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Erscheint täalich äuget an Werktagen nach Sonn- und Feiertagen. Onartal-NbonnementS-Preis bei der Expe- oirirn S'/.Ml-, bei den Postämtern 2 3Rt 50 Pfg. (exkl. Bestellgeld) Jnsertionsgebühr für die gespaltene Zelle 1" Pfg-, R> Kamen für die Zeile 25 Pfg.

Marburg,

Donnerstag, 3. Oktober 1889.

Anzeigen nimmt entgegen die Expedition d. Blattes, sowre die Annoncen-Bureaux von Haasenstein und Vogler m Frankfurt a. M., Cassel Magdeburg u. Wien; Rudolf XXIV Messe in Frankfurt a. M-, Berlin, München u. Köln; G. L- 441 *" 'M11"1 tJUXlJJ.

Daube u. Co-in Frankfurt a.M., Berlin, Hannover, Paris.

Arbeiter = Vereinigungen.

Von verschiedenen Seiten machen sich Bestre­bungen geltend, die Arbeiter in ihrer Gesamtheit oder mindestens diejenigen bestimmter Berufszweige zu großen an die Arbeitsstätte nicht gebundenen Bereinigungen zu sammeln. Längst schon sind diesen Bestrebung, n selbst die Grenzen der wichtigsten Jn- dustriedistrikte zu eng, kaum erscheinen die Grenzen deS Deutschen Reiches noch weit genug und mehrfach treten schon Versuche internationaler Gemeinschaften dieser Art hervor. Solche Bestrebungen haben für den Arbeiter ohne Zweifel etwas Berlcckendes. Die Bereinigung macht auch den sonst Schwachen stark, und die Kraft einer Vereinigung wächst in der Regel mit ihrem Umfange. Das hat erst die jüngste Zell klar bewiesen. Auf der anderen Seite enthalten aber solche Vereinigungen, welche sich von dem festen und sicheren Boden gemeinsamer Arbeitsverhältnisse loslösen, doch auch erhebliche Schattenseiten und große Gefahren. Zunächst ist es beinahe unausbleib­lich, daß bei einer solchen Vereinigung nicht die den Arbeitern und Arbeitgebern wichtigen gemeinsamen Jnteresien, sondern wesentlich die Interessengegensätze sich geltend machen, zumal, wenn den Vereinigungen der Arbeiter solche der Arbeitgeber Zwecks Wahrung der Rechte der letzteren sich gegenüberstellen. Nicht die Verständigung zwischen beiden Teilen, sondern der Kampf der Interessen ist die beinahe unausbleib­liche Folge solcher Organisationen. Dazu kommt die nicht zu unterschätzende Gefahr, daß bei letzteren der Arbeiter nur zu oft für Jnteresien eintreten und Opfer bringen muß, welche mit den seinigen nichts gemein haben. Es ist ganz unausbleiblich, daß selbst der mit den eignen Arbeitsverhältnisien völlig zufriedene Arbeiter sich von einer Bewegung nicht ausschließen kann, welche von der Vereinigung zur Aenderung der Arbeitsbedingungen anderer Arbeiter beschloflen wird, und zwar selbst dann, wenn er Gefahr läuft, dadurch sein eignes, ihn völlig zufriedenstellendes Arbeitsverhältnis zu ver­lieren. Solche großen Vereinigungen find ferner laber nach allen Erfahrungen dem Mißbrauche zu Gunsten von Sonderintereflen und Sonderbestre­bungen sehr ausgesetzt. Diese Gefahr erscheint um so ernstlicher, wenn man sich die Elemente ansieht, welche in erster Linie die Bestrebungen auf Bildung solcher Vereinigungen pflegen und fördern. Nur zu oft sind dies offene oder verkappte Anhänger der Sozialdemokratie oder doch wenigstens der letzteren sehr nahestehende Männer. Von ihnen darf man

^Nachdruck verboten.)

Dir Lose von Windermere.

(Fortsetzung.)

Alle diese Gedavkev, Sorgen und Befürchtungen waren aber nie so lebhaft vor ihre Seele getreten als in dem Augenblick, wo Renwore, ste erblickeud so heftig erschrak, daß seine erbebende Hand nur einen unkenntlichen Hieroglyphen hervorbrachte und er gleichzeitig hastig vom Stuhle aufsprang.

Von einer unbestimmten Ahnung erfaßt, heftete Bertrnd ihr Auge aus das Papier, welches offenbar Unbrauchbar geworden.

Renwore suchte dieses jedoch nicht zu verbergen, am nicht ihre» Argwohn zu erregen. Trotzdem nahm er hastig sein Taschentuch, welches neben ihm ans ®em Tische lag, fuhr damit über Stirn nnb Gesicht Bub ließ eS bann ans bas schon mehrfach beschriebene Blatt fallen, In bei Abficht, dies zu bebeckeu.

Sein Plan mißlang jedoch, denn die dadurch ent. ftanbene Zugluft hob bas leichte Papier, bas bann wirbelnd zu Gertruds Füßen uiederfank.

Er griff schnell darnach, nnb jetzt erst sich zu ihr weubenb, sagte er: .Ach! Du bist», Geliebte? Fast «t mich Dein unerwartetes Erscheine» erschreckt, unb dennoch bin ich sehr glücklich, Dich zu sehe», da ich Dich nach meiner Heimkehr schon vergeblich gesucht habe.*

Während dieser Worte hielt er daS Papier an n» brennendes Licht, welches auf feinem Arbeitstische stand, nnb warf eS in ben Samin, wo eS balb ver- derkohlte. Bis bieS geschehen, wanbte er keinen Blick s davon, währeub Gertrub in unverkennbarer Auf. reguug mit bleichen Wangen znschame, veil sie bie t'fte Ueberzeuguug hatte, daß baS vernichtete Papier »it ber auffallenbeu Erregung ihre» Geliebte» in «ger Verbindung stehe.

Ich habe eben erst Gelegenheit gefunden, mich der Ueberwachuug meiner Mutter zu entziehenI' be. avlwortcte sie seine Anrede, um Dich vor Deiner

mit Bestimmtheit erwarten, daß-sie die solchen um­fassenden Organisationen innewohnende Kraft nicht zur Hebung der Verhältniffe der Arbeiter nutzbar machen werden. Ihren Zwecken dient vielmehr die Unzufriedenheit und die Verbitterung; die Aus­beutung der Vereinigung zu ganz oder zum Teil verunglückten Ausständen und ähnlichen Schritten, welche Unzufriedenheit mit den bestehenden Zuständen erwecken, liegt sehr in ihrem Jnteresien und wird daher jedenfalls versucht werden. Haben aber solche Versuche Erfolg, so wirkt die Vereinigung für den Arbeiter gerade das Gegenteil von dem, was er sich davon versprochen hat. Größte Vorsicht gegenüber solchen aus weitumfasiende Vereinigungen der Arbeiter gerichtete Bestrebungen ist sicher angezeigt.

Deutsches Reich.

.Berlin, I.Okt. DerPost" zufolge wird das kaiserliche Paar Athen am 31. Oktober verlassen und am 2. November in Konstantinopel eintreffen, um dort acht Tage zu verweilen. DerReichs­anzeiger" veröffentlicht eine kaiserliche Kabinettsordre, wonach der Reichstag auf den 22. Oktober einbe­rufen wird. DieNordd. Allg. Ztg." bezeichnet die Konjekturen verschiedener Blätter über eine be­vorstehende Aenderung in den deutschen Botschafter­posten für vollständig aus der Luft gegriffen; eS liege nicht der mindeste Anlaß vor, an die Absicht einer Aenderung in diesen Stellen zu glauben. Der Oberste Baubeamte der Hochbau-Abteilung im Ministerium der öffentlichen Arbeiten, Oberbaudirektor Herrmann, ist gestorben. Es besteht die Absicht, mit der Ausprägung von Nickelmünzen auch im nächsten Jahre fortzufahren, und zwar wird ange­nommen, daß etwa je 1 Million Mark 20- und 10 Pfennig- und etwa eine Viertelmillion 5-Pfennig Stücke zur Ausprägung gelangen möchten. Die Ausprägung der neuen 20-Pfennig-Stücke aus Nickel bewährt sich außerordentlich und es wird sehr dank­bar empfunden, daß die kleinen, silbernen 20-Pfennig- Stücke auS dem Verkehre allmählich zurückgezogen werden. Nach derKreuzzeitung" scheint die Frage, ob man den Kavallerie-Divisionen Pioniere beigeben soll, durch die letzten Hebungen endgiltig entschieden zu sein und die Notwendigkeit technischer Hände und vorhandenen Handwerkszeuges sich heraus­gestellt zu haben. DieKreuzztg." glaubt, daß man die Kavallerie-Pioniere in ähnlichen Fahrzeugen befördern wird, wie sie bei der Feuerwehr sich prak­tisch bewährt haben, nur daß die Wagen imstande ein müssen, kupiertes Terrain in schnelleren Gang-

Abreise noch einmal z» sehen genaue Verabredungen zu treffen um nm

Hier übermannte sie bie verschiebenartige Auf­regung, bie sie ben ganzen Tag über gehabt, sie brach in Thränen ans nnb barg ihr Haupt an R-nmoreS Brust, bet sie mit beiben Armen umfaßte unb besorgt fragte: ,WaS ist Dir, Thenerste? Wes­halb diese Thränen diese Untube ?

»Hätte ich gewußt, daß ich Dich bei einer so wichtigen Beschäftigung antteffen würbe, ich hätte Dich wahrlich nicht gestört l*

.Gertrub', entgegnete Renwore, .wie wäre eS möglich, baß Du mich stören könntest? Ich habe mich doch ben ganzen Tag nach Deiner Gegenwart gesehnt.'

,Uub doch warst Du so aufgeregt, ja offenbar beunruhigt, als ich ein trat. Was was hatte das Papier zu bedeuten, welches Du so eben verbrannt hast? Sprich, o sprich, Geliebter, unb befreie wich von bet Angst, bie sich meiner feit meinem Ein­treten mächtigt hat.'

Reumore wat jetzt überzeugt, baß GertrnÜ ge. eben, was er auf bas verhängnisvolle Blatt ge­trieben, unb wirklich hatte ihr scharfer Blick ent- »eckt, als bieS wenn auch nur einen Augenblick zu ihren Füßen lag, daß eS eine gebrückte Anweisung wat, unter ber jedoch nicht bet Name Reumore, bnbern Lawtou staub, in tadelloser Nachahmung ber ihr wohlbekannten Handschrift des Gutsbesitzers von Blocktura, und das bie Tinte, womit ber Name ge» trieben, noch nicht angetiocfnet wat.

.Theute, geliebte Gertrud, ich begreife Dich nicht!' erwiderte Reumore, ber feine ganze Ruhe nnb Fassung wiebergewouue». .Wie können Dich nur einige ge. chliebene Worte so beunruhigen? Ich war wirklich lberrascht, Dich so unerwartet bei wir eintreten zu eben, nachbem ich eben noch über bie Notwenbigkeit nachgedacht, mich auf unbestimmte Zeit von Dir zu trennen nnb Dich ohne Schutz zurücklassen zu müssen. WaS übrigens das Papier anbetrifft, so thnt es mir

arten zu überwinde» und daß man auch den Werk­zeugwagen Konstruktionen geben wird, welche sie in Stand setzen, selbst in schwierigen Gelände» den Abteilungen zu folgen. Ob man den Pionier-Abtei­lungen einiges Material zu Brückenbauten mitgeben werde, hänge wesentlich von den Gegenden ab , in welche ein Kavallerie - Korps seine Unternehmungen und Bewegungen verlegen muß. Eine neue Mi­litär - Kirchenordnung ist nach demKorrespondenz­blatt für die evangelischen Geistlichen der deutschen Armee" geplant. Das Blatt schreibt:Bezüglich der Ucberttagung der Geschäfte des Militär - Ober­pfarramts des Garde- und des dritten Armeekorps, die bis jetzt der Evangelische Feldprobst der Armee austragsweise mitversehen hat, an den dienstältesten Geistlichen des Gardekorps erfahren wir, daß dieselbe seit langer Zeit geplant und auch in dem Entwürfe einer neuen Militär-Kirchenordnung, die zur Zeit in Bearbeitung begriffen ist, vorgesehen ist. Es ist diese Maßnahme lediglich eine Durchführung der Organi­sation des Mllitär - Kirchenwesens der übrigen Ar­meekorps."

Die Guts- und Gemeindevorsteher des platten Landes sind aufgefordert worden, bekannt zu machen, daß Personen, welche im Jahre 1890 ein Gewerbe im Umherziehen betreiben wollen, dazu eines Wandergewerbescheins bedürfen und daß An­träge auf Ausfertigung eines solchen bei der zu­ständigen Ortspolizeibehörde zu stellen sind. Die Anträge müssen im Oktober angebracht werden, wenn der Schein bis zum 1. Januar k. Js. ausgefertigt sein soll. Verspätete Anträge haben spätere Aus­fertigung der Wandergewerbescheine zur Folge; die dadurch entstehenden Nachteile haben die betreffenden Gewerbetreibenden sich selbst zuzuschreiben. Die An­träge sind den Landräten bis zum 1. Nov. d. Js. einzureichen und sollen sich zugleich über den Be- triebsumfaug, sowie über Vermögens-, Familien- unb Erwerbsverhältnisse der Antragsteller äußern. Den betreffenden Hausierern soll in jedem Fall eröffnet werden, daß Begleiter sich an der Ausübung des Gewerbebetriebs nicht beteiligen dürfen, daß der ge« etzlich zu entrichtende Steuersatz 48 Mk. beträgt und daß nur unter besonderen Umständen eine Er­mäßigung unter diesen Satz eintreten darf. Die Festsetzung geringerer Steuersätze (36, 24,18,12 M.) richtet sich »ach den Transportmitteln ein- oder zweispänniges Fuhrwerk, Handwagen oder Karren u. s. w. und nach den Begleitern; auch können hierbei Gebrechlichkeit, hohes Alter und große Armut der Hausierer in Berücksichtigung gezogen werden.

ktzt leid, daß ich es verbrannt, bevor ich Dich ganz >ou bet Wahrheit meiner Worte überzeugt. Es wat Är mich ganz nutzlos geworben, inbem ich, entschlossen, Deinetwegen einen Absagebrief nach Blackturu zu chicken, nnb im Begriff, diesen zu schreiben, den Namen Lawton mehrfach auf das Papier gekritzelt hatte. Ist Dir nun jetzt alles deutlich erklärt, Geliebte, und bist Du nun ganz nnb vollstänbig beruhigt?"

3nbem er sie abermals an feine Brust brückte, tflfcte er bie Thränen weg, bie langsam über ihre Wangen rannen.

ES lag so viel Wahrscheinlichkeit in bem, was stenmore sagte nnb Gertrud glaubte feinen Worten so 8trn, daß sie, balb vollständig beruhigt, lächelnd zn ihm anfblidte.

Plötzlich aber zog sie einen Brief anS ihrer Tasche »ervor, reichte ihn Renwore nnb sagte: .Sieh nnb lies nur selbst, ob ich nicht Ursache habe, jebeS nn. aewöhlich aussehenbe Stück Papier mit argwöhnische» Blicken zu betrachte». Dies hier habe ich vor kaum einer Vtertelstunbe erhalle».'

Renwore nahm ben Bries, ber von ungeschickter Haub gesiegelt unb unsauber wat, uub las, wie folgt:

.Diejenige», benen wir daS größte Strtranen schenke», find dessen oft am allernnwürdigsten! Sollten Sie einmal ein großes Unglück nnb schweres Schicksal zu beklagen haben in Folge Ihrer an einen llmvütbigen verschwendete» Zuueigung, so bebenlen Sie, daß Sie rechtzeitig gewarnt worben fiub. Hüte» Sie fich vor einem Betrüger nnb Verbrechet."

.Also eine wirkliche ausdrückliche Warnung ohne lutetschrift nnb Namen I' bemerkte Renwore, als er in nachlässig verächtlichem Zone das Schreiben ge­lesen. .Nun, sie ist gewiß gut gemeint nnb bezieht ich ohne Zweifel auf Deinen Verehret, ben Heiltaen von SBinbermete. Wit müsse» freilich immer dank­bar für wohlgemeinte Ratschläge fein, auch wenn diese zu spät kommen; denn ich habe Dir bereite genug von Onanbisch gesagt, nm Dich von seiner Mchtevürdigkett z» überzeuge».'

Um bie Vorteile, welche der mündliche Verkehr mittels Fernsprechers gewährt, in besondere» Fällen, namentlich bei Krankheiten zur Herbeirufung des Arztes, sowie bei Unfällen u. f. w., weiteren Kreisen, vornehmlich in ben Lanbbezirken, zugänglich zu machen, sollen von jetzt ab bie mit Fernsprechern betriebenen Leitungen des allgemeinen Verkehrsnetzes dem Publikum zur unmittelbaren Benutzung und zwar zunächst versuchsweise zur Verfügung ge- stellt werden. Dem Publikum wird die Befugnis eingeräumt, bei einer mit Fernsprechern ausgerüsteten Telegraphenanstalt mündlich oder schriftlich den An­trag zu stellen, eine bestimmte Person an einem benachbarten, durch Fernsprecher verbundenen Orte zum unmittelbaren Gespräch mittels Fernsprecher aufzusordern. Der Anmeldende kann auf die Ant-- wort derjenigen Person, mit welcher das Gespräch gewünscht wird, entweder bei der Telegraphenbe­triebsstelle warten oder eine Angabe hinterlassens wohin er die Antwort gerichtet zu haben wünscht. Die Gebühr für die telegraphische Uebermittlung der Anmeldung und Antwort sowie für jedes Gespräch zwischen den Beteiligten von 5 Minuten ist auf ben Gesamtbetrag von einer Mark festgesetzt. Wenn daS Gespräch länger als 5 Minuten bauert, so erhöht sich bie Gebühr für jede ferneren 5 Minuten ober für einen Teil von 5 Minuten um eine Mark. Kommt das Gespräch infolge Abwesenheit deS Be­teiligten ober infolge Ablehnung desselben nicht zu­stande, so ist ebenfalls eine Mark zu entrichten. Besondere Kosten für Botengänge auch außerhalb des OrtSbestellbezirks werden nicht erhoben.

Schwerin, 1. Okt. Der Kaiser und die Kai­serin sind heute, l1/, Uhr nachmittags, hier einge- ttoffen. Die Majestäten wurden vom Großherzoge und der Großherzogin am Bahnhofe feierlich em­pfangen und fuhren soeben an der Seite dcS Groß­herzogs und der Großherzogin unter Glockengeläute und dem stürmischen Jubel der Bevölkerung ins Schloß.

Eisenach, 1. Okt. Zur Generalversammlung »es evangelischen Bundes trafen bereits gegen 400 Teilnehmer aus Deutschland und dem Auslande ein, darunter mehrere Vertreter der Waldenser Kirchen­gemeinden. Bisher haben nur vertrauliche Bera- tungen des Vorstandes stattgefunden.

Stuttgart, 1. Okt. Ueber ei» Eisenbahnunglück, das sich unweit der Haltestelle Wildpark auf der Strecke Stuttgart-Vaihingen ereignete, wird gemeldet: Es handelt sich nicht um eine Entgleisung, sondern um einen Zusammenstoß ber Güterzug - Lokomotive Gerabronn" mit bem Personenzug 222 auf bem

.Mußte ber Brief mich aber nicht beunruhigen, o geheimnisvoll nnb ohne Name»?'

»Ich gebe es zu', erwiderte Renwore, der fich damit belustigte, diese» in kleine Stücke zu zerreiße»; .dennoch überrascht mich eine solche Warnung nicht, »a D» hier, wie ich erfahre», viele Anbeter hast. Liebte ich anonyme Briefe, ich hätte Dir einen äh», iche» schreibe» kövne», doch glaube ich, daß ich Dir in bezug auf Quaubisch genug angebeutet habe, benn :r hat fich gegen mich nicht allein beS schwärzesten Undanks schnlbig gemacht, fonbern er wird sich auch nicht enthalten, mit, wo eS ihm nur möglich ist, durch bie schlimmsten Verleumdungen zu schade».'

Uebenascht wollte Gertrub »och einige Fragen a» ihu richte», boch plötzlich vernähme» st- bie Stimme vo» MrS. Wetherly, welche im oberste» Stock be» Hauses »ach ihrer Tochter rief.

,6o müsse» wir uns jetzt trennen*, sprach Renwore, .benn ich weiß nicht, ob ich Dich nachher wch ungestört wiebersehe. So schnell ich kann, kehre ch leboch zu Dir zurück; wünschest Dn aber an» liefonbeten Gründen meine Gegenwart, so schreibe mir nach Blacktnr».' (Fortsetzung folgt.)

^Nachdruck verboten j

Wir Tochter -es Herr« Maire.

H eitere« au« ernsten Tagen von I. F r o n e t (Fortsetzung.)

Die Mutter, welche niemals die stille Landstadt verlassen hatte, schüttelte verständnislos ben Kopf, währeub der Vater würdevoll nickte, er kannte ja Balte, wenn er e» auch feiner biedere» Ehehälfte gegenüber hartnäckig leugnete, genau, und meinte, Sndie solle nur erst verheiratet fei», bann werde fich alles schon von selbst finde».

Verheiratet fein! Ja, das sprach fich leicht a»S. Au stürmischen und schüchterne» Bewerber» fehtte es der einzigen und hübschen Tochter deS wohlhaben, be» Maire anch keineswegs, aber diese Bewerber