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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt ftir die Kreise Marburg und Kirchhain. Illustriertes Somtagsblatt.

Expedition: Markt 21. Redaktton, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

M. 338.

Erscheint täglich außer an Werktagen nach Sonn- und

Feiertagen. Onartal-AbonnementS-PreiS bei der Expe>

10 Pfg., Reklamen für die Zeile 25 Pfg.

Mapbrrva,

ditto» 2»/. Mk-, bei den Postämtern 2 Mk. 50 Pfg-(exkl. .ririr.

Bestellgeld». JnfertionSgebühr für die gespaltene Zelle DvNNerstaa, 10. Oktober 1889,

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Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Caffel, Magdeburg u. Men; Rudolf XXIV Mvffe in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln:G. L- ' *VU4/1 Daube u- So. in Frankfurt a. M , Berlin, Hannover, Paris-

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auf die

Overhesfifche Zeitung,

Krrisblatt

für dir Kreise Marburg und Kirchhai«

und

-llir-riertes Sonntkgsblatt werden von den Postämtern noch fortwäh­rend angenommen und die erschienenen Nummern auf Wunsch nachgeliefert.

Das Königreich Dulgarieu.

In der letzten Woche ist abermals der Versuch gewacht worden, den europäischen Großmächten die bulgarische Frage als ein Hauptgericht zu präsen­tieren, aber erfreulicherweise ist es bei dem Versuche geblieben. Wir sagen: erfteulicherweise. So sehr «an den Bulgaren wohl wünschen kann, daß ihre Lerhältnisse definitiv geregelt, die Regierung deS Fürsten Ferdinand und die Vereinigung mit Rume- lien anerkannt werden, so kann man fich doch nicht der Erkenntnis verschließen, daß an eine Erfüllung dieser Wünsche für absehbare Zeit nicht zu denken ist. Kaiser Alexander von Rußland wird sich in Kinem Falle bewegen lassen, die gegenwärtige bul­garische Regierung anzuerkennen; Rußlands Wille ist auch für Frankreich maßgebend und der deutsche Reichskanzler hält sich strickt an den Wortlaut des Berliner Vertrages, welcher dem Koburger nicht günstig ist. Wenn nun auch Oesterreich - Ungarn, die Türkei, England und Italien sofort bereit sein würden, Ferdinand von Koburg als Fürsten von Bulgarien anzuerkennen, so würde diese Anerkennung doch keinen völkerrechtlichen und praktischen Wert haben. Der Berliner Vertrag sagt ganz ausdrück üch, daß die rechtmäßige Regierung des jeweiligen bulgarischen Fürsten von der einmütigen Aner­kennung sämtlicher Großmächte abhängig ist. Diese Bestimmung mag unter den heutigen Verhältnifien nicht mehr recht praktisch und maßgebend erscheinen, aber sie besteht nun einmal und an ihre Beseitigung ist nicht zu denken. Auf Antteiben der Bulgaren wollte der Sultan, der sich gar keine befiere Vor­mauer gegen Rußland als ein kräftiges Bulgaren­reich wünschen kann, die Sache wieder vor den europäischen Areopag bringen, aber der Schritt unter­blieb infolge von russischen Jntriguen und Drohungen.

[Nachdruck verböte».)

-re Lose vo« Windermere.

(Fortsetzung.)

Eivev Brief, de« er tu der Haud hielt, reichte et Gertrud htu und fügte daun hinzu: »Ihr sollt dies Papier au die richtige Adresse besorge», die zwar nicht draus, aber driuueu steht! Mein Herr «eiute, Ihr würdet ihn wohl verstehen, wenngleich dies »ir auch unbegreiflich wäre.**

Jack blickte Gertrud hierbei so eiufältig fragend au, daß diese, de» Bries in die Tasche steckend, lächelnd erwiderte: .Ich verstehe Eure» Herr» sehr wohl, Jack, »ad werde E»ch daS Schreibe», sobald ich kao«, besorge». Nun aber erzählt mir vo» thm und vo» Euch. Wird er »och lauge in Blackturn bleiben?"

Nur mit seiuem eigeueu Wohl und Glück be. schästigt, entgegnete Jack, die letzte Frage über­hörend: .Mir gefiel mein Dienst schon gut genug, daß ich ihu gern noch länger behalten möchte. Der Oberst kann aber nicht länger in dieser Gegend bleiben, und da er meiner nicht mehr bedarf, so hat er mir «eiue» Lohn doppelt und auch die ueur Lims gegebeu, und ich will nun versuchen, einen ähnlichen Dienst wieder zu bekommen."

.Wißt Ihr nicht, wann Oberst Reumore Blackturn verläßt?" fragte Gertrud, als Jack seiueu Bericht beendet.

.Bald entweder heute oder morgen! Aber glaubt mir, er geht wieder dahin zurück, denn eS heißt, daß er und Miß Lawtou »tu Paar werde» sollen, und ich glanbe eS selbst, weil ich fie so oft znsammen gesehen!"

Gertrud hörte schon nicht» mehr; fie wußte, daß Reumore kam, zu ihr zurückkam, und daS war ihr geung. Sie sehnte fich nur darnach, den Brief zu eseu, der ohne Zweifel au fie selbst war, wie die zweUe Sdrefle ihr auch sagen würde, die, wie Jack ihr erklärt, sich müer der erste» befand.

Der Zar hat von der Türkei noch ganz erhebliche Kriegskosttrirückstände zu fordern, die ihm vertrags­mäßig zukommen, an deren Bezahlung indesien vor der Hand bei den bekannten Finanznöten der Türkei gar nicht zu denken ist. Der Sultan muß daher, er mag wollen oder nicht, auf den Zaren Rücksicht nehmen, und andere Mächte, die weniger wissen, wie peinlich eine Geldklemme ist, haben deshalb gut ihm Rat geben. In Wien hat man besonders leb haft bedauert, daß der neue Versuch zur Aufrollung der bulgarischen Frage total ins Wasier gefallen ist; aber so sehr wir unserem Bundesgenosien in seinen Bestrebungen Glück wünschen wollen, für dies­mal war es gut, daß es anders kam. Bei der ganzen Geschichte wäre nichts als Zank und Streit herausgekommen.

Nur die Bulgaren selbst können fich nicht so leicht trösten, sie versuchen es, auf den Sultan ein­zuwirken durch die Drohung, wenn keine Anerken­nung der gegenwärtigen Regierung erfolge, so sei die Ausrufung eines selbständigen Königreiches Bul­garien nicht unmöglich. Daß es Heißsporne in Sofia giebt, deren Gedanken sich in dieser Rich­tung bewegen, ist wohl zweifellos; ob aber Fürst Ferdinand und seine Regierung mit einem solchen Thronstreich einverstanden sein würden, ist eine an­dere Sache. Eine Proklamation Bulgariens zum Königreich würde für Bulgarien außer dem Namen nicht den geringsten Nutzen haben. Fürst Ferdinand teht gegenwärtig nichts aus, seine Regierung findet n Bulgarien, wie in Rumelien bereitwillige Aner­kennung und für die Abneigung des Zaren tröstet ihn die Freundschaft anderer Staaten. Bulgarien leibet ziemlich stark an Geldmangel, aber diesem Uebelstande würde durch eine Rangerhöhung nicht im geringsten abgeholfen werden. Alle Mächte, welche noch Vertreter in Sofia haben, würden diese abberufen, der Sultan würde zu Repreffalien genö­tigt sein und die politische und wirtschaftliche Lage des Fürstentums würde sich nicht verbessern, sondern verschlechtern. Zudem darf auch billig bezweifelt werden, ob das urwüchsige Volk der Bulgaren für den Glanz einer Königskrone das richtige Verständnis ljat; der Bulgare will nur den Sultan nicht zum Oberherrn haben und von der türkischen Oberherr­schaft ist heute fast nichts mehr zu bemerken, der Koburger ist so gut wie selbständig. Gerade die türkische Souzeränetät schützte Bulgarien von einem direkten russischen Angriff. Der Zar konnte nicht offen gegen Bulgarien vorgehen, wenn er nicht die Gebote des Völkerrechts auf das gröblichste verletzen

Im Begriff, Jack zu verlaffe», kam er ihr zuvor, iudem er sagte: .Ich will »ach Keswick, Miß Gertrud, und mich nach einer Stelle umseheu, zuvor aber meine Eltern besuchen."

,TH»t das, Jack, und wenn Ihr nach Winder­mere kommt, so sprecht auch bet u»S vor, ich werde Ench einen Krug vou unserem besten Bier geben."

Der ehemalige Bote zog seinen betreßten Hnt und schlng den Weg durch die Berge nach dem Städtchen ein.

Kaum aber sah Gertrnd fich allein, al» fie hastig den Brief hervornahm und la»:

.Theure Gertrud!

Du erhälst auf sicherem Wege diese Zeile», die Dich benachrichtigen solle», daß ich am Neun­zehnte» nachmittag» tu Windermere eintreffen werde. Ich nehme bestimmt an, daß Du nicht in Lorton bist, weil Du mir die», wie verabredet, sonst gemeldet hättest. Meine Sehnsucht und Freude, Dich wiederzuseheu, ist unbeschreiblich, und ich bitte Dich, meiner t» den Bergen zn warten, Wo Wir nn» sonst auch zu treffen pflegte». Vielleicht hast Du das Gerücht vou meiner Ver­lobung mit Miß Lawtou gehört, wie ich vou der Deinige» mit Ouavdisch vernommen. Beide werde» auf dieselbe Quelle zurückzusühreu sein, uud wir wifleu, inwieweit wir ihnen Glauben zu schenken haben. Lebe wohl, Geliebte, bis wir nns Wiedersehen I

Ewig der Deine."

Mit lantklopfendem Herzen und hochgerötete» Waage« durchlaS Gertrud diese» Brief mehrere Male, preßte ih» an ihre Lippe« und steckte ihn dann in ihre Tasche, indem fie halblaut sagte: .Morgen kommt er ja, morgen sehe ich ih» be­stimm wieder, und dann

Was Wetter geschehen würde unb sollte, hoben hatte fie noch keine Ahnung, begehrte es anch nicht z» wisse«. Eie begab fich «ach Hanse an ihre täg- Üche« Pflicht« nt& harrte «all Sehnsucht beS Ange«. IW/ff <f>7Ud7MU' . NttlHuoE

Wollte, benu Bulgarien War türkisches Gebiet. Ganz anders gestaltet bie Sachlage sich, fobedb sich bas Fürstentum von ber Türkei losreißt. Dann steht jedem Angriff und Kriegserklärung frei, unb wenn auch bie Mittelmeerstaaten noch etwas für bas Laub thun würben, es fehlte ihnen boch bie praktische Rechtshanbhabe. Unb ber Verlust bieser ist in jedem Konflikt schmerzlich.

Deutsches -eich.

Berlin, 8. Okt. Der Kaiser kehrt Donners­tags früh von Kiel hierher zurück. Während der Anwesenheit des Kaisers Alexander findet nach den bisherigen Dispositionen am Freitag Nachmittag Galatafel im Weißen Saale, abends Festvorstellung im Opernhause, Sonnabend Jagd in Letzlingen und Sonntag Frühstück bei dem Kaiser Alexander-Regi­ment statt. Die Abreise erfolgt am Sonntag Abend. Die Abendzeitungen melden, mit Kaiser Alexander werde auch Großfürst Georg, der zweite Sohn des kaiserlichen Paares, hier eintreffen. DerReichs­anzeiger" veröffentlicht die Ernennung des bis­herigen Direktors des Reichsamtes des Innern, Bosse, zum Unterstaatssekretär, und des Geheimen Oberregierungsrates Nieberding zum Direktor des gedachten Reichsamtes. DieNordd. Allg. Ztg." schreibt: Das Galadiner zu Ehren der Prinzessin Sophie, der Braut des Kronprinzen von Griechen­land, an welches sich Cour und Hoskonzert an- schließen werden, ist auf den 14. Oktober festgesetzt. Die Kaiserin Augusta hat die Glückwünsche des Zentralkomitees der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz in Berlin mit nachstehendem Antwortschreiben aus Baden-Baden erwidert:Die Glückwünsche des Zentralkomitees der Deutschen Vereine vom Roten Kreuz habe Ich um so dankbarer entgegen­genommen, als Ich hoffen darf, in der kommenden Zeit, auf die Erfahrungen einer fünfundzwanzig- jährigen Vergangenheit gestützt, die Aufgabe der Vereine immer verständnisvoller gelöst, die einheit- lrche Organisation der freiwilligen Hülssbereitschaft unter dem Roten Kreuz immer leistngsfähiger sich gestalten zu sehen. N Wenn die Preisbewerbung dieses Jahres ein der Krankenpflege förderliches Ergebnis gebracht hat, so freut es Mich, bei diesem Anlaß noch einmal allen denen danke» zu können, welche sich um den Verlauf derselben so erfolgreich bemüht haben.

Die Coursireibereien an der Börse geben demDeutschen Oekonomist" Beranlaffung zu folgender warnenden Betrachtung:In allen industriellen

blicks, wo fie Reumore Wiedersehen sollte, ihr Glück unb ihre Frenbe in ihrer Brnst verschließend.

* * *

Zn der festgesetzte« Sivnde war Gertrud am folgende« Tage i« de« Berge«, mußte aber lauge warte«, ohne anch u«r ein lebendes Wesen außer den Vögel», die dort aus de» höchsten Gipfel» oder tu den Felsspalten nistete», zv sehe». ES überkam sie jedoch keine Furcht, da fie überzeugt war, daß ihr Geliebter kommeu werde, jede folgende Minute ihn an ihre Seite führen mußte.

Eich auf ein Felsstück setzend, von dem ans fie die Gegend weit überschauen konnte, sagte fie, nach, dem »och eine halbe Stunde verflossen war:Die Sonne steht schon tief im Westen; dennoch bezweifle ich keinen Augenblick, daß er kommen wird. Nie hat er mir sein Wort gebrochen, nie mich vergeblich warten laffen, wenn wir verabredet, nns hier in den Bergen zu treffen. Anch jetzt wirb er kommen, mir sagen, daß er mich liebt baß'

Der Schall uäherkommenber Schritte störte ihr Selbstgespräch; überzeugt, baß eS nur Reumore fein könne, sprang fie aus, um ihm eutgegeozneileu, stieß aber einen leisen Schrei ans unb wandte fich zur Flucht, als fie statt seiner den Methodistenpredtger seinen nnb zugleich ihren ärgsten Feind erblickte.

,6a!" rief dieser mit teuflischem Lachen,Da fliehst vor mir, Mädchen? Bin ich Dir so verhaßt, daß Du mich, wo Du nur kannst, zu meiden suchst? Habe ich Dir nicht Nachficht genug bewiesen, indem ich Dir tagelang aus dem Wege gegangen bin?"

Ohne zu antworten, wollte Gerttnd an ihm Vorbeigehen; er vertrat ihr aber den Weg, indem er sagte: .Bleibe, Mädchen, ich ersuche Dich darum, denn ich habe mit Dir zu reden!"

.Wo» könnten Sie mir anders zu sagen haben, als was ich nicht schon wüßte oder durch meine Mutter erfahren hätte?" entgegnete das junge Mädchen, ihn voll «Higer Würde ansehend. .Der- laffen Sie mich und laffen Sie die Worte «sge-

und gewerblichen Branchen begegnet man heute der angespanntesten Thätigkeit, wie eine solche seit den ersten siebziger Jahren nicht mehr zu beobachte» war, und die Preise ber hauptsächlichsten Waren haben, nachbem sie bereits eine beträchtliche Steige» rung erfuhren, neuerbings eine so energische Aus­wärtsbewegung eingeschlagen, baß bie Frage dadurch nahe gelegt wirb, ob der Höhepunkt bieser Ent­wickelung noch weit entfernt sein kann. Es giebt zwar viele Leute, welche ber Ansicht sinb ober fich gern einreden, baß erst jetzt wieder normale Ber- hältniffe in ber inbustriellen Produktion erreicht seien; man glaubt dieselben dem Wirken ber Kartelle verdanken zu sollen unb erwartet von diesen Ber­einigungen, daß sie im Stande sein werden, die heutige» Verhältnisse festzuhalten. Derartige An­schauungen sind indessen unschwer als Illusionen z« erkennen. Wie in der zweiten Hälfte der siebziger bis in die achtziger Jahre hinein bei schwachen Erwerbsverhältnisien der Konsum auf allen Gebieten möglichst beschränkt wurde, so ist heute infolge der gestiegenen Löhne und Unternehmergewinne ba8 Gegenteil der Fall; wie in jener Periode Angesicht» der sinkenden Preise die Vorräte aufgebraucht und nur in der allerdürftigsten Weise ergänzt wurden, so sehen sich die Handeltteibenden und Industrielle« heute durch die steigende Tendenz veranlaßt, fich möglichst reichlich mit Vorräten zu versorgen, und endlich findet fich auch eine stets geschäftige Spekulation ermutigt, durch Aufkäufen und Ausstapeln von Handelsartikeln die Preissteigerung zu verschärfen und den augenblicklichen Bedarf zu erhöhen. Daß diese Bewegung nicht bis ins Unendliche fortgeführt werden kann, sondern an irgend einem Punkte zum Stillstand und dann auch unmittelbar zum Mck- schlage gelangen muß, ist selbstverständlich. Diesen Zeitpunkt Voraussagen zu wollen, kann aber nicht unsere Aufgabe sein; es mag genügen, in Erinnerung zu dringen, daß der Niedergang um so eher erwartet werden muß, je höher und rascher die Preise steigen. Enger als je vorher ift die Börse heute mit dem Schicksal der industriellen Produktion verknüpft, und die ersten ernstlichen Anzeichen einer rückläufigen Bewegung auf dem industriellen Arbeitsmarkt dürsten das Signal dafür sein, daß die Börse die ver­änderten Verhältnisse in Rechnung stellt und den mit so großem Erfolg zurückgelegten Weg zu den hohen Coursen der Jndustriepapiere in umgekehrter Richtung antritt. Die vornehmlich aus dem starken Geldbedarf ber Jnbustrie unb bes Handels hervor­gegangene Verteuerung der Zinssätze für disponibles

sprachen, die Ihr Stolz und Ihr Selbstgefühl Sie hindern sollte, zn wiederholen!"

.Dennoch muß ich sie wiederholen", erwiderte Qnanbisch, ber nur mit Mühe den Zorn unter, brückte, ber schon in ihm aufloderte, .muß zu Dir von meiner Liebe reden"

Still, still davon!" rief Gertrud mit gerötet« Wangen, .und entweihen Sie nicht ein Wort, dessen Bedeutung Sie nicht zu begreifen vermögen! Lassen Sie mich jetzt meiner Wege gehe». Wie können Sie eS überhaupt wage», wich gegen mein« Willen hier zurückhalten zu wollen?"

.Well Du meine Bitte nm Gehör verächtlich zurückgewies«, weil Du mich verdammst, ohne mir einmal z« reden gestattet zu haben, weil Du die Warnungen nicht vernehmen willst, die doch nur Deinen Frieden, Deine Ehre, Deine Zukunft'

»Ich sage Jhue» nochmals, daß ich Sie nicht aohören will, und fordere Sie nochmals auf, mich gehe» zu lassen!" sprach Gerttnd mit wachsender Anftegung und wollte schnell an ihm vorbeischreite».

Sie fühlte fich aber plötzlich vo» ihrem Peiniger am Arme gepackt, der fie art den Rand eines »ahe- liegenden Abgrundes zerrte uud dauu mit heiserer Stimme sagte: .Treibe mich nicht zum Aeußerste«, Mädchen, den» Dein Leb« ist in meiner Handl Kein Zeuge ist in der Nähe, der mich verrat« köuute, uud jener Schlnnd vermag nicht wiederzu- geb«, was und wen er einmal ausgenommen!"

.Wollen Sie mich morden?" rief Gerttnd, welche mtt jeder Sekunde hoffte, ihren Geliebte» komm« z» hör«. »Laffe» Sie mich avgenblicklich lo»

«Dich loSlasse» ?" rief der Elende, indem er ein heisere», unterdrücktes Lachen ansstieß. .Glaubst Du, daß ich da» thuu würde? Du hast Dir Dein Schicksal selbst zuzuschreibe», denn nicht» vermag jetzt mehr. Dich vor einem schreckliche» Tode zn be­wahre»!"

Er hatte fie bei diese« Worte« «och fester ge- faßt, «» fie mtt größerer Sewatt hiuab^schleude«.