspruches pch erklärt. Die Audienz des Fürsten Bismarck »eim Zaren hat ungefähr s/* Stunden gedauert;
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und •fit 94 9 Feiertagen- — Quartal-AbonnementS-PreiS bei ber Erpe» »M ^ion2'/.Mk., bei den Postämtern 2 Mk. SO Pfg.(exll.
Bestellgeld). JnftrtionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Psg., Rellamen für die Zelle 25 Pfg.
S)a Gertrud bl merkt, daß der alte Seemann L — i Geliebte», als die Böte zusammeuttasev, Mge ihr unverständliche Worte gesagt, über deren Deutung fie bisher vergeblich »achgesonue», die Mß ohne Zweifel sehr wichtig waren, so fragte sie F fitzt: „Sprich, Hany —" er hatte diese» als E"'» Taufnamen angegeben — „was hat Mike Dir tzeru Mgeteilt in dem Augenblick, wo ich Dein Boot beer. Neg? Darf ich eS wissen?"