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Wöchcllüiche Beilagen: Kreis-Blatt ftir die Kreise Marburg und Kirchhain. — Illustriertes Sonntaasblatt.
Expedition: Markt 2L — Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Ang. Koch. “
M 240.
Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn» und Feiertagen. — Quartal-AbonnementS-PreiS bei der Expedition S'/.M., bei den Postämtern 2 Mk. SO Pfg. (exkl. Bestellgeld). Jnsertionsgebühr für die gespaltene gelle 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 25 Pfg.
Marburg, Sonnabend, 12. Oktober 1889.
Anzeigen nimmt entgegen die Expedition b. Blattes, sonne dieAnnoncen-Bureaux von Hänfenstem und Vogler m Frankfurt a.M., Eaffel, Magdeburg u-Wien: Rudolf TYIV Qrtfirririttri Moste m Frankfurt a. M., Berlin.München u. Köln; G. L >)llyrgang.
Dauben. Eo. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.
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Deutsches Keich.
Berlin, 10. Okt. Der Kaiser traf morgens 7 Uhr an der Wildparkstation ein und begab sich sofort in das neue Palais in Potsdam. — Der Reichskanzler ist heute vormittags zum Vortrage beim Kaiser nach Potsdam gefahren. — Der Kaiser von Rußland verließ Kopenhagen und trifft in Berlin morgen vor zehn Uhr ein. — Anläßlich der Aus stellung sür Unfallverhütung verlieh der Kaiser die 1888 gestiftete Medaille mit der Umschrift: „Für verdienstvolle Leistungen" und zwar in Gold: der Stettiner Maschinenbau - Aktiengesellschaft „Vulkan", der Anhaltischeu Maschinenbau - Aktiengesellschaft in Deffau, der Firma W. Spindler in Berlin; in Silber an: Richard Papperitz (Berlin), Gebrüder Sachsenberg (Roßlau), Th. Lißmann, E. Becker, C. Hoppe, Woyß und Cie. (sämtlich in Berlin), Carl Gustav Hoffmann (Leipzig), Magerns (Ulm), S. Oppenheim und Cie. (Hainholz), M. B. Boden- heim (Cassel). Ferner verlieh der Handelsminister die Medaille mit der Umschrift: „Für gewerbliche Leistungen" und zwar in Gold an die Allgemeine Elektrizitäts - Gesellschaft in Firma Julius Pintsch (Berlin); in Silber an die Firmen I. G. Lieb (Biberach), I. Faiifield Carpenter (Berlin), Westing- houfe - Eisenbahnbremsen - Gesellschaft (Hannover), Firma Schwartzkopff (Berlin), Friemann u. Wolff (Zwickau), Otto Lilienthal (Berlin), Gebrüder Picht und Cie. (Rathenow), (£ Schlickert (Nürnberg), Warmbrunn, Quilitz und Cie. (Berlin), A. Gonde (Berlin), Krumrein u. Katz (Stuttgart), Gustav Ewald (Küstrin). Endlich wurden 16 Medaillen in Bronce verliehen. — Die Preisverteilung in der Ausstellung für Unfallverhütung fand heute, nachmittags 2 Uhr, in der großen Rotunde des Landesausstellungspalastes durch den Unterstaatsfekretär
(Nachdruck verboten.)
Die Lose von Windermere.
(Fortsetzung.)
.Bleibt da über Nacht und Ihr werdet sicher vor aller Verfolgung fein*, setzte der alte Seemann hinzu.
Reumore schwang sich in den Sattel und jagte nach der bezeichneten Richtung davon, während der Greis Gertruds Hand ergriff und mit ihr auf Windermere und »Wanderers Ruh* zuschritt.
Der vielbesprochene Tag war endlich angebrochen und die Sankt Huberts-Insel, die größte des Derweutwater, aus der die Festlichkeiten stattfinden sollten, schon mit Bewohnern der Umgegend aus allen Ständen avgesüllt, von denen namentlich die Landleute sich de» Feiertages freuten und geputzt und in ihren Sonntagskleideru fröhlich und erwartuugs - voll umherwauderte».
Zu der Zeit, als die hier befchriebeueu Ereigniffe sich zugttragen, verbreiteten hohe, mächtige, wohl hundertjährige Eicken ,anf der Sankt HubertS-Jnfel znr Sommerzeit kühlen Schatten; von diesen ist indeß jetzt keine Spur mehr vorhanden, sie find entweder längst schon unter der Axt des Holzhauers gefallen oder auch dem Zahn der Zeit zur Beute gefallen.
Im Schatten dieser alten Bäume sand auch die schon erwähnte Blumevausstellung statt, die, wie wir wissen, Miß Lawtou durch einige ihrer Prachtexemplare verherrlichen wollte und es auch gethan hatte; denn unter den schöne» und seltenen Gewächsen, die zu seheu waren, nahmen »»streitig die ihrige» den erste» Plctz ein.
Je näher der Augenblick heraouahte, wo das Andern seine» Avfavg nehmen sollte, desto mehr drängte sich die Menge nach der Seite der Insel, die für daS Abfahren der Böte bestimmt war. Unter den Festteilnehmern befanden sich viele GutSbefitzer der Umgegend, sowie Fremde, die diese Berg, und Ceegegeud Englands alljährlich zu besuche» pflegten,
im Reichsamte des Innern Bosse in Anwesenheit des Ausstellungskomitees und vieler hervorragender Persönlichkeiten, darunter des Präsidenten und der Mitglieder der Akademie der Künste, statt. Direktor Rösike gab einen Rückblick auf das Entstehen und den Verlauf der Ausstellung und wies auf die Entsendung zahlreicher ausländischer Kommissare behufs Studiums derselben hin, sowie darauf, daß der Kaiser viermal, auch in Begleitung von hohen Gästen, die Ausstellung besuchte. Sodann verkündete Unterstaatssekretär Bosse in Vertretung des Staatsministers von Bötticher die Staatspreise und sprach dabei den Wunsch aus, daß die Preise den Empfängern zu hoher Freude und Genugthuung gereichen und dazu beitragen möchten, ihre Bestrebungen zum Nutzen der Unfallverhütung zu verbreiten und zu kräftigen zum Segen der deutschen Industrie und der Arbeiter, insbesondere zur Festigung des sozialen Friedens in unserem Vaterlande. Sodann wurden die übrigen Preise verlesen, worauf der Ehrenpräsident Bödicker eine Ansprache hielt und mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser schloß. — Die konservative Gesamtvertretung Berlins hat sich in einer gestern abgehaltenen Sitzung mit der kaiserlichen Erklärung im Reichsanzeiger völlig einverstanden erklärt. Herr v. Hammerstein kündigte seinen Austritt an, das Gleiche geschah seitens des Major Blume und des Oberlehrer Ebers. Nächstens soll eine große konservative Volksversammlung behufs Rechtfertigung dieser Haltung stattfinden. — Im Monat September 1889 sind nach amtlichem Ausweise in deutschen Münzstätten an Reichsmünzen geprägt worden: für 15 367 320 Mk. Doppelkronen, sür 117 266,90 Mk. Zehnpfennigstücke, für 124 263,15 Mark Fünfpfennigstücke und für 52 977,55 Mark Einpfennigstücke. Insgesamt sind danach bis Ende September geprägt: Doppelkronen für 1 878 025 260 Mark, Kronen für 476 294 290 Mk., halbe Kronen für 27 969 925 Mk, Fünfmarkstücke für 74 104195 Mark, Zweimarkstücke für 104 964 606 Mk, Einmarkstücke für 178 990 334 Mk., Fünfzigpfennigstücke für 71 486 552 Mk, silberne Zwanzigpfennigstücke für 35 712 922,80 Mk, Nickel - Zwanzigpfennigstücke für 3 003179 Mk, Zehnpfennigstücke für 26 756 424,10 Mark, Fünfpfennigstücke für 13 175 659,80 Mark, Zweipfennigstücke für 6 213 207 44 Mark und Einpfennigstücke für 4 707 422,02 Mk. Nach Abzug der wieder eingezogenen Stücke verblieben Ende September dem Verkehr: für 2 380 251 620 Mk. Goldmünzen, für 452 236 693,60 M. Silbermünzen,für 42 934167,50
und zu diesen gehörte auch die Herzogin von Devou- fhire, bekannt wegen ihrer Schönheit, Liebenswürdigkeit und Meuschenfreuudlichkeit.
Frühzeitig waren Mr. Lawtou und feine Tochter eingetroffen, und Beide hatten sich schon, wiewohl vergeblich, nach ihrem Gast, Oberst Renmore, urnge- seheu, der ihnen beim Abschied in Blackturu der. spräche», sie auf bet Sarki HubertS-Jnfel wieder zu treffen. Das junge Mädchen empfand darüber eine bittere Enttäuschung, die sich ihrem ganzen Denke» mitteilte. Auch die PreiSverteiluug bei der Blnrnen- AuSstelluug, welcher sie so lauge und mit großem Interesse entgegengeseheu, ließ sie gleichgültig, obgleich die Herzogin, welche daS Schiedsrichteramt übernommen, ihr unter großem Beifall der Anwesenden den erste» Preis etuhändigte.
Wie aber Saara »ad ihr Vater vergeblich a»f Renmore wartete», so sähe» sich die Anwesenden auch vergeblich nach Gertrud Wetherlh, der Rose von Windermere, um, nach der selbst die Herzogin, welche Mutter uud Tochter auf ihren Reisen kennen gelernt, schon mehrfach gefragt hatte. ‘
Endlich jedoch erschien der so sehnlich Erwartete uud ward von Mr. Lawtou mit großer Herzlichkeit, vou seiner Tochter mit leichtem Erröte» begrüßt.
Mit seiner gewohnten Geschäftigkeit beeilte ersterer sich, Renmore, de» er noch immer als seinen Gast betrachtete, als Cicerone zu diene», ihm aber vor alle» Diugeo die Ausstellung zu zeigen, welche Laura nach seiner Auswahl beschickt hatte.
Da viele» Frewdeu uud auch der Herzogin die ausgezeichnete Persönlichkeit deS Begleiters des Gutsbesitzers vou Blackturu ausfiel, so erkundigte man sich allgemein nach ihm.
Einer der Anwesenden, der ihn in .Wanderer» Ruh* gesehen, konnte die Antwort erteilen: .Er ist ein Oberst Renmore und hält sich als Bewunderer dieser Gegeud schon eine geraume Zeit hier auf.*
»Oberst Reumore?* wiederholte die Herzogin nachdenklich. .Doch nicht eie Verwaudter der
Mark Nickelmünzen und für 10 920 579,73 Mark Kupfermünzen.
lieber Nachbestellungen der Staatsbahnen an Kohlen und deren Einstuß auf die Kohlenpreise und die „Kohlennot" ist, wie die „Nordd. Allg. Zeit." schreibt, in den letzten Wochen in einem Teil der Presse so viel Unrichtiges verbreitet worden, daß es angezeigt erscheint, den wirklichen Sachverhalt festzustellen. — Nach den allgemeinen Vorschriften für das preußische Berdmgungswesen vorn 17. Juli 1885 soll in den Lieferungsverträgen der Staatseisenbahnen der Vorbehalt einer einseitigen Vermehrung oder Verminderung der verdungenen Lieferungen und Leistungen unter Beibehaltung der bedungenen Preiseinheitssätze überhaupt nicht gemacht werben. Die Angabe, baß die Stäatsbahne» von einem Vorbehalte Gebrauch gemacht hätten, eine Nachlieferung von ungefähr 60 Prozent über die vertragsmäßig bedungene Menge zu verlangen, ist also aus der Lust gegriffen. Dagegen haben sich die Staatsbahnen seit mehreren Jahren in den Lieferungsverträgen Vorbehalten, die auf die Zeit bom 15. September bis 14. Dezember entfallende Lieferungsmenge zum Teil oder ganz schon in den beiden vorhergehenden Monaten — vom 15. Juli bis 14. September — beziehen zu dürfen. Dieser Vorbehalt ist lediglich im öffentlichen Interesse und ungeachtet der Arbeiten und Kosten, welche der Eisenbahnverwaltung durch die Ansammlung erheblicher Vorräte in der Zeit vom 15. Juli bis 14. September erwachsen, gemacht worden, um den Verkehrsinteressenten mit gutem Beispiel voranzugehen und durch frühzeitige Deckung deS Herbst- unb Winterbedarfs die Verwendung der gesamten Kohlenwagen für den allgemeinen Verkehr in der Zeit des stärksten Wagenbedarfs für Zwecke der Industrie und Landwirtschaft zu ermöglichen. Es wäre, nebenbei bemerkt, im Interesse der Grubenverwaltungen sowohl als auch der Kohlenabnehmer sehr erwünscht, wenn diesem Beispiele, mehr als es geschieht, gefolgt würde. — Wenn nun weiter verbreitet worden ist, daß die Staatseisenbahnen unter den gegenwärtigen Verhältnissen von dem vorbehaltenen Rechte einen „rigorosen Gebrauch" gemacht und durch Verdoppelung ihres Konsums zur Erhöhung der Preise für die übrigen Kohlenkonsumenten wesentlich beigetragen hätten, so ist auch diese Behauptung ganz und gar unzutreffend. Nach Erkundigungen an zuständiger Stelle haben die diesjährigen Bezüge der Staatseisenbahnen an Kohlen und Koks in den Monaten Juli bis September
schottischen Familie dieses Namens, aus der ein Oberst Reumore Parlamentsmitglied ist?*
.Er ist derselbe — Reumore vou Clau-Reumore.* .Sonderbar! Da muß irgend ein Jrrthum obwalten, den» ich habe »och im Frühling den Oberst Renmore in Italien gesehen, mit dem dieser Herr jedoch keine Aehulichkeit hat.*
Hier warb baS Gespräch bnrch baS Jauchzen nnb Rufen bet Menge unterbrochen, welches weithin verkünbete, baß bie Wettfahrt ihren Anfang genommen. Von allen Seiten brängte man sich herbei, baS Abstößen ber festlich mit Flaggen in allen Farben geschmückten Böte zn sehen, nnb für ben Augenblick entschwand der Name Reumore auS Aller Gedanken, obgleich er selbst in einem zierlichen Fahr- MS sich unter den Preisbewerbern befand.
Eine Weile hatte Miß Lawton das Fahrzeug ReumoreS im Auge; als aber der Führer desselben keinen Blick, keinen Gruß nach der Sülle zurück, sandte, wo sie nnb ihr Vater standen, wandte sie sich ttef gekränkt ab, nnb auch bieS Vergnügen, von bem sie sich so viel versprochen hatte, war ihr, wie schon vorher bie Blnmen-Ausstellnug, gänzlich verleibet.^
Da anch Mr. Lawton sich von ber Gleichgültigkeit beS Obersten peinlich berührt fühlte, so schlug er seiner Tochter vor, nach Blackturu znrückzusahren, waS sie auch, sobalb nur ein Boot sie über ben See bringen konnte, anSführte».
DaS Wetttubern begann bet bestimmten Ordnung gemäß und die Böte strengten sich an, dar verabredete Ziel, welche», nachdem sie in einem Bogen eine kleine Insel umfahren hatten, wiederum die Ab- sahrtSstelle war, z» erreiche». M
Renmore, dem die Wasserfahrt »ur ein Vorwand war, sich mit Gertrud zu vereinigen nnb diese jeden Augenblick mit Mike in seinem kleinen Boote zu sehen erwartete, hielt sich stets an der rechten Seite, von welcher jene kommen mußten nnb, wie er hoffte, kommen würben; benn bie Fahrzeuge hatten bald bie kleine Insel — ben äußersten Punkt — erreicht,
einschließlich die Bezüge im gleichen Zeittaum des vorigen Jahres um 10,12 Prozent überstiegen, während ber Kohlen- und Koksversandt überhaupt in der angegebenen Zeit um 8,28 Prozent gewachsen ist. Der geringfügige Unterschied zwischen den beiden Verhältniszahlen findet seine ausreichende Erklärung, wenn man annimmt, daß der allgemeine Verkehr (Personen- und Güterverkehr), von dessen Höhe der Kohlenbedarf der Eisenbahnen abhängt, noch in etwas stärkerem Maße angewachsen ist als der Kohlen- und Koksversandi, und wenn berücksichtigt wird, daß die Eisenbahnverwaltungen genötigt waren, die Lücken wieder auszufüllen, welche durch den Arbeitsausstand im Mai und Juni in ihren Vorräten entstanden waren. Von einer überstürzten Beschaffung großer Vorräte kann nach diesen Zahlen keine Rede sein.
Friedrichsott, 10. Okt., nachmittags 4 Uhr 15 Min. Die russische Pacht „Dershawa" mit der kaiserlichen Flagge am Großmaste passierte soeben unter dem Salutdonner der Batterieen die hiesige Festung. Die „Zarewna" folgt unmittelbar.
Stiel, 10. Okt. Der Zar und Großfürst Georg werden heute abends gegen 9 Uhr hier erwartet. Für den Empfang sind großartige Vorbereitungen getroffen. Der Hafen wird elektrisch beleuchtet, die Kriegsschiffe geben Salutschüsse ab. An der Barbarossa-Brücke findet die offizielle Begrüßung statt; vom Bahnhofe bis zur Barbaroffa-Brücke bildet die Garnison Spalier. Das erste Seebataillon stellt die Ehrenwache. Die Weiterreise der russischen Herrschaften nach Berlin ist auf heute abends 11 Uhr festgesetzt. — Die russischen Pachten „Dershawa" und .Zarewna", sind bald nach 4 Uhr hier eingelaufen. In dem Augenblick, wo die „Dershawa" in den inneren Hafen einfuhr, salutierten die deutschen und englischen Kriegsschiffe. Die „Dershawa" passierte die Panzerschiffe „Monarch" und „Northumber- land" und machte bei dem Wachtschiffe „Baden" fest. Sämtliche Kriegsschiffe hißten die russische Kriegs- flagge auf Großmast.
Schweidnitz, 10. Oktbr. In dem Schwur- gerichtsprozeffe gegen die Teilnehmer der am 14. Mai begangenen Ausschreitungen auf der Glückhilfs- und Friedenshoffnungs-Grube wurde nachts das Urteil gefällt. Wegen schweren Landfriedensbruches wurden Poppe zu 2, Grüttner und Tolg zu je 2*1* Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust, ferner 21 Angeklagte unter Annahme mildernder Umstände zu Gefängnis von l1/« bis 3 Jahren, endlich wegen einfachen Landfriedensbruches 14 Angeklagte zu Gefängnis von 1 bis l1/, Jahren verurteilt.
nnb ohne Aussehen zu erregen konnte et nicht Zurückbleiben.
Er sand sich anch in feinen Erwartungen nicht getäuscht, benn plötzlich tauchte ein schmaler Nachen in einiger Entfernung auf, in bem fein scharfes Auge auch balb zwei ihm wohlbekannte Gestalten erblickte.
Zum Glück für ihn war bie Insel reichlich mit Sträuchern nnb hohem Schilf bewachsen, nnb so konnte er seine Bewegungen ben Augen ber Menge entziehen, bie inbeß auch balb bnrch lautes Schreien nnb Rufen vou ber entgegengesetzten Seite beS Ufers abgelenkt würbe.
Die Ursache bet ganz unerwarteten Aufregung wat Allen ein Rätsel; ba aber am Ufer in ber Richtung beS Städtchens Keswick bet Zusammenkauf der Menschen anbaneitt, so glaubte man, baß irgenb ein Unglück geschehen fei, zumal ein Boot vom Lande abstieß, das mit aller Kraft die Sankt Huberts-Jusel zu erreichen strebte.
Während nun bie Wettfahrt unterbrochen würbe nnb jeher Teilnehmer so schnell wie möglich ans Laub zu kommen strebte, näherte sich baS kleine Fahrzeug, welches Renmore gesehen, bem seinigen, nnb Ger trüb stieg schnell ein.
Diesen Augenblick benutzte Mike, nm ihm znzu- lüstern: »Hört Ihr bas Rufen nnb Schreien am Sanbe? ES drohet Gefahr! Rudert, rudert kräftig, denn es gilt Euer Leben!*
Ohne Verzug befolgte Renmore die gewiß nicht grundlose Warnung und gewann bald das nördliche Ende deS SeeS, das schmal zulief und ihn durch Gebüsch und hohes Schilf deckte. Zum Glück hatte ihn weder jemand beobachtet, noch wurde sein Ber- chwinden bemerkt, ba jeher erwartungsvoll bem 3anbeu beS Bootes entgegensah, baS Sunde bringen mußte.
XXIX.
Um diese so unerwartete Störung der Festfreude >u erklären, find wir genötigt, nm einige Stunden in bei Zeit zurückzugehen nnb MS zuerst nach ber