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Illustriertes Somtagsblatt

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in demselben findet zugleich eine Blumenausstellung statt, die meine Tochter auch beschicken wird. Laura, meine Liebe, zeige Oberst Renmore nach dem Essen doch die Gewächshäuser. Aber sage mir jetzt denn ich habe eS vergessen, wann überhaupt das Fest stattfinden wird."

.Am zwauzigsteu, also in zehn Tagen, Papa.'

»So lange hoffe ich wohl »och bleiben zu können', sagte Renmore, .dann aber

»Nicht doch! ich habe aus einen längeren Besuch gerechuet, und auch meine Tochter hat sich gefreut, ein» mal andere Unterhaltung als die ihres LaterS zu haben.'

»Sie find wirklich zu gütig', antwortete der Oberst mit einer verbindlichen Verbeugung.

(Fortsetzung folgt.)

artiges Pläfir, der lag mir scharf in den Knochen, und eS nimmt mich nur Wunder, daß ich nicht mit dem Tornister und der Trommel auf die Well ge» kommen bin.

3> der Schule bin ich nicht lauge gewesen. Das war von wegen der Gescheidigkeit. In der Schnle geschah die Vollführnng mehreuteilS hinten. Der Herr Rektor Beisheim hat mir auch einmal einen ludermäßigen Zappeustreich auf daS Zifferblatt ge» geben. Gott habe ihn selig l Da dacht' ich: Krieg die Kränk! und räsounterte mich die KappelSgasse nanS.

Wie ich da auf das Markt kam, stand daS königlich preußische Militär vor der Hauptwache. -Ich gleich hin, Posseutur gemacht und: Herr Hauptmann, habe» fie was zu befehlen? Da sprach der Herr Haupt» mann: Ja, Brann, geh' hin nnd hol' mir ein halb Kännchen und einen frischen Weck! DaS besorgte ich in Plengcarre, und wie ich wieder zurückkam Schurri I da stach mir der Herr Hauptmann eine hinter die Ohren und wetterte: Verdammter Schweine­pelz, warum briugst Du denn den Wecke in Deiner Lausekappe?! Zu befehlen, Herr Hauptmann, meine Kappe ist keine Lausekappe, die ist so rein, daß nur kann Pfanuknchen drin backe.

DaS königlich preußische Militär war auf der Route nach Breslau, Refidenz in Schlefiugen, Polen wohnen drin. Weil der Herr Hauptmann und die ganze Mannschaft so freundlich mit mir thate», und weil ich dazumalen auch gern sehen wollt, wo die Katz in Polen maust, macht ich mit.

DaS war aber ein mordmäßig kalter Winter. Bei Eisenach hatte ich die Nase und Ohren erfroren, die rappelten wie alt Eise». Zu Buuzlau mußten fie mir die Stiefeln von den Füßen schneiden. Da blieb aber die kleine Zehe drin stecken. Ich zog aber die Sttefelu doch wieder an, und wie ich nach Stellan kam, da mar die kleine Zehe richtig wieder ange­wachsen. Da branchen fie gar nicht zu lachen, meine Herren. Sie können in BnSlau alle Leute fragen. Fangen fie nur vom Tambnr Brann an,

diguug umzukehren, insbesondere die Behauptung, daß der Evangelische Bund bestrebt sei, den hoch­nötigen konfessionellen Frieden mutwillig zu stören, zurück, wies auf die Angriffe auf jede gemischte Ehe und die Schmähungen des deutschen Reformators hin und macht die in Fulda versammelt gewesenen Erzbischöfe und Bischöfe samt ihren gleichgesinnten Vorgängern für diese Angriffe verantwortlich. Die Versammlung hebt ferner hervor, daß sich der Evan­gelische Bund in bitterer Notwehr zusammengethan habe, um d-n seit Jahrzehnten sich steigernden An­griffen gegenüber die deutschevangelischen Interessen zu wahren. Die Versammlung bekennt sich nicht minder zu den Grundsätzen der Glaubenssreiheit, der evangelischen Duldung und der christlichen Bru­derliebe, welche gegenüber der Jahrhunderte alten, verfolgungssüchtigen römischen Praxis durch den deutschen Protestanttsrnus zum Gemeingut Deutsch­lands erhoben worden sind und betont, daß es der Versammlung fernliegt, irgend jemanden um seines aufrichtigen Glaubens willen zu kränken oder zu verachten; sie erklärt wiederholt, sie sei bereit, allen wahrhaft christlichen Regungen in dem Katholizismus die brüderliche Hand zu reichen, sie billigt und ge­braucht nur die Waffen der Gerechtigkeit, und segnet den Tag, wenn es vergönnt sein wird, auch diese Waffen aus der Hand zu legen. Der Verstand, das Gedächtnis und das Gewiffen des deutschen Volkes werde richten. Die Generalversammlung des Evangelischen Bundes wurde heute mit einer Feier auf der Wartburg beendet.

Nürnberg, 2. Ott. Eine Arbeitseinstellung in der elektrischen Fabrik von Schuckert ist beendet, in­dem der größte Teil der ausständigen Arbeiter eS waren ihrer über 300 die Arbeit wieder ausgenommen hat. ES ist dies geschehen, obschon die Fabrikleitung den wegen Wühlereien entlassenen Arbeiter, dessentwegen der Streik in Szene ging, nicht wieder ausgenommen hat. Die noch gebliebenen Lücken sind durch Neueinstellungen von Arbeitern zum Teil bereits wieder gefüllt. Erwähnenswert ist, daß von den Arbeitern, selbst während sie streikten, mehrfach die Humanität Schuckerts öffentlich aner­kannt wurde. Kommerzienrat Schuckert hat sich übrigens von kleinsten Anfängen durch eigene Kraft zu seiner jetzigen Stellung emporgearbeitet.

»Wahr, wahr!' eine richtige Philosophie!' lachte der Gutsbesitzer beifällig, während seine Tochter schweigend die Erwidernug des Gastes bewunderte und den Weg nach einem erhöhten Punkte des Garten« lenkte, zu dem eine Rasentreppe hinauführte und von welchem auS man eine weite herrliche Aussicht hatte.

»Wundervoll! Unvergleichlich schön!' rief Ren» more ganz überrascht, als er auf Berg und Thal auf Wald und See blickte, das fich alles io unab» sehbarer Form vor ihm ausdehute. Wahrlich, ich muß gestehe«, daß Blackturu die schönste Lage hat, die mau weit uud breit sehen kann.'

»Ich hoffe, Eie werden fich noch mehr davon überzeugen!' erwiderte der Wirt geschmeichelt.

Seine Tochter, welche ans ein Gehölz beutete, welche» an der Rundung des SeeS uud ihnen gegen­über lag, fügte hinzu: »Sehen Sie dort in jenen Bäumen das weiße Gebände, das von hier aus nur so Hein erscheint?'

»Ja, ganz deutlich uud irre ich nicht, so iS eS Mr. SvtherlavdS Wohuung, an der anderen Sette von Wiudermeere.'

»So ist es. Waren Sie schon wieder dort, oder haben Sie erfahren, wie er mit Mr. Sutherlands Gesundheit steht?'

»Beides nicht, Miß Lawton: es gebrach mir an Zett, meinen Besuch zu wiederholen, und ich weiß selbst nicht, wie lange ich doch in dieser Gegend ver» weilen darf.'

»Denken Sie iudeß nicht, Oberst', entgegnete Mr. Lawton, »daß Sie so bald von uns fortkommen, dazu habe ich mich zu sehr uach Ihnen gesehnt. Wenigstens werden Sie doch bleiben, bis das Wett, rudern stattgefnnden.'

»Ich nehme Ihre Güte mit größtem Danke an!* antwortete Renmore, fich verbeugend. »Wann aber ist die» Rudern? Ich habe eS noch nicht erwähnen hören.'

,O, Sie sollen nur sehe», eine hübsche Regatta ans dem Derwentwatersee! Ans der größten Jusel

Marburg,

Sonnabend, 5. Oktober 1889.

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ÄKS taub.

Neapel, 3. Oktbr. Der König ratifizierte den zwischen Antonelli und König Menelik am 2. Mai im Lager zu Uccialli abgeschlossenen Vertrag. Crispi

unterzeichnete gestern die mit Makonnen vereinbarte Zusatzkonvention zum Vertrage.

Rotterdam, 5. Okt. Eine gestern abend statt­gehabte Versammlung der Streikenden beschloß, die Arbeit heute wieder aufzunehmen, auch auf den mit Mineralien beladenen Schiffen, für welche eine Lohn­erhöhung nicht bewilligt wurde, unter der Bedingung, daß keine Nachtarbeit auf diesen Schiffen stattfinden oll. Der Streik kann als beendet angesehen werden.

London, 3. Okt. DasBureau Reuter' mel­det: Gladstone erklärte auf Befragen, dieDaily News' hätte kein Recht, ihm den in derContem­porary Review' enthaltenen, gegen den Dreibund gerichteten Artikel zuzuschreiben. Einem Telegramm derTimes" aus Sansibar vom heutigen Tage zu­folge erhob der Sultan gegen die Aufrechterhaltung des Verbots deS Waffenverkaufs Einspruch.

Belgrad, 3. Okt. Dem Vernehmen nach ist die Regentschaft entschlossen, falls Königin Natalie bei ihrer ablehnenden Haltung verharrt, der Skupt- schina ein Gesetz vorzulegen, welches der Königin den Aufenthalt in Serbien verbietet. Die Ver­handlungen über die Dauer der Anwesenheit der Königin Natalie in Belgrad sind abgebrochen worden. Nunmehr werden die Modalitäten betreffs der Zu­sammenkunft des Königs mit seiner Mutter erörtert. Die Entscheidung hängt von Milan ab, dessen Ant­wort auf den hierauf bezüglichen Vorschlag spätestens heute erwartet wird.

Washington, 2. Ott. Die Delegierten der Kongresses der drei Amerikas" (wie die Zusammen­kunft von Vertretern aller amerikanischen Staaten bezeichnet wird) versammelten sich heute im Aus­wärtigen Amte, wo der Staatssekretär Blaine die­selben namenS der Regierung des Landes bewill­kommnete. Er führte in längerer Rede aus, daß der Kongreß keine egoistische Vereinigung gegen aus­wärtige Nationen sei, sie wollten sich zusammen­schließen in dem festen Glauben, daß die Nation« Amerikas sich untereinander mehr als bisher helfen können, sowie daß jede Nation Wohlthaten und Nutzen in den erweiterten Beziehungen finden werde; die Nationen müssen sich auf dem Meere enger verbinden, die Eisenbahnnetze des Nordens und des Südens von Amerika müßten sich baldigst auf dem Isthmus von Panama zusammenschließen. Präsident Harrison, umgeben von seinen 'Kabinettsmitgliedern, empfing darauf die Delegierten und lnd sie zum Frühstück ein. Zum Kongreßpräsidenten wurde Blaine gewählt und darauf die Sitzungen bis zum 18. November vertagt.

nachmittags, hier ein. Ob Fürst Bismarck nach Berlin kommen wird, ist noch nicht bestimmt, aber wahrscheinlich. Der in Paris erscheinendenLan- terne" wird, wie sich dieVoss. Ztg." depeschieren läßt, aus Petersburg berichtet, daß in Hoskreisen bekannt geworden fei, auf einer Jagd bei Fredens- burg sei am 27. September wenige Schritte vom Zaren eine Gewehrkugel in einen Baumstamm ge­fahren. Den Sckmß habe niemand gehört; man wisse nicht, ob es sich um Zufall oder Anschlag handle Seitdem verdopple man die Polizeimaßregeln zum Schutze deS Zaren.

Kiel, 3. Okt. Nach zuverlässiger Mitteilung der Kieler Ztg." bleibt die Viehausfuhr nach England verboten.

Bresla«, 3. Okt. DieSchlesische Zeitung" meldet: Der Reichskanzler gestattet fortan, unga rische Schweine aus Steinbruch über Dzieditz nach Myslvwitz zu sofortiger Abschlachtung im städtischen Schlachthause an einem Tage in der Woche einzu­führen.

Schwerin, 3. Oktbr. Der gestrigen zweiten Galavorstellung wohnte die Kaiserin an der Seite der Großherzogin Anastasia und der Großherzog bei. Vormittags begiebt sich die Kaiserin mit dem Großherzog und den fürstlichen Damen nach Fried- richsmoor. Von dort treffen sie um 4 Uhr in Lud­wigslust ein, wohin der Kaiser mit der Jagdgesell­schaft gegen 7 Uhr nachfolgt.

Leipzig, 2. Okt. Am gestrigen Tage wurde Hierselbst das 10 jährige Bestehen deS Reichsgerichts von sämtlichen Räten, Reichs- und Rechtsanwälten des obersten Gerichtshofes in festlicher Weise be­gangen. Die Feier wurde eingeleitet durch eine Rede deS Präsidenten Dr. von Simson, der wir entnehmen, daß das Reichsgericht biS jetzt insgesamt 50 623 Entscheidungen gefällt hat, wovon 22181 zivilrechtlichen und 28 442 strafrechtlichen Inhalts waren. Von den bisher beim Reichsgericht arge- stellten Richtern sind 8 gestorben und 21 pensioniert worden. Neu eingetreten sind seit Begründung des Gerichtshofes in Summa 44 Richter und 10 Mit­glieder der Reichsanwaltschaft. Die Bibliothek um saßt gegenwärtig 27 500 Werke in 72 000 Bänden.

Weimar, 3. Okt. Die Gesandtschaft des Sul­tans von Sansibar ist nachmittags hier eingetroffen und wird morgen vom Erbgroßherzog empfangen.

Eisenach, 3. Okt. Die dritte Generalversamm­lung des Evangelischen Bundes wies den Versuch des Fuldaer Hirtenbriefes, die thatsächliche konfessionelle Lage in Deutschland bezüglich Angriff und Vertei-

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Wöchentliche Beilagen: Kreis-Blatt für die Kreise Marburg und Kirchhain

Expedition: Martt 21. Redaktion, Druck und Verlag von Joh. Aug. Koch.

^Nachdruck unterfagt]

Tambour Branns Selb Milderung *). Eine fast vor 60 Jahren gemachte Auszeichnung von dem damaligen Studiosus E. Wendeistadt.

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Ich bin von HerSseld gebürtig.

Meine Mutter war ein schönes Frauenzimmer, nnb werkwürbig ansgeziert. Ich bin ganz auf fie geartet mit ber Posseutur nnb bem majestätischen Blick. Ja, wie konnte ich benn auch auf meinen Vater arten? Den habe ich ja gar nicht gekannt.

An dem Militärstand hatte ich immer ein ab-

*) Zu den originellsten PersSnlichkeiten Marburgs gehörte von 18341849 der Tambour Braun. Er war Tambour bei der zur Bewachung der Strafanstalt hier liegenden 2. Garnison-Kompggnie und danebenStudenten- Wichsier', in letzter Charge assistierte ihm seine Frau. Machte schon sein Aeußeres einen höchst komischen Eindruck, so war dieses aber noch mehr der Fall bei seinen in breiter Hersfelder Mundart vorgetragenen Erzählungen, wovon die vorstehende Skizze etn Beispiel giebt. Wir hoffen, das Eine oder Andere über ihn noch mitteilen zu können. _

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowie die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler in Frankfurt a. M., Gaffel, Magdeburg u. Wien; Rudolf HIV Masse in Frankfurt a. M., Berlin, München u. Köln: ®. L' Daube u. Co. in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.

Deutsches Leich.

Berlin, 3. Ott. Die Erttärung imReichs- Anzeiger" gilt überwiegend für die eigenste Ent­schließung des Kaisers. DieKreuz-Ztg." schreibt: Unsere Stellung gegen die veränderte Bedeutung des Kartells hatten wir, auf sachliche Bedenken uns gründend, aus fester politischer Ueberzeugung ge­nommen. Der Kaiser sieht im Kartell eine den Grundsätzen seiner Regierung entsprechende Gestal­tung. Wenn wir uns vor dieser Allerhöchsten Kundgebung beugen, so ist das nur eine Konsequenz ter gerade in jenen Artikeln vertretenen Auffassung des RoyaliSmus und ein selbstverständlicher Ausfluß unserer steten und unwandelbaren Achtung vor der Allerhöchsten Person. DieNattonal-Ztg." bezeichnet ten Vorgang allerdings als außerordentlich, aber es habe kein anderes Mittel gegeben, den Täuschungs­versuchen der Koterie derKreuz-Ztg." entgegeuzu- treten, welche auf den Rittergütern und in den Pfarrhäusern ber älteren Provinzen bie Meinung Hervorrufen wollte, der Kaiser sei in politischer Ge­fangenschaft der Kärtellparteien und wolle durch die Kreuzzeitungsleute daraus befreit werden. Die .Post" hält den Arloß für geeignet, die Gründung einer neuen deutschkouservativen Zeitung wiederholt anzu­regen. DieVossische Ztg." glaubt nicht, daß die kleine, aber mächtige' Partei" dauernd unschädlich gemacht fei. Eine Militär-Anleihe von 300 Mill. Mark soll nach einem Börsengerüchte vom Reichs­tage verlangt werden. Wie dasBerl. Tagebl." meldet, hätte dieses Gerücht am Mittwoch eine flaue Stimmung veranlaßt, obwohl die genannte Summe verwandt werden soll zur Herstellung neuer Geschützrohre, weil die Einführung des rauchlosem Pulvers die Rückkehr zum Bronze - Geschütze be-

Erscheint täglich außer an Werttagen nach Sonn- und Feiertagen. Ouartol-AbonnementS-PreiS bei der Expe­dition 2'/. M!., bei den Postämtern 2 Mk. 60 Pfg. (exkl. Bestellgeld) JnsertionSgebühr für die gespaltene Zeile 10 Pfg., Reklamen für die Zelle 26 Pfg.

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und nirgends bestritten, daß das rauchlose Pulver für den Kriegsbedarf bereits vorhanden sei. Man würde aber das rauchlose Pulver nicht angeschafft haben, wenn man nicht die entsprechenden Geschütze dazu besäße. Man übersieht, daß im Jahre 1888 im Reichstage ein außerordentlicher Kreditaus Anlaß der Änderung der Wehrpflicht" in Höhe von 282 Millionen Mark bewilligt worden ist, welche: sehr toeitgieifenbe Umgestaltungen des Artillerie - und Waffenwesens ermöglicht. Die Reichsbank erhöhte den Diskont auf 5, den Lombardzinsfuß auf 5*/i resp. 6 Prozent. Wie verschiedenen Blättern jetztganz bestimmt" aus Berlin gemeldet wird, trifft der Kaiser von Rußland am 8. d. M.,

/Nachdruck verboten.)

Die Lose von Windermere.

(Fortsetzung.)

Gefolgt vo» feinet Tochter, schritt et dem Hause zu, dem der Genannte, begleitet von feinem Stall, knecht, jetzt znttitt.

Sobald Oberst Renmore ihrer Ansicht wurde, stieg er vom Pferde nnb wollte eben seinem Diener die Zügel reichen, als Mr. Lawton, diesen schon von Weitem erkennend, ausrief:

»Ei, Jack, seid Ihr eS wirklich? ES ist mir lieb daß Ihr eine so gute leichte Stelle bekommen habt.'

Stott aller Antwort grüßte der ehemalige Bote von Windelmeere majestätisch vom Pferde herab nnb entfernte sich, um bie ihm wohlbekannten Stallungen von Blocktutn aufzusuchen.

Jetzt hatten fich Wirt nnb Gast erreicht, nn> Ersterer, dem jÜnaereuManne bieHanb entgegenstrecke» > sagte lebhaft: »Wir haben in diesem Augenblick noch von Ihnen gesprochen, Oberst! Ich bin gerade jetzt Ihres Rates dringend bedürftig.

Renmore lächelte verbindlich, begrüßte dann Miß Lawton, und alle Drei schritte» dem Rase» zu.

»Wie gefällt Ihne» meine Idee, die Bäume hier­her ,u versetzen?' fragte Mr. Lawto» seinen Gast, voll stolze» SelbstbewnßtseinS »mherblickend.

»Der Rasenplatz hat ohne Zweifel durch diesen Schmuck bedeutend gewonnen', entgegnete der Gefragte, anscheinend für die Sache großes Interesse zeigend.

»llm Hunderte, Oberst, um Hunderte sage tt> Ihnen!" sprach MrS. Lawton eifrig.Und doch be­hauptete man, ich würde ihn verderben, ' unnütze Löcher graben, die schönen Bäume aber bald in meinem Karnin gebrauchen können.

»Such meine Meinung!' dachte Renmore. Er antwortete jedoch: »Warten Sie nur erst daS Ende ab, Mr. Lawton. ES wird mit Ihren Eschen wie mit anderen Dingen gehen man erfährt daS Unglück immer zeitig genug.'